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DE217303A - - Google Patents

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DE217303A
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DE
Germany
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sugar
diffusion
leaching
molasses
battery
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Pending
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Description

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KAISERLICHES
K PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVl 217303 KLASSE 89 c. GRUPPE
CARL STEFFEN in WIEN.
auszuführenden Auslauge- oder Diffusionsvorganges.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 6. Juni 1907 ab.
Das bisherige Verfahren des systematischen Diffusionsbetriebes zwecks Saftgewinnung aus Zuckerrüben usw. bedingt die Verwendung von Wasser oder allenfalls von sehr dünnen Preßflüssigkeiten (von ausgelaugten Rübenschnitten) als derjenigen Auslauge- oder Diffusionsflüssigkeit, welche man am zuckerärmsten Ende der Auslauge- oder Diffusionsv.orrichtung, d. h. am letzten Behälter der, Diffusionsbatterie einzuführen hat und welche demzufolge der Reihe nach in allen Behältern der Batterie durchgehende zur Wirkung kommen muß, damit das angestrebte Resultat der Zurücklassung von nur mit dem minimalsten Zuckergehalt behafteten Diffusionsschnitzeln erzielt wird. Es wäre daher im Sinne des auf möglichste Auslaugung der Schnitzel gerichteten üblichen Diffusionsverfahren zweckwidrig, wenn man, statt Wasser, Melasse oder reinere Ablaufsirupe in irgendwelcher Verdünnung vom letzten Ende der Diffusionsbatterie her einführen wollte, wobei die Ausbringung des äußersten Zuckergehaltes aus den ausgelaugten Schnitzeln eben unmöglich würde; dagegen hat man bereits vorgeschlagen und gilt es als eine bekannte (eventuell der Melasseaufarbeitung dienliche) Maßnahme, Ablaufsirupe in die Diffusionsbatterie derart zurückzuführen, daß sie in jenen Körper der Diffusionsbatterie eintreten gelassen werden, dessen Diffusionssaft in seiner Reinheit annähernd gleich ist der Reinheit des betreffenden Ablauf sirups. Die Auslaugung in den jenseits der Einführungsstelle gelegenen Körpern würde in diesem Falle trotzdem mit dem vom Ende her zugeführten Wasser erfolgen. .
Gemäß vorliegender Erfindung wird absichtlich darauf verzichtet, die Verminderung des Zuckergehaltes in dem auszulaugenden Rübengut bis zur äußersten Erschöpfungsgrenze herbeizuführen ; dagegen wird bezweckt, hinsiehtlieh der Gesamtausbeute relativ vorteilhaftere Bedingungen zu schaffen, als wie sie dem gewöhnlichen Diffusionsbetrieb eigen sind, und dabei die bei der Ausübung des Verfahrens benötigten Mengen an Flüssigkeit durch Benutzung der Ablaufsirupe niederer Reinheit beträchtlich herabzumindern
Gemäß vorliegender Erfindung wird daher bei einer mehrere Körper umfassenden Diffusionsbatterie am letzten Körper derselben statt Wasser eine etwa 2 Prozent Zuckergehalt minimal aufweisende Lösung von Melasse oder Ablaufsirup eingeführt, so daß diese Lösung von Anfang bis zu Ende als Auslaugeflüssigkeit zu wirken hat.
Da das Verhältnis des Nichtzuckers zum Zucker in dieser Auslaugeflüssigkeit ein sehr erheblich engeres ist, als jenes zwischen dem löslichen Nichtzucker und dem Zucker der Rübe selbst, so ergibt sich daraus, daß, wenn die Auslaugeflüssigkeit (Melasselösung) das Auslaugegut (Zuckerrüben, Rohr) in der Auslaugebzw. Diffusionsvorrichtung vom zuckerärmsten Ende gegen das zuckerreichste durchströmt, die Auslaugeflüssigkeit sich mit Zucker anreichert. Da ferner das Auslaugegut (die frische
. Rübe) am zuckerreichsten Ende auch am nichtzuckerärmsten, hingegen am zuckerärmsten Ende der Diffusionsvorrichtung am nichtzuckerreichsten ist, so verliert die Auslaugeflüssigkeit auf ihrem Wege über das systematisch geordnete Auslaugegut eine entsprechende Menge Nichtzucker an das Auslaugegut. Es erfährt somit die Auslaugeflüssigkeit, während sie sich vom zuckerärmsten Ende gegen
ίο das zuckerreichste Ende der Diffusions vorrichtung beWegt, eine Anreicherung an Zucker und eine Verringerung im Nichtzuckergehalt, während das Auslaugegut Zucker verloren und Nichtzucker aufgenommen hat.
Dieser Arbeitsvorgang liefert inbezug auf die Reinheit für den Zuckerfabrikbetrieb vollkommen brauchbare Rohsäfte und gibt höhere Ausbeuten an Gesamtzucker und Nährwerten als das vorhergenannte bekannte Verfahren.
Bei diesem nämlich werden durch die Vermeidung der starken Verdünnungen, welche die Auslaugeflüssigkeit an dem zuckerarmen Ende der Diffusionsvorrichtung bei Verwendung von reinem Wasser oder der stark verdünnten Schnitzelpreßwässer als Auslaugeflüssigkeit immer erfahren muß, nicht nur bedeutende Mengen unlöslicher Nährwerte in Lösung gebracht, sondern es treten aucrj Zuckerverluste in diesem letzten Stadium der Auslaugung auf, was eben durch das neue Verfahren mit Anwendung mehr oder weniger konzentrierter Melasselösungen vermieden wird; notwendigerweise muß bei jenem Verfahren weniger Nichtzucker aus der Rübe in den Saft gehen. Nach dem Verfahren werden die Rüben (Rohr) bis annähernd auf den Zuckergehalt, welchen man in der Auslaugeflüssigkeit (verdünnte Melasse, Ablaufsirup) gewählt hat, ausgelaugt, worauf die ausgelaugten (diffundierten) Rübenschnitte in den Schnitzelpressen abgepreßt werden. Der vom Pressen gewonnene Saft und der Auslaugesaft, welcher diese Schnitte vor ihrer Abpressung umgibt, gelangt am zuckerärmsten Ende in die Auslaugevorrichtung zurück, worauf hier gleich hinterher die Melasselösung etwa in der gleichen Menge nachgeführt wird, welche bei den bekannten Verfahren als reines Wasser zur. Anwendung kam. Werden etwa 36 Teile (vom Rübengewicht) ausgepreßte Diffusionsrückstände von den Pressen gewonnen und will man 100 Saftteile Rohsaft von der Rübe gewinnen, so hat man etwa 35 Teile von der Melasselösung zu verwenden. Die Konzentration der anzuwendenden Melasselösung wird in ihrem Zuckergehalt das Maximum etwa im Zuckergehalt der zu verarbeitenden Rüben haben; das Minimum hingegen sollte nicht unter 2 Prozent Zuckergehalt fallen.
Es kann aber auch der Preßsaft von den ausgelaugten Schnitzeln mit dem notwendigen Wasser vermischt und in dieser Mischung die Melasse (Sirup) aufgelöst werden, welche Flüssigkeit dann die Auslaugeflüssigkeit darstellen kann.
Es empfiehlt sich, bei hohen Temperaturen die Auslauge- oder Diffusionsarbeit auszuführen.
Im übrigen können alle Temperaturen verwendet werden, wie sie heute bei den bekannten Verfahren gebräuchlich sind.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Rohsaftgewinnung und Erzielung zuckerhaltiger Nährstoff-Rückstände mittels eines in einer Mehrkörperbatterie auszuführenden Auslauge- oder Diffusions-Vorganges, dadurch gekennzeichnet, daß statt Wasser in den letzten Körper der Auslaugebatterie eine einen Zuckergehalt von etwa 2 Prozent minimal aufweisende Lösung von Melasse oder Ablaufsirup eingeführt wird, um als Auslaugeflüssigkeit vom Ende her bis zum ersten Körper hin zu dienen.

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