DE2162860A1 - - Google Patents
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Description
11 Verfahren zum Nachbehandeln eines Kunstharz- oder Kautschuklatex
" "'. ■ .
Priorität: .18. Dezember 1970, Japan, Nr. 113 029/70
Die Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zur Nachbe-
! handlung eines Kunstharz- oder Kautschuklatex, insbesondere zur
Entfernung von nicht umgesetzten'monomeren Bestandteilen^von
-Wasser und anderen Komponenten, welche in einem Latex aus natürlichem
oder synthetischen Kautschuk oder einem Latex aus einem Kunstharz enthalten sind.
Bisher sind im wesentlichen zwei verschiedene Arbeitsweisen verwendet worden, um nicht umgesetzte monomere Bestandteile aus
solchen Latices abzutrennen* Bei der ersten Arbeitsweise wird
Dampf durch den Reaktionskessel geblasen f welcher den betreffenden
Latex enthält, d.h.. -es handelt sich um eine sogenannte Wasserdampfdestillation.
Diese Arbeitsweise bietet jedoch bestimmte Nachteile, da der betreffende Latex insbesondere infolge· des
Verlustes an Stabilität und der Bildung von koagulierten Bestandteilen infolge der langer dauernden Einwirkung hoher Tempe-
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raturen abgebaut wird. Ausserdem. ist es bei einer solchen Wasserdampfdestillation
praktisch, unmöglich, den Wassergehalt des Latex zu verringern, was jedoch für viele praktische Anwendungsfälle sehr erwünscht oder sogar unbedingt erforderlich ist. Da
sich bei einer solchen Wasserdampfdestillation im allgemeinen grössere Wassermengen im latex kondensieren, wird auch der Feststoff
anteil des Latex prozentual verringert, wodurch sich praktische Schwierigkeiten bei der späteren Anwendung ergeben kön- .
nen.
Die zweite bekannte Arbeitsweise bedient sich der Methode der Vakuumdestillation. Aber auch hier treten bestimmte Nachteile
auf, da es insbesondere einer längeren Behandlungsdauer bedarf, um den Latex von monomeren und anderen Bestandteilen zu befreien.
Diese lange Behandlungsdauer beruht darauf, dass der Latex in derartigen Destillationsvorrichtungen zum starken Schäumen
neigt, und daher entsprechende Apparaturen mit grossem Fassungsvermögen benötigt werden, um dem Schäumen des Latex Rechnung
zu tragen. Zwar kann man dem betreffenden Latex auch Antischaummittel
zusetzen, um: die vorstehend genannten Nachteile in gewissem
Ausmass zu beheben, doch werden durch diese Zusatzstoffe andere Nachteile eingeführt, insbesondere wir.d der betreffende
Latex manchmal in unerwünschter Weise durch diese Zusatzstoffe verunreinigt. Da bei einer solchen Vaküumdestillation ausserdem
Wasser von der Latexoberfläche abgezogen wirds findet auch hies?
ein gewisser Abbau infolge der Bildung eines trockenen Latexfilms oder von koagulierenden Bestandteilen statt.
209828/0977
Zwar lässt" sich sowohl die Wasserdampf de st illation als auch die Vakuumdestillation entweder absatzweise oder kontinuierlich
durchführen. Doch treten auch hierbei bestimmte Nachteile auf. Bei einer Vorrichtung zur absatzweisen Durchführung findet beispielsweise
ein Abbau auch deshalb statt, weil der Latex langzeitig einer höheren Temperatur ausgesetzt ist, wodurch der Wirkungsgrad
der betreffenden Vorrichtung wesentlich beeinträchtigt wird, und daher insgesamt geringere Produktausbeuten erzielt
werden. Auch die kontinuierlich arbeitenden Vorrichtungen können noch nicht vollständig befriedigen. Wenn nämlich eine
solche Vorrichtung mit ausreichend hohem Wirkungsgrad betrieben * werden soll, beispielsweise ein Filmverdampfer mit oder ohne
rotierendem Flügel oder einer anderen Rührvorrichtung zur Erzeugung des benötigten dünnen Materialfilmes, dann werden mechanisch
unerwünschte Scherkräfte auf.den in einer solchen Vorrichtung
behandelten Latex ausgeübt und dadurch entstehen darin koagulierende Bestandteile. Eine Vorrichtung mit grossem Fassungsvermögen
bietet ausserdem auch in der Konstruktion Schwierigkeiten, ihr Anschaffungspreis ist sehr hoch, und die Gestalt
solchen
und der Aufbau einer/Vorrichtung ist sehr komplex, wodurch sich die bei der Behandlung von Latices unbedingt erforderlichen Reinigungsarbeiten sehr erschweren.
und der Aufbau einer/Vorrichtung ist sehr komplex, wodurch sich die bei der Behandlung von Latices unbedingt erforderlichen Reinigungsarbeiten sehr erschweren.
Aufgabe der Erfindung ist es, die vorstehend beschriebenen Nachteile
und Schwierigkeiten zu beseitigen und ein verbessertes, kontinuierlich durchführbares Verfahren zur Nachbehandlung von
Kunstharz- oder Kautschuklatices zur Verfügung zu stellen, bei dem kein Abbau der Latexbestandteile eintritt, und welches daher auch in wirtschaftlicher Weise mit geringeren Kosten, aber
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höherem Wirkungsgrad durchführbar ist.
Das erfindungsgemässe Verfahren zur Nachbehandlung eines Kunstharz-
oder Kautschuklatex, ist dadurch" gekennzeichnet, dass man
den Latex in einem Berieselungsabsorber im Gleich- oder Gegenstrom
bei einer Temperatur im Bereich von 40 bis 100 C mit einem Inertgasstrom kontaktiert.
Mittels des erfindungsgemässen Naehbehandlungsverfahrens lassen
sich die verschiedensteh, sehr erwünschten Wirkimgen erzielen.
Beispielsweise können nicht umgesetzte monomere Bestandteile aus einem Latex entfernt werden, der bei der Herstellung eines
künstlichen Kautschukes anfällt. Ausserdem kann die Peststoffkonzentration
des Latex durch Entfernen der Wasserkomponente erhöht werden. Weiterhin kann in solchen Fällen, wo die Latexteilchen durch Zusatz eines Lösungsmittels zum Wachsen und
Agglomerieren gebracht werden (vergl."Rubber World}' Juli 1955,
Seite 471), das dabei verwendete Lösungsmittel durch eine erfindungsgemässe Nachbehandlung wieder aus dem Latex entfernt
werden. Auch wenn ein nicht durch Emulsionspolymerisation hergestellter Kautschuk oder ein Kunstharz mittels eines Lösungsmittels
emulgiert wird (vergl. japanische Patentschriften
kann ' ·
35-6888 und 4O-13662)/das Lösungsmittel anschliessend erfindungsgemäss
entfernt werden. Selbstverständlich können alle diese sehr erwünschten Wirkungen auch gleichzeitig oder in beliebiger
Kombination mittels des erfindungsgemässen Verfahrens
realisiert werden. Bei dem erfindungsgemässen Verfahren wird der Latex am Kopf der Behandlungsvorrichtung zugeführt und im
Gleich- oder Gegenstrom mit einem Inertgas kontaktiert, wobei
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dieses Inertgas bezüglich des Feuchtigkeitsgehaltes auch konditioniert
sein kann. - -
Bei dem erfindungsgemäss .verwendeten Berieselungsabsorber handelt
es sich unv einen Turm, in welchem eine oder mehrere Behandlungsrohre angeordnet sind, (vergl. S. Fujita , Kagaku Kogaku
(Chemical Engineering)" Bd«, 1, Iwanami Chemical Engineering Series 216 Iwanami Publishing Comp., S, 166 ff.). Ein derartiger
Berieselungsabsorber ist bisher in grossem Ausmass für die Ab-.
sorption von Gasen verwendet worden, wobei die absorbierende . ■
Flüssigkeit an den Wänden der vertikal angeordneten Rohre herabrieselt
und das zu absorbierende Gas durch das Innere der Röhre nach oben strömt. .
Das erfindungsgemässe Verfahren weist im Vergleich zu den
'. her angewendeten Arbeitsweisen insbesondere- die folgenden Vorteile
auf;
1) Man kann bei sehr viel niedrigeren Temperaturen arbeiten, als
bei einer Wasserdampfdestillationf
2) Man braucht keine Vorsiehtsnahmen wegen einer heftigen Schaumbildung
vorzusehen, da praktisch kein Schäumen stattfindet,
5) es tritt kein Abbau des Latex auf und man. braucht auch keine
Antischaummittel zuzusetzen, da eine Schaumbildung nicht zu
beobachten istj
4) Da nicht an einzelnen Stellen des Latex Wasser entzogen wird,
wird weder eine Filmbildung noch die Ausscheidung koagulier-
■ ter Bestandteile beobachtet!
5) Der Latex lässt sich ohne Schwierigkeiten aufkonzentrieren,
wobei die Stabilität nicht beeinträchtigt wird;
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6) Die Grosse der Behandlungsvorrichtung kann beliebig gewählt
werden, wobei nur auf die Menge des zu behandelnden Latex und die Intensität der Behandlung Rücksicht genommen werden
muss. Die betreffenden Berieselungsabsorber sind sehr einfach in ihrer Konstruktion und daher auch relativ preiswert. -
7) Die Behandlungsdauer kann entsprechend kurz gewählt werden,
so dass kein Abbau des Latex wegen zu langer Behandlungszelt zu beobachten ist.
Das erfindungsgemässe Verfahren kann insbesondere für die folgen-
P - ■
den Zwecke eingesetzt werdeni ·
1) Nicht umgesetzte monomere Bestandteile lassen sich aus einer
Emulsion abtrennen., welche nach Beendigung der Polymerisationsreaktion bei der Herstellung von Butadien-Kautschuk,
Styrol-Butadien-Kautschuk, Butadien-Acrylnitril-Kautschuk,
Polyvinylacetatharz, Polyvinylchlorid, Äthylen-VinyIacetat-Mischpolymer,
Polystyrol und/oder Polychloropren mittels der Technik der Emulsionspolymerisation erhalten wird.
2) Die Kautschukkonzentration, d.h. der Feststoffgehalt einer
solchen Emulsion an einem natürlichen Kautschuk,' einem
Styrol-Butadien-Kautschuk, einem Butadien-Acrylnitril-Kautsehuk
oder einem Chloroprenkautsehuk lässt sieh durch
Entfernen mindestens eines Teils des Wassers aus dem Latex in beliebiger Weise erhöhen»
3) Die zu einem Latex aus beispielsweise Styr-ol-Butadien™
Kautschuk oder Butadien-Acrylnitril-Eautsch.uk zwecks Aufquellen
der dispergierten Kautschukteilchen und ihr anschliessendes Wachsen und Agglomerieren zugesetzten polaren
Verbindungen oder Kohlenwasserstoffe, wie Butadien,
209828/0977 ORIQINAUNSPEC^T -
Benzol oder Aceton lassen sich im Anschluss an' eine solche
Behandlung sehr gut vollständig entfernen.
4) Falls der Latex durch Dispergieren einer organischen Lösung, "beispielsweise einer Benzollösung von cis-l^-Polyisoprenkautschuk,
von Isobutylen-isoprenkautschuk, von Polyäthylen oder einem Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymer hergestellt worden
ist, wobei die betreffenden Polymeren- durch eine andere
durch ■ . . *
Technik als/Emulsionspolymerisation erhalten worden sind, und die organische Lösung unter Zusatz eines oberflächenaktiven
Mittels in Wasser dispergiert wurde," dann kann dieses
organische Lösungsmittel anschliessend erfindungsgemäss leicht
aus dem -so hergestellten Latex abgetrennt werden.
Die vorstehend beschriebenen Anwendungsmöglichkeiten des erfindungsgemässen
Verfahrens werden nachstehend noch -näher erläutert werden.
Das erfindungsgemässe Verfahren beruht auf sehr eingehenden
Untersuchungen der Erfinder bezüglich des Gleichgewichtsgehaltes
von monomeren Bestandteilen, Kohlenwasserstoffen, polaren Substanzen
oder organischen Lösungsmitteln, wie sie in derartigen Latices vorhanden sind, in der Latexphase und der Dampfphase.
Es hat sich nämlich gezeigt, dass die monomeren Bestandteile
und übrigen Komponenten, welche in solchen Latices vorkommen, an den dispergierten Latexteilchen nicht so stark adsorbiert
sind, dass das Gleichgewicht dadurch wesentlich beeinträchtigt wird. Vielmehr entspricht die Gleichgewichtskonzentration
im wesentlichen derjenigen in reinem Wasser und daher
gehen die monomeren und übrigen Bestandteile des Latex solange
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_ö_ 216286Q
in die Dampfphase über, wenn der Latex mit Luft, Stickstoff, Helium oder einem anderen Inertgas kontaktiert wird, bis ihre
Konzentration in der Dampfphase einen wesentlich höheren Wert erreicht. Ohne eine solche Kontaktierung ist jedoch die Übergangsgeschwindigkeit
der monomeren und der anderen Bestandteile in die Gasphase ausserordentlich langsam und benötigt beispielsweise
1 bis 3 Wochen, bis der wirkliche Gleichgewichtszustand erreichtest, obwohl die 'Gleichgewichtskonzentration eher auf
der Seite der Dampfphase liegt. Die vorstehenden Überlegungen , gelten für eine übliche Behandlungsvorrichtung bei Umgebungstemperatur
.
Das erfindungsgemässe Verfahren beruht nun auf der Erkenntnis, dass es möglich ist, diese Übergangsgeschwindigkeit zu erhöhen,
wenn man die Behandlungstemperatur, den Strömungszustand des
Latex und die Filmdicke des Latex entsprechend einstellt, was erfindungsgemäss dadurch erfolgt, dass, man die Behandlung des
Latex in einem Berieselungsabsorber bei einer. Temperatur im Bereich
von 40 bis 100 C durchführt und den Rieselfilm des Latex ständig mit einem Inertgasstrom kontaktiert, beispielsweise
mit einem Strom aus Luft, Stickstoff, Wasserstoff oder Helium. Vorzugsweise wird die erfindungsgemässe Behandlung bei einer
Temperatur im Bereich von 60 bis 95°C durchgeführt. Bei einer Behandlungstemperatur unterhalb 40 C ist jedoch der Wirkungsgrad
des erfindungsgemässen Verfahrens infolge der sehr geringen
Übergangsgeschwindigkeit der monomeren und der anderen Bestandteile des Latex von der Latexphase in die Dampfphase zu gering.
Bei Behandlungstemperaturen oberhalb 1000C wird die Stabilität
des Latex beeinträchtigt und es kann daher eine unerwünschte BiI-
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dung von koagulierten Bestandteilen stattfinden. Das erfindungsgemässe
Verfahren soll daher in dem angegebenen Temperaturbereich von 40 bis 100 C durchgeführt werden. Bei der Wahl des Inertgasstroms
muss nur dafür Sorge getragen werden, dass keine zu starke
Lösung in dem Latex stattfindet und dass keine Reaktionen mit den im Latex vorhandenen monomeren Bestandteilen, den oberflächenaktiven
Mitteln oder den sonstigen Komponenten des Latex auftritt. Vorzugsweise wird ausserdem der Feuchtigkeitsgehalt des Inertgas—
Stroms so eingestellt, dass er demjenigen des Latex bei der Arbeitstemperatur entspricht, so dass kein Wasser aus dem Latex ·
verdampft, mit Ausnahme von solchen Fällen, wo eine Aufkonzentrierung
des Latex erwünscht ist. . τ.
Infolge der vorstehend erörterten Beziehung zwischen dem Dampfdruck
und der Gleichgewichtskonzentration der im Latex vorhandenen unerwünschten Bestandteile in der Dampfphase lassen sich
auch monomere Bestandteile und andere Bestandteile in einfacher Weise aus dem Latex abtrennen, welche einen höheren Siedepunkt
als Wasser· aufweisen. Ausserdem lässt sich erfindungsgemäss mit
gutem Erfolg ein Abbau des behandelten Latex vermeiden, da die Yerweilzeit in dem Berieselungsfilni im allgemeinen sehr kurz
ist und unterhalb 1 Minute liegt und da ausserdem kein Wasser
aus dem Latex verdampft, es sei denn, dieses wird ausdrücklich .
beabsichtigt. Eine solche Wasserverdampfung lässt sich durch richtige Einregelung des Feuchtigkeitsgehaltes des Inertgases
in einfacher Weise vermeiden.
Falls es hingegen erwünscht ist, auch Wasser aus dem Latex
zu entfernen, so lässt sich das in einfacher Weise erreichen,
2 0 08 2 0 /097 7 ORIGINAL INSPECTED
indem man den Latex bei einer Temperatur unterhalb des Siedepunktes
in dem Berieselungsabsorber behandelt und dabei ein nicht feuchtigkeitskonditioniertes Inertgas verwendet. Andererseits kann man auch die Temperatur des Latex über den, Siedepunkt
einstellen und dann .ein Inertgas verwenden, welches be-.züglich
des Feuchtigkeitsgehaltes eingestellt sein kann oder nicht. Der- Berieselungsabsorber kann sogar direkt als Destil-
lationsvorrichturig eingesetzt werden, wobei dann kein Inertgasstrom
durch ihn hindurchgeht.
Um einen Abbau.des lato:: beim Wasserentzug zu vermeiden, wird
vorzugsweise auch bei dieser Ausführungsform im Temperaturbereich
von 40 bis 100 C und insbesondere von 60 bis 95°C gearbeitet, wobei das kontaktierende .Inertgas entweder im völlig wasserfreien
oder im konditionierten Zustand eingesetzt wird.
Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens bei
dieser Ausführungsform besteht wiederum darin, dass sich im
Gegensatz zu den bekannten Arbeitsweisen praktisch keine Bestandteile in koagulierter Form ausscheiden. Dieses günstige Verhalten
ist darauf zurückzuführen, dass bei dem erfindungsgemässen
Verfahren das Waffser nicht nur lokal oder an einzelnen Stellen
aus dem Latex entfernt wird, sondern dass infolge des kräftigen Vermischens zwischen der Oberfläche und der Innenfläche des
Flüssigkeitsfilms infolge des Auftretens von kräftiger Wirbelbildung in dem nach unten rieselnden Film praktisch ein
ganz gleichmässiger Wasserentzug in dem Berieselungsabsorber stattfindet und dass ausserdem keine mechanischen Scherbeanspruchungen auf den Film einwirken« Die gleichen Gesichtspunkte
gelten auch dann, wenn das erfindungsgemässe Verfahren
209828/0977 . . >
zum Abtrennen von monomeren und anderen Bestandteilen aus. dem Latex.angewendet wird.
Die vorstehenden Erörterungen beziehen sich auf eine Arbeitsweise des Berieselungsabsorbers bei Atmosphärendruck. Selbstverständlich
ist es aber auch möglich., das erfindungsgemässe Verfahren unter Druck oder im Vakuum oder in Abhängigkeit von
der Wärmestabilität des behandelten Latex, dem Siedepunkt der betreffenden monomeren und anderen Bestandteile und der
Diffusionsgeschwindigkeit in der Latexphase in einem anderen
Temperaturbereich durchzuführen.
Das erfindungsgemässe Verfahren wird anhand der Zeichnungen näher erläutert.
Figur 1" zeigt einen Längsschnitt durch einen Berieselungsabsorber,
wie er für die Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens
verwendet wird und
Figur 2 zeigt einen Querschnitt dieser Vorrichtung längs der Schnittlinie II-II von Figur 1.
Der in Figur 1 dargestellte Berieselungsabsorber zeigt eine Anzahl von glatten, kreisförmigen Rohren, deren Anzahl von der
Menge des je Zeiteinheit zu behandelnden Latex abhängt. Mindestens muss jedoch ein solches Behandlungsrohr vorhanden
sein. Falls die Menge des zu behandelnden Latex für eine derartige Berieselungseinheit zu gross ist, so können gewünschtenfalls
auch zwei oder mehr in Serie geschaltete Einheiten verwendet werden.
2 0 9-8-2 8/ 0 9-7 7
Der zu behandelnde Latex wird dem Berieselungsabsorber am Kopf
bei 1 zugeführt. Er wird mittels eines Wärmeaustauschers oder durch Heisswasser bzw. ein anderes Beheizungsmedium, welches
in dem Mantel 8 des Absorbers umläuft und über Einlass 9 eingespeist
sowie über Auslass 10 wieder abgezogen wird, auf die erforderliche Behandlungstemperatur gebracht. Der Latex rieselt
'dann unter Bildung eines gleichmässigen dünnen Filmes bei
2 durch die Rohre nach unten und kommt dabei mit dem im Gleichoder Gegenstrom geführten Inertgas in Berührung. Der Durchmesser
der Rohre 3 variiert je nach den Eigenschaften des zu behandelnden
Latex und je grössere Mengen an monomeren Bestandteilen,
zu entfernen sind bzw. bei grasserer Neigung des Latex zum
Schäumen müssen auch Rohre mit grösserem Durchmesser verwendet werden. Im allgemeinen haben sich Rohre mit einem Innendurchmesser
von 5 bis 150 mm als sehr geeignet erwiesen. Die Länge der Rohre im Berieselungsabsorber hängt gleichfalls von der
Konzentration der monomeren Bestandteile im Latex sowie von den übrigen Eigenschaften des zu behandelnden Latex ab, wobei sich
im allgemeinen Rohrlängen von 2 bis 20 m bewährt haben. Die Strömungsgeschwindigkeit des zu behandelnden Latex hängt ab von
der Menge an monomeren Bestandteilen und den übrigen Eigenschaften
des.Latex. Im allgemeinen werden jedoch gute Ergebnisse erzielt, wenn der Latex mit einem Durchsatz von 1 bis 100 g/
Minute.cm Länge des Rohrumfanges durch den Absorber rieselt. Wenn man mit noch geringeren Strömungsgeschwindigkeiten arbeitet,
lässt sich zwar die Konzentration der monomeren und anderen Bestandteile wesentlich erniedrigen, jedoch ist dann der Wirkungsgrad des Berieselungsabsorbers auch geringer. Bei Erhöhung
der Strömungsgeschwindigkeit besteht andererseits die Gefahr
2098 28/0977· ·
■. . " τ 15-,
eines Flutens der Behandlungsrohre, worauf später noch näh,er
eingegangen werden soll. Dieses Fluten tritt ties.onders dann auf,
wenn gleichzeitig die Strömungsgeschwindigkeit des Inertgases wesentlich erhöht wird.
Bei einer Gegenstrombehandlung wird. das. Inertgas über leitung
■5 in den Berieselungsabsorber eingespeist, wobei es gegehenenfalls
vorher auf einen gewünschten Feuchtigkeitsgehalt eingestellt bzw. erhitzt werden kann. Mittels eines Gasverteilers 6
wird der Strom des Inertgases in den einzelnen Behandlungsrohren
3 vergleichmässigt. Das Gas wird über Leitung '( aus dem. Berieselungsabsorber
abgezogen und kann gewünschtenfalls wieder Im
Kreislauf zurückgeführt werden. Der behandelte Latex wird über Leitung 4 aus dem Berieselungsabsorber entnommen..
eine GIe lchs/fcr ölbehandlung können die Gasleitungen 5 und 6
bzw. die Entnahmeleitung 7 in ihrer Lage vertauscht werden. Bei
einer Gegenstrombehandlung lassen sich monomere und andere Bestandteile
schneller aus (Jem behandelten Latex abtrennen, doch
ist dann auch die Gefahr eines Blutens grosser.
Die Strömungsgeschwindigkeit des Inertgases unterliegt keinen
besonderen Beschränkungen, doch soll die Reynqlds-Zahl in dem
Berieselungsabsorber vorzugsweise über IQQO liegen.
Die Erfindung wird durch die Beispiele näjaer erläutert».
B e i s ρ i e 1 1
Nach bekannter Vorschrift (vergl. (J. S. Whitby, i!Synthetic Rubber",
John Wiley & Sons, Inc.) wird ein Styrpl-But.adien-Kau.tacliuklatex
der nächstehenden Zusammensetzung hergestellt;
mumm · 0RIQ"SPECTED.
| Wasser | &4?4 | Gewichtsprozent |
| Styrol-Jutadi en-Kautschuk | 25,0 | Il |
| Seife | 0,5 | Il |
| Additiv | Q, 3 | ti ".■·.. |
| nicht umgesetztes monomeres Styrol ■■---■■-■■-■· |
5,6- | Il |
| nicht umgesetztes monomeres Butadien |
4,2 | U |
Dieser Latex wird bei einer Temperatur von 70^C in einem Berieselungsabsorber
mit einem Innenrohr von / 38 mm Innendurchmesser
und einer Turmhohe von 5 m im Gegenstrom mit Stickstoff
behandelt, der bei 70 C mit. Wasser gesättigt worden ist. Man lässt den Latex mit einer Geschwindigkeit von 2 kg/Minute
je Behandlungsrohr nach unten rieseln, während d.ie Strömungsgeschwindigkeit
des Stickstoffes je Behandlungsrohr 2 Liter/Sekunde beträgt. Unter diesen Bedingungen wird ein Latex erhalten,
der nur noch 1,4 Gewichtsprozent monomeres Styrol und 0,2 Gewichtsprozent
monomeres Butadien enthält. Me Menge d.er monomeren Bestandteile im Latex wird mittels einer an sich bekannten
Analysenmethode bestimmt. (E.M.Nelsen, "Analytical Chemistry»,
33, S. 1150 (1951)).
Der Latex von Beispiel 1 wird in dem gleichen
sqrber unter entsprechenden Bedingungen
die Behandlungs.temperatur 9sQQQ ^et^lgl· i§ Wi-fd §,^| el^ige; Weise
ein Latex mit einem Gehalt §n mgiiomepen §tfi!0?| ifgn 0,5,
prozent und an $Q89mereni Butadien vg|| Q|l ^ewiqhtsprgzent g?n
halten. Unter diesen Bedingungen wird praktisch keine Sphaum,-?,
bildung beobaGh^tet und es wir4 %us;serdera bestätigt, dass der
Latex sowohl ¥or als auch nach· der. Behandlung; nur 0,2 GewiGhtg-
i 0 i I % 8 / Q i .7 f. ORIGINAL (NSPEGTED
Prozent an koagulierten Bestandteilen enthält.
Beispiel 3
Gemäss der Arbeitsweise der in Beispiel 1 angegebenen Literaturstelle
wird ein hochkonzentrierter Butadien-Kautschuklatex der folgenden Zusammensetzung hergestellt:
Wasser . · 40,0 Gewichtsprozent Butadien-Kautschuk 55,3 "
Seife '2,0 »
Additiv ' · 0,7 "
nicht umgesetztes monomeres ? q „
Butadien '
Dieser Latex wird in dem Berieselungsabsorber von Beispiel 1 behandelt, wodurch ein Endprodukt mit einem Gehalt an monomerem
Butadien von nur 0,1 Gewichtsprozent erhalten wird. Auch in diesem Fall wird keine Schaumbildung beobachtet und die Menge
an koagulierten Bestandteilen beträgt vor und nach der Behandlung
0,3 Gewichtsprozent. .-.%-
Beispiel 4
Der gemäss Beispiel 3 erhaltene Latex wird bei einer Temperatur
von 65 C in einem Berieselungsabsorber von 3 m Höhe mit einem Innenrohr von 30 mm Innendurchmesser im Gegenstrom mit
Stickstoff behandelt, der bei der gleichen Temperatur von 65 G -mit Wasser gesättigt worden ist. Der Latex rieselt mit
einer Geschwindigkeit von 0,5 kg/Minute je Rohr nach unten und
der Stickstoff wird mit einer Geschwindigkeit von 0,5 Liter/ '. Sekunde je Rohr zugeführt. Unter diesen Behandlungsbedingungen
wird bei der Gegenstrombehandlung ein Latex mit einem Gehalt an Butadien von nur 0,2 Gewichtsprozent erhalten. Wenn man die
gleiche Behandlung im Gleichstrom durchführt, so enthält der
20982S/0977
Latex .anschliessend noch 0,3 Gewichtsprozent an monomeren! .
Butadien. In keinem Fall wird die Bildung von koagulierten Be-.
standteilen oder ein Schäumen, beobachtet.. . . -. ■ ■.
Bei den vorstehend beschriebenen Beispielen 1 bis 4- wird weder
ein Verdampfen von Wasser aus dem latex noch ein .Einkond.ensieren
von Wasser in .den Latex beobachtet., ,
Der gemäss Beispiel 1 erhaltene Latex wird im Gegenstrom bei
90 C in einem Berieselungsabsorber von 10 m Höhe und Behandlungsrohren mit einem Innendurchmesser von 25,4 ram" mit trockenem
Stickstoffgas behandelt. Die Strömungsgeschwindigkeit des Latex beträgt 1 kg/Minute- je itehr und diejenige des Stickstoffs
1,5 Liter/Sekunde je Rohr. In diesem Fall erhält man einen Latex,
mit einem Gehalt an monomerem Styrol von nur noch 0,2 Gewichtsprozent, während monomeres Butadien höchstens noch in Spuren
anwesend ist. Durch diese,Behandlung mit trockenem Stickstoff
wird der Wassergehalt des Latex,um 16 Gewichtsprozent herabgesetzt.
Die Menge an koaguliertem Material beträgt nach dem Yersuchslauf 0,2 Gewichtsprozent und sie hat sich im Vergleich
zu dem Anteil vor Durchführung der Behandlung nicht verändert.
"""·'■" Beispiel . ' 6 ■ ·"·■■""
■Ein im Handel erhältlicher Latex, welcher gemäss der ASTM-Nörm
D 1420 die Klassif iziefungsnummer 2000' hat·,'Wird rgemäss: der' "··■■■■■■'"■'
Arbeitsweise der ÜSA-Pät ent schrift 2'897 168!-agglomeriert. ; ■ ^ -■'
Nach der Agglömeiridrüng der Latexteiichen wird ■ das- für die Be- ^ >
handlung verwendete. Benzol unter den Ärbei,tsbe"dinguiige"n des '
Beispiels 5 aus dem Latex entfernt, wobei jedoch der
20 9 828^0,97 7 .: f .
2112110
verlier (ait Wasser'gesättigt wüpäeii is/fe. Igt Be^solggMlt &§§""'
Latex, der γρι? der Behandlung g
g.uf fligge Wgise praktisch auf p
g.uf fligge Wgise praktisch auf p
• Έ, q I s. J)- i § 1 f-
Ein. auf dem Markt'"befindliGh^r- Gi§«l?4-Pölyiß9P?e^feauts6huk. wii?d
.gje.mäss. de? Arbeitsweise, der gapaniggheii B^1ie,n;$|p|i33if
emulgiert und dg.e so erhaltene, llmulsifin Wipd g§
mäss der A-Pfeeitsweise vqn; Beispiel β bghandelt. 41^f ö-iese Weise
wird der Benpplgehalt, der ypr Beginii dei? Bg^an^^ung etwa, =
6Q CrewiQhtßprozent "beträgtr praktisch auf Q Jaerjfeggsetzti,
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%un Dieser Seiiaum lässt sieh, auch nicJyb durch kräftigen
zerstörep und der ßusat? eines Antisohaummittels zeigt
falls, nur eine geringe Wirkung, Is ist "daher erfqrderIiCh1
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3. Yerfanren naen Anspruöii X und 2, dadurch g
dasq die Behandlung in eine^ au§ meteeren Roteen bg^teilendtn
Batterie erfolgt, weiaei "gedeg i|onr einen Innendu^Qnp§g§pr γό
5 bis 150 min und eine Ιϊιρ van 2'bi^ 20 jn
4, Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadU?eh
da^s der Latex mit einem Burehsati YQn 3, bi§ IQQ g/Minutf ? ein
Jiänge des Bphrumfanges dui?gh den
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ORIGINAL INSPECTED
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6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass die Behandlung mit einem bezüglich des Feuchtigkeitsgehaltes konditionierten Inertgas durchgeführt wird.
7. - .Verfahren nach Anspruch 1. bis 6,, dadurch gekennzeichnet,
dass eine nicht umgesetzte.monomere Bestandteile enthaltende
.Emulsion behandelt, wird, die beim. Pplymerisie.ren der kautschukoder
harzbildenden Monomerenerhalten worden ist.
09828/0977 ORIGINAL INSPECTED
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Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| JP11302970A JPS546269B1 (de) | 1970-12-18 | 1970-12-18 |
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|---|---|
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| DE2162860B2 DE2162860B2 (de) | 1979-05-03 |
Family
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Family Applications (1)
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| DE19712162860 Withdrawn DE2162860B2 (de) | 1970-12-18 | 1971-12-17 | Verfahren zur Entfernung von nicht umgesetzten monomeren Bestandteilen und gegebenenfalls Lösungsmittelanteilen aus einem Polymerlatex |
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- 1971-12-17 DE DE19712162860 patent/DE2162860B2/de not_active Withdrawn
- 1971-12-17 CA CA130,394A patent/CA957799A/en not_active Expired
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| IT945525B (it) | 1973-05-10 |
| DE2162860B2 (de) | 1979-05-03 |
| CA957799A (en) | 1974-11-12 |
| FR2118759A5 (en) | 1972-07-28 |
| JPS546269B1 (de) | 1979-03-27 |
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