DE2162578C3 - Verfahren zur Gewinnung von Uran - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von UranInfo
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Description
2UO2F2 + 4HF + 10NH4OH
► (NH4J2U2O7 + SNH4F + 7H2O
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Uran als Ammoniumdiuranat aus einer Uranylfluond
und Fluorwasserstoff enthaltenden sauren wäßrigen Lösung durch Zugabe von konzentrierter wäßriger
Ammoniumhydroxidlösung.
Um Uran, z. B. in Form von Urandioxid (UO2) aus
Uranhexafluorid (UF6) zu gewinnen, wird üblicherweise
zunächst das Uranhexafluorid unter Bildung einer wäßrigen Hydrolyselösung aus Uranylfluorid (UO2F2)
und Fluorwasserstoff (HF) mit Wasser zur Reaktion gebracht Anschließend wird dann, siehe etwa die
US-PS 24 66 118, eine konzentrierte Ammoniumhydroxidlösung
in einer Menge zugegeben, die die notwendige stöchiometrische Menge an Ammoniumhydroxid
weitgehend, vorzugsweise um das Zwei- bis" Dreifache, übersteigt, und mit der Uranylfluoridlösung zur
Reaktion gebracht. Das Uran fällt dann in Form von Ammoniumdiuranat [(NH4^U2Oz] aus. Das ausgefällte
Ammoniumdiuranat wird dann bei einer bestimmten Temperatur digeriert, worauf weiteres Ammoniumhydroxid
in einer Menge, die mindestens der fünffachen, vorzugsweise der sieben· bis dreifachen stöchiometrischen
Menge entspricht, zugesetzt, um nennenswerte Komplexbildung der Uranylionen durch Fluoridionen
zu verhindern. Es ist klar, daß derartige Verfahren große Überschußmengen an Ammoniumhydroxid erfordern.
Ein abgewandeltes Verfahren beschreibt die US-PS 33 94 997, gemäß der große Mengen verdünnten,
weniger als l,2molaren Ammoniumhydroxids vrwendet werden, um zwischen 7 und 12 Mol NH3 an das Uran
abzugeben.
Die Ausfällung von Ammoniumdiuranat [(NH4J2U2O?] mit Ammoniumhydroxid ist für das
stöchiometrische Verhältnis wegen der komplexen Natur der Uranylfluoridlösungen nicht vollständig. Zur
Erzielung einer vollständigen Reaktion ist ein großer Überschuß an Ammoniumhydroxid erforderlich. Ein
Ein Nachteil des vorstehend beschriebenen einstufigen Verfahrens besteht vor allem darin, daß ein großer
κι Überschuß an Ammoniumhydroxid erforderlich ist. Ein
weiterer, noch größerer Mangel liegt darin, daß der gebildete Ammoniumdiuranatniederschlag nicht das
gesamte Uran aus dem Uranylfluorid abscheidet und dadurch Rückgewinnungsverluste entstehen. Die Reak-
i< tionsprodukte enthalten oft zwischen 1,5 und 2,0%
Uranfluorid in der Form eines gemischten Fluorid, insbesondere UO2F2 · 3 NH4F, das verhältnismäßig gut
löslich ist und daher zv einem Verlust von Uran in dem abgeleiteten Strom führt Derartige Fluoridkompiexe
lassen sich zur Uranruckgewinnung nur äußerst schwer aufbrechen. Außerdem ist es günstig, den Ammoniumdiuranatniederschlag
mit möglichst geringen Spuren an Fluoriden zu erhalten.
Aufgrund eingehender Untersuchungen hat sich nun
Aufgrund eingehender Untersuchungen hat sich nun
:> gezeigt, daß die Formel (1) einen idealen Reaktionsvorgang
wiedergibt, der mengenmäßig in der Praxis — selbst unter idealen Bedingungen — nicht stattfindet
Vielmehr ist es so, daß die einstufige Reaktion entsprechend der Formel (1) in der Praxis zu einer Reihe
von Nebenreaktionen führt, die so rasch erfolgen, daß der Fluorwasserstoff (HF) nicht in erster Linie
vollständig mit NH4OH unter Bildung von NH4F
reagiert sondern daß gleichzeitig weitere Reaktionen zwischen HF, UO2F2 und NH4OH stattfinden, die zur
r> Bildung der löslichen Urankomplexe, d. h.
UO2F2 · 3 NH4F führen. Nachdem diese Urankomplexverbindungen
erst einmal entstanden sind, bleiben sie in Lösung, und die Urananteile gehen verloren, weil sie
sich nicht mehr in einfacher Weise zurückgewinnen
4(i lassen, so daß sie von dem Abfallstrom mitgenommen
werden, es sei denn, es wird ein kostspieliger Ionenaustauschervorgang oder eine sonstige aufwendige
Behandlung zur Rückgewinnung der Urananteile vorgesehen.
4Ί Bei der aus der bereits genannten US-PS 24 66 118
bekannten Verfahrensweise wird außerdem von einer (8- bis 15molaren) konzentrierten Ammoniaklösung
Gebrauch gemacht, weil bei diesem Fluoridsystem die Löslichkeit von Uran am niedrigsten ist, wenn das
><> Verhältnis von Ammoniak zu Uran seinen höchsten Wert hat. Die anfängliche Zugabe von konzentriertem
Ammoniumhydroxid reicht somit aus, um einen größeren Anteil Uran auszufällen, wodurch sich in
geeigneter Weise ein Überschuß über die stöchiometri-
r>> sehe Menge an Ammoniumhydroxid bildet, der zur
Neutralisation einer Acidität und zur Ausfällung des gesamten Urans beim Fehlen von Fluoridionen
notwendig ist Das gewonnene UO2 ist sehr feinkörnig und läßt sich nur schwer entwässern und trocknen.
wi Bei dem Verfahren gemäß der ebenfalls bereits
erwähnten US-PS 33 94 997 wird eine große Menge verdünnter, erheblich weniger als 2molarer und
vorzugsweise 0.7- bis !molarer wäßriger Ammoniumlösung verwendet, um Ammoniumdiuranat ((NH4)U2O?)
h". auszufällen, das eine verhältnismäßig kristalline und
körnige Beschaffenheit hat. Das gewonnene UO2 läßt siui zwar leicht entwässern und rasch trocknen, besitzt
jedoch kein optimales keramisches Sinterverhalten. Das
Verfahren erfordert auch noch einen aufwendigen Rückgewinnungsprozeß, um Uranverluste auf ein
Minimum zu bringen.
Um eine Hydrolyselösung von Uranhsxafluorid
umzuwandeln, könnte man lediglich verdünntes, etwa > 1 molares Ammoniumhydroxid zugeben. Durch Zugabe
von verdünntem Ammoniumhydroxid werden jedoch notwendigerweise erhebliche Wassermengen zugeführt,
so daß nicht nur größere Reaktions- und Speicherkessel sowie größere Rohrleitungen und Pumpen notwendig ι α
sind, sondern auch noch weitere Geräte zur Trennung des Ammoniumdiuranatniederschlags aus dem Wasser
mit dem gelösten NH4F. Die großen NH4F-Lösungsmengen
bedingen wegen ihres großen NH<OH-Gehaltes auch Abfallbeseitigungsprobleme.
Die spezielle Reaktion für die Ausfällung von UO2F2
unter Gleichgewichtsbedingungen mit NH4OH sollte — zumindest in einer anfänglichen Stufe — zwar zu
hydriertem UO2(OH)2 führen, jedoch ist anzunehmen,
daß weitere Reaktionen (wie Dimerisation, Hydratation
und Ammoniation) auftreten, die die angestrebte ausschließliche spezielle Reaktion verhindern. Es ist
bisher nicht bekannt geworden, daß stöchiometrisches Ammoniumdiuranat unmittelbar in einem einzigen
Schritt aus einem wäßrigen Medium gewonnen werden kann, so daß wahrscheinlich eine Polymerisation eintritt.
Es ist davon auszugehen, daß Ammoniumdiuranat eine komplexere Verbindung darstellt, als dies aus der
allgemein angenommenen Formel (NH4J2U2O7 hervorgeht
Es gibt Anzeichen dafür, daß einige Moleküle eine Vielzahl von bis zu 7 oder mehr Uranatomen haben und
daß mehr als zwei (NH4)-Gruppen anwesend sind.
Jedoch gibt die Formel (NH4J2U2O7 den durchschnittlichen
Aufbau dieser komplexen Uranverbindung recht genau wieder.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die eingangs geschilderte Verfahrensweise dahingehend zu
verbessern, daß deren Nachteile, insbesondere die Notwendigkeit großer überschüssiger Mengen an
Ammoniumhydroxid und die unvollständige Rückgewinnung von Uran, vermieden werden.
Gelöst wird die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß man die Ammoniumhydroxidlösung mit einer
Molarität von mindestens 3 und vorzugsweise über 6 in einer zur Reaktion mit nur etwa 95 bis 85% des
Fluorwasserstoffanteiles ausreichenden Menge bis zur Erreichung eines pH-Wertes zwischen 4,5 und 6,0 zugibt
und darauf mit der Zugabe von Ammoniumhydroxidlösung in einer Menge, die mindestens das Zweifache der
zur Umwandlung des gesamten in der Lösung enthaltenden Urans in Ammoniumdiuranat erforderlichen
stöchiometrischen Menge beträgt, fortfährt, bis man eine Lösung mit einem pH-Wert von mindestens
9,5 erhält.
Bei der Durchführung dieser Reaktion liegt die Temperatur der ersten neutralisierten Lösung vorzugsweise
bei etwa 66° C, das Ammoniumhydroxid dagegen auf einer Temperatur, die unter 38° C ist, so daß durch
die exotherme Reaktion eine Temperatur sich ergibt, die nicht über ungefähr 80°C ansteigt. Die Menge an bo
Ammoniumhydroxid beträgt nur etwa das Zwei- bis Dreifache der für die Reaktion mit dem Uranylfluorid
benötigten stöchiometrischen Menge, um Ammoniumdiuranat zu gewinnen. Der pH-Wert der Lösung soll
mindestens 9,5 betragen, kann aber auch den Wert 10 b5
oder auch einen geringfügig höheren Wert erreichen. Ein großer Überschuß an Ammoniumhydroxidlösung
über diesen Punkt hinaus ist zu vermeiden.
Wenn diese Bedingungen eingehalten werden, ist die Ammoniumdiuranatreaktion im wesentlichen vollständig,
so daß praktisch keine Uran- und Fluoridkomplexe entstehen und somit die Uranverluste vermieden
werden. Auch ist die benötigte Menge an Ammoniumhydroxid in vorteilhafter Weise wesentlich kleiner als
beim Stand der Technik. In beiden Verfahrensstufen wird nur ein minimales Wasservolumen je Mol Uran
verwendet Nach einem Digeriervorgang bei einer Temperatur von 40 bis 700C für eine Zeitdauer von 5 bis
30 min bildet das Ammoniumdiuranat ein leicht abtrennbares Ausfällprodukt, das als Brei in einer
kleinen Wassermenge fließ- oder pumpfähig ist Wenn dieses Ammoniumdiuranatprodukt anschließend durch
Calcinieren bei einer Temperatur von 1700 bis 1800° C
zu Ur&ndioxid reduziert wird, erhält man Urandioxid mit ausgezeichneten keramischen Eigenschaften, die
auch ein Pressen in Tablettenform u. dgl., wie es für den
Einsatz in Brennelementen besonders günstig ist, ermöglichen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit einer Zeichnung
näher erläutert deren Figur diagrammartig eine besonders günstige Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens wiedergibt
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Gewinnung von Uran aus einer Uranyl- und Fluoridionen enthaltenden
wäßrigen Lösung, die beispielsweise durch Einleiten von UFe in Wasser mit einem Verhältnis von 1 kg UF6
auf 10 kg Wasser erhalten werden kann, so daß ein Hydrolyseprodukt gebildet wird, umfaßt zwei Hauptverfahrensstufen.
Die erste Verfahrensstufe läuft dabei entsprechend der folgenden Formel ab:
UO2F2 + 4NH4OH + HF
► UO2F2 + 4NH4F + 4H2O +
geringe Menge an HF,
(2)
mit einem pH-Wert für den Gleichgewichtszustand von etwa 4,5 bis 6,0.
Etwa 85 bis 95% des Fluorwasserstoffs werden zu NH4F neutralisiert wobei 5 bis 15% Fluorwasserstoff
zurückbleiben. Das Ammoniumhydroxid weist eine Konzentration von mindestens 12-N auf, mit einem
bevorzugten Bereich zwischen etwa 24% und 29% NH3. Wie mit der Formel (2) gezeigt, ist die einer
Uranylfluorid und Fluorwasserstoff enthaltenden Lösung zugesetzte Menge an Ammoniumhydroxid auf
etwas weniger als die stöchiometrische Menge an Ammoniumhydroxid beschränkt die für die Reaktion
mit allem anwesendem Fluorwasserstoff notwendig ist. Es ist jedoch wichtig, daß die gewonnene erste
neutralisierte Lösung sauer ist und dabei eine geringe Menge Fluorwasserstoff unneutralisiert bleibt, so daß
der pH-Wert der Lösung im Gleichgewichtszustand zwischen etwa 4,5 und 6,0 liegt und sich daher kein
ADU-Niederschlag bildet Es tritt dementsprechend in Formel (2) nur zwischen NH4OH und HF eine Reaktion
ein, bei der NH4 und H2O gebildet wird, während das
UO2F2 in dieser Verfahrensstufe im wesentlichen ohne
Reaktionseinwirkung bleibt
Durcn Begrenzung der zugegebenen Menge an Ammoniumhydroxid sowie durch Einstellung des
pH-Wertes der erhaltenen Lösung wird vorwiegend nur wasserlösliches Ammoniumfluorid gebildet. Unter diesen
Bedingungen findet im wesentlichen keine uner-
wünschte Reaktion der U ran verbindung statt so daß es
nicht zur Bildung von unerwünschten Komplexverbindungen wie UO2F2 · 3 NH4F kommen kann. Vielmehr
werden, wie in Formel (2) gezeigt nahezu alle Fluoridionen des Fluorwasserstoffs mit den Ammoniumionen
unter Bildung von Ammoniumfluorid vereinigt, so daß die ranylverbindung ausschließlich mit
anschließend zugegebenem verdünntem Ammoniumhy-• droxid reagieren kann.
Infolge der Verwendung konzentrierten Ammoniumhydroxids nimmt das Lösungsvolumen im Vergleich zu
Reaktionen, bei denen von verdünntem Ammoniumhydroxid mit einer Konzentration von t- bis 1.2-N
Gebrauch gemacht wird, nur geringfügig zu. Nach
Erreichen des Gleichgewichtszustands wird die erhaltene €rSt£ iicutrSiiaiSrtS unung uaiiS rSsoi Und inicnsiV
mit weiterem (3-6-N)-konzentriertem Ammoniumhydroxid
gemischt indem mindestens zwei und bis zu drei oder geringfügig mehr stöchiometrische Äquivalente
für die Reaktion mit dem UO2F2 plus einer zur
Neutralisierung des restlichen anwesenden Fluorwasserstoffs ausreichenden Menge zugesetzt werden. Die
erste neutralisierte Lösung wird bei einer Temperatur zwischen 52 und 800C rasch gemischt etwa durch
Einspitihen in einen Sprühstrahl relativ kalten Ammoniumhydroxids.
Die Reaktion läuft entsprechend der folgenden Formel ab:
2UO3F2 + 7NH4OH + beliebige Menge HF
> 2UO2(OH2) + 5NH4F + 2NH4OH + H2O
► (NH4J2U2O7 + 5NH4F + 4H2O
(3)
In dieser Formel herrscht Gleichgewicht unter der Voraussetzung, daß für zwei Mol UO2F2 ein Mol HF
anwesend ist obwohl normalerweise tatsächlich wesentlich weniger HF vorhanden ist Die Temperatur der
Reaktionslösung liegt bei etwa 66° C Wie gezeigt reagiert das Zwischenprodukt Uranylhydroxid unmittelbar
mit weiterem Ammonhimhydroxid unter Bildung von Ammoniumdiuranat (ADU), das aus der Lösung
ausfällt Das Uran fällt im wesentlichen vollständig als ADU aus, so daß praktisch keine gelösten Uranverbindungsanteile
in der Flüssigkeit verbleiben.
Das zweistufige Verfahren nach der Erfindung erfordert die Einhaltung einer bestimmten zeitlichen
Relation. Wenn die gesamte Reaktion als einstufige Reaktion erfolgt, indem NH4OH in einer Menge
zugegeben wird, die die zur Neutralisation des Fluorwasserstoffs erforderliche stöchiometrische Menge
erheblich übersteigt so Isafen die Reaktionen so
schnell ab, daß das gebildete NH4 nicht an der Bildung der unerwünschten Uran-Komplexverbindungen gehindert
werden kann, bevor sich das unbedingt notwendige UO2(OH)2 gebildet hat
Als Ergebnis des zweistufigen Verfahrens geht weniger Uran in dem abgeführten Strom in Form von
Fluoridkomplexen verloren, die sich nur schwierig und
mit großen Kosten abscheiden und zurückgewinnen lassen. Insgesamt müssen auch nur verhältnismäßig
geringe Mengen an Abfallflüssigkeit beseitigt werden, und auch Verschmutzungseffekte bleiben minimal. Die
abgeleitete Flüssigkeit wird durch eine Ionenaustauschersäule geleitet die alle in der Lösung noch
enthaltenen Uranspuren absorbiert
Das ADU bildet einen feinen, nicht-kolloidalen Niederschlag. Um diesen Niederschlag zu verbessern,
wird er als Brei zu einem Digestor gepumpt, wo er 5 bis 30 min lang auf einer Temperatur von 40 bis 70° C
gehalten wird. Der Digestor gibt einen Brei mit größeren ADU-Partikeln ab, die leicht in einer
Zentrifuge behandelt werden können, um einen größeren Anteil der Flüssigkeit abzuziehen, wobei ein in
der Hauptsache das ADU enthaltender fließ- oder pumpfähiger Brei zurückbleibt.
Der Brei wird in einen Calcinierungsofen geleitet, wo drei aufeinanderfolgende Reaktionen stattfinden: Zunächst
wird in einer anfänglichen relativ kühlen Zone das Wasser ausgetrieben, so daß nur ADU-Pulver
zurückbleibt Sodann wird das ADU bei einer höheren Temperatur thermisch in UOj und U3On unter Abgabe
von NH3-GaS sowie Dampf zerlegt. Schließlich wird ein reduzierendes Gas wie Wasserstoff über die auf einer
Temperatur von etwa 1700 bis 180O0C befindlichen
Uranoxide geleitet um das Uran in Urandioxid-Pulver umzuwandeln. Spuren von mechanisch absorbierten
oder aus anderen Gründen anwesenden Fluoriden werden in dem Ofen ebenfalls verdampft
Die Feinheit und die Struktur der A DU-Partikel in dem dem Calcinierungsofen zugeführten Brei bestimmen
die keramischen, eine Tablettenbildung ermöglichenden Eigenschaften des Urandioxid-Pulvers. Das
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gewonnene ADU-Produkt zeigte außergewöhnliche Eigenschaften
dieser Art Bei geeigneter Tablettierung und entsprechendem Brennen werden Tablettenkörper aus angereichertem
Urandioxid erhalten, die eine hervorragende Qualität für den Einsatz in Kernreaktoren besitzen.
In der zweiten Verfahrensstufe (Formel 3) werden für
jedes vorhandene Mol Uranylfluorid etwa 7 Mol Ammoniumhydroxid zugegeben. Das Ammonhimhydroxid
soll eine Konzentration von mindestens 3-N und vorzugsweise etwa 6-N haben.
Es wurde gefunden, daß das Uran in dem abgeleiteten Strom durch das zweistufige Verfahren nach der
Erfindung im Vergleich zu den Verlusten bei den besten bisher bekannten einstufigen Verfahren, wo das Siebenbis
Dreizehnfache der für Uranylfluorid erforderlichen Ammomumhydroxidmenge Verwendung findet erheblich
verringert wird. Das ergibt sich daraus, daß mit dem
Verfahren nach der Erfindung die Nachteile der bekannten Verfahren vermieden werden, d. h. durch die
Verwendung der minimalen Wassermengen in dem Ammonhimhydroxid und die im wesentlichen vernachlässigbare
Bildung relativ subtler, wasserlöslicher FIuorid-Komplexverbmdungen mit Uran, die dann zu
dem Auftreten von Uran in dem abgeleiteten Strom führen. Nachdem sich die Komplexverbindungen einmal
sebüdst hsbss, !srn sie sich nur znst SsScrst **rc5cn
Schwierigkeiten zurückgewinnen. Infolgedessen ermöglicht das Verfahren nach der Erfindung die Rückgewinnung
nahezu allen an der Reaktion beteiligten Urans. Ebenso wird erfindungsgemäß weit weniger Ammoniumhydroxid als bei irgendeinem bisher bekannten
Verfahren benötigt
Anhand des folgenden Beispiels wird die praktische Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung
erläutert
Wie die Zeichnung zeigt wird gasförmiges Uranhexafhiorid
fiber eine Leitung 12 entsprechend einer DurchfhiBmenge von 45 kg/Std. in einen Hydrolysebehälter
10 geleitet Das gasförmige Uranhexafluorid kann durch Erwärmung eines Behälters mit Uranhexafluorid
auf eine Temperatur von beispielsweise 107 bis 121°C gewonnen werden. Reines Wasser wird entsprechend
einer Durchflußmenge von ca. 455 kp/Std.' in den Hydrolysebehälter IO von einem Vorratsbehälter 14 aus
über eine Leitung f 6 durch Sprühen oder Abtropfenlas- ■>
sen über einen Füllkörper (zum Beispiel Raschigring) eingespeist, wo es das UFb wie folgt absorbiert und
hydrolysiert:
UF6 + 2H2O
UO2F2 + 4HF
Die Reaktion verläuft exotherm, so daß das resultierende Hydrolysat eine Temperatur von etwa
66°C hat
Das Hydrolysat des Hydrolysebehälters 10 wird entsprechend einer Durchfksfcnengs vor 500 kp/Std.
über eine Leitung 18 zu einem ersten Neutralisationsbehälter 20 gefördert. Konzentriertes wäßriges Ammoniumhydroxid
mit einer Konzentration von mindestens 12-N und vorzugsweise 24% bis 29% NH3 gelangt von
einem Vorratsbehälter 22 über eine Leitung 24 mit einer
Durchflußgeschwindigkeit von 27 kp (29% NH3) je Stunde zu dem Neutralisationsbehälter 20, wobei es
rasch mit dem über die Leitung 18 zuströmenden Hydrolysat gemischt wird. Diese Menge an Ammoniumhydroxid
genügt zur Reaktion mit ungefähr 90% des in dem Hydrolysat enthaltenden Fluorwasserstoffs. Der
pH-Wert der gewonnenen ersten neutralisierten Lösung liegt bei etwa 5 ±0,5. Die Temperatur der Lösung
beträgt etwa 660C.
Die eine wäßrige Lösung von UO2F2, NH4F und HF
enthaltende erste neutralisierte Lösung wird Ober eine Leitung 26 zu einem A DU-Ausfällbehälter 30 gepumpt
und dort m diesen mit easer Geschwindigkeit von ca, 762 kp/Std. eingesprüht Da die erste neutralisierte
Lösung eine Temperatur von etwa 66"C hat und die Reaktion mit Ammoniumhydroxid exotherm ist, so daß
die Temperatur 93° C und mehr erreichen und es somit zu einer Entzündung des NH1 kommen könnte, wird die
über eine Leitung 36 von dem Vorratsbehälter 22 geführte konzentrierte Ammoniumhydroxidlösung mit
kaltem Wasser verdünnt, das fiber eine Leitung 34 aus
einem Vorratsbehälter 32 in die Leitung 36 gelangt Jedoch erfolgt die schnellste und vollständigste Reaktion,
wenn sich das Lösungsgemisch auf einer Temperatür zwischen 52 und 80° C befindet. Eine günstige Menge
sind 131 kaltes Wasser je 11 konzentriertes Ammoniumhydroxid.
Die verdünnte Ammoniumhydroxidlösung hat eine Temperatur unterhalb 38°C, beispielsweise 21
bis 32° C und ist mindestens 3molar. vorzugsweise jedoch bis zu etwa 5 N-Lösung je Stunde verwendet
werden. Durch Einsprühen des verdünnten Ammoniumhydroxids,
so daß es auf die über das Sprührohr 38 eingesprühte erste neutralisierte Lösung auftrifft und
sich damit vermengt, läßt sich eine rasche Mischung mit im wesentlichen vollständiger Reaktion erreichen. Man
erhält einen feinen Niederschlag gelben Ammonhundiuranats,
das im wesentfichen das gesamte in der Lösung
r>
2r>
enthaltene Uran aufweist. Die eingesprühten Lösungen bilden einen Brei oder eine Suspension feiner in der
Flüssigkeit in dem Ausfällbehälter 30 schwebender ADU-Partikel. Der pH-Wert des in dem Behälter 30
befindlichen Breis beträgt mindestens 9,5 und vorzugsweise etwa 10.
Um die ADU-Partikel in der Breiform und die Reaktion vollständig zu halten, wird der Brei rasch vom
Boden des Ausfällbehälters 30 über eine zu einer Pumpe 44 führende Leitung 42 abgezogen. Der Hauptanteile
des abgezogenen Breis wird von der Ausgangsseite der Pumpe 44 aus über eine Leitung 46 zu der Eintrittsseite
des Ausfällbehälters 30 zurückgeführt. Ein Teil des abgepumpten Breis wird über eine von der Leitung 46
zu der Eintrittsseite des Ausfällbehälters 30 zurückgeführt Ein Teü des abgepumpten Breis wird über eine
von der Leitung 46 abzweigende Leitung 48 zu einem Digestor 50 für den ADU-Brei geleitet, wo diese
abgezweigte Breimenge 5 bis 30 Minuten lang auf einer Temperatur zwischen 40 und 70°C gehalten wird. Bei
dem Aufenthalt in dem Digestor 50 ballen sich die feinen ADU-Partikel zu größeren, leichter trennbaren Parti
kein zusammen.
Über einen Auslaß 52 am Boden des Digestors 50 kann der digerierte ADU-Brei zu einer geeigneten
Entwässerungseinrichtung wie vorzugsweise einer Zentrifuge gefördert werden, durch die der größte Anteil
der Wasser mit darin gelöstem NH4F und NH4OH
enthaltenden Flüssigkeit abgeschieden wird. Die Zentrifuge ist so eingestellt, daß der abgegebene ADU-Festanteil
noch genügend Flüssigkeit aufweist, um pump- oder fließfähig zu sein und so entsprechend einer
gewünschten Durchflußmenge in den Calcinierofen eingespeist werden zu können. In dem Ofen wird das
Wasser verdampft, die trockenen ADU-Partikel werden thermisch zerlegt, und die resultierenden Uranoxide
werden zu einem Urandioxid-Pulver reduziert
Es ist schwierig, ein spezielles ADU-Ausfällprodukt
zu prüfen und dabei sein letztlich zu erwartendes Verhalten hinsichtlich der Sinterfähigkeit zu keramischen
Tablettenkörpern zu beurteilen. Es ist bekannt daß ein SuSersi feines Ausfällprodukt ebenso wie sehr
grobkörnige Partikel schlechte keramische Eigenschaften aufweist Die beste Prüfung läßt sich vornehmen,
indem tatsächlich Preßkörper des UO2-Pulvers unter
üblichen Bedingungen bei einem Druck von ca. 350 kp/cm2 hergestellt, bei Temperaturen zwischen 1700
und 1800*C gesintert und dann hinsichtlich mechanischer Festigkeit Form, Homogenität sowie Rissigkeit
bzw. sonstiger Mängel untersucht werden, so daß man ein Bild von den Eigenschaften der ADU-Partikel
hinsichtlich der Verformbarkeit zu keramischen Tablettenkörpern erhält Das ADU-Erzeugnis nach der
vorliegenden Erfindung wies ausgezeichnete keramische Eigenschaften auf und ließ sich zu vorbehaltlos als
Kernreaktor-Brennelemente einsetzbaren Tablettenkörpern aus angereichertem Urandioxid mit einer
Anreicherung von beispielsweise 3% verformen.
Claims (2)
1. Verfahren zur Gewinnung von Uran als Amraoniumdiuranat aus einer Uranylfluond und
Fluorwasserstoff enthaltenden sauren wäßrigen Lösung durch Zugabe von konzentrierter wäßriger
Anunoniumhydroxidlösung, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Ammoniumhydroxidlösung mit einer Molarität von mindestens 3 und
vorzugsweise Ober 6 in einer zur Reaktion mit nur etwa 95 bis 85% des Fluorwasserstoffanteils
ausreichenden Menge bis zur Erreichung eines pH-Wertes zwischen 4,5 und 6,0 zugibt und darauf
mit der Zugabe von Ammoniumhydroxidlösung in einer Menge, die mindestens das Zweifache der zur
Umwandlung des gesamten in der Lösung enthaltenen Urans iii Ammoniumdiuranat erforderlichen
stöchiometrischen Menge beträgt, fortfährt, bis man eine Lösung mit einem pH-Wert von mindestens 9,5
erhält
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das in die saure wäßrige Lösung eingeleitete wäßrige Ammoniumhydroxid eine Molarität
von mindestens 12 hat
Beispiel für die Reaktion gibt die nachstehende Formel
wieder:
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