DE2154831B2 - Vorrichtung zum Abstützen des Moderatoraufbaus eines Kernreaktors - Google Patents
Vorrichtung zum Abstützen des Moderatoraufbaus eines KernreaktorsInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Abstützen des Moderatoraufbaus in einem Reaktordruckgefäß
eines gasgekühlten, graphitmoderierten Kernreaktors mit vertikalen, nebeneinander angeordneten,
aus Blöcken gebildeten Säulen, die auf einer aus Elementen errichteten Tragplatte ruhen, deren Elemente
durch mindestens ein Stützrohr am Boden des Reaktordruckgefäßes abgestützt sind, wobei die Stützrohre
den Boden des Reaktordruckgefäßes durchdringen und am austretenden Ende mit mindestens einem
die Strahlung abschirmenden und das Kühlgas abdichtenden Stopfen versehen sind.
Es sind Einrichtungen zur Abstützung des Moderatoraufbaus von durch Druckgas gekühlten Kernreaktoren
bekannt, bei denen einzelne oder mehrere, aus Blöcken bestehende vertikale Moderatorsäulen auf aus Formelementen
bestehenden Grundplatten mittels Pfeilern am Boden des Reaktordnickgefäßes abgestützt werden.
Wegen der Wärmeeinwirkung, die zwischen Betrieb und Stillstand auftritt, muß durch Zentrier- und
Justiereinrichtungen sowie mittels Wärmeisolation dafür gesorgt werden, daß die einzelnen Grundplatten
die Gitterstruktur des Moderatoraufbaus nahezu
ίο während jedem Betriebszustand einhalten (DE-AS
1177 751).
Dabei wird die Stützkonstruktion für die gesamte Lebensdauer des Reaktors ausgelegt, und außerdem
muß die Erhaltung der Gitterstruktur unabhängig von den Verformungen der eigentlichen Pfeiler gemacht
werden. Dies bedeutet einerseits eine Überdimensionierung der Stützkonstruktion und andererseits einen
unverhältnismäßig anschwellenden Aufwand, um eine technische Lösung durchzuführen. Dies liegt darin
begründet, daß diese Stützkonstruktionen im Schadensfall nur nach Ausbau des gesamten Moderatoraufbaus
reparabel sind, obwohl die Beanspruchung derselben, durch das zu- und abströmende Kühlgas und die sich
daraus ergebenden Vibrationen, zu Schäden geführt hat Es ist weiterhin eine Tragvorrichtung bekanntgeworden,
bei welcher jeder Tragzylindtr als Kühlkanal
ausgebildet ist und die oberen und unteren Enden jedes Tragzylinders sphärische Auflagefläche!! aufweisen,
wobei diese sphärischen Aufiageflächen sich kugelgelenkartig aufeinander abstützen (DE-AS 11 22 641).
Bei dieser bekannten Anordnung ist eine Demontage eines defekten Rohres nicht möglich, ohne daß der
Reaktor-Core ausgebaut wird. Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die vorangeführten Nachteile
zu vermeiden und eine Stützkonstruktion zu schaffen, die eine im Kemreaktorbau ausreichende Sicherheit bei
geringem technischem Aufwand bietet und bei welcher ein Ausbau eines defekten Stützrohres ohne Demontage
des Reaktor-Cores von außen möglich ist
Diese Aufgabe wird bei der eingangs genannten Vorrichtung erfinungsgemäß dadurch gelöst, daß sich
das Stützrohr in an sich bekannter Weise in einem Mantelrohr befindet und zwischen dem Stützrohr und
dem Mantelrohr ein Ringraum vorgesehen ist, daß das Stützrohr im Mantelrohr mittels eines Riegelverschlußes
befestigt ist, daß in dem Ringraum ein in der Achsrichtung des Stützrohres verschiebbares Hilfsrohr
untergebracht is·, das während des Betriebes des Reaktors am Riegelverschluß und während Stillstand
des Reaktors über eine Klinkeneinrichtung am Mantelrohr abgestützt ist, und daß die Verschiebelänge des
Hilfsrohres so bemessen ist, daß das Stützrohr vom Moderatorsäulengewicht während der Verklinkung
mindestens teilweise entlastet ist
Die Vorteile der Erfindung sind durch die Austauschbarkeit der Stützkonstruktion ohne vorherige Demontage
der Cores an sich gegeben, wobei der Aufwand durch die Verwendung einfacher Teile auf ein Minimum
begrenzt ist.
Wegen der hohen Aktivität des Moderatoraufbaus ist durch den Wegfall der Gefahr beim Austausch der
Stützkonstruktion ein weiterer Vorteil gegeben, der der Sicherheit von Kernreaktoranlagen dient. Ferner
werden gegenüber den bisherigen Methoden teuere Stillstandszeiten für Reparaturen wesentlich verkürzt,
wobei auch ein abgeschirmter Lagerraum für die Bausteine und Brennelemente des Reaktorkernes
während der Reparatur eingespart werden kann.
Darüber hinaus sind die Dekontaminationsarbeiten während des Austausches der Stützkonstruktion auf ein
geringes Ausmaß beschränkt
Ein anderer Vorteil des Erfindungsgegenstandes ist darin zu sehen, daß die verfügbaren Werkstoffe für die
Reaktorkernabstützung einfacher ausgewählt werden
können, daß diese nach Bedarf austauschbar sind. Insbesondere bei den angestrebten höheren Temperaturen
für Kernreaktoren, die den Gesamtwirkungsgrad der Anlagen verbessern, wird dieses Merkmal wichtig,
da die Materialauswahl mit entsprechenden Langzeitwarmfestigkeiten
immer schwieriger wird, wodurch die Standzeit weiter verkürzt wird, so daß die Vorteile der
erfindungsgemäßen Ausbildung immer mehr zum Tragen kommen.
Die Erfindung wird anhand einer Zeichnung eines Ausführungsbeispiels näher beschrieben. Es zeigt
F i g. 1 einen Schnitt durch die Abstützvorrichtung während des Betriebes des Reaktors,
F i g. 2 einen Schnitt derselben während Stillstand des Reaktors.
In F i g. 1 ist ein Ausschnitt des Reaktordruckgefäßes 1 angedeutet, dessen Boden 2 von dem Mantelrohr 3
durchdrungen wird. An der dem Reaktorkern zugekehrten Seite ist ein sog. Liner 4 vorgesehen, der den Beton
des Reaktordruckgefäßes 1 gegen direkte Wärmeeinwirkung schützt und die Dichthaut bildet Im Mantelrohr
3 ist ein Riegelverschluß 5 befestigt, wobei beispielsweise Kugeln 6 zur Verklemmung des Riegelverschlusses
mit dem Mantelrohr herangezogen werden. Der Riegelverschluß 5 ist mit einer Säule 7 fest
verbunden, die in das eigentliche Stützrohr 8 übergeht. Das Stützrohr 8 bildet den Support für die Tragplatte 9
bzw. für deren Elemente 9', auf der die einzelnen Moderatorblöcke 10 des Reaktorkerns ruhen.
Zwischen Mantelrohr 3 und Säule 7 bzw. Stützrohr 8 ist ein Ringraum ti ausgebildet in den das Hilfsrohr 12
eingesetzt ist Dieses Hilfsrohr 12 steht im Betriebszustand des Reaktors, wie in Fig. 1 gezeigt ist mit dem
Bund 13 am Riegelverschluß 5 auf und reicht in seiner Länge durch die Wandung des Reaktordruckgefäßes 1
und den Liner 4 hindurch.
Der Ringraum 11 weist eine Verengung auf, die mit
einer Klinkeneinrichtung 14 gekoppelt ist, in die der Bund 13 des Hilfsrohres 12 einrasten kann. Dadurch
kann das Hilfsrohr 12 am Mantelrohr 3 abgestützt werden. Der Riegelverschluß 5 weist an einer Stelle
mindestens eine Bohrung 15 auf, die durch den Bund 13 des Hilfsrohres 12 in Ruhestellung mindestens teilweise
verschlossen wird.
Am äuQeren Ende ües Mantelrohres ist ein Stopfen 16
zur Abdichtung und Abschirmung des Kühlgases eingesetzt Der Stopfen 16 wird vorzugsweise zweiteilig
ausgeführt und zwar so, daß bei Bruch des einen der andere noch genügende Sicherheit gegen Strahlungsaustritt
und Kühlgasverlust bietet
In F i g. 2 ist die Ausführungsform mit dem gleichen
Aufbau dargestellt wobei für gleiche Teile einander entsprechende Bezugsziffern gewählt wurden. Der
Unterschied der beiden Figuren ist darin zu sehen, daß in F i g. 2 das Hilfsrohr 12 angehoben dargestellt ist und
die Tragplatte 9 bzw. eines der Elemente 9' abstützt
ίο Zu diesem Zweck wird nach Stillegung des Reaktors
der Stopfen 16 entfernt und durch die Bohrung 15 eine Stange 17 eingeführt, die den Bund 13 des Hilfsrohres 12
berührt Durch eine nicht dargestellte Preßeinrichtung wird dann die Stange 17 angehoben, bis der Bund 13 des
Hilfsrohres 12 in die Klinkvorrichtung 14 einrastet Gleichzeitig mit dem Einrasten wird das Stützrohr 8
bzw. die Säule 7 entlastet so daß die Säule 7 und das Stützrohr 8 zusammen mit dem Riegelverschluß 5, nach
Lösen desselben, abgesenkt werden kann.
Nach Kontrolle oder Erneuerun& ier Säule 7 bzw. des
Stützrohres 8 kann die Abstützung du.ch Umkehr des beschriebenen Vorgangs wieder eingesetzt werden.
Die Hebeeinrichtung muß nicht unbedingt mechanischer Natur sein, sondern kann in einfacher Weise durch
eine hydraulik oder Pneumatik ersetzt werden. Dabei ist anstatt eines Bundes 13 ein Ringkolben vorzusehen
und die Bohrung 15 mit einer Druckmittelzuleitung zu verbinden. Nach Arretierung des Hilfsrohres 12 durch
die Klinkeneinrichtung 14 wird der Druck wieder abgesenkt und der Austausch kann in der beschriebenen
Art erfolgen.
Eine andere Ausführungsmöglichkeit ist im Ersatz der Stange 17 durch einen rohrförmigen Stößel zu sehen.
Dabei muß allerdings anstatt der Klinkenvorrichtung eine Unterstützung für die Montage des Riegelverschlußes
5 vorgesehen werden, die in einfacher Weise am Betondruckgefäß 1 angelegt werden kann. Der Rohrstößel
wird nach Lösen der Verriegelung, wobei die Klemmkörper in Ausnehmungen zurückgleiten, durch
den Spalt zwischen Mantelrohr 3 und Riegelverschluß 5 hindurchgeführt und an das Hilfsrohr 12 angelegt. Die
Befestigung des Rohrstößels in der Hubstellung kann in einfacher Weise am Flansch des Mantelrohres 3
erfolgen. Nach Lösen der Unterstützung kann der Riegelverschluß 5 zusammen mit dem Stützrohr wieder
entfernt und einer Untersuchung zugeführt werden.
Ein zusätzlicher Vorteil der Erfindung ergibt sich durch die teilweise Verschiebung des Hilfsrohres 12
während des Betriebes mittels einer in einfacher Weise einzusetzenden Einrichtung, da die Vibrationsneigung
der Abstützung beeinflußt werden kann. Dabei könnten nur einzelne durch den Betrieb gefährdete Stützrohre
berücksichtigt werden.
Claims (4)
1. Vorrichtung zum Abstützen des Moderatoraufbaus in einem Reaktordruckgefäß eines gasgekühlten,
graphitmoderierten Kernreaktors mit vertikalen, nebeneinander angeordneten, aus Blöcken
gebildeten Säulen, die auf einer aus Elementen errichteten Tragplatte ruhen, deren Elemente durch
mindestens ein Stützrohr am Boden des Reaktordruckgefäßes abgestützt sind, wobei die Stützrohre
den Boden des Reaktordruckgefäßes durchdringen und am austretenden Ende mit mindestens einem die
Strahlung abschirmenden und das Kühlgas abdichtenden Stopfen versehen sind, dadurch gekennzeichnet,
daß sich das Stützrohr (8) in an sich bekannter Weise in einem Mantelrohr (3) befindet und zwischen dem Stützrohr (8) und dem
Mantelrohr (3) ein Ringraum (11) vorgesehen ist, daß
das Stützrohr (8) im Mantelrohr (3) mittels eines Riegelversshlußes (5, 6) befestigt ist, daß in dem
Ringraum (11) ein in der Achsrichtung des Stützrohres (8) verschiebbares Hilfsrohr (12) untergebracht
ist, das während des Betriebes des Reaktors am Riegelverschluß (5, 6) und während
Stillstand des Reaktors über eine Klinkeneinrichtung (14) am Mantelrohr (3) abgestützt ist, und daß
die Verschiebelänge des Hilfsrohres (12) so bemessen ist, daß das Stützrohr (8) vom Moderatorsäulengewicht
während der Verklinkung mindestens teilweise unbelastet ist
Z Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Riegslversc' Juß (5) mindestens eine
Bohrung (15) vorgesehen ist, durch die eine Stange (17) geführt ist, die das Hilfsrcir (12) am Bund (13)
berührt
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsrohr (12) mit einem Ringkolben
ausgerüstet ist, der im Ringraum (11) dichtend angeordnet ist und der Riegelverschluß (5) eine
Bohrung aufweist, die mit einer Druckmittelleitung verbunden ist
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen Riegelverschluß (5) und Mantelrohr (3) ein Spalt vorgesehen ist, in den ein
Rohrstößel einsetzbar ist, der den Bund (13) des Hilfsrohres (12) berührt, und daß die Klinkeneinrichtung
durch eine Montage-Unterstützung des Riegelverschlusses (5) am Betondruckgefäß ersetzt ist,
wobei der Rohrstößel am Flansch des Mantelrohres (3) befestigt ist
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