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Schüttgutschiff mit einer Entladeeinrichtung Die Erfindung bezieht
sich auf ein Schüttgutschiff mit einer Entladeeinrichtung, die wenigstens einen
Längsförderer zur aufnahme des aus den Laderäumen entnommenen Gutes und eine anschließende
Austrageeinrichtung aufweist.
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Bisher hat man bei solchen Schiffen das Schüttgut aus den Laderäumen
nach unten abgezogene Zu diesem Zweck haben die Böden von hintereinander angeordneten
Laderäumen Rutschflächen und an deren unteren Rändern Austrittsöffnungen mit Abzugsbändern
oder Rinnen, und unterhalb von diesen verläuft ein Längsförderer dicht über dem
Schiffsbodene Um das abgezogene Gut nach oben zu fördern, wurde der Längsförderer
über die letzte Austrittsöffnung hinaus verlängert und dabei schräg nach oben bis
über das Deck geführt. Es wurde auch erwogen, zum Hochfördern des Gutes von dem
Längsförderer eine Steilförderanlage zu verwenden doch gibt es für eine solche bisher
keine technisch befriedigende Lösung.
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Die bisherige Bauart ist in mehrfacher Hinsicht nachteilig:
1)Die Rutschflächen
der Laderaum-Böden müssen verhältnismäßig steil sain, um das vollständige Abrutschen
des Gutes zu gewährleisten. Damit durch diese Rutsehflächen der Inhalt der Laderaum
nicht zu stark geschmälert wird, muß die Breite der Laderäume beschränkt werden,
so daß man eine entsprechende Zahl von Laderäumen nebeneinander anordnen muß und
ebenso viele Längsförderer mit den zugehörigen Gutbergabe-Einrichtunen benötigt,
was einen kostspieligen Aufwand darstellt, 2) Ein beträchtlicher unterer Teil des
SchiffsrumpEes kann nicht als Laderaum ausgenutzt werden.
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3) Das Hochfördern des Gutes mittels einer schräg nach oben bis über
das Deck geführten Verlängerung des Längsförderers beansprucht viel Raum und ist
besonders ungünstig, wenn der Förderer durch den Maschinenraum oder durch die Laderäume
im Bug des Schiffes hindurchgeführt wird.
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Diese Nachteile treten in erhöhtem Ausmaß auf, wenn derartige Entladeeinrichtungen,
die bisher für Schiffe bis etwa 50 OC0 tdw gebaut worden sind, für erheblich größere
Schiffe
verwendet werden sollen, die nach der Tendenz die drei- oder mehrfache Ladefähigkeit
haben0 Demgegenüber liegt der erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Schüttgutschiff
der genannten Art so zu gestalten, daß auch bei sehr großer Ladefähigkeit die genannten
Nachteile vermieden werden0 Das wird in erster Linie dadurch erreicht, daß der bzw.
jeder Längsförderer nahe unterhalb des Schiffsdeckes unter Aufgabetrichtern verläuft.
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Hierdurch wird der Fortschritt erzielt, daß für die Unterbringung
der Längsförderer solche Räume des Schiffes ausgenutzt werden, die bei Schüttgutschiffen
nicht zur Aufnahme von Ladung benötigt werden. Ferner wird der Schiffsrumpf besser
für die Ladung ausgenutzt, ;da die eben ausgeführten Laderaumböden weit nach unten
bis dicht über den Scciffsboden verlegt werden können.
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Das Entleeren der Laderäume erfolgt zweckmäßig mittels eines auf dem
Schiffsdeck verfahrbaren Bockkranes unter Anwendung von Greifern, die das durch
die Deck-Luken entnommene Gut in die Aufgabetrichter abgeben. Die ebenen Böden der
Laderäume ermöglichen das Säubern von allhaftenden Schüttgut-Resten mit Hilfe von
fahrbaren Schürfgeräten.
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Da die Längsförderer nahe unterhalb des Schiffsdeckes angeordnet sind,
bereitet es keine Schwierigkeit, das Gut von dem Längsförderer auf die Austrageeinrichtung
zu überführen, auch wenn sich diese über Deck befinden.
Dabei sind
die Längsförderer durch das Schiffsdeck gut geschützt.
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Zweckmäßig sind bei einem Schüttgutschiff nach der Erfindung die Aufgabetrichter
neben den im Schiffsdeck befindlichen Ladeluken so angeordnet, daß ihre oberen Ränder
etwa die gleiche-Höhe haben wie die Ränder der Ladeluken0 Das bringt den Vorteil,
daß die Greifer nur kleine Wege zurückzulegen brauchen Auch kann derB ockkran mit
geringer lichter Höhe und damit verhältnisinäßig leicht ausgeführt werdeno Beispielsweise
verläuft der Längsförderer nahe bei einer Schiffswand bzw. verlaufen zwei Längsförderer
nahe bei den Schiffswänden0 Das ergibt eine besonders günstige Ausnutzung des Schiffsraumes
für die Ladung.
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Es ist aber auch möglich, daß der Längsförderer zwischen zwei Reihen
von Ladeluken verläuft bzw. daß zwei oder mehr Längsförderer derart angeordnet sind0
Das kann insbesondere dann vorteilhaft sein, wenn zwei oder mehr Reihen von Bunker
etwa für Schüttgut verschiedener Beschaffenheit nebeneinander im Schiffsrumpf angeordnet
sind0 Dem Längs förderer oder gegebenenfalls den Längsförderern kann zur Weiterleitung
des Gutes an die Austrageeinrichtung ein Querförderer nachgeschaltet sein. ZOBO
ist dieser reversierbar und in seiner Längsrichtung verschiebbar derart, daß seine
beiden Abwurfendnn wechselweise durch Öffnungen in den Seitenwänden des Schiffes
hindurch nach außen treten können. Hierdurch wird es möglich, das Schiff wahlweise
nach Steuer bord oder nach Backbord hin
zu entladen, wobei ein Hochfördern
des Gutes hinter den Längsförderern entfällt. Wegen der Längsverschiebbarkeit des
Querförderers wird zweckmäßig ein Zwischenförderer zur Überleitung des Gutes von
dem bzw. jedem Längsförderer etwa auf die Mitte des Querförderers vorgesehen.
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Wenn ein Längsförderer nahe unterhalb des Schiffsdeckes und in der
Nähe einer Seitenwand des Schiffes verläuft, wird der Querförderer zweckmäßig so
angeordnet, daß sich sein Aufnahmeende nahe an derselben Schiffsnd und sein Abwurfende
nahe der anderen Seitenwand des Schiffes befindet. Hierdurch werden günstige Bedingungen
zum Hochfördern des Gutes über Deck geschaffen. So kann sich an das Abwurfende des
Querförderers ein im entgegengesetzten Sinn wie der bzw. die Längsförderer fördernder
Verbindungsförderer anschließen, der ansteigt und dessen Abwurfende oberhalb des
Schiffsdeckes liegt. Dabei kann sich an den Verbindungsförderer ein Abwurfförderer
anschließen, der von einem gegenüber der betreffenden Seitenwand des Schiffes ausschwenkbaren
Ausleger getragen wird. Es ist aber auch möglich, daß der Querförderer bereits bis
über das Schiffsdeck ansteigt.
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Für die Aufgabetrichter sind Abzugsbänder vorgesehen, die oberhalb
des bzw. jedes Längsförderers in die Betriebsstellungen unter den Jeweils benutzten
Aufgabetrichtern fahrbar sind. Dann ist die Zahl der Abzugsbänder kleiner als die
Zahl der Aufgabetrichter, wodurch eine Ersparniserzielt wird. Wenn das Schiff mit
Schüttgütern verschiedener
Beschaffenheit beladen werden soll, kann
man verschiedene Abzugsbänder vorsehen, die für die verschiedenen Güter geeignet
sind, z. B. Plattenbänder für Erz und Gummibänder für Kohle.
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Zum Entleeren der Ladeluken kann man in einem Hafen einen mit einer
Greifer-Katze ausgerüstete-n3ockkran bereit halten, der je nach Bedarf nacheinander
auf verschiedene zu entladende Schiffe aufgesetzt wird. Es ist aber auch denkbar,
daß zum Entladen ein außerhalb des Schiffes aufgestellter Kran mit einem entsprechend
weitreichenden Ausleger verwendet wird.
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Auf der Zeichnung sind drei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes
dargestellt; und zwar zeigen Fig. 1 einen lotrechten Längsmittelschnitt (nach der
Linie I-I in Fig. 2) durch den vorderen Teil eines Schüttgutschiffes nach dem ersten
Ausführungsbeispiel, Fig. 2 den Schnitt nach der Linie Tt-II in Fig0 1, Fig. 3 einen
Querschnitt durch ein Schüttgutschiff nach dem 2. Ausführungsbeispiel und Fig. 4
die Draufsicht auf ein Schüttgutschiff nach dem 3. Ausführungsbeispiel.
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Das Schiff nach dem 1. Ausfübrungsbeispiel hat mehrere @hintereinander
angeordnete Laderäume 1, 2, die sich
nahezu über die ganze Breite
des Schiffsrumpfes erstrecken0 In dem Schiffsdeck 3 befindet sich über jedem Laderaum
eine Ladeluke 4, 5. Die Laderäume haben tiefliegende, nahezu ebene Böden 6, die
sich mit nur schmalen geneigten Flächen 7 an die Innenseiten der Schiffs-Seitenwände
8 anschließen.
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Auf Schienen 9, die auf den Längsrändern des Schiffsdeckes 3 verlegt
sind, ist ein Bockkran 10 fahrbar, der eine Griefer-Katze 11 trägt.
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Neben den Ladeluken 4 5 sind in einem schmalen Streifen 12 des Schiffsdeckes
3 zwischen den Ladeluken und einer Schiffs-Seitenwand 8 Aufgabetrichter 13, 14 bzw.
15, 16 paarweise hintereinander angeordnet, deren Ränder nicht nennenswert höher
liegen als die Ränder der Ladeluken.
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Unterhalb der Aufgabetrichter sind zwei Gestelle 7 mit je einem Abzugs
band 8 auf Schienen 19 in Längsrichtung des Schiffes fahrbar. Nahe unterhalb des
schmalen Streifens 12 ues Schiffsdeckes verläuft ein Lklgsförderer in Form eines
endlosen Förderbandes 20. Sein Obertrum ist im Bereich der Abwurfschurren 21 der
jeweils in Betriebsstellung unter zwei der Aufgabetrichter 13, 14 oder 15, 16 gefahre-
-nen Gestelle 7 angehoben und durch dicht nebeneinander angeordnete Rollen 22 unterstützt0
An den Längsförderer 20 schließt sich nach vorn hin ein Zwischenförderband 23 an,
das ansteigend schräg bis in die lotrechte Längsmitte des Schiffes reicht. Die Abwurftrommel
dieses Bandes ist oberhalb eines ttbergabetrichters 24 angeordnet, unterhalb dessen
sich ein reversierbares Querförderband 25 - - - -
über den größten
Teil der Breite eines Laderaumes erstreckt.
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Das Querförderband 25 ist in einem Gestell 26 gelagert, das auf waagerechten
Schienen 27 in Längsrichtung des 3andes, d.h., quer zum Schiff fahrbar isto Fig.
2 zeigt die Mittelstellung des Querförderbandes 25. Das Gestell 26 kann auf den
Schienen 27 nach Steuer bord oder nach Backbord so weit gefahren werden, daß jeweils
ein Teil des Querförderbandes 25 durch eine verschließbare Öffnung 28 bzw 29 in
den Schiffs-Seitenwänden 8 hindurchtritt und die betreffenden Abwurftrommeln 30
bzw. 31 sich außerhalb des Schiffes befinden, wie es in Fig. 2 mit strichpunktierten
Linien angdeutet ist Das Querförderband wird dann mit einer solchen Förderrichtung
betrieben, daß es das Gut zu der jeweils außerhalb des Schiffes befindlichen Abwurftrommel
30 oder 34 fördert.
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Fig. 1 zeigt den Bookkran 10 in der Stellung, in der er den Laderaum
1 entleert und das Gut in den Aufgabetrichter 13 einbringt. Von dort gelangt es
über das Abzugs band 18 des einen Gestelles 17 auf das Längs förderband 20 und von
diesem über das Zwischenförderband 23 auf das Querförderband 25. Je nachdem, ob
dieses in die eine oder andere der in Fig0 2 mit strichpunktierten Linien angedeuteten
Lagen gefahren ist, wird das Gut steuerbordseitig oder backbordseitig auf ein neben
dem Schiff befindliches Anfördermittel aufgegeben. Wenn der Laderaum 1 geleert ist,
werden die Gestelle 17 mit den Abzugs bändern 18 unter die Aufgabetrichter 15, 16
gefahren, so daß nunmehr der Laderaum 2 geleert werden kann.
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Statt eines Längsförderbandes 20 können naturgemäß auch deren zwei
beiderseits neben den Luken 4, 5 in der Nähe der Schiffs-Seitenwände 8 nahe unterhalb
der schmalen Streifen 12 des Schiffsdeckes 3 angeordnet werden. In diesem Fall schließt
sich an jedes der beiden Längsförderbänder ein Zwischenförderband zur Weiterleitung
des Gutes nach der Mitte des Querförderbandes 25 an.
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Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig, 3 sind in dem Schiffsrumpf beiderseits
von dessen lotrechter Längsmittelebene zwei Reihen von Laderäumen 32, 33 angeordnet,
die durch eine Zwischenwand 34 voneinander getrennt sind0 Auch diese Laderäume haben
ebene Böden 35, die sich nur mit schmalen, geneigten Flächen 36, 37 an die lotrechten
Längs-Innenflächen der Laderäume anschließen. Auch hat jeder Laderaum 32, 33 eine
Ladeluke 38, 39 in dem Schiffsdeck.
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Die Aufgabetrichter 40 sind mittig in Bezug auf die lotrechte Längsmittelebene
des Schiffes in dem zwischen den Luken 38, 39 befindlichen schmalen Streifen 41
des Schiffsdeckes angeordnet. Unterhalb der Trichter 14 sind Gestelle 17 mit Abzugs
bändern 18 auf Schienen 19 in Längsrichtung des Schiffes fahrbar. Unterhalb der
zugehörigen Abwurfschurren 21 verläuft ein Längsförderband 42, dessen Gerüst auf
der Zwischenwand 34 befestigt ist.
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Von dem Längsförderband 42 wird das Gut aus den Trichtern 40 auf ein
Querförderband 25 aufgegeben, das in der gleichen Weise wie das Querförderband nach
dem ersten Ausführungs beispiel reversierbar und mit seinem Gestell quer zum Schiff
fahrbar ist, wie es in Fig. 3 mit strichpunktierten Linien angedeutet ist0 Hierbei
entfällt aber ein Zwischenförderband 23, da das Längsförderband mit einer sich nach
vorn erstreckenden Verlängerung das Querförderband 25 unmittelbar im Bereich der
Längsmittelebene des Schiffes erreicht.
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Auch bei diesem Aus führungs beispiel ist auf dem Schiffsdeck ein
Greiferkran 43 in Lksgerlchtung- fahrbar.
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Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 ist ein Längsförder band 20
in der gleichen Weise wie bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und 2 auf einer
Seite der Luken 4,5 unterhalb von Trichtern 13, 14 nahe an der einen Seitenwand
des Schiffes angeordnet. Es ist nur eine kurze Strecke über den vordersten Aufgabetrichter
16 hinaus nach vorn geführt0 Seine Abwurftrommel 44 liegt - abweichend von dem Ausführungsbeispiel
nach Fig.
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1 und 2 - oberhalb des Aufgabeendes eines Querförderbandes 45, das
sich im Bug nahe unterhalb des Schiffsdeckes nahezu über die Breite des Schiffsraumes
erstreckt Das Abwurfende des Querförderbandes 45 liegt in der Nähe der anderen Schiffs-Seitenwand
oberhalb des Aufgabeendes des Verbindungs-Förderbandes 46, das sich zwischen den
Ladeluken 4, 5 und der genannten Schiffsseitenwand nach hinten erstreckt. Es steigt
an und tritt durch eine Öffnung 47 des Schiffsdeckes hindurch. Die oberhalb des
Schiffsdeckes befindliche Abwurftrommel des Verbindungsförderbandes 46 liegt oberhalb
des Aufgabeendes eines Abwurfförderbandes 48, das auf einem Ausleger 49 gelagert
ist. Dieser ist an dem Aufgabeende des Abwurfförderbandes 48 um eine lotrechte Achse
50 schwenkbar gelagert. Fig. 4 zeigt mit ausgezogenen Linien, daß der Ausleger 49
in eine Lage parallel zur Längsrichtung des Schiffes geschwenkt und dabei oberhalb
des zwischen den Ladeluken 4 und der einen Schiffs-Seitenwand befindlichen schmalen
Streifens des Schiffsdeckes angeordnet ist. Mit strichpunktierten Linien ist in
Fig. 4 angedeutet, daß der Ausleger 49 seitwärts ausgeschwenkt werden kann, damit
das dem Abwurfförderband 48 zugebrachte Gut auf eine neben dem Schiff befindliche
Abfördereinrichtung übergeben werden kann.
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Unter Umständen kann statt des Verbindungsförderbandes 46 das Querförderband
45 ansteigend verlegt und durch eine Öffnung im Schiffsdeck hindurchgeführt werden0
In diesem Fall kommt es in Betracht, daß das Querförderband das ihm zuge brachte
Schüttgut ohne Zwischensehaltung eines Verbindungsförderbandes auf das Abförderband
48 aufgibt, dessen Aufgabe ende demgemäß unterhalb der Abwurftrommel des Querförderbandes
angeordnet sein müßte, Abweichend von dem AusfAhrungsbeispiel nach Fig. 3 können,
wenn mehr als zwei Reihen von Laderäumen nebeneinander in dem Schiffsrumpf angeordnet
sind, zwei oder mehr Längs förderer zwischen je zwei Reihen von Laderäumen angeordnet
werden. Auch ist es möglich, daß in einem Schiff sowohl nahe an den Seitenwänden
- gemäß Fig. 1 und 2 - als auch zwischen zwei Reihen von Laderäumen Längs förderer
angeordnet werden.
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Patentansprüches