DE203712C - - Google Patents
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Classifications
-
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- C03B5/00—Melting in furnaces; Furnaces so far as specially adapted for glass manufacture
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-
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- C03B5/025—Melting in furnaces; Furnaces so far as specially adapted for glass manufacture in electric furnaces, e.g. by dielectric heating by arc discharge or plasma heating
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
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- Glass Melting And Manufacturing (AREA)
Description
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
M 203712 KLASSE 32«. GRUPPE
Dr. H. MEHNER in STEGLITZ. Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Quarzglas.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 8. Februar 1905 ab.
Die vorzüglichen physikalischen und chemischen Eigenschaften des geschmolzenen Quarzes
haben große Anstrengungen zur. Herstellung von, Quarzglasgegenständen veranlaßt. Diese
Anstrengungen haben aber nur so weit Erfolg gehabt, daß es möglich ist, Gefäße, Röhren
und kleinere Apparate für wissenschaftliche Zwecke zu einem, sehr hohen Preise herzu-.
stellen. Die Erzeugung ist indessen fast nicht
ίο über eine laboratoriumsmäßige hinausgekommen
, kaum zu handwerksmäßigem kleinen Betriebe.
Das in folgendem beschriebene Verfahren ermöglicht die Erzeugung von Quarzgläsern
im großen.
Da der Quarz bei Platinschmelzhitze erst einigermaßen erweicht und nur bei noch höherer
Temperatur flüssig wird, behandelt man ihn jetzt in Iridiumtiegeln. Dieser Umstand allein
verhindert den großen Betrieb wegen des hohen Preises und noch mehr wegen des Fehlens
großer Iridiummengen.
Man hat zwar, schon mittels elektrischen Lichtbogens Quarz behandelt.(Moissan), aber
das ist nicht in einer Weise geschehen, welche eine gewerbliche Bearbeitung ermöglichte. Die
Hitze des Lichtbogens ist viel zu groß zur Bereitung von Quarzglas. Die Kieselsäure
sublimiert unter der unmittelbaren Einwirkung des Lichtbogens. Auch wenn man den Lichtbogen
nur in die Nähe der Quarzmasse bringt, entwickeln sich Wolken von Quarzrauch, während
die gewünschte Schmelzung nur oberflächlich eintritt und außerdem unter Umständen
Reduktion der Kieselsäure zu Karbid. Deshalb wendet man zu Quarzbearbeitung jetzt Knallgasheizung an.
Um nach dem vorliegenden Verfahren den Übelstand der elektrischen Heizung zu beseitigen,
ordnet man den Lichtbogen in dem einen Brennpunkt eines elliptischen Hohlspiegels
an und bringt mittels der Strahlen eine größere. Quarzmasse in der Nähe des anderen Brennpunktes zum Schmelzen. Dabei
hat man die Freiheit, von den etwa 3000 bis 4000 ° des Lichtbogens beliebig unter 2000 °
herunterzukommen, und zwar ohne erhebliche Verluste an der erzeugten Wärmemenge. Man
kann' den Vorgang so leiten, daß Quarzmassen in größerer Entfernung von dem zweiten Brennpunkte ungeschmolzen bleiben
und eine Gefäßwand bilden. Der Apparat ist also soweit einfach ein Schmelzherd mit einer
darübergestülpten elliptischen Haube, in deren oberem Brennpunkt ein Lichtbogen erzeugt
wird.
Nun ist zwar bereits vorgeschlagen worden, andere feuerbeständige Oxyde durch die mittels
Brennspiegeln gesammelte Strahlung eines elektrischen Lichtbogens zu schmelzen. Bei
der Erschmelzung von Quarzglas bietet aber dieses Arbeitsverfahren noch den Vorteil gegenüber der bekannten Anwendung des Lichtbogens
zur Heizung, daß wegen der beinahe beliebigen Entfernung des Lichtbogens von
der zu bearbeitenden Schmelze reduzierende Einflüsse und Verunreinigungen sehr viel besser
verhütet werden können als bei unmittelbarer Bestrahlung.
Zur Herstellung von Quarzglas ist es nun erforderlich, daß die Masse vor der Bearbeitung
erheblich über die Temperatur der zähen Flüssigkeit hinaus erhitzt wird. Man nennt
das in der Glastechnik das Läutern.. Bei
Quarz ist ein Läuterungsverfahren in gewöhnlicher Weise vollkommen ausgeschlossen, weil
die Kieselsäure so flüchtig ist, daß sie wenig über der Schmelztemperatur, ,bereits siedet.
Um dennoch eine Läuterung zu ermöglichen, hat man nun den beschriebenen Apparat luftdicht
abzuschließen oder mit einem festen, luftdichten Mantel zu umgeben und das Innere
unter Drück zu setzen. Man verstärkt also
ίο den Herd und Spiegel durch kräftiges Kesselblech oder vertauscht den dauernd gebrauchten .
Spiegel zeitweilig gegen einen druckfesten. Darin erzeugt man in beliebiger Weise einen
höheren Druck und bewirkt so, daß der Quarz dünnflüssig einschmilzt, aber nicht siedet, obgleich
die Hitze durch bekannte Mittel, z. B. : Vermehrung der Stromstärke, gesteigert wird.
Hat man auf diese Weise einen gleichmäßigen Fluß erzielt und . die Luftblasen zum Aufsteigen
gebrächt, so mäßigt man die Temperatur und bringt nachher den Herd unter gewöhnlichen
Druck. Bei anderen hochfeuerfesten Oxyden ist es bereits vorgeschlagen worden, die Verflüchtigung beim Schmelzen in
sehr hohen Temperaturen dadurch zu verhindern, daß man die Schmelzung bei erhöhtem
Druck vornimmt.
Um die Bearbeitung vorzunehmen, sind an dem unteren Teile des Spiegels Arbeitsöffnun:
gen vorgesehen und oberhalb dieser Öffnungen Fenster, die mehr oder weniger durchsichtig
gehalten werden. Durch die Arbeitsöffnungen kann die Glasmacherpfeife eingetaucht werden,
welche natürlich aus einem genügend widerstandsfähigen Stoffe, z. B. aus Nickel mit
Iridiumende hergestellt oder doppelwandig und --·■ gekühlt ist.
Die Verarbeitung der Quarzglasschmelze erfolgt, um die vorzeitige Erstarrung derselben
zu verhüten, bekanntlich im Ofenraum selbst. Die nötigen Schaulöcher sind in bekannter
Weise mit durchsichtigen Scheiben geschlossen. Diese Fenster sind aber nach vorliegender Erfindung
mit einer durchsichtigen Verspiegelung versehen zu folgendem, sehr wichtigen Zweck.
Es ist schon auf die ungeheure Strahlung der in der Arbeit begriffenen Quarzgegenstände
hingewiesen worden. Diese Strahlung-belästigt die Arbeiter bis zur Unmöglichkeit der Betätigung.
' Auch das intensive Licht ist kaum erträglich. Durch die Arbeit in dem Hohlraum
des Ofens wird die ausgestrahlte Wärme in technischem Sinne gespart, indem sie nicht
absorbiert, sondern zum großen Teile zurück gespiegelt wird. Auch wird' die physiologische
Unmöglichkeit der Quarzbläserei im großen überwunden. Sind die Fenster beispielsweise
aus Quarzglas mit schwachem durchscheinenden inneren Metallspiegelbelag, so sieht man
die weißglühenden Arbeitsgegenstände in sehr gedämpftem Lichte, " aber noch deutlich und
scharf.
Es sei noch erwähnt, daß man zur Beförderung klarer Durchsicht und blanker Spiegelfläche
in den Ofenraum oben einen mäßigen Gasstrom einführen kann, der unten abströmt und etwa gebildeten Rauch mitnimmt; dieser
Gasstrom kann aus Flammengasen hergestellt werden.
Claims (7)
1. Verfahren zum Erschmelzen und Weiterverarbeiten von Quarzglas, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Erhitzung des Schmelzgutes die mittels Brennspiegeln gesammelte-Strahlung
eines elektrischen Lichtbogens verwendet wird.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Quarzglasschmelze zwecks Lau terns in einem abgeschlossenen Raum unter erhöhtem
Gasdruck bis zur Dünnflüssigkeit erhitzt wird, wodurch dem Verdampfen der Schmelze entgegengearbeitet wird.
. 3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Entfernung des Schmelzgutes von dem heizenden Brennpunkte so geregelt wird, daß das Schmelzgut nicht zur Verdampfung
gelangt.
4. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Beseitigung von Quarznebeln u, dgl. ein Gasstrom von oben nach unten durch den Herdraum geführt wird.
5. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1 und 4, dadurch gekennzeichnet,
daß Flammengase durch den Ofenraum geführt werden.
6. Ofen zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet
durch die Anordnung einer spiegelnden Haube von der Form eines Rotationsellipsoides
über dem Herde mit einem elektrischen Lichtbogen im oberen und dem Herde im unteren Brennpunkte.
7. Schauöffnungen an dem Ofen nach Anspruch 1, bestehend aus Fenstern, insbesondere
Quarzglasfenstern, mit innerem durchscheinenden Metallspiegelbelag. .
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE203712C true DE203712C (de) |
Family
ID=466101
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT203712D Active DE203712C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE203712C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE966208C (de) * | 1952-07-31 | 1957-07-18 | Dr Georg Jaeckel | Wannenofen zum Schmelzen von Glas |
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- DE DENDAT203712D patent/DE203712C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE966208C (de) * | 1952-07-31 | 1957-07-18 | Dr Georg Jaeckel | Wannenofen zum Schmelzen von Glas |
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