[go: up one dir, main page]

DE217422C - - Google Patents

Info

Publication number
DE217422C
DE217422C DE1907217422D DE217422DA DE217422C DE 217422 C DE217422 C DE 217422C DE 1907217422 D DE1907217422 D DE 1907217422D DE 217422D A DE217422D A DE 217422DA DE 217422 C DE217422 C DE 217422C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
melt
melting
furnace
channel
glasses
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DE1907217422D
Other languages
English (en)
Filing date
Publication of DE217422C publication Critical patent/DE217422C/de
Application filed filed Critical
Priority to AT45244D priority Critical patent/AT45244B/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C03GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
    • C03BMANUFACTURE, SHAPING, OR SUPPLEMENTARY PROCESSES
    • C03B5/00Melting in furnaces; Furnaces so far as specially adapted for glass manufacture
    • C03B5/02Melting in furnaces; Furnaces so far as specially adapted for glass manufacture in electric furnaces, e.g. by dielectric heating
    • C03B5/021Melting in furnaces; Furnaces so far as specially adapted for glass manufacture in electric furnaces, e.g. by dielectric heating by induction heating

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Glass Melting And Manufacturing (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 217422 KLASSE 32 a. GRUPPE
SIEMENS & HALSKE AKT.-GES. in BERLIN.
Verfahren zum Schmelzen von Glasmasse. Patentiert im Deutschen Reiche vom 12. Mai 1907 ab.
Der Wert von Gläsern hängt bekanntlich unter anderem von ihrer Farblosigkeit bzw. Reinheit der Färbung, Schlierenfreiheit und Homogenität ab. In besonders hohem Maße ist dies bei Gläsern der Fall, die für optische Zwecke Verwendung finden sollen. Die Herstellung von Gläsern, welche diesen Anforderungen in jeder Beziehung entsprechen, erforderte bisher verhältnismäßig kostspielige
ίο Methoden,, deren Durchführung zugleich in hohem Maße von der Aufmerksamkeit des bedienenden Personals abhängig ist. Demgegenüber stellt sich auch das Produkt entsprechend hoch im Preise. . .
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren, welches g'estattet, derartige Qualitätsgläser auf wesentlich billigere und dabei sehr einfache, insbesondere für die Weiterverarbeitung der Gläser vorteilhafte Weise herzustellen. Diese Vorzüge werden gemäß vorliegender Erfindung dadurch erreicht, daß an Stelle der bisher zur Glaserzeugung gebräuchlichen Kohle-, Holz- oder Gasfeuerung bzw. der ebenfalls bereits in Vorschlag gebrachten, aber als unbrauchbar wieder aufgegebenen elektrischen Elektrodenheizung die Heizung mittels eines in der Schmelzflüssigkeit selbst erzeugten elektrischen Induktionsstromes erfolgt, wie'dies bereits bei der Stahlerzeugung bekannt ist. Durch diese Art der Glaserzeugung wird jede Berührung der Schmelzflüssigkeit mit Feuergasen, die, sofern sie nicht ganz frei von reduzierten Stoffen sind, stets einen schädlichen Einfluß auf die Schmelze ausüben, vermieden. Ferner kann· die Temperatur der Schmelze leicht und mit einfachen Mitteln auf denjenigen Hitzegrad gebracht und konstant gehalten werden, der erforderlich ist, um die gewünschte Dünnflüssigkeit der Schmelze zu erzielen, wobei die unter dem Einfluß der Wechselströme auftretenden Wallungen und Strömungen innerhalb der Schmelzflüssigkeit die vollkommene Homogenität der Masse sichern, so daß ein vollkommen schlieren-' und blasenfreies Produkt in höherem Maße gewährleistet ist als bisher. Des weiteren bietet die neue Methode· den wesentlichen \^orteil, daß sie mit einer im Vergleich zu den bisherigen Feuerungsmethoden äußerst geringen Wärmestrahlung nach außen verbunden ist. Gerade in Glashütten, wo die Bläser ihre Arbeit in unmittelbarer Nähe des Ofens verrichten müssen, wird die starke Wärmeausstrahlung äußerst unangenehm empfunden; sie wirkt nicht nur ermattend, sondern auch gesundheitsschädigend auf die Arbeiter. Auch für diese gefährlichen Gase und Dämpfe, wie schweflige und arsenige Säure, die früher durch die große Menge der heißen Flammengase stark verdünnt wurden, so daß man gezwungen war, sie mit· diesen zusammen durch die Esse in die freie Luft zu entlassen, können nunmehr unverdünnt direkt abgesaugt und dann Absorptionsvorrichtungen zugeführt werden.
Das Schmelzen und Läutern ist. in demselben Gefäße möglich. Man kann z. B. durch Unterteilung der Schmelzrinne mittels der bekannten schmalen, in die Schmelzflüssigkeit eintauchenden Brücken Läuterräume schaffen.
Schwankuhgen der erforderlichen Stromstärke, welche bei der Erhitzung mit Hilfe
40
45
55
60
70
(2. Auflage, ausgegeben am 15. August 1910.)
kleinstückiger, das Schmelzgefäß umgebender Widerstandsmasse im Anfange der Erhitzung auftreten, werden hier vermieden.
. Bei der Induktionsheizung sind die Betriebskosten gegenüber den anderen bekannten Heizmethoden wesentlich geringer, weil im vorliegenden Falle die Heizquelle unmittelbar in dem Schmelzbade selbst zu suchen ist und somit lediglich die von diesem ausgehende,
ίο verhältnismäßig geringe Wärmestrahlung als Verlust in Betracht kommt. Demgemäß gestaltet sich auch der Kraftbedarf äußerst gering.
Der Betrieb ist in beliebigen Induktionsöfen möglich, so z. B. in solchen mit kreisförmiger oder 8-förmiger Rinne. Auch solche kombinierten Induktionsöfen, die mit indirekter Widerstandserhitzung arbeiten, sind anwendbar.
ao Zur Inbetriebsetzung kann in der Weise verfahren werden, daß zuerst die Rinne mittels eingelegter Metallringe durch Induktion vorg'eheizt wird, die Ringe hierauf entfernt werden und ein auf gewöhnliche Weise vorgeschmolzener Glassatz in die nun heiße Schmelzrinne eingeführt wird. Der Betrieb kann dann kontinuierlich unter stetiger oder zeitweiser, der Entnahme entsprechender Zuführung von Glassatz weitergeführt werden.
Die Schmelzrinne wird mit den normalen Materialien, aus denen die üblichen Schmelzhäfen bestehen, ausgekleidet bzw. daraus hergestellt. Der Schmelzraum wird dabei mit Vorteil zum größten Teil abgedeckt, um.
Wärmeverluste durch Strahlung möglichst zu verhindern.
• Die Zeichnung' zeigt schematisch eine Form eines zur Ausübung des neuen Verfahrens dienenden Ofens, und zwar ist Fig. 1 ein senkrechter Mittelschnitt durch einen In7 duktionsofen mit überwölbtem ringförmigen Schmelzraum und in der Wandung ausgesparten Arbeitsöffnungen,. Fig. 2 ein wagerechter Schnitt nach Linie X-Y in Fig. 1.
Die mit einem Gewölbe abgedeckte Schmelzrinne α umschließt einen Schenkel des geschlossenen Eisenkernes b, der eine Primärspule d trägt! Am Umfange der Rinne sind in geeigneten Abständen Arbeitsöffnungen c angebracht.
Für die . praktische Ausführung des Ofens wird man zweckmäßig wenigstens ein Kilowatt pro Kubikdezimeter'Ofeninhalt an flüssigem Glas rechnen, wobei die Stromdichte gewöhnlich etwa 0,5 bis 1 Ampere pro Quadratzentimeter Rinnenquerschnitt je nach der Zusammensetzung des zu verarbeitenden Materials sowie nach der erstrebten Temperatur beträgt. Auch den Energieaufwand kann man größer bzw. kleiner wählen, je nachdem man rascher oder langsamer arbeiten will; in geringem Maße wird die Geschwindigkeit des Schmelzens ferner von der Größe des Ofens abhängen, da bei größeren Öfen die Wärmestrahlungsverluste verhältnismäßig geringere sein werden.
Aus obigen Zahlenangaben ist die Berechnung eines für die Konstruktion eines Ofens geeigneten Transformators durchführbar, wobei die Energiemenge durch die gewünschte Ofengröße gegeben ist; die Stromstärke oder Spannung kann dann frei gewählt werden. Die Periodenzahl richtet sich ebenfalls nach der Größe des Ofens und kann von einem Sachverständigen aus obigen Angaben und aus den Eigenschaften des Transformators ohne Schwierigkeit ermittelt werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zum Schmelzen von Glasmasse, dadurch gekennzeichnet, daß das Schmelzen in einer den Sekundärstromkreis eines Transformators bildenden Schmelze durch Induktionsheizung erfolgt.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
    Berlin gedruckt In der reiChsdruckereI.
DE1907217422D 1907-05-11 1907-05-11 Expired - Lifetime DE217422C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT45244D AT45244B (de) 1907-05-11 1909-02-17 Verfahren zum Schmelzen von Glasmasse.

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE217422C true DE217422C (de)

Family

ID=478724

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE1907217422D Expired - Lifetime DE217422C (de) 1907-05-11 1907-05-11

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE217422C (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4664127A (en) * 1984-08-28 1987-05-12 Aisin Seiki Kabushiki Kaisha Vehicle-loaded heartbeat meter
US4907596A (en) * 1985-09-23 1990-03-13 Walter Schmid Blood pressure measuring appliance

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4664127A (en) * 1984-08-28 1987-05-12 Aisin Seiki Kabushiki Kaisha Vehicle-loaded heartbeat meter
US4907596A (en) * 1985-09-23 1990-03-13 Walter Schmid Blood pressure measuring appliance

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE720950C (de) Verfahren und Ofen zum Schmelzen und Laeutern von Glas und anderen schwerschmelzenden Stoffen mittels elektrischen Stromes
DE102007008299B4 (de) Verfahren zur Herstellung von Gläsern, wobei die chemische Reduktion von Bestandteilen vermieden wird
DE1421911B2 (de) Verfahren und gefaerbte fritte zur herstellung von gruen gefaerbten glaesern
EP4114804A1 (de) VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUM SCHMELZEN UND LÄUTERN VON GLAS, GLASKERAMIK ODER INSBESONDERE VON ZU GLASKERAMIK KERAMISIERBAREM GLAS SOWIE VERFAHRENSGEMÄß HERGESTELLTES GLAS ODER GLASKERAMIK
DE1226751B (de) Verfahren und Ofen zum Schmelzen von Glas oder aehnlichen Produkten
EP1206419B1 (de) Verfahren und vorrichtung zum herstellen von farbigen gläsern
DE2321008B2 (de) Durch Schmelzen und Gießen hergestellte hochschmelzende Erzeugnisse mit Chromoxid
DE102021123303B4 (de) Glas oder Glaskeramik sowie Verfahren zum Schmelzen und Läutern von Glas oder Glaskeramik
DE10057285B4 (de) Einschmelzvorrichtung sowie Verfahren zur Erzeugung hoch-UV-transmittiver Gläser
DE217422C (de)
DE3022091A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur herstellung von blaeschenfreiem erschmolzenen glas
DE102009002336B4 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Läutern einer Glasschmelze
DE2539355C3 (de) Glasschmelzofen mit einem zusammenhängenden Schmelz- und Läuterteil
DE1195023B (de) Verfahren zur Steigerung des Anlasspunktes von Glasgegenstaenden mit einem SiO-Gehalt von wenigstens 94 Gewichtsprozent aus alkalihaltigen Borsilikatglaesern
DE2703223B2 (de) Glasschmelzofen
DE10138108B4 (de) Verfahren zur Verminderung der Blasenbildung beim Herstellen von Gläsern
DE1596610A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Schmelzen von Materialien fuer die Glasfertigung
AT45244B (de) Verfahren zum Schmelzen von Glasmasse.
DE832986C (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Email
DE1185974B (de) Verfahren zum Herstellen von Fasern aus feuerfestem oxydischem Material
DE3824829A1 (de) Glasschmelzofen fuer hohe schmelz- und laeutertemperaturen
DE10132729B4 (de) Elektrodeneinheit zur Anwendung bei der Glasherstellung
DE809337C (de) Glasschmelzbehaelter
DE852765C (de) Verwendung von Nickel-Platin-Legierungen fuer mit geschmolzenem Glas in Beruehrung kommende Teile von Vorrichtungen zum Schmelzen und Verarbeiten von Glas
DE345161C (de) Verfahren zum Vakuumschmelzen und Vergueten von Metallen und Legierungen