DE2037053C3 - Einrichtung zum Nachwels von Spaltprodukten - Google Patents
Einrichtung zum Nachwels von SpaltproduktenInfo
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Description
40
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Nachweis von Spaltprodukten durch Abscheiden fester Folgeprodukte
von gasförmigen Spaltprodukten in einem Präzipitationsgefäß, das von einem die Spaltgase
mitführenden Trägergas durchströmt wird und mindestens eine Abscheideelektrode enthält, die einem
Detektor zum Messen der Radioaktivität der Folgeprodukte eng benachbart ist.
In den Brennelementen von Kernreaktoren entstehen durch während des Abbrandes des Kernbrennstoffes
ablaufende Spaltprozesse gasförmige Spaltprodukte, wie z. B. Xenon und Krypton (Spaltproduklaklivitäien),
die beim Auftreten von Leckstellen in den den Kernbrennstoff einschließenden Hüllen in das Kühlmittel
gelangen. Im Kühlmittel eines Reaktors befinden sich auch während des Normalbetriebes radioaktive Isotope,
die als Störaktivitäten den Nachweis von Spaltproduktaktivitäten und damit den Nachweis von Hüllenschaden
erschweren. Deshalb werden mit bekannten Verfahren zunächst alle gasförmigen Spaltprodukte aus dem
Kühlmittel in ein Trägergas übergeführt. In dem Trägergas sind aber neben den Spaltproduktaktivitäten
noch gasförmige Störaktivitäten vorhanden. Es ist jedoch bekannt, die festen Zerfallsprodukte von Xenon
und Krypton, nämlich Cäsium und Rubidium, auf einer elektrisch geladenen Elektrode zu sammeln und durch
die bei deren radioaktivem Zerfall entstehende Betaoder Gammastrahlen nachzuweisen. Dabei ist es auch
bekannt, Meßwertverfälschungen durch die Sammelelektrode umgebende gasförmige Aktivitäten dadurch
auszuschließen, daß entweder die Elektrode nach einer vorbestimmten Präzipitationszeit zum Messen der
Impulsrate in einen anderen mit einem Neutralgas gefüllten Raum bewegt wird, oder daß das empfindliche
Detektorvolumen sehr klein gehalten und von der Sammelelektrode umschlossen wird (DT-PS 12 13 063
und 12 36 667). Bei diesen bekannten Einrichtungen werden die die Spaltproduktaktivität repräsentierenden
Cäsium- und Rubidiumionen mit Hilfe eines elektrischen Feldes auf der Sammelelektrode präzipitiert, wobei die
Sammelelektrode auf Hochspannungspotential liegt
Es ist auch eine Meßeinrichtung bekannt (DT-AS 11 88 222), bei der ionisierte Spaltprodukte während
einer vorbestimmten Zeit mit einem elektrischen Feld auf einem voroestimmten Abschnitt einer in ihrer Lage
veränderbaren Metalltrommel präzipitiert werden und dieser Abschnitt anschließend in eine Meßstellung
bewegt und dessen Radioaktivität mit einem Strahlendetektor gemessen wird. Die Nachteile dieser Einrichtung
bestehen insbesondere in deren komplizierten Aufbau mit einer Vielzahl mechanisch bewegter
Bauelemente und Steuereinrichtungen, die nur eine diskontinuierliche Arbeitsweise zulassen.
Die Forderungen nach höheren Leistungsdichten in der Spaltzone eines Reaktors machen den Einsatz
flüssiger Metalle (z. B. Natrium) als Kühlmittel notwendig Bei Flüssigmetallkühlungen muß jedoch damit
gerechnet werden, daß mit den gasförmigen Stör- und Spaltproduktaktivitäten Metalldämpfe in das Präzipitationsgefäß
eindringen, welche den Aufbau eines elektrischen Feldes mit einer auf Hochspannungspotential
liegenden Elektrode wegen erhöhter Durchschlagsgefahr im Feldraum und Gleitfunkenentladungen an der
Elektrodenisolation unmög'ich machen oder zumindest die Meßgenaaigkeit in unerträglicher Weise reduzieren.
Bei Reaktoren mit Wasserkühlung können durch eindringenden Wasserdampf ebenfalls Durchschläge
und Überschläge auftreten, die in Gegenwart von Radiolyse-Knallgas eine erhebliche Explosionsgefahr
bilden können.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung der eingangs genannten Art zum
Nachweis von Spaltprodukten zu schaffen, die einwandfreie Messungen auch dann möglich macht, wenn wie
bei Reaktoren mit Flüssigmetallkühlung mit Metalldämpfen oder bei Reaktoren mit Wasserkühlung mit
Wasserdampf im Präzipitationsraum gerechnet werden muß.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zum Abscheiden der ionisierten Folgeprodukte auf
der Abscheideelektrode eine magnetische Linse vorgesehen ist, die im wesentlichen aus einer das Präzipitationsgefäß
umschließenden Spule besteht. Die Cäsium- und Rubidium-Ionen werden durch das magnetische
Feld der Linse auf eine Elektrode, die auf Erdpotential liegen kann, gelenkt, die Beta- oder Gammastrahlung
der präzipitierten Partikel mit einem der Elektrode eng benachbarten geeigneten Detektor gemessen.
Bei einer besonders vorteilhaften Ausbildung liegt die Innenseite der Spule an der Außenseite der mindestens
in diesem Bereich aus einem Nichtferromagnetikum (μηΐ = 1) bestehenden Wand des Präzipitationsgefäßes
an, und die restliche Oberfläche der Spule ist von einem die Ausbildung von Streuiinien verhindernden Ferromagnetikum
umschlossen. Dadurch wird die Spule von dem
mit aggressiven Gasen und Dämpfen erfüllten Präzipitationsraum getrennt. Durchführungen durch die Gefäßwand
werden überflüssig und die Spule kann von außen ohne Schwierigkeiten montiert und eingestellt
werden.
Es hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, die Abscheideelektrode als Teil der auf Erdpotential
liegenden \yand des Präzipitationsgefäßes auszubilden
und bei einem flaschenförmigen Präzipitationsg"fäß den
verjüngten Teil des Gefäßes mit einem zu dessen LängsacÄse senkrecht liegenden Wandelement (Deckel)
abzuschließen, der im wesentlichen die Abscheideelektrode bildet Dabei wird der Detektor zum Messen der
Radioaktivität der an der Innenseite des Deckels präzipitierten Teilchen an der Außenseite des Deckels
angeordnet.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß der Nachweis von Spaltprodukten
auch dann möglich ist, wenn der Präzipitationsraum MeialJdämpfe und/oder Wasserdampf enthält, wenn
also das Präzipitieren von Teilchen mit einem elektrischen Feld wegen elektrischen Durchbrüchen
und/oder Gleitfunkenentladungen nicht durchgeführt werden kann. Ein anderer Vorteil ist darin zu sehen, daß
die Betriebssicherheit der Meßeinrichtung und des Reaktors wesentlich erhöht wird, weil die erhöhten
Anforderungen an die Brennelementhüllen eines Reaktors mit Flüssigmetallkühlung einen Hüllenbruch begünstigen
können und deshalb Meßeinrichtungen der erfindungsgemäßen Art als Betriebseinrichtungen er
höhte Bedeutung gewinnen. Ferner sind alle wesentlichen Bauelemente von außen zugänglich und können
leicht gewartet werden.
Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Einrichtung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher beschrieben.
Durch den Gaseintritt 1 gelangt das mit Spaltprodukten beladene Trägergas in das Präzipitationsgefäß 2, das
zylindrisch ausgebildet und im Bereich der Gasaustrittsöffnung 3 flaschenförmig verengt ist. Auf dem
Flaschenhals ist eine Magnetspule 4 so aufgesetzt, daß deren Innenseite an einem Wandelement 5 anliegt, das
aus einem Nichtferromagnetikum besteht. Alle anderen Teile der Spule sind von einem ferromagnetischen
Mantel 6 eingeschlossen, so daß ionisierte Teilchen durch das als magnetische Linse wirkende, in den
Flaschenhals hineinwirkende Feld auf den geschwächten Teil des Deckels 7 gelenkt werden und dort
rekombinieren. Die beim radioaktiven Zerfall der präzipitierten Partikel auftretende Beta- und/oder
Gammastrahlung wird mit einem geeigneten, an der Außenseite des Deckels angeordneten Detektor 8
gemessen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Einrichtung zum Nachweis von Spaltprodukten durch Abscheiden fester Folgeprodukte von gasfärmigen
Spaltprodukten in einem Präzipitationsgefäß, das von einem die Spaltgase mitführenden Trägergas
durchströmt wird und mindestens eine Abscheideelektrode enthält, die einem Detektor zum
Messen der Radioaktivität der Folgeprodukte eng benachbart ist dadurch gekennzeichnet,
daß zum Abscheiden der ionisierten Folgeprodukte auf der Abscheideelektrode eine magnetische Linse
vorgesehen ist, die im wesentlichen aus einer das Präzipitationsgefäß umschließenden Spule besteht.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenseite der Spule an der
Außenseite der mindestens in diesem Bereich aus einem Nichtferromagnetikum bestehenden Wand
des Präzipitationsgefäßes aniiegt und die restliche
Oberfläche der Spule von einem Ferromagnetikum umschlossen ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abscheideelektrode als Teil
der Wand des Präzipitationsgefäßes ausgebildet ist und auf Erdpotential liegt.
4. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der verjüngte Teil des flaschenförmig
ausgebildeten Präzipitationsgefäßes mit einem Deckel abgeschlossen ist, der im wesentlichen
die Abscheideelektrode bildet.
5. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß außerhalb des Präzipitationsgefäßes
an der Außenseite des die Abscheideelektrode bildenden Deckels der Detektor zum Messen
der Radioaktivi'ät der an der Innenseite des Deckels präzipitierten Teilchen angeordnet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19702037053 DE2037053C3 (de) | 1970-07-25 | Einrichtung zum Nachwels von Spaltprodukten |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19702037053 DE2037053C3 (de) | 1970-07-25 | Einrichtung zum Nachwels von Spaltprodukten |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2037053A1 DE2037053A1 (en) | 1972-01-27 |
| DE2037053B2 DE2037053B2 (de) | 1976-08-12 |
| DE2037053C3 true DE2037053C3 (de) | 1977-03-24 |
Family
ID=
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