DE2036525A1 - Verfahren zur chromatographischen Auftrennung von Mehrstoffgemischen - Google Patents
Verfahren zur chromatographischen Auftrennung von MehrstoffgemischenInfo
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Description
BOEHRINGER MANNHEIM GMBH 1705
Verfahren zur chromatographischen Auftrennung von Mehrstoffgemischen
Die Säulenchromatographie ist in den letzten Jahren mehr und mehr zur Trennung von Substanzgemischen im technischen Maßstab herangezogen
worden. So kann beispielsweise Invertzucker chromatographisch
aufgetrennt werden, wobei man die Komponenten Glukose und Fruktose in reiner Form erhält.
Technische Chromatographieverfahren werden meist cyclisch durchgeführt,
d. h. Trenn- und Elutionsphasen wechseln im kontinuierlichen Betrieb einander ab. Um die Wirtschaftlichkeit von Trennanlagen
möglichst hoch zu halten, ist man bestrebt, die Auftrennung
von Gemischen an möglichst kurzen Säulen durchzuführen,
wobei die einzelnen Cyclen möglichst rasch aufeinander folgen sollen; es ist jedoch oft schwierig, unter den genannten Bedingungen
eine ausreichende Trennung zu erhalten. Besonders große Schwierigkeiten treten auf, wenn neben den zu gewinnenden
Hauptkomponenten noch Nebenprodukte abzutrennen sind, die die Cyclen so weit auseinanderziehen, daß die Wirtschaftlichkeit
des Trennverfahrens infrage gestellt wird.
Epimerisierte Stärkesirupe enthalten beispielsweise neben den Hauptkomponenten Glukose und Fruktose noch erhebliche Mengen
Di- und Polysaccharide. Aus den obengenannten Gründen war es bisher nicht möglich, aus diesem an sich wohlfeilen Ausgangsprodukt
den hochwertigen Bestandteil Fruktose mittels kontinuierlicher cyclischer Säulenchromatographie wirtschaftlich in
reiner Form zu gewinnen. Trennt man nämlich epimerisierte Stärkesirupe mittels cyclischer Säulenchromatographie auf, so
holen die relativ schnell laufenden verunreinigten Fraktionen die bereits getrennte Fruktosefraktion des vorhergehenden
Cyclus ein, wenn man den Cyclus nicht durch ein entsprechend langes EIutionsIntervall auseinanderzieht. Diese Elutionsintervalle
würden aber die Kapazität der Trennanlage um mehr als die Hälfte senken.
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Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu schaffen, welche es gestattet, aus Mehrstoffgemischen reine
Fraktionen in großtechnischem Maßstab mittels cyclischer Säulenchromatographie zu gewinnen«
Es wurde gefunden, daß man die für einen Cyclus benötigte Zeit erheblich verkürzen und so die obengenannten Nachteile
vermeiden kann, wenn man die Trennsäule in zwei Abschnitte unterteilt, die verunreinigte Fraktion am Ende des ersten
Abschnitts aus der Säule entfernt, gleichzeitig eine äquivalente Menge Elutionsmittel in den zweiten Säulenabschnitt
einleitet und nach Entfernung der verunreinigten Fraktion die beiden Säulenabschnitte so lange miteinander verbindet,
bis am -Ende des ersten Säulenabschnitts die verunreinigte Fraktion des nächsten Cyclus auftritt»
Durch diesen Kunstgriff kann die volle Säulenlänge zur cyclischen Trennung von Mehrstoffgemischen ausgenützt werdenο Die Verunreinigungen
haben außerdem auf die Dauer des Cyclus keinen Einfluß mehr, das heißt die Auftrennung des Mehrstoffgemisches
erfolgt genau so wirtschaftlich und schnell wie die Auftrennung eines nur die interessierenden Komponenten enthaltenden
Gemisches.
Das erfindungsgemäße Verfahren %-rarde mit epimerisierten Stärkesirupen
erprobt und hat sich als technisch außerordentlich fortschrittlich erwiesen.
Es versteht sich jedoch von selbst, daß das Verfahren bei allen großtechnischen Trennprozessen angewandt werden kann, wenn sich
die Laufzeit der Verunreinigungen von der der au gewinnenden Hauptkomponenten genügend unterscheidet.
Bei der Auftrennung von epimerisiertem Stärkesirup werden besonders
gute Trennergebnisse erhalten, wenn der zweite Säulenabschnitt etwa die doppelte Länge des ersten hat. Die besten Ergebnisse
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erhält man, wenn das Verhältnis des ersten zum zweiten Säulenabschnitt
möglichst klein ist. Die Länge des ersten Säulenabschnitts
verhält sich dabei zur Länge beider Säulenabschnitte wie die Differenz der Wanderungsgeschwindigkeiten der Hauptkomponenten
zur Differenz der Wanderungsgeschwindigkeit von erster Hauptkomponente und Verunreinigung. Es versteht sich
von selbst, daß zusätzliche Faktoren, wie z. B. die Säulenbelastung
und Inhomogenitäten der Säule es erfordern, die obigen Werte experimentell zu optimieren.
Anhand der Figur 1 soll das Verfahren im folgenden näher \
erläutert werden.
Aus dem Vorratstank S wird eine Lösung des Mehrstoffgemisches
durch die Pumpe 1 und die Zuleitung 2 in den ersten Säulenabschnitt 3 gepumpt. Nach einer vorbestimmten Zeit wird die
Pumpe 1 abgeschaltet und gleichzeitig aus dem Elutionsmittelreservoir W durch die Pumpe 4 und die Zuleitung 5 Elutionsmittel
in den ersten Säulenabschnitt 3.gepumpt, wobei die Förderleistung beider Pumpen 1 und 4 gleich ist. Nach Beendigung der Elutionsphase
wird die Pumpe 4 abgeschaltet und die Pumpe 1 wieder eingeschaltet. Die Pumpen 1 und 4 werden von einer Schaltuhr
nach empirisch bestimmten und fest eingestellten Zeitintervallen gesteuert.
Die den Säulenabschnitt 3 verlassende Flüssigkeit durchläuft einen Analysator 7, der je nach Konzentration der einzelnen
Fraktionen das Ventil 8 über ein Steuergerät 12 steuert. Wenn die Fraktion, welche nur aus Verunreinigungen besteht,
den Analysator 7 erreicht, wird das Ventil 8 so geschaltet, daß die den Säulenabschnitt 3 verlassende Flüssigkeit in den
Behälter D geleitet wird; gleichzeitig wird die Pumpe 9 eingeschaltet, welche aus dem Elutionsmittelbehälter W Elutionsmittel
in den Säulenabschnitt 10 pumpt, wobei die Förderleistung
genau derjenigen der Pumpen 1 bzw. 4 entspricht. Ab einer bestimmten Konzentration der den Analysator 7
durchlaufenden Flüssigkeit, d. h. wenn die Verunreinigungen
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entfernt sind und die Konzentration der ersten Hauptfraktion einen bestimmten Wert erreicht hat, wird das Ventil 8 so
umgeschaltet, daß der Analysator 7 direkt mit der Zuleitung verbunden wird (vgl. Fig. 2). Die Pumpe 9 ist in dieser
Schaltstellung ausgeschaltet, so daß zwischen dem Tank D und dem Tank W keine Verbindung besteht.
Durch ein in den Analysator 12 eingebautes Logikelement bleibt diese Schaltstellung so lange unverändert, bis die Konzentration
der den Analysator 7 durchlaufenden Flüssigkeit von O auf einen niedrigen Grenzwert ansteigt. Das ist der Fall, wenn
nach einem Zwischenlauf von reinem Elutionsmittel wieder Very
unreinigungen des nächsten Cyclus im Analysator 7 erscheinen»
Durch das erfindungsgemäße Verfahren gelangen in den längeren Säulenabschnitt 10 nur die Hauptfraktionen, welche weiter aufgetrennt
werden müssen.
Die weitere Auftrennung wird wie folgt durchgeführt:
Ein Analysator 13 schaltet das Ventil 15 über ein Steuergerät so, daß die erste Fraktion im Vorratstank G und die zweite
Fraktion im Vorratstank F gesammelt werden. Zwischenfraktionen/ die beide Komponenten enthalten, werden in den Tank G/F
geleitet.
Die Trennanlage enthält drei Steuereinheiten, welche in den Figuren 1 bzw. 2 gestrichelt umrandet sind. Die Steuereinheit I,
enthaltend die Schaltuhr 6 und die Pumpen 1 und 4, arbeitet völlig unabhängig und wird bei der Inbetriebnahme der Trennanlage
empirisch so eingestellt, daß die in der Steuereinheit III anfallenden Fraktionen lückenlos und mit möglichst geringer
Überschneidung aufeinander folgen.
Die Steuereinheit II, enthaltend den Analysator 7 mit Steuergerät 12 sowie das Ventil 8 und die Pumpe 9, dient zur Entfernung
der die Verunreinigungen enthaltenden Fraktionen, Der Analysator besteht aus einem einfachen Konzentrations-
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- ar -
meßgerät, wie ζ. B. einem Durchflußrefraktometer, dessen Meßergebnisse als proportionale Spannung dem Steuergerät 12
zugeleitet werden. Das Steuergerät 12 besitzt ein sogenanntes Logikelement, das beispielsweise aus einem Folgerelais
besteht und es ermöglicht, das Ventil 8 und die Pumpe 9 bei einer bestimmten Konzentration nur dann zu schalten, wenn
im Schaltzeitpunkt die Konzentration der den Analysator 7 durchfließenden Flüssigkeit im Ansteigen begriffen ist. Das
Steuergerät setzt auch während der Entnahme der die Verunreinigungen enthaltenden Fraktionen die Wasserpumpe 9 in Betrieb.
Die Steuereinheit III ist für die Trennung von Fruktose und Glukose
bereits beschrieben (Brit. Pat. 1 095 210) und besteht aus dem Analysator 13 mit Steuergerät 14 und dem Ventil 15. Sie dient dazu,
die Hauptfraktionen in die zugehörigen Tanks G, G/F und F zu leiten Der Analysator 13 besteht aus je einem Meßgerät für den Drehwinkel
und den Brechungsindex. Die Meßgeräte sind mit Durchflußkuvetten ausgestattet und liefern dem Steuergerät 14 jeweils
die Meßwerte in Form von proportionalen Spannungen. Das
Steuergerät 14 enthält einen Analogrechner, der die Teilkonzentrationen an Glukose und Fruktose gemäß Brit. Pat. I 095
errechnet und beim überschreiten der zulässigen Grenzkonzentrationen
über ein Schaltrelais das Ventil 15 steuert. Zur Kontrolle des Trennprozesses kann an den Analogrechner des
Steuergeräts 14 ein Mehrfarbenschreiber angeschlossen werden, der die Konzentrationen an Glukose und Fruktose als kontinuierliches
Elutionsdiagramm wiedergibt.
In Figur 2 ist die Steuereinheit II so geschaltet, daß der Säulenabschnitt 3 mit dem Säulenabschnitt 10 über das
Ventil 8 und die Zuleitung 11 direkt verbunden ist.
Im folgenden Beispiel ist das erfindungsgemäße Verfahren näher erläutert:
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·■%
Großtechnische Gewinnung reiner Fruktose aus epimerisiertem
Stärkesirup
S_äulenabme£sung_en ·
Säulenabschnitt 3 s Durchmesser ΪΟ cm,Länge 4,5 m
Säulenabschnitt 10 : Durchmesser 10 cm,Länge 9,0 m
Mit einer Laufgeschwindigkeit von β Litern/Stunde werden 2 Liter
einer 15 gew%igen epimerisierten Stärkesirup-Lösung auf den Säulenabschnitt 3 aufgegeben. Mach 20 Minuten wird die Pumpe
abgestellt und über die Pumpe 4 2,6Stunden Wasser mit einer Laufgeachwindigkeit von δ Litern/Stunde aus dem Tank W in den
Säulenabschnitt 3 gepumpt. Die Pumpen 1 und 4 versorgen nun in gleichbleibendem Rhytmus abwechselnd den Säulenabschnitt
Nach etwa 90 Minuten werden am Analysator 12 die ersten Veränderungen des Brechungsindex gemessen und das Ventil 8 so geschaltet,
daß das Eluat in den Tank D abfließt. Der Säulenabschnitt 10 wird nun von der Pumpe 9 mit Wasser versorgt.
Nach weiteren 90 Minuten sind die Verunreinigungen aus der Säule entfernt. Bei einer Konzentration von ca. 190 g
Glukose/Liter wird das Ventil 8 umgeschaltet und der Säulenabschnitt 3 mit dem Säulenabschnitt 10 verbunden. Das Eluat
wird nun im Säulenabschnitt 10 in üblicher Weise weiter aufgetrennt und in die Tanks G, G/F und P verteilt. Die
Fruktoselösung zeigt eine spezifische Drehung von ca. -92° und entspricht den Reinheitsanforderungen des DAB 7.
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Claims (8)
1. Verfahren zur großtechnischen Gewinnung reiner Fraktionen aus einem diese Fraktionen und Verunreinigungen enthaltenden
Gemisch mittels cyclischer Säulenchromatographie/ dadurch gekennzeichnet/ daß man die Trennsäule in zwei
Abschnitte unterteilt, die die Verunreinigungen enthaltenden Fraktionen am Ende des ersten Abschnitts aus der Säule
entfernt und gleichzeitig eine äquivalente Menge Elutionsmittel in den zweiten Säulenabschnitt einleitet/ worauf
die beiden Säulenabschnitte so lange miteinander verbunden werden,bis am Ende des ersten Säulenabschnitts
die die Verunreinigungen enthaltende Fraktion des nächsten Cyclus auftritt.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1 zur großtechnischen Gewinnung reiner Fruktose aus einem mit Disacchariden und Polysacchariden
verunreinigten Glukose-Fruktose-Sirup durch kontinuierliche Auftrennung an Ionenaustauschern mittels
cyclischer Elution, dadurch gekennzeichnet/ daß man die Trennsäule in zwei Abschnitte unterteilt, die verunreinigten
Fraktionen am Ende des ersten Abschnitts aus der Säule entfernt und gleichzeitig eine äquivalente Menge
Elutionsmittel in den zweiten Säulenabschnitt einleitet,
worauf die beiden Säulenabschnitte so lange miteinander verbunden werden, bis am Ende des ersten Säulenabschnitts
die verunreinigte Fraktion des nächsten Cyclus auftritt.
3. Verfahren gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Trennsäule so unterteilt, daß der zweite Säulenabschnitt
etwa die doppelte Länge des ersten aufweist.
4. Verfahren gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Zugabe des Gemisches sowie der Elutionsmittel mit Dosierpumpen erfolgt.
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5. Verfahren gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein mit Calciumionen beladener Ionenaustauscher verwendet
wird.
6. Verfahren gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Entnahme der Hauptfraktionen am Ende des zweiten
Säulenabschnittes mittels eines Analogrechners unter Verwendung der aus der Messung des Drehwinkels und des
Brechungsindexes der das System verlassenden Flüssigkeit gesteuert wird.
7. Verfahren gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß -die Abtrennung der verunreinigten Fraktionen mit
einem Ventil durchgeführt wird, das von einem Konzentrations-Analysator
und einem damit verbundenen Steuergerät gesteuert wird.
8. Verfahren gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der Konzentrations-Analysator aus einem proportionale Spannungen liefernden Refractometer mit Durchflußkuvette
besteht.
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| BHV | Refusal |