DE2032124B2 - Wassermine mit einem Antrieb - Google Patents
Wassermine mit einem AntriebInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Wassermine mit einem insbesondere als Rückstoßtriebwerk ausgebildeten
Antrieb, die Gleitbewegungen an der Wasseroberfläche ausführt
Aus der DE-PS 6 83 298 ist es u. a. bekannt. Torpedos
für Gleitbewegungen an der Wasseroberfläche mit besonders gestalteten Auftriebsflächen zu versehen.
Ein derartiger Tragflächen-Torpedo findet sich auch in »Hansa-Schiffahrt-Schiffbau-Hafenw-97. Jahrg. 1960,
Nr. 45/46, Seite 2324, Bilder 11, 12 und 13. Dieser ist ferngelenkt und weist als Antrieb einen Düsenantrieb
auf. Seine Lenkung erfolgt drahtlos von einem Schnellboot oder einem Flugzeug aus. Von derselben
lenkenden Stelle aus wird auch der Düsenantrieb drahtlos in Tätigkeit gesetzt, nachdem der besagte
Torpedo von einem Schnellboot oder Zerstörer aus etwa 15 bis 20 km vor dem jeweiligen Ziel ins Wasser
gebracht worden ist. Aus diesem hebt er sich mit zunehmender Geschwindigkeit mehr und mehr heraus,
bis er nurmehr mit seinen Tragflächen an der Wasseroberfläche entlanggleitet. Etwa 100 bis 200 m
vor dem Ziel wird der Anstellwinke! einer Steuertragfläche durch Schwenken einer Verbindungsstrebe drahtlos
um einen gewissen Betrag vergrößert, damit der Torpedo wieder in das Wasser eintaucht und unter
Wasser in einer bestimmten Tiefe weiterläuft.
Aus Lusar »Die deutschen Waffen und Geheimwaffen des 2. Weltkrieges«, 1956, Seite 136 ist schließlich noch
ein turbinengetriebener Kreislauf torpedo bekannt geworden, der in einen Hafen oder auch in einen Geleitzug
geschossen, eine bestimmte Strecke in geradem Kurs durchlief, dann in einen Kreislauf bzw. in Spiralen
überging und sich so sein Ziel suchte.
Aufgabe vorliegender Erfindung ist es, eine möglichst
hohe statistische Trefferwahrscheinlichkeit bei ungelenkten selbstangetriebenen Wasserminen eingangs
genannter Gattung zu erreichen.
Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, daß der Minenkörper diskusförmig ausgebildet und der
Minenantrieb zur Erzielung einer kreisförmigen Laufbahn mit bleibendem exzentrischen Kraftangriff am
Minenkörper angeordnet ist.
Die erfindungsgemäß ergriffenen Maßnahmen lassen sich auf einfache Art und Weise verwirklichen. Zum
Resultat haben sie eine Wassermine mit hervorragenden Gleiteigenschaften an der Wasseroberfläche, die bei
gleichgroßer Sprengladungsmenge in ihren äußeren Abmessungen wesentlich kleiner ausfällt als die
bekannten Wasserminen in Rede stehender Gattung. Als vorteilhaft erweist sich dies u. a. dann, wenn es
darum geht, große Minenstückzahlen mittels eines Schiffes, Flugzeuges, Hubschraubers oder dergleichen
zu verlegen. Zurückzuführen ist diese besonders kompakte Bauweise der erfindungsgemäßen Wassermine
auf deren spezielle Formgebung in Verbindung mit dein Fortfall der bei den bekannten gattungsgleichen
Wasserminen für eine gezielte Trefferwahrscheinlichkeit unter Wasser üblichen Maßnahmen wie Suchkopf
und/oder Steuereinrichtungen zugunsten einer hohen statistischen Trefferwahrscheinlichkeit. Erreicht wird
letztere deshalb, weil es bei der kreisförmigen Laufbahn, welche eine erfindungsgemsße Wassermine beim
Gleitvorgang an der Wasseroberfläche von sich aus
ίο beschreibt, allein schon durch Wasserströmungen,
Wellengang und Luftanströmungen fortlaufend zu unregelmäßigen Ortsverlagerungen kommt. Daß die
erfindungsgemäße Mine dabei aufgrund ihrer Formgebung einen beträchtlichen Auftrieb erfährt und Luft-Sprünge
ausführt, deren Häufigkeit und Weite mit wachsendem Wellengang zunehmen, wirkt sich auf die
vorbeschriebene Bahnverlagerung noch fördernd aus. Darüber hinaus führen solche Luftsprünge auch
wiederholte Umkehrungen des Minendrehsinns an der Wasseroberfläche herbei. Eine der positiven Folgen
derartiger Kreisbahnverlagerungen und Drehsinnänderungen ist die hohe Wahrscheinlichkeit, daß — vor allem
beim gleichzeitigen Einsatz mehrerer Minenexemplare — im Mittel jeder Punkt eines in der Größe von
Minenanzahl und Antriebsdauer abhängigen Abschnitts an der Wasseroberfläche berührt und somit ein in
diesem Abschnitt sich aufhaltendes Zielobjekt zerstört wird. Die zweite positive Folge solcher Kreisbahnverlagerungen
und Drehsinnumkehrungen liegt in deren Unregelmäßigkeit begründet. Dadurch ist nämlich bei
Sichtung einer erfindungsgemäßen Mine deren weiterer Bahnverlauf unberechenbar, so daß einem Feind die
Möglichkeit zu rechtzeitigen und gezielten Abwehrmaßnahmen genommen ist.
Ein Ausführungsbeispiel wird nachfolgend anhand der schematischen Zeichnungen näher beschrieben. Es
zeigt
Fig. la eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Wassermine teils in der Draufsicht, teils im Schnitt.
Fig. Ib die Wassermine gemäß Fig. la in der Seitenansicht,
F i g. 2 in größerem Maßstab einen Schnitt durch den Randbereich der Wassermine gemäß Fig. la und Ib,
und zwar entlang der Schnittlinie H-Il in Fig. la,
Fig. 3 ein Bahnschema mehrerer Exemplare der Wassermine gemäß F i g. 1 a und 1 b.
Die Wassermine gemäß Fig. la und Ib ist in Bereitschaftsstellung am Gewässergrund verankert und
im spezifischen Gewicht so bemessen, daß sie bei ihrer Freigabe einen Auftrieb erhält. Sie besteht aus einem
diskusförmig ausgebildeten Minenkörper 2 und einem Rückstoßtriebwerk 3, dessen Entriegelungseinrichtung
4 mit der Minenfreigabe funktionell gekoppelt ist.
Den diskusförmigen Minenkörper 2 bilden bei dieser Ausführungsform zwei koaxiale Gehäuse 5, 6. Im
zentralen Gehäuse 5 ist eine Sprengladung 7 untergebracht, welcher ein kombinierter Aufschlag- und
Annäherungszünder sowie ein Zeitablaufzünder zugeordnet ist. Das das zentrale Gehäuse 5 formschlüssig
umgebende Ringgehäuse 6 dient als Treibstoffbehälter. Es ist durch zwei Trennwände, deren überstehende Teile
9a, 96 gleichzeitig als Leitflächen fungieren, in zwei Abschnitte 10a, 10b unterschiedlichen Volumens unterteilt.
Von den beiden Ringgehäuseabschnitten 10a, 10i> enthält der volumenmäßig wesentlich kleinere (106,) ein
mit Druckgas gefülltes Gefäß 11 kugelförmiger Gestalt
für die Förderung der Treibstoffkomponenten in die Brennkammer des Rückstoßtriebwerks 3. Letzteres ist
in einer Ausnehmung 12 des volumenmäßig kleineren Ringgehäuseabschnitts IQb angeordnet Beiderseits der
Ausnehmung 12 weist der letztgenannte, für die Aufnahme von Wasser bestimmte Ringgehäuseabschnilt
iOb jeweils einen in Fahrtrichtung zeigenden Einlaufstutzen 13 auf. In jedem dieser Einlaufstutzen 13,
über welche das für den Betrieb der Wassermine 1 benötigte Wasser fortlaufend der Minenumgebung
entnommen werden kann, befinden sich — wie aus Fig.2 ersichtlich — der Gasblasenabscheidung dienliehe
Öffnungen 14, ein Filter 15 sowie ein Rückschlagventil 16.
Wie aus Fig. la und Ib ferner hervorgeht, ist das
Rückstoßtriebwerk 3 derart in der Ausnehmung 12 des volumenmäßig wesentlich kleineren Ringgehäuseab-Schnitts
106 bleibend angeordnet, daß sein Schubvektor 17 in der zur mit 18 bezeichneten Drehachse des
Minenkörpers 2 senkrechten Schwerpunktsebene 19 liegt und zum Körperschwerpunkt 20 sei'lich versetzt
ist. Die getroffene bleibende Anordnung des sowohl für Unter- als auch für Überwasserfahrt ausgelegten
Rückstoßtriebwerks 3 stellt sicher, daß die nach der Freigabe durch die wirksam werdenden Auftriebs- und
Antriebskräfte beschleunigt zur Wasseroberfläche auftauchende Wassermine 1 auf dieser Kreisbahnen
beschreibt. Durch Wellengang, Wasserströmungen und Luftströmungen erfahren die Drehzentrer dieser
Kreisbahnen fortlaufend unregelmäßige Verlagerungen bzw. Veränderungen. Außerdem erhält die Wassermine
1 aufgrund der diskusförmigen Ausbildung ihres Minenkörpers 2 auch bei der Berührung mit der
Wasseroberfläche Auftrieb, so daß sie während der Oberwasserfahrt die Unregelmäßigkeit ihrer Kreisbahnen
fördernde Luftsprünge vollführt, deren Weite. Häufigkeit und Richtung vom jeweiligen Wellengang
abhängig sind. Die vorgenannten Tatsachen gewährleisten vor allem dann, wenn gemäß dem in F i g. 3
wiedergegebenen Bewegungsschema mehrere Exemplare der vorbeschriebenen Wassermine 1 gleichzeitig
vom gemeinsamen Standort 21 am Gewässergrund an die in der Draufsicht zu sehende Wasseroberfläche 2?
gelangen und dort ihre unregelmäßigen Kreisbahnen 23 beschreiben, hohe Trefferwahrscheinlichkeiten im betreffenden
Flächenabschnitt.
Die Sprengladung der Wassermine 1 gemäß Fig. la
und Ib kann entweder für eine hohe Splitter- und Brandwirkung in einem geschlossenen Raum oder für
das Durchschlagen einer gepanzerten Wand ausgelegt sein. Im erstgenannten Fall ist es von Vorteil, wenn die
radial außenliegende Kante des Ringgehäuses 6 als Schneidkante ausgebildet und/oder der im zentralen
Gehäuse 5 untergebrachten Sprengladung eine Hohlladung zugeordnet ist. Im letztgenannten Fall sorgen
mehrere, über den Umfang des diskusförmigen Minenkörpers 2 gleichmäßig verteilte, magnetische Haltevorrichtungen
dafür, daß die Wassermine 1 beim Aufprall auf eine aus magnetischem Werkstoff bestehende, zu
zerstörende Wand bis zur Detonation ihrer Sprengladung daran haften bleibt.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentanspruch:Wassermine mit einem insbesondere als Rückstoßtriebwerk ausgebildeten Antrieb, die Gleitbewegungen an der Wasseroberfläche ausführt, dadurch gekennzeichnet, daß der Minenkörper (2) diskusförmig ausgebildet und der Minenantrieb (3) zur Erzielung einer kreisförmigen Laufbahn mit bleibendem exzentrischen Kraftangriff am Minenkörper (2) angeordnet ist
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19702032124 DE2032124C3 (de) | 1970-06-30 | 1970-06-30 | Wassermine mit einem Antrieb |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19702032124 DE2032124C3 (de) | 1970-06-30 | 1970-06-30 | Wassermine mit einem Antrieb |
Publications (3)
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|---|---|
| DE2032124A1 DE2032124A1 (de) | 1972-01-05 |
| DE2032124B2 true DE2032124B2 (de) | 1979-12-20 |
| DE2032124C3 DE2032124C3 (de) | 1980-09-04 |
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Family Applications (1)
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Families Citing this family (1)
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|---|---|---|---|---|
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1970
- 1970-06-30 DE DE19702032124 patent/DE2032124C3/de not_active Expired
Also Published As
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| DE2032124A1 (de) | 1972-01-05 |
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