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Gebiet der Erfindung
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Die vorliegende Erfindung betrifft
einen neuen Filmüberzug.
Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung einen neuen Filmüberzug zum
Erreichen einer kontrollierten Freisetzung aus pharmazeutischen
Formulierungen, wie Tabletten, Pellets etc., worin der Filmüberzug in
einer im wesentlichen wäßrigen Umgebung aufgetragen
wird. Außerdem
stellt die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines solchen
Filmüberzugs
bereit.
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Hintergrund
der Erfindung
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Die orale Verabreichung eines Wirkstoffs
ist die zweckmäßigste für den Patienten.
Angemessene Formulierungen müssen
ebenfalls die Anforderungen an Sicherheit und Einfachheit erfüllen. In
Abhängigkeit
von den Eigenschaften eines Wirkstoffs und den therapeutischen Erfordernissen
wird der Wirkstoff unterschiedlich formuliert, so daß der Wirkstoff
das gewünschte
Freisetzungsprofil hat.
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Für
viele aktive Stoffe oder Wirkstoffe ist es wünschenswert, daß die Formulierung
zur kontrollierten Freisetzung des aktiven Stoffes oder Wirkstoffs
führt.
Ein Beispiel für
einen solchen aktiven Stoff ist Metoprolol. Prinzipiell existieren
zwei Haupttypen von Formulierungsarzneiformen mit kontrollierter
Freisetzung; das Matrixsystem, in dem der Wirkstoff mit dem Matrixmaterial
(häufig
ein Polymer oder ein Wachs) vermischt wird; und das Wirkstoffreservoirsystem,
in dem der Wirkstoff zu einem Kern (Tablette oder Pellets) formuliert
wird, der von einem polymeren Film umgeben ist. Der Film ist dann
eine die Freisetzungsgeschwindigkeit kontrollierende Sperre, die
z.B. durch ihre Auflösungsgeschwindigkeit,
ihre Permeabilität,
die Löslichkeit
der Substanz etc. bestimmt wird.
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Eine populäre Formulierung mit kontrollierter
Freisetzung schließt
das Filmüberziehen
eines Wirkstoffs ein, der in kleinen diskreten Einheiten vorliegt.
Durch das Formulieren des Wirkstoffs zu diskreten Einheiten, die
von einem Filmüberzug
bedeckt sind, besitzt die Formulierung mehrere interessante Merkmale,
z.B. Flexibilität
in der Dosierung und Modifizierung der Freisetzungseigenschaften,
unterschiedliche Arzneiformen können
entwickelt werden, die Dosisgröße ist anpaßbar, um
für feste
Kombinationen zu passen, Tabletten können unterteilbar hergestellt
werden, etc. In einer Anzahl von Untersuchungen wurde gezeigt, daß eine sichere,
einfache und zweckmäßige Therapie
unter Verwendung dieses Prinzips für den Wirkstoff Metoprolol
und seine Salze erreicht werden könnte (Ragnarsson et al., Drug
Develop. Ind. Pharmacy 13, 1495 (1987); Sandberg et al., Eur. J.
Clin. Pharmacol. 33, S3 (1988) und S9 (1988); Ragnarsson et al.,
Int. J. Pharmaceutics 79, 223 (1992); Sandberg et al., ibid. 68,
167 (1991); Sandberg et al., Pharmaceutical Res. 10, 28 (1993);
Sandberg et al., Drug Invest. 6, 320 (1993); Sandberg, Dissertation,
Universität
Uppsala, 1994).
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Die Formulierung von Metoprolol zu
Pellets gemäß den oben
genannten Literaturstellen verwendete einen Filmüberzug, der aus einer Lösung aus
Ethylcellulose und Hydroxypropylmethylcellulose in einem organischen
Lösungsmittel
aufgesprüht
wird. Jedoch wird es aus Umweltgründen in der nahen Zukunft notwendig sein,
filmbildende Systeme auf Wasserbasis für diesen und andere, als Pelletsysteme
zu formulierende Wirkstoffe zu verwenden. Ebenfalls müssen Tablettenüberzüge allgemein,
die organische Lösungsmittel
verwenden, aus den gleichen Gründen
gegen filmbildende Materialien auf Wasserbasis ausgetauscht werden.
Daher wurden viele Anstrengungen darauf gerichtet, geeignete Systeme
auf Wasserbasis für
Filmüberzüge in Wirkstoffübertragungssystemen
zu finden.
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Filmbildende Polymerlatizes auf Wasserbasis
für die
pharmazeutische Industrie sind seit den früher 80iger Jahren bekannt,
als kommerzielle Dispersionen häufiger
auf dem Markt erschienen (z.B. Aquacoat, FMC Corp.; Eudragit E-30D,
Röhm Pharma).
Die weitere Entwicklung hat verschiedene andere Produkte ergeben,
die in einer Anzahl von Veröffentlichungen
untersucht und angegeben wurden (Petereit und Weisbrod, Eur. J.
Pharmaceutics and Biopharm. 47, 15 (1999); Petereit et al., ibid.,
41, 219 (1995); Amighi und Moës, STP
Pharma Sci. 7, 141 (1997); Bodmeier und Paeratukul, Pharm. Res.
11, 882 (1994); Ozturk et al., J. Controlled Release 14, 203 (1990);
Goodhart et al., Pharmaceutical Tech. April, 64 (1984); Bodmeier
und Paeratakul, Int. J. Pharmaceutics 152, 17 (1997); Bodmeier und
Paeratakul, Drug Develop. Ind. Pharmacy 20, 1517 (1994)).
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Ein Problem mit filmbildenden Polymeren
auf Wasserbasis besteht darin, daß zum Erhalt guter Eigenschaften
für den
Filmüberzug
Antihaftmittel hinzugegeben werden müssen. Antihaftmittel, die ebenfalls
Antiklebemittel genannt werden ("detackifiers"), Gleitmittel und
Schmiermittel sind allgemein bekannte Mittel und können häufig dazu
führen,
daß man
nicht leicht mit dem Filmüberzug
arbeiten kann. Üblicherweise
verwendete Antihaftmittel schließen Glycerylmonostearat (GMS),
Talkum und Kieselerde ein. Jedoch müssen diese Mittel häufig zuerst
mit anderen hinzugegebenen Materialien dispergiert werden, bevorzugt
mit Tensiden oder amphiphilen Polymeren, um homogenere Systeme zu
erhalten.
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Eine populäre Filmüberzugsdispersion ist Eudragit® NE30D
(Röhm).
Eudragit® NE30D
hat eine niedrige Glasübergangstemperatur
(Tg) und enthält
ca. 28,5 % G/G Teilchen des Copolymers Poly(ethylacrylat-comethylmethycrylat)
und ca. 1,5 % G/G des nichtionischen Tensids Nonoxynol 100 (ein
polyoxyethyliertes Nonylphenol) als Stabilisator. Jedoch muß zum Erhalt
der besten Sprühbedingungen
und des besten technischen Erscheinungsbildes der filmüberzogenen
Pellets das Antihaftmittel GMS zur Dispersion hinzugegeben werden,
wie von Petereit et al. 1995 (supra) und Petereit und Weisbrod (1999)
(supra) berichtet wurde. Jedoch wurde das GMS für die beste Leistung der Dispersion
während
des Versprühens
mit einem zusätzlichen
Tensid, z.B. Polysorbat 80 (PS80), dispergiert. Andererseits haben
wir festgestellt, daß es
schwierig war, Ergebnisse mit akzeptabler Reproduzierbarkeit in
Bezug auf z.B. Permeabilität
und Freisetzungsgeschwindigkeiten aus Formulierungen, die gemäß diesen
vorgeschlagenen Verfahren hergestellt wurden, zu erhalten. Eine
vorläufige
Erklärung
dafür könnte sein,
daß die
Eigenschaften der GMS/PS80-Dispersion, z.B. die Größe der dispergierten
Teilchen, stark von Verfahrensparametern wie Temperatur, Typ des
Mischens etc. abhängen, was
ebenfalls aus den Ergebnissen von Petereit et al. 1995 (supra) und
Petereit und Weisbrod (1999) (supra) geschlossen werden kann.
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Die Zugabe von Antihaftmitteln und
die Zugabe von oberflächenaktiven
Molekülen,
Talkum oder Stearaten mit Eudragit-Typen für die kontrollierte Freisetzung
unterschiedlicher Typen von Wirkstoffen wurde von einer großen Anzahl
von Gruppen berichtet, einschließlich Wolff et al., WO 00/13687;
Wolff et al. WO 00/13686; Nagy et al., WO 99/42087; Lee et al.,
WO 99/30685; Eichel et al.,
US
5 529 790 ; Eichel
US
5 478 573 ; Chen,
US
5 260 068 ; Petereit et al.,
EP
403 959 .
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Beispiele für andere, auf diesem Gebiet
bekannte Dispersionen sind Kollicoat® SR30D
(BASF), Eudragit® RL30D (Röhm) und
Eudragit® RS30D
(Röhm).
Jedoch bilden diese Polymerdispersionen aufgrund ihres hohen Tg
spröde
Filme und brauchen daher einen Weichmacher, wie Triacetin, Triethylcitrat
(TEC) oder Acetyltriethylcitrat (ATEC), um für die Überzugsanwendung und Filmbildung
nützlich
zu sein (K. Kolter et al., Proc. Int. Symp. Controlled Release Bioact.
Mater., 27, 425, 2000; G. Cole (Hrsg.) Pharmaceutical Coating Technology,
Taylor and Francis Ltd. 1995). Jedoch kann die Verwendung des Weichmachers
in einem Filmüberzug einen
destabilisierenden Effekt auf den Film haben, der wahrscheinlich
durch die Wanderung kleiner Moleküle verursacht wird, was dazu
führen
kann, daß der
Filmüberzug
zeitliche Veränderungen
seiner Eigenschaften aufweist (siehe z.B. Gutiérrez Rocca, Dissertation,
The University of Texas at Austin, 1993). Ebenfalls schafft die
Gegenwart von Stabilisatoren für
die Latexteilchen in einer Dispersion ähnliche Probleme wie z.B. hinzugegebene
Weichmacher; d.h. Wanderung der Stabilisatoren im Film, was dazu
führen
kann, daß der
Filmüberzug
zeitliche Veränderungen
seiner Eigenschaften aufweist.
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Daher stellen erhältliche Latexpolymere, wenn
sie als Überzugsmaterialien
verwendet werden, drei Hauptprobleme dar: (a) klebrige Pellets können aufgrund
eines niedrigen Tg resultieren, die dann zusätzliche Antihaftmittel oder
andere Additive/Exzipienten benötigen
würden,
(b) spröde
Pellets können
aufgrund eines hohen Tg resultieren, die dann zusätzlichen
Weichmacher oder andere Additive/Exzipienten benötigen würden, und (c) Wanderung von
Additiven/Exzipienten, z.B. Stabilisatoren, z.B. Emulgatoren, im
Film, der dann zeitliche Veränderungen
der Eigenschaften aufweisen könnte.
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JP 01-113322 offenbart eine Emulsion,
die zum Überziehen
von Wirkstoffen geeignet ist, um eine langsame Freisetzung bereitzustellen,
und die Ethylacrylat (EA)-Methylmethacrylat (MMA)-2-Hydroxyethylmethacrylat
(HEMA) umfaßt.
Das Verhältnis
der copolymerisierten Monomere im Copolymer EA:MMA ist 3:1 bis 1:3,
und dasjenige von HEMA zu (EA und MMA) ist 1:2 bis 1:10. Weitere
Einzelheiten dieser Formulierungen werden in den drei nachfolgenden
Veröffentlichungen
angegeben.
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Lactose-Mikrokapseln mit verzögerter Freisetzung,
die mit Copolymeren filmüberzogen
sind, die durch Emulsionspolymerisation wäßriger Dispersionen von Ethylacrylat
(EA)-Methylmethacrylat (MMA)-2-Hydroxyethylmethacrylat
(HEMA) hergestellt werden, werden in Chem. Pharm. Bull. 36 (8),
3070-3078 (1988) offenbart. Die Molverhältnisse der verwendeten EA,
MMA und HEMA betrugen 12:6:X, 9:9:X und 6:12:X, worin X 4, 6 oder
8 ist. Der verwendete Emulgator war Natriumdodecylsulfat (SDS).
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Die Eigenschaften solcher Filmüberzüge wurden
ferner angegeben in Chem. Pharm. Bull. 41(6), 1342-1136 (1993).
Die Schlußfolgerung
dieser Veröffentlichung
war, daß keine
Monomerzusammensetzung von Copoly(EA-MMA-HEMA) gefunden wurde, die
alle der folgenden Eigenschaften aufwies: einen niedrigen Agglomerationsgrad,
eine niedrige Permeabilität
und eine hohe Polymerausbeute.
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Chem. Pharm. Bull 42(6) 1308-1314
(1994) offenbart, daß die
Verwendung von gemischten Copolymerlatizes oder Verbund-Kern-Hüll-Latizes notwendig ist, um
die erforderliche Kombination von Eigenschaften, z.B. Agglomeration,
niedrige Membranpermeation und hohe Überzugseffizienz, zu erhalten,
die zu Herstellung eines Films erforderlich ist, der EA, MMA und
HEMA umfaßt,
der erfolgreich Lactose mikroverkapseln kann. Die verwendeten Molverhältnisse
von EA, MMA und HEMA waren EA, MMA und HEMA mit 6:12:8 und 12:6:4.
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In den drei unmittelbar zuvor genannten
Veröffentlichungen
werden viel höhere
Mengen von HEMA (typischerweise im Bereich von 22 bis 36 Gew.-%
des Polymers) als in der vorliegenden Erfindung verwendet. Ebenfalls
gibt es keine Offenbarung der Entfernung von Emulgator nach der
Polymerisation.
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US
3 775 537 offenbart Filmüberzüge, die Copolymere aus einem
Hydroxyalkylester einer Acrylsäure und
wenigstens einem Ester aus Acrylsäure oder Methacrylsäure mit
einem C
1–8-Alkanol
umfassen, worin die Polymerisation und das Überziehen in einem organischen
Lösungsmittel
erfolgen.
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EP
0 228 879 offenbart vernetzte Polymere, die Ethylacrylat,
Methylmethacrylat und einen Hydroxyalkylester von Methacrylsäure oder
Acrylsäure
umfassen. Solche vernetzten Ester sind nicht zur Verwendung beim Überziehen
pharmazeutischer Verbindungen aufgrund der möglichen Gegenwart von Restvernetzungsmitteln
geeignet, die reaktive Moleküle
sind.
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Zweck der Erfindung
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Der Zweck der vorliegenden Erfindung
ist es, ein neues Filmüberzugssystem
bereitzustellen, das nicht die oben genannten Probleme aufweist.
Die Vorteile des neuen Filmüberzugssystems
sind z.B., daß keine
zusätzlichen
Additive/Exzipienten zur Dispersion vor dem Filmbildungsprozeß hinzugegeben
werden müssen, und
daß Nicht-Klebrigkeit und Reproduzierbarkeit
während
der Verarbeitung erreicht werden. Ein anderer Aspekt der Erfindung
ist es, ein Verfahren zur Synthese der Polymerdispersionen sowie
ihre Verarbeitung zu überzogenen
Formulierungen, z.B. Pellets oder Tabletten, unter Verwendung dieses
neuen Filmbildungssystems bereitzustellen.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Die Erfindung beruht auf einem neuen
Copolymer. Die Anmelder haben festgestellt, daß dieses Polymer als filmbildendes
Polymer auf Wasserbasis verwendet werden kann, um pharmazeutische
Kerne zu überziehen.
Der Filmüberzug
kann als Sperre dienen, um eine beinahe konstante Freisetzung (0.
Ordnung) aus der Formulierung zu ergeben. Zusätzlich sind die physikalischen
Eigenschaften des erzeugten Films derart, daß minimale Verarbeitungsprobleme,
wie Klebrigkeit, angetroffen werden. Außerdem können die Filme reproduzierbar
mit diesen verbesserten Eigenschaften hergestellt werden und sind
lagerstabil.
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Ausführliche
Beschreibung der Erfindung
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Die vorliegende Erfindung stellt
ein Copolymer bereit, das die folgenden Monomere umfaßt:
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- Acrylsäure
oder einen Ester davon im Bereich von 40 bis 80 Gew.-%;
- Methacrylsäure
oder einen Ester davon im Bereich von 20 bis 60 Gew.-%; und
- ein polymerisierbares Tensid im Bereich von 0,01 bis 9 Gew.-%.
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Oben und nachfolgend bezeichnen die
Prozentanteile den gewichtsbezogenen Prozentanteil jedes Monomers
in der Summe der Monomermassen. Die Summe der Prozentanteile jedes
Monomers ist derart, daß das
Gesamtgewicht immer 100 % ist.
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Der Begriff Acrylsäure oder
ein Ester davon, wie hier verwendet, bezeichnet einen Vertreter
der folgenden oder Mischungen daraus: Acrylsäure, einen Alkylester von Acrylsäure, insbesondere
einen C1–4-Alkylester, z.B.
einen Methyl-, Ethyl-, Propyl- oder Butylester, oder einen hydroxylierten
Acrylester.
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Der Begriff Methacrylsäure oder
ein Ester davon, wie hier verwendet, bezeichnet einen Vertreter
der folgenden oder Mischungen daraus: Methacrylsäure, einen Alkylester von Methacrylsäure, insbesondere
einen C1–4-Alkylester,
z.B. Methyl-, Ethyl-, Propyl- oder Butylester, oder einen hydroxylierten
Methacrylester.
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Der Begriff polymerisierbares Tensid,
wie hier verwendet, bezeichnet ein Alkenyl-Monomer, das polymerisiert
werden kann und ebenfalls oberflächenaktiv
ist (z.B. eine Verbindung der Formel (I) wie nachfolgend beschrieben
oder oberflächenaktive
Derivate von Maleinsäure).
Ein bevorzugtes Alkenylfunktionelles Monomer hat sowohl hydrophobe
als auch hydrophile Teile und ist oberflächenaktiv, so daß es an
Latexteilchenoberflächen
während
und nach der Synthese binden wird. Beispiele für polymerisierbare Tenside
schließen
die folgenden ein: Emulsogen R 109 (Clariant), Emulsogen R 307 (Clariant),
Sinnoester CPM1-3 (Cognis), Maxemul 5010 (Unigema), Maxemul 5011
(Unigema), PEM63P (Laporte), PEM63E (Laporte), MPEG 230 MA (Prochema),
MPEG 400 MA (Prochema), MPEG 550 MA (Laporte), MPEG 750 MA (Röhm), Polyethylenglykolacrylate
und -methacrylate, Alkylpolyethylenglykolacrylate und -methacrylate,
Acrylat- und Methacrylatester von
Copolymeren von Ethylenglykol und Propylenglykol oder Butylenglykol.
Ein bevorzugtes polymerisierbares Tensid ist ein durch die Formel
(I) gekennzeichnetes Monomer:
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worin m eine ganze Zahl von 1 bis
55 ist,
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R1 Wasserstoff oder Methyl ist und
-
R2 Wasserstoff oder eine Kohlenstoffkette
mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen ist.
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Mischungen aus einem oder mehreren
polymerisierbaren Tensiden können
ebenfalls verwendet werden.
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Die Mengen der Monomere werden variiert,
um Tg und Hydrophobie/Hydrophilie zu variieren.
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Bevorzugt umfaßt das Polymer der Erfindung
ein Copolymer aus den folgenden Monomeren:
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- Ethylacrylat im Bereich von 40 bis 80 Gew.-%;
- Methylmethacrylat im Bereich von 20 bis 60 Gew.-%; und
- ein durch die Formel (I) gekennzeichnetes Monomer:
-
-
worin m eine ganze Zahl von 1 bis
55 ist,
-
R1 Wasserstoff oder Methyl ist und
-
R2 Wasserstoff oder eine Kohlenstoffkette
mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen ist,
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im Bereich von 0,01 bis 9 Gew.-%.
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Es ist selbstverständlich,
daß die
Kohlenstoffkette in Verbindungen der Formel (I) eine gesättigte Kohlenwasserstoffkette
der allgemeinen Formel CnH2n+1
ist, die linear oder verzweigt sein kann. Z.B. könnte eine Kohlenstoffkette
mit 3 Kohlenstoffatomen Propyl oder Isopropyl sein.
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In einem anderen Aspekt stellt die
vorliegende Erfindung eine wäßrige Polymerdispersion
bereit, die durch Polymerisation der folgenden Monomere in Wasser
in Gegenwart eines Emulgators erhältlich ist:
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- Acrylsäure
oder ein Ester davon im Bereich von 40 bis 80 Gew.-%;
- Methacrylsäure
oder ein Ester davon im Bereich von 20 bis 60 Gew.-%; und
- ein polymerisierbares Tensid im Bereich von 0,01 bis 9 Gew.-%.
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In noch einem anderen Aspekt stellt
die vorliegende Erfindung eine wäßrige Polymerdispersion
bereit, die durch Polymerisation der folgenden Monomere in Wasser
in Gegenwart eines emulgierenden Mittels erhältlich ist:
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- Ethylacrylat im Bereich von 40 bis 80 Gew.-%;
- Methylmethacrylat im Bereich von 20 bis 60 Gew.-%; und
- ein Monomer der Formel (2) im Bereich von 0,01 bis 9 Gew.-%.
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Ohne an die Theorie gebunden zu sein
zu wünschen,
ist es bekannt, daß Emulgatoren
in einer wäßrigen Emulsionspolymerisation
notwendig sind, um eine gleichförmige Polymerisationsreaktion
zu erleichtern, und daß nach
der Polymerisation Emulgatoren oder Tenside notwendig sind, um eine
Agglomeration der erzeugten Polymerteilchen zu verhindern. Es ist
wesentlich, eine gleichförmige
Dispersion des Polymers in Wasser zum Beginn eines Filmüberzugsprozesses
zu besitzen. Jedoch haben wir festgestellt, daß die Gegenwart von verbleibendem
Emulgator, z.B. Natriumdodecylsulfat, eine Instabilität des erzeugten
Filmüberzugs
verursacht, die zur Verschlechterung der Freisetzungseigenschaften
des überzogenen
Wirkstoffs bei Lagerung führt.
Ferner wurde überraschend
festgestellt, daß dann,
wenn die Menge des Emulgators mit niedrigem Molekulargewicht (weniger
als 15 kD) (verwendet im Polymerisationsprozeß) in der Copolymerdispersion
reduziert oder eliminiert oder durch ein polymerisierbares nichtionisches
Tensid im Polymerisationsprozeß ersetzt wird,
der fertige Filmüberzug
verbesserte zeitliche physikalische Eigenschaften besitzt. Die vorliegende
Erfindung hat Verfahren zum Erhalt wäßriger Polymerdispersionen
gefunden, die stabil in bezug auf Agglomeration sind und zur Bildung
von Filmüberzügen mit
guten verzögerten
Freisetzungseigenschaften verwendet werden können, die nicht signifikant
durch Lagerung beeinträchtigt
werden.
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In einem anderen Aspekt stellt die
vorliegende Erfindung eine wäßrige Polymerdispersion
bereit, die durch Polymerisation der folgenden Monomere in Wasser
in Gegenwart eines emulgierenden Mittels erhältlich sind:
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- Acrylsäure
oder ein Ester davon im Bereich von 40 bis 80 Gew.-%;
- Methacrylsäure
oder ein Ester davon im Bereich von 20 bis 60 Gew.-%; und
- ein polymerisierbares Tensid im Bereich von 0,01 bis 9 Gew.-%;
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worin dann, wenn das emulgierende
Mittel ein Emulgator mit einem Molekulargewicht von weniger als 15
kD ist, dieser teilweise oder vollständig nach der Polymerisationsreaktion
entfernt wird.
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In noch einem anderen Aspekt stellt
die vorliegende Erfindung eine wäßrige Polymerdispersion
bereit, die durch Polymerisation der folgenden Monomere in Wasser
in Gegenwart eines emulgierenden Mittels erhältlich ist:
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- Ethylacrylat im Bereich von 40 bis 80 Gew.-%;
- Methylmethacrylat im Bereich von 20 bis 60 Gew.-%; und
- ein Monomer der Formel (I) im Bereich von 0,01 bis 9 Gew.-%;
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worin dann, wenn das emulgierende
Mittel ein Emulgator mit einem Molekulargewicht von weniger als 15
kD ist, dieser teilweise oder vollständig nach der Polymerisationsreaktion
entfernt wird.
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Falls der Emulgator ein Molekulargewicht
von weniger als 15 kD hat, dann wird dieser geeignet auf eine Gesamtmenge
von weniger als 0,67 % G/G des Gesamtpolymergehalts des trockenen
Filmüberzugs
reduziert, der letztlich erzeugt wird (z.B. im Bereich von 0,0001
bis 0,67 % G/G), bevorzugt weniger als 0,5 % G/G (z.B. im Bereich
von 0,001 bis 0,5 % G/G), besonders bevorzugt weniger als 0,05 %
G/G (z.B. im Bereich von 0,01 bis 0,05 % G/G).
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Geeignet wird die Reduktion der Konzentration
oder die Eliminierung des Emulgators durch fachbekannte Techniken
durchgeführt.
Diese schließen
ein (M.C. Wilkinson et al., Advances in Colloid and Interface Science
81, 77 (1999)), aber sind nicht beschränkt auf Dialyse, Mikrofiltration,
Serumaustausch, Ultrafiltration, Diafiltration, Kreuzflußmikrofiltration,
Zentrifugieren-Dekantieren, Ionenaustausch, Austausch mit Harzen,
Aktivkohletuch, Dampfstrippen, Gelfiltration und spezielle Polymerisationstechniken.
Bevorzugt wird der Emulgator teilweise oder vollständig durch
Dialyse entfernt.
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Das polymerisierbare Tensid kann
als Emulgator während
der Polymerisation wirken und die Agglomeration der erhaltenen Polymerdispersion
verhindern. Daher stellt die vorliegenden Erfindung in einem weiteren
Aspekt eine wäßrige Polymerdispersion
bereit, die durch die Polymerisation der folgenden Monomere in Wasser
erhältlich
ist:
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- Acrylsäure
oder ein Ester davon im Bereich von 40 bis 80 Gew.-%;
- Methacrylsäure
oder ein Ester davon im Bereich von 20 bis 60 Gew.-%; und
- ein polymerisierbares Tensid im Bereich von 0,01 bis 9 Gew.-%.
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In noch einem anderen Aspekt stellt
die vorliegende Erfindung eine wäßrige Polymerdispersion
bereit, die durch Polymerisation der folgenden Monomere in Wasser
erhältlich
ist:
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- Ethylacrylat im Bereich von 40 bis 80 Gew.-%;
- Methylmethacrylat im Bereich von 20 bis 60 Gew.-%; und
- ein Monomer der Formel (I) im Bereich von 0,01 bis 9 Gew.-%.
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In einem anderen Aspekt stellt die
Erfindung einen Film zur Verwendung beim Überziehen pharmazeutischer
Formulierungen bereit, erhältlich
durch Entfernung von Wasser aus einer der oben beschriebenen wäßrigen Dispersionen.
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In einem anderen Aspekt stellt die
Erfindung eine wäßrige Filmüberzugsdispersion
zur Verwendung beim Überziehen
pharmazeutischer Formulierungen bereit, um eine kontrollierte Freisetzung
zu liefern, und die ein Copolymer umfaßt aus:
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- Acrylsäure
oder einem Ester davon im Bereich von 40 bis 80 Gew.-%;
- Methacrylsäure
oder einem Ester davon im Bereich von 20 bis 60 Gew.-%; und
- einem polymerisierbaren Tensid im Bereich von 0,01 bis 9 Gew.-%.
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In noch einem anderen Aspekt stellt
die Erfindung eine wäßrige Filmüberzugsdispersion
zur Verwendung beim Überziehen
pharmazeutischer Formulierungen bereit, um eine kontrollierte Freisetzung
zu liefern, und die ein Copolymer umfaßt aus:
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- Ethylacrylat im Bereich von 40 bis 80 Gew.-%;
- Methylmethacrylat im Bereich von 20 bis 60 Gew.-%; und
- ein Monomer der Formel (I) im Bereich von 0,01 bis 9 Gew.-%,
-
worin m eine ganze Zahl von 1–55 ist,
R1 Wasserstoff oder Methyl ist und R2 Wasserstoff oder eine Kohlenstoffkette
mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen ist.
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Gegebenenfalls kann der Filmüberzug einen
oder mehrere pharmazeutisch akzeptable Additive/Exzipienten einschließen.
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Der Filmüberzug wird aus einer wasserhaltigen
Flüssigkeit
abgeschieden.
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In einem anderen Aspekt stellt die
Erfindung einen Filmüberzug
bereit, der einen pharmazeutischen Kern bedeckt, worin der Kern
einen pharmakologisch aktiven Bestandteil umfaßt und der Filmüberzug ein
Copolymer umfaßt
aus:
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- Acrylsäure
oder einem Ester davon im Bereich von 40 bis 80 Gew.-%;
- Methacrylsäure
oder einem Ester davon im Bereich von 20 bis 60 Gew.-%; und
- einem polymerisierbaren Tensid im Bereich von 0,01 bis 9 Gew.-%.
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In noch einem anderen Aspekt stellt
die Erfindung einen Filmüberzug
bereit, der einen pharmazeutischen Kern bedeckt, worin der Kern
einen pharmakologisch aktiven Bestandteil umfaßt und der Filmüberzug ein
Copolymer umfaßt
aus:
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- Ethylacrylat im Bereich von 40 bis 80 Gew.-%;
- Methylmethacrylat im 20 bis 60 Gew.-%; und
- einem Monomer der Formel (I) im Bereich von 0,01 bis 9 Gew.-%
-
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worin m eine ganze Zahl von 1–55 ist,
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R1 Wasserstoff oder Methyl ist und
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R2 Wasserstoff oder eine Kohlenstoffkette
mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen ist.
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Der pharmakologisch aktive Bestandteil
kann jeder aktive Bestandteil sein. In einer Ausführungsform ist
der aktive Bestandteil ein beta-blockierendes adrenerges Mittel,
wie Metoprolol oder ein pharmazeutisch akzeptables Salz davon. Das
Metoprololsalz kann ein Tartrat-, Succinat-, Fumarat- oder Benzoatsalz
sein.
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In einem anderen Aspekt der Erfindung
stellt die Erfindung eine pharmazeutische Formulierung bereit, die
folgendes einschließt:
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- a) einen pharmazeutischen Kern, der einen pharmakologisch
aktiven Bestandteil umfaßt;
und
- b) einen Filmüberzug,
der ein Copolymer aus den folgenden Monomeren umfaßt:
Acrylsäure oder
ein Ester davon im Bereich von 40 bis 80 Gew.-%;
Methacrylsäure oder
ein Ester davon im Bereich von 20 bis 60 Gew.-%; und
ein polymerisierbares
Tensid im Bereich von 0,01 bis 9 Gew.-%.
-
In noch einem anderen Aspekt der
Erfindung stellt die Erfindung eine pharmazeutische Formulierung bereit,
die folgendes einschließt:
-
- a) einen pharmazeutischen Kern, der einen pharmakologisch
aktiven Bestandteil umfaßt;
und
- b) einen Filmüberzug,
der ein Copolymer aus den folgenden Monomeren umfaßt:
Ethylacrylat
im Bereich von 40 bis 80 Gew.-Teile;
Methylmethacrylat im Bereich
von 20 bis 60 Gew.-%; und
ein Monomer der Formel (I) im Bereich
von 0,01 bis 9 Gew.-%
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-
worin m eine ganze Zahl von 1–55 ist,
-
R1 Wasserstoff oder Methyl ist und
-
R2 eine Kohlenstoffkette mit 1 bis
20 Kohlenstoffatomen oder Wasserstoff ist.
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Gegebenenfalls kann der Filmüberzug einen
oder mehrere pharmazeutisch akzeptable Additive/Exzipienten einschließen. Der
Filmüberzug
wird aus einer wasserhaltigen Flüssigkeit
abgeschieden, bevorzugt aus Wasser.
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Die Erfindung stellt ebenfalls eine
pharmazeutische Formulierung bereit, die einen pharmakologisch aktiven
Bestandteil einschließt,
der in einer Mehrzahl von Perlen bereitgestellt ist, worin jede
der Perlen mit einem Filmüberzug
wie hier beschrieben überzogen
ist. In einer Ausführungsform
kann die Formulierung eine Formulierung mit kontrollierter Freisetzung
sein. Der pharmakologisch aktive Bestandteil ist bevorzugt ein Bestandteil,
der Aktivität
in der Behandlung von kardiovaskulären oder gastrointestinalen
Krankheiten besitzt. In einer Ausführungsform ist der pharmakologisch
aktive Bestandteil ein beta-blockierendes adrenerges Mittel, wie
Metoprolol oder ein pharmazeutisch akzeptables Salz davon. Das Metoprololsalz
ist ein Tartrat-, Succinat-, Fumarat- oder Benzoatsalz.
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Die Erfindung umfaßt ferner
ein Verfahren zur Herstellung eines Polymers, das das Polymerisieren
in Wasser in Gegenwart eines Emulgators umfaßt von:
-
- Acrylsäure
oder einem Ester davon im Bereich von 40 bis 80 Gew.-%;
- Methacrylsäure
oder einem Ester davon im Bereich von 20 bis 60 Gew.-%; und
- einem polymerisierbaren Tensid im Bereich von 0,01 bis 9 Gew.-%.
-
Die Erfindung umfaßt ebenfalls
ferner ein Verfahren zur Herstellung eines Polymers, umfassend das Polymerisieren
in Wasser in Gegenwart eines Emulgators von:
-
- Ethylacrylat im Bereich von 40 bis 80 Gew.-%;
- Methylmethacrylat im Bereich von 20 bis 60 Gew.-%; und
- einem Monomer der Formel (I) im Bereich von 0,01 bis 9 Gew.-%
-
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worin m eine ganze Zahl von 1–55 ist,
-
R1 Wasserstoff oder Methyl ist und
-
R2 eine Kohlenstoffkette mit 1 bis
20 Kohlenstoffatomen oder Wasserstoff ist.
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Die Erfindung schließt ebenfalls
ein Verfahren zur Herstellung einer Filmüberzugszusammensetzung wie
hier beschrieben ein, welches das Polymerisieren der Dispersionen,
die Ethylacrylat, Methylmethacrylat und das hier beschriebene Monomer
enthalten, im Bereich von 1 bis 100°C, z.B. 10 bis 100°C, umfaßt. Die Reaktionen
werden mit einem Initiator gestartet, wie er fachbekannt ist.
-
Die Erfindung schließt ferner
ein Verfahren zur Herstellung einer Formulierung wie hier beschrieben ein,
die durch das oben beschriebene Filmüberziehen aufgetragen wird.
-
Die Erfindung schließt ebenfalls
ein Verfahren zur Herstellung einer Formulierung ein, die eine Mehrzahl
von Perlen mit einem Filmüberzug
wie oben beschrieben einschließt.
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Bevorzugte Werte der Substituenten
R1 und R2 und der ganzen Zahl m im Polymer, der Dispersion und dem
Filmüberzug
und den Verfahren zu ihrer Herstellung werden jetzt angegeben. Es
ist selbstverständlich,
daß diese
Wert in hier zuvor und nachfolgend beschriebenen Ausführungsformen
verwendet werden können.
In einer Ausführungsform
ist m eine ganze Zahl von 2 bis 55. In einer bevorzugten Ausführungsform
ist R1 Wasserstoff oder Methyl. Zum Beispiel ist R1 Wasserstoff.
Zum Beispiel ist R1 Methyl. In einer bevorzugten Ausführungsform
hat R2 11 bis 18 Kohlenstoffatome, z.B. 12, 13, 14, 15, 16 oder
17 Kohlenstoffatome. Zum Beispiel hat R2 11 Kohlenstoffatome. Zum
Beispiel hat R2 12 Kohlenstoffatome. Zum Beispiel hat R2 13 Kohlenstoffatome.
Zum Beispiel hat R2 14 Kohlenstoffatome. Zum Beispiel hat R2 15
Kohlenstoffatome. Zum Beispiel hat R2 16 Kohlenstoffatome. Zum Beispiel
hat R2 17 Kohlenstoffatome. Zum Beispiel hat R2 18 Kohlenstoffatome.
Bevorzugt ist R2 H oder hat 11, 13 oder 18 Kohlenstoffatome. In
einer bevorzugten Ausführungsform
ist die ganze Zahl m bevorzugt 2 bis 55, z.B. ist m eine ganze Zahl
von 2 bis 4, z.B. 2, 3 oder 4. In einer anderen Ausführungsform
ist m eine ganze Zahl von 10 bis 25, z.B. 10, 11, 12, 13, 14, 15,
16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24 oder 25. Am meisten bevorzugt
ist m 4, 9, 10 oder 25.
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In einer Ausführungsform ist das Monomer
definiert als m ist 4, R1 ist Wasserstoff und R2 hat 13 Kohlenstoffatome.
In einer anderen Ausführungsform
ist das Monomer definiert als m ist 10, R1 ist Wasserstoff und R2
hat 11 Kohlenstoffatome. In noch einer anderen Ausführungsform
ist das Monomer definiert als m ist 25, R1 ist Wasserstoff und R2
hat 18 Kohlenstoffatome. In noch einer weiteren Ausführungsform
ist m 9, R1 ist Methyl und R2 ist H. Diese Monomere sind ebenfalls
als Alkylpolyethoxyacrylat-Monomere bekannt.
-
In noch einer anderen Ausführungsform
ist das Monomer definiert als m ist 1, R1 ist Methyl und R2 ist Wasserstoff.
Dieses Monomer ist ebenfalls als Hydroxyethylmethacrylat bekannt.
-
Der Filmüberzug wie hier beschrieben
erfordert die Zugabe keiner zusätzlichen
Additive/Exzipienten. Natürlich
könnte
es aus unterschiedlichen Gründen
angemessen sein, zusätzliche
Additive/Exzipienten hinzuzugeben, um spezielle Anforderungen zu
erfüllen,
z.B. unter extremen Verarbeitungsbedingungen, Vermischen etc. Solche
Additive/Exzipienten sind den Fachleuten bekannt und können sein,
aber sind nicht beschränkt
auf:
-
Antihaftmittel (z.B. Talkum und Magnesiumstearat),
Bindemittel (z.B. Saccharose, Glucose, Stärke und Cellulose), Farbstoffe
(z.B. Titandioxid und Eisenoxid), Verdünnungsmittel (z.B. Lactose,
Mannit und Sorbit), Tablettensprengmittel (z.B. Stärkederivate,
Tone, Alginate und Gummen), Gleitmittel (z.B. Kieselerde und Paraffine),
Schmiermittel (z.B. Wachse und Natriumstearylfumarat), Tenside (anionische,
z.B. Natriumlaurylsulfat; kationische, z.B. Hexyldodecylammoniumbromid;
nichtionische, z.B. Tween) und Polymere (Cellulose-Derivate, z.B.
Hydroxypropylcellulose; Polysaccharid, z.B. Xanthan; andere natürliche Polymere,
wie Proteine, z.B. Albumin; natürliche
Kautschuke; synthetische Polymere, z.B. Poly(meth)acrylate, Polyamide,
Polyanhydride, Polyvinylalkohol, Polyvinylacetat, PEO-PPO-Block-Copolymere,
Polyvinylpyrrolidon). Die Verwendung dieser Materialien wird z.B.
beschrieben in H.A. Lieberman, L. Lachman (Hrsg.): "Pharmaceutical Dosage
Forms: Tablets" Band
I (Marcel Dekker Inc., NY 1980), M.E. Aulton (Hrsg.): "Pharmaceutics, The
science of dosage form design" (Curchill
Livingstone 1988), und A.H. Kibbe (Hrsg.): "Handbook of Pharmaceutical Excipients" (American Pharmaceutical
Association, Washington DC und Pharmaceutical Press, London, 2000). Die
Mengen solcher Additive/Exzipienten hängen vom spezifischen Zweck
wie in diesen Literaturstellen beschrieben ab.
-
Um unterschiedliche Wirkungen zu
erhalten, wie geeignete Freisetzungsgeschwindigkeiten, Verarbeitungsverbesserungen
etc., kann die oben beschriebene Acrylpolymerdispersion auch mit
anderen Acrylpolymerdispersionen oder einer Mischung anderer Acrylpolymerdispersionen,
einschließlich
einer oder mehrerer kommerzieller Dispersionen, vermischt werden.
Beispiele für
kommerzielle Polymerdispersionen schließen ein, aber sind nicht beschränkt auf
Kollicoat® SR30D
(BASF), Kollicoat® EMM30D (BASF), Eudragit® RL30D (Röhm), Eudragit® RS30D
(Röhm),
Eudragit® NE30D
(Röhm),
Aquacoat® ECD
(FMC), Surelease® (Colorcon), etc.
-
Geeignet hat der Filmüberzug eine
Dicke im Bereich von 1 bis 100 μm,
bevorzugt im Bereich von 5 bis 50 μm und besonders bevorzugt im
Bereich von 10 bis 30 μm.
-
Der hier beschriebene Filmüberzug kann
verwendet werden, um einen pharmazeutischen Kern zu überziehen,
der einen oder mehrere pharmakologisch aktive Bestandteile und gegebenenfalls
einen oder mehrere pharmazeutisch akzeptable Additive oder Exzipienten
einschließt.
Der pharmakologisch aktive Bestandteil kann in einer Mehrzahl von
Perlen bereitgestellt werden und mit einem Filmüberzug wie oben definiert überzogen
werden. Solche filmüberzogenen
Perlen können
in Sachets bereitgestellt oder als Kapsel, z.B. als Hartgelatinekapsel,
formuliert oder zur Bildung von Tabletten unter Verwendung bekannter
Verfahren und optionaler Zugabe anderer pharmazeutisch akzeptabler
Additive verpreßt
werden. Überzogene
Perlen zur Verpressung zu einer Tablette werden durch herkömmliche
Techniken erhalten, die den Fachleuten bekannt sind. Ebenfalls können während dieses
Prozesses geeignete Mittel hinzugegeben werden. Z.B. können während des
Tablettierungsschrittes geeignete Füllstoffe, z.B. mikrokristalline
Cellulose, Talkum, Natriumstearylfumarat etc., verwendet werden,
um akzeptable Verpressungseigenschaften der Formulierung zu ergeben,
z.B. Härte der
Tablette.
-
Geeignet haben die Perlen einen Durchmesser
im Bereich von 0,01–2
mm, bevorzugt im Bereich von 0,05–1,0 mm und besonders bevorzugt
im Bereich von 0,1–0,7
mm.
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Gegebenenfalls können die Perlen einen unlöslichen
Kern enthalten, auf dem der aktive Bestandteil abgeschieden wurde,
z.B. durch Sprühen.
Geeignete Materialien für
den inerten Kern sind Siliciumdioxid-, Glas- oder Kunstharzteilchen.
Geeignete Typen von Kunststoffmaterial sind pharmazeutisch akzeptable Kunststoffe,
wie Polypropylen oder Polyethylen, bevorzugt Polypropylen. Solche
unlöslichen
Kerne haben einen Größendurchmesser
im Bereich von 0,01–2
mm, bevorzugt im Bereich von 0,05–0,5 mm und besonders bevorzugt
im Bereich von 0,1–0,3
mm.
-
Die vorliegende Erfindung schließt ebenfalls
eine Formulierung mit kontrollierter Freisetzung ein, worin der
pharmakologisch aktive Bestandteil über einen langen Zeitraum kontrolliert
wird, z.B. länger
als 3 Stunden, z.B. bis zu 24 Stunden, verglichen mit einer Tablette
mit unmittelbarer Freisetzung. Bevorzugt wird der pharmakologisch
aktive Bestandteil aus der Formulierung über 10 bis 24 Stunden freigesetzt,
z.B. über
18 bis 22 Stunden. Bevorzugt hat der pharmakologisch aktive Bestandteil
Aktivität
in der Behandlung von kardiovaskulären oder gastrointestinalen
Krankheiten.
-
In einer bevorzugten Ausführungsform
stellt die Erfindung eine Metoprolol-Formulierung mit kontrollierter
Freisetzung bereit, in der ein Metoprolol-Kern, der Metoprolol oder
ein pharmazeutisch akzeptables Salz davon und gegebenenfalls einen
oder mehrere pharmazeutisch akzeptable Exzipienten oder Additive
umfaßt, mit
einem hier beschriebenen Filmüberzug überzogen
ist. Der Kern, der Metoprolol oder ein pharmazeutisch akzeptables
Salz davon einschließt,
kann eine Mehrzahl von Perlen einschließen, die Metoprolol oder ein pharmazeutisch
akzeptables Salz davon umfassen. Bevorzugt haben die Perlen einen
inerten Kern wie zuvor beschrieben.
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Geeignete pharmazeutisch akzeptable
Salze von Metoprolol schließen
die Tartrat-, Succinat-, Fumarat- oder Benzoatsalze und speziell
das Succinatsalz ein. Das S-Enantiomer von Metoprolol oder ein Salz
davon, insbesondere das Benzoatsalz oder das Sorbatsalz, kann ebenfalls
verwendet werden.
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Bevorzugte prozentuale Zusammensetzungen
für den
Filmüberzug
folgen jetzt. Es sollte selbstverständlich sein, daß diese
Vorzüge
ebenfalls auf alle anderen Ausführungsformen
zutrennen, z.B. Copolymere, Dispersionen, Formulierungen und Filmüberzüge. Es sollte
ebenfalls selbstverständlich
sein, daß jeder
Vorzug für
eine Komponente mit jedem der Vorzüge der anderen Komponente kombiniert
werden kann.
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Geeignet ist die Menge der Acrylsäure oder
eines Esters davon im Filmüberzug
im Bereich von 40 bis 80 Gew.-%. Bevorzugt ist die Menge der Acrylsäure oder
eines Esters davon im Filmüberzug
im Bereich von 50 bis 70 Gew.-%. Besonders bevorzugt ist die Menge
der Acrylsäure
oder eines Esters davon im Filmüberzug im
Bereich von 55 bis 60 Gew.-%.
-
Geeignet ist die Menge des Ethylacrylats
im Filmüberzug
im Bereich von 40 bis 80 Gew.-%. Bevorzugt ist die Menge des Ethylacrylats
im Filmüberzug
im Bereich von 50 bis 70 Gew.-%. Besonders bevorzugt ist die Menge
des Ethylacrylats im Filmüberzug
im Bereich von 55 bis 60 Gew.-%.
-
Geeignet ist die Menge der Methacrylsäure oder
eines Esters davon im Filmüberzug
im Bereich von 20 bis 60 Gew.-%, z.B. 20 bis 40 Gew.-%. Bevorzugt
ist die Menge der Methacrylsäure
oder eines Esters davon im Filmüberzug
im Bereich von 30 bis 50 Gew.-%. Besonders bevorzugt ist die Menge
der Methacrylsäure
oder eines Esters davon im Filmüberzug
im Bereich von 40 bis 45 Gew.-%.
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Geeignet ist die Menge des Methylmethacrylats
im Filmüberzug
im Bereich von 20 bis 60 Gew.-%, z.B. 20 bis 40 Gew.-%. Bevorzugt
ist die Menge des Methylmethacrylats im Filmüberzug im Bereich von 30 bis
50 Gew.-%. Besonders bevorzugt ist die Menge des Methylmethacrylats
im Filmüberzug
im Bereich von 40 bis 45 Gew.-%.
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Geeignet ist die Menge des polymerisierbaren
Tensids in den Filmüberzügen im Bereich
von 0,01 bis 10 Gew.-%, z.B. 0,01 bis 9 Gew.-% oder z.B. 0,02 bis
10 Gew.-% oder z.B. 1 bis 10 Gew.-%. Bevorzugt ist die Menge des
polymerisierbaren Tensids im Filmüberzug im Bereich von 0,05
bis 9 Gew.-%. Besonders bevorzugt ist die Menge des polymerisierbaren
Tensids im Filmüberzug
im Bereich von 0,5 bis 5 Gew.-%.
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Geeignet ist die Menge der Verbindung
der Formel (I) im Filmüberzug
im Bereich von 0,01 bis 10 Gew.-%, z.B. 0,01 bis 9 Gew.-% oder z.B.
0,02 bis 10 Gew.-% oder z.B. 1 bis 10 Gew.-%. Bevorzugt ist die Menge
der Verbindung der Formel (I) im Filmüberzug im Bereich von 0,05
bis 9 Gew.-%. Besonders bevorzugt ist die Menge der Verbindung der
Formel (I) im Filmüberzug
im Bereich von 0,5 bis 5 Gew.-%.
-
Es wird selbstverständlich sein,
daß diese
bevorzugten Zusammensetzungen ebenfalls auf das Copolymer und das
Copolymer in der Dispersion zutreffen.
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Eine andere Gruppe von bevorzugten
Polymeren für
diese Verwendung umfaßt
Mischungen, in denen eine Komponente ein Tg unterhalb Raumtemperatur
und die andere Komponente ein Tg oberhalb Raumtemperatur hat.
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Bevorzugt ist die Menge des Ethylacrylats
für die
Komponente mit niedrigem Tg im Filmüberzug im Bereich von 50 bis
70 Gew.-%. Besonders bevorzugt ist die Menge des Ethylacrylats für die Komponente
mit niedrigem Tg im Filmüberzug
im Bereich von 65 bis 70 Gew.-%.
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Bevorzugt ist die Menge des Methylmethacrylats
für die
Komponente mit niedrigem Tg im Filmüberzug im Bereich von 20 bis
40 Gew.-%. Besonders bevorzugt ist die Menge des Methylmethacrylats
für die
Komponente mit niedrigem Tg im Filmüberzug im Bereich von 30 bis
35 Gew.-%.
-
Geeignet ist die Menge der Verbindung
der Formel (I) für
die Komponente mit niedrigem Tg im Filmüberzug im Bereich von 0,01
bis 9 Gew.-%. Bevorzugt ist die Menge der Verbindung der Formel
(I) für
die Komponente mit niedrigem Tg im Filmüberzug im Bereich von 0,05
bis 9 Gew.-%. Besonders bevorzugt ist die Menge der Verbindung der
Formel (I) für
die Komponente mit niedrigem Tg im Filmüberzug im Bereich von 0,5 bis 5
Gew.-%.
-
Bevorzugt ist die Menge des Ethylacrylats
für die
Komponente mit hohem Tg im Filmüberzug
im Bereich von 40 bis 60 Gew.-%. Besonders bevorzugt ist die Menge
des Ethylacrylats für
die Komponente mit hohem Tg im Filmüberzug im Bereich von 45 bis
50 Gew.-%.
-
Bevorzugt ist die Menge des Methylmethacrylats
für die
Komponente mit hohem Tg im Filmüberzug im
Bereich von 40 bis 60 Gew.-%. Besonders bevorzugt ist die Menge
des Methylmethacrylats für
die Komponente mit hohem Tg im Filmüberzug im Bereich von 50 bis
55 Gew.-%.
-
Geeignet ist die Menge der Verbindung
der Formel (I) für
die Komponente mit hohem Tg im Filmüberzug im Bereich von 0,01
bis 9 Gew.-%. Bevorzugt ist die Menge der Verbindung der Formel
(I) für
die Komponente mit hohem Tg im Filmüberzug im Bereich von 0,05
bis 9 Gew.-%. Besonders bevorzugt ist die Menge der Verbindung der
Formel (I) für
die Komponente mit hohem Tg im Filmüberzug im Bereich von 0,5 bis
5 Gew.-%.
-
Geeignet umfaßt die wasserhaltige Flüssigkeit
Wasser und eine wassermischbare organische Flüssigkeit, z.B. niedere Alkanole,
z.B. Ethanol, Propanol oder Isopropanol. Angesichts der Sicherheit
ist es bevorzugt, daß der
Anteil der organischen Stoffe auf einem Minimum gehalten wird, aber
kleine Mengen sind zulässig,
z.B. im Bereich von 0 bis 20 Vol.-%. Bevorzugt ist die Flüssigkeit
Wasser.
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Die Filmüberzugszusammensetzung ist
besonders geeignet zur Verwendung als wäßrige Filmüberzugszusammensetzung, worin
der Filmüberzug
unter Verwendung von Wasser als Flüssigkeit aufgebracht wird.
Dieses Verfahren ist besonders vorteilhaft, da es die Notwendigkeit
zur Verwendung ökologisch
inakzeptabler organischer Lösungsmittel
ausräumt.
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In einem anderen Aspekt stellt die
vorliegende Erfindung Verfahren zur Synthese von geeigneten Acrylpolymeren
bereit. Daher wird ein Verfahren zur Synthese von Acrylpolymerdispersionen
auf Wasserbasis bereitgestellt.
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In einem anderen Aspekt stellt die
vorliegende Erfindung Verfahren zur Herstellung der Filmüberzugszusammensetzung
bereit. Daher wird ein Verfahren zur Herstellung eines Filmüberzugs
bereitgestellt.
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In einem anderen Aspekt stellt die
vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Filmüberziehen eines pharmazeutischen
Kerns bereit, worin eine Filmüberzugszusammensetzung
wie oben definiert auf einen Kern aufgetragen wird. Bevorzugt wird
die Filmüberzugszusammensetzung
durch Sprühen
aufgetragen, z.B. in einem Fließbett
mit Kopfsprüh-
oder Bodensprühtechniken.
Andere verwendete Überzugsverfahren
sind das Überziehen
in Standard-Überzugstrommeln
mit perforierten Trommeln, Accelacota, "Immersion Swords", Glatt oder "Immersion Tubes", wie beschrieben in "Theory and Practice
in Industrial Pharmacy",
herausgegeben von Lachmann, veröffentlicht
von Lea und Febinger 1986, 3. Auflage.
-
In einem anderen Aspekt stellt die
Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines Filmüberzugs
wie oben definiert bereit, umfassend das Entfernen der Flüssigkeit
aus einer Filmüberzugszusammensetzung
wie oben definiert. Geeignet wird die Flüssigkeit durch Verdampfen entfernt,
z.B. durch Sprühtrocknen,
z.B. in einem Fließbett.
Wenn die Tabletten in einer Standard-Überzugstrommel überzogen
werden, wird Heißluft
zum Trocknen verwendet.
-
In noch einem anderen Aspekt stellt
die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer Formulierung wie
oben definiert bereit, umfassend das Überziehen eines pharmazeutischen
Kerns wie oben definiert mit einer Filmüberzugszusammensetzung wie
oben definiert, die gegebenenfalls pharmazeutisch akzeptable Additive
wie oben definiert enthält.
-
In einem weiteren Aspekt stellt die
Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer Formulierung bereit, in
der der pharmakologisch aktive Bestandteil als eine Mehrzahl von
Perlen wie oben definiert bereitgestellt ist, umfassend das Überziehen
der Mehrzahl von Perlen mit einer Filmüberzugszusammensetzung wie
oben definiert, die gegebenenfalls pharmazeutisch akzeptable Additive
oder Exzipienten wie oben definiert enthält.
-
Beispiele
-
Die folgenden Beispiele sind nicht
beschränkend
und werden allein zur Veranschaulichung angegeben. Die Fachleute
werden einsehen, daß die
Beispiele als Richtlinien betrachtet werden müssen, und die Erfindung ist
nicht auf die exemplarisch angegebenen Zusammensetzungen beschränkt. Ein
breiter Bereich von Kombinationen ist möglich, um Filmüberzüge mit den
notwendigen Eigenschaften zu ergeben, die für jede spezifische Anwendung
erforderlich sind.
-
In den Beispielen wurden fünf unterschiedliche
Acrylat-Monomere
der Formel (I) verwendet:
-
-
worin m, R1 und R2 wie in der nachfolgenden
Tabelle I definiert sind.
-
-
Beispiel 1: Synthese von
Polymerdispersionen unter Verwendung von M1, M2 und M3
-
Die Polymerisationen wurden unter
Verwendung von Ethylacrylat, Methyl-2-methylacrylat und den Monomeren
M1, M2 und M3 durchgeführt.
-
Die folgenden Bestandteile wurden
verwendet, um die Dispersionen D1, D2 und D3 herzustellen: D1
| Wasser | 677,55
g |
| Ethylacrylat | 217,75
g |
| Methylmethacrylat | 108,88
g |
| Monomer
M1 | 2,18
g |
| Natriumdodecylsulfat
(SDS) | 2,18
g |
| NaHCO3 (0,005 M) | 0,27
g |
| Na2S2O8 (Initiator) | 1,67
g |
D2
| Wasser | 677,42
g |
| Ethylacrylat | 218,23
q |
| Methylmethacrylat | 109,12
g |
| Monomer
M2 | 3,75
g |
| SDS | 2,19
g |
| NaHCO3 (0,005 M) | 0,27
g |
| Na2S2O8 | 1,72
g |
D3
| Wasser | 675,31
g |
| Ethylacrylat | 218,85
g |
| Methylmethacrylat | 109,43
g |
| Monomer
M3 | 7,15
g |
| SDS | 2,19
g |
| NaHCO3 (0,005 M) | 0,27
g |
| Na2S2O8 | 1,72
g |
-
Die Monomere wurden von Inhibitor
durch Filtrieren durch eine Säule
aus Aluminiumoxid gereinigt. Polymerisationen in einer Stickstoffatmosphäre wurde
unter Bedingungen einer kontinuierlichen Zufuhr bei 70°C in einem
Kalorimetriereaktor durchgeführt
(Rührgeschwindigkeit
100 U/min), indem zuerst eine Voremulsion mit SDS in Wasser gebildet
wurde. Die Dispersionen wurden durch Dialyse gereinigt.
-
Beispiel 2: Synthese von
Polymerdispersion unter Verwendung von M4 D
-
Die folgenden Komponenten wurde zur
Herstellung der Dispersion D4 verwendet:
| Wasser | 600
g |
| Ethylacrylat | 120
g |
| Methylmethacrylat | 70
g |
| Monomer
M4 (Hydroxyethylmethacrylat, | |
| siehe
Tabelle 1) | 10
g |
| SDS | 3
g |
| Natriumhydroxid
(1M) | 2,3
ml |
| K2S2O8 (Initiator) | 0,6
g |
-
Die Monomere wurden zur Entfernung
der Inhibitoren destilliert. Die Emulsionspolymerisation wurde in
einem dicht verschlossenen Gefäß mit Wassermantel,
ausgerüstet
mit einem Stickstoff-Blasenzähler,
durchgeführt
und gerührt.
Die Monomere, SDS und Natriumhydroxid wurden im Wasser dispergiert
und gerührt
(50 U/min). Die Temperatur wurde auf 50°C erhöht, und der Initiator wurde
hinzugegeben. Die Polymerisation wurde für 20 Stunden durchgeführt, und
die Temperatur wurde für
2 Stunden auf 70°C
eingestellt. Die Dispersion wurde dann filtriert und abgekühlt.
-
Beispiel 3: Herstellung
der Filme F1–F4
aus den Beispielen 1 und 2
-
Freie Filme F1–F4 wurden aus den Dispersionen
D1–D4
erhalten, indem ca. 10 ml jeder Dispersion in Teflonformen gegossen
wurden. Die Formen wurden dann in eine Klimakammer bei 25°C und 60
% relativer Feuchtigkeit zum Trocknen und zur Filmbildung über 19 Stunden
gestellt.
-
Ergebnisse:
-
Die Klebrigkeit der Filme wurde durch
einfache manuelle Handhabung der Filme getestet. Die Filme wurden
in einem Permeabilitätsexperiment
wie in Beispiel 5 beschrieben getestet.
-
Beispiel 4
-
Vergleichsüberzug:
Herstellung von Filmen aus GMS/PS80/Eudragit NE30D
-
Drei Mischungen aus GMS, PS80 und
NE30D® wurden
hergestellt. Unterschiedliche Mischbedingungen von GMS und PS80
wurden verwendet, um den Einfluß der
Rührgeschwindigkeit
zu untersuchen. So wurden zunächst
GMS und PS80 gemäß den nachfolgenden
Ausführungen
A, B oder C vermischt. Dann wurden geeignete Mengen dieser Dispersion
zu NE30D® gegeben,
um die beabsichtigten Zusammensetzungen zu ergeben. Die gleichen
Mengen von GMS, PS80 und NE30D® wurden verwendet, nämlich 0,225
g GMS, 0,090 g PS80 und 15,0 g NE30D, was Dispersionen mit 1,5 %
G/G GMS (GMS/Teilchen-Verhältnis
= 5 %) ergab, wie beschrieben in Petereit et al. 1995 (supra) und
Petereit und Weisbrod (1999) (supra):
-
- A: 1 Stunde; Homogenisator mit 6000 U/min;
65°C;
- B: 20 min; Homogenisator mit 3000 U/min; 65°C;
- C: 4 Stunden; Magnetrührer;
65°C.
-
Freie Filme (10 × 10 cm2)
der drei Dispersionen wurden erhalten, indem ca. 10 ml jeder Dispersion
in Teflonformen gegossen wurden, die bei 25°C und 60 % relativer Feuchtigkeit zum
Trocknen und zur Filmbildung während
18 h zur Seite gestellt wurden.
-
Beispiel 5: Permeabilität der freien
Filme
-
Stücke der Filme F1, F4, A, B
und C, hergestellt gemäß den Beispielen
1 bis 4, wurden in Diffusionskammern montiert, die aus durch einen
freien Film getrennten Kammern bestanden (Hjärtstam, Dissertation, Chalmers
University of Technology, Göteborg,
1998). Der Transport von markiertem Wasser wurde von der Donorseite
zur Empfängerseite über die
Membran bei 25°C
verfolgt. Angemessene Volumina (typischerweise 0,5 ml) wurden aus
der Empfängerseite
zu unterschiedlichen Zeitpunkten entnommen. Die Permeabilität (m2s–1 × 1012)
eines Films wurde aus der Menge des markierten Wassers berechnet,
das durch die Membran pro Zeiteinheit gelangte.
-
Ergebnisse:
-
Die Ergebnisse aus den Permeabilitätsexperimenten
sind in Tabelle 2 gezeigt. Die Ergebnisse zeigen deutlich, daß die Filme
F1 bis F4 eine unerwartet niedrige Permeabilität im Vergleich mit den bekannten
Filmen A, B, und C zeigen. Es ist ersichtlich, daß eine stark
variable Permeabilität
mit den drei GMS/PS80/NE30D-Dispersionen erhalten wurde. Jedoch
legt der Trend in den Daten nahe, daß ein Protokoll, das besser
dispergierte GMS-Teilchen erzeugte, eine niedrigere Permeabilität ergab
(A besser als B besser als C). Dennoch war es nicht möglich, die
niedrige Permeabilität
zu erhalten, die die Filme F1 und F4 aufweisen, erhalten aus den
Dispersionen D1 und D4 gemäß dieser
Erfindung. Außerdem
war die Permeabilität
der Filme F1 und F4 vergleichbar mit dem, was für einen freien Film erwartet
werden könnte,
der typisch für
den Film auf Basis eines organischen Lösungsmittels (O) ist, der zum Überziehen
des Wirkstoffs Metoprolol verwendet wurde (Lindstedt, Ragnarsson
und Hjärtstam,
Int. J. Pharmaceutics 56, 261 (1989)).
-
Somit konnte eine überlegene
Qualität
des freien Films in der vorliegenden Erfindung ohne Additive und
ohne Verarbeitung vor der Filmzubereitung erhalten werden.
-
Tabelle
2: Permeabilität
der freien Filme
-
Beispiel 6: Herstellung
von mit D4 überzogenen
Metoprololsuccinat-Pellets
-
Metoprololsuccinat-Perlen (Größenfraktion
0,40–0,63
mm) (hergestellt wie in
EP 220143 beschrieben) wurden
mit der Filmdispersion D4 überzogen.
Die Dispersion wurde auf die Perlen in einer Fließbett-Kopfsprüh-Vorrichtung
im Labormaßstab
aufgesprüht.
Die Überzugsbedingungen
waren wie folgt:
| Bettgewicht: | 500
g |
| Überzugslösung: | 300
g |
| Sprühgeschwindigkeit: | 6–9 g/min |
| Atomisierungsluftdruck: | 2
bar |
| Fluidisierungsluft- | |
| Strömungsgeschwindigkeit: | 30
m3/h |
| Einlaßlufttemperatur: | 43°C |
| Auslaßlufttemperatur: | 23°C |
-
Ergebnisse: Kein Kleben der Pellets
erfolgte während
des Prozesses.
-
Beispiel 7: Freisetzung
von Metoprololsuccinat aus mit D4 überzogenen Pellets
-
Die Freisetzung von Metoprolol aus
ca. 150 mg Pellets gemäß Beispiel
6 wurde in einer USP-Auflösungsvorrichtung
Nr. 2 (rotierende Schaufel, 100 U/min) ausgewertet. Das Testmedium
war 500 ml Phosphatpuffer mit einem pH von 6,8 und einer Ionenstärke von
0,1 M. Die Badtemperatur wurde auf 37°C eingestellt. Proben wurden
zur Analyse entnommen (Extinktion von Metoprolol bei 274 nm in einer
1 cm-Zelle). Die Mengen von freigesetztem Metoprolol wurden aus
Messungen der Extinktion einer Standard-Metoprolol-Lösung auf
der Basis des gleichen Mediums bestimmt, wie es in den Freisetzungsexperimenten
verwendet wurde.
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Ergebnisse
-
Tabelle
3: Aus Pellets freigesetzte Fraktion
-
Die Ergebnisse in Tabelle 3 zeigen,
daß ein
beinahe konstantes Freisetzungsprofil mit modifizierten Freisetzungseigenschaften
bis zu 20 h erreicht werden kann.
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Beispiel 8: Synthese von
Polymerdispersionen unter Verwendung von M5
-
Polymerisationen wurden unter Verwendung
von Ethylacrylat, Methyl-2-methylacrylat und Monomer M5 durchgeführt.
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Die folgenden Bestandteile wurde
zur Herstellung der Dispersionen D5, D6 und D7 verwendet:
D5
| Wasser | 659,89
g |
| Ethylacrylat | 222,57
g |
| Methylmethacrylat | 111,26
g |
| Monomer
M5 | 2,48
g |
| Natriumdodecylsulfat
(SDS) | 2,27
g |
| NaHCO3 (0,005 M) | 0,31
g |
| Na2S2O8 (Initiator) | 1,82
g |
D6
| Wasser | 660,02
g |
| Ethylacrylat | 191,58
g |
| Methylmethacrylat | 142,55
g |
| Monomer
M5 | 2,49
g |
| SDS | 2,27
g |
| NaHCO3 (0,005 M) | 0,31
g |
| Na2S2O8 | 1,82
g |
D7
| Wasser | 660,10
g |
| Ethylacrylat | 163,53
g |
| Methylmethacrylat | 170,72
g |
| Monomer
M5 | 2,49
g |
| SDS | 2,27
g |
| NaHCO3 (0,005 M) | 0,30
g |
| Na2S2O8 | 1,82
g |
-
Die Monomere wurden von Inhibitor
durch Filtrieren durch eine Säule
aus Aluminiumoxid gesäubert. Polymerisationen
unter einer Stickstoffatmosphäre
wurden unter Bedingungen einer kontinuierlichen Zufuhr bei 70°C in einem
Kalorimetriereaktor (Rührgeschwindigkeit
100 U/min) durchgeführt,
indem zuerst eine Voremulsion mit SDS in Wasser gebildet wurde.
Die Dispersionen wurden durch Dialyse gereinigt.
-
Beispiel 9: Herstellung
von mit D6 überzogenen
Metoprololsuccinat-Pellets
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Metoprololsuccinat-Perlen (Größenfraktion
0,40–0,63
mm) wurden mit der Filmdispersion D6 überzogen. Der Polymergehalt
in der Dispersion wurde auf 15 % eingestellt. Die Dispersion wurde
auf die Perlen in einer Fließbett-Bodensprüh-Vorrichtung im Labormaßstab aufgesprüht. Die Überzugsbedingungen
waren wie folgt:
| Bettgewicht: | 200
g |
| Überzugslösung: | 277
g |
| Sprühgeschwindigkeit: | 4,5
g/min |
| Atomisierungsluftdruck: | 2,5
bar |
| Fluidisierungsluft- | |
| Strömungsgeschwindigkeit: | 35
m3/h |
| Einlaßlufttemperatur: | 35°C |
| Auslaßlufttemperatur: | 21°C |
-
Ergebnisse: Kein Kleben der Pellets
trat während
des Prozesses auf.
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Beispiel 10: Freisetzung
von Metoprololsuccinat aus mit D6 überzogenen Pellets
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Die Freisetzung von Metoprolol aus
ca. 150 mg Pellets gemäß Beispiel
9 wurde in einer USP-Auflösungsvorrichtung
Nr. 2 (rotierende Schaufel, 100 U/min) ausgewertet. Das Testmedium
war 500 ml Phosphatpuffer mit einem pH von 6,8 und einer Ionenstärke von
0,1 M. Die Badtemperatur wurde auf 37°C eingestellt. Proben wurden
zur Analyse entnommen (Extinktion von Metoprolol bei 274 nm in einer
1 cm-Zelle). Die Mengen des freigesetzten Metoprolols wurden aus
Messungen der Extinktion einer Standard-Metoprolol-Lösung auf
Basis des gleichen Mediums bestimmt, wie es in den Freisetzungsexperimenten
verwendet wurde.
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Ergebnisse
-
Tabelle
4: Aus Pellets freigesetzte Fraktion
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Die Ergebnisse in Tabelle 4 zeigen,
daß ein
beinahe konstantes Freisetzungsprofil mit modifizierten Freisetzungseigenschaften
bis zu 20 h erreicht werden kann.
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Beispiel 11: Herstellung
von mit D5/D7 = 30/70 überzogenen
Metoprololsuccinat-Pellets
-
Metoprololsuccinat-Perlen (Größenfraktion
0,40–0,63
mm) wurden mit der Filmdispersionsmischung D5/D7 = 30/70 überzogen.
Der Polymergehalt der Dispersion wurde auf 15 % eingestellt. Die
Dispersion wurde auf die Perlen in einer Fließbett-Bodensprüh-Vorrichtung
im Labormaßstab
aufgesprüht.
Die Überzugsbedingungen
waren wie folgt:
| Bettgewicht: | 200
g |
| Überzugslösung: | 277
g |
| Sprühgeschwindigkeit: | 4,5
g/min |
| Atomisierungsluftdruck: | 2,5
bar |
| Fluidisierungsluft– | |
| Strömungsgeschwindigkeit: | 35
m3/h |
| Einlaßlufttemperatur: | 35°C |
| Auslaßlufttemperatur: | 21°C |
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Ergebnisse: Kein Kleben der Pellets
trat während
des Prozesses auf.
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Beispiel 12: Freisetzung
von Metoprololsuccinat aus mit D5/D7 = 30/70 überzogenen Pellets
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Die Freisetzung von Metoprolol aus
ca. 150 mg Pellets gemäß Beispiel
11 wurde in einer USP-Auflösungsvorrichtung
Nr. 2 (rotierende Schaufel, 100 U/min) ausgewertet. Das Testmedium
war 500 ml Phosphatpuffer mit einem pH von 6,8 und einer Ionenstärke von
0,1 M. Die Badtemperatur wurde auf 37°C eingestellt. Proben wurden
zur Analyse entnommen (Extinktion von Metoprolol bei 274 nm in einer
1 cm-Zelle). Die Mengen des freigesetzten Metoprolols wurden aus
Messungen der Extinktion einer Standard-Metoprolol-Lösung auf
Basis des gleichen Mediums bestimmt, wie es in den Freisetzungsexperimenten
verwendet wurde.
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Ergebnisse
-
Tabelle
5: Aus Pellets freigesetzte Fraktion
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Die Ergebnisse in Tabelle 5 zeigen,
daß ein
beinahe konstantes Freisetzungsprofil mit modifizierten Freisetzungseigenschaften
bis zu 20 h erreicht werden kann.