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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Anziehen von Kompressionsstrümpfen nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Das
Anziehen von Kompressionsstrümpfen, insbesondere
solche mit den Kompressionsklassen III und IV, ist schwierig und
für Personen
mit behinderungs- oder altersbedingt geringen Handkräften unmöglich.
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Es
sind zur Lösung
dieses Problems in der Vergangenheit eine Vielzahl technischer Vorschläge gemacht
worden, wie z.B. in der Anmeldung
DE 38 10 047 C2 dargestellt. Darin soll vom
Benutzer als Vorbereitung für
den Anziehvorgang der Strumpf auf „links" über
eine tunnelförmige
Bügelkonstruktion
gerollt werden, so daß anschließend der
Fuß in
den gespannten Strumpf auf dem Tunnel eingeführt werden kann. Diese Vorrichtung
ist auf dem Markt vorhanden und hat sich für den reinen Anziehvorgang
wohl gut bewährt.
Allerdings ist es bei dieser Vorrichtung schwierig, den Kompressionsstrumpf über die
Bügelkonstruktion
zu rollen. Dazu sind besonders bei Strümpfen hoher Kompressionsklassen
erhebliche Handkräfte
und einiges Geschick erforderlich.
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Dieses
Problem wollen die
DE 198 03
503.9 und
DE
42 28 916 C2 lösen,
in dem sie zwei halbschalenförmige
Bügelkonstruktionen
verwenden, auf die im zusammengefahrenen Zustand der Kompressionsstrumpf
wegen der dadurch bedingten Querschnittsverringerung leichter aufgezogen
werden kann und danach die halbschalenförmigen Bügelkonstruktionen longitudinal
auseinanderfahren und dabei den Strumpf spannen, so daß man mit
dem Fuß einsteigen
kann.
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Diese
Vorrichtungen erfüllen
den Zweck, haben jedoch den Nachteil, daß sie schwer und besonders
im Fall der
DE 198 03 503.9 aufwendig
sind, weil sie einen motorischen Antrieb benötigen.
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In
der
US 4,942,988 ist
eine Konstruktion beschrieben, bei der zwei schwenkbare Bügelsegmente
eine Zylinderform mit durch den Schwenkvorgang veränderlichen
Durchmesser bilden. Im zusammengeklappten Zustand und damit geringem
Durchmesser wird der Strumpf über
die Bügelkonstruktion
gerollt, danach werden die Bügelsegmente
gespannt, der Querschnitt der Bügelkonstruktion
und damit der Öffnungsquerschnitt
vergrößert sich
zum bequemen Einführen
des Fußes.
Um die Bügelkonstruktion
zum Anziehen des Strumpfes in der gespannten Position zu halten,
ist eine Verriegelung vorgesehen, welche durch eine spezielle Ausführung der
Scharnierkonstruktion erreicht wird. Nachteilig bei der hier verwendeten
Art der Verriegelung ist es allerdings, daß sie nur gegen die elastischen
Kräfte
des Strumpfes wieder gelöst
werden kann.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfache Anziehhilfe
geringen Aufwandes der eingangs genannten Art zu schaffen, welche
die Nachteile der zuvor beschriebenen Konstruktionen vermeidet und
die es so auch Personen mit schwachen Handkräften gestattet, Kompressionsstrümpfe ohne
fremde Hilfe anzuziehen.
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Erfindungsgemäß wird diese
Aufgabe mit einer Anziehhilfe nach Anspruch 1 dadurch gelöst, daß eine tunnelförmige Bügelkonstruktion
aus zwei Zylindersegmenten besteht, die durch Scharniere so verbunden
sind, daß sie
zu einer annähernd
ovalen Form, die gegenüber
der Tunnelform eine stark verkleinerten Querschnitt hat, zusammengeklappt
werden kann, so daß,
bedingt durch den verringerten Querschnitt, sich ein Kompressionsstrumpf
leicht darüber
schieben läßt. Indem
man danach durch einen Spannhebel die teilzylinderförmigen Bügel wieder
zur Tunnelform führt
und dann eine auf dem Spannhebel verschiebliche Hülse in eine
Verriegelungsbohrung am Grundgestell eingreifen läßt, so daß die Bügel in dem
gespannten Zustand arretiert sind, wird und bleibt der Kompressionsstrumpf
gespannt und ermöglicht
ein bequemes Einsteigen in den Strumpf.
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Weitere
Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung, in der
ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung anhand von sechs Zeichnungen erläutert wird. Dabei zeigt
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1 Eine perspektivische Ansicht
der Anziehhilfe in aufgeklapptem Zustand
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2 Eine perspektivische Ansicht
der Anziehhilfe in eingeklapptem Zustand
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3 Eine perspektivische Ansicht
der Anziehhilfe in eingeklapptem Zustand mit aufgezogenem Strumpf
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4 Eine perspektivische Ansicht
der Anziehhilfe in aufgeklapptem Zustand mit gespanntem Strumpf
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5 Eine Draufsicht auf den
Spannhebel beim Öffnen
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6 Eine Draufsicht auf den
Spannhebel beim Verriegeln
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Die
Anziehhilfe besteht aus dem Grundgestell (1) mit den beiden
Haltegriffen (2), einer tunnelförmigen Bügelkonstruktion (3),
bestehend aus einem festen bügelförmigen Zylindersegment
(4) und einem durch die Scharniere (6a,b) mit
dem festen bügelförmigen Zylindersegment
(4) beweglich verbundenen Zylindersegment (5),
welches im unteren bodennächsten
Teil zu einem Spannhebel (8) ausgebildet ist. Auf dem Spannhebel
(8) ist axial verschiebbar eine rohrförmige Verriegelungshülse (9)
angeordnet, welche am dem Grundgestell abgewandten Ende einen Handgriff
(10) aufweist. Die Verriegelungshülse (9) mit Handgriff
(10) kann auf dem Spannhebel (8) federnd gelagert
sein, wodurch die Verriegelungshülse
(9) in Richtung des Grundgestells gezogen wird.
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Weiterhin
ist am Grundgestell (1) ein Schließblech (11), in welchem
von der dem Spannhebel (8) zugewandten Seite ein Schlitz
(12) angebracht ist, der in einer Verriegelungsbohrung
(13) mündet.
Die Breite des Schlitzes (12) ist geringer, der Durchmesser
der Verriegelungsbohrung (13) dagegen größer als
der Durchmesser der Verriegelungshülse (9). Der Durchmesser
des Spannhebels (8) ist geringer als die Breite des Schlitzes
(12). Das Schließblech
(11) ist am Grundgestell (1) so angeordnet, dass
der Spannhebel (9) bei der Schwenkbewegung zunächst in
den Schlitz (11) und dann in die Verriegelungsbohrung (13)
eingreifen kann.
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Die
Konstruktion besteht aus Stahl mit Korrosionsschutz, z.B. Verchromung.
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Zur
Benutzung wird die Anziehhilfe in eine bequeme Arbeitsposition gebracht,
z.B. auf einen Tisch gestellt. Zum Überziehen des Strumpfes (14) muß die Anziehhilfe
eingeklappt werden. Dazu wird der Handgriff (10) in Pfeilrichtung
A (1) gezogen, bis die
Verriegelungshülse
(9) nicht mehr in die Verriegelungsbohrung (13)
eingreift. Nun kann der Handgriff (10) und damit der Spannhebel
(8) in Pfeilrichtung B (2)
bewegt werden, so dass das Zylindersegment (5) in Richtung
des Zylindersegmentes (4) schwenkt. Dadurch ändert sich
die von den beiden Zylindersegmenten (4,5) aufgespannten
Grundfläche
von einer annähernd
halbkreisförmigen
zu einer ovalen Form, die Größe der Grundfläche verringert
sich dabei.
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Nun
kann der Strumpf (14) über
beide Zylindersegmente (4,5) gezogen werden (3). Danach wird der Handgriff
(10) in Pfeilrichtung C (3)
gezogen und anschließend
in Pfeilrichtung D (3) geschwenkt.
Durch das daraus resultierende Auseinanderbewegen der beiden Zylindersegmente
(4,5) ändert
sich die aufgespannte Grundfläche
von der ovalen zu einer annähernd
halbkreisförmigen
Form. Dadurch bilden die beiden Zylindersegmente (4,5) eine
tunnelförmige
Bügelkonstruktion
und der Strumpf wird gespannt (4).
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Damit
das Zylindersegment (5) in der aufgespannten Position bleibt,
muß es
verriegelt werden. Beim Spannen des Strumpfes bewegt sich am Ende der
Schwenkbewegung der Spannhebel (8) in den Schlitz (12)
im Schließblech
(11) und weiter in die Verriegelungsbohrung (13).
Dann wird der Handgriff (10) in Pfeilrichtung E (4) bewegt, was optional wie
bereits erwähnt
auch mit Federkraft geschehen kann, dadurch greift die Verriegelungshülse (9)
in die Verriegelungsbohrung (13) ein. Da die Breite des Schlitzes
(12) kleiner als der Durchmesser der Verriegelungsbohrung
(13) ist, kann sich das Zylindersegment (5) nicht
mehr bewegen, der Strumpf bleibt gespannt.
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Nun
kann der Fuß in
den gespannten Strumpf (14) eingeführt und wie üblich am
Bein abgerollt werden.
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Den
Ent- und Verriegelungsvorgang zeigen die 5 & 6 in einer Draufsicht. Zum
Entriegeln wird gemäß 5 der Handgriff (10)
und die mit ihm verbundene Verriegelungshülse (9) in Pfeilrichtung
F (5) gezogen, dadurch
greift die Verriegelungshülse
(9) nicht mehr in die Verriegelungsbohrung (13) ein.
Da der Durchmesser des Spannhebels (8) kleiner ist als
die Breite des Schlitzes (12), kann der Spannhebel (8)
in Pfeilrichtung G (5)
geschwenkt werden.
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Zum
Verriegeln wird der Handgriff (10) in Pfeilrichtung F (5) gezogen und anschließend in Pfeilrichtung
H (6) bewegt. Dadurch
schwenkt der Spannhebel (8) durch den Schlitz (12)
im Schließblech
(11) bis in die Verriegelungsbohrung (13). Wenn
sich der Spannhebel (8) in dieser Position befindet, wird
der Handgriff (10) und damit die Verriegelungshülse (9)
in Pfeilrichtung I (6)
bewegt. Die Verriegelungshülse
(9) greift durch die Verriegelungsbohrung (13).
Da der Durchmesser der Verriegelungshülse (13) größer ist
als die Breite des Schlitzes (12), kann der Spannhebel
(8) nicht mehr in Pfeilrichtung G ( 5) schwenken, er ist verriegelt.
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Das
Scharnier (6a) kann mit einem vorzugsweise dünnwandigen,
elastischen Schlauch (7) abgedeckt sein, der verhindert,
daß der
Strumpf an dem Scharnier (6a) beschädigt wird oder hängen bleibt und
den Benutzer der Anziehhilfe vor Einklemmen in dem Scharnier (6a)
schützt.
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- 1
- Grundgestell
- 2
- Haltegriffe
- 3
- Tunnelförmige Bügelkonstruktion
- 4
- Festes
bügelförmiges Zylindersegment
- 5
- Bewegliches
bügelförmiges Zylindersegment
- 6a,b
- Scharniere
- 7
- Elastischer
Schlauch
- 8
- Spannhebel
- 9
- Verriegelungshülse
- 10
- Handgriff
- 11
- Schließblech
- 12
- Schlitz
- 13
- Verriegelungsbohrung
- 14
- Strumpf