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Die
Erfindung betrifft einen Beschlag gemäß dem Oberbegriff des Anspruches
1.
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Derartige
Beschläge
werden sowohl an Türen
als auch an Fenstern montiert und sollen innerhalb eines Beschlagsystemes
ein einheitliches und optisch vorteilhaftes Erscheinungsbild aufweisen. Wichtig
ist dabei, dass der Beschlag dauerhaft und funktionsgerecht befestigt
ist, aber gleichzeitig für Montage-
und Wartungsarbeiten zerstörungsfrei
entfernt werden kann. Die einzelnen Bauteile sollen austauschbar
und gleichsinnig montierbar sein.
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Aus
der DE-GM 94 14 208 ist es bekannt, eine Führungsbuchse innerhalb eines
Beschlages zu verwenden. Die Führungsbuchse
ist als separates Bauteil innerhalb eines Unterteiles befestigt,
das mittels zweier Schrauben an dem Türblatt montiert ist. Ein Drücker wird
mittels einer Schenkelfeder drehfest in der Führungsbuchse montiert. Abschließend wird eine
Abdeckung an der Führungsbuchse
fixiert. Nachteilig ist bei dieser Anordnung, dass die Befestigung
der Führungsbuchse
entsprechende Bohrungen in dem Türblatt
erfordert. Insbesondere bei transparenten Türblättern, beispielsweise aus Glas,
ist das Einbringen derartiger Bohrungen aufgrund der Empfindlichkeit
des Materials sehr aufwendig. Darüber hinaus sind die Befestigungsschrauben
auch nach der Montage von außen
sichtbar und stören
das optische Erscheinungsbild. Ein nachträglicher Wechsel des Beschlagsystemes
ist aufgrund der vorhandenen Bohrungslöcher nur schwerlich möglich.
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Es
ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Beschlag
zu schaffen, dessen Unterkonstruktion mit hinreichender Befestigungswirkung,
ohne Beschädigung
des Türblattes
oder Fensters, montiert werden kann. Dabei soll eine universelle
Verwendung gewährleistet
sein, so dass ein einheitliches Erscheinungsbild bei unterschiedlichsten Türblättern oder
Fenstern gegeben ist.
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Gelöst wird
diese Aufgabe durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale. Vorteilhafte
Ausgestaltungen des Beschlages ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Ein
erfindungsgemäßer Beschlag
wird in einer Ausnehmung eines Türblattes
oder Fensterrahmens bzw. einer Ausnehmung eines Schlosskastens montiert.
Der Beschlag ist mehrteilig ausgebildet und besteht aus einer Führungsbuchse
mit einem Sicherungselement, einer überkronenden Abdeckung und einer
oder zwei Handhaben. Die Führungsbuchse wird
in der Ausnehmung des Schlosskastens oder des Türblattes bzw. des Fensterrahmens
befestigt, wobei erfindungsgemäß ein Außengewinde
der Führungsbuchse
mit einem entsprechenden Innengewinde des Schlosskastens zusammenwirkt.
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Die
Führungsbuchse
ist hülsenartig
ausgebildet und weist innenseitig eine axiale Durchgangsöffnung auf,
in der die einzusetzende Handhabe, z. B. eine Drückergarnitur, außenseitig
geführt
und innenseitig an einem Dorn der Schlossmechanik befestigt wird.
Die erste Handhabe ist über
den Dorn mit der dem Türblatt
gegenüberliegenden
zweiten Handhabe kraft- und formschlüssig verbunden. Statt zwei Handhaben
kann auch eine Handhabe und ein Knauf verwendet werden. Die Bauteile
des Beschlages bestehen aus Metall oder Kunststoff.
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Durch
den erfindungsgemäßen Beschlag entfallen
Bohrungslöcher
in dem Türblatt
und ein mehrteiliges Beschlagunterteil wird vermieden. Die Her stellung
des Beschlages wird durch die Verringerung der Einzelteile und den
Wegfall von werksseitigen Zusammenbauprozessen wesentlich vereinfacht.
Die verwendete Führungsbuchse
ist einfach und kostengünstig
herstellbar.
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Die
Konfiguration eignet sich insbesondere, um die Austauschbarkeit
von Beschlagsystemen zu ermöglichen,
da keinerlei Bohrlöcher
für notwendige Befestigungen
benötigt
werden. Durch die Möglichkeiten
der direkten oder indirekten Verschraubung der Führungsbuchse in einer mit einem
Innengewinde ausgestatteten Ausnehmung werden die Objekte unversehrt
erhalten. Der Beschlag eignet sich insbesondere für den Einsatz
bei sichtbar auf dem Türblatt angeordneten
Bestandteilen von Schlosskästen
oder dergleichen, da keinerlei Befestigungsmittel sichtbar sind.
Eine derartige Anordnung tritt besonders bei transparenten Türblättern auf.
In Abhängigkeit
von der Anwendung ist der Beschlag entweder einseitig oder beidseitig
einer Tür,
eines Fensters oder dergleichen angeordnet.
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Ein
U-förmiges
Sicherungselement durchgreift mit seinen beiden Schenkeln parallele
Ausnehmungen in der Führungsbuchse
und verrastet in der Durchgangsöffnung
in einer Nut des Drückerhalses. Der
Drücker
ist somit in seiner gewünschten
Position fixiert. Durch die umlaufende Nut ist sichergestellt, dass
der Drücker
um die feststehende Führungsbuchse
eine Drehbewegung ausführen
kann. Vorteilhafterweise ist jeder Schenkel frontseitig angeschrägt, um das
Einführen
der Schenkel des Sicherungselementes in die entsprechenden Ausnehmungen
der Führungsbuchse
und das Eingreifen in die Nut zu erleichtern. Des Weiteren weist
jeder Schenkel eine radiale Einbuchtung auf, so dass die Schenkel
nahezu formschlüssig
in der Nut anliegen. Die Basis des Sicherungselementes ist abgerundet
und fügt sich
damit flächenbündig in
die Oberfläche
der Führungsbuchse
ein. Darüber
hinaus weist die Basis eine Kerbe auf, in der ein Werkzeug zur Demontage des
Sicherungselementes angesetzt werden kann.
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Auf
der der Handhabe zugewandten Seite der Führungsbuchse ist in der Durchgangsöffnung eine
radiale Ringnut eingelassen, in die ein vorzugsweise aus elastisch
verformbaren Material bestehender O-Ring eingelegt wird. Die Handhabe
weist in ihrem Hals eine Bohrung zur komplementären Aufnahme des Dornes auf.
Der frontseitig abgestufte Hals des Drückers wird über den Dorn gesteckt und mit der
Hinterschneidung an den O-Ring gedrückt. Von außen wird eine Stiftschraube
durch den Hals in die Bohrung klemmend gegen den Dorn geschraubt. Sollte
die Stiftschraube ihre Wirkung verlieren oder mißbräuchlich entfernt werden, ist
die Handhabe durch das Sicherungselement weiterhin ausreichend über die
Führungsbuchse
an dem Türblatt
befestigt.
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Aufgrund
von Fertigungstoleranzen und Montagetoleranzen kann eine funktionsgerechte
Benutzung des Drückers
beeinträchtigt
werden. Durch den O-Ring aber wird axiales Spiel ausgeglichen, da der
O-Ring sich zum einen gegen die Führungsbuchse und zum anderen
gegen den Dorn abstützt.
Da aufgrund der geometrischen Gestaltung eine Abstützung auf
dem gesamten Umfang des Halses bzw. der Verbindungsstelle gegeben
ist, ist ein Verkippen der Handhabe nicht möglich. Alternativ kann an Stelle des
O-Ringes ein Federring, eine Wellenscheibe oder ein ähnlich federnd
lagerndes Element verwendet werden.
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Außenseitig
ist die Führungsbuchse
von einer radialen Wulst umgeben, auf der die Abdeckung befestigt
wird. Die Abdeckung des Beschlages ist aus metallischem Werkstoff
gefertigt und besitzt einen umlaufenden Rand, an dem gleichmäßig über den Umfang
verteilt Sicken ausgebildet sind, die die Wulst hintergreifen. Gleichzeitig
sichert die Abdeckung das Sicherungselement in seiner montierten Stellung
und verhindert ein Lösen
und einen unbefugten Zugriff. Die Abdeckung weist mittig einen Durchbruch
in Form der verwendeten Handhabe auf.
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Eine
Demontage erfolgt durch Einsatz geeigneter Werkzeuge, wobei insbesondere
eine Kerbe im Sicherungselement ausgebildet ist, um das Sicherungselement
aus der Führungsbuchse
bzw. der Nut des Drückers
zu ziehen. Auch sämtliche
anderen Bauteile können
völlig
beschädigungsfrei
entfernt und erneut montiert werden.
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Der
erfindungsgemäße Gegenstand
stellt somit einen preisgünstig
herzustellenden und mit einfachen Mitteln zu montierenden Beschlag
dar. Bei Objektgeschäften
kann somit eine einheitliche Gestaltung der Beschläge unabhängig von
der Auswahl der Türblätter oder
Fensterrahmen erfolgen.
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Weitere
Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus
nachfolgender Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele anhand der
Zeichnungen.
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1: Zeigt eine Explosionsansicht
eines Beschlages.
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2: Zeigt einen vergrößerten Ausschnitt aus
der 1.
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3: Zeigt eine perspektivische
Ansicht eines montierten Beschlages.
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In
der 1 ist ein erfindungsgemäßer Beschlag 1 in
einer Explosionsansicht perspektivisch dargestellt, wobei der Beschlag 1 direkt
an einem Schlosskasten 2 montiert wird, der sichtbar an
einem Türblatt 3 befestigt
ist. Grundsätzlich
kann der erfindungsgemäße Beschlag 1 an
jedem Türblatt
verwendet werden. Er eignet sich jedoch insbesondere für den Einsatz
bei sichtbar auf dem Türblatt
angeordneten Bestandteilen von Schlosskästen oder dergleichen. Eine
derartige Anordnung tritt besonders bei transparenten Türblättern auf.
In Abhängigkeit
von der Anwendung ist der Beschlag entweder einseitig oder beidseitig
einer Tür,
eines Fensters oder dergleichen angeordnet.
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Der
dargestellte Beschlag 1 ist mehrteilig ausgebildet und
besteht aus einer Führungsbuchse 4,
einer überkronenden
Abdeckung 5 und einer Handhabe 6 in Form eines
Drückers.
Die Führungsbuchse 4 wird
an dem Türblatt 3 in
einer Ausnehmung 7 des entsprechenden Schlosskastens 2 befestigt,
während
der Drücker 6 auf
einem in der Ausnehmung 7 des Schlosskastens 2 angeordneten Dorn 8 montiert
wird. Die runde, rosettenartige Form des Beschlages 1 ist
beispielhaft. Der Beschlag 1 ist über den Dorn 8 mit
dem dem Türblatt 3 gegenüberliegenden
nicht näher
dargestellten Beschlag kraft- und formschlüssig verbunden. Der Beschlag 1 besteht
aus einem Leichtmetall oder Kunststoff.
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Die
Führungsbuchse 4 ist
hülsenartig
ausgebildet und weist innenseitig eine axiale Durchgangsöffnung 9 auf.
Außenseitig
ist die Führungsbuchse 4 von
einer radialen Wulst 10 umgeben. An dem dem Schlosskasten 2 zugewandten
Ende weist die Führungsbuchse 4 ein
Außengewinde 11 auf.
In der Führungsbuchse 4 befinden
sich vor der Wulst 10 zwei radial gegenüberliegend angeordnete Ausnehmungen 12,
in die ein U-förmiges
Sicherungselement 13 einsetzbar ist. Das Sicherungselement 13 besteht aus
zwei von einer Basis 14 abstehenden Schenkeln 15,
die frontseitig jeweils eine Schräge 16 und mittig je
eine radiale Einbuchtung 17 aufweisen. Die Basis 14 des
Sicherungselementes 13 ist abgerundet und weist eine Kerbe 18 auf.
Auf der dem Drücker
zugewandten Seite der Führungsbuchse
ist in der Durchgangsöffnung 9 eine
radiale Ringnut 19 eingelassen.
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Des
Weiteren weist der Beschlag 1 einen O-Ring 20 auf,
der vorzugsweise aus elastisch verformbaren Material besteht.
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Die
Abdeckung 5 des Beschlages 1 ist aus metallischem
Werkstoff gefertigt und besitzt einen umlaufenden Rand 21,
an dem gleichmäßig über den Umfang
verteilt Sicken 22 ausgebildet sind. Der Durchmesser des
Randes 21 der Abdeckung 5 ist geringfügig größer als
der Durchmesser der Wulst 10 der Führungsbuchse 4. Die
Abdeckung 5 weist mittig einen Durchbruch 23 in
Form des verwendeten Halses 24 des Drückers 6 auf.
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Der
Drücker 6 weist
in seinem Hals 24 eine Bohrung zur Aufnahme des Dornes 8 auf,
wobei eine Stiftschraube 26 von außen durch den Hals 24 in
die Bohrung 25 klemmend gegen den Dorn 8 eingeschraubt
wird. Der Hals 24 ist frontseitig mit einer Hinterschneidung 27 ausgebildet,
auf der außenseitig
eine radial umlaufende Nut 28 ausgebildet ist.
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Nachfolgend
wird kurz die Montage des Beschlages 1 beschrieben. Ein
derartiger Beschlag 1 ist vorzugsweise beidseitig des Türblattes 3 montiert, wobei
auf einer Seite des Türblattes 3 sichtbar
ein Schlosskasten 2 befestigt ist, dessen Mechanik durch
den Drücker 6 bzw.
die Drücker 6 betätigt wird. Der
Dorn 8 ragt beidseitig des Türblattes 3 hervor und
die Drücker 6 werden
auf dem Dorn 8 kraft- und formschlüssig befestigt.
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Zuerst
wird die Führungsbuchse 4 mit
der Durchgangsöffnung 9 über den
Dorn 8 geführt
und in der Ausnehmung 7 des Schlosskastens 2 befestigt, wobei
das Außengewinde 11 mit
einem entsprechenden Innengewinde 25 des Schlosskastens 2 verschraubt
wird. Dabei verbleibt zwischen der Wulst 10 und dem Schlosskasten 2 ein
Spalt, der die Befestigung der Abdeckung 5 ermöglicht.
Anschließend wird
das Sicherungselement 13 mit den Schenkeln 15 in
die Ausnehmungen 12 der Führungsbuchse 4 gesteckt.
Da die Basis 14 des Sicherungselementes 13 abgerundet
ist, fügt
sie sich flächenbündig in
die Oberfläche
der Führungsbuchse 4 ein.
Die Schenkel 15 greifen mit ihren radialen Einbuchtungen 17 rastend
in die Nut 28 des Halses 24 ein. Der Drücker 6 ist
somit in seiner gewünschten
Position fixiert. Durch die umlaufende Nut 28 ist sichergestellt,
dass der Drücker 6 um
die feststehende Führungsbuchse 4 eine
Drehbewegung ausführen
kann.
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Bei
der komplementären
Montage des Drückers 6 auf
dem Dorn 8 wird der in der Ringnut 19 der Führungsbuchse 4 eingelegte
O-Ring 20 gegen die Hinterschneidung 27 des Drückers 6 gedrückt. Hierdurch
wird ein Toleranzausgleich und damit auch ein Ausgleich des axialen
Spieles sichergestellt. Mittels der Stiftschraube 26 wird
der Drücker 6 auf
dem Dorn 8 befestigt.
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Abschließend wird
die Abdeckung 5 über den
Drücker 6 geführt und
auf die Führungsbuchse 4 geschoben.
Hierbei schnappen die Sicken 22 hinter die Wulst 10 der
Führungsbuchse 4.
Die Abdeckung 5 liegt dann direkt an dem Schlosskasten 2 an
und sichert das Sicherungselement 13 in der montierten Stellung.
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Eine
Demontage erfolgt durch Einsatz eines Werkzeuges, z. B. eines Schraubendrehers,
der in einem verbleibenden Spalt zwischen dem Schlosskasten 2 und
der Abdeckung 5 angesetzt wird. Durch leichten Druck entgegen
der Befestigungsrichtung löst
sich die Abdeckung 5 von der Führungsbuchse 4. Anschließend wird
die Stiftschraube 26 aus dem Hals 24 des Drückers 6 entfernt.
Ein Werkzeug wird in die Kerbe 18 des Sicherungselementes 13 gesetzt,
um das Sicherungselement 13 aus der Führungsbuchse 4 bzw.
der Nut 28 des Drückers 6 zu
ziehen. Der Drücker 6 ist
dann einfach vom Dorn 8 zu ziehen. Sämtliche Bauteile werden folglich
völlig
beschädigungsfrei
entfernt und können
erneut montiert werden.
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Die
vorstehende Beschreibung der Ausführungsbeispiele dient nur zu
illustrativen Zwecken und nicht zum Zwecke der Beschränkung der
Erfindung. Im Rahmen der Erfindung sind verschiedene Änderungen
und Modifikationen möglich,
ohne den Umfang der Erfindung sowie ihrer Äquivalente zu verlassen.
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- 1
- Beschlag
- 2
- Schlosskasten
- 3
- Türblatt
- 4
- Führungsbuchse
- 5
- Abdeckung
- 6
- Handhabe,
Drücker
- 7
- Ausnehmung
- 8
- Dorn
- 9
- Durchgangsöffnung
- 10
- Wulst
- 11
- Außengewinde
- 12
- Ausnehmung
- 13
- Sicherungselement
- 14
- Basis
- 15
- Schenkel
- 16
- Schräge
- 17
- Einbuchtung
- 18
- Kerbe
- 19
- Ringnut
- 20
- O-Ring
- 21
- Rand
- 22
- Sicke
- 23
- Durchbruch
- 24
- Hals
- 25
- Innengewinde
- 26
- Stiftschraube
- 27
- Hinterschneidung
- 28
- Nut