-
Die vorliegende Endung betrifft eine
Bedruckstoffe verarbeitenden Maschine, deren Transportzylinder durch
einen Räderzug
koppelbar sind.
-
Bogendruckmaschinen nach dem Stand
der Technik bestehen meist aus mehreren Druckwerken, wobei jedes
Druckwerk für
das Aufbringen einer Farbe auf einen Bedruckstoff ausgelegt ist.
Damit diese Farben auf den Bedruckstoff registergenau übereinander
gedruckt werden können,
muss der Transportweg eines Bogens durch die Druckwerke entsprechend
gestaltet werden. Auf ihrem Weg durch die Druckwerke durchlaufen
die zu bedruckenden Bogen einen Weg aus Transportzylindern, welche
bei Bogendruckmaschinen meist über
einen Räderzug
aus Zahnrädern
gekoppelt sind. Durch diesen Zahnräderzug wird sichergestellt,
dass die Bogen in den einzelnen Druckwerken registergenau bedruckt
werden können.
Da die einzelnen Druckwerke über
den Zahnräderzug
fest miteinander verkoppelt sind, ist es nicht möglich, einzelne Druckwerke
unabhängig
voneinander zu betreiben.
-
Aus der
DE 197 42 461 C2 ist eine
Vorrichtung zum Antrieb einer Bogendruckmaschine mit Mehrmotorenantrieb
bekannt, welche mindestens zwei eine Bogendruckmaschine darstellende
Druckwerksgruppen aufweist. Zwischen diesen Druckwerksgruppen liegt
eine Bogenübergabestation,
welche einen separat regelbaren Antrieb aufweist. Die beiden Druckwerksgruppen
und die Bogenübergabestation
sind somit unabhängig
voneinander antreibbar, wobei sie über die elektronische Steuerung
der Antriebsmotoren miteinander synchronisiert werden, so dass ein
registergenauer Druck möglicht
ist. Diese Vorrichtung hat den Nachteil, dass die beiden Druckwerksgruppen
und die dazwischen liegende Bogenübergabestation grundsätzlich nur
elektrisch synchronisiert sind, aber nicht mechanisch über einen
Räderzug.
Dies erfordert eine aufwendige Steuerung und Regelung für die Synchronisation
der Druckwerksgruppen und der dazwischen liegenden Bogenübergabestation.
-
Weiterhin ist aus der
DE 195 12 865 C2 eine Schön- und Widerdruckbogenrotationsdruckmaschine
bekannt, welche über
Druckwerke für
Schön-
und Widerdruck verfügt,
welche über
einen Räderzug
gekoppelt sind, der wiederum von zwei Antriebsmotoren angetrieben
wird. Der Räderzug
ist an der Schön- und
Widerdruckeinrichtung aber ständig
unterbrochen, so dass die beiden Teile der Druckmaschine stets nur
mittels einer elektronischen Regelung über die beiden Antriebsmotoren
elektrisch synchronisiert sind. Die Unterbrechung wird durch eine
lösbare
Verbindung der Schön-
und Widerdruckeinrichtung oder ein vergrößertes Zahnspiel der zugehörigen Zahnräder realisiert.
Diese Art der Unterbrechung trennt zwar den mechanischen Räderzug auf,
führt aber nicht
dazu, dass die beiden Teile der Bogendruckmaschine völlig unabhängig voneinander
gegeneinander verdreht werden können.
Der Verdrehwinkel der einzelnen Teile der Druckmaschine gegeneinander ist
nämlich
durch den Phasenwinkel bei der Umstellung von Schön- auf Widerdruck
oder bei der Formateinstellung begrenzt. Außerdem müssen Vorkehrungen getroffen
werden, um eine Kollision von Bogengreifern an der Unterbrechungsstelle
liegender Bogentransportzylinder zu verhindern, was dann ebenfalls
ein freies Verdrehen der beiden Teile gegeneinander verhindert.
Auch aus diesem Grund sind in der
DE 195 12 865 C2 die beiden Teile der Druckmaschine
nicht unabhängig
voneinander verdrehbar. Dies hat aber den Nachteil, dass beim sogenannten
Einrichte- oder Wartungsbetrieb die Druckmaschine nur als Ganzes
in Bewegung gesetzt werden kann, so dass sich einzelne Druckwerk
nicht unabhängig
voneinander drehen können.
Damit wird das parallele Einrichten von Druckwerken unabhängig voneinander
unmöglich.
-
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, eine Vorrichtung zu schaffen, mit welchen Rüst- und
Einrichtvorgänge
sowie Wartungsarbeiten bei Bogendruckmaschinen in kurzer Zeit parallel
nebeneinander erfolgen können,
wobei während
des Drucks ein Betrieb mit einem durchgehenden Räderzug der Druckwerke möglich ist.
-
Die vorliegende Aufgabe wird erfindungsgemäß durch
die Ansprüche
1, 2 und 3 gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen
sind auch den Unteransprüchen
und den Zeichnungen zu entnehmen.
-
Die Vorrichtung gemäß Patentanspruch
1 bietet den Vorteil, dass wenigstens ein Transportzylinder aus
dem Räderzug
ausgekoppelt werden kann, so dass dieser Transportzylinder in eine
gegenüber
dem oder den benachbarten weiteren Transportzylindern kollisionsfreie
Stellung gedreht werden kann. Die weiteren benachbarten Transportzylinder
sind dann unabhängig
von dem abgekoppelten Transportzylinder frei drehbar und antreibbar.
Dabei können
die abgekoppelten Zylinder über
Direktantriebe oder über
ein zwischengeschaltetes Getriebe angetrieben werden. Außerdem können die
Zylinder untereinander über
verbliebene Räderzüge angetrieben
werden.
-
Weiterhin ist vorgesehen, dass der
Räderzug an
wenigstens einer Stelle aufgetrennt wird, dass die durch den einen
Teil des Räderzugs
verbundenen Transportzylinder in eine mit Bezug auf die durch einen
weiteren Teil des Räderzugs
verbundenen Transportzylinder in eine kollisionsfreie Stellung gebracht
werden. Diese Vorgehensweise bietet den großen Vorteil, dass der Räderzug einer
Bogendruckmaschine in zwei völlig
voneinander unabhängig
antreibbare Teile aufgetrennt werden kann. Die an der Trennstelle
liegenden benachbarten Transportzylinder sind somit unbegrenzt gegeneinander verdrehbar,
wodurch zwei Teile einer Bogendruckmaschine parallel unabhängig voneinander
Drehbewegungen ausführen
können.
Dadurch ist es möglich, dass
der eine Teil der Bogendruckmaschine ein anderes Einricht- oder
Wartungsprogramm durchläuft als
der andere Teil. Um dieses unabhängig
voneinander durchführbare
Verdrehen zu ermöglichen,
ist es wichtig, dass die an der Trennstelle liegenden Transportzylinder
in eine kollisionsfreie Stellung gebracht werden. D. h., dass wenigstens
ein Teil des Räderzugs
so gedreht und justiert wird, dass sich danach der andere Teil ohne
die Gefahr einer Kollision von Bogengreifern an der Trennstelle
drehen lässt.
-
Vorteilhafterweise wird der Räderzug an
wenigstens zwei Stellen aufgetrennt, wobei die durch den zwischen
den Trennstellen verbliebenen Räderzug
verbundenen Transportzylinder in eine mit Bezug auf die weiteren
durch weitere Teile des Räderzugs verbundenen
Transportzylinder in eine kollisionsfreie Stellung gebracht werden.
Diese Vorgehensweise bietet gegenüber den zuvor genannten den
Vorteil, dass hier zwei Teile einer Bogendruckmaschine unabhängig voneinander
angetrieben werden und gedreht werden können. Dazu wird der zwischen
den beiden Teilen liegende restliche Räderzug in eine solche Stellung
gedreht, dass an den beiden Trennstellen keine Kollision durch Greifer
oder andere von den Transportzylindern abstehende Teile geschehen kann.
Mit dieser Ausgestaltungsform ist ein unabhängiges Drehen von zwei Teilen
eines Räderzugs
in einer Druckmaschine möglich.
-
Es ist weiterhin vorgesehen, dass
ein Teil des Räderzugs
oder wenigstens ein Transportzylinder durch einen Hauptantrieb einer
Bedruckstoffe verarbeitenden Maschine angetrieben wird. Es ist zwar
möglich,
zumindest den Teil des Räderzugs, welcher
nur in die kollisionsfreie Stellung gedreht wird, auch von Hand
in diese Stellung zu drehen, aufgrund der Automatisierung bei Bogendruckmaschinen
wird dies in der Regel jedoch auch ein Elektromotor übernehmen.
Die drehend angetriebenen weiteren Teile des Räderzugs, welche die Wartungs- oder
Einrichtprozeduren durchlaufen, müssen ohnehin von eigenen Motoren
angetrieben werden. Sinnvollerweise ist einer dieser Antriebsmotoren
zugleich der Hauptantrieb der Bogendruckmaschine im Druckbetrieb,
da auf diese An und Weise der Hauptantrieb auch für das Durchlaufen
des Einricht- und Wartungsbetriebs oder zur Verbringung eines Teils der
Maschine, z.B. eines Transport- oder
Druckzylinders, in eine kollisionsfreie Stellung genutzt werden kann.
Dies spart einen Antriebsmotor ein gegenüber einer Lösung, bei der jeder Teil des
Räderzugs
zusätzlich
zum Hauptantrieb über
einen Hilfsmotor verfügt.
-
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der
Erfindung ist vorgesehen, dass ein Teil des Räderzugs oder wenigstens ein
Transportzylinder durch einen zusätzlichen Hilfsantrieb angetrieben
wird. Neben dem Hauptantrieb, welcher sinnvoller Weise auch während des
Einricht- und Wartungsbetriebs genutzt wird, sind zusätzliche
Hilfsantriebe vorzusehen, um die anderen Teile des Räderzugs
unabhängig
voneinander in Drehung versetzen zu können. Außerdem können mittels der Hilfsantriebe
auch einzelne Zylinder direkt oder über ein Getriebe angetrieben
werden. Dies erlaubt einen vollständig automatisierten Einrichte-
oder Wartungsbetrieb einer Druckmaschine.
-
Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der
Erfindung ergibt sich dadurch, dass der Teil der Maschine, welcher
in eine kollisionsfreie Stellung gebracht wird, durch eine geeignete
Einrichtung gegen Verdrehen gesichert wird. Falls der Teil des Räderzugs,
welcher in eine kollisionsfreie Stellung gebracht wird, z. B. von
Hand bewegt wird, so besteht die Gefahr, dass der abgekoppelte Räderzug durch Vibrationen
der Maschine in Bewegung versetzt wird und so zu einer Kollisionsgefahr
für die
an den Trennstellen liegenden benachbarten Transportzylinder werden
kann. Auch wenn dieser Teil des Räderzugs durch einen Motor angetrieben
wird, besteht die Gefahr, dass der Widerstand des Motors nicht ausreicht, um
zumindest ein leichtes Verdrehen dieses Teils des Räderzugs
zu verhindern. Es kann aber sein, dass aufgrund der konstruktiven
Gegebenheiten die kollisionsfreie Position nur leichte Abweichungen
toleriert. In diesem Fall ist es wichtig, dass ein auch nur geringes
Verdrehen dieses Teils des Räderzugs
verhindert wird. Dazu kann eine automatische Bremse vorgesehen sein,
welche z. B. auf elektromagnetischer Basis arbeitet und diesen Teil
des Räderzugs somit
verriegelt, weiterhin kann eine mechanische Klinke vorgesehen sein,
mit welcher dieser Teil des Räderzugs
gegen Verdrehen von Hand gesichert werden kann.
-
Es ist weiterhin vorgesehen, dass
vor dem Verbringen eines Teils des Räderzugs in eine kollisionsfreie
Stellung eine eventuell vorhandene Vorrichtung zur Kollisionsverhütung außer Betrieb
gesetzt wird. Zwischen den Transportzylindern werden bei Bogendruckmaschinen
meist Vorkehrungen getroffen, mit denen eine Greiferkollision zwischen
benachbarten Transportzylindern ausgeschlossen werden kann. Dies
geschieht meist durch ein Anti-Kollisionsgetriebe, welches ein Verdrehen
der einzelnen Transportzylinder zueinander nur in einem Bereich gestattet,
in dem keine Kollision der benachbarten Greifer auftreten kann.
Wenn eine solche Vorrichtung an der Trennstelle vorhanden ist, muss
diese vor dem Verdrehen eines Teils des Räderzugs geöffnet werden, um den entsprechenden
Drehwinkelbereich freizugeben.
-
In einer weiteren Ausgestaltung der
Erfindung ist vorgesehen, dass die abgekoppelten Teile der Maschine
in der kollisionsfreien Stellung durch das Schließen einer
Kupplung phasenrichtig vor dem Drucken wieder an den Räderzug angekoppelt
werden. Wenn der Wartungs- oder Rüstbetrieb an der Maschine beendet
ist, wird durch diese besonders vorteilhafte Ausführungsform
sichergestellt, dass der Druckbetrieb wieder aufgenommen werden
kann. Dazu müssen
die abgekoppelten Zylinder oder Teile des Räderzugs wieder miteinander
verbunden werden, wobei es wichtig ist, dass dies phasenrichtig
geschieht, da sonst kein registerhaltiger Druck möglich ist.
Die abgekoppelten Teile werden dabei durch ihre Antriebsmotoren
oder von Hand phasenrichtig zueinander positioniert, so dass der
Teil der Maschine, welcher sich in der kollisionsfreien Stellung
befand, wieder in Druckstellung gedreht werden kann. Anschließend werden
die entsprechenden Kupplungen geschlossen, so dass der Druckbetrieb
wieder aufgenommen werden kann.
-
Weiterhin ist vorgesehen, dass der
Räderzug mittels
wenigstens einer Kupplung auftrennbar ist. Bevor Teile des Räderzugs
gegeneinander verdreht werden können,
muss der Räderzug
in wenigstens zwei Teile getrennt werden. Dies geschieht sinnvoller Weise
durch das Öffnen
einer Kupplung an einer entsprechenden Trennstelle. Nach dem Öffnen der Kupplung
sind die Teile rechts und links der Trennstelle nicht mehr durch
den Räderzug
miteinander verbunden. Die Kupplung kann von Hand betätigt werden,
sie kann aber auch elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch per
Knopfdruck über
eine entsprechende Steuerung an der Druckmaschine betätigt werden.
Auch eine vollautomatische z.B. in ein Wartungsprogramm eingebundene
Steuerung der Kupplung ist möglich.
-
Vorteilhafterweise ist außerdem vorgesehen, dass
der Räderzug
an einer Trennstelle einen Transportzylinder mit wenigstens einem
am Zylinderumfang abgeflachten Bereich aufweist. Ein Transportzylinder
mit einem am Zylinderumfang abgeflachten Bereich hat den Vorteil,
dass der Abstand zwischen diesem Zylinder und dem benachbarten Transportzylinder
variiert werden kann, dadurch dass der abgeflachte Zylinder gedreht
wird. Beim Auftrennen des Räderzugs
kann dieser abgeflachte Zylinder in eine solche Position gedreht
werden, dass der Abstand zwischen diesem Zylinder und einem benachbarten Transportzylinder
größer wird.
Wenn dieser Abstand groß genug
ist, das keine Kollision mit dem benachbarten Transportzylinder
auftreten kann, so befindet sich der abgeflachte Zylinder in einer
kollisionsfreien Stellung.
-
Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung eines
abgeflachten Transportzylinders ist eine exzentrische Wendetrommel.
Hierbei ist der Umfang der Wendetrommel exzenterförmig ausgebildet,
so dass hier ebenfalls der Abstand zu einem benachbarten Transportzylinder
je nach Drehstellung der exzentrischen Wendetrommel zu variieren
ist.
-
In einer weiteren Ausgestaltung der
Erfindung ist vorgesehen, dass der Transportzylinder an seinem Mantel
einen Kanal aufweist. Auch ein solcher Kanal führt dazu, dass der Durchmesser
des Transportzylinders an der Stelle des Kanals etwas geringer ausfällt, so
dass sich der Abstand zwischen dem Transportzylinder mit Kanal und
seinem benachbarten Zylinder vergrößern lässt, wenn der Transportzylinder
mit dem Kanal in eine entsprechende Position gedreht wird.
-
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung
der Erfindung besteht darin, dass der Transportzylinder einen reduzierten
Durchmesser aufweist, so dass ein Spalt zu einem benachbarten Transportzylinder
vorhanden ist. Hierbei entsteht ein Spalt unabhängig von der Position des Transportzylinders,
wobei aber zu berücksichtigen
ist, dass der Transportzylinder von seiner Oberfläche abstehende
Greifer aufweist. Wenn der Transportzylinder aber so gedreht wird, dass
sich die Greifer nicht im Spalt befinden, so kann der benachbarte
Zylinder gefahrlos durch diesen Spalt hindurchgedreht werden. Auch
mit dieser Ausführungsform
ist das unabhängige
Drehen benachbarter Zylinder gewährleistet.
-
Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand
einiger Figuren näher
beschrieben und erläutert.
Es zeigen:
-
1 einen
Räderzug
in einer Druckmaschine mit zwei Trennstellen, bei dem ein Umführzylinder von
den benachbarten Druckzylindern über
zwei Kupplungselemente entkoppelt werden kann,
-
1a eine
schematische Zeichnung des Räderzugs
gemäß der Ausführungsform
in 1,
-
1b eine
schematische Darstellung des Räderzugs
mit einer alternativen Kupplungsvariante gemäß der Ausführungsform zu 1,
-
2 die
Entkoppelung eines Umführzylinders
von seinen benachbarten Druckzylindern, wobei zwischen dem Umführzylinder
und den Druckzylindern mehrere Zwischenräder und zwei Kupplungen vorhanden
sind,
-
2a schematische
Darstellung des Räderzugs
gemäß der Ausführungsform
in 2,
-
3 Druckzylinder,
welche mittels Speichertrommeln und zwei Kupplungen an eine Umführtrommel
ankoppelbar sind,
-
3a eine
schematische Darstellung des Räderzugs
gemäß der Ausführungsform
in 3,
-
4 einen
Räderzug
in einer Druckmaschine mit einer Trennstelle, bei dem ein Umführzylinder von
den benachbarten Druckzylindern über
ein Kupplungselement entkoppelt werden kann,
-
4a eine
schematische Darstellung des Räderzugs
gemäß der Ausführungsform
in 4,
-
5 eine
Wendeeinrichtung mit einer exzentrischen Wendetrommel und
-
6 eine
Wendeeinrichtung, welche eine Wendetrommel mit reduziertem Durchmesser
aufweist.
-
1 zeigt
einen Ausschnitt aus einer Druckmaschine mit mehreren Druckwerken,
deren Bogentransportpfad aus Transportzylindern 1, 2 gebildet
wird. Zu den Transportzylindern gehören zwei Druckzylinder 2,
welche Teil von zwei Druckwerken sind, und welche über einen
weiteren Transportzylinder, einen Umführzylinder 1, im Druckbetrieb
miteinander verbunden sind. Der Umführzylinder 1 hat die Aufgabe,
den auf dem ersten Druckzylinder 2 bedruckten Bogen dem
nachfolgenden Druckzylinder 2 zuzuführen. Während des Druckbetriebs können die beiden
Druckzylinder 2 und der Umführzylinder 1 über einen
Zahnräderzug
mechanisch miteinander verbunden werden. Die beiden Druckzylinder 2 weisen
dazu jeweils ein Zahnrad 2a auf, welche jeweils im Eingriff
mit einem von zwei Kupplungszahnrädern 1a, 1b des
Umführzylinders 1 stehen.
Die beiden Kupplungszahnräder 1a, 1b sitzen
auf der Achse des Umführzylinders 1 und
ermöglichen
es, den Umführzylinder 1 aus
dem Zahnräderzug
auszukoppeln. Eine dazu geeignete Kupplungsanordnung ist in 1a gezeigt, wobei eine erste
Kupplung 6 zwischen den beiden Kupplungszahnrädern 1a, 1b angebracht
ist und eine zweite Kupplung 6 zwischen dem zweiten Kupplungszahnrad 1b und
dem Umführzylinder 1.
Durch die beiden Kupplungen 6 kann somit im geöffneten
Zustand der Umführzylinder 1 gegenüber den
beiden Kupplungszahnrädern 1a und 1b sowie
diese Kupplungszahnräder 1a, 1b frei
gegeneinander verdreht werden. Dies bedeutet, dass wenn beide Kupplungen 6 geöffnet sind,
die beiden Druckzylinder 2 und der Umführzylinder 1 unabhängig voneinander
verdrehbar sind. Dadurch kann der Umführzylinder 1 in eine
Position gedreht werden, so dass die Greifer des Umführzylinders 1 und
die Greifer der Druckzylinder 2, welche in 1 nicht gezeigt sind, nicht mehr miteinander
kollidieren können.
In dieser Stellung sind die beiden Druckzylinder 2 frei drehbar
und können
jeweils von eigenen hier ebenfalls nicht gezeigten Antriebsmotoren
in Bewegung gesetzt werden. Dies ermöglicht es, die verschiedenen
Druckwerken zugeordneten Druckzylinder 2 unabhängig voneinander
parallel in einen Einrichtbetrieb oder Wartungsbetrieb zu versetzen.
Der Umführzylinder 1 lässt sich
gemäß der Ausführungsform in 1b auch auf eine andere
Art und Weise von den beiden benachbarten Druckzylindern 2 entkoppeln.
Bei dieser Ausführungsform
sind die beiden Druckzylinder 2 und der Umführzylinder 1 über einen Räderzug aus
den beiden Druckzylindern 2 zugeordneten Zahnrädern 2a und
einem dem Umführzylinder 1 zugeordneten
Kupplungszahnrad 1a miteinander gekoppelt. Die Kupplung 6 funktioniert
hier so, dass in diesem Fall das Kupplungszahnrad 1a auf
der Drehachse des Umführzylinders 1 in
Pfeilrichtung verschiebbar angeordnet ist, so dass es möglich ist, das
Kupplungszahnrad 1a so zu verschieben, dass es nicht mehr
im Eingriff mit den benachbarten Zahnrädern 2a der Druckzylinder 2 steht.
Auch so ist es möglich,
den Räderzug
aus den Zahnrädern
zu öffnen
und den Umführzylinder
in eine kollisionsfreie Stellung drehen zu können, so dass die beiden Druckzylinder 2 beliebig
drehbar sind.
-
2 zeigt
ebenfalls eine Konstruktion mit zwei Druckzylindern 2 und
einem Umführzylinder 1, wobei
die beiden Druckzylinder 2 mit dem Umführzylinder 1 über Zwischenzahnräder 4 verbunden
sind. Um den Räderzug
herzustellen, weisen die beiden Druckzylinder 2 jeweils
wieder ein Zahnrad 2a auf ihrer Achse auf, welches über zwei
Zwischenzahnräder 4 mit
einem Kupplungszahnrad 1a des Umführzylinders 1 in Verbindung
stehen. Außerdem
befindet sich den beiden Zwischenzahnrädern 4 zugeordnet noch
jeweils ein Kupplungszwischenzahnrad 4a im Räderzug,
so dass die beiden Zwischenzahnräder 4 jeweils
von den Zahnrädern 2a entkoppelt
werden können.
Die Zwischenzahnräder 4 und
das Kupplungszwischenzahnrad 4a weisen gemäß der Ausführungsform
in 2 jeweils den halben
Durchmesser der Zahnräder 2a und
des Kupplungszahnrads 1a des Umführzylinders 1 auf. 2a zeigt eine schematische
Darstellung des Zahnräderzugs,
wie er in 2 vorhanden
ist. Hierbei ist zu erkennen, dass zwei Kupplungen 6 vorhanden
sind, mit denen die Zwischenzahnräder 4 von den Kupplungszwischenzahnrädern 4a entkoppelt
werden können.
Wenn diese Kupplungen 6 geöffnet sind, kann der Umführzylinder 1 in
eine kollisionsfreie Stellung gebracht werden, so dass danach die
beiden Druckzylinder 2 unabhängig voneinander angetrieben
und gedreht werden können.
-
3 zeigt
eine Anordnung, welche zwei Druckzylinder 2 über zwei
diesen Druckzylindern 2 benachbarte gleichgroße Umführtrommeln 1,
von denen eine als Wendetrommel ausgebildet sein kann, mit einer
doppeltgroßen
Umführtrommel,
welche als Speichertrommel 5 ausgeführt ist, zu einem Bogentransportpfad
verbindet. Die beiden Druckzylinder 2 weisen auf ihrer
Achse jeweils Zahnräder 2a auf,
welche mit Kupplungszahnrädern 1b auf
der Achse der Umführzylinder 1 in
Eingriff stehen. Auf den Achsen der Umführzylinder 1 ist weiterhin
jeweils ein Kupplungszahnrad 1a angebracht, welches jeweils
mit dem Zahnrad 5a der Speichertrommel 5 in Eingriff steht.
Gemäß der schematischen
Darstellung in 3a ist
zwischen den Kupplungszahnrädern 1a, 1b der
beiden Umführzylinder 1 je
eine Kupplung 6 angebracht, so dass die Druckzylinder 2 von
den benachbarten Umführzylindern 1 entkoppelt
werden können.
In diesem Fall werden die Umführzylinder 1 samt
der dazwischenliegenden Speichertrommel 5 in eine kollisionsfreie
Stellung gebracht, so dass die Druckzylinder 2 unabhängig voneinander
angetrieben und gedreht werden können.
Das Zahnrad 5a der Speichertrommel 5 weist den
doppelten Durchmesser der Zahnräder 1a, 1b, 2a auf.
-
In den 4 und 4a ist eine Möglichkeit dargestellt,
ein Auskoppeln von Zylindern aus einem Räderzug mittels nur einer Trennstelle
zu ermöglichen.
Der Räderzug
besteht bei dieser Ausführungsform
aus den beiden Zahnrädern 2a der
Druckzylinder 2 und dem Zahnrad 1a des Umführzylinders 1. Um
den Umführzylinder 1 auszukuppeln
und in eine kollisionsfreie Stellung bringen zu können, wird
hierbei nicht ein Zahnrad aus dem Räderzug ausgekoppelt, sondern
der Umführzylinder 1 wird
von seinem Zahnrad 1a mittels einer Kupplung 6,
wie in 4a gezeigt, abgekuppelt.
Im ausgekoppelten Zustand kann dann der Umführzylinder 1 in eine
kollisionsfreie Stellung gedreht werden, so dass die benachbarten Druckzylinder 2 unabhängig vom
Umführzylinder 1 gedreht
werden können.
Die zum Abkuppeln des Umführzylinders 1 vom
Räderzug
vorhandene Kupplung 6 kann dabei noch zu einem anderen
Zweck benutzt werden, nämlich
um den Umführzylinder 1 während dem
Druckbetrieb bei Kollisionsgefahr zu schützen, wenn dieser während des
Druckbetriebs durch einen eigenen Motor angetrieben wird. Falls
es Drehzahlunterschiede zwischen dem Umführzylinder 1 und den
benachbarten Druckzylindern 2 gibt, so schließt die Kupplung 6 und
verbindet den Umführzylinder 1 fest
mit dem Räderzug,
wodurch eine Kollision der Greifer 7 auf dem Umführzylinder 1 mit
den Druckzylindern 2 verhindert wird.
-
In 5 ist
ein Ausschnitt aus einer Druckmaschine 11 gezeigt, welcher
ein Druckwerk 10 und den angrenzenden Bereich zeigt. Das
Druckwerk 10 umfasst unter anderem einen Gummituchzylinder 8, welcher
die Druckfarbe auf bogenförmige
Bedruckstoffe überträgt, welche
durch den Druckzylinder 2 transportiert werden. Zu diesem
Druckwerk 10 von einem weiteren hier nicht gezeigten Druckwerk
kommend werden die bogenförmigen
Bedruckstoffe von einem Umführzylinder 1 zu
einer Speichertrommel 5 transportiert, wobei die Speichertrommel 5 Bogengreifer 7 aufweist,
um die bogenförmigen
Bedruckstoffe registergenau transportieren zu können. Von der Speichertrommel 5 werden
die Bogen zu einer Wendetrommel 12 transportiert, welche
die Bogen von der Speichertrommel 5 mittels eigener Greifer 7 übernimmt
und gegebenenfalls wendet und dann dem Druckzylinder 2 zuleitet.
Wie in 4 zu sehen, stehen
die Greifer 7 sowohl auf der Speichertrommel 5 als
auch auf der Wendetrommel 12 ein Stück aus dem Trommelumfang hervor.
Die Wendetrommel 12 ist dabei exzentrisch ausgeformt, so
dass je nach Stellung der Wendetrommel 12 zwischen der
Wendetrommel 12 und der Speichertrommel 5 ein
unterschiedlicher Abstand d vorhanden ist. Das Gleiche gilt für den Abstand
d zwischen der Wendetrommel 12 und dem benachbarten Druckzylinder 2,
wobei die beiden Abstände
nicht unbedingt gleich groß sein müssen. Um
die Speichertrommel 5 von dem Druckzylinder 2 für den Einricht-
oder Wartungsbetrieb entkoppeln zu können, wird die Wendetrommel 12 in eine
Position wie in 5 gebracht.
In dieser Position ist der Abstand d zumindest so groß, dass
die Speicherronmel 5 und der Druckzylinder 2 ohne
Einschränkungen
gedreht werden können,
wobei Kollisionen zwischen den Greifern 7 der Speichertrommel 5 bzw.
des Druckzylinders 2 und der exzentrischen Wendetrommel 12 ausgeschlossen
sind. Dasselbe gilt im Verhältnis
zwischen der exzentrischen Wendetrommel 12 und dem Druckzylinder 2,
so dass auch der Druckzylinder 2 unabhängig von der Wendetrommel 12 gedreht
werden kann. Mittels der exzentrischen Wendetrommel 12 und
einer Kupplungsanordnung gemäß 1a oder 1b ist es möglich, die Druckmaschine 11 in
zwei voneinander völlig
unabhängig
antreibbare Teile aufzuspalten.
-
Alternativ zu der Ausführungsform
gemäß 5 ist die Wendetrommel 12 in 6 nicht exzentrisch ausgeformt,
sondern weist einen reduzierten Durchmesser auf, so dass der Abstand
d zwischen der Wendetrommel 12 und dem benachbarten Druckzylinder 2 sowie
der benachbarten Speichertrommel 5 unabhängig von
der Drehwinkelstellung der Wendetrommel 12 immer gleich
ist. Das Verdrehen der Wendetrommel 12 und der Speichertrommel 5 gegeneinander
und auf der anderen Seite das Verdrehen der Wendetrommel 12 und
des Druckzylinders 2 gegeneinander wird in diesem Fall
nur durch die auf der Wendetrommel 12 hervorstehenden Greifer 7 eingeschränkt. D.
h., in diesem Fall muss die Wendetrommel 12 in eine solche
Position gebracht werden, dass deren Greifer 7 nicht mit
den Greifern 7 der Speichertrommel 5 bzw. mit
dem Druckzylinder 2 kollidieren können, wenn die Speichertrommel 5 und
der Druckzylinder 2 drehend angetrieben werden. Diese Ausführungsform
bietet den Vorteil, dass die Position der Wendetrommel 12 im
entkoppelten Betrieb in einem weiteren Drehwinkelbereich wählbar ist,
ohne das Kollisionen auftreten. Auch hier müssen die Abstände nicht
notwendiger Weise zwischen den Trommeln/Zylindern 2, 5, 12 gleich
groß sein.
-
Die in den 1 bis 6 gezeigten
Ausführungsformen
können
dabei für
die entkoppelbaren Teile des Räderzugs
oder einzelne Zylinder über
eigene Antriebsmotoren verfügen,
so dass jeder Teil des Räderzugs
oder einzelne Zylinder nach dem Entkoppeln entweder rotierend angetrieben
werden oder zumindest in eine kollisionsfreie Stellung gedreht werden
können.
Als Antriebsmotoren können
alle bekannten im Druckmaschinenbau verwendeten elektrischen, pneumatischen
oder hydraulischen Antriebsaggregate verwendet werden.
-
- 1
- Umführzylinder
- 1a
- Kupplungszahnrad
des Umführzylinders
- 1b
- Kupplungszahnradgegenstück des Umführzylinders
- 2
- Druckzylinder
- 2a
- Zahnrad
des Druckzylinders
- 4
- Zwischenzahnrad
- 4a
- Kupplungszwischenzahnrad
- 5
- Speichertrommel
- 5a
- Zahnrad
der Speichertrommel
- 6
- Kupplung
- 7
- Bogengreifer
- 8
- Gummituchzylinder
- 10
- Druckwerk
- 11
- Druckmaschine
- 12
- Wendetrommel