DE2029768C2 - Antitumorverbindung 593A, Verfahren zu ihrer Herstellung und Arzneimittel - Google Patents
Antitumorverbindung 593A, Verfahren zu ihrer Herstellung und ArzneimittelInfo
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Description
Die Beobachtung, daß wirksame Therapeutika als Produkte aus der bakteriellen Fermentation erhalten
werden konnten, hat das Arsenal von Therapeutika, das zur Erhaltung der Gesundheit oder zur Aufhebung von
Krankheitszuständen erforderlich ist, unmeßbar vergrößert. Zeugen dafür sind Penicillin, Streptomycin und
auch bestimmte Anti-Tumor-Mittel, die man bei der Mikrobenfermentation erhält. Unglücklicherweise stellte
man fest, daß infolge der weitverbreiteten Verwendung und manchmal auch des Mißbrauchs dieser
wertvollen Substanzen bestimmte Stämme einiger Krankheitserreger eine Resistenz gegenüber einzelnen
Chemotherapeutika entwickeln, was zur Folge hat, daß das ausgewählte Mittel gegenüber derartigen resistenten
Stämmen nicht mehr wirksam ist. Dies, in Verbindung mit der Tatsache, daß noch viele pathogene
Organismen bekannt sind und es andere unbekannte Krankheitserreger gibt, für die man noch kein wirklich
wirksames Mittel besitzt, stellt einen andauernden Anreiz dar, auf diesem Gebiet tätig zu sein.
Gegenstand der Erfindung sind die in den Patenten-Sprüchen beschriebene Antitumorverbindung 593A, das
Herstellungsverfahren und Arzneimittel. Die Verbindung 593A besitzt als basische Substanz und in Form der
Säuresalze wertvolle antibakterielle und Antitumor-Wirksamkeit; ihre Strukturformel wurde nach dem
Anmeldetag festgestellt.
Die Verbindung 593A wird bei der Züchtung unter kontrollierten Bedingungen eines bisher unbekannten
Mikroorganismenstammes erhalten. Der ursprüngliche Mikroorganismus, der aus einer Bodenprobe isoliert
wurde, die im Gebiet von Richmond, Südafrikanische Union, eingesammelt worden war, wurde als MA-1241
in der Kultursammlung von MERCK & CO., INC, Rahway, New Jersey, bezeichnet Die Stammkultur
MA-1241 wurde auch in der Kultursammiung der
Northern Utilization Research and Development Branch des US. Department of Agriculture in Peoria,
Illinois, hinterlegt wo sie unter der Bezeichnung NRRL 3412 zugänglich ist
Die ursprünglich isolierte Kultur, welche die Verbindung 593A erzeugt, erhalten als Einzelkolonie aus
Boden, wurde auf einer sterilisierten Agarplatte der folgenden Zusammensetzung ausgebreitet:
Hefeextrakt
Glucose
MgSO4 · 7 H2O
KH2PO4
Na2HPO4
Destilliertes Wasser
20 g
10g
10g 0,5 g 1,82 g 1,90 g 1 Liter
Nach dem Brüten bei 28° C wurde die entstandene ,Zucht verwendet, um eine 250-ml-Schüttelflasche
anzuimpfen, die 50 ml eines sterilisierten Mediums der folgenden Zusammensetzung enthielt:
Fleischextrakt 3 g
N-ZAmin 10 g
Glucose 10 g
NaCl 5 g Destilliertes Wasser 1 Liter
pH 7,2 vor der Sterilisierung.
Nach 48stündigem Brüten auf einer Dreh-Schüttelvorrichtung
bei 28° C wurde das vegetative Inokulum dazu benutzt, eine 250-ml-Schüttelflasche anzuimpfen,
die das folgende sterilisierte Medium enthielt:
| Glucose | 10 g |
| Pepton | 5g |
| Hafeextrakt | 3g |
| NaCl | 12,705 g |
| KCl | 0,72 g |
| FeSO4(NH4J2SO4-OH2O | 0,35 g |
| MgCl2 · 2 H2O | 5,32 g |
| CaCl2-2 H2O | 0,728 g |
| Destilliertes Wasser | 1 Liter |
pH 7,4 vor der Sterilisierung eingestellt.
Nach weiterem 48stündigem Brüten bei 280C auf
einer Schüttelvorrichtung wurde eine Probe der entstandenen filtrierten Brühe geprüft; sie besaß
antibiotische und Anti-Tumor-Wirksamkeit. Trotz der vielen durchgeführten Tests konnte die isolierte
Verbindung nicht mit einer bekannten Substanz identifiziert werden, sie wurde daher als Verbindung
593A bezeichnet.
Klassifikation
In dem Bemühen, den Organismus, der die Verbindung 593A erzeugt, zu klassifizieren, wurden Proben der
stabilen, lyophilisierten Stammkultur gezüchtet und die morphologischen und physiologischen Charakteristika
untersucht und mit bekannten Organismen verglichen. Bei dieser Untersuchung fand man, daß die Stammkultur
am stärksten Streptomyces griseoluteus ähnelte, dementsprechend erhielten diese, die Verbindung 593A
erzeugenden Kulturen, die Artbezeichnung Streptomyces griseoluteus.
Die Kennzeichen der isolierten Stammkultur sind in
Tabelle i im Vergleich mit den beiden nächststehenden Organismen, Streptomyces griseoluteus und Streptomyces
aureofaciens , wiedergegeben. Die Beschreibungen der bekannten letzteren Organismen sind so wie sie in
Bergey's »Manual of Determiniative Bacteriology«, Auflage (1957), und in Waksman's »The Actinomycetes«,
Band 2 (1961), angegeben sind. Aiie Angaben in der
Tabelle wurden nach dreiwöchigem Brüten bei 28" C "ermittelt, falls nichts anderes angegeben ist, und der pH
der bei diesen Untersuchungen verwendeten Medien betrug etwa 6,8 bis 7,2. Die in der Beschreibung
verwendeten Farbangaben entsprechen den Definitionen des »The Color Harmony Manual«, 4. Auflage
(1958).
Kulturcharactenstika von NRRL 3412 und den beiden nächsistehenden Oiganismen
NRRL 3412 Streptomyces griseoluteus
Waksman Bergey
Streptomyces aureofaciens Waksman Bergey
Morphologie
Czapek
Dox Agar
(Saccharose
Nitrat)
Agar
Dox Agar
(Saccharose
Nitrat)
Agar
Glycerin-Aspargin-
Agar
Agar
Synthetischer
Agar
Agar
Die Sporophoren erscheinen als gewundene Ketten, Haken und
Schleifen.
Die Sporophoren erscheinen oval bis zylindrisch (950X) in Ketten von 8-10
(Durchschnitt). Mittlere Größe 1,2 X 1,7 p.
Die Sporophoren erscheinen oval bis zylindrisch (950X) in Ketten von 8-10
(Durchschnitt). Mittlere Größe 1,2 X 1,7 p.
Mäßiges Wachstum.
Vegetatives Wachstum farblos.
Rückseite farblos. Luftmycel
spärlich weiß. Kein lösliches Pigment.
spärlich weiß. Kein lösliches Pigment.
Wachstum mäßig. Vegetatives Wachstum hellbraun.
' Rückseite hellbraun.
Luftmycel sehr spärlich, weißlich.
Sehr hellbraunes, lösliches Pigment.
Sporophoren mit monopodialen und unregelmäßigen Verzweigungen flexibel und
hakenförmig. Sporen oval bis ■zylindrisch, 1,0 bis 1,2 X
1,8 bis 2,2 p.
Wachstum dünn, farblos bis cremefarben. Sand federartig,
in das Medium eindringend. Luftmycel pulverig, gräulichweiß- bis hellgelb-grau.
Lösliches Pigment fehlt oder gelblichbraun.
Luftmycel:
Hyphenverzweigung monopodial
und unregelmäßig;
coridia
ellipsoid bis
zylindrisch,
1,0 bis 1,2 X
1,8 bis 2,2 p.
Hyphenverzweigung monopodial
und unregelmäßig;
coridia
ellipsoid bis
zylindrisch,
1,0 bis 1,2 X
1,8 bis 2,2 p.
Sporophoren,
monopodiale
Verzweigungen,
gewunden, erzeugen offene Spiralen.
monopodiale
Verzweigungen,
gewunden, erzeugen offene Spiralen.
Sporen sphärisch
bis oval^glätt.
bis oval^glätt.
Luftmycel: weiß, wird bräunlichgrau bis dunkelgraubraun
in 5-10 Tagen.
^Sporophoren, ge-/iade,
gewunden; keine Spiralen. Sporen sphärisch bis' ellipsoid, längster Durchmesser
1,5 μ. Wachstum: s. Anmerkung.
Nur das Substrat
wächst.
wächst.
Gelegentlich wird
schwach bräunliches Pigment
erzeugt.
schwach bräunliches Pigment
erzeugt.
Dünner, farbloser
bis cremefarbener
Wuchs.
Rand gefiedert,
in das Medium
eindringend.
Luftmycel pulverig,
gräulichweiß bis
hellgelb-braun,
Kein lösliches
Pigment oder ein
gelblkhbraunes
Pigment.
| • (Fortsetzung der Tabelle) | NRRL 3412 | 20 | 29 768 | Bergey | 6 | ί | Bergey ? | |
| I | ||||||||
| ■ 5 | Glucose- | Streptomyces griseoluteus | Streptomyces aureofaciens \ | |||||
| Aspargin- | Waksman | Waksman | ||||||
| Agar | Wachstum faltig, | j | ||||||
| cremefarben. | Wachstum glasig, | | |||||||
| Luftmycel dünn, | nach orange- | | |||||||
| Glucose- | weiß. Hgment | gelb übergehend. | | ||||||
| Aspargin- | rötlichbraun. | Reichlich vor- P | ||||||
| Fleisch- | Wachstum glasig, | handenes Luft- J | ||||||
| extrakt | nach orange-gelb | mycel, weiß, $ | ||||||
| Agar | oder rötlich | nach tiefgrau I | ||||||
| braun über | oder dunkelgrau | | |||||||
| gehend. | übergehend mit | | |||||||
| Luftmycel, falls | gelb-brauner I | |||||||
| vorhanden, weiß | Rückseite. I | |||||||
| nach aschgrau | Schwach gelb- | | |||||||
| oder dunkelgrau | liches Pigment. | | |||||||
| übergehend mit | I | |||||||
| gelb-brauner | I | |||||||
| Rückseite. | I | |||||||
| Faltiges, creme | Schwach gelb | 1 | ||||||
| farbenes Wachs | liches lösliches | I | ||||||
| Glucose | tum. | Pigment gelegent | I | |||||
| Agar | Luftmycel dünn, | lich erkennbar. | I | |||||
| weiß. | 1 | |||||||
| Rötlichbraunes | ι | |||||||
| Pigment. | I | |||||||
| I | ||||||||
| Gutes Wachstum. | 1 | |||||||
| Tomaten- | Vegetatives Wachs | I | ||||||
| paste-Hafer- | tum hellbraun. | I | ||||||
| mehl-Agar | Rückseite hell | 1 | ||||||
| braun. Lufhnyce! | ί | |||||||
| spärlich, weiß. | I | |||||||
| Mittelbraunes, | I | |||||||
| lösliches Pigment. | I | |||||||
| Gutes Wachstum. | I | |||||||
| Emerson's | Vegetatives | S | ||||||
| Agar | Wachstum braun. | ι | ||||||
| Rückseite braun. | I | |||||||
| Kein Luftmycel. | I | |||||||
| Sehr hellbraunes, | I | |||||||
| lüsiicnes ngmem. | Faltig, trans | Gutes hell- i | ||||||
| parenter Wuchs. | braunes 1 | |||||||
| Agar | Luftmycel dünn, | Wachstum. | | ||||||
| weiß, pulverig. | Kein Luftmycel. | | |||||||
| Kein lösliches | Kein lösliches g | |||||||
| Pigment oder ein | Pigment $ | |||||||
| gelblichbraunes | ff | |||||||
| Pigment | I | |||||||
| S | ||||||||
| I | ||||||||
| Nähragar | I | |||||||
| I | ||||||||
| "Wuchs faltig, | Wachstum gut | i | ||||||
| transparent | durchscheinend | i | ||||||
| Luftmycel darin, | bis bräunlich. | P | ||||||
| weiß, pulverJS· | Kein LuftmyceL | |||||||
| Lösliches Figment | Kein lösliches | |||||||
| fehlt oder | Pigment | |||||||
| gelblichbraunes. | Melanin-negativ. |
(Fortsetzung der Tabelle)
NRRL 3412 Streptomyces griseölutous
Waksmän Bergey
Streptomyces äüreö&ciens Waksman Bergey
Kalzium-
malat-
Entrahmte
Milch-Agar
Milch-Agar
Pepton-Eisen-Hefeextrakt-
geneigte
Platte
geneigte
Platte
Erzeugung
voa H2S
voa H2S
lyrosin-Agar
Kartoffelpfropf
Stärke-Agar
Reduktion
von
von
Wachstum schwach bis mäßig. Vegetatives Wachstum farblos. Kein Luftmycel.
Kein lösliches Pigment.
Vegetatives Wachstum schwach gelblichbraun. Luftmycel spärlich,
weiß.
Kein lösliches Pigment.
Hydrolyse.
Kein lösliches Pigment.
Hydrolyse.
Gutes Wachstum. Vegetatives Wachstum schwachbraun.
Kein Luftmycel. negativ.
Negativ Meist negativ
Mäßiges Wachstum. Vegetatives Wachstum farblos. Kein Luftmycel. Kein Braunwerden
des Mediums.
Mäßiges Wachstum.
Kolonien hell bis mittelbraun. Kein Luftmycel. Lösliches Pigment
Wachstum gut Vegetatives Wachstum faltig, hellgelblichbraun.
Kein LuftmyceL Kein lösliches Pigment
Hydrolyse.
Hydrolyse.
Nitrite werden aus Nitraten erzeugt
Reichliches Wachstum, faltig, cremefarben. '
Luftmycel staubig weiß, dünn. Der Pfropfen wird schwachbräunlich.
Hydrolyse.
Reichliches, faltiges, cremefarbenes Wachstum.
Luftmycel staubig weiß, dünn. Der Pfropfen wird schwachbräunlich.
Stärke wird hydrolysiert Wachstum lichenoid, hellorangegelb
bis braunrot bis purpuriötlich.
Kein Luftmycel. Farbe des Pfropfens unverändert
Faltiges,
orangegelbes
Wachstum.
Farbe des
Pfropfens
unverändert
Positiv.
Nitrite weiden aus Nitraten erzeugt
(Fortsetzung der Tabelle)
NRRL 3412 Streptomyces giiseoluteus
Waksman Bergey
Streptomyces aureofaciens Waksman Bergey
| Entrahmte | Kein sichtbares |
| Milch | Wachstum, |
| Koagulation. | |
| Saure Reaktion | |
| (pH 5,0) | |
| Lackmus, | Kein sichtbares |
| Müch | Wachstum. |
| Koagulation. | |
| Saure Reaktion. | |
| Temperatur | Gutes Wachstum |
| bei 280C. | |
| Kein Wachstum | |
| bei 500C. | |
| Mikro-aero- | (Hefe-Extrakt- |
| phües | Dextrose-Stich |
| Wachstum | kultur.) |
| Gutes Ober | |
| flächenwachstum | |
| und entlang 1/4 | |
| der Stichlinie. | |
| Gelatine | Kein Wachstum |
| stich | beim ersten Test. |
| Bei stärkerer | |
| Animpfung war | |
| die Verflüssigung | |
| nach 3 Wochen | |
| vollständig. | |
| Nur Oberflächen | |
| wachstum. | |
| Kein lösliches | |
| Pigment | |
| Nähr | Gutes Wachstum. |
| gelatine- | Vegetatives |
| Platten | Wachstum faltig, |
| hellgelblichbraun. | |
| Kein Luftmycel. | |
| Kein lösliches | |
| Pigment. | |
| Verflüssigung. | |
| Glukose | |
| brühe |
Oberflächenring
cremefarben.
Luftmycel in
Form von weißen
Flecken.
cremefarben.
Luftmycel in
Form von weißen
Flecken.
Cremefarbener Ring; weiße Oberfläche, Hecken.
Begrenztes Wachstum, gelblichbraune Oberfläche.
Koagulation und Peptonisierung schwankend (oft keine, gelegentlich
doch).
Begrenztes gelblichbraunes Wachstum. Keine Koagulation oder Peptonisierung.
Kein Wachstum. Kein Wachstum.
Cremefarbener Oberflächenring Verflüssigung keine bis
begrenzte.
Kein lösliches Pigment.
Keine Verflüssigung.
Cremefarbener bis brauner OberfÜcheniing.
Luftmycel pulverig, weiß.
Lödkhcs rötlichbraunes
Piment schwach
erzeugt
Kohlehydrat-Verwertung
NRRL 3412
Glucose
Fructose
Rhamnose
Xylose
Mannose
Ärabinose
Inosit
Mannit
Lactose
Raffinose
Saccharose
+(hellbraunes, lösliches Pigment)
+(mittelbraunes, löstiches Pigment)
+ (mittelbraunes, lösliches Pigment)
+ (mittelbraunes, lösliches Pigment)
+(mittelbraunes, lösliches Pigment)
±(sehr schwach-braunes, lösliches
Pigment)
+(mittelbraunes, löstiches Pigment)
+ (mittelbraunes, lösliches Pigment)
+ (mittelbraunes, lösliches Pigment)
+(mittelbraunes, lösliches Pigment)
±(sehr schwach-braunes, lösliches
Pigment)
10
15
20
25
30
Die erfindungsgemäße Verbindung 593A kann entweder von Oberflächenkulturen oder submersen
Kulturen erzeugt werden; vorliegend zieht man es jedoch vor, die Fermentation im submersen Zustand
durchzuführen. Fermentationsansätze in kleinem Maßstab können gewöhnlich hergestellt werden, indem man
geeignete Mengen Nährmedium in Kolben bringt, die Kolben und den Inhalt durch 20 Minuten langes
Erhitzen auf etwa 120° C sterilisiert, die Kolben mit
vegetativen Kulturen von Streptomyces griseoluteus NRRL 3412 animpft, die Kolben mit Baumwolle locker
verschließt und die Fermentation 3 bis 5 Tage lang auf einer Schüttelvorrichtung in einem temperaturkonstanten
Raum bei 28° C vonstatten gehen läßt. Größere Fermentationsansätze können hergestellt werden, indem
man Behälter geeigneter Größe verwendet, die mit einem Rührer und Vorrichtungen zur Belüftung des
Fermentationsmediums ausgestattet sind. Bei diesem Verfahren werden das Medium und die das sterilisierte
Medium enthaltenden Behälter mit einer vegetativen Kultur angeimpft Man läßt die Fermentation 2 bis 4
Tage lang unter konstantem Rühren oder Belüften des Nährmediums bei konstanter Temperatur von etwa
28° C vonstatten gehen. Bei der Durchführung der Fermentation nach diesem Verfahren kann es wünschenswert
sein, eine geringe Menge eines geeigneten Antischaummittels zuzufügen. Zu geeigneten Mitteln
gehören Sojabohnenöl, Rizinusöl, l°/oiges Octadecanol in Mineralöl oder ein polymerisiertes Propylenglykol,
wie Polyglykol 2000. Diese Mittel behrrschen ein zu starkes Schäumen, das während der Fermentation in der
Fermentationsbrühe stattfinden kann.
Wäßrige Medien, wie sie für die Herstellung von Antibiotika verwendet werden, sind zur Herstellung der
Verbindung 593A geeignet Derartige Medien enthalten durch die Mikroorganismen assimilierbare Kohlenstoff-
und Stickstoffquellen und anorganische Salze. Außerdem enthalten die Fermentationsmedien Spuren von
Metallen, die für das Wachstum der Mikroorganismen erforderlich sind und die gewöhnlich als Verunreinigungen
bei der Zugabe anderer Bestandteile des Mediums zugeführt werden.
Im allgemeinen können Kohlehydrate, wie Zucker, ^ z. B. Glucose, Maltose, Fructose und dergleichen, und
Stärken, wie Getreide, wie z. B. Hafer, Roggen, Maisstärke, Maismehl und dergleichen, entweder allein
öder in Kombination als Quellen für assimilierbaren Kohlenstoff im Nährmedium verwendet werden. Die
genaue Menge der im Medium verwendeten Kohlehydratquelle oder -quellen richten sich zum Teil nach den
anderen Bestandteilen des Mediums, man findet jedoch
65 gewöhnlich, daß eine Menge von Kohlehydrat zwischen etwa 1 und 6 Gew.-°/o des Mediums zufriedenstellend ist.
Diese Kohlenstoffquellen können einzeln benutzt werden oder es können mehrere derartige Kohlenstoffquellen
im Medium vereinigt sein.
Zufriedenstellende Stickstoffquellen umfassen zahllose Proteinmaterialien, wie verschiedene Formen von
Hydrolysaten von Kasein, Sojabohnenmehl, Maisquellwasser, löslichen Brennereirückständen, Hefehydrolysaten
und dergleichen. Die verschiedenen Stickstoffquellen werden entweder allein oder in Kombination in
Mengen im Bereich von etwa 0,2 bis 6 Gew.-% des wäßrigen Mediums verwendet.
Die Verbindung 593A kann aus der Elrühe gewonnen werden, indem man filtriert und das Filtrat unter
Vakuum bis auf etwa ein. Zehnte! des ursprünglichen Volumens einengt und dann die konzentrierten Brühen
Extraktionsverfahren unterwirft.
Beispielsweise kann die Verbindung 593A aus der Brühe oder einem ihrer Konzentrate durch Extraktion
mit einem Lösungsmittel für das Produkt, welches mit Wasser nicht mischbar ist (vgl. Anspruch 3), wie Butanol
oder Chloroform, gewonnen werden. Wird die Brühe bei pH 7 extrahiert, so erhält man die freie Base.
Alternativ kann die Brühe bis zur Trockene eingedampft werden und mit einem geeigneten Lösungsmittel
(vgl. Anspruch 3), wie einem niedrigen Alkanol, z. B. Methanol oder Äthanol, extrahiert werden.
Reinere Formen der Verbindung 593A können durch wiederholte Umkristallisation aus heißem Methanol
erhalten werden. Ein anderes, ebenfalls anwendbares Verfahren betrifft die Absorption der Verbindung an
Anionenaustauschharzen mit Polyalkylamingruppen, die an ein Styrol-Divinyibenzol-Polymerisatgitter gebunden
sind. Das absorbierte Antibiotikum wird leicht aus dem Harz mit Wasser eluiert. Eindampfen des Eluats
zur Trockene führt zur Verbindung 593A, die durch fraktionierte Umkristallisation aus Methanol weiter
gereinigt werden kann.
Alternativ kann die Verbindung 593A gereinigt werden, indem man an basischem Aluminiumoxyd oder
Silikagel absorbiert und dann mit Äthylacetat oder Methanol eluiert
Prüfung
Die Verbindung 593A kann in bezug auf ihre Anti-Tumor-Wirksamkeit zweckdienlich unter Anwendung
des Systems Menschentumor-Wirtsei oder unter Verwendung des KB-Zellkultursystems geprüft werden.
Bei der Prüfung der Verbindung 593A mit dem System Menschentumor-Wirtsei werden Tumorimplantate von
menschlichen AueiiukärCinöfnen (H.AD.1) auf die
Chorioallanto-Membranen von Eiern mit 9tätigen Embryonen gebracht. Die Eier werden 3 bis 4 Tage lang
bebrütet und diejenigen, die positiv ein Angehen zeigen, werden für den Test ausgewählt Die Verbindung 593A
wird dann in den Dottersack des Eies injiziert 7 Tage nach der Injektion werden die Eier geöffnet und die
Tumore und Embryonen der behandelten und nicht behandelten Vergleichsgruppen gewogen, und der
Prozentsatz an Wachstumshemmung des Tumors und Embryos im behandelten Ei wird auf folgende Weise
erhalten:
10 Eier mit implantiertem Tumor werden zum Zeitpunkt der Injektion mit Verbindung 593A geöffnet,
um das Durchschnittsgewicht des Tumors zu bestimmen.
Der erhaltene Wert wird dann vom Durchschnittsgewicht der behandelten und nicht behandelten
Vergleichstumore zum Zeitpunkt der Isolierung abgezogen,
um die tatsächliche Gewichtszunahme der Tumore während der Behandlungsperiode zu bestimmen.
Den Prozentsatz Wachstumshemmung für die behandelten Eier erhält man durch Vergleich der
Gewichtszunahme der behandelten Tumore mit der Gewichtszunahme der nicht behandelten Vergleichstumore
unter Anwendung der Formel (lOO-T/CxlOO).
Der Prozentsatz Wachstumshemmung für Embryonen wird auf gleiche Weise bestimmt
Beim Test der Verbindung 593A auf Anti-Tumor-Wirksamkeit nach dem KB-Zellenkultursystem werden
»Eagle's«-KB-Zellen (menschliche Epidermoid-Karcinom-Zellen) auf Glas in Milchverdünnungsgefäßen
gezüchtet, die jeweils 20 ml Eagle's Basalmedium plus
10% Kalbsserum enthalten. Jedes Gefäß erhält 8 χ los
Zellen. Das Medium wird am 3. und 6. Tag erneuert Am 7. Tag werden die Zellen mit Hilfe von Trypsin isoliert,
zentrifugiert und in Eagle's Medium plus 5% Kalbsserum suspendiert Das Volumen des Mediums wird so
eingestellt, daß jeweils 1 ml Suspension 1,5XlO4 Zellen
enthält Die Zellsuspension wird in 2,0 ml Mengen in 16 χ 125 mm Teströhrchen verteilt, zu denen bis zu
0,2 ml Volumina Testsubstanz gegeben wurde. Auf gleiche Weise werden Teströhrchen hergestellt, in
denen die Testsubstanzen fehlen. Die Röhrchen werden in aufrechter Stellung in einer Atmosphäre aus 5% CO2
und 95% Luft bei 37° C in den Brutschrank gestellt Die entstandene Zellschicht, die sich am Boden des
Röhrchens bildet, wird nach 5tägigem Brüten mikroskopisch untersucht Das Wachstum in dem behandelten
Röhrchen wird mit dem Wachstum in den Kontrollröhrchen verglichen, und die cytotoxische ED50 (Dosis, die
das Zellwachstum zu 50% inhibiert) wird für jede Testsubstanz ermittelt
Wenn man die Verbindung 593A gegenüber HAD.l bei verschiedenen Testkonzentrationen testete und die
erhaltenen Hemmungsprozentwerte graphisch auftrug, betrug die Dosis, die das Tumorwachstum zu 60%
inhibierte (ED60) 17μg/Ei. Dies ist im Vergleich zu
anderen Anti-Tumor-Mitteln beim Test nach dem gleichen Verfahren sehr günstig. Die folgende Aufstellung
veranschaulicht dies:
Anti-Iumor-Mittel
ED1
'60
Wie oben erwähnt, besitzen die Verbindung 593A und |.
ihre Salze auch bedeutende Anti-Tumor-Wirksamkeit g?
und sind geeignete Bezugsverbindungen zum Testen jjj£ anderer Verbindungen auf diese Wirksamkeit |j
Wenn man die Verbindung 593A gegenüber KB-ZeI- p
len testete, so fand man, daß die cytotoxische ED50 0,03 g
bis 0,1 μg/ml betrug. ώ
Neben der von der Verbindung 593A gezeigten g Anti-Tumor-Aktivität besitzt 593A auch antibiotische fe·
Wirksamkeit beim Test gegenüber Proteus vulgaris g MB 838, Vibrio percolans MB 1272, Pseudomonas ;
Stutzeria MB 1231 und Bruceila bronchiseptica MB 965. ]
Verwendet man Verbindung 593A zur Verringerung des Tumorwachstums, so kann sie dem Wirt oral oder
parenteral verabreicht werden. Wie bei den meisten ' Arzneimitteln mit ähnlicher Wirksamkeit kann die \
verabreichte Dosis nicht starr festgelegt werden. Dementsprechend bestimmt man am besten die Dosis \
dadurch, daß man die Behandlung auf einem niedrigen Niveau einleitet, wie mit etwa 0,5 bis 2 mg pro '
Kilogramm Körpergewicht pro Tag, und die Dosis um 10 bis 50% pro Tag oder jeden zweiten Tag erhöht,
vorausgesetzt es wurden keine ungünstigen Reaktionen festgestellt D;s Prüfung vitaler Körperfunktionen und
insbesondere ßlutuntersuchungen sind daher bei der Festsetzung der zu verabreichenden Gesamtdosis
erforderlich.
Eigenschaften der Verbindung 593A
| 593A | ΠμβΛΕϊ |
| Azaserin | 1000 i^/Fi |
| Hadaddin | 3000-7000 i*^i 50 |
| Hydroxyhamstoff | 20000 j*/Ei |
| 6-Mercaptopurin | 8000 ygmi |
| Methyl-mitomycjn | 10-130 i*^i |
| Stkkstofflosl | 250^m |
| Streptanigrin | 3-4 jg/Ei 5S |
| Natriumtenuttzocat | 150-420 ι«>Έΐ |
| Triäthylenmelamin | 3-12 uK/Ei |
In Übereinstimmung mit der unten erwähnten antibiotischen Wirksamkeit stellen die Verbindung
593A und ihre Salze brauchbare Antimikrobenmittel dar. Beispielsweise können sie verwendet werden, um
empfindliche Mikroorganismen aus pharmazeutischen Einrichtungen und dergleichen zu entfernen oder um
bestimmte Mikroorganismen aus Lösungen abzutrennen, die Gemische verschiedener Mikroorganismen
enthalten.
45 Die Verbindung 593A ist ein Piperazindionderivat mit der anspruchsgemäß definierten Formel. Sie ist eine
basische Substanz, die Salze mit Säuren bildet Die freie Base, die bei pH 7 aus der Brühe extrahiert werden
kann, bildet daher bei Umsetzung mit anorganischen oder organischen Säuren das entsprechende Säuresalz,
wie das Hydrochlorid, Sulfat, Acetat, Propionat und dergleichen.
Es enthält die Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff und Chlor. Eine typische Analyse
des Hydrochloridsalzes zeigte, daß es 40,23% Kohlenstoff,
5,85% Wasserstoff, 12,76% Stickstoff, 8,50% Sauerstoff und 32,82% Chlor enthielt Diese Analyse
ergibt die Summenformel
C7H11N2OCl-HCl.
Das Hydrochloridsalz schmilzt nicht unter 330° C.
Das Infrarotspektrum des Hydrochloridsalzes der Verbindung 593A in Mineralöl (Nujol) ist in F i g. 1
dargestellt.
Wird Verbindung 593A (die freie Base) mit Acetanhydrid in Anwesenheit von Pyridin bei Temperaturen von
O0C bis Raumtemperatur umgesetzt, so erhält man ein
acetyliertes Derivat oder Acetat das bei 228° bis 229° C unter Zersetzung schmilzt. Das Infrarotspektrum in
Mineralöl (Nujol) dieses Acetats nach Kristallisation aus Methanol ist in F i g. 2 dargestellt
Verbindung 593A ist löslich in Wasser, niedrigen Alkanolen, wie Methanol, Äthanol und Butanol, und
Chloroform. Die freie Base hat in Wasser bei pH 7 eine geringe Löslichkeit, löst sich aber beim Erhitzen. Das
Produkt ist in wäßrig sauren Lösungen bei pH 2 löslich, wobei es das Salz mit der Säure bildet.
Die freie Base kann in ein Hydrochloridsalz überführt werden, indem man eine methanolische Lösung, welche
die freie Base enthält, mit einer niedrigalkanolischen
(am besten methanolischen) Lösung von Chlorwasserstoff ansäuert Verbindung 593A ist bei Raumtemperatur
24 Stunden lang in wäßriger Lösung bei pH 2 und 10
stabil. Sie wird nach 3 bis 5 Minuten bei 10O0C bei pH 7
in wäßriger Lösung labil. Man fand, daß bei 50 bis 600C
der Zerfall langsam vonstatten geht, dabei ist etwas freie Base noch nach 3 Stunden feststellbar. Saure Hydrolyse
(6n HCl, 16 Stunden bei 100° Γ) führt zum vollständigen
Zerfall.
Beispiel 1
Fermentation der Verbindung 593A
Fermentation der Verbindung 593A
Eine lyophilisierte Kultur von Streptomyces griseoluteus NRRL 3412 wurde in 2 ml eines Mediums
suspendiert, das aus Y.E.D. plus Salzen (FB) bestand, und
wurde dazu verwendet, Schrägkulturen anzuimpfen, die
das gleiche Medium plus 2% Agar enthielten. Die Schrägkulturen wurden dann bei 28° C 5 Tage lang oder
bis sie gut Sporen gebildet hatten, in den Brutschrank gestellt
Zur sporenbesitzenden Schrägkultur gab man 10 ml eines Mediums mit einem pH von 7 bis 7,2, bestehend
aus:
| Dextrose | 1% |
| N-Z-Amin | 1% |
| NaCl | 0,5% |
| Fleischextrakt | 0,3% |
| Destilliertes Wasser q.s.ad |
und das Wachstum auf der Schrägkultur wurde in die Suspension geschabt und zum Inokulieren eines
250-ml-Erlenmeyer-Kolbens verwendet, der 50 ml des
gleichen Mediums enthielt Der angeimpfte Kolben wurde dann auf eine Drehschüttelvorrichtung gebracht
und bei 28° C 72 Stunden lang oder bis ein gutes vegetatives Wachstum erreicht war bebrütet
Ein 10-ml-Inokulum des erhaltenen vegetativen
Wachstums wurde dann verwendet, um einen 2-Liter-Erlenmeyer-Kolben
anzuimpfen, der 50OmI sterilisiertes Medium der gleichen Zusammensetzung, wie sie
oben angegeben ist, enthielt, und der inokulierte Kolben wurde dann auf eine Drehschüttelvorrichtung gebracht
und 72 bis 96 Stunden lang bei 28° C oder bis ein gutes vegetatives Wachstum erreicht war bebrütet.
Die entstandene Fermentationsbrühe wurde verwendet, um ein 189-Ltr.-Fermentationsgefäß aus rostfreiem
Stahl anzuimpfen, das 160 Ltr. des Mediums der obigen Zusammensetzung enthielt Das angeimpfte Medium
wurde bei 280C unter Rühren bei 150 Upm bebrütet,
wobei man einen Luftdurchfluß von 85 l/min durch die Fermentationsbrühe beibehielt Während der 72- bis
96stündigen Fermentationsperiode gab man geringe Mengen eines Antischaummittels (Polyglycol 2000)
hinzu, um die Schaumbildung des Ansatzes zu beherrschen.
8,3% der entstandenen Brühe wurde dann dazu verwendet, ein 757-Ltr.-Fermentationsgefäß aus rostfreiem
Stahl anzuimpfen, das 440 Ltr. eines Mediums mit einem pH von 7 bis 7,2 enthielt und die folgende
Zusammensetzung besaß:
| Dextrose | 10,0 g/l |
| Pepton | 5,0 g/l |
| NaCl | 12,7 g/l |
| Hefeextrakt | 3,0 g/l |
| KCl | 0,72 g/1 |
| FeSO4(NH4)JSO4-OH2O | 0,035 g/l |
| MgCl · 6 H2O | 5,32 g/I |
| CaCI2 · 2 H2O | 0,728 g/l |
| Destilliertes Wasser q.s.ad |
Das Inokulum wurde 120 bis 160 Stunden lang unter Rühren be^ 130 Upm bebrütet, wobei man einen
Luftdurchfluß von 0,283 m3/min durch die Brühe
aufrechterhielt und erforderlichenfalls einen Entschäumer zugab.
Filtrierte Brühe (379 \), erhalten durch das in Beispiel
1 beschriebene Fermentationsverfahren, wurde filtriert ίο und in Vakuum bis auf ungefähr 60,6 Ltr. eingeengt, und
ein Anteil von 18,9 Ltr. der konzentrierten Brühe wurde lyophilisiert
B e i s ρ i e I 2a
Gewinnung der Verbindung 593A aus der Brühe
durch Extraktion mit n-Butanol bei pH 2
durch Extraktion mit n-Butanol bei pH 2
18,9 Ltr. der oben erhaltenen konzentrierten Brühe wurden mit Chlorwasserstoffsäure auf pH 2 eingestellt
und fünfmal mit 11,4 Ltr. nassem Butanol extrahiert Die
butanolextrakte wurden dann vereinigt und durch Einengen von Butanol befreit
Der aus der obigen Butanolextraktion erhaltene saure wäßrige Rückstand wurde mit Natriumhydroxyd auf
pH 10 eingestellt und fünfmal mit 11,4 Ltr. Butanol extrahiert Die Butanolextrakte wurden dann vereinigt
und im Vakuum durch Einengen von Butanol befreit Die entstandene konzentrierte alkalische Lösung wurde
dann auf einen pH von 7 eingestellt, lyophilisiert und auf ihre Anti-Tumor-Aktivität geprüft. Man stellte folgende
Anti-Tumor-Aktivität fest: Die KB-cytotoxische ED5O lag zwischen 3 bis 9 μg/ml. Beim Test gegenüber H.AD.l
bei 10-mg- und 5-mg-Dosen pro Ei betrug die Inhibierung des Tumors 80% bzw. 60%.
35
40
55
B e i s ρ i ε 1 2b
Gewinnung der Verbindung 593A
durch Extraktion mit Methanol
durch Extraktion mit Methanol
25 g der oben erhaltenen lyophilisierten Brühe wurden mit Methanol extrahiert, indem man die
lyophilisierte Brühe in 125 ml Methanol suspendierte und die Mischung filtrierte. Der erhaltene Methanol-unlösliche
Rückstand wurde erneut in 125 ml Methanol suspendiert und filtriert, und die vereinigten Filtrate, die
die methanollöslichen Extrakte enthielten, wurden im Vakuum zu einer wäßrigen Lösung eingeengt und
lyophilisiert Bei der Prüfung dieser Fraktion gegenüber H.AD.1 bei 15 mg, 7,5 mg und 3,75 mg pro Ei wurde das
Tumorwachstum zu 85%, 58% bzw. 28% inhibiert. Die cytotoxische KB-Zellen-ED» war geringfügig größer
als 10 μg/ml.
B e i s ρ i e 1 2c
Gewinnung der Verbindung 593A durch Extraktion
mit Methanol — Umwandlung in die freie Base —
Hydrochlorid und Acetat
1 kg lyophilisierte, filtrierte Brühe, die einen lyophilisierten Anteil aus einer eingeengten 60,6 Ltr. Brühe
(erhalten in Beispiel 2) darstellte, wurde in 5 Ltr. absolutem Methanol suspendiert Die Mischung wurde
dann filtriert, um unlösliches Material zu entfernen, und das Filtrat wurde anschließend zu einer wäßrigen
Lösung eingeengt. Die eingeengte wäßrige Lösung wurde dann mit Wasser auf 1 Ltr. verdünnt und der pH
mit Natriumhydroxyd auf 7 eingestellt 100 ml (Vio) dieser wäßrigen Lösung wurden lyophilisiert, und bei
der Prüfung fand man, daß die KB-cytotoxische ED50
10 μg/ml betrug; bei einem Gehalt von 5 mg/Ei wurde
das HAD.l-Tumorwachstum zu 78% inhibiert und bei 1,7 mg/Ei zu 64%. Die restlichen 900 ml der Lösung
wurden mit 6 χ 900 ml Butanol extrahiert
Der erste 900-ml-Extrakt wurde in Vakuum bis auf das Wasser eingeengt und die entstandene kristalline
Fraktion durch Filtration entfernt, mit Wasser verdünnt
und lyophilisiert Prüfung der lyophilisierten Probe zeigte eine KB-cytotoxische ED50 von 0,1 bis 0,3 μg/mL
Das HAD.l-Tumorwachstum wurde zu 68% und 23% bei Dosen von 50 und 25 μg/Ei inhibiert
Der unlösliche Rückstand aus der anfänglichen Äthanolextraktion wurde mit 2500 ml absolutem Äthanol
extrahiert Die äthanollösliche Fraktion wurde nach dem Filtrieren im Vakuum auf ein geringes Volumen
eingeengt Man stellte fest, daß eine kristalline Fraktion aussalzte; sie wurde durch Zentrifugieren entfernt, in
Wasser suspendiert und lyophilisiert.
Eine geringe Menge der erhaltenen kristallinen Fraktion wurde mit etwa 5 ml Wasser und etwa 10 ml
Methanol vermischt und zur Trockene eingeengt, nachdem man etwa 10 ml Methanol zweimal zugegeben
,hatte. Die schließlich erhaltenen Festsubstanzen wurden dann in 25 bis 35 ml absolutem Methanol gelöst und 12
Stunden lang bei Raumtemperatur stehengelassen, wonach sich eine geringe Menge kristallines Material
abschied. Die Probe wurde dann 4 Tage lang auf 4,5° C gekühlt und die entstandene kristalline Fraktion durch
Zentrifugieren entfernt und im Vakuum getrocknet Das so erhaltene kristalline Material zersetzte sich bei
330° C, wobei ein brauner Rückstand zurückblieb.
Diese kristalline Fraktion besaß einen cytotoxischen ED50-Wert von 0,01 bis 0,02 μg/ml und inhibierte das
Wachstum des HAD.l-Tumors zu 84% bei 33 μg/Ei und
zu 82% bei 11 μg/Ei. Die Mutterlaugen wurden auf ein
geringes Volumen eingeengt, um eine zweite Fraktion von Feststoffen mit einem KB-cytotoxischen EDso-Wert
von 0,03 μg/ml zu entfernen.
Eine kristalline 80-mg-Probe wurde in n/10 Chlorwasserstoffsäure gelöst, dann langsam mit n/10 Natriumhydroxyd
neutralisiert, um sie in die freie Base zu überführen. Es bildete sich ein Niederschlag bei
ungefähr pH 7. Er wurde in einem Zentrifugenrohr gesammelt und im Vakuum getrocknet und ergab 54 mg
Verbindung 593A als freie Base.
Analyse C7HnN2OCl:
ber.:C120,3%
gef.: CIl 9,07%
gef.: CIl 9,07%
Die so erhaltene freie Base wurde in Methanol gelöst,
: eine Spur unlösliche Verunreinigung wurde abgetrennt und die Lösung durch Zugabe einer alkoholischen
Chlorwasserstoffsäure angesäuert Das Lösungsmittel wurde bei vermindertem Druck auf ein geringes
Volumen eingedampft Beim Stehen bildeten sich weiße Kristalle des Hydrochlorids. Die Kristalle wurden durch
Kristallisation aus Methanol gereinigt und im Vakuum getrocknet. Unter 33O0C wurde kein Schmelzpunkt
festgestellt.
Titration des kristallinen Hydrochlorids:
Äquivalentgewicht 215, pH '/2=5,4
Äquivalentgewicht 215, pH '/2=5,4
Anilyse C7H12N2OCl2 (211)
ber.: 39,8
gef.: 40,23
gef.: 40,23
5,74
5,85
5,85
13,25 12,76
7,59 8,5
33,5 % 32,82%
Biologische Prüfung in Eiern gegenüber H.Adl-Tumor:
Dosis
Embryo
Tumor
25
12,5
6,25
12,5
6,25
1/8
0/8
0/8
1/8
0/8
0/8
1/8
12
- 3 -23
- 8
- 29
Aus den obigen Daten betrug die ermittelte gegenüber H AD.l 17 μg/Έi.
LR -Spektrum: s. F ig. 1.
LR -Spektrum: s. F ig. 1.
Das Acetat der Verbindung 593A wurde hergestellt, indem man 8 mg der freien Base mit 2 ml Acetanhydrid
und 2 Tropfen Pyridin bei Raumtemperatur 5 Stunden lang bebandelte. Das überschüssige Reagens wurde
unter vermindertem Druck abgedampft, und das Acetylderivat wurde dann aus wäßrigem· Methanol als
kräftige Blättchen kristallisiert, die bei 228 bis 229" C unter Zersetzung schmelzen.
Analyse C9H15N2ClO3 (235)
Cl
Acetyl
ber.: 46,2
gef.: 46,36
gef.: 46,36
6,46
6,65
6,65
11,8
12,32
12,32
15,1 14,50
18,3% 19,4%
I.R.-Spektrum: s. Fig. 2.
Extraktion der Verbindung 593A mit Butanol bei pH 7
Eine 50-g-Portion der oben erhaltenen lyophilisierten Brühe wurde in 250 ml Wasser bei pH 7 gelöst und
fünfmal in 250 ml Butanol, wie in Beispiel 2a beschrieben, extrahiert. Die vereinigten Extrakte
wurden im Vakuum bis zu einer wäßrigen Löüung eingeengt, welche zentrifugiert wurde. Die sich abscheidende
unlösliche Fraktion wurde erneut in Wasser gelöst und lyophilisiert und besaß bei der Prüfung eine
EDjo gegenüber KB-Zellen von etwas weniger als
0,3 μg/ml.
Direkte Äthanolextraktion (freie Base) von 593A aus der Brühe
4685 g lyophilisierte Brühe, erhalten nach dem Verfahren des Beispiels 1, wurden mit absolutem
Äthanol extrahiert, indem man das Iyophilisterte Material in 30 Ltr. absolutem Äthanol suspendierte.. Die
äthanolische Mischung wurde dann filtriert, um unlösliches Material zu entfernen und das Filtrat auf ein
geringes Volumen eingeengt. Eine im konzentrierten
Filtrat auftretende kristalline Fraktion wurde durch Filtrieren abgetrennt, und die erhaltenen Kristalle
wurden mit Äthanol gewaschen und im Vakuum getrocknet Das erhaltene kristalline Material war
gegenüber KB-Zellen bei 0,1 bis 0,3 μg/ml.-ιktiv.
341 mg des erhaltenen kristallinen Materials wurden in 2$ ml Wasser bei pH 2 gelöst und filtriert Der saure,
unlösliche Rückstand wurde verworfen und das erhaltene Filtrat mit Natriumbicarbonat auf pH 8,0
eingestellt Die entstandene kristalline Fraktion wurde abfiltriert, und die Kristalle wusch man mit Aceton und
Äther und trocknete im Vakuum. Bei der Prüfung zeigte das kristalline Material (freie Base) einen KB-ED50-Wert
von 0,3 μg/mlI und gegenüber HAD.l wurde das
Tumorwachstum :ju 71 und 84% durch Dosen von 50 bzw. 25 μg/Ei inhibiert
51,9 mg dieses kristallinen Materials wurden umkristallisiert,
indem man es in 17 ml heißem Methanol löste und die entstandene Lösung auf 1,2 ml einengte. Die
entstandene kristalline Fraktion wurde abfiltriert, mit Äthyläther gewaschen und im Vakuum getrocknet Die
^Aktivitäten dieser Fraktion waren folgende:
a) Gegenüber KB-Zellen, ED50 von 0,03 bis 0,1 μg/ml.
b) Gegenüber HAD.l, Wachstumsinhibierung 77 und 58% durch Dosen von 50 bzw. 25 μg/Ei.
Chloroformextraktion der
Verbindung 593A aus der Brühe
Verbindung 593A aus der Brühe
18 Ltr. filtrierte Brühe aus der Fermentation, herstellt nach dem oben in Beispiel 1 beschriebenen
Verfahren, wurden auf pH 3,5 eingestellt und dreimal mit 6-Ltr.-Portionen Chloroform extrahiert
Insgesamt 5 kg Natriumchlorid wurden in der Extraktlösung (die bei der obigen Chloroformextraktion
erhaltene wäßrige Phase) gelöst. Der pH wurde mit Ammoniumhydroxyd auf 10 eingestellt und mit
5 χ 9-Ltr.-Portionen Chloroform extrahiert. Die ED50-Aktivität
eines jeden chloroformlöslichen Extraktes gegenüber KB-Zellen betrug etwa 0,3 μ§/πι1. Behandlung
einer methanolischen Lösung des dritten Extraktes mit methanolischem Chlorwasserstoff ergab 140 mg
weiße Kristalle (als Hydrochloridsalz), die eine Aktivität
(ED50) von weniger als 0,03 μg/mI gegenüber KB-Zellen
besaßen.
1 g des obigen zweiten Extraktes wurde in 5 ml
Chloroform gelöst, mit 2 ml Äthylacetat verdünnt, and
diese Lösung wurde über eine 19,05 mm χ 13,97 cm
(3/4 χ 5V2 inch)-Kolonne mit basischem AJuminiumoxyd
nach Brockmann (aufgeschlämmt in Äthylacetat) geschickt Beim Eluieren der Kolonne mit 250 ml
Äthylacetat wurde aller Farbstoff entfernt, und man erhielt 192 mg eines Harzes, das bei der Prüfung eine
KB-cytotoxische ED50 von 0,3 μg/ml zeigte. Eluieren der
Kolonne mit 250 ml Methanol ergab 737 mg Harz, das eine KB-cytotoxische ED50 zeigte die etwas unter
0>03μg/mI lag. Bei der Überführung dieser Fraktion in
das Hydrochlorid erhielt man 123 mg weiße Kristalle mit einer Aktivität gegenüber KB-Zellen im Bereich von
0,03 bis 0,1 μg/ml.
1 g des Harzes aus dem ersten Chloroformextrakt wurde in 5 ml Chloroform gelöst, mit 2 ml Äthylacetat
verdünnt und über eine 19,05 mm χ 6,35 cm (3/4x2</2
inch)-Silikagel-KoIonne (aufgeschlämmt in Äthylacetat)
geschickt Beim Eluieren der Kolonne mit 250 ml Äthylacetat erhielt man 245 mg Harz, das eine Aktivität
von etwas weniger als 0,3 μg/ml gegenüber KB-Zellen
zeigte. Überführte man diese Fraktion in das Hydrochloridsalz, so erhielt man 193 mg weiße Kristalle, die
eine Aktivität von 0,03 μg/ml besaßen.
Die Verbindung 593A und ihre Salze können verwendet werden, um die Anwesenheit von Lysogenviren
in Bakterienstämmen festzustellen. Zu diesem Zweck verursachen 10 bis 30y/ml der Verbindung, die
einer wachsenden Kultur der Bakterien zugesetzt worden sind, eine Lyse der Zellen, die die Lysogenviren
enthalten.
Klinische Untersuchungen haben gezeigt, daß die Verbindung 593A wirksam zur Bekämpfung der
Leukämie eingesetzt werden kann. Ihre Toxizität liegt derart, daß geringe Nebenwirkungen auftreten und ein
ausreichender Sicherheitsabstand gewahrt wird.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
- Patentansprüche:
1. Antitumorverbindung 593A der Formel10und ihre Salze mit Säuren, wobei das Hydrochlorid nicht unter 3300C, das Acetylderivat bei 228-229° C (unter Zersetzung) schmilzt, gebildet durch Kultivierung von Streptomyces griseoluteus NRRL 3412. - 2. Pipera^indionderivat nach Anspruch i in Form des Hydrochlorids mit einem Schmelzpunkt nicht unter 3300C.
- 3. Verfahren zur Herstellung der Antitumorverbindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Streptomyces griseoluteus NRRL 3412 in einem üblichen wäßrigen Nährmedium kultiviert und das Piperazindionderivat aus der entstandenen Fermentationsbrühe durch Extraktion mit einem niedermolekularen Alkanol oder Chloroform gewinnt und auf übliche Weise isoliert
- 4. Arzneimittel, enthaltend das Piperazindionderivat nach Anspruch 1 als Wirkstoff.30
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