DE2021982A1 - Verwendung von 25-Hydroxycholecalciferol zur Behandlung und Prophylaxe der Milchkrankheit bei Milchvieh - Google Patents
Verwendung von 25-Hydroxycholecalciferol zur Behandlung und Prophylaxe der Milchkrankheit bei MilchviehInfo
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Description
W 649
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Wisconsin Alumni Research Foundation, Madison> Wisconsin, V.St.A.
Verwendung von 25-HydroxyGholecalciferol zur Behandlung und j
Prophylaxe der Milchkrankheit bei Milchvieh ;
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung und Prophylaxe
gegen Milchfieberkrankheit bei Milchvieh Unter Verwendung von
25-Hydroxyeholecalciferol.
Milchfieber (Gebärparese ) ist ein$ metabolische Krankheit bei
Milchkühen, bei welcher die Kühe nicht-genügend Calcium zur Zeit
des Gebarens für die Herstellung von Milch absorbieren oder mobilisieren
können. Die Krankheit ist gezeichnet durch einen Abfall
beim Plasma-Calcium, gewöhnlich zwischen 6 bis 30 Stunden nach dem
Gebären, auf einen so niedrigen Wert, dass Tetanie mit sich ergebender Immobilisierung der Kuh hervorgerufen wird. Zum Beispiel
beträgt der Plasma-Calciumspiegelbei einer Kuh vor dem Kalben
etwa 10 mg/100 ml ( oder 10 mg % ). Nach der Geburt fällt dieser
Spiegel normalerweise auf etwa J - 8 mg % ab, steigt jedoch dann
innerhalb einer vernünftigen Zeit auf den normaleren Bereich von
10 mg % an. Bei einer Kuh, die vom Milohfieber befallen ist, kann
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jedoch nach dem Gebären das Plasma-Calcium drastisch auf den 5 mg ^-Bereich fallen, und es darf uaran erinnert werden, dass bei
Plasma-Calciumspiegeln unter etwa 5,5 mg % die Kuh in Tetanie
eintritt. Wenn eine Behandlung gegen solch einen Zustand nicht sofort und erfolgreich erfolgt, besteht eine ernste Gefhr, dass
die Kuh sterben oder von einer bleibenden Paralyse befallen werden kann, oder dass im gelindesten Fall ihre MiIchproduktion wesentlich
vermindert wird. ( Siehe "Milk Fever: Causes, Methods of Treatment and Prevention", S.H. Morrison, Band 1, Nr. 2, eine
Veröffentlichung der Borden Chemical Company, und J.M. Payne,
; Brit. Vet. Assn."Recent Advances in Our Knowledge of Milk Fever",
Wk j vorgestellt oeirn 87. Annual Congress der Association am 6. Septern-
! ber 1964 ).
; Die Häufigkeit der Milchfieberkrankheit ist auf eine Grössenord nung
von etwa 3,5 bis 5 % des Milchviehs in der Welt geschätzt
worden. Bei einzelnen Herden kann jedoch die Häufigkeit bis zu 60 bis 70 % heranreichen. Es scheint, als sei die Häufigkeit der
Krankheit am höchsten unter stark Milch-produzierenden Kühen während
der dritten und späteren Laktierungszeiten, obwohl sie zuweilen in der zweiten Laktierungszeit beobachtet worden ist. Auf
j«den Fall ist bei einer Kuh, die einmal Milchfieber gehabt hat, eine Wahrscheinlichkeit von 8O - 90 % gegeben, dass sie wieder
nach ihrer nächsten Geburt damit befallen wird.
j Vor dieser Erfindung sind verschiedene Verfahren zur Behandlung
gegen Milchfieber vorgeschlagen worden. Zum Beispiel ist die Verfütterung
einer Diät mit wenig Calcium oder das Verfüttern von viel Phosphat in einer Kornration, was einer Diät mitwenig Calcium
gleichbedeutend ist, als Präventivmassnähme gegen die Krankheit
vorgeschlagen worden. Da es jedoch notwendig ist, dem Vieh während
der nichtlakti0renden Zeiträume eine Diät mit viel Calcium zu verfüttern,
um den CaIciumvorrat aufzufüllen, der durch das vorange-•i
gangene Laktieifen erschoßt ist, stellt eine solche Behandlung keine
j sehr praktische" Lösung zum Milchfieberproblem dar. Zu anderen vorgeschlagenen
Behandlungsverfahren gehört das Luftaufblähen des Euters - eine Behandlung, die wegen der Gefahr von Mastitis und
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anderer Infektionen nicht verwendet wird - und das Ansäuern
i.er Silage, was die Krankheit mildert. Das letztere Verfahren
hat wegen der Probleme, die durch die Säureaufnahme verursacht
werben, keinen praktischen Wert* ;
Gegenwärtig ist die rneistverbreiteste verwendete Behandlung gegen
Milchfieber die Verabreichung von Vitamin D in massiver Dosierung.
Zum Beispiel werden bei einem Verfahren der Kuh 20 Millionen Einheiten Vitamin D je Tag drei bis sieben Tage vor dem Kalben
verfüttert, während bei einem anderen Verfahren 10 Millionen >
Einheiten Vitamin D intramuskulär vor dem Kalben injiziert werden.
Obgleich diese Verfahren von Wert sind, sind sie dennoch mit einem möglicherweise hohen Risiko und anderen Nachteilen verbunden.
Mit der Verabreichung von solch hohen Dosierungen an Vitamin D
besteht eine ernstliche Gefahr von Vitamin D-Toxizitat und als
Folge tritt der Tod der KUh oder eine Störung durch abnormale
. Calcifizierung der welchen Gewebe wie der Niere, Aorta usw. ein.
Selbst wenn das Tier ohne Störung überlegt, reicht die produzierte
Milch nicht für den Verlmuch des Menschens oder Kalbes für einige
Zeit aus und zwar wegen des hohen Gehaltes an Vitamin D in der ■:
■■Milch.:-:'-.-.. : : "" ■■-..■.■'■; ^ : ; : ■ : l·
Es wurde nun gefunden, dass Milchfieber bei Milchvieh wirksam be- |
handelt und verhindert werden kann, wenn man dem Vieh wirksame *
- ■■■■■■·.-■■.■■ Il
Mengen an SS-Hydroxycholecalciferol verabreicht. Diese Verbindung t~
hat sich als wirksamer erwiesen als Vitamin D hinsichtlich der antirachitischen Aktivität und stimuliert die. Knochenmobilisierung
und Calciumabsprption viel schneller, V7ie.es. eingehender in der
noch schwebenden Anmeldung für ein USA-Letters Patent, Serial No. 741 23^JOm 1. Juli I968 beschrieben worden ist. Allgemein haben
sich Dosierungen im Bereich von etwa 10 000 IE bis 20 000 IE
25-Hycroxycholecalciferol ( etwa 200 bis 400/U g ) als voll wirk-.'
sam bei der Verhinderung des Milchfiebers erwiesen, wenn sie etwa
24 -.. 72 Stunden vor dem Kalben verabreicht werden. Wenn mehr als"
etwa fünf Tage seit der Verabreichung der ersten Dosis verstrichen sind und das Kalben nicht erfolgte, kann eine zusätzliche Dosis
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- 4 - W 649
gegeben werden. Die Dosierung ist nicht entscheidend und kann variiert werden, was mindestens zum Teil von der Grosse des
Tieres abhängt. Es sollten ausreichende Mengen verwendet werden, um die Behandlung und Prophylaxe in jedem Falle einzuleiten. Die
Verwendung von mehr als der ausreichenden Menge an 25-Hydroxycholecalciferol,
um uie möglichen Grenzen abzustecken, sollte
als wirtschaftlich ungesunde Praxis vermieden werden. '
Eine wirksame und praktische Verabreichung von 25-Hyäro.v..ycholecalciferol
kann durch Injektion des Materials intravenös, intramuskulär oder subkutan erfolgen, während sich das Material in einem
geeigneten Träger wie'einem unschädlichen Öl oder Propylenglykol
gelöst befindet, oder sie kann oral zum Beispiel in grossen Pillen
oder in Kapselform durchgeführt werden.
Das folgende Beispiel soll lediglich erläutern, und ist nicht als eine Beschränkung der folgenden Patentansprüche anzusehen.
Plasma-Caleiumspiegel wurden bei einer Anzahl von Kühen nach dem
Gebären erhalten, einige von ihnen hatten 20OyUg 25-Hydroxycholecalciferol
( 25-HCC ) durch intravenöse Injektion 24 - 7i; Stunden
vor der Geburt erhalten und einige von ihnen hatten kein 25- W Hydroxycholecalciferol bekommen. Alle Kühe haben früher an Milchfieberkrankheit
gelitten. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle wiedergegeben, worin die Kühe 1 - 6 keine Milchfiebersymptome
zeigten und die Kühe 7-9 durch die Krankheit immobilisiert wurden.
0 09845/1824
| - 5 - | O | des Kalbens nach | W D | |
| Tabelle | O | Behandlung | ||
| Kuh | 25-HCC, Zeit | O | 24 | Ca |
| verabreicht der | 72 | Mg )o | ||
| 1 | 200/Ug | 24 | 7,1 | |
| 2 | It | 26 | 9,7 | |
| 3 | 11 | 36 | 6,8 | |
| 4 | !I | 48 | 6,4 | |
| 5 | Il | - 8,5 | ||
| 6 | It | - | 8,2 | |
| 7 | — . | 5,1 | ||
| 8 | 5,4 | |||
| 9 | 5,5 |
Aus den vorstehenden Werten geht hervor, dass 25-Hydrox.ycholecalciferol
bewirkt, dass das Plasma-Calcium auf vernünftigem Niveau nach dem Gebären gehalten wird und Milchfieber verhindert.
- Patentansprüche -
009845/182/»
Claims (2)
1. Verwendung von 25-Hydroxycholecalciferol zur Behandlung und Prophylaxe gegen Milchfieberkrankheit ( Gebärparese ) bei
Milchvieh.
2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man etwa 200 bis 400yug 25-Hydroxycholecalciferol jeder
Kuh mindestens einen Tag vor dem Kalben verabreicht.
Dr.Pa,
0OSI45/1324
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US82067369A | 1969-04-30 | 1969-04-30 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2021982A1 true DE2021982A1 (de) | 1970-11-05 |
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ID=25231441
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19702021982 Ceased DE2021982A1 (de) | 1969-04-30 | 1970-04-29 | Verwendung von 25-Hydroxycholecalciferol zur Behandlung und Prophylaxe der Milchkrankheit bei Milchvieh |
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| Country | Link |
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| US (1) | US3646203A (de) |
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| DE (1) | DE2021982A1 (de) |
| NL (1) | NL7006283A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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-
1970
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Also Published As
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| US3646203A (en) | 1972-02-29 |
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