SCA-1218-02 21.08.2002
Heizanlage zum Betreiben einer Heizanlage
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Heizanlage mit Einrichtungen zum Zuführen von Haustierdung in einen Heizkessel und einer Trocknungseinrichtung für den Haustierdung.
Aus der JP 05164314 A ist eine Trocknungs- und Verbrennungsanlage bekannt, in welcher Haustierdung und Sägemehl verbrannt werden. Das Rohmaterial wird aus einer Zuführvorrichtung einer Trocknungseinrichtung zugeführt. Nach dem Trocknungsvorgang wird das getrocknete Material in einen Verbrennungsofen eingebracht und dort verbrannt. Die Abwärme des Verbrennungsofens wird anschließend zum Erwärmen der Trocknungseinrichtung verwendet. Nachteilig bei dieser Anlage ist es, daß das Rohmaterial ständig der Trocknungseinrichtung zugeführt werden muß um die Anlage in Betrieb zu halten. Wie die Versorgung der Trocknungseinrichtung erfolgen soll ist aus dieser Anmeldung nicht zu entnehmen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es Vorrichtung zu schaffen, mit welcher ein Heizkessel einer Heizanlage bei Bedarf mit Brennstoff versorgt wird, wenn in der Heizanlage eine weitgehend kontinuierliche Brennstoffzufuhr erfolgt, der Heizkessel aber unterschiedlichen Bedarf an Brennstoff hat.
Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale des unabhängigen Anspruches.
Eine erfindungsgemäße Heizanlage weist Einrichtungen zum Zuführen von Hausdung, insbesondere Pferdedung als Brennstoff in einen Heizkessel auf.
Der Heizanlage ist eine Trocknungseinrichtung für den Haustierdung züge-
ordnet. Vor dem Heizkessel der Heizanlage ist ein Zwischenlager für den Dung angeordnet. Hierdurch wird in erfinderischer Weise ein automatischer Betrieb der Heizanlage von der Zuführung des Haustierdungs bis zur Verbrennung des Dungs ermöglicht. Das Zwischenlager nimmt den getrockneten Haustierdung auf und führt den Dung bei Bedarf dem Heizkessel zu. Besteht das Zwischenlager aus einem Kurzzeit- und einem Langzeitlager, so kann der Dung wahlweise dem Kurzzeitlager oder Langzeitlager zugeführt werden und eine über das ganze Jahr kontinuierlich und automatisch arbeitende Heizanlage geschaffen werden. Durch das Kurzzeitlager und das Langzeitlager sind Aufbewahrungsmöglichkeiten für den Dung geschaffen, welche eine bedarfsgerechte Bearbeitung des Dungs, insbesondere für eine kurzzeitige oder eine langzeitige Lagerung des Dungs ermöglichen. Aus dem jeweiligen Lager kann der Dung anschließend dem Heizkessel zugeführt werden.
Zum Fördern des Brennstoffes wahlweise in das Kurzzeitlager oder in das . Langzeitlager ist in dem Transportweg vorteilhafterweise eine Weiche angeordnet. Die Weiche ist dabei in Abhängigkeit von dem Füllstand des Kurzzeitlagers schaltbar. Ist eine Auffüllung des Kurzzeitlagers erforderlich, so wird das Brennmaterial in den Kurzzeitspeicher geführt. Andernfalls wird die Weiche derart geschaltet, daß das Brennmaterial in den Langzeitspeicher gefördert wird.
Vorteilhafterweise ist der Kurzzeitspeicher ein insbesondere beheiztes Silo.
In dem Silo wird das Brennmaterial in einer Menge gespeichert, welche vermutlich im Lauf der folgenden 48 Stunden benötigt wird. Durch die Heizung des Silos wird eine Lagerfähigkeit des Brennstoffes für diesen Zeitraum gewährleistet. Außerdem wird eine weitere Trocknung des Materials vorgenommen, so daß die Verbrennung in dem nachfolgenden Heizkessel pro-■ blemlos und effektiv erfolgt.
Zum Transport des Dungs von der Entmistungsstelle bis zum Heizkessel ist u.a. eine pneumatische Transporteinrichtung von Vorteil. Insbesondere von den Entmistungsstelien bis zu den ersten Einrichtungen der Heizungsanlage ist die pneumatische Transporteinrichtung von Vorteil. Aus den Entmistungsstellen wird der Dung ggf. zusammen mit dem Einstreumaterial der pneumatischen Transporteinrichtung zugeführt. Dies erfolgt beispielsweise beim Entmisten von Ställen, wobei vorteilhafterweise in jedem Stall eine beispielsweise mit einer Tür verschlossene Zufuhrstelle der Transporteinrichtung vorhanden ist. Der Dung und das Einstreumaterial wird über diese Tür der pneumatischen Transporteinrichtung zugeführt und beispielsweise über Luft- und Feuchtigkeitsabscheider bis in den Silo gefördert. Für die Förderung, insbesondere wenn die Luft und ggf. teilweise die Feuchtigkeit abgeschieden sind, sind als Zufuhreinrichtungen beheizte Transportschnecken von besonderem Vorteil. Die Transportschnecken sind in der Lage auch komprimiertes Brennmaterial zu fördern. Durch die Heizung der Transportschnecke wird das Material, welches in diesem Zustand bereits eine große Oberfläche aufweist, zusätzlich getrocknet. Alternativ oder zusätzlich kann an Stelle der Transportschnecke ein Fließbandtrockner eingesetzt werden. Dieser trocknet das Brennmaterial ebenfalls sehr effektiv.
Sind in der Zuführeinrichtung Luft- und/oder Feuchtigkeitsabscheider angeordnet, so wird eine geruchsneutrale Lagerung des Dungs ermöglicht. Außerdem wird die Trocknung des Brennmaterials schneller und einfacher erfolgen können, wenn zuvor große Teile der enthaltenen Feuchtigkeit abgeschieden wurden.
Sind in der Heizungsanlage, insbesondere vor dem Zwischenlager eine Brikettierpresse oder eine Pelletieranlage angeordnet, so ist die Lagerung des Dungs besonders vorteilhaft ermöglicht. Derartige Vorrichtungen sind insbesondere dann vorteilhaft, wenn das Brennmaterial in dem Langzeitlager aufbewahrt werden soll. Durch das Brikettieren oder Pelletieren sind auch langzeitige Aufbewahrungen des Brennmaterials ermöglicht. Außerdem ist die
Entnahme des Materials aus dem Langzeitlager sehr einfach durchzuführen. Dies kann beispielsweise durch Förderschnecken oder Greifer oder auch Füllschächte erfolgen.
Ist das Langzeitlager mit dem Kurzzeitlager und/oder dem Heizkessel und/oder einem weiteren Langzeitlager und/oder einer Verpackungseinrichtung verbunden, so ist eine sehr flexible Handhabung des für die längere Lagerung vorbereiteten Brennmaterials möglich.
Die Heizanlage wird derart betrieben, daß als Brennstoff Haustierdung verwendet wird, welcher über eine Trocknungseinrichtung einem Heizkessel zugeführt wird. Besonders geeignet ist hierfür Pferdedung, da dieser einen hohen Brennwert hat. Der Dung wird wahlweise einem Kurzzeit- oder Langzeitlager zugeführt, welches als Zwischenlager dient. Aus diesem Kurz- oder Langzeitlager wird der Dung schließlich in den Heizkessel gefördert und dort verbrannt. Durch das zur Verfügung stellen eines Kurzzeit- und eines Langzeitlagers ist es möglich einen kontinuierlichen Prozeß zu schaffen. Der erzeugte Haustierdung, welcher unabhängig von der Jahreszeit anfällt, wird dabei mit dem erfindungsgemäßen Verfahren stets verarbeitet. Wird er sofort zum Verbrennen in dem Heizkessel benötigt, so wird er vorzugsweise dem Kurzzeitlager als Puffer zugeführt und nahezu sofort verbrannt. Ist das Kurzzeitlager voll, so kann der Dung wahlweise in ein Langzeitlager geführt . werden.
In dem Langzeitlager wird der Dung länger aufbewahrt und erst wenn das Kurzzeitlager wieder geleert oder nahezu geleert ist in den Verfahrensablauf der Heizanlage eingeschleust und direkt oder indirekt dem Heizkessel zugeführt. Mit der vorliegenden Erfindung wird damit ein System geschaffen, welches unabhängig von der Jahreszeit oder dem Heizbedarf bei einem im wesentlichen kontinuierlich angeförderten Brennstoff einen unterschiedlich großen Verbrauch des Brennstoffes ermöglicht. Das System kann dabei vollautomatisch betrieben werden. Je nach Steuerungskriterien wird der
Dung, insbesondere abhängig von der Füllung des Kurzzeitlagers, dem Kurzzeitlager oder dem Langzeitlager zugeführt und aus dem Langzeitlager wieder in den Heizkreislauf eingeführt. Es ist in dem System so gut wie kein menschlicher Eingriff erforderlich. Es funktioniert sowohl im Sommer- als auch im Winterbetrieb weitgehend automatisch.
Vorteilhafterweise wird dem Dung Einstreu beigemengt. Wird der Dung von der Entmistungsstelle verwendet, so weist er üblicherweise bereits eine gewisse Menge Einstreu auf. Die Menge Einstreu kann jedoch noch erhöht werden, wenn aufgrund des verwendeten Dungs die Verarbeitung als Brennstoff hierdurch verbessert wird. Als Einstreu werden üblicherweise Sägespäne verwendet. Aber auch andere Materialien sind einsetzbar, um entweder die Entmistungsstelle vorteilhafter zu gestalten, den Transport des Dungs zu verbessern oder den Brennwert des Dungs zu erhöhen.
Vorteilhafterweise wird der Dung zuerst getrocknet bevor er dem Zwischenlager zugeführt wird. Hierdurch wird eine verbesserte Lagerfähigkeit des Dungs ermöglicht. Er kann anschließend aus dem Zwischenlager einfacher und dosierter entnommen werden. Außerdem ist die Lagerzeit des Dungs sowohl im Kurzzeit- als auch im Langzeitlager vergrößert. Auch die Geruchsentwicklung und das Volumen (5 zu 1) des Dungs wird hierdurch deutlich reduziert.
Ein besonders großer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens wird erhalten, wenn der Dung durchgehend von der Entmistungsstelle über die Trocknungseinrichtung und dem Zwischenlager dem Heizkessel zugeführt wird. Es ist hierdurch ein vollautomatischer Betrieb der Anlage ermöglicht. Der Dung muß dabei nicht erst manuell gehandhabt werden. Er wird vielmehr automatisch für den Verbrennungsprozeß präpariert, dem geeignetsten Lager zugeführt und schließlich in dem Heizkessel verbrannt.
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Wird zwischen der Entmistungsstelle und der Trocknungseinrichtung Luft und Flüssigkeit abgeschieden, so erfolgt die Trocknung des Dungs relativ • schnell und außerdem weitgehend geruchsneutral.
Zum Trocknen wird der Brennstoff, welcher der Dung und gegebenenfalls das beigemengte Einstreu ist, über eine beheizte Transporteinrichtung gefördert. Der Brennstoff weist hierbei eine relativ große Oberfläche auf und kann hierdurch sehr schnell getrocknet werden. Außerdem wird der Brennstoff dabei an die erforderliche Stelle, beispielsweise das Kurzzeitlager oder das Langzeitlager, transportiert.
Als besonders vorteilhaft hat sich ein Kurzzeitlager erwiesen, welches ein geheizter Silo ist. In dem geheizten Silo wird der Brennstoff, welcher möglicherweise noch nicht vollständig getrocknet ist, einem restlichen Trocknungsprozeß unterzogen. Die Lagerung des Brennstoffes wird hier-' durch verbessert. Außerdem ist die Entnahme des Brennstoffes aus dem Kurzzeitlager einfacher und dosierter ermöglicht, wenn der Brennstoff in dem Silo durch die Heizung weiter getrocknet wurde. Die Lagerfähigkeit des Brennstoffs in dem geheizten Silo wird darüber hinaus verlängert. Das Kurzzeitlager wird vorzugsweise für eine Lagerung von etwa 48 Stunden verwendet werden.
Die Abwärme des Heizkessels kann zum Speisen eines Wärmespeichers genutzt werden. Über den Wärmespeicher ist es möglich Wohnhäuser oder Ställe zu heizen und somit die Heizkosten insgesamt deutlich zu reduzieren, wobei gleichzeitig die Entsorgung des regelmäßig anfallenden Haustierdungs gewährleistet ist.
Wird die Abwärme des Heizkessels zum Trocknen des Brennstoffs genutzt, so wird eine zusätzliche Energieeinsparung ermöglicht. Zusätzliche Energie zur Trocknung des Dungs ist dabei kaum erforderlich.
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Als besonders vorteilhaft hat sich erwiesen, wenn insbesondere im Sommerbetrieb der Brennstoff erst dem Langzeitlager zugeführt wird, weil die Heizanlage im Sommerbetrieb kaum benötigt wird. Es ist daher ausreichend den kompletten oder zumindest einen großen Teil des anfallenden Dunges in dem Langzeitlager zu lagern und für den Winterbetrieb oder kurzzeitige , Heizphasen während des Sommerbetriebs zur Verfügung zu stellen.
Insbesondere im Winterbetrieb hat es sich als besonders vorteilhaft herausgestellt wenn der Brennstoff sofort dem Kurzzeitlager zugeführt wird. Aus dem Kurzzeitlager wird der getrocknete Dung ohne großer Verweilzeit dem Heizkessel zugeführt. Entnahme und Zufuhr des Brennstoffs hält sich dabei in etwa die Waage.
Wird der Brennstoff aus dem Langzeitlager dem Kurzzeitlager zugeführt, so kann das Kurzzeitlager stets auf einem gewünschten Füllungsgrad bleiben. Wird der in das Kurzzeitlager direkt aus den Entmistungsstellen neu dem Kurzzeitlager zugeführte Brennstoff geringer als der aus dem Kurzzeitlager abgeführte Brennstoff, so kann diese Differenz durch eine Zufuhr von Brennstoff aus dem Langzeitlager aufgefüllt werden.
Alternativ ist es möglich und in den einzelnen Anwendungsfällen vorteilhaft, wenn der Brennstoff aus dem Langzeitlager direkt dem Heizkessel zugeführt wird. Durch eine entsprechende Steuerung wird dem Langzeitlager dabei mitgeteilt, daß das Kurzzeitlager nicht mehr in der Lage ist den Heizkessel mit genügend Brennstoff zu versorgen. Das Langzeitlager erhält hierdurch den Auftrag Brennstoff direkt dem Heizkessel zuzuführen. Hierdurch wird die Versorgung mit Brennstoff aus dem Kurzzeitlager entlastet und das Kurzzeitlager kann dabei wieder mit Material aufgefüllt werden.
Vorteilhafterweise wird das Kurzzeitlager aus dem Langzeitlager gespeist, wenn eine vorbestimmte Menge Brennstoff des Kurzzeitlagers unterschritten
■ wird. Die Menge kann dabei entweder durch eine Füllstandsmessung des
Kurzzeitlagers bestimmt werden oder durch eine Verwaltung des Ein- und Ausgangs des Brennstoffs in das bzw. aus dem Kurzzeitlager.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn dem Heizkessel bei leerem Brennstofflager ein herkömmlicher Brennstoff, beispielsweise Gas, Öl oder Holzschnitzel zugeführt werden kann. Der Heizkessel muß dabei in der Lage sein unterschiedliche Brennstoffe verarbeiten zu können. Insbesondere bei einer hohen erforderlichen Heizleistung oder einer geringen Menge anfallenden Dungs ist dies von Vorteil.
Wird der Brennstoff vor der Zuführung in das Zwischenlager brikettiert oder pelletiert, so ist eine gute Lagerung des Dungs ermöglicht. Die Lagerung ist dabei weitgehend geruchsneutral und insbesondere ist die mögliche Lagerzeit hierdurch wesentlich verlängert. Auch die dosierte Zuführung des Brenn-Stoffs in den Heizkreislauf wird hierdurch erleichtert. Die Brikettierung oder Pelletiertung des Brennstoffs eignet sich daher besonders vorteilhaft, wenn der Brennstoff in das Langzeitlager geführt werden soll.
Weitere Vorteile der Erfindung werden in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen beschrieben. Es zeigt
, Figur 1 eine erfindungsgemäße Anlage mit einem Kurzzeitspeicher und
Figur 2 einen Ausschnitt aus der Anlage gemäß Figur 1 mit einem Langzeitspeicher.
In Figur 1 ist eine komplette Heizanlage mit einem Kurzzeitlager gemäß der vorliegenden Erfindung dargestellt. In der Heizanlage wird Pferdedung, welcher mit Einstreumaterial aus den Ställen vermengt ist, verbrannt. Schließlich wird die Heizenergie zum Heizen von Gebäuden oder Trocknungseinrichtungen verwendet.
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In Entmistungsstellen 1, welche beispielsweise Pferdeställe sind, wird der Pferdedung zusammen mit dem Einstreu erzeugt und in eine pneumatische Transporteinrichtung 2 eingebracht. Dieses Einbringen erfolgt beispielsweise beim Entmisten des Pferdestalles, wobei vorteilhafterweise in jedem Pferdestall eine Klappe vorhanden ist, über welche die pneumatische Transporteinrichtung 2 zu öffnen ist. Beim Entmisten wird der Pferdedung und das Einstreu in die pneumatische Transporteinrichtung 2 geschaufelt und von dem Pferdestall abtransportiert. Die pneumatische Transporteinrichtung 2 ist vorteilhafterweise so ausgeführt, daß sie auch beim Öffnen von mehreren Klappen in mehreren Pferdeställen genügend Transportleistung hat, um das Material in die nächste Station der Heizanlage befördern zu können.
Die pneumatische Transporteinrichtung 2 fördert den Pferdedung und das Einstreu in einen Abscheider 3. In dem Abscheider 3 wird der Dung und das Einstreu von der Luft getrennt. Es bleiben somit weitgehend nur noch Feststoffe von dem Dung und dem Einstreu übrig, welche in einen Behälter 5 eingefüllt werden. In dem Abscheider 3 werden Teile der Geruchsstoffe mit abgesaugt und ggf. gefiltert. In dem Behälter 5 werden die Feststoffe gesammelt. Für eine vorteilhafte Weiterverarbeitung kann im Bereich des Abscheiders 3 oder des Behälters 5 ein Häcksler angeordnet sein, welcher den Dung und das Einstreu zerkleinert. Für die Weiterverarbeitung sollen Bestandteile vorhanden sein, welche nicht länger als 3 - 5 cm sind. Vorteilhafterweise ist der Behälter 5 abgedichtet, so daß eine Geruchsbelästigung vermieden wird.
Aus dem Behälter 5 wird das Festmaterial über eine weitere Zuführeinrichtung, welche in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel eine Transportschnecke 6 ist, weiterbefördert. Die Transportschnecke 6 ist vorteilhafterweise beheizt, so daß während des Transports eine Trocknung des Materials erfolgt. Statt der Transportschnecke 6 ist es auch vorteilhaft einen Fließ-
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bandtrockner an dieser Stelle einzusetzen. Ein Fließbandtrockner sorgt für eine größere Vergleichmäßigung der Trocknung des Materials.
Die Transportschnecke 6 endet im Bereich einer Weiche 7. An der Weiche 7 wird das nunmehr weitgehend getrocknete Material entweder einem hier dargestellten Kurzzeitlager bzw. -speicher 8 oder einem in Figur 2 dargestellten Langzeitlager bzw. -speicher 9 zugeführt.
In dem Kurzzeitspeicher 8 soll sich das Brennmaterial nicht wesentlich länger als 48 Stunden befinden. Bei einer entsprechenden Bearbeitung, etwa eine Beheizung des Brennmaterials ist jedoch auch ein etwas längerer Aufenthalt des Materials in dem Kurzzeitspeicher 8 unschädlich. In einer besonders vorteilhaften Ausführung ist der Kurzzeitspeicher 8 ein beheiztes Silo. Durch die Heizung wird das Brennmaterial weiter getrocknet und somit für die anschließende Verbrennung optimiert.
Aus dem Kurzzeitlager 8 wird das Brennmaterial mittels einer hier aus mehreren Förderschnecken bestehenden Transportanlage 10 einem Heizkessel 11 zugeführt. Der Heizkessel 11 ist über einen Wärmespeicher 12 mit einem Verbraucher 13 verbunden. Der Verbraucher 13 kann entweder ein Wohnhaus sein. Alternativ oder zusätzlich ist auch die Heizung der Trocknungseinrichtung, welche in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel in der Transportschnecke 6 oder in einem Fließbandtrockner integriert ist, möglich.
Durch das vorliegende System ist ein kontinuierlicher Ablauf realisiert. Das in den Ställen an den Entmistungssteilen 1 erzeugte Brennmaterial wird erst pneumatisch und dann mechanisch bis in einen Heizkessel 11 gefördert. Während der Förderung des Materials wird es von Luft und Feuchtigkeit getrennt und in einem Zwischenlager so lange gelagert, bis es in dem Heizkessei 11 verbrannt werden kann. Der Ablauf kann vollautomatisch erfolgen. Dies ist auch der Fall, wenn kontinuierlich Brennmaterial aus den Entmistungssteilen 1 zugeführt wird, aber an dem Heizkessel 11 nur sporadisch
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benötigt wird. Um dies auch in extremen Situationen, d.h. bei einer Zuführung von deutlich mehr Brennmaterial als tatsächlich in dem Heizkessel 11 benötigt wird, durchführen zu können, ist der Langzeitspeicher 9 vorgesehen.
In Figur 2 ist ein Ausschnitt der Heizanlage gemäß Figur 1 dargestellt, welcher parallel zu dem Kurzzeitlager 8 vorhanden ist.
Mit der Förderschnecke 6 wird das weitgehend getrocknete Brennmaterial der Weiche 7 zugeführt. Sofern das Kurzzeitlager 8 ausreichend gefüllt ist, wird das Material über die Weiche 7 in den Behälter 14 gefördert. Aus dem Behälter 14 wird das Material einer Brikettierpresse 15 zugeführt. In der Brikettierpresse 15 wird das Material gepreßt und zu Briketts geformt. Diese Briketts sind sehr gut lagerfähig, auch wenn die Lagerung sehr lange andauert. Die Briketts 16 werden in dem Langzeitlager 9 eingelagert bis das Kurzzeitlager 8 nicht mehr so gefüllt ist, daß es über einen vorbestimmten Zeitraum hinweg die Versorgung des Heizkessels 11 sicherstellen kann. Wenn dies der Fall ist, werden Briketts aus dem Langzeitspeicher 9 von der Anlagensteuerung angefordert. Die Briketts 16 werden anschließend entweder in den Kurzzeitspeicher 8 eingebracht, um diesen auf die gewünschte Sollmenge des Brennmaterials aufzufüllen. Alternativ kann das Langzeitlager 9 auch direkt mit dem Heizkessel 11 verbunden sein. In diesem Falle wird der Heizkessel 11 direkt aus dem Langzeitlager 9 gespeist, bis das Kurzzeitlager 8 wieder genügend Material aufweist, um den Heizkessel 11 selbst versorgen zu können.
In einer weiteren Variante ist es möglich, daß Brennmaterial aus dem Kurzzeitlager 8 und dem Langzeitlager 9 gleichzeitig dem Heizkessel 11 zugeführt werden. Es kann hierbei beispielsweise aus dem Kurzzeitlager 8 weniger Material als üblich gefördert werden, um eine allmähliche Auffüllung des Kurzzeitlagers 8 wieder zu ermöglichen. Um den Heizkessel 11 mit genü-
gend Brennmaterial zu versorgen, kann die fehlende Menge aus dem Langzeitlager 9 zugeführt werden.
Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt. So können beispielsweise andere Trocknungseinrichtungen verwendet werden als die hier beschriebenen. Auch kann es vorteilhaft sein dem Material noch andere Mittel beizufügen, um entweder die Trocknung zu beschleunigen, um den Transport des Brennmaterials zu erleichtern, oder um den Verbrennungsprozeß zu optimieren. Für den Fall, daß das Langzeitlager 9 überfüllt ist, kann das Brennmaterial, d.h. die Briketts 16 auch in Säcke umgefüllt werden und dort zwischengelagert werden. Außerdem ist es selbstverständlich möglich, daß mehrere Langzeitlager 9 vorhanden sind, welche nacheinander gefüllt oder entleert werden.
Die Erfindung weist insbesondere den Vorteil auf, daß das Brennmaterial, welches relativ kurz nach seiner Erzeugung verbrannt wird, weniger aufbereitet wird als das Brennmaterial, welches einer längeren Lagerung bedarf bis zu seiner Verbrennung. Das Brennmaterial des Langzeitspeichers ist in Brikett- oder Pelletform gelagert und kann hierdurch sehr lange und sehr bequem gelagert werden. Auch ist die Entsorgung des Langzeitlagers 9 sehr einfach möglich, da die Briketts oder Pellets einfach aus dem Lager entnommen werden können. Dies kann manuell erfolgen, beispielsweise wenn das Lager 9 überfüllt ist, oder auch automatisch, indem ein weiteres Lager 9 dem ersten Lager 9 zugeordnet ist, oder eine automatische Abfüllung der Briketts 16 oder Pellets in Säcke erfolgt. Die Säcke können dann bei Bedarf wieder in den Langzeitspeicher 9 oder den Kurzzeitspeicher 8 eingefüllt werden.