DE20212564U1 - Fahrgestell für ein Nutzfahrzeug - Google Patents
Fahrgestell für ein NutzfahrzeugInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Fahrgestell für ein Nutzfahrzeug mit zwei Längsträgern und mit mehreren, die Längsträger verbindenden Querträgern, sowie mit einer Hinterachsanordnung, die an den Längsträgern und / oder wenigstens einem benachbarten Querträger befestigt ist.
Ein derartiges Fahrgestell ist aus der CH 667626 A5 bekannt. Das Fahrgestell weist zwei sich über die gesamte Länge des Fahrgestells erstreckende gekröpfte Längsträger auf, die über mehrere Querträger einschließlich jeweils frontseitig und heckseitig positionierter stirnseitiger Endquerträger miteinander verbunden sind. An zwei Querträgern für einen hinteren Bereich des Fahrgestells ist eine Hinterachsanordnung aufgehängt.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Fahrgestell der eingangs genannten Art zu schaffen, das eine verbesserte Nutzung eines Heckbereichs des Fahrgestells ermöglicht.
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Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Längsträger - in normaler Fahrtrichtung gesehen - hinter dem Querträger im Bereich der Hinterachsanordnung ohne Querverbindung auf oder unterhalb ihrer Höhe nach hinten abragen, und dass den Längsträgern in dem Heckbereich eine Versteifungsstruktur zugeordnet ist, die eine oberhalb der Längsträger angeordnete Querstruktureinheit aufweist. Durch die erfindungsgemäße Lösung ragen die Längsträger im Heckbereich des Fahrgestells frei nach hinten ab, wodurch sich - insbesondere aufgrund des Fehlens entsprechender Querträger - ein erheblicher zusätzlicher Bauraum ergibt, in dem je nach Einsatzzweck des Fahrgestells entsprechende Funktionseinheiten untergebracht werden können, ohne dass hierzu die Länge des Fahrgestells insgesamt vergrößert werden muss. Die Querstruktureinheit der Versteifungsstruktur stützt sich von oben her auf den Längsträgern ab, wobei die Querstruktureinheit Teil einer entsprechenden, im Heckbereich unterzubringenden Funktionseinheit sein kann. Funktionseinheiten können insbesondere Installationen und Aggregate sein, die zum einen platzsparend untergebracht werden können und zum anderen eine günstige Schwerpunktlage im Hinblick auf den Fahrgestellschwerpunkt bzw. den entsprechenden Fahrzeugschwerpunkt bewirken. Zudem können entsprechende Funktionseinheiten aufgrund des Fehlens der Querträger im Heckbereich zwischen die Längsträger eingebracht werden, wodurch in diesem Bereich eine vergrößerte Bauraumhöhe zur Verfügung steht. Die erfindungsgemäße Lösung eignet sich insbesondere für den Einsatz bei Reisemobilen oder Bussen oder anderen, gewerblich genutzten Fahrzeugen. Entsprechende Funktionseinheiten können hier insbesondere Hybridantriebe, Traktionsbatterien, Heizungs- / Warmwasserboiler-Kombinationen oder auch Schubladenauszüge für entsprechendes Ladegut sein. Bei anderen Nutzfahrzeugen können in diesem Bereich Ladungsträger, Absetzcontainer, Toilettenhäuschen und ähnliche Funktionseinheiten aufgenommen werden. Alle Funktionseinheiten weisen vorzugsweise entsprechende Stützabschnitte auf, die die entsprechende Abstützung auf den Längsträgern ermögli-
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chen. Ein vorteilhafter Einsatzzweck ist auch die Unterbringung von Laderampen in diesem Heckbereich, um ein Fahren eines entsprechenden Laderaumes eines auf dem Fahrgestell ruhenden Aufbaus zu ermöglichen.
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In Ausgestaltung der Erfindung ist die Querstruktureinheit durch eine formstabile, auf den Längsträgern aufliegende Plattenanordnung gebildet, die kraftübertragend mit den Längsträgern verbunden ist. Beim Einsatz der Erfindung in einem Reisemobil kann diese Plattenanordnung Teil eines Aufbaubodens des Reisemobils sein. Eine geeignete kraftübertragende Verbindung der Plattenanordnung mit den Längsträgern ist eine flächige Verklebung der Plattenanordnung mit den Längsträgern. Die Plattenanordnung stützt sich auf den Längsträgern ab.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist außenseitig an den Längsträgern jeweils eine Drehmomentabstützungsstruktur vorgesehen, die mit der Querstruktureinheit und den Längsträgern kraftübertragend verbunden ist. Die Drehmomentabstützungsstruktur nimmt Biegebelastungen, die auf die Querstruktureinheit wirken können, auf. Insbesondere beim Einsatz einer Plattenanordnung als Querstruktureinheit ergibt sich hierdurch für die Plattenanordnung eine verbesserte Steifigkeit. Falls die Plattenanordnung Teil eines Aufbaubodens eines Reisemobils ist, ergibt sich in dem Heckbereich trotz des Fehlens von unterstützenden Querträgern eine hohe Trittsteifigkeit für den Aufbauboden. Die Drehmomentabstützungsstruktur wie auch die Querstruktureinheit tragen auch insgesamt zur Erhöhung der Torsions- und Biegesteifigkeit des Fahrgestells bei. Durch die außenseitig der Längsträger vorgesehene Anordnung der Drehmomentabstützungsstruktur wird der zur Verfügung stehende Bauraum zwischen den Längsträgern durch die Drehmomentab-Stützungsstruktur nicht beeinträchtigt.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Drehmomentabstützungsstruktur als Blechkonstruktion gestaltet, die Trag- oder Führungsabschnitte für ein im Heckbereich beweglich angeordnetes Bauteil aufweist. Diese Ausgestaltung ist insbesondere vorteilhaft für einen schubladenförmigen Auszug einer Funktionseinheit, da an entsprechenden Abschnitten der Drehmomentabstützungsstruktur horizontale Führungsund / oder Tragelemente angeordnet werden können.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist die Plattenanordnung einen schwenk- oder hubbeweglich absenkbaren Rampenabschnitt auf. Dadurch ist ein vereinfachter Zugang zu einem Aufbau eines entsprechenden Nutzfahrzeugs ermöglicht, wobei ein entsprechender Rampenabschnitt sowohl für Rollstuhlfahrer als auch für spezielle Labor- oder Messfahrzeuge eingesetzt werden kann, die ein häufiges Ein- und Aussteigen in einfacher Weise zulassen sollen.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen sowie aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der Erfindung, die anhand der Zeichnungen dargestellt sind.
Fig. 1 zeigt in einer Draufsicht eine Ausführungsform eines erfin
dungsgemäßen Fahrgestells für ein Reisemobil,
Fig. 2 in vergrößerter Darstellung einen Schnitt durch das Fahrge
stell nach Fig. 1 entlang der Schnittlinie ll-ll in Fig. 1,
Fig. 3 in weiter vergrößerter Darstellung einen Ausschnitt der Darstellung nach Fig. 2 und
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Fig. 4 ein Nutzfahrzeug mit einem Fahrgestell ähnlich Fig. 1.
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Ein Nutzfahrzeug in Form eines Reisemobils 1 gemäß Fig. 1 weist ein Fahrgestell 2 auf, das mit zwei gekröpften Längsträgern 3 versehen ist. In der Darstellung nach Fig. 1 ist aus Übersichtlichkeitsgründen lediglich ein Fahrerhaus sowie ein Aufbauboden 8 des Reisemobils dargestellt, 5 ohne dass der übrige Reisemobilaufbau gezeigt ist. Das Fahrgestell 2 entspricht im wesentlichen dem Fahrgestell, wie es in der prioritätsbegründenden deutschen Patentanmeldung 10140921.4 beschrieben ist, so dass zur näheren Erläuterung des hier gezeigten Fahrgestells auf die Offenbarung in dieser älteren Patentanmeldung ergänzend verwiesen wird. Der Inhalt dieser älteren Patentanmeldung wird hiermit insoweit zum Inhalt der vorliegenden Offenbarung gemacht.
Die beiden Längsträger 3 sind mit Hilfe von Kröpfungsabschnitten 6 in Längsträgerabschnitte mit unterschiedlicher Spurbreite unterteilt. Im vorderen Fahrzeugbereich liegen die entsprechenden Längsträgerabschnitte enger zusammen als im Bereich der rückseitigen Fahrzeughälfte. Da die Längsträgerabschnitte im Bereich der heckseitigen Fahrzeughälfte einen größeren Abstand zueinander aufweisen, ergibt sich für eine Hinterachsanordnung 7 eine gegenüber einer nicht dargestellten Vorderachsanordnung vergrößerte Spurbreite. Die Längsträger 3 sind mittels mehrerer Querträger 4, 5 über ihre Länge miteinander verbunden. Im Bereich der Kröpfungsabschnitte 6 ist ein Querträger 4 und - auf die normale Fahrtrichtung des Fahrzeugs bezogen - unmittelbar hinter der Hinterachsanordnung 7 ist ein heckseitiger Querträger 5 positioniert.
Hinter diesem heckseitigen Querträger 5 sind die beiden Längsträger 3 mit ihren entsprechend hinteren Längsträgerabschnitten bis zum Fahrzeugheck frei nach hinten verlängert. Dadurch ergibt sich zwischen den beiden Längsträgern 3 ein Freiraum, der als zusätzlicher Funktionsraum für entsprechende, im Heckbereich angeordnete Funktionseinheiten eingesetzt werden kann.
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Der Aufbauboden 8 liegt, wie anhand der Fig. 2 und 3 gut erkennbar ist, auch im Heckbereich des Fahrgestells auf den Längsträgern 3 auf. Der heckseitige Plattenbereich des Aufbaubodens 8 dient in diesem Heckbereich als Querstruktureinheit, um im Bereich der frei abragenden, heckseitigen Längsträgerabschnitte eine Versteifung des Heckbereiches des Aufbaus zu erzielen. Der entsprechend heckseitige Plattenbereich des Aufbaubodens 8 ist formstabil gestaltet und liegt auf horizontalen Stützabschnitten 11 einer Drehmomentabstützungsstruktur 9 im Bereich jedes Längsträgers 3 auf.
Die beiden Drehmomentabstützungsstrukturen 9 sind außenseitig relativ zum jeweiligen Längsträger 3 positioniert, wie anhand der Fig. 2 und 3 gut erkennbar ist. Die Drehmomentabstützungsstrukturen 9 sind als Blechkonstruktionen gestaltet und weisen zusätzlich zu den ebenen oberen Stützabschnitten 11, die auf der Oberseite des jeweiligen Längsträgers 3 aufliegen jeweils, einen im Querschnitt keilförmigen Trag- oder Führungsabschnitt 12 auf, der mittels jeweils eines Querstützabschnittes 13 mit entsprechenden Untergurten der Längsträger 3 fest verbunden sind. Auf den im Bereich entsprechender Obergurte der Längsträger 3 befestigten Stützabschnitten 11 der Drehmomentabstützungsstrukturen 9 liegt der heckseitige Plattenbereich des Aufbaubodens 8 mit seiner Unterseite flächig auf und ist flächig mit diesen Stützabschnitten 11 verklebt. Die flächige Verklebung stellt eine kraftübertragende Verbindung zwischen dem Aufbauboden 8 und den Drehmomentabstützungsstrukturen 9 dar. Die Drehmomentabstützungsstrukturen 9 verhindern durch die entsprechende Konstruktion ein Durchbiegen des Aufbaubodens im Bereich des Fahrgestellhecks, sobald Belastungen von oben auf den heckseitigen Plattenbereich des Aufbaubodens 8 wirken. Sie tragen somit zur Versteifung des Heckbereiches gemeinsam mit dem flächig verklebten Aufbauboden 8 bei. Drehmomente, die aufgrund einer Durchbiegung des heckseitigen Plattenbereiches des Aufbaubodens 8 insbesondere bei Trittbelastungen um die beiden Längsträgerauflagen herum nach
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innen und nach unten wirken, werden durch die entsprechend in entgegengesetzter Drehmomentrichtung versteifend wirkenden Drehmomentabstützungsstrukturen 9 zumindest weitgehend unterbunden. Durch die Aussteifung des Heckbereiches wird auch für das gesamte Fahrgestell und für den gesamten Reisemobilaufbau eine verbesserte Steifigkeit, insbesondere eine verbesserte Torsions- und Biegesteifigkeit erzielt. Die Trag- und Führungsabschnitte 12 dienen zudem als Aufhängung für ein horizontal nach hinten ausziehbares Bauteil, vorliegend in Form einer Schublade 10. Die Schublade 10 ist mit Hilfe entsprechender Lagerungen 14 an den Trag- und Führungsabschnitten 12 gehalten.
Ein mit einem Lieferwagenaufbau versehenes Nutzfahrzeug 1a weist ein Fahrgestell auf, das ähnlich dem Fahrgestell gemäß Fig. 1 bis 3 gestaltet ist. Auch hier ist im Bereich der heckseitigen Längsträgerabschnitte 3a keine Querverbindung mehr zwischen den Längsträgerabschnitten 3a vorhanden. Als Querstruktureinheit dient hier eine zwischen einer abgesenkten Position (Fig. 4) und einer horizontal mit dem übrigen Laderaumboden fluchtenden Position bewegliche Laderampe 8a, die in ihrer horizontalen Ruheposition kraftübertragend mit dem übrigen Laderaumboden verbunden ist. Der übrige Laderaumboden ist entsprechend der anhand der Fig. 1 bis 3 dargestellten Versteifungsstruktur einschließlich entsprechender Drehmomentabstützungsstrukturen gestaltet mit dem Unterschied, dass die Laderampe 8a in ihrer kraftübertragend mit dem übrigen Laderaumboden verbundenen Horizontalposition die Querstruktureinheit für diese Versteifungsstruktur bildet. Der Laderaumboden ist in seinen die Laderampe 8a flankierenden Bereichen flächig mit den entsprechenden Drehmomentabstützungsstrukturen verbunden. Die kraftübertragende Verbindung zwischen der Laderampe 8a und dem übrigen Laderaumboden in der Horizontalposition erfolgt vorzugsweise durch formschlüssig wirksame Riegel oder anders gestaltete Verbindungselemente. Die Laderampe 8a ist an ihrem in normaler Fahrtrich-
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tung vorderen Stirnrand um eine Schwenkachse 15 gemäß Fig. 4 schwenkbeweglich gelagert.
Claims (6)
1. Fahrgestell für ein Nutzfahrzeug mit zwei Längsträgern und mit mehreren, die Längsträger verbindenden Querträgern, sowie mit einer Hinterachsanordnung, die an den Längsträgern und/oder wenigstens einem benachbarten Querträger befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsträger (3, 3a) - in normaler Fahrtrichtung gesehen - hinter dem Querträger im Bereich der Hinterachsanordnung (7) ohne Querverbindung auf oder unterhalb ihrer Höhe nach hinten abragen, und dass den Längsträgern (3) in dem Heckbereich eine Versteifungsstruktur (8, 9) zugeordnet ist, die eine oberhalb der Längsträger (3) angeordnete Querstruktureinheit (8) aufweist.
2. Fahrgestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Querstruktureinheit (8) durch eine formstabile, auf den Längsträgern (3) aufliegende Plattenanordnung gebildet ist, die kraftübertragend mit den Längsträgern (3) verbunden ist.
3. Fahrgestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass außenseitig an den Längsträgern (3) jeweils eine Drehmomentabstützungsstruktur (9) vorgesehen ist, die mit der Querstruktureinheit (8) und den Längsträgern (3) kraftübertragend verbunden ist.
4. Fahrgestell nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehmomentabstützungsstruktur (9) als Blechkonstruktion gestaltet ist, die Trag- oder Führungsabschnitte für ein im Heckbereich beweglich angeordnetes Bauteil (10) aufweist.
5. Fahrgestell nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Bauteil ein horizontal ausziehbares Aufnahmeteil (10) vorgesehen ist.
6. Fahrgestell nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Plattenanordnung einen schwenk- oder hubbeweglich absenkbaren Rampenabschnitt (8a) aufweist.
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