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Die Erfindung betrifft einen Pressfitting
für ein
Rohr, und zwar insbesondere für
ein Kunststoffrohr oder ein Rohr aus einem Kunststoff-Metall-Verbundwerkstoff.
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Pressfittings für den Anschluss von Rohren sind
in einer Vielzahl von Ausgestaltungen bekannt. Sie weisen zumeist
eine Presshülse
auf, die mittels eines Presswerkzeuges radial gestaucht wird, wodurch
das von der Presshülse
umgebende Anschlussende des Rohres gegen einen Stützkörper des
Fittings gedrückt
und abgedichtet wird.
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Zur Erleichterung der Montage eines
Pressfittings der vorstehend genannten Art ist es bekannt, die Presshülse werksseitig
dauerhaft mit dem Fittingkörper
zu verbinden. Hierdurch bildet sich zwischen der Presshülse und
dem Stützkörper des
Fittingkörpers
ein einseitig offener Ringraum, in den das anzuschließende Rohrende
eingeschoben wird. Beispiele für
Pressfittings mit mit dem Fittingkörper verbundener Presshülse sind
in
DE-A-42 31 623 und
DE-C-100 10 573 beschrieben.
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Neben der direkten Verbindung von
Presshülse
und Fittingkörper
ist im Stand der Technik auch bekannt, diese beiden Elemente eines
Pressfittings über
ein ringförmiges
Verbindungsteil miteinander zu verbinden. Beispiele für derartige
Pressfittinge finden sich in
DE-C-43
04 680 ,
EP-A-0
611 911 ,
DE-U-295 03
019 ,
DE-A-198
45 720 und
EP-A-0
942 219 . Die aus diesen Druckschriften bekannten ringförmigen Verbindungselemente
haben zum Teil zusätzlich auch
noch die Aufgabe, für
eine galvanische Trennung des stirnseitigen Endes des Rohres und
des Fittingkörpers
sowie für
eine Presswerkzeugführung
zu sorgen. Dem letztgenannten Zweck dienen auch die in
DE-A-100 21 988 und
DE-U-299
07 585 beschriebenen
Kunststoffringe, die die Presshülsen
dieser bekannten Pressfittinge von außen umschließen.
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Schließlich ist es auch bekannt,
die Presshülsen
von Pressfittings mit Lagekontrollöffnungen zu versehen. Diese Öffnungen
ermöglichen
es dem Monteur, unmittelbar vor der Verpressung zu kontrollieren,
dass das anzuschließende
Rohrende vorschriftsmäßig auf
den Stützkörper des
Pressfittings aufgeschoben ist. Beispiele für Pressfittings mit Lagekontrollöffnungen
sind in den beiden bereits oben genannten Druckschriften, nämlich in
DE-C-100 10 573 und
DE-U-295 03 019 sowie ferner auch
in
DE-C-198 45 720 ,
DE-A-197 41 641 ,
DE-A-196 03 228 ,
DE-A-195 45 361 und
DE-U-297 11 313 beschrieben.
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Aus Stabilitätsgründen ist es von Vorteil, wenn
die Presshülse
unmittelbar mit dem Fittingkörper
verbunden ist. Vorteilhaft ist es dabei, wenn diese Verbindung durch
einen Formschluss realisiert werden kann, für den kein spezielles Presswerkzeug oder
eine radiale Verpressung von Presshülse und Fittingkörper erforderlich
ist.
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Demzufolge wird mit der Erfindung
ein Pressfitting für
ein Rohr, insbesondere ein Kunststoffrohr oder ein Rohr aus einem
Kunststoff-Metall-Verbundwerkstoff vorgeschlagen, wobei der Pressfitting versehen
ist mit
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- – einem
Fittingkörper,
der einen Stützkörper aufweist, auf
den ein anzuschließendes
Rohr aufschiebbar ist, und
- – einer
Presshülse,
die ein Halteende aufweist, an welchem die Presshülse an dem
Fittingkörper
gehalten ist,
- – wobei
die Presshülse
an ihrem Halteende mindestens eine zur Stirnseite der Presshülse hin
offene Randaussparung aufweist, die einen der Stirnseite der Presshülse gegenüberliegenden
Begrenzungsrandabschnitt aufweist.
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Der Pressfitting ist gekennzeichnet
durch
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- – einen
Kunststoffring, der außen
an der Presshülse anliegt
sowie diese umschließt
und der gegen Bewegungen in axialer Richtung der Presshülse an dieser gesichert
ist,
- – wobei
der Kunststoffring zwischen der Stirnseite der Presshülse und
den gegenüberliegenden
Begrenzungsrandabschnitten der Randaussparungen angeordnet ist.
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Der erfindungsgemäße Pressfitting weist einen
Fittingkörper
aus Metall, Kunststoff, einem Kunststoff-Metall-Verbundwerkstoff
oder einem keramischen Werkstoff auf, der einen abstehenden Stützkörper (auch
Stützhülse genannt)
aufweist. Die Außenseite
des Stützkörpers ist
profiliert und kann Aufnahmen für
ein oder mehrere Dichtelemente aufweisen. Auf die Außenseite
des Stützkörpers lässt sich das
anzuschließende
Rohr aufschieben.
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Der efindungsgemäße Pressfitting weist darüber hinaus
eine Presshülse
aus einem plastisch verformbaren Material (im Regelfall Metall)
auf, deren eines stirnseitiges Ende als Halteende ausgebildet ist, an
dem die Presshülse
direkt an dem Fittingkörper gehalten
ist. Im mit dem Fittingkörper
verbundenen Zustand umgibt die Presshülse den Stützkörper konzentrisch.
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Das Halteende der Presshülse ist
mit mindestens einer und insbesondere mehreren, vorzugsweise mindestens
drei Randaussparungen versehen, die zur Stirnseite der Presshülse hin
offen sind. Diese Aussparungen sind vorzugsweise als Schlitze oder
Langlöcher
ausgebildet. Die Aussparungen sind vorteilhafterweise in Umfangsrichtung
der Presshülse
gleichmäßig verteilt
angeordnet.
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Durch die zuvor beschriebenen Aussparungen
erhält
die Presshülse
an ihrem Halteende eine gewisse Elastizität, die die Montage der Presshülse an dem
Fittingkörper
erleichtert. Die Presshülse
soll nämlich
gegen ein unbeabsichtigtes Ablösen
vom Fittingkörper
an diesem angebracht sein. Unabhängig
davon, ob nun diese (kraftschlüssige)
Verbindung beispielsweise durch einen Reibschluss oder einen Formschluss
realisiert wird, bedarf es einer gewissen Aufweitung der Presshülse an deren
Halteende. Diese radiale Aufweitung wird efindungsgemäß erleichtert,
indem die Presshülse
an ihrem Halteende geschlitzt ist oder anders ausgeartete Aussparungen aufweist.
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Je nachdem, welches Material für die Presshülse verwendet
wird, kann die Rückstellfähigkeit
der Presshülse
an ihrem Halteende nach dessen Aufweitung nicht ausreichend sein,
um die kraftschlüssige Verbindung
zwischen Presshülse
und Fittingkörper aufrecht
zu erhalten. Dies gilt beispielsweise bei der Verwendung vergleichsweise
weicher metallischer Materialien, wie beispielsweise Aluminium.
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Erfindungsgemäß wird nun die Elastizität und Rückstellfähigkeit
der Presshülse
an deren Halteende dadurch realisiert, dass außen auf der Presshülse ein
Kunststoffring aufgesetzt ist, der die Presshülse in Höhe ihrer Aussparungen umschließt und passgenau
auf der Presshülse
sitzt. Der Kunststoffring kontaktiert den Fittingkörper vorzugsweise
nicht und insbesondere nicht zum Zwecke der Halterung der Presshülse; es
ist vielmehr die Presshülse,
die zwecks Halterung an dem Fittingkörper diesen kontaktiert und
zwar vorzugsweise direkt also ohne Zwischenmaterial, wobei dieses
jedoch nicht ausgeschlossen ist.
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Beim Aufschieben der Presshülse auf
den Fittingkörper
zwecks Verbindung beider Elemente weitet sich nun das Halteende
der Presshülse
auf. Dabei verformt sich auch der Kunststoffring elastisch, drückt also
nach der Aufweitung von außen
radial gegen die Presshülse.
Damit ist der zuverlässige
Sitz der Presshülse
am Fittingkörper
auch dann gegeben, wenn auf Grund der Materialwahl der Presshülse deren
Halteende sich beim Aufweiten zumindest teilweise plastisch verformt.
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Damit der Kunststoffring seine für die obige Funktion
erforderliche Lage in Höhe
der Aussparungen am Halteende der Presshülse nicht verändert, ist er erfindungsgemäß gegen
Bewegungen in axialer Richtung der Presshülse an dieser gesichert. Dies kann
durch einen Reibschluss oder einen Formschluss oder durch eine andere
kraftschlüssige
Verbindung (beispielsweise Verkleben) erfolgen. Vorteilhaft ist
eine formschlüssige
Verbindung, indem die Presshülse
an ihrem Halteende einen Außenringwulst
o.dgl. Außenvorsprung
aufweist, der bzw. die in eine korrespondierende Umfangsvertiefung
an der Innenseite des Kunststoffrings eintaucht bzw. einschnappt
oder -rastet.
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Alternativ kann der Kraftschluss
auch durch Verriegelungsnasen am Kunststoffring erfolgen, die in
die Randaussparungen der Presshülse
eintauchen und in dieser gegen ein axiales Herausgleiten gesichert
sind, was durch Form- oder Reibschluss erfolgen kann. So können z.B.
die Randaussparungen sich in ihrer Breite (Umfangserstreckung der
Presshülse)
zur Stirnseite der Presshülse
verjüngen.
Die Verriegelungsnasen lassen sich dabei mit Kraft über die
Engstellen der Randaussparungen in diese hineinbewegen. Anschließend wird
ein Herausrutschen der Verriegelungsnasen aus den Randaussparungen in
Folge der Engstellen der Randaussparungen verhindert, wodurch der
Kunststoffring an dem Halteende der Presshülse gesichert ist.
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Der Kunststoffring weist vorzugsweise
keinerlei radial nach innen ragende Bereiche auf; es existieren
also insbesondere keine in die Randaussparungen eintauchenden (Innen-)Vorsprünge oder dergleichen.
Die Axialverschiebe- und/oder
Verdrehsicherung kann hierbei mit Vorteil durch einen Form-, Reib- oder Stoffschluss
einzig und allein zwischen der Außenseite der Presshülse und
der Innenseite des Kunststoffringes erfolgen, in dem etwa die Presshülse eine
Außenrändelung
oder eine andere Oberflächenstruktur
(z.B. Grate durch insbesondere geringfügig aufgestelltes Material
der Presshülse,
was beispielsweise beim Ausstanzen oder Ausbilden der Randaussparungen
der Presshülse
erfolgen kann) aufweist, die zu einer Verkrallung mit dem gegenüber der
Presshülse
weicheren Material des Kunststoffrings führt. Auch eine Klebeverbindung
oder eine Presspassung zwischen Presshülse und Kunststoffring ist
möglich.
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Als Verbindung zwischen dem Fittingkörper und
der Presshülse
bietet sich insbesondere ebenfalls ein Formschluss an. Auch hier
ist zweckmäßigerweise
an eine Rastverbindung gedacht, wobei die Presshülse an ihrem Halteende einen
umlaufenden oder abschnittsweise ausgebildeten Innenvorsprung aufweist,
der in eine umlaufende Umfangsvertiefung des Fittingkörpers einrastet.
Zweckmäßig ist
es für die
Montage, wenn sich die Presshülse
an ihrem Halteende bis zum Innenvorsprung konisch verjüngt, also
eine innenliegende Umfangsschrägfläche aufweist,
die beim Aufstecken der Presshülse
auf den Fittingkörper über einen
Außenwulst
des Fittingkörpers
gleitet, bis der Innenvorsprung der Presshülse in die hinter dem Außenwulst
angeordnete Umfangsvertiefung des Fittingkörpers eintaucht bzw. in deren Höhe positioniert
ist. Die Ausbildung von Umfangsvertiefung und Umfangsvorsprung kann
auch in zur zuvor angegebenen Art und Weise entgegengesetzter Ausbildung
vorgesehen sein.
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Die Realisierung eines Formschlusses
ohne Reibschluss zwischen Presshülse
und Fittingkörper hat
den Vorteil, dass sich die Presshülse axial gesichert am Fittingkörper befindet,
relativ zu diesem aber noch verdreht werden kann, was bei der Handhabung
und Montage des Pressfittings eventuell von Vorteil ist.
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Um von außen erkennen zu können, ob
das anzuschließende
Rohr vorschriftsmäßig auf
den Stützkörper aufgeschoben
ist, ist die Presshülse
des erfindungsgemäßen Pressfittings
zweckmäßigerweise
mit Lagekontrollöffnungen
an ihrem Halteende versehen. Diese Lagekontrollöffnungen können zusätzlich zu den Randaussparungen
der Presshülse
in dieser ausgebildet sein, wobei die Lagekontrollöffnungen
nicht notwendigerweise zur Stirnseite der Presshülse hin offen sein müssen. Alternativ
oder zusätzlich
ist es aber auch möglich,
dass die Randaussparungen der Presshülse selbst als Lagekontrollöffnungen
dienen. In diesem Fall muss durch die Wahl der axialen Länge und
die Breite der Aussparungen in Umfangsrichtung sowie die Lage des
Kunststoffrings dafür
Sorge getragen werden, dass ein- oder beidseitig am Kunststoffring
vorbei durch die Randaussparungen hindurch die Lage des anzuschließenden Rohres
von außen
erkennbar ist.
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Die Größe der nicht vom Kunststoffring
verdeckten Bereiche der Materialaussparungen der Presshülse könnte durch
die axiale Dicke des Kunststoffrings eingeschränkt sein, der, um die oben
beschriebene erfindungsgemäße Rückstellfunktion ausüben zu können, in
Abhängigkeit
von dem Material eine bestimmte Mindestdicke aufweisen sollte. Ein
dementsprechend dickerer Kunststoffring setzt somit dementsprechend
axial verlängerte
Materialaussparungen der Presshülse
voraus, so dass diese Materialaussparungen noch als Lagekontrollöffnungen
fungieren können.
Axial verlängerte
Materialaussparungen der Presshülse
können
aber wiederum diese schwächen,
was andererseits unerwünscht
ist, da die Presshülse
eine gewisse Stabilität
benötigt, um
nach ihrer Verpressung das anzuschließende Rohr mit ausreichender
Kraft gegen den Stützkörper gedrückt halten
zu können.
Deshalb ist es zweckmäßig, die
Dicke des Kunststoffringes in denjenigen Bereichen, die radial mit
den Aussparungen der Presshülse
fluchten, zu reduzieren. Bei dieser Ausgestaltung der Endung weist
also der Kunststoffring ein- oder beidseitige Aussparungen auf.
Auf diese Weise ist es möglich,
trotz Verwendung eines relativ dicken Kunststoffrings verhältnismäßig kurze
Aussparungen in der Presshülse
vorzusehen, ohne auf den Vorteil verzichten zu müssen, diese Aussparungen zugleich auch
für die
Lagekontrolle nutzen zu können.
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Damit bei einem Kunststoffring der
vorstehend beschriebenen Art dessen Aussparungen beim Hantieren
und Montieren des Pressfittings stets mit den Aussparungen der Presshülse fluchten,
ist es von Vorteil, wenn der Kunststoffring verdrehsicher auf der
Presshülse
angeordnet ist. Vorzugsweise erfolgt dies dadurch, dass der Kunststoffring
einen nach innen vorstehenden Sicherungsvorsprung aufweist, der
in eine der Aussparungen am Halteende der Presshülse eintaucht. Der Sicherungsvorsprung braucht
dabei nicht bzw. nicht wesentlich nach innen über die Presshülse überzustehen.
Der Kunststoffring kann mehrere derartige Sicherungsvorsprünge aufweisen,
die in unterschiedliche Aus sparungen der Presshülse eintauchen. Diese Sicherungsvorsprünge können dabei
zusätzlich
auch die Funktion der oben erwähnten
Verriegelungsvorsprünge
zur axialen Sicherung des Kunststoffrings an der Presshülse übernehmen.
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Der erfindungsgemäß vorgesehene Kunststoffring
dient in erster Linie dazu, dem Halteende der Presshülse auch
dann Elastizität
und Rückstellfähigkeit
zu verleihen, wenn dies durch das Material der Presshülse nicht
notwendigerweise gegeben ist. Darüber hinaus kann der Kunststoffring
aber auch zur Führung
und Positionierung des Presswerkzeuges dienen. Schließlich ist
es auch möglich,
dass der erfindungsgemäß vorgesehene
Kunststoffring auch der galvanischen Trennung von Fittingkörper und
Rohr dient. Dies ist insbesondere bei Rohren erforderlich, die aus
Metall bestehen oder in ihrer Wandung eine Metalllage aufweisen,
wie dies bei Rohren aus einem Kunststoff-Metall-Verbundwerkstoff
der Fall ist. Der Kunststoffring hat dabei die Aufgabe, das stirnseitige Ende
des Rohres auf Abstand zu einer radial bzw. im wesentlichen radial
verlaufenden Fläche
des Fittingkörpers
zu halten, die der Rohrstirnseite gegenüberliegt, wenn das Rohr auf
den Stützkörper aufgeschoben
ist. Diese galvanische Trennung kann bei dem erfindungsgemäß vorgesehenen
Kunststoffring beispielsweise dadurch realisiert sein, dass der
bzw. die Sicherungsvorsprünge,
die dem Verdrehsicherungsschutz dienen, weiter nach innen über die
Innenseite der Presshülse überstehen
und gegebenenfalls durch einen innenliegenden Bund untereinander
verbunden sind. Der Kunststoffring hat bei dieser Ausgestaltung
dann sozusagen einen außen
an der Presshülse
anliegenden Ringteil und einen an der Innenseite der Presshülse liegenden
Ringteil, die beide über
radiale Stege (zuvor als Sicherungsvorsprünge bezeichnet) verbunden sind,
welche ihrerseits im an der Presshülse montierten Zustand sich
durch die Randaussparungen der Presshülse erstrecken.
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Schließlich ist es auch möglich, durch
unterschiedliche Farbgebung des Kunststoffrings anzuzeigen, welches
Material durch eine mit einem derartigen Pressfitting versehene
Leitung strömt.
So könnte man
beispielsweise für
verpresste Gasleitungen einen gelben Kunststoffring, für Warmwasserleitungen einen
roten Kunststoffring und schließlich
für Kaltwasserleitungen
einen blauen Kunststoffring verwenden. Selbstverständlich ist
jede andere Farbgebung ebenfalls denkbar.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand
eines Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Im einzelnen zeigen
dabei:
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1 als
Halbschnitt und in Explosionsdarstellung die einzelnen Teile des
erfindungsgemäßen Pressfittings
mit angedeutetem Rohranschlussende,
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2 den
erfindungsgemäßen Pressfitting im
zusammengesetzten Zustand im Halbschnitt und
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3 eine
Ansicht entlang der Linie III-III der 1.
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Gemäß 1 bis 3 weist
der Pressfitting 10 einen Fittingkörper 12 auf, durch
den hindurch sich ein Durchlass 14 erstreckt. Der Fittingkörper 12 ist mit
einem abstehenden Stützkörper 16 versehen,
auf den das Ende 18 eines anzuschließenden Rohres 20 aufgeschoben
wird. Der Stützkörper 16 weist
ein freies stirnseitiges Ende 22 sowie ein diesem gegenüberliegendes
Ende 24 auf, in dessen Bereich der Fittingkörper 12 eine
in Umfangsrichtung umlaufende Außenwulst 26 und eine
dahinter angeordnete ebenfalls umlaufende außenliegende Umfangsvertiefung 28 aufweist.
Diese Umfangsvertiefung 28 liegt auf der dem Stützkörper 16 abgewandten
Seite des Außenwulstes 26.
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An dem Fittingkörper 12 ist eine Presshülse 30 gehalten,
die aus Aluminium bzw. einer Aluminiumlegierung besteht. Diese Presshülse 30 weist
ein mit dem freien Ende 22 des Stützkörpers 16 im wesentlichen
fluchtendes stirnseitiges Ende 32 sowie ein diesem gegenüberliegendes
Halteende 34 auf, an dem die Presshülse 30 mit dem Fittingkörper 12 verbunden
ist. Das Halteende 34 ist mit in diesem Ausführungsbeispiel
drei Randaussparungen 36 versehen, die zur Stirnseite 38 der
Presshülse 30 offen sind.
Die Randaussparungen 36, deren Anzahl grundsätzlich beliebig
ist, sind als Langlöcher
bzw. Schlitze ausgebildet und durch der Stirnseite 38 gegenüberliegende
Begrenzungsrandabschnitte 40 begrenzt. An der Außenseite 42 der
Presshülse 30 befindet
sich an dessen Halteende 34 ein umlaufender von den Aussparungen 36 unterbrochener
Außenwulst 44,
während
die Presshülse 30 an
ihrer Innenseite 46 einen ebenfalls umlaufenden und durch
die Aussparungen 36 unterbrochenen Innenvorsprung 48 aufweist.
Der Innenvorsprung 48 weist eine Hakenform auf und ist
mit einer konisch verlaufenden Schrägfläche 50 versehen.
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Außen auf der Presshülse 30 befindet
sich an deren Halteende 34 ein Kunststoffring 52,
der eine Innennut 54 aufweist, in die der Außenwulst 44 der Presshülse 30 eingetaucht
ist. Auf diese Weise ist der Kunststoffring 52 gegen axiale
Bewegungen an der Presshülse 30 gesichert.
Darüber
hinaus weist der Kunststoffring 52 einen radial einwärts gerichteten
Sicherungsvorsprung 56 auf, der im montierten Zustand des
Kunststoffrings 52 in eine der Randaussparungen 36 der
Presshülse 30 eintaucht.
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Wie man insbesondere anhand von 2 erkennen kann, weist der
Kunststoffring 52 an seiner den Enden 22 und 32 von
Stützkörper 16 bzw.
Presshülse 30 zugewandten
Seite 58 Aussparungen 60 auf, die mit den Randaussparungen 36 der
Presshülse 30 fluchten.
Durch diese Aussparungen 60 sind relativ große Bereiche
der Randaussparungen 36 der Presshülse 30 freigelegt,
so dass diese Bereiche der Randaussparungen 36 die Funktion
von Lagekontrollöffnungen
zur Überprüfung der
ordnungsgemäßen Lage
des anzuschließenden
Rohres 20 bilden.
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Die Montage von Fittingkörper 12,
Presshülse 30 und
Kunststoffring 52 ist wie folgt.
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Zunächst wird der Kunststoffring 52 auf
das Halteende 34 der Presshülse 30 aufgeschoben.
Dabei kann der Kunststoffring 52 leicht vorgespannt sein,
um die Montage und den Sitz auf der Presshülse zu erleichtern. Beim Aufschieben
des Kunststoffringes 52 ist dieser so auszurichten, dass
sein Sicherungsvorsprung 56 in eine der Randaussparungen 36 der
Presshülse 30 eintaucht.
Nach dem Aufschieben des Kunststoffringes 52 befindet sich
die Außenwulst 44 der
Presshülse 30 in
der Innennut 54 des Kunststoffrings 52.
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Anschließend wird die Presshülse 30 mitsamt
dem Kunststoffring 52 über
den Stützkörper 16 geschoben,
bis die Schrägfläche 50 des
Innenvorsprungs 48 der Presshülse 30 an dem Außenwulst 26 des
Fittingkörpers 12 anliegt.
Zur Fixierung der Presshülse 30 am
Fittingkörper 12 wird
diese weiter auf den Fittingkörper 12 geschoben,
wobei die Aussparungen 36 eine Aufweitung des Halteendes 34 der
Presshülse 30 erleichtern.
Anschließend
federt die Presshülse 30 an
ihrem Halteende 34 wieder zurück, so dass der Innenvorsprung 48 in
die außenliegende
Umfangsvertiefung 28 des Fittingkörpers 12 eintaucht.
Der Rückfedereffekt
wird durch den zuvor aufgesteckten Kunststoffring 52 deutlich
verbessert und unterstützt,
was insbesondere bei Verwendung vergleichsweise weicher metallischer
Materialien für die
Presshülse
(beispielsweise Aluminium) gilt. Die kurzzeitig auftretenden Radialkräfte werden
durch die Aussparungen 36 und den Kunststoffring 52 kompensiert,
so dass der Außendurchmesser
am Halteende 34 nach der Montage der Presshülse 30 nicht vergrößert ist.
Im montierten Zustand sitzt die Presshülse 30 gegen axiale
Ablösungen
gesichert am Fittingkörper 12,
kann aber dennoch relativ leicht verdreht werden.
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Die Vorteile des erfindungsgemäßen Pressfittings
lassen sich wie folgt zusammenfassen:
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- – Keine
Deformation der Presshülse 30 nach
der Montage auf den Fittingkörper 12.
- – Die
Presshülse 30 lässt sich
nach ihrer Verbindung mit dem Fittingkörper 12 noch verdrehen.
- – Die
Randaussparungen 36 der Presshülse 30 sind trotz
Anbringung des Kunststoffringes 52 noch gut einsehbar und
somit als Lagekontrollöffnungen
verwendbar.
- – Der
Kunststoffring 52 ist auch als Anschlagfläche oder
sonstige Führung
für das
Presswerkzeug verwendbar.
- – Der
Kunststoffring 52 kann auch der galvanischen Trennung des
Rohres 20 gegenüber
dem Fittingkörper 12 dienen;
hierzu bedarf es eines oder mehrerer Innenvorsprünge des Kunststoffringes 52,
die durch die Randaussparungen 36 nach innen ragen und vom
freien Ende 22 des Stützkörpers 16 aus
betrachtet vor dem Außenwulst 26 des
Fittingkörpers 12 liegen
und somit den direkten Kontakt der Stirnfläche des Anschlussendes 18 des
Rohres 20 mit dem Fittingkörper 12 verhindern.