DE20207009U1 - Vorrichtung zur Umwandlung von Handkraft in hydraulischen Druck - Google Patents
Vorrichtung zur Umwandlung von Handkraft in hydraulischen DruckInfo
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Description
u. Z.: F 1230 GM-DE 3. Mai 2002
Nicole Fuchs
Wuppertal, BRD
Wuppertal, BRD
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Umwandlung von Handkraft in hydraulischen Druck zum Einsatz an Zwei-, Drei- oder Vier- Rädern, insbesondere an Motorrädern, die einen Lenker bzw. eine Lenkstange mit einer Brems- und/oder Kupplungsbetätigungsvorrichtung aufweisen, zur Verringerung des Verletzungsrisikos und zur Erzielung einer optimierten Funktionssicherheit bei Unfällen, wobei die Vorrichtung raum- und gewichtssparend ist.
Mechanisch-hydraulische Bedienungseinheiten werden üblicherweise so ausgeführt, daß die Kraftumsetzung, die Flüssigkeitsbevorratung und die Druckleitung extern, d.h. an einer beliebigen Position auf der Strecke zwischen Handbremshebel und Radbremszylinder, plaziert werden.
Derartigen Einheiten liegt das Problem zugrunde, daß seilzugbetätigte Systeme raum- und gewichtssparend sind, in der mechanischen Umsetzung aber mit Reibungsverlusten belastet und klimatischen Einflüssen ausgesetzt, gehobenen Ansprüchen nach Leistung und Betriebssicherheit nicht genügen. Das hydraulischen Systemen zugrunde liegende Problem verhält sich reziprok. Die höhere Funktionalität und die Funktionssicherheit hydraulischer Systeme geht mit einem erhöhten Gewicht und Bauteilvolumen einher. Wenn entsprechende Bedienungseinheiten z.B. am Lenker eines Motorrades montiert sind, erhöht sich im Falle einer Kollision die Verletzungsgefahr des Fahrers sowie die Gefahr der Beeinträchtigung der Funktionssicherheit.
Die US 4,771,649 beschreibt eine Betätigungsvorrichtung für eine Fahrradbremse, insbesondere eines Rennrades, wobei an den vertikal angeordneten Lenkergriffen Betätigungshebel vorgesehen sind, über die ein im Inneren des Handgriffs angeordneter Mechanismus betätigt und eine Bremskraft erzeugt wird.
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Die DE-A-44 OO 641 offenbart eine Betätigungsvorrichtung für eine Fahrradbremse, insbesondere für Renn-, Triathlon- und Mountainbikeräder, die teilweise im Lenkerrohr integriert ist. Die Betätigungsvorrichtung ist im vertikalen Griff des Lenkers angeordnet und wird durch Druck mit dem Daumen auf einen horizontal angeordneten Druck- oder Kippschalter betätigt.
DE-A-44 18 717 beschreibt eine Betätigungsvorrichtung für eine Fahrradbremse, insbesondere zum Einsatz an einem Triathlonlenker, wobei die am linken vertikalen Handgriff angeordnete Vorrichtung durch den Daumen der rechten Hand betätigt wird und umgekehrt.
Die GB 800 196 beschreibt ein hydraulisch betriebenes Bremssystem, das in einem röhrenförmigen Element im Handgriff eines Rades oder Motorrades untergebracht werden kann.
Derartigen Systemen liegt das Problem zugrunde, daß Motorräder heutiger Bauart üblicherweise am linken Handgriff einen Kupplungshebel aufweisen und am rechten Handgriff, der als Gasgriff ausgebildet ist, eine Betätigungsvorrichtung für die Bremse, vornehmlich die Vorderradbremse, aufweisen. Da der Gasgriff drehbar gelagert ist und bereits Elemente und Bauteile zur Veränderung der Motoreinstellungen entsprechend seiner Drehstellung aufweist, sind die Elemente zur Umwandlung von Handkraft in Bremskraft nicht oder zumindest nicht vollständig in den Handgriff integrierbar, ohne daß hieraus weitere Nachteile betreffend Funktionalität, Funktionssicherheit und Sicherheit hervorgerufen werden.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung bereitzustellen, mit der die Nachteile des Standes der Technik überwunden werden und mit der eine optimale Funktionalität und Funktionssicherheit im Gebrauch und besonders bei Unfällen gewährleistet wird, wobei die Vorrichtung raum- und gewichtssparend ist.
Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen der Patentansprüche gelöst. Die Erfindung geht dabei von dem Grundgedanken aus, daß die zur Kraftumwandlung benötigten Elemente in den Lenker integriert werden.
Hierbei werden die Elemente der Vorrichtung in einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform vollständig in den Lenker integriert, wobei
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das Betätigungselement als Schnittstelle zum Fahrer am oder im Lenker angebracht und vornehmlich außerhalb des Lenkers ausgebildet ist. In einer weiteren bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform ist die Vorrichtung am rechten Endabschnitt des Lenkers zwischen Lenker und Gasgriff vorgesehen. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Vorrichtung am linken Endabschnitt des Lenkers zwischen Lenker und Handgriff und/oder zumindest teilweise im Handgriff angeordnet.
In einer weiteren erfindungsgemäßen bevorzugten Ausführungsform ist die Bedienungseinheit zur Umsetzung von Handkraft in hydraulischen Druck am Ende eines Rohrlenkers angeordnet, wobei die hydraulischen Bauteile, d.h. im wesentlichen Zylinder, Hydraulik- bzw. Bremsflüssigkeitsvorrat und Leitung(en), im Rohr integriert sind und sukzessive der Lenkerform folgen. Weiterhin ist die Vorrichtung vorzugsweise entlang des Fahrzeuglenkers angeordnet, wobei die Längsachse der Vorrichtung im wesentlichen mit der Längsachse des Lenkers bzw. mit deren Verlängerung übereinstimmt. In der Ausführungsform erfolgt die Betätigung der erfindungsgemäßen Bedienungseinheit mittels eines Handhebels.
Die Anordnung der hydraulischen Elemente und der Leitung(en) im Lenker schließt die Gefahr des Abreißens von Leitungen oder sonstiger Beschädigungen des Hydraulikkreislaufes aus und wirkt somit in besonderem Maße der Gefahr von Betriebsstörungen oder Unfällen entgegen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Beispiels und der Zeichnung erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine exemplarische Darstellung einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform einer Vorrichtung zur Umwandlung von Handkraft in Bremskraft.
Fig. 1 zeigt das rechte Ende eines Motorradlenkers 1 mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, die hier als hydraulische Bedieneinheit einer (nicht dargestellten) Motorradbremse ausgebildet ist. Eine derartige Motorradbremse ist vorzugsweise als Scheibenbremse ausgeführt. Bei Bremssystemen kann es durch Materialveränderungen und/oder durch Verschleiß der Bremsbeläge zu einer Veränderung des Hydraulikflüssigkeitsbedarfs bzw. des Bremssystemsvolumens kommen. Um derartige Veränderungen ausgleichen zu können, ist eine Verlängerung des Betätigungswegs oder ein Volumenausgleich durch zusätzliche Flüssigkeit zu bewirken. Da eine Verlängerung des
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Kolbenweges nicht praktikabel ist und da durch eine Regelung über die Flüssigkeitsmenge weiterhin ein fester Bremspunkt einstellbar ist, ist es vorteilhaft, eine Flüssigkeitsbevorratung vorzusehen. Mit der in diesem Vorratsbehälter vorgesehenen Flüssigkeit können Volumenschwankungen im Bremssystem ausgeglichen werden.
Am rechten Ende des Lenkers 1, hier als Rohrlenker ausgebildet, ist ein Gehäuse 2 mittels eines Befestigungselements 9 angeordnet. Am rechten Ende des Gehäuses 2 ist ein Armaturengehäuse 5 sowie ein Gasgriff 4 angeordnet. Das Gehäuse 2 weist eine im wesentlichen dem Querschnitt des Lenkers 1 entsprechende zylinderähnliche Form auf. Im Gehäuse 2 sind ein hydraulischer Zylinder mit Druckkolben 7, ein Kabelschacht 6 sowie eine Flüssigkeitsbevorratung mit Schauglas 8 angeordnet. An den hydraulischen Zylinder mit Druckkolben 7 schließt sich eine Druckleitung 10 an, die vorzugsweise zunächst im Inneren des Lenkers verläuft und den Bremsdruck an mindestens eine Bremsvorrichtung leitet. Am Gehäuse 2 ist erfindungsgemäß eine Vorrichtung zur Aufnahme eines Handhebels 3 so angeordnet, daß sich der Handhebel 3 nach außen in Richtung des Gasgriffs 4 erstreckt. Durch den Handhebel wird der Druckkolben 7 direkt oder indirekt betätigt. Der Handgriff ist mit den Fingern der rechten Hand zu bedienen, ohne daß hierzu die Hand vom Gasgriff genommen werden muß.
In einer weiteren bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform ist das Gehäuse 2 derart ausgebildet, daß es innerhalb des Lenkers 1 angeordnet werden kann. Hierbei sind Gasgriff 4 oder Armaturengehäuse 5 am rechten Ende des Lenkers 1 angeordnet. In einer weiteren bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform ist der Lenker 1 derart ausgebildet, daß er die Funktion des Gehäuses 2 übernimmt, so daß Kabelschacht 6, hydraulischer Zylinder mit Druckkolben 7, Flüssigkeitsbevorratung mit Schauglas 8 und Druckleitung 10 direkt im Lenker 1 angeordnet sind.
In weiteren bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsformen weist die Vorrichtung mehrere oder weniger als die bisher beschriebenen Elemente zur Umwandlung von Handkraft in Bremskraft auf. So kann beispielsweise der Handhebel 3 an einem Übersetzungsgestänge angreifen, das wiederum am Druckkolben 7 angreift. Des weiteren kann die Vorrichtung Rückstellelemente aufweisen, die den Handhebel 3 bzw. den Druckkolben 7 nach der Betätigung in eine definierte Position führen, bzw. bei Nichtbetätigung in einer definierten
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Position halten. Diese Ausführungsform ist in entsprechender Weise einsetzbar bei einer Kupplungsbetätigungsvorrichtung. In weiteren bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsformen weisen das Bremssystem und/oder die Vorrichtung einen Bremskraftverstärker, ein Antiblockiersystem oder Elemente davon auf. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei den Bremsvorrichtungen um Trommelbremsen.
Gemäß der Darstellung in Figur 1 ist die erfindungsgemäße Vorrichtung in einer bevorzugten Ausführungsform im wesentlichen horizontal ausgerichtet und folgt in ihrer Ausrichtung und in ihrer äußeren Form im wesentlichen dem Verlauf und der Form des Lenkers 1.
Die Vorrichtung findet ihren Einsatz bevorzugt an Fahrzeugen, die einen Lenker mit Gasgriff und/oder eine per Hand zu betätigende Bremsvorrichtung aufweisen. Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung findet ihren Einsatz weiterhin bevorzugt an Fahrzeugen, die eine hydraulische Kupplung und/oder eine per Hand zu betätigende Kupplungsvorrichtung aufweisen. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist ein Lenker eine oder mehrere der erfindungsgemäßen Ausführungen und/oder Kombinationen derselben auf. Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind besonders in ihrer reibungsarmen, raum- und gewichtssparenden Ausführung, in ihrer optimierten Betriebsfunktions- und Unfallsicherheit sowie in ihrer optimierten Bremsleistung zu sehen.
Claims (14)
1. Vorrichtung zur Umwandlung von Handkraft in hydraulischen Druck an einem Lenker (1) mit einer als Handhebel ausgebildeten Betätigungsvorrichtung (3) für ein hydraulisches System mit einem Druckkolben (7) und einer Flüssigkeitsbevorratung (8), wobei alle wesentlichen Komponenten der Vorrichtung in den Lenker (1) integriert sind und wobei die Vorrichtung durch die zumindest teilweise außen am Lenker (1) angeordnete Betätigungsvorrichtung (3) betätigbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Vorrichtung ein Gehäuse (2), einen Kabelschacht (6), einen hydraulischen Zylinder mit Druckkolben (7) sowie eine Druckleitung (10) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Vorrichtung innerhalb des Lenkers (1) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Vorrichtung als Teil des Lenkers (1) in diesen integriert ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Längsachse der Vorrichtung im wesentlichen mit der Längsachse des Lenkerteilstücks (1), an dem sie angeordnet ist, und/oder deren Verlängerung übereinstimmt.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Vorrichtung der Lenkerform folgt.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei der Lenker einen Griff (4) aufweist, und wobei die Vorrichtung zwischen Griff (4) und Lenker (1) entlang der Lenkerachse angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach einem Ansprüche 1 bis 7, wobei der Griff (4) an der Vorrichtung angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei die Vorrichtung im wesentlichen horizontal angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Vorrichtung mittels eines Befestigungselements (9) am Lenker (1) angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei der Lenker (1) als Rohrlenker ausgebildet ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei die Vorrichtung eine Bremsbetätigungsvorrichtung ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei die Vorrichtung eine Kupplungsbetätigungsvorrichtung ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei die Vorrichtung zumindest teilweise im Griff (4) angeordnet ist.
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Cited By (2)
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