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Die Erfindung betrifft einen Duschboden, der sich durch ein besonders geringes Eigengewicht bei gleichzeitig hoher mechanischer Belastbarkeit auszeichnet.
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Typischerweise werden Duschböden aus massivem Material, wie z.B. aus Mineralguss oder Stahlemail, hergestellt. Hierdurch ergibt sich bei den üblichen Abmessungen von Duschböden ein erhebliches Eigengewicht, das den Einbau erschwert. Außerdem ist für die Herstellung eines Duschbodens häufig für jede neue Abmessung spezifisches Formwerkzeug, beispielsweise eine Gussform oder ein Tiefziehwerkzeug erforderlich, was eine erhebliche Anfangsinvestition darstellt, die sich erst durch eine ausreichende Stückzahl von Duschböden gleicher Abmessung amortisieren muss:
- Es ist daher wünschenswert, einen Duschboden ohne hohe Anfangskosten mit individueller Bemaßung für eine Vielzahl von Einbausituationen herstellen zu können, der ein geringes Eigengewicht bei gleichzeitiger Erfüllung von mechanischen Anforderungen und Dichtigkeit, sowie eine hochwertige Oberfläche und ein abgestimmtes Design aufweist. Außerdem solle die Oberfläche des Duschbodens mit neuesten Entwicklungen aus der Fußbodentechnik, wie LVT (Luxury Vinyl Tiles) und HPL (High Pressure Laminate) auch bei kleiner Stückzahl kostengünstig herzustellen sein.
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Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Duschboden mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte Ausführungsformen werden in den davon abhängigen Ansprüchen beschrieben.
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Ein erfindungsgemäßer Duschboden umfasst hierbei einen plattenförmigen Füllkörper und einen seitlich um den Füllkörper vollständig umlaufenden Abschlussrahmen wobei der Füllkörper und der Abschlussrahmen oberseitig und unterseitig plan zueinander abschließen. Oberseitig ist auf dem Füllkörper und dem Abschlussrahmen eine Dekorplatte angeordnet, die zumindest mit dem Abschlussrahmen, vorteilhaft auch mit dem Füllkörper, verklebt ist. Hierdurch wird eine ausreichende mechanische Belastbarkeit des Duschbodens durch das Gewicht einer auf dem Duschboden stehenden Person gewährleistet. Vorteilhafterweise ist die Dekorplatte eine LVT (Luxury Vinyl Tiles), eine kaschierte Platte, welche aus der Entwicklung der Fussbodentechnik bekannt ist oder aus HPL (High Pressure Laminate) gebildet, wodurch eine sehr flexible optische Gestaltung der Oberfläche des Duschbodens ermöglicht und eine dauerhaft belastbare, flüssigkeitsdichte Oberfläche bereitstellt.
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Der Begriff Oberseite bezeichnet hierbei die Seite des Duschbodens, die dazu vorgesehen ist, im eingebauten Zustand des Duschbodens die Standfläche zu bilden. Entsprechend bezeichnet die Unterseite die Auflagefläche des Duschbodens im eingebauten Zustand.
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Bevorzugt weist der Füllkörper eine Wabenstruktur auf, die beispielsweise durch Papier, Aluminium oder Kunststoff gebildet sein kann. Auch wenn die Wabenstruktur ungefüllt sein kann, wird die mechanische Belastbarkeit verbessert, indem die Wabenstruktur mit porösem Schaum aufgefüllt ist. Der Schaum kann hierbei beispielsweise aus extrudiertem oder expandiertem Polystyrol, Polyurethan oder Polyethylen gebildet sein. Es ist aber auch denkbar, den Füllkörper ohne Wabenstruktur nur aus dem Schaum zu bilden. Es ergibt sich in allen Fällen ein besonders leichter Füllkörper, der leicht mit bekannten Mitteln vor dem Verkleben nachbearbeitet werden kann, beispielsweise durch oberflächliches Fräsen, um dem Füllkörper eine variable Dicke zu geben, um ein Gefälle auszubilden, Aussparungen vorzusehen oder Oberflächenstrukturen wie Nuten zu bilden.
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Zusätzlich zeichnet sich der Duschboden dadurch aus, dass der Füllkörper als wesentliches formgebendes Element leicht bearbeitbar ist, um ihm gewünschte Außenmaße und eine gewünschte Form zu geben, die nicht auf eine rechteckige Form beschränkt ist. Auf diese Weise kann der Duschboden in individueller Form und individuellen Maßen angeboten werden, ohne jeweils spezielles formgebendes Werkzeug zu benötigen.
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Als weiterer erfindungsgemäßer Vorteil ist die Ablaufposition frei wählbar (z.B. zentral oder dezentral), ebenso können die Ablaufform (beispielsweise eckig, oval oder rund) und auch die Ablauflösung als Punktablauf oder linearer Ablauf den Kundenwünschen angepasst werden.
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Weiterhin haben der Füllkörper und/oder die Dekorplatte eine geringe Wärmeleitfähigkeit, so dass ein angenehmes Temperaturgefühl bei Betreten des Duschbodens mit unbedeckten Füßen entsteht.
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In einer vorteilhaften Ausführungsform besteht der Abschlussrahmen aus massivem Kunststoff. Neben einem Beitrag zur Dichtigkeit des Duschbodens und zur Verwindungssteifigkeit kann der Abschlussrahmen in diesem Fall auch genutzt werden, um am Duschboden weitere Duschelemente zu befestigen. So kann ein Profilelement oder eine Zarge seitlich oder von oben in den Abschlussrahmen eingeschraubt werden. Es ist auch denkbar, eine Nut in den Abschlussrahmen zu fräsen, um dort weitere Elemente einzustecken, ohne die Dichtigkeit des Duschbodens zu beeinträchtigen.
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Eine weitere Verbesserung der mechanischen Stabilität kann erreicht werden, wenn der Duschboden an der der Dekorplatte gegenüber liegenden Seite des Füllkörpers einen Gegenzug aufweist, der mit dem Abschlussrahmen und gegebenenfalls auch mit dem Füllkörper vollflächig verklebt sein kann. Hierbei kann sich ein Abschnitt der Dekorplatte um den Abschlussrahmen herum erstrecken und gemeinsam mit dem Gegenzug den Füllkörper und den Abschlussrahmen flüssigkeitsdicht umschließen. Auch die Verkleidung der offenen Seitenfläche des Abschlussrahmens mit einer Abschlusskante, die beispielsweise durch Verkleben beziehungsweise Verleimen angebracht wird, ist denkbar. Es entsteht je nach Dekorgestaltung von Dekorplatte und Gegenzug ein besonders harmonisches Gesamtbild des Duschbodens.
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Anstelle oder ergänzend zu einer Abschlusskante kann zum Beispiel an Abschnitten des Duschbodens, an denen eine Wand anschließt, zur Ausbildung eines fugenfreien, hygienischen und wasserdichten Übergangs zur Wand eine Zarge vorgesehen sein, die über die Oberseite des Duschbodens hinausragt. Diese Zarge kann beim Einbau einfach überfliest und so mit der Wand verbunden werden. So entsteht ein optisch ansprechender, dauerhaft dichter Übergang zwischen Duschboden und Wand, ohne dass eine Silikonfuge regelmäßig erneuert werden muss.
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Anstelle eines massiven Kunststoffrahmens kann der Abschlussrahmen auch durch einen in eine umlaufende Aussparung des Füllkörpers eingespritzten oder eingegossenen Kunststoff gebildet sein. Hierdurch entsteht um den Duschboden umlaufend ein Bereich zwischen Dekorplatte und Füllkörper, der mit dem eingespritzten beziehungsweise eingegossenen Kunststoff gefüllt ist. Bevorzugt wird auch die Außenkante des Füllkörpers hierbei durch den Kunststoff-Spritzguss beziehungsweise Verguss verdeckt. Sofern ein Gegenzug vorhanden ist, kann dort ebenfalls eine entsprechende Aussparung des Füllkörpers vorgesehen werden, so dass schlussendlich eine U-förmige, mit dem Kunststoff-Spritzguss gefüllte Struktur entsteht. Diese zeichnet sich durch eine aufgrund einer hohen Haftung zwischen dem Kunststoff-Spritzguss beziehungsweise Verguss und der Dekorplatte beziehungsweise dem Gegenzug bewirkte, besonders flüssigkeitsdichte Konstruktion aus, bei der Duschwasser zuverlässig vom Füllkörper abgehalten werden kann.
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In einer bevorzugten Ausführungsform weisen der Füllkörper, die Dekorplatte und gegebenenfalls der Gegenzug eine zentral angeordnete Aussparung für einen Ablauf auf. Diese kann kreisförmig, eckig oder oval für einen Punktablauf oder rechteckig für eine Ablaufrinne ausgeführt sein. In die Aussparung des Füllkörpers kann eine Ablaufstabilisierung eingesetzt sein, die beispielsweise aus Kunststoff gebildet ist. Bevorzugt ist diese in die Aussparung des Füllkörpers eingesetzt, wird von der Dekorplatte zumindest teilweise überdeckt und ist mit der Dekorplatte verklebt.
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Um ein geeignetes Gefälle für ein Ablaufen von Duschwasser zu bilden, weist der Füllkörper vorteilhafterweise eine vom Rand zur zentralen Aussparung hin abnehmende Dicke auf. Durch eine aufliegende Montage auf einem ebenen Unterbau ist ein vorgegebenes Gefälle zum vollständigen Ablaufen des Duschwassers sichergestellt.
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In einem weiteren erfindungsgemäßen Aspekt umfasst ein Duschsystem einen vorstehend beschriebenen Duschboden mit Aussparung und einen an der Aussparung angeordneten Ablauf. Ein solches Duschsystem kann einfach in ein Badezimmer integriert werden. Es ist hierbei auch denkbar, dass nicht nur der Duschboden selbst in der vorstehend beschriebenen Leichtbauweise realisiert ist, sondern der gesamte Fußboden durch entsprechende Bodenelemente in Leichtbauweise gebildet ist, wodurch ein einheitliches, hochwertiges Erscheinungsbild des Badezimmers erreicht wird, und wobei das Verlegen der Bodenelemente nur wenig Kraftaufwand erfordert.
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Die folgenden Figuren erläutern unterschiedliche Ausgestaltungen der Erfindung und zeigen in
- 1 einen erfindungsgemäßen Duschboden in zerlegter Darstellung,
- 2 Ausführungsformen des Randbereichs eines erfindungsgemäßen Duschbodens,
- 3 weitere Ausführungsformen eines Randbereichs eines erfindungsgemäßen Duschbodens,
- 4 eine beispielhafte Einbauanordnung eines erfindungsgemäßen Duschbodens beziehungsweise Duschsystems.
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1 zeigt die einzelnen Komponenten eines erfindungsgemäßen Duschbodens 1 in einer zerlegten Darstellung. Ein Füllkörper 3 bildet den Innenteil des Duschbodens 1 und weist in der gezeigten Ausführung eine Wabenstruktur auf, die durch einen Schaum gefüllt ist. Weiterhin weist der Füllkörper 1 eine zentrale, in diesem Fall kreisförmige Aussparung auf. In diese Aussparung ist eine hier zweiteilige Ablaufstabilisierung 7 eingesetzt, an der später ein Ablauf montiert werden kann, ohne dass der Ablauf Kontakt mit dem mechanisch weniger belastbaren Füllkörper 3 hat. Der Füllkörper 3 beziehungsweise der Duschboden 1 ist hier in rechteckiger Form gezeigt, kann aber auch eine beliebige andere Form, beispielsweise eine Form mit Rundungen, aufweisen.
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Der Füllkörper 3 ist umrandet von einem Abschlussrahmen 6, der umlaufend an den Außenkanten des Füllkörpers 3 anliegt und bevorzugt fest mit diesem verbunden, beispielsweise verklebt, ist. Auf einer Oberseite des Füllkörpers 3 ist eine Dekorplatte 4 derart angeordnet, dass sie den Füllkörper 3 und den Abschlussrahmen 6 vollständig abdeckt und mit beiden Elemente fest verbunden, beispielsweise verklebt, ist. Auch die Dekorplatte 4 weist eine Aussparung auf, die zentriert zur Aussparung in dem Füllkörper 3 ausgerichtet ist. Die Dekorplatte 4 kann hierbei auch seitlich um den Rahmen herum angeordnet sein und diesen auch von der Seite abdecken.
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Um der Anordnung eine verbesserte Verwindungssteifigkeit zu geben, kann auf der Unterseite des Füllkörpers 3 ein Gegenzug 5 derart angeordnet sein, dass er den Füllkörper 3 und den Abschlussrahmen 6 ebenfalls vollständig abdeckt und mit beiden Elemente fest verbunden, beispielsweise verklebt, ist. Auch der Gegenzug 5 weist eine Aussparung auf, die zentriert zur Aussparung in dem Füllkörper 3 ausgerichtet ist. Optional kann der Gegenzug 5 auch weggelassen werden.
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In der 2 sind in den 2a, 2b und 2c verschiedene Ausgestaltungen des Randbereichs eines Duschbodens 1 gezeigt. Der Füllkörper 3 ist hierbei oberseitig durch eine Dekorplatte 4 und unterseitig durch einen Gegenzug 5 abgedeckt, die auch einen Abschlussrahmen 6 abdecken, der den seitlichen Abschluss des Duschbodens 1 bildet. Während in 2a ein massiver Abschlussrahmen 6 gezeigt ist, der zusätzlich seitlich durch eine - bevorzugt optisch der Dekorplatte 4 angepasste - Abschlusskante 15 verkleidet ist, weist der Abschlussrahmen 6 in der 2b eine oberseitige Nut auf, die zur Aufnahme weiterer Elemente einer Dusche vorgesehen ist. In der 2c ist ein Abschlussrahmen 6 als ein U-förmiges Profil gezeigt. Dies kann als Tiefziehprofil in eine entsprechende Ausnehmung des Füllkörpers vor dem Verkleben mit der Dekorplatte 4 und dem Gegenzug 5 eingesetzt sein. Der Abschlussrahmen 6 kann aber auch durch Einspritzen von Kunststoffmaterial in den durch die Ausnehmung des Füllkörpers 3 gebildeten Hohlraum nach dem Verkleben mit der Dekorplatte 4 und dem Gegenzug 5 gebildet werden. Hierdurch kann ein besonders leichter Aufbau des Duschbodens mit ausreichender mechanischen Belastbarkeit erreicht werden. Auch hier kann der Abschlussrahmen durch eine Abschlusskante 15 seitlich verkleidet sein.
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In den 3a und 3b sind Ausgestaltungen des Randbereichs eines Duschbodens 1 gezeigt, in denen weitere Elemente einer Dusche mit Hilfe eines massiv ausgebildeten Abschlussrahmens 6 an dem Duschboden 1 befestigt sind. Beispielsweise kann, wie in 3a gezeigt, seitlich eine Zarge 16 in den Abschlussrahmen 6 verschraubt werden. Die Zarge 16 steht an der Oberseite über den Duschboden hinaus und kann eingesetzt werden, um einen fugenfreien, hygienischen und wartungsfreien Übergang zu einer Wand zu realisieren. Entsprechend kann die Zarge 16 bevorzugt in den Abschnitten des Abschlussrahmens 6 angeordnet werden, an denen ein Übergang zu einer Wand vorgesehen ist. Anstelle einer Verschraubung kann selbstverständlich auch eine andere Befestigungsart, beispielweise ein Verkleben, eingesetzt werden. Wie in 3b gezeigt, kann auch ein Profil auf der Oberseite des Duschbodens in den Abschlussrahmen 6 eingeschraubt werden. Auch andere Befestigungsarten und -positionen für weitere Elemente sind gerade bei massiv ausgebildetem Abschlussrahmen 6 leicht umsetzbar.
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4 zeigt ein Duschsystem in einer beispielhaften Einbausituation eines erfindungsgemäßen Duschbodens 1 in einem Feuchtraum. Der Duschboden 1 liegt hierbei auf einer Unterbauplatte 9 auf, deren Höhe mit verstellbaren Füßen 10 entsprechend der Einbausituation eingestellt werden kann, so dass sich eine gewünschte Nivellierung mit einem Boden 12 bildet, der von einer Fliese 13 abgedeckt ist. Um einen flüssigkeitsdichten Einbau des Duschbodens 1 zu gewährleisten, erstreckt sich ein Dichtflies 11 zwischen Boden 12 und Fliese 13, sowie zwischen dem Gegenzug 5 des Duschbodens 1 und der Unterbauplatte 9. Der Duschboden 1 weist eine zentrale Aussparung mit einer Ablaufstabilisierung 7 auf, an der unterseitig ein Ablauf 2 angeschlossen ist, der von einem Ablaufdeckel 8 abgedeckt ist. Weiterhin ist ein Wandelement 14 auf den Duschboden 1 aufgesetzt und bildet einen flüssigkeitsdichten Abschluss. Der Duschboden 1 kann durch seinen Aufbau auch in variabler Weise in einer Vielzahl anderer Einbausituationen verwendet werden.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Duschboden
- 2
- Ablauf
- 3
- Füllkörper
- 4
- Dekorplatte
- 5
- Gegenzug
- 6
- Abschlussrahmen
- 7
- Ablaufstabilisierung
- 8
- Ablaufdeckel
- 9
- Unterbauplatte
- 10
- verstellbare Füße
- 11
- Dichtvlies
- 12
- Boden
- 13
- Fliese
- 14
- Wandelement
- 15
- Abschlusskante
- 16
- Zarge