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Die Erfindung betrifft ein kompaktes Multifunktionswerkzeug zur Anwendung beim Aufenthalt in der Natur wie bei der Ausübung des Jagdsports, beim Angeln, Wandern oder Naturcamping, welches aus einer Werkzeugaufnahme mit einem Handgriff besteht, das als Magazin und Träger von ausgewählten spezifischen Werkzeugen vorgesehen ist.
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Stand der Technik
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Um bei der Ausübung des Jagdsports, beim Angeln, Jagen, Wandern oder Naturcamping zur Ausübung der in der Natur anfallenden Aufgaben nicht mehrere Einzelwerkzeuge, wie beispielsweise eine Axt, einen Spaten, ein Messer und/oder weitere mitführen zu müssen, sind kombinierbare Universalwerkzeuge bekannt. Sie sind leichter als die Summe der Einzelwerkzeuge. Mit ihnen können verschiedenartige Arbeiten durchgeführt werden. Das am weitesten verbreiteten Universalwerkzeuge werden als Klappmesser bezeichnet. Sie verfügen neben einer Klinge noch über weitere Werkzeuge. Sie sind einzeln ausklappbar und werden in ihrer Arbeitsstellung blockiert. Die Bestückung solcher Messer richtet sich nach den spezifischen Einsatzgebieten der Benutzer.
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Bei robuster Beanspruchung halten die Einzelwerkzeuge jedoch oftmals höheren Belastungen nicht stand oder schränken ihre manuelle Handhabbarkeit ein. So ist beispielsweise ein Multitool-Camping-Werkzeug bekannt, das mit einem ausklappbaren Hammer oder einer Axt ausgerüstet ist. Die Abmessungen dieser Einzelwerkzeuge sind jedoch so gering, dass beim Einsatz die den Griff umfassende Hand verletzt und die Schlagkraft des Ausführenden nicht optimal auf das Werkzeug übertragen werden kann.
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Um eine höhere Schlagwirkung mit einem Hammer und einer Axt zu erreichen, ist aus der Druckschrift
DE 20 2009 001 0376 U1 ein Multifunktionswerkzeug bekannt, das auf einen Handgriff aufsteckbar ist. Es besteht aus einem ausreichend stabilen und gut handhabbaren Stiel als Griffstück, der zur verdrehsicheren Aufnahme verschiedenartiger Werkzeugaufsätzen durch einen Schraubverschluss geeignet ist.
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Ein solcher Werkzeugaufsatz ist ein Kopfstück, das hammerähnlich ausgebildet ist und wechselweise einen kompakten verschleißfesten Schlagkopf zur Verwendung als Hammer oder eine Schneide zur Verwendung als Axt aufnehmen kann. Weitere, mit angepassten Verbindungen versehene Werkzeugaufsätze wie beispielsweise ein Messer oder eine Säge können je nach Bedarf auf das Griffstück aufgesetzt werden. Ein weiteres spezifisch ausgebildetes Multifunktionswerkzeug ist aus der Druckschrift
DE 20 2006 015 859 U1 bekannt. Es besteht ebenfalls aus einem Hohlstiel als Griffstück, an das verschiedene spezifisch ausgebildete Werkzeugaufsätze anbringbar sind. Das Hauptwerkzeug ist ein nach dem Grundprinzip eines Klappspatens ausgebildetes Spatenblatt, das mit einer Grabkante, einer Schnittkante, einer Sägekante und einer Verstärkungskante versehen ist. Weiterhin nimmt das Spatenblatt noch weitere für spezifische Arbeiten ausgelegte Werkzeuge wie einen Vielzweckdorn, eine Hammerteil, ein Gabelstück, ein Brecheisen und weitere auf. Spatenblatt und Hohlstiel werden zum Gebrauch des Multifunktionswerkzeuges zueinander verdrehsicher fixiert und miteinander verschraubt.
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Aufgabe der Erfindung
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Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Multifunktionswerkzeug zu schaffen, das sowohl zum Gebrauch verschiedener ausklappbarer Einzelwerkzeuge als auch einem massiven Werkzeugaufsatz geeignet ist und vorteilhafte Gebrauchseigenschaften aufweist. Es soll in spezifischen Ausführungen an den Bedarf für unterschiedliche Einsatzgebiete angepasst werden können.
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Diese Aufgabe wird durch eine Kombination eines Multifunktionswerkzeuges aus ausklappbaren Einzelwerkzeugen und einem auszieh- und einschiebbaren multifunktionalen Aufsteckwerkzeug gelöst. Für kleine flächige gering beanspruchte Werkzeuge wird die Anordnung wie bei der Messerschneide eines Klappmessers mit einem Verriegelungsmechanismus vorgesehen, bei der Anordnung des höher beanspruchten Werkzeuges wird die Auszieh- und Einschubvariante gewählt.
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Die Werkzeugaufnahme besteht aus einem Griffstück, das im Querschnitt u-förmig ausgebildet und im Inneren einen Werkzeugeinsatz, bestehend aus einzeln ausklappbaren klingenartigen Werkzeugen, aufnimmt. Weiterhin nimmt das Griffstück aas einschieb- und ausziehbare multifunktionale Aufsteckwerkzeug auf.
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Das Aufsteckwerkzeug besteht aus einem rohrförmigen Stiel mit einem seitlich daran angeordneten Spatenblatt. Dieses Spatenblatt kann leicht gewölbt sein, es weist eine vordere Grabkante auf, ist seitlich verstärkt und mit einer Schneidkante zur Verwendung als Axt versehen. Zwischen der Schneidkante und dem Stiel ist eine Ausformung zur Verwendung als Hammerkopf vorgesehen.
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Das Rohr des Stieles des Aufsteckwerkzeuges kann vom Griffstück im eingeschobenen Zustand nahezu vollständig aufgenommen werden. Zum Gebrauch der Einzelwerkzeuge des Aufsteckwerkzeuges wird dieses in einer bestimmten Länge aus dem Griffstück herausgezogen und mittels eines Federschnappers festgehalten und fixiert. Somit kann der Anwender des Aufsteckwerkzeuges bei dessen Benutzung als Spaten, Hammer oder Axt die gesamte Grifflänge und dazu mindestens die halbe Länge des rohrförmigen Stieles nutzen.
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Der im Inneren des Griffstücks untergebrachte Werkzeugeinsatz ist wie bei einem Klappmesser ausgebildet. Er besteht aus einzeln ausklappbaren Einzelwerkzeugen, die je nach vorgesehenem Anwendungsgebiet ein Messer, Fischentschupper, Nagelentferner, Linear, Säge, Minusschraubenzieher, Dosenöffner, Flaschenöffner, Feile, Kreuzschraubenzieher oder ein anderes klingenförmiges Einzelwerkzeug sein können. Dabei kann eine Werkzeugklinge für ein, zwei oder mehr Anwendungsgebiete ausgebildet werden. Diese Einzelwerkzeuge sind unabhängig voneinander bewegbar und werden einzeln in der eingeklappten Ruhe- und der ausgeklappten Arbeitsstellung fixiert.
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Die Werkzeugaufnahme ist mit dem Ziel einer optimalen Handhabbarkeit ergonomisch und in einer an den vorgesehenen Benutzungsumfang angepassten Länge ausgebildet. Damit der jeweilige Werkzeugaufsatz in einfacher Weise an der Werkzeugaufnahme befestigt und wieder gelöst werden kann und den ihm ausgesetzten Belastungen standhält, ist die Befestigungsmöglichkeit kompakt und robust ausgebildet.
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Ausführungsbeispiel
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Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels und mit Bezugnahme auf die Zeichnungen für ein in der Natur anwendbares kombinierbares Werkzeug mit verschiedenen Werkzeugaufsätzen näher erläutert. Es zeigen
- 1 einen Handgriff zur Aufnahme eines Aufsetzwerkzeuges und von verschiedenen ausklappbaren Modulen in einer Seitenansicht,
- 2 eine Auswahl möglicher, in der Werkzeugaufnahme aufklappbar angeordneter Werkzeuge,
- 3 die geschnittene Darstellung des Eingriffs des Federschnappers als Einzelheit in drei Formen und Möglichleiten jeweils in drei verschiedenen Ansichten,
- 4 das kombinierbares Werkzeug mit in Arbeitsstellung gebrachtem Aufsteckwerkzeug und ohne die Darstellung des Werkzeugeinsatzes als Gesamtansicht und
- 5 das kombinierbares Werkzeug mit eingeschobenem Aufsteckwerkzeug und eingeklappten Einzelwerkzeugen des Werkzeugeinsatzes als Gesamtansicht.
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Nach 1 besteht die Werkzeugaufnahme aus einem Griffstück (1), das im Querschnitt u-förmig ausgebildet und im Inneren einen Freiraum (17) zur Aufnahme eines Werkzeugeinsatzes (2) nach 3 und 4, bestehend aus einzeln ausklappbaren Werkzeugen (2a - 2j) nach 2, vorgesehen ist. Parallel dazu wird das Griffstück (1) für die ein- und ausziehbare Aufnahme eines multifunktionalen Aufsteckwerkzeuges (3) ausgebildet.
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Nach 1 wird das u-förmige Griffstück (1) durch die Abdeckung (1a) stabilisiert. Es weist an seinen beiden Enden jeweils ein Gewinde (4, 15) auf, wobei das in der Zeichnung obere Gewinde (4) ein Innengewinde und das intere Gewinde (15) ein Außengewinde ist. Nach der Zeichnung sind im oberen und in unteren Bereich sind paarweise gegenüberliegend je zwei Bohrungen (5) zur Aufnahme jeweils eines Federschnappers (6) vorgesehen. Mit den beiden Federschnappern (6) wird das Aufsteckwerkzeug (3) wie in 3 dargestellt sowohl im eingeschobenen als auch im herausgezogenen Zustand gehalten.
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Zur Aufnahme der Werkzeugmodule 2a bis 2j nach 2 ist das Griffstück (1) mit zwei zueinander fluchtenden Bohrungen (14) versehen. Sie dienen zur Aufnahme der Schraube (7) mit der Mutter (8) und bilden im zusammengefügten Zustand die Drehachse für die nebeneinander aufgereihten und einzeln ausklappbaren Werkzeuge (2a - 2j) des Werkzeugeinsatzes (2), wobei zwischen den benachbarten Werkzeugklingen und den beiden äußeren Werkzeugklingen und dem Griffstück (1) zur freien Beweglichkeit Trennscheiben angeordnet werden. Zum Halten der Werkzeuge (2a - 2j) im eingeklappten und zum Fixieren im ausgeklappten Zustand wird einer der von Klappmessern bekannter Mechanismen gewählt.
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Das Aufsteckwerkzeug (3) besteht nach 1 hauptsächlich aus einem rohrförmigen Stiel (12) und einem leicht gewölbten seitlich daran befestigten Spatenblatt (9). Es weist zur Verwendung als Spaten eine Grabkante (9a) auf, ist seitlich verdickt und mit einer Schneide (9b) zur Verwendung als Axt versehen. Zwischen dem Stiel (12) und der Schneide (9b) ist das Spatenblatt (9) mit einer weiteren Verdickung ausgeführt und als Hammerkopf (9c) ausgebildet.
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Am Stiel (17) befindet sich ein Schutzring (10), der im eingeschobenen Zustand die Gewinde (4) und (13) vor Verschmutzungen schützt. Zudem ist das Griffstück (1) oben mit einer Einrastöffnung (23) versehen, die dem Werkzeugaufsatz (3) durch einen Sicherungshaken (9d) zusätzlichen Halt gibt. Nach der Zeichnung sind unter dem Gewinde (13) des Stieles des Werkzeugaufsatzes (3) gegenüberliegend zwei zueinander fluchtende Bohrungen (11) angeordnet. Diese Bohrungen (11) befinden sich im eingeschobenen Zustand des Aufsteckwerkzeuges (3) nach 5 passgenau in einer Flucht, so dass das Aufsteckwerkzeug (3) mittels des Federschnappers (6) durch die beiden hineinragenden Federschnapperköpfe (6a) fixiert wird. Im herausgezogenen Zustand des Werkzeugaufsatzes (3) wird dieses mittels des Federschnappers (6) gegenüber den Bohrungen des oberen Bohrungspaares (5) fixiert. In der Zeichnung nach 3 sind untereinander drei unterschiedliche Ausführungen eines Federschnappers dargestellt, die jeweils nebeneinander in drei Einzeldarstellungen gezeigt werden.
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Über die Gewinde (3) und (13) können beide Stücke miteinander verschraubt werden und sichern gleichzeitig bei Arretierung mit dem Federschnapper (5) eine feste Verbindung des Aufsteckwerkzeuges (3) mit dem Gehäuse (1). Ausklappbare Werkzeuge des Werkzeugeinsatzes (2) sind nach 2 Klingen für ein, zwei oder drei Anwendungsgebiete wie ein Messer (2a), ein Schuppenentferner (2b) mit Nagelentferner (2c) und einem Linear (2d), weitere kombinierbare Werkzeuge wie eine Säge (2e) mit Minusschraubenzieher (2f), ein Dosenöffner (2g) mit Flaschenöffner (2h) und ein Kreuzschraubenzieher (2j) mit Feile (2i) vorgesehen. Diese Einzelwerkzeuge (2a - 2j) sind so ausgebildet, dass sie im eingeklappten Zustand vollständig vom Gehäuse (1) aufgenommen werden.
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Sie besitzen jeweils eine Bohrung (2k), mit der man diese wie vorstehend beschrieben auf der Mutter (8) aufreiht und dann mit der Schraube (7) am Gehäuse (1) befestigen kann.
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Auf das untere Gewinde (15) vom Gehäuse (1) wird ein Deckel (16) aufgeschraubt, damit der Hohlraum im Gehäuse (1) als Stauraum verwendet werden kann. Eine Dichtscheibe (18) wird zusätzlich in den Freiraum (17) eingeführt, damit keine Verunreinigungen eindringen können und die Funktionsweise des Federschnappers (6) beeinträchtigen.
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Damit keine Teile verloren gehen wird ein Kabel (20) durch das Loch (19) der Scheibe (18) geführt bis dieses durch eine Verdickung (21) festgehalten wird. Das Kabel (20) wird dann weiter durch das Loch (6b) des Federschnappers (6) geführt und dann zum Schluss durch die Bohrung (16a) des Deckels (16) und dann durch das Einzelloch (22) mit dem Griffstück (1) verbunden.
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Die Auswahl der Werkzeugmodule (2a - 2i) für den Werkzeugeinsatz (2) kann variieren und wird spezifisch für den Verwendungszweck vorgenommen. Der Hohlraum (17) kann dazu genutzt werden, Kleinteile wie Ersatzangelhaken, ein Magnesium-Feuerstarter und/oder andere Gegenstände aufzubewahren.
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In der Zeichnung nach 4 ist das Multifunktionswerkzeug mit in Arbeitsstellung gebrachten Aufsteckwerkzeug (3) ohne den noch einzufügenden Werkzeugeinsatz (2) dargestellt.
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Die Zeichnung nach 5 zeigt das Multifunktionswerkzeug mit eingeschobenem Aufsteckwerkzeug (3) und eingeklappten weiteren Werkzeugmodulen (2a - 2j) des Werkzeugeinsatzes (2).
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Griffstück
- 1a
- Abdeckung
- 2
- Werkzeugeinsatz
- 2a
- Messer
- 2b
- Fischentschupper
- 2c
- Nagelentferner
- 2d
- Linear
- 2e
- Säge
- 2f
- Minusschraubenzieher
- 2g
- Dosenöffner
- 2h
- Flaschenöffner
- 2i
- Feile
- 2j
- Kreuzschraubenzieher
- 2k
- Bohrung
- 3
- Aufsteckwerkzeug
- 4
- Gewinde
- 5
- Bohrung
- 6
- Federschnapper
- 6a
- Federschnapperkopf
- 6a
- Bohrung
- 7
- Schraube
- 8
- Mutter
- 8
- Aussparung
- 9
- Spatenblatt
- 9a
- Grabkante
- 9b
- Schneide
- 9c
- Hammerkopf
- 9d
- Sicherungshaken
- 10
- Schutzring
- 11
- Bohrung
- 12
- Stiel
- 13
- Außengewinde
- 14
- Bohrung
- 15
- Außengewinde
- 16
- Deckel
- 16a
- Bohrung im Deckel 16
- 17
- Freiraum zur Aufnahme des Werkzeugeinsatzes 2
- 18
- Dichtscheibe
- 19
- Loch in der Dichtscheibe 18
- 20
- Kabel
- 21
- Knotenförmige Verdickung
- 22
- Einzelloch
- 23
- Einrastöffnung
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 2020090010376 U1 [0004]
- DE 202006015859 U1 [0005]