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Die Erfindung betrifft einen Gepäckträger für Falträder, Roller oder für Räder, die einen hohen Sattelstand aufweisen. Der Gepäckträger kann an den Sattelstreben und/oder Sattelstützen angebracht werden und erfordert einen geringen materialtechnischen Aufwand für den Transport der Gepäckstücke. Zudem wird bei der Anwendung dieses neuartigen Gepäckträgers die Sichtbarkeit der Transportvorrichtung an Falträdern auf ein Minimum reduziert. Der optisch gefällige Eindruck des Rades in seiner Gesamtheit wird durch die minimale sichtbare optische Hervorhebung des Trägers verbessert.
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Nach der
DE 20 2018 001 479 U1 wird eine Fahrrad-Gepäckträger-Halteeinrichtung beschrieben, mit der in konventioneller Weise ein Fahrrad-Gepäckträger mit dem Fahrradrahmen unterhalb des Sattels mit dem Sattelrohr unter dem oberen Bereich der Sattelstreben verbunden wird. Im Bereich der Hinterradachse ist der Gepäckträger mit dem Fahrradrahmen verbunden. Dabei erfolgt die Verbindung über zusätzliche Schellen oder entsprechend am Rahmen vorgesehene Ösen. Mittels einer dafür geschaffenen Halteeinrichtung wird das Halten bzw. Fixieren im Bereich der Hinterradachse vereinfacht. Der Aufbau und die Befestigung dieses Gepäckträgers erfordern jedoch weiterhin einen hohen materialtechnischen Aufwand sowie eine optisch auffällige Anbringung am Fahrradrahmen.
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Bekannt ist auch nach der
DE 20 2010 016 094 U1 ein Fahrradtaschenhalter, der zur Halterung an Fahrrädern dient, bei denen kein Gepäckträger zum Befestigen der Fahrradtaschen vorhanden ist oder der Gepäckträger für ein Einhängen von Fahrradtaschen ungeeignet ist. Die dazu geschaffenen Befestigungsmittel des Fahrradtaschenhalters werden derart am Fahrradrahmen befestigt, dass der Fahrradtaschenhalter seitlich neben dem Hinterrad angeordnet und befestigt wird. Er dient zur Aufhängung von Fahrradtaschen mit an diesen angebrachten geeigneten Haken. Auch diese Art der Befestigung erfordert einen hohen materialtechnischen und zeitlichen Aufwand für die Fertigung und Anbringung. Zudem bewirkt sie ebenso eine optisch auffällige Anbringung der Befestigungsvorrichtung.
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Die in der
DE 10 2016 207 239 B3 beschriebene Vorrichtung zur Aufnahme wenigstens einer Packtasche am Fahrrad dient dazu, neben der Halterung der Packtasche auch ein Verschließen derselben zu ermöglichen. Dazu weist die Vorrichtung zur Aufnahme der mindestens einen Packtasche einen über und/oder seitlich neben einem der Räder befestigten Gepäckträger auf. Dazu sind wenigstens zwei in Fahrtrichtung parallel verlaufende Streben und ein gegenüber den Streben verschwenkbarer Klemmrahmen angebracht. Neben der materialtechnisch aufwendigen Gestaltung erweist sich auch bei dieser Lösung der erforderliche Platzbedarf und die optisch auffällige Anbringung des Gepäckträgers als nachteilig.
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Weiterhin bekannt sind auch Träger für Zubehör oder Gepäckhalter an Fahrrädern mit Rahmenschwinge. So wird nach der
DE 299 00 862 U1 ein derartiger Träger beschrieben, bei dem der Trage- oder Haltebereich des Trägers hinter dem Fahrradsattel angeordnet ist. Neben dem erforderlichen Raumbedarf, dem materialtechnischen Aufwand ist auch bei dieser Vorrichtung die optisch auffällige Anbringung an den Rädern von Nachteil. Eine raumsparende Anbringung des Gepäckträgers unterhalb des Sattels ist ebenfalls nicht möglich.
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Der Gegenstand der
US 2010/0006720 A1 betrifft eine Verbindungseinrichtung zur Verbindung einer Tasche mit dem Fahrradsattel. Dabei verbindet eine erste Verbindungseinheit den Sattelrahmen mit der Oberseite der Tasche. Eine zweite Verbindungseinheit verbindet die Sattelstütze mit dem hinteren Ende der Tasche. Dabei ist die zweite Verbindungseinheit schwenkbar zwischen dem ersten Teil und dem Beutel angeordnet und nach oben schwenkbar. Nach Lösung der zweiten Verbindungseinheit von der Sattelstütze kann der Positionswinkel für die Tasche nach Bedarf eingestellt werden. Die Aufnahmetasche selbst besitzt eine unveränderliche starre Form, die das Aufnahmevolumen und den Platzbedarf bestimmt. Zudem steht die starre Anordnung der Vorrichtung der Durchführung des Faltvorganges von Falträdern entgegen.
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Die Aufgabe der Erfindung besteht deshalb in der Schaffung eines Gepäckträgers für Falträder oder Räder mit einem hohen Sattelstand, der einen geringeren materialtechnischen Aufwand erfordert, aufgrund seiner Befestigungsstellen und Verbindungsmittel die Einflussnahme auf den optischen Eindruck des Fahrrades minimiert sowie mit dem Gepäckträger nach Form und Größe unterschiedliche Gepäckstücke transportiert werden können.
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Gelöst wird diese Aufgabe mit dem geschaffenen Gepäckträger nach den beschreibenden Merkmalen des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen des Gepäckträgers werden von den Merkmalen der Ansprüche 1 bis 10 aufgezeigt.
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Bei dem geschaffenen Gepäckträger ist die zur Verbindung mit dem Fahrradgestell und/oder Sattel dienende lösbare Verbindungsbaugruppe des Gepäckträgers mit einem Halteglied versehen. Das Halteglied dient dazu, mittels der Befestigungseinrichtungen unterschiedlich beschaffene und unterschiedliche Größen aufweisende Gepäckstücke an den Verbindungsbaugruppen zu befestigen. Effizient wird die Verbindungsbaugruppe des Gepäckträgers so ausgebildet, dass sie mit mindestens zwei Sattelstreben lösbar verbunden werden kann. Eine Anpassung der Befestigungsmöglichkeiten für unterschiedliche Größen und Ausbildungen der Gepäckstücke wird vorteilhaft erreicht, indem das Halteglied der Verbindungsbaugruppe des Gepäckträgers aus einem zylinderförmigen, ausziehbaren und in der Sollposition arretierbaren rohrförmigen Material besteht, das in einer Haltebaugruppe verschiebbar gelagert ist. Vorteilhaft weist die zur Verbindung mit den Sattelstreben dienende Verbindungsbaugruppe des Gepäckträgers bügelförmige Form auf. Dabei besteht die Haltebaugruppe aus einem zylinderförmigen Material und weist ein Halteglied mit einer bügelförmigen Gestaltung auf. Effiziente Anpassungsmöglichkeiten des Haltegliedes der Verbindungsbaugruppe an die jeweiligen Befestigungserfordernisse der zu transportierenden Gepäckstücke werden erreicht, indem eine verschiebbare Lagerung des Haltegliedes mittels im rohrförmigen Material eingebrachter Rasterstufen vorgesehen wird. Eine effektive Anpassung der Befestigungen der Gepäckstücke am bügelförmigen Halteglied wird erzielt, wenn der in der Haltebaugruppe gelagerte Teil des Haltegliedes drehbar und seitlich verschiebbar gelagert wird. Für eine optimale Befestigung von Gepäckstücken mit einem geringen Gewicht wird der Gepäckträger mittels der Verbindungsbaugruppe an mindestens einer im hinteren Bereich unterhalb des Sattels angebrachter Sattelstreben befestigt. Die Befestigung von Gepäckstücken mit höherem Gewicht erfolgt vorzugsweise mittels lösbarer Anbringung der Verbindungsbaugruppe im oberen Bereich der Sattelstütze unterhalb des Sattels. Eine mit einem geringen materialtechnischen Aufwand verbundene lösbare Verbindung der Bestandteile der Verbindungsbaugruppe wird erreicht, indem diese mit der das Halteglied aufnehmenden Haltebaugruppe bei der Verbindungsherstellung mit den Sattelstreben und/oder der Sattelstütze durch eine Schraubverbindung miteinander verbunden werden. Um die Auswahlbreite der möglichen für die Befestigung vorgesehenen Gepäckstücke effektvoll zu erhöhen, wird das Halteglied so gestaltet, dass es aus in einer Haltebaugruppe gelagerten stabförmigen sowie bügelförmig ausgebildeten rohrförmigen Material gebildet wird.
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Neben der Verringerung des materialtechnischen Aufwandes für die Herstellung und Anbringung des Gepäckträgers wird die Sichtbarkeit des Gepäckträgers auf ein Minimum beschränkt. Der optisch gefällige Eindruck wird somit hauptsächlich auf die Gestaltung des Fahrrades konzentriert. Durch den erfindungsgemäßen Gepäckträger kann zudem im Unterschied zu den Gepäckträgern des Standes der Technik eine Anpassung an die tatsächlichen Befestigungserfordernisse der aktuell zu transportierenden Gepäckstücke vorgenommen werden.
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Nachfolgend soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert werden. Zwecks anschaulicher schematischer Wiedergabe des Gepäckträgers werden folgende zeichnerische Figuren in der Zeichnung dargestellt:
- 1: die Verbindungsbaugruppe des Gepäckträgers mit einem stabförmigen Halteglied in Explosionsdarstellung,
- 2: die Verbindungsbaugruppe des Gepäckträgers mit einem bügelförmigen Halteglied in Explosionsdarstellung,
- 3: die schematische seitliche Schnittdarstellung der Befestigung des Gepäckträgers an Sattelstreben und
- 4: die schematische seitliche Schnittdarstellung der Befestigung des Gepäckträgers an der Sattelstütze.
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In der Explosionsdarstellung der 1 werden die lösbar miteinander verbindbaren Bestandteile der Verbindungsbaugruppe 4 des Gepäckträgers wiedergegeben. Bei dieser Ausführungsform der Verbindungbaugruppe 4 kommt ein stabförmiges Halteglied 7 zum Einsatz, an dem die zu befestigenden Gepäckstücke lösbar befestigt werden können. Das Halteglied 7 kann dazu eine feste Länge aufweisen oder zu beiden Seiten hin teleskopisch ausziehbar gestaltet sein. Dadurch kann die Form des Haltegliedes 7 an die Befestigungserfordernisse des zu transportierenden Gepäckstückes oder mehrerer Gepäckstücke angepasst werden. Mittig ist das Halteglied 7 in einer Haltebaugruppe 8 gelagert. Die übrigen Baugruppen der Verbindungbaugruppe 4 dienen zur Befestigung der Haltebaugruppe 8 an zwei Sattelstreben des Fahrradsattels. Untereinander werden die Bestandteile der Verbindungsbaugruppe 4 mittels der aus zwei Schraubelementen bestehenden Schraubverbindung 9 verbunden.
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Die Explosionsdarstellung der 2 zeigt die lösbar miteinander verbindbaren Bestandteile der Verbindungsbaugruppe 4 des Gepäckträgers mit einem bügelförmigen Halteglied 7. Diese Gestaltungsform des Haltegliedes 7 eignet sich insbesondere für Befestigungsvorrichtungen an Gepäckstücken, die eine schlaufen- oder gürtelförmige Ausbildung aufweisen. Aufgrund der seitlichen Geschlossenheit des Haltegliedes 7 wird eine Ablösung des Gepäckstückes durch seitliches Verrutschen verhindert. Die drehbare mittige Lagerung des Haltegliedes 7 in der Haltebaugruppe 8 ermöglicht zudem eine Anpassung an unterschiedlich große Gepäckstücke. Die Verbindung der Baugruppen des Gepäckträgers erfolgt ebenso mittels der aus zwei Schraubenelementen bestehenden Schraubverbindung 9.
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Die Darstellung der 3 gibt eine schematische seitliche Schnittdarstellung der Befestigung der Verbindungbaugruppe 4 an Sattelstreben 3 des Sattels 2 wieder. Der Gepäckträger 1 ist nach der Verbindung mit den Sattelstreben 3 unterhalb des Sattels 2 angeordnet und über das Halteglied der Verbindungsbaugruppe mit einer Befestigungsvorrichtung des Gepäckstückes 6 verbunden. Über eine weitere Befestigungsvorrichtung 5 des Gepäckstückes 6 erfolgt eine lagestabilisierende lösbare Befestigung mit der Sattelstütze 10.
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Die schematische Schnittdarstellung der 4 zeigt die Befestigung des Gepäckträgers in oberen Bereich der Sattelstütze 10. Der mit einer Befestigungsvorrichtung des Gepäckstückes 6 verbundene Gepäckträger 1 kann variabel entlang der Sattelstütze 10 befestigt werden. Diese Möglichkeit ist insbesondere für die Befestigung von einem oder mehrerer kleinerer Gepäckstücke von Vorteil. Auch bei dieser Ausführungsform ist das Gepäckstück 6 lagestabilisierend mittels einer weiteren lösbaren Befestigungsvorrichtung 5 des Gepäckstückes 6 an der Sattelstütze 10 befestigt.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Gepäckträger
- 2
- Sattel
- 3
- Sattelstrebe
- 4
- Verbindungsbaugruppe
- 5
- Befestigungsvorrichtung
- 6
- Gepäckstück
- 7
- Halteglied
- 8
- Haltebaugruppe
- 9
- Schraubverbindung
- 10
- Sattelstütze
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 202018001479 U1 [0002]
- DE 202010016094 U1 [0003]
- DE 102016207239 B3 [0004]
- DE 29900862 U1 [0005]
- US 2010/0006720 A1 [0006]