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Die Erfindung betrifft ein Lautsprechersystem mit einem mindestens einen Lautsprecher aufnehmenden Lautsprechergehäuse und Befestigungsmitteln zur Befestigung des Lautsprechergehäuses an einem Ständer.
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Lautsprechersysteme werden beispielsweise in Beschallungsanlagen eingesetzt. Dabei trägt der Ständer das Lautsprechergehäuse. Indem der oder die vom Lautsprechergehäuse aufgenommenen Lautsprecher damit erhöht angeordnet werden, ergibt sich ein verbessertes Klangerlebnis.
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Ein derartiges Lautsprechersystem ist aus der
DE 200 10 582 U1 bekannt. Dabei umfasst der Ständer eine Stange, für deren oberes Ende korrespondierende Aufnahmen im Bodenteil des Lautsprechergehäuses vorgesehen sind. Dies ermöglicht eine Fixierung des Lautsprechergehäuses auf dem Ständer, ist jedoch umständlich zu transportieren und aufzubauen.
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Ein weiteres Lautsprechersystem zeigt die
DE 77 38 683 U1 . Hier weist der Ständer eine teleskopierbare Klemmvorrichtung für das Lautsprechergehäuse auf. Dies ergibt eine stabile Verbindung von Lautsprechergehäuse und Ständer, ist bei Transport und Aufbau aber kompliziert.
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Schließlich zeigt die
DE 88 02 860 U1 einen Lautsprecherfuß mit einer Bodenplatte, einer Tragplatte und einer Säule.
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Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein verbessertes Lautsprechersystem vorzuschlagen, bei dem insbesondere Transport und Aufbau vereinfacht werden.
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Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale des Schutzanspruchs 1.
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Die Erfindung ermöglicht einen besonders einfachen Transport des Lautsprechersystems, weil aufgrund der gelenkigen Verbindung von Lautsprechergehäuse und Lautsprecherfuß vermittels des Scharniers nur ein einzelnes Teil transportiert werden muss. Da Lautsprechergehäuse bzw. Lautsprecherfüße üblicherweise eine wesentlich größere Höhe als Breite bzw. Tiefe aufweisen, ergibt sich in der Transportstellung ein gut staubares Lautsprechersystem. Denn indem das Lautsprechergehäuse neben dem Lautsprecherfuß angeordnet ist, wird die Gesamthöhe des zu transportierenden Lautsprechersystems deutlich verringert. Anders ausgedrückt bildet das obere Ende des Lautsprecherfußes, bzw. das Unterteil des Lautsprechergehäuses, im Wesentlichen den höchsten Punkt des Lautsprechersystems, wenn sich dieses aufrecht in Transportstellung befindet.
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Zudem erlaubt die Erfindung ein besonders einfaches Aufbauen des Lautsprechersystems, da keine umständlichen Justier- oder Verbindungsoperationen zwischen Lautsprechergehäuse und Lautsprecherfuß notwendig sind. Vielmehr ist lediglich vermittels des Scharniers das Lautsprechersystem von der Transportstellung in die Betriebsstellung zu verbringen, indem durch eine Klappbewegung das Lautsprechergehäuse auf dem Lautsprecherfuß angeordnet wird. Anders ausgedrückt ist das Unterteil des Lautsprechergehäuses oberhalb dem oberen Ende des Lautsprecherfußes angeordnet, wenn sich das Lautsprechersystems in Betriebsstellung befindet.
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In jedem Fall ergibt sich eine stabile Fixierung des Lautsprechergehäuses auf dem Ständer, da dieser als Lautsprecherfuß ausgebildet ist. Bekanntlich trägt ein Lautsprecherfuß ohne weiteres ein darauf platziertes Lautsprechergehäuse. Dabei kann der Lautsprecherfuß beispielsweise eine Tragplatte umfassen, wobei das Scharnier dann an der Tragplatte des Lautsprecherfußes befestigbar ist. Wenn der Lautsprecherfuß keine Tragplatte, sondern stattdessen Seitenplatten aufweist, ist das Scharnier an einer der Seitenplatten befestigbar. Die jeweils andere Seite des Scharniers ist dann an einem Seitenteil oder am Unterteil das Lautsprechergehäuses befestigbar. Natürlich können auch mehrere z.B. kürzere Scharniere nebeneinander vorgesehen sein. Wichtig ist für ein Scharnier nur eine jeweils ebene Fläche, um eine Befestigungsmöglichkeit für die jeweilige Seite zu haben. Dabei soll vorliegend unter dem Begriff Scharnier jeder Beschlag mit einem um eine Achse drehbaren Gelenk verstanden werden. Natürlich können auch ein Seitenteil bzw. das Unterteil des Lautsprechergehäuses, und/oder die Tragplatte bzw. eine Seitenplatte des Lautsprecherfußes, selbst ein Teil des Scharniers sein.
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Vorzugsweise ist der Querschnitt des Lautsprechergehäuses näherungsweise gleich dem Querschnitt des Lautsprecherfußes, wobei mit Querschnitt hier die sich ergebende, äußere Form des jeweiligen Elements bei einem horizontalen Schnitt durch es hindurch gemeint ist. Dies ergibt eine praxisgerechte und in der Betriebsstellung auch optisch ansprechende Lösung, indem die äußere Begrenzung des Lautsprechergehäuses derjenigen des Lautsprecherfußes entspricht. Anders ausgedrückt setzt sich damit in der Betriebsstellung des Lautsprechersystems der räumliche Eindruck des Lautsprechergehäuses im unterhalb davon angeordneten Lautsprecherfuß fort.
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Mit Vorteil wird vorgeschlagen, dasjenige Seitenteil des Lautsprechergehäuses, welches in der Betriebsstellung des Lautsprechersystems oberhalb der mittels des Scharniers gelenkig angebundenen Seitenplatte des Lautsprecherfußes angeordnet ist, als eine die Schallaustrittsseite bildende Vorderwand auszuführen. Denn dieses Seitenteil des Lautsprechergehäuses ist in der Transportstellung benachbart zum Lautsprecherfuß vorgesehen,womit sich ein guter Schutz des oder der Lautsprecher vor mechanischen Beschädigungen während des Transports ergibt.
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Besonders bevorzugt ist in der Betriebsstellung des Lautsprechersystems eine Arretierung vorgesehen, beispielsweise unter Verwendung eines Pins, einer Schraube oder eines Splints, woraus eine besonders sichere Fixierung des Lautsprechergehäuses auf dem Lautsprecherfuß resultiert. Indem das Scharnier außer Funktion gesetzt ist, wenn die Arretierung aktiviert ist, kann die Betriebsstellung des Lautsprechersystems nicht irrtümlich verlassen werden.
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Der Transport des Lautsprechersystems wird noch komfortabler, wenn der Lautsprecherfuß eine Bodenplatte mit Rollen, Griffen und/oder Füßen aufweist. Rollen ermöglichen ein Ziehen bzw. Schieben des Lautsprechersystems über den Boden, und machen damit, abhängig von der Bodenbeschaffenheit, ein Tragen überflüssig. Auch Griffe vereinfachen den Transport, wobei diese an der Bodenplatte optisch kaum auffallen. Vermittels Füssen kann etwa das Lautsprecherkabel unterhalb der Bodenplatte aus dem Lautsprecherfuß herausgeführt werden, was optisch vorteilhaft ist.
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Weiter verbessert wird die Optik dadurch, dass innerhalb des Lautsprecherfußes ein Kabelführungskanal vorgesehen ist. Damit stören keine am Lautsprechersystem herunterhängende Kabel dessen Erscheinungsbild, und nahe dem Lautsprechersystem befindliche Personen kommen kaum in Kontakt mit den Kabeln.
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Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Zeichnung, in der ein Ausführungsbeispiel erläutert wird. Dabei zeigen, jeweils in schematischer Darstellung,
- 1 ein erfindungsgemäßes Lautsprechersystem in einer Betriebsstellung, und
- 2 das Lautsprechersystem aus 1 in einer Transportstellung,
- 3 das Scharnier aus 1 und 2 in einer Explosionsdarstellung.
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Gemäß 1 weist ein Lautsprechersystem 1 ein Lautsprechergehäuse 10 mit Seitenteilen 11 und 12 auf. Aufgrund des hier quadratischen Querschnitts des Lautsprechergehäuses 10 gibt es noch zwei weitere Seitenteile sowie ein Oberteil und ein Unterteil, welche in 1 jedoch nicht sichtbar bzw. darstellbar sind. Zudem weist das Lautsprechergehäuse 10 zwei schematisch angedeutete Lautsprecher 19 auf, womit das Seitenteil 11 die eine Schallaustrittsseite bildende Vorderwand des Lautsprechergehäuses 10 bildet.
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Es ist ein Lautsprecherfuß 20 vorgesehen, mit Seitenplatten 21 und 22. Da der Lautsprecherfuß hier einen quadratischen Querschnitt hat, gibt es noch zwei weitere Seitenplatten, welche jedoch nicht sichtbar bzw. darstellbar sind.
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Bei der hier gezeigten Ausführungsform entspricht der Querschnitt des Lautsprechergehäuses 10 näherungsweise dem Querschnitt des Lautsprecherfußes 20.
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Weiterhin ist ein Scharnier 30 vorgesehen. Das Scharnier 30 verbindet das Unterteil des Lautsprechergehäuses 10 gelenkig mit der Seitenplatte 21 des Lautsprecherfußes.
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Indem 1 die Betriebsstellung des Lautsprechersystems 1 zeigt, ist das Lautsprechergehäuse 10 auf dem Lautsprecherfuß 20 angeordnet. Dies wird durch die Richtungspfeile mit O für oben und U für unten visualisiert. Damit ist das nicht sichtbare bzw. darstellbare Unterteil des Lautsprechergehäuses 10 oberhalb dem oberen Ende des Lautsprecherfußes 20 angeordnet.
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Ebenfalls dargestellt ist eine Arretierung, hier umfassend eine Schraube 40. Solange die Arretierung aktiviert ist, die Schraube also eingedreht ist, kann die Betriebsstellung des Lautsprechersystems 1 nicht irrtümlich verlassen werden, da das Scharnier 30 außer Funktion gesetzt ist. Natürlich kann anstelle einer Schraube auch ein Pin, ein Splint oder ähnliches verwendet werden.
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Der Lautsprecherfuß 20 ist fest verbunden mit einer Bodenplatte 50. Die Bodenplatte 50 sorgt für einen sicheren Stand des Lautsprechersystems 1 auf dem Boden. Zudem weist die Bodenplatte 50 zwei Rollen 51, zwei Griffe 52 und zwei Füße 53 auf. Die Rollen 51 ermöglichen ein Ziehen bzw. Schieben des Lautsprechersystems 1 über den Boden. Die Griffe 52 vereinfachen die genaue Platzierung des Lautsprechersystems 1. Die Füße 53 ergeben zusammen mit den Rollen 51 einen waagerechten Stand des Lautsprecherfußes 20, und damit des Lautsprechersystems 1. Ein Lautsprecherkabel 55, zum Anschluss der Lautsprecher 19 des Lautsprechersystems 1 an eine entsprechende Signalquelle, ist unterhalb der Bodenplatte herausgeführt.
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2 zeigt das Lautsprechersystem 1 in der Transportstellung, in welcher das Lautsprechergehäuse 10 neben dem Lautsprecherfuß 20 angeordnet ist. Damit ist das Unterteil 15 des Lautsprechergehäuses 10 vermittels des Scharniers 30 in etwa neben dem oberen Ende des Lautsprecherfußes 20 angeordnet. Also bilden das obere Ende des Lautsprecherfußes und das Unterteil 15 des Lautsprechergehäuses 10 näherungsweise den höchsten Punkt des Lautsprechersystems 1, wenn sich dieses aufrecht in der Transportstellung befindet. Dies wird wiederum durch Richtungspfeile O für oben und U für unten visualisiert.
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In der Transportstellung des Lautsprechersystems 1 ist das (nicht sichtbare) Seitenteil 11, als die eine Schallaustrittsseite bildende Vorderwand des Lautsprechergehäuses 10, benachbart zur (nicht sichtbaren) Seitenplatte 21 des Lautsprecherfußes 20 angeordnet, während ein Rand des Seitenteils 12 des Lautsprechergehäuses 10 neben einem Rand der Seitenplatte 22 des Lautsprecherfußes 20 angeordnet ist.
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Ebenfalls dargestellt ist eine Arretierungszunge 41 des Lautsprechergehäuses 10. Die Arretierungszunge 41 weist ein Loch 42 auf, das mit einer Bohrung 43 im Lautsprecherfuß 20 korrespondiert. In der Transportstellung des Lautsprechersystems 1 ragt die Arretierungszunge 41, wie in 2 dargestellt, über das obere Ende des Lautsprecherfußes und über das Unterteil 15 des Lautsprechergehäuses 10 hinaus, wenn das Lautsprechersystem 1 aufrecht steht. In der Betriebsstellung des Lautsprechersystems 1 kommt das Loch 42 in der Arretierungszunge 41 über der Bohrung 43 zum liegen, sodass die Schraube 40 zur Arretierung eindrehbar ist. Bei entsprechend eingedrehter Schraube 40 ist die Arretierung aktiviert, die Betriebsstellung des Lautsprechersystems 1 kann also nicht irrtümlich verlassen werden, da das Scharnier 30 so außer Funktion gesetzt ist.
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Aus dem Lautsprechergehäuse 10 ragt ein Kabel 54, zum Kontaktieren der Lautsprecher 19 des Lautsprechersystems 1. Dieses Kabel 54 wird weitergeführt in den Lautsprecherfuß 20. Innerhalb des Lautsprecherfußes 20 wird das Kabel 54 in einem Kabelführungskanal geführt, der hier als Hohlraum zwischen den Seitenplatten des Lautsprecherfußes 20 gebildet ist. Das Kabel 54 mündet im Lautsprecherkabel 55, das unterhalb der Bodenplatte 50 herausgeführt ist und an eine entsprechende Signalquelle anschließbar ist.
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In 3 ist das Scharnier 30 in einer Art Explosionsdarstellung gezeigt, wobei sich das Lautsprechersystem 1 in der Transportstellung befindet. Das Scharnier 30 ist vorliegend ausgebildet als eine gelenkige Verbindung der Bodenplatte 15 des Lautsprechergehäuses 10 mit der Seitenplatte 21 des Lautsprecherfußes 20. Die Bodenplatte 15 weist hier zwei Zungen 15a, 15b mit jeweils Löchern zur Befestigung von Seitenteilen des Lautsprechergehäuses 10, sowie die Arretierungszunge 41 mit dem Loch 42, auf, welche alle aus Metall gefertigt sind und somit eine gute Stabilisierung des Lautsprechergehäuses 10 ermöglichen. Zudem weist die Arretierungszunge 41 noch eine Öffnung 44 auf, welche dazu dient, das aus einem Seitenteil des Lautsprechergehäuses 10 herausgeführte Kabel 54 in den Lautsprecherfuß 20 herein zu leiten, wie in 2 erkennbar. Damit auch in der Betriebsstellung des Lautsprechersystems 1 eine sichere und optisch ansprechende Führung des Kabels 54 gelingt, weist eine Seitenplatte des Lautsprecherfußes 20 eine Ausnehmung 45 auf, zur Aufnahme des durch die Öffnung 44 hindurch tretenden Kabels 54.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 20010582 U1 [0003]
- DE 7738683 U1 [0004]
- DE 8802860 U1 [0005]