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Die Erfindung betrifft ein Fassadenmodul sowie ein Tiny-Haus mit mehreren solcher Fassadenmodule.
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Tiny-Häuser sind in verschiedenen Ausgestaltungen bekannt. Ein Tiny-Haus ist ein winziges Haus. Es ist grundsätzlich deutlich kleiner als ein konventionelles Haus. Üblicherweise wird der Begriff Tiny-Haus für Minihäuser verwendet, die sich auf einem Anhänger befinden und somit mobil sind. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einem Tiny-Haus on Wheels bzw. Tiny-Haus auf Rädern. In Deutschland sind diese Tiny-Häuser in der Regel 7 bis 9 m lang, 2,55 m breit, 4 m hoch und maximal 3,5 t schwer.
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Die vorliegende Erfindung betrifft einen Bereich eines vom Erfinder entwickelten Gesamt-Konzepts für ein Tiny-Haus.
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Dabei liegt der vorliegenden Erfindung eine Betrachtung der folgenden drei Ebenen zugrunde.
- 1. Aspekt der Beschränkungen durch die Straßenverkehrs- und Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVO und StVZO) für ein Tiny-Haus auf Rädern
- 2. Aspekt der Ökologie und Nachhaltigkeit auch im Tiny-Haus-Bau mit Anpassung an das GebäudeEnergieGesetz (GEG)
- 3. Aspekt von Wohnkultur sowie von Wohn- und Lebensqualität
zu 1.:
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Bei dem Gesamt-Konzept selbst geht es um die Konstruktion und den Bau eines so genannten Tiny-Hauses (TH), speziell dabei um ein Tiny-Haus on Wheels, also um ein sehr kleines Mini-Haus auf Rädern, welches mit einem größeren PKW und einem PKW-/Anhänger-Führerschein eigenständig an andere Standorte verbracht werden kann. Dazu sind jedoch einige der folgenden Bedingungen zwingend einzuhalten:
- a) es darf die maximal zulässige Höhe von 4,00 m nicht überschritten werden
- b) die Breite-über-Alles (BüA) von maximal 2,55 m muss eingehalten werden, so dass keine Sondergenehmigung für den speziellen Transport erforderlich ist oder
- c) es wird eine aufwendige Sondergenehmigung für jeden Einzel-Transport in Kauf genommen, dann darf die Breite-über-Alles (BüA) maximal 3,00 m betragen
- d) das zulässige Gesamtgewicht darf nur maximal 3,5 t betragen, wodurch in den meisten Fällen die maximalen 3,00 m-Überbreiten mit erforderlicher Sondergenehmigung von vornherein schon ausscheiden
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Ein weiteres Hauptproblem bei der Konstruktion und dem Bau der üblichen Tiny-Häuser mit Rädern besteht darin, dass hauptsächlich aus Gewichtsgründen, teilweise auch aus Kosten- und Platzgründen, das Verwenden ökologischer Dämm- und Baustoffe nicht durchgängig ausgeführt wird bzw. „...nicht ausgeführt werden kann", wie von den Herstellern unisono behauptet wird. Selbst diejenigen Anbieter, die für einen ökologischen Anspruch stehen und „nachhaltig bauen“ wollen, geben früher oder später zu bzw. argumentieren, dass sie aus Gewichtsgründen Kompromisse eingehen müssen und auf Styropor o.ä. Chemieprodukte, auf Plastik-/Alu-Fenster und auf Dach- oder Wand-Beplankungen aus Aluminium nicht verzichten können. Diese Argumentation wird wie ein Mantra vor sich hergetragen.
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Um diesem Dogma entgegenzutreten, hat der Anmelder das Thema „Bau eines Tiny-Hauses auf Rädern“ mit konsequent ökologischen Bau- und Dämmstoffen und so nachhaltig, wie es maximal möglich sein kann, komplett und von Grund auf neu gedacht.
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zu 2.:
- Ökologisch heißt:
- • dass alle Baustoffe durchgängig nachwachsende, natürliche oder naturbelassene Materialien sein müssen
- • dass Metall weitestgehend zu vermeiden ist, wo dies unvermeidbar ist, wird Stahl, in der Regel verzinkter Stahl, oder notfalls Edelstahl verwendet,
- • dass Aluminium „auf breiter Fläche“ vermieden wird
- • dass die „graue Energie“, die zur Herstellung und zum Transport der Materialien erforderlich ist, so gering gehalten werden muss, wie nur irgend möglich
- • dass statt Kunststoff-Rohre solche aus Edelstahl verwendet werden
- • dass Fensterrahmen aus Holz sein müssen
- • dass weniger Material verbraucht wird, indem beispielsweise nur 50% der Leitungs- u. Abwasserverrohrung wie auch der Strom-Kabel durch eine intelligente Planung- und Kompakt-Verlegung benötigt wird
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Nachhaltig bedeutet hingegen:
- • dass möglichst alle Bauteile aus der Region stammen sollten oder möglichst kurze Transportwege benötigen
- • dass Bau-/Dämmstoffe aus Natur-Materialien bestehen
- • dass am besten und damit am nachhaltigsten jene Materialien sind, die später weiterverwendet oder aufs Neue wieder benutzt werden können
- • dass am besten und damit am nachhaltigsten solche Materialien sind, die bereits einen anderen Nutzungszyklus hinter sich haben und durch Re- bzw. Upcycling in einem hochwertigen Natur-Material einen neuen Zweck erfüllen, beispielsweise Jute-Dämmmatten, Jute-Dämmplatten, Baustrohballen oder Seegras zum Dämmen usw.
- • dass die natürlichen Materialien, wenn sie nicht anderweitig weiterverwendet werden können, möglichst sogar kompostierbar sein sollten
- • dass das, was nicht kompostierbar ist, zumindest recycelbar sein muss
- • dass weniger Material verbraucht wird, indem beispielsweise nur 50% der Leitungs- u. Abwasserverrohrung wie auch der Strom-Kabel durch eine intelligente Planung- und Kompakt-Verlegung benötigt wird
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Bei dem vom Anmelder entworfenen Tiny-Haus mit der Bezeichnung „Hannover“, dass der Anmelder als „ultimatives Tiny-Haus“ betitelt, hat dieser ausnahmslos alle Materialien und Baustufen an den oben genannten Kriterien ausgerichtet und bei sämtlichen Baustoffen, wie auch Einrichtungsgegenständen und Planungsabschnitten nachfolgende Vorgaben hinzu impliziert:
- a) Wie kann Material eingespart werden, wie kann auf Einzelteile ganz verzichtet werden?
- b) Wie kann Gewicht eingespart werden, nicht allein durch Materialverringerung, sondern auch Verwendung von leichteren Alternativ-Baustoffen und durch planerische und konstruktiv bedingte Maßnahmen?
- c) Wie kann ich die Festigkeit, Fahrsicherheit und Fahrstabilität erheblich erhöhen, obwohl und gerade, weil Material und Gewicht eingespart wurden?
- d) Wie kann man Kosten einsparen, trotz (und auch gerade wegen) der erhöhten Aufwendungen durch ökologische Bau- oder Dämmstoffe und trotz der Mehrkosten, die fast zwangsläufig durch Leichtbau entstehen?
- e) Wie können sämtliche (oder zumindest so viel, wie möglich) Bau- und Montagebereiche so geplant und eingerichtet werden, dass möglichst viele Arbeitsschritte und Baufolgen in Eigenleistung (DIY- Do It Yourself) organisiert und durchgeführt werden können, so dass sich der Bauherr mit seinem Produkt identifizieren kann und zugleich Kosten deutlich reduziert werden können?
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zu 3.:
- Zusätzlich zum 2. Aspekt betreffend die technischen Faktoren kommt noch der Aspekt des raumgestaltenden Designs hinzu. Bei im Grunde sämtlichen, derzeit am Markt angebotenen Tiny-Häusern auf Rädern in der Gewichtsklasse ≤ 3,5 t liegt in diesem Bereich sehr, sehr viel im Argen. Der aus den USA herübergeschwappte Tiny-Haus-Hype (Hype = „besonders spektakuläre, mitreißende Werbung, die eine euphorische Begeisterung für ein Produkt bewirkt“ Definition nach Oxford Languages) führt in Deutschland oft und schnell zur Ernüchterung. Was jenseits des Atlantiks alles machbar ist, kann in Deutschland nicht einfach 1:1 umgesetzt werden! Leider haben das aber die meisten Anbieter bezüglich der Inneneinrichtung trotzdem versucht, mit dem Ergebnis, dass in 99% aller Fälle der ohnehin schon sehr begrenzte Innenraum noch weiter verengt und verkleinert wird.
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Küchen und Bäder sind - mit 50% und mehr der Grundfläche - durchgängig zu groß. Zum Leben bleibt zu wenig Raum und dieser wird obendrein auch noch „unglücklich“ (also schlichtweg falsch) bestückt.
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Der verbleibende, viel zu geringe Platz wird ebenso schlecht, falsch und raumvernichtend verschwendet. Paradoxerweise auch noch derart, dass solche „Lösungen“ überdies schwerer, nicht umweltgerecht, unpraktisch, unergonomisch, weder altersgerecht noch barrierefrei sind, unzulässige Unfallgefahren bergen, die Gesundheit eher schädigen als fördern und für all diese Bau-, Planungs- & Design-Mängel obendrein nahezu immer schlechtere, vor allem aber auch noch teurere Ergebnisse darstellen.
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Wohnkomfort oder Lebensqualität kann das wirklich nicht genannt werden.
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In der Folge hat der Anmelder ausnahmslos jede Schwachstelle und offensichtliche Fehler, insbesondere Konstruktionsfehler, nahezu aller Marktanbieter herausgearbeitet, analysiert und kategorisiert, um aus einem Fehlerkatalog, dessen Mängel der Anmelder allesamt ausdrücklich nicht abkupfern wollte, eine Positiv-Liste zu erstellen.
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Der Anmelder stellte sich das Ziel, sämtliche nunmehr bekannten Fehler zu vermeiden, dabei aber alle alternativen Verbesserungsoptionen zum Tragen kommen zu lassen und dabei stets kostengünstige Optionen zu bevorzugen, Gewicht zu verringern, trotzdem die Stabilität zu erhöhen und gleichzeitig sowohl den Material- als auch den Transportaufwand der Bauteile zu verringern. Bei all diesen Vorgaben sollen aber keine Kompromisse zu Lasten der Ökologie und Nachhaltigkeit gemacht werden.
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Um dieses vermeintliche Paradoxon, das scheinbar Unmögliche zu realisieren, musste der Anmelder beinahe jede Einzel-Komponente des Tiny-Hauses auf Rädern neu denken u. neue Wege und Ausstattungen erfinden, um zu dem „ultimativen Tiny-Haus“ zu gelangen.
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Bei der Beschreibung des eines Tiny-Hauses auf Rädern wird folgende Terminologie verwendet.
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Das Tiny-Haus auf Rädern ist - verkehrsrechtlich betrachtet - ein Fahrzeug ohne eigenen Antrieb, kein Kraftfahrzeug oder Pkw, sondern ein Fahrzeug-Anhänger.
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Wie man bei Kraftfahrzeugen auch von Heck und gelegentlich Bug für den hinteren oder vorderen Bereich spricht, hat der Anmelder entschieden, sich derartiger Bezeichnungen aus Nautik, Bootsbau und Yacht-Ausbau zu bedienen. So beispielsweise auch:
| Backbord (Bbd.) | linke Seite/links in Fahrtrichtung betrachtet |
| Steuerbord (Stb.) | rechte Seite/rechts in Fahrtrichtung betrachtet |
| LüA für „Länge über Alles“ | Länge des größten Außenmaßes |
| BüA für „Breite über Alles“ | Breite des größten Außenmaßes |
| achtern für „hinten“ | in der Längsrichtung von vorne aus betrachtet |
| mittschiffs | die Mitte des Tiny-Hauses in Längsrichtung betrachtet |
| Mittschiffs-Linie | = Symmetrie-Achse, auch über die LüA hinaus |
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Die Deichsel des Tiny-Hauses definiert, wo vorne, also der Bug ist. Die Längs-Symmetrieachse des Tiny-Hauses entspricht der Mittschiffs-Linie.
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Ausgehend von den der vorherigen der Erfindung zugrunde liegenden Erkenntnisse, Gedanken und Betrachtungen lag der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Tiny-Haus auf Rädern in diesem Sinne zu verbessern.
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Diese Aufgabe wird mittels eines Fassadenmoduls mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und bei einem Tiny-Haus mit den Merkmalen des Anspruch 18 gelöst.
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Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der bisherigen und der nachfolgenden Beschreibung sowie den jeweiligen Unteransprüchen.
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Die vorliegende Erfindung betrifft ein spezielles Bauteil für ein Tiny-Haus, welches bei allgemein bekannten Tiny-Häuser verwendbar ist, aber auch speziell für vom Anmelder entworfene Tiny-Häuser, insbesondere für das zuvor bereits genannte Tiny-Haus mit der Bezeichnung bzw. vom Typ „Hannover“, einsetzbar ist.
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Das erfindungsgemäße Fassadenmodul kann vorteilhaft auch mit einem Rahmenaufbau eines Tiny-Hauses, für den der Anmelder ebenfalls ein Schutzrecht hinterlegt hat, zusammenwirken.
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Das erfindungsgemäße Fassadenmodul ist zur Wärmedämmung eines Tiny-Hauses, insbesondere eines Tiny-Hauses auf Rädern, an der Außenwandung des Tiny-Hauses anhängbar und bei Bedarf von der Außenwandung wieder abhängbar, wobei das Fassadenmodul einen Holzrahmen mit einer Dämmung aufweist.
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Erfindungsgemäß werden mehrere Fassadenmodule zur Verbesserung der Wärmedämmung eines Tiny-Hauses an die Außenwandung des Tiny-Hauses angehängt, so dass diese aneinander liegend eine geschlossene Wand bilden.
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Durch die Fassadenmodule wird eine verbesserte Wärmedämmung erreicht. Bei bekannten Tiny-Häusern kommt es des Öfteren vor, dass sich erst später herausstellt, dass diese Tiny-Häuser gar nicht ausreichend im Sinne von „winterfest“ gedämmt ist. In diesen Fällen kann man mit den erfindungsgemäßen Fassadenmodulen nachbessern und das gesamte Tiny-Haus nachträglich mit einer deutlich verbesserten, insofern also „doppelten“ Dämmung versehen. Wörtlich genommen kann dies sogar eine dreifache bis vierfache Dämmung sein.
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Beispiel:
- 1. Eine vorhandene Dämmung hat eine Dicke von 8 cm. Dies ist ein häufig anzutreffender Standardwert. Die nachträgliche angehängten Fassadenmodule haben eine Dämmung mit einer Dicke von 16 cm. Damit beträgt die Gesamt-Dämmstärke 24 cm, also eine Verdreifachung des Ursprungswertes.
- 2. Eine vorhandene Dämmung hat eine Dicke von 5 cm. Dies ist ebenfalls ein häufig anzutreffender Standardwert. Die nachträgliche angehängten Fassadenmodule haben eine Dämmung mit einer Dicke von 15 cm. Damit beträgt die Gesamt-Dämmstärke 20 cm, also eine Vervierfachung des Ursprungswertes.
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Bei einer bereits vorhandenen und ökologischen Dämmung von beispielsweise 16 cm kann bereits die Anforderung der EnEV 2014/16 erfüllt sein. Gleichwohl ist eine höhere Dämmstärke von Vorteil, um geringere Heizkosten und zugleich einen höheren Dämm-Standard (KfW55-, KfW40- u. KfW40plus-Haus bzw. Passiv-, Null-Energie- oder Plus-Energie-Haus) zu erreichen. Dieser könnte nämlich zu gestaffelten Förderbeiträgen durch die KfW-Bank führen.
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In dem Falle, dass der Besitzer eines Tiny-Hauss einen Standplatz mit einem bereits festgelegten Bebauungsplan beziehen möchte, kann es sein, dass seitens der Kommune Vorschriften bestehen, die sogar über die EnEV bzw. über die GEG hinausgehen. Wenn das zutrifft, wird der Besitzer nicht umhinkommen, die mit dem Tiny-Haus zusammen erkaufte, jeweilige Standard-Dämmung des Herstellers aufbessern zu müssen.
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Die erfindungsgemäßen Fassadenmodule dienen somit dem Zweck, höhere Dämmstandards zu schaffen und als Träger einer verbesserten Dämmung zur Erhöhung der Lebensqualität beizutragen.
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Vorteilhaft ist zudem, dass ein Tiny-Haus, insbesondere ein Tiny-Haus auf Rädern, dessen „natürliche“ BüA (Breite über Alles) durch die StVO (Straßen-Verkehrs-Ordnung) auf 2,55 m beschränkt ist und deswegen in der Wandstärke bzw. beim Dämmmaterial „gespart“ wird, nachträglich mit einer zusätzlichen Dämmung versehen werden kann.
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Vorteilhaft ist zudem, dass mit einer zusätzlichen, hinzugefügten Dämmung im Mindesten bewirkt wird, dass das betreffende Tiny-Haus auf Rädern eine höhere Wintertauglichkeit erlangt und auch einen höheren sommerlichen Hitzeschutz bekommt.
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Vorteilhaft wird mit der zusätzlichen, nachträglichen Dämmung zudem bezweckt, dass ein bestimmtes Niveau (EnEV-zertifiziert, KfW-55-[oder besser] Standard) erreicht wird, wodurch dem Bauherrn möglicherweise Vorteile bei der KfW-Bank zur Verfügung stehen.
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Es kann von Vorteil sein, wenn die Dämmung aus einem ökologischen Dämmmaterial, vorzugsweise Seegras, besteht.
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Es kann von Vorteil sein, wenn der Holzrahmen als Holzrahmenkasten ausgebildet ist, wobei die Oberseite mit einer Deckelplatte und die Unterseite mit einer Bodenplatte versehen sind, wobei die übrigen vier Seitenflächen mit gekreuzten Windrispenbändern stabilisiert sind. Die Dämmung bzw. das Dämmmaterial befindet sich hierbei also innerhalb des Kastens. Nur die Ober- und die Unterseite sind also geschlossen. Der Holzrahmenkasten kann auch als „Caisson“ bezeichnet werden.
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Es kann auch vorteilhaft sein, wenn der Holzrahmen als Holzrahmenkasten ausgebildet ist, wobei die Unterseite mit einer Bodenplatte versehen ist und wobei die Oberseite als schräge Dachfläche und die übrigen vier Seitenflächen, nämlich die Vorder- und die Rückseite sowie die beiden Außenseiten, jeweils mit Windrispenbändern ausstabilisiert sind. Nur die Bodenplatte ist also geschlossen. Der Holzrahmenkasten kann auch als „Caisson“ bezeichnet werden.
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Es kann von Vorteil sein, wenn die Seitenflächen, die nicht die Ober- und die Unterseite bilden, anstelle von festen Wänden ringsum mit Netzen verspannt sind, aus deren Maschen das Dämmmaterial für einige Einsatzzwecke 1 - 2 cm hervorlugen darf.
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Bei dem ökologischen Dämmmaterial Seegras, ergibt sich der Vorteil, dass dieses üblicherweise in großen Standard-Rundballen (Ø ca. 1,50 m × h = 1,35 m) vorgepresst, in einem Netz eingebunden und so angeliefert wird. Diese Netze können dann unmittelbar dazu weiterverwendet werden, um die fehlenden Wände zu ersetzen.
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Netze anstelle von Wänden zu verwenden, hat zudem den Vorteil, einen homogenen Dämmmaterial Übergang von einem Fassadenmodul zum nächsten Fassadenmodul zu erzielen und zugleich Material und damit Gewicht einzusparen. Zudem wird die Montage bzw. die Herstellung der Fassadenmodule erleichtert.
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Das überstehende Dämmmaterial ist nicht von Nachteil, da sich dieses nivelliert, sobald zwei Fassadenmodule mit den entsprechenden Seiten aneinandergesetzt werden und mit etwas oder leichtem Druck aneinander montiert werden.
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Es kann von Vorteil sein, wenn der Holzrahmen durch Vierkant- oder Winkelhölzer begrenzt ist, wobei innerhalb dieser Begrenzung das Dämmmaterial eingebracht ist.
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Es kann vorteilhaft sein, wenn das Dämmmaterial auf der Vorder- und der Rückseite, also auf der später zur Außenwandung des Tiny-Hauses weisenden Seite und auf der dieser gegenüberliegenden von der Außenwandung des Tiny-Hauses wegweisenden Seite, und somit nach innen und nach außen mit einer Klimamembran abgeschlossen ist.
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Für bestimmte Einsatzzwecke kann es vorteilhaft sein, wenn das Dämmmaterial minimal, d. h. 1 - 3 mm, aber gleichmäßig über die Außenkanten des Holzrahmens oder Holzrahmenkasten hinaussteht.
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Bei der endgültigen Einhängung und Verriegelung der Fassadenmodule wird das Dämmmaterial nach leicht innen angedrückt, so dass eine bündig-dichte „Verbindung“ und damit Anpressung zwischen zwei Fassadenmodule gewährleistet ist.
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Zusätzlich sind vorteilhaft alle Kanten mit einem Dichtband versehen, wodurch etwaige kleine(st)e Unebenheiten ausgeglichen werden können. Abschließend wird der Anschluss-Kontaktbereich umlaufend mit einem selbstklebenden Dichtband vorzugsweise desselben Herstellers der Klimamembran luftdicht versiegelt.
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So kann gewährleistet werden, dass beim „blower-door-test“ der U-Wertberechnung und für die Ausstellung des Energie-Ausweises die angehängte Fassadenmodule dämmtechnisch in einer gesamten, geschlossenen Wand betrachtet und berechnet werden kann.
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Es kann vorteilhaft sein, wenn die Seitenfläche eines Fassadenmoduls, welche später nicht zur Anlage an eine Seitenfläche eines weiteren Fassadenmoduls vorgesehen ist, mit einer geschlossenen Wand versehen ist. Wenn mehrere Fassadenmodule beispielsweise nebeneinander an der Längsseite eines Tiny-Hauses angehängt werden, wäre dies beispielsweise beim ersten und letzten angehängten Fassadenmodul der Fall.
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Es kann vorteilhaft sein, wenn der Holzrahmen oder Holzrahmenkasten des Fassadenmoduls aus Paulownia-Holz besteht. Ein solches Holz ist vorteilhaft besonders leicht. So wird das geringst mögliche Gewicht erreicht.
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Die Fassadenmodule haben keine statisch-tragende Funktion. Aus diesem Grunde können sie in Leichtgewichtsbauweise hergestellt werden.
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Besitzt das Tiny-Haus auf Rädern noch genügend Zuladungs-Reserven, können die einzelnen Fassadenmodule oder „Caissons“ sogar innerhalb des Tiny-Hauses verstaut werden, wenn ein Umzug oder Ortswechsel erforderlich ist.
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Es kann von Vorteil sein, wenn der Holzrahmen Vierkanthölzer mit den Maßen 30 mm x 30 mm, jeweils ± 10 mm, umfasst.
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Es kann von Vorteil sein, wenn der Holzrahmen Winkelhölzer umfasst.
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Es kann vorteilhaft sein, wenn umlaufende Eckleisten und Ständer des Holzrahmens oder Holzrahmenkastens im L-Profil und die Querverbinder als Vierkantholzleisten ausgeführt sind, wobei vorzugsweise je Seite 1 bis 2 Querverbinder aus Vierkantholzleisten vorgesehen sind.
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Es kann von Vorteil sein, wenn der Holzrahmenkasten zwei Vorrichtungen zum Anhängen bzw. Einhängen des Fassadenmoduls an der Außenwandung des Tiny-Hauses aufweist, wobei jede Vorrichtung aus einem Metallhaken aus Flachstahl, insbesondere aus Edelstahl, vorzugsweise ausgeführt als Stahlwinkel, besteht, wobei die zwei Metallhaken an der Oberkante des Holzrahmens mit 10 bis 20 cm Abstand von der Seitenkante an einem Holzbrett (1,8 x 200 mm x lichte Holzrahmenkastenbreite) mit Maschinenschrauben M6 oder M8 verankert sind, wobei die Metallhaken exakt passgenau zu paarigen Schlitzen oder Langlöchern in einem an der Traufkante des Tiny-Hauses umlaufenden Winkelprofil-Rahmen angebracht sind.
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Dadurch können die Fassadenmodule vorteilhaft ohne Werkzeug und notfalls von einer Person angehängt und abgehängt werden. Insbesondere bei einem erforderlichen Ortswechsel können die Fassadenmodule mühelos ohne Werkzeugeinsatz abgenommen und im Zugfahrzeug oder auch bei ausreichender Gewichtsreserve eventuell sogar im Innern des Tiny-Hauses transportiert werden.
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Durch diese überraschend einfache, technische Neuerung kann das Tiny-Haus mit einem deutlich höheren Wärmedämm-Standard versehen werden, ohne dass dieses eine gewichtsbezogene Rolle spielen würde.
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Hierbei kann es vorteilhaft sein, wenn das Fassadenmodul ein Gewicht von unter 30 kg aufweist, vorzugsweise von unter 20 kg aufweist, insbesondere wenn das Fassadenmodul eine Aussparung für eine Tür oder ein Fenster aufweist.
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Es kann vorteilhaft sein, wenn das Fassadenmodul einen Sturmhaken aufweist, mit dem das Fassadenmodul werkzeugfrei am Chassis des Tiny-Hauses, nämlich an fest am Untergrund des Tiny-Hauses angebrachten Einhänge-Augbolzen stramm fixierbar ist.
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Insbesondere wir dadurch ein Klappern oder Wackeln der angehängten Fassadenmodule verhindert.
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Es kann vorteilhaft sein, wenn der Holzrahmenkasten Sturmhaken und Einhänge-Augbolzen aufweist, über die zwei nebeneinander angeordnete Holzrahmenkästen sanft auf Spannung bringbar sind. So können zwei Fassadenmodule seitlich verspannt werden, wobei zwei Fassadenmodule vorzugsweise mit jeweils zwei solcher Sturmhaken verbunden werden. Das dient der Herstellung einer gleichmäßigen und durchgängigen Verbindung der einzelnen Fassadenmodule bzw. Dämmpakete zu einer geschlossenen Einheit und vermeidet Wärmebrücken.
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Die Erfindung betrifft schließlich auch ein Tiny-Haus, insbesondere ein Tiny-Haus auf Rädern, mit mehreren an dessen Außenwandung in einem an der Traufkante des Tiny-Hauses umlaufenden Winkelprofil-Rahmen angehängten erfindungsgemäßen Fassadenmodulen, die bei Bedarf wieder abhängbar sind.
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Es kann von Vorteil sein, wenn auf jeder Längsseite des Tiny-Hauses sechs der Fassadenmodule angehängt sind.
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Ein vom Anmelder entworfenes Tiny-Haus auf Rädern von bereits genanntem Typ „Hannover“ wird vorteilhaft an nur zwei Seiten, nämlich den Längsseiten, mit standardisierten Fassadenmodulen, also 2 x 6 angefertigten Segmenten, zusätzlich versehen. Die beiden Stirnseiten des vom Anmelder konzipierten Tiny-Hauses auf Rädern vom Typ „Hannover“ bedürfen keiner zusätzlichen Dämmung von außen, da sie schon planungsgemäß mit einer 30+10 bis 32+18 cm starken Dämmschicht vorgesehen sind oder - bezüglich der Zuschlags-Zahlen (+10 und +13 cm) - vorgenommen werden können.
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Dadurch wird erreicht, dass erstens weniger Dämm-Module nachträglich angebracht werden müssen, zweitens weniger Material benötigt wird, wodurch eine nachhaltigere Produktion eingehalten wird, drittens sich die Montagearbeitszeit verringert, wodurch weniger Energie verbraucht wird, viertens weniger Gewicht zu händeln ist, was die Selbstmontage fördert, fünftens der Aufwand insgesamt verringert, d.h. minimiert, wird und sechstens in allen vorgenannten fünf Punkten weniger Kosten anfallen.
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Es kann von Vorteil sein, wenn die Breite des Tiny-Hauses über Alles ohne die an der Längsseite angehängten Fassadenmodule maximal 2,55 m beträgt.
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Es kann von Vorteil sein, wenn nur an den Längsseiten des Tiny-Hauses die Fassadenmodule angehängt sind.
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Es kann von Vorteil sein, wenn an den Stirnseiten des Tiny-Hauses ebenfalls erfindungsgemäße Fassadenmodule angehängt sind.
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Durch die zusätzliche oder nachträgliche Dämmung eines Tiny-Hauses mittels der erfindungsgemäßen Fassadenmodule werden höhere Dämmstandards erreicht. Die verbesserte Dämmung trägt zur Erhöhung der Lebensqualität bei.
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„Zusätzlich“ bedeutet, dass diese Dämmung zu einer bereits vorhandenen, herstellerseits verarbeiteten mehr oder weniger geringen Standard-Dämmschicht addiert wird.
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„Nachträglich“ bedeutet, dass das gesamte Tiny-Haus beim Transport ohne die angehängten Fassadenmodule gefahren wird. Erst am Zielort bzw. dem Aufstellplatz werden die Fassadenmodule angehängt und damit nachträglich angebracht.
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So kann das Tiny-Haus auf Rädern mit einer am Zielort vorhanden Gesamtbreite von 2,85 bis 3,00 m ohne Sondergenehmigung mit „nur“ 2,55 m Transportreite im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden.
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Die Fassadenmodule sind vorteilhaft dergestalt konstruiert, dass sie ohne Werkzeug auch von einem Laien einfach montiert und demontiert werden können.
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Das ganze Konzept einer zusätzlichen doppelten Dämmung mit ökologischen Dämmstoffen für Tiny-Häuser ist von vorneherein schon stark auf eine DIY-fähige Bauweise ausgelegt.
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Wenn der Bauherr die Fassadenmodule selbst fertigt, können Kosten erheblich vermindert werden.
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Bei bereits fertigen, aber dämmungstechnisch unzureichenden Tiny-Häusern ist erforderlich auch Fassadenmodule für die beiden Stirnseiten vorzusehen. Dies erfordert dann üblicherweise auch das nachträgliche Einziehen eines Stahl-Rahmens, an dem die Fassadenmodule montiert werden können.
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Zusammengefasst ergeben sich stichwortartig folgende Vorteile:
- • ein Maximum an Dämmung ist möglich
- • kein Raum geht nach Innen verloren
- • ergonomische Montage/Demontage
- • kostengünstige Herstellbarkeit/DIY-Eigenbau
- • leichtes Handling bei der Herstellung
- • in mehrfacher Hinsicht ökologisch
- • höherer Gebäudedämmstandard
- • Zugang zu Bebauungsplan-Siedlungen
- • mehr Dämmung bedeutet weniger Heizen und geringere Heizkosten
- • Dämm-Status: Option für Tilgungs-Erlass
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Die doppelte Dämmung mit ökologischen Dämmstoffen für Tiny-Haus hat stichwortartig weiterhin folgen Vorteile:
- • Raum erhalten, Platz sparen, Lebensqualität erhöhen
- • Option, mehrfach Kosten einzusparen
- • Fassadenmodule sind ohne Werkzeug montierbar und demontierbar
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Die doppelte Dämmung mit ökologischen Dämmstoffen für Tiny-Häuser kann bzw. wird unter gewissen Voraussetzungen, nämlich allein schon für das Erreichen der bloßen EnEV2019 und GEG-Standards (mit ökologisch einwandfreien Materialien) unabwendbar sein.
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Um weitere Standards, wie z.B. KfW55, KfW40, KfW40plus (oder gar weitergehende, in Richtung Passiv-/Null- und Plus-Energie-Haus) auch für ein Tiny-Haus auf Rädern erfüllen zu können, um somit Ansprüche auf KfW-Darlehen mit Tilgungserlass zu erlangen, wird in der Zukunft kein Weg um anzuhängende Fassadenmodule herumgehen.
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Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert, das in der Zeichnung dargestellt ist. In dieser zeigen:
- 1 eine Draufsicht auf ein erfindungsgemäßes Tiny-Haus auf Rädern mit 2 x 6 Fassadenmodulen an den Längsseiten und 2 Fassadenmodulen am Heck,
- 2 eine Seitenansicht auf die Steuerbordseite eines erfindungsgemäßen Tiny-Hauses,
- 3 eine Seitenansicht auf die Backbordseite eines erfindungsgemäßen Tiny-Hauses,
- 4 eine perspektivische Draufsicht auf die Einhängeschlitze zum An- bzw. Einhängen der Fassadenmodule,
- 5 eine Vorderansicht des Rahmenaufbaus eines Fassadenmoduls,
- 6 in verschiedenen Ansichten die Anhänge-Vorrichtung für die Fassadenmodule,
- 7 eine Vorderansicht des Hecks eines erfindungsgemäßen Tiny-Hauses,
- 8 eine Vorderansicht des Bugs eines erfindungsgemäßen Tiny-Hauses,
- 9 in perspektivischer Ansicht ein Fassadenmodul,
- 10 in Seitenansicht die Bemaßung eines Fassadenmoduls,
- 11 schematisch in perspektivischer Ansicht die Bereitstellung einer Vorrichtung zum Anhängen eines Fassadenmoduls und
- 12 schematisch in perspektivischer Ansicht eine Detailansicht auf einen Verschleißschutz eines am Tiny-Haus vorgesehenen Winkelprofilrahmens für die Anhängehaken der Fassadenmodule.
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1 zeigte eine Draufsicht auf ein Tiny-Haus auf Rädern mit sechs erfindungsgemäß angehängten Fassadenmodulen auf der Backbordseite und sechs erfindungsgemäß angehängten Fassadenmodulen an der Steuerbordseite sowie zwei Fassadenmodulen am Heck, die optional vorgesehen sein können oder auch als solarthermisch nutzbar und entsprechend ausgestattet sein können. Die Fassadenmodule werden in 1 als Segmente bezeichnet.
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Die Begriffe „links“ und „rechts“ verstehen sich immer in Fahrtrichtung betrachtend und werden analog zur nautischen und bootsbautechnischen Terminologie als: Backbord (Bbd) = links, Heck = hinten (achtern), Steuerbord (Stb) = rechts und Bug = vorn angegeben.
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2 zeigt eine Seitenansicht auf die Steuerbordseite eines erfindungsgemäßen Tiny-Hauses mit sechs erfindungsgemäß angehängte Fassadenmodulen. 3 zeigt eine Seitenansicht auf die Backbordseite eines erfindungsgemäßen Tiny-Hauses mit sechs erfindungsgemäß angehängte Fassadenmodulen.
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4 zeigt eine perspektivische Draufsicht auf die am Tiny-Haus in einem Rahmen vorhandenen Einhängeschlitze zum An- bzw. Einhängen der erfindungsgemäßen Fassadenmodule. Bei diesem Rahmen handelt es sich um einen in den Holz-Ständer-Rahmenbau integrierten Stahlrahmen aus 90° Winkelstahl mit mindestens 3 - 4 mm Materialstärke. Unabhängig von der dadurch erhöhten Stabilität und verbesserten Statik, ist hier das Besondere, dass in Abständen von etwa 700 mm (bei einem Seiten-/Randabstand von +/- 150 mm) Langlöcher eingearbeitet sind. Diese sind 4,0+1,0 mm breit und etwa 40,0+10,0 mm lang. Der Abstand von der Außenkante beträgt exakt das Maß der Materialstärke des Winkelstahlprofils, also 3 - 4 mm. Die letztendlich tatsächlichen Maße hängen von der Verwendung der Anhängevorrichtung bzw. Einhängevorrichtung, also den Anhängehaken. Da bei der Entstehung des Tiny-Hauses von möglichst vielen Bauteilen ein minimalster Wert an „grauer Energie“ und zugleich ein größtmögliches Maß an Eigenleistung erreicht werden soll, können diese Einhänge-Haken relativ einfach selbst hergestellt und das Material aus zweiter Hand oder vom Schrott beschafft werden. Erst nach der Materialbeschaffung dieser Anhang-Haken steht definitiv fest, wie das endgültige Maß für die Einhänge-Schlitze bzw. Langlöcher eingebracht werden muss.
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5 zeigt eine Vorderansicht des Rahmenaufbaus eines Fassadenmoduls. In 5 sind optimale Abmessungen von einzelnen Fassadenmodulen angegeben. Auf beiden Seiten des Tiny-Hauses sind sechs dieser Fassadenmodule („Caissons“) vorgesehen:
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Backbord (links):
- 3 × ä 1.000 mm breit (hintere Hälfte)
- 3 × ä 1.200 mm breit (vordere Hälfte)
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Steuerbord (rechts)
- 4 × ä 1.000 mm breit (hintere Hälfte)
- 2 × ä 1.300 mm breit (vordere Hälfte)
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Im Heck (hinten) können optional zwei weitere Fassadenmodule jeweils hälftig vorgesehen werden. Dies ist jedoch nur bei Tiny-Häusern vorgesehen, die im Heckbereich nicht von vornherein besser gedämmt sind. Die Dämmstärke eines Tiny-Hauses sollte bereits bei der Planung der Stirnwände auf mindestens 300mm ausgelegt sein. Wahlweise kann aber auch eine 2-teilige, abnehmbare, ggf. zusätzliche Solar-Thermieanlage senkrecht eingehängt werden. Diese würde den niedrigen Sonnenstand in den Wintermonaten nahezu optimal zur Warmwasserbereitung ausnutzen. Eine deutlich größere Fläche von 9 m2 ./. Fensterfläche von ca. 2 m2 = 7 m2 würde sowohl in der Übergangszeit (Herbst/Frühling), als auch an sonnigen Wintertagen, den Ø-Warmwasserbedarf in Höhe von 10 Litern/Tag zum Duschen produzieren können. Fällt an Sonnentagen mehr Warmwasser an, als benötigt, kann gezielt die Wasch- oder Spülmaschine mit Warm-Wasser betrieben werden. Das spart die Energie aus anderen, nicht kostenlosen Quellen.
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Diese Fassadenmodule haben keine statisch-tragende Funktion. Aus diesem Grunde können sie in Leichtgewichtsbauweise hergestellt werden. Das heißt: die Konstruktion besteht aus einem Außen-Rahmen aus Vierkant-Hölzern, 30 x 30+10 mm, wobei lediglich die Unterseite mit einem Bodenbrett versehen sein kann. Vorder- und Rückseite sowie beide Außenseiten und die schräge Dach-Fläche sind jeweils mit Windrispenbändern ausstabilisiert. Zwischen den Rahmen begrenzenden Vierkant- oder Winkelhölzern wird das Dämmmaterial eingebracht. Dieses wird nach innen und außen hin mit einer Klimamembran abgeschlossen. Das Dämmmaterial darf dabei minimal, d.h. 1 - 3 mm, aber gleichmäßig über die Außenkanten hinausstehen. Bei der endgültigen An- bzw. Einhängung und Verriegelung der Fassadenmodule wird es nach leicht innen angedrückt, so dass eine bündig-dichte „Verbindung“ (= Anpressung) gewährleistet wird. Zusätzlich sind alle Kanten mit einem Dichtband versehen, wodurch etwaige kleine(st)e Unebenheiten ausgeglichen werden können. Abschließend wird der Anschluss-Kontaktbereich umlaufend mit einem selbstklebenden Dichtband (desselben Herstellers der Klimamembran) luftdicht versiegelt.
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So kann gewährleistet werden, dass beim „blower-door-test“, der U-Wertberechnung und für die Ausstellung des Energie-Ausweises die angehängten Fassadenmodule dämmtechnisch in einer gesamten, geschlossenen Wand betrachtet und berechnet werden kann.
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Gleichwohl können die Fassadenmodule bei einem erforderlichen Ortswechsel mühelos ohne Werkzeugeinsatz abgenommen und im Zugfahrzeug (bei ausreichender Gewichtsreserve evtl. sogar im Innern des Tiny-Hauses) transportiert werden.
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Durch diese überraschend einfache, technische Erweiterung kann das Tiny-Haus mit einem deutlich höheren Wärmedämm-Standard versehen werden, ohne dass dieses eine gewichtsbezogene Rolle spielen würde.
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6 zeigt in verschiedenen Ansichten die Vorrichtung zum Anhängen der Fassadenmodule. Dieses Bauteil zum Anhängen der Fassadenmodule ist als An- bzw. Einhängehaken ausgebildet. Mit diesem überraschen einfachen „Trick“ gelingt es beim Tiny-Haus auf Rädern das eigentlich Unmögliche dennoch möglich zu machen.
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Als „völlig aussichtslos“ gilt nämlich in der Tiny-Haus-Gemeinschaft von Käufern, Herstellern und Selbstbauern, dass man ein Tiny-Haus bauen könnte, welches modernen Anforderungen an Dämmwert-Technik und ökologischer Bauausführung entspräche.
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Als das absolute Maximum wird in dieser Tiny-Haus-Gemeinschaft die Einhaltung der EnEV von 2016 verstanden, die wiederum aus Gewichtsgründen ausschließlich mit Chemie-Produkten bislang erreicht werden konnte.
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Um in Richtung auf ein KfW55-Haus oder besser, in Richtung Passivhaus-Standard kommen zu können, sind Dämmungen von mindestens 35 cm und Wandstärken von 40 cm nicht ungewöhnlich, sondern eher das übliche Maß und Muss.
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Bei der einer maximal zulässigen BüA (Breite über alles) von 2,55 m gemäß Stra-ßenverkehrsordnung (StVO), bliebe abzüglich einer Wandstärke von 2 x 40 = 80 cm mit lediglich 1,75 m lichter Innen-Breite, freilich auch kaum noch Platz zum Leben übrig.
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Ferner würde die zweite Vorschrift aus der StVZO (Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung), demzufolge ein Anhänger, wenn er noch mit einem großen Pkw eigenständig gezogen können werden soll, das zulässiges Gesamtgewicht von 3,5 t nicht überschreiten darf, nicht eingehalten werden können.
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Aus diesem Grunde ist das erfindungsgemäße Tiny-Haus mit 2,55 m BüA weiterhin straßenverkehrstauglich und bleibt trotz ökologischer Dämm-Materialien mit einer Dämm- /Wandstärke von rund 15 bis 20 cm unterhalb der Zulassungsvorgabe von 3,5 t.
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Dies entspricht bereits einer doppelten bis dreifachen Dämm-/Wandstärke, als es bei herkömmlichen Tiny-Häusern üblich ist. Mit einer ökologischen Dämmung zwischen 14 und 18 cm plus einer Innen- u. Außenverkleidung mit zusätzlichem Dämmwert kann die EnEV/das GEG bereits erfüllt werden. Für weitergehende Standards (KfW55-Haus oder besser) kommt nun die zusätzliche Außen-Anhänge-Fassade zum Tragen.
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Durch das technisch relativ einfache Haken-Einhänge-System können die 1,00 bis 1,30 m breiten Fassadenmodule notfalls sogar von einer Person allein und ohne Werkzeug nachträglich, d.h. wenn das Tiny-Haus-Fahrzeug seinen endgültigen Ziel- und Standplatz erreicht hat, an die Fassade montiert werden.
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Sollte später ein Umzug erforderlich sein, lassen sich die Fassadenmodule ebenso einfach und ohne Werkzeug wieder abnehmen und im Zugfahrzeug oder sogar - vorausgesetzt, es bleibt genügend Gewichtsreserve - im Tiny-Haus-Inneren verstauen.
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Bei der vorgesehenen (Längs-)Wandstärke bleibt eine lichte Innenraum-Breite von 2,15 m im Wohnraum. Bei einer ansonsten dem Tiny-Haus angepassten, optimalen Innen-Einrichtung und -Raumaufteilung ist das mehr, als bei den meisten Tiny-Häusern trotz geringerer Wandstärken, also größerer BüA, zu finden ist, da in der Regel der Raum nicht gut genutzt wird.
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Die Betonung liegt hier auf den Längs-Wänden, weil die vordere und hintere Stirnwand des erfindungsgemäßen Tiny-Hauses bereits in der Planung eine mindestens 30 cm starke Wand erhalten. Lediglich bei Fremdprodukten anderer Tiny-Haus-Hersteller müssen die Anhänge-Fassadenteile auch für die beiden QuerWände in Bug und Heck vorgesehen werden.
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Das Material für diese Vorrichtung zum Anhängen des Fassadenmoduls sollte vorzugsweise aus 3 - 4 mm Edelstahl bestehen. Stahl, verzinkt wäre auch in Ordnung, es sollten hier 4 - 5 mm gewählt werden. Das hängt von den jeweiligen Möglichkeiten der Beschaffung ggf. aus zweiter Hand ab.
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Es kann auch ein einfacher Stahlwinkel genommen werden: Ein Schenkel wird auf 40 mm abgelängt, der Verschnitt kann sofort als Biege-Klotz verwendet und es muss nur 1 Arbeitsvorgang beim Biegen durchgeführt werden. Anschließend kann derselbe Abschnitt sogleich in den Längsbalken derart eingepasst werden, dass beim Einhängen der tragende Balken keinerlei Verschleiß unterliegt.
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7 zeigt eine Vorderansicht des Hecks eines erfindungsgemäßen Tiny-Hauses, und 8 zeigt eine Vorderansicht des Bugs eines erfindungsgemäßen Tiny-Hauses.
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Die wesentlichen Merkmale für die Heck- und Bug-Ansichten sind:
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Heck:
- Der achtere Teil des Tiny-Hauses sollte nach Möglichkeit nach Süden ausgerichtet sein, um über die großen Fenster eine möglichst große passive Wärmegewinnung erzielen zu können.
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Die Fassadenmodule verlaufen bei zuvor nicht ausreichender Dämmung im Heck nun über die erweiterte Breite von 295+5 cm, nachdem die Längswand-Fassadenmodule eingehängt worden sind.
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Für das erfindungsgemäße Tiny-Haus des Anmelders kann anstelle der Wärmedämmung-Verstärkungs-Fassadenmodule (die nicht erforderlich sind, weil die Stirnwände bereits mit mindestens 30+10 cm Dicke verbaut werden) eine zusätzliche Solar-Thermie-Außen-/=Fassaden-Anlage vorgesehen sein.
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Angaben über die Dach-Maße (10°-
):
| StVO Basis-Maß (≙ 2.550 mm × ½) | = 1.275 mm |
| Basis/Innenmaß (≙ 2.150 mm × ½) | = 1.075 mm |
| Basis/Außenmaß (≙ 2.950+50 mm × ½) | = 1.500-50 mm |
| Höhe (h) Basis/Traufe zum Dachfirst | = 150 mm |
| Spannweite/Hypotenuse First-Traufe | = 1.315∓10 mm |
| Spannweite/Hypotenuse Innenmaß | = 1.0854∓10 mm |
| Spannweite/Hypotenuse Außenmaß*1 | = 1.550∓10 mm |
| Spannweite/Hypotenuse Außenmaß*2 | = 1.880∓10 mm |
| *1= bei angehängter Zusatz-Fassade |
| *2= inkl. Anhänge-Fassade plus Dachüberstand |
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Bug:
- Der fensterlose Bug ist folglich, wenn irgend möglich, nach Norden auszurichten. Im Haus-Inneren sind an dieser Stelle Küche u. Bad platziert. Diese Bereiche haben keinen zwingenden Bedarf an Passiv-Erwärmung.
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Der „Technik-Raum“ im Bug ist als Vorbau zu einer harmonischen Einheit mit dem Haus verbunden. Er enthält die Fahrrad-Garage & Solarduschen-Außen-Anlage und tritt 0,48m2 für Bad(ewanne) und TrockenTrennToilette ab.
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In der Walm-Fläche ist eine DIY-Solarthermie-Anlage in Dreiecksform montiert. Sie ist an der Spitze scharnierartig gelagert und über 2 Teleskop-Stützen an den Basis-Ecken hochstellbar. So kann die Nord-Lage in eine Süd-Ausrichtung geändert werden. Das Stagnationsproblem ist somit „automatisch“ gelöst.
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Angaben über die Dach-Maße (30°-
):
| StVO Basis-Maß (≙ 2.550 mm × ½) | = 1.275 mm |
| Basis/Innenmaß (≙ 2.150 mm × ½) | = 1.075 mm |
| Basis/Außenmaß (≙ 2.950 mm × ½) | = 1.075 mm |
| Höhe (h) Basis/Traufe zum Dachfirst | = 550 mm |
| Spannweite/Hypotenuse First-Traufe | = 1.500∓10 mm |
| Spannweite/Hypotenuse Innenmaß | = 1.207 5∓10 mm |
| Spannweite/Hypotenuse Außenmaß*1 | = 1.750∓10 mm |
| Spannweite/Hypotenuse Außenmaß*2 | = 2.000∓10 mm |
- *1= bei angehängter Zusatz-Fassade
- *2= inkl. Anhänge-Fassade plus Dachüberstand
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Das Haupt-Unterscheidungsmerkmal der beiden Stirnwände besteht darin, dass im Heck die größten Fenster und im Bug gar keine Fenster verbaut sind (Ausrichtung = Nord). Zudem ist im Bug ein 60cm tiefer Technik-Vorbau montiert.
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9 zeigt in perspektivischer Ansicht ein erfindungsgemäßes Fassadenmodul. Die Windrispenbänder von Vorder- u. Rückseite des Fassadenmoduls sind ebenso, wie die über Kreuz laufenden Windrispenbänder der Seitenwände jeweils beidseits montiert. Aus Übersichtlichkeitsgründen wurden sie in 1 nur für eine Seite dargestellt. Fassadenmodule mit Tür-, Loft-Fenster-Ausschnitten und Zwerchdach-Schrägkanten sind entsprechend in der Form angepasst.
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10 zeigt in Seitenansicht die Bemaßung eines erfindungsgemäßen Fassadenmoduls.
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11 zeigt schematisch in perspektivischer Ansicht die Bereitstellung einer Vorrichtung zum Anhängen eines Fassadenmoduls. Dazu wird ein handelsüblicher Stahl-/Regal-Winkel an einem (dem „oberen“) Schenkel etwa um die Hälfte seiner Gesamt-Länge gekürzt/abgesägt. Das abgeschnittene Reststück wird sogleich mit dem nun längeren Schenkel zusammen (als Biege-Klotz) in einen Schraubstock eingespannt, um - gemäß 11 - den jetzt kürzeren, oberen Schenkel um 90°, also parallel zum langen Schenkel umzubiegen. Im oberen Bereich des längeren Schenkels werden 2, maximal 4 Gewindebohrungen vorher oder nachträglich angebracht. Mehr wird nicht benötigt, um Anhängehaken für ein Fassadenmodulen bereitzustellen. Es werden auf jeder Längsseite eines Tiny-Hauses 12 Anhängehaken (für je 6 Fassadenmodule) benötigt. Für die Stirnseiten nur je vier Anhängehaken (für je 2 Fassadenmodule) vorgesehen.
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12 zeigt schematisch in perspektivischer Ansicht eine Detailansicht auf einen Verschleißschutz eines am Tiny-Haus vorgesehenen Winkelprofilrahmens für die Anhängehaken der Fassadenmodule.