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Die Erfindung betrifft ein System zur Beschattung eines Lichtbandes in einer Wand, insbesondere einer Stallwand, mit mindestens einer drehbaren Wickelwelle, einem Drehantrieb für die Wickelwelle und einer Bahn eines flexiblen Flächengebildes, deren oberer Rand an der Wickelwelle befestigt ist gemäß dem Oberbegriff des Schutzanspruchs 1.
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Derartige Beschattungsvorrichtungen sind auch unter der Bezeichnung ”Rollo” bekannt.
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Bei der Beschattung von Lichtbändern für Stallungen, insbesondere Geflügelställen, stellt sich das Problem, dass die Stallwände sehr große Längen aufweisen, wobei in regelmäßigen Abständen von beispielsweise 5 m vertikale Träger vorgesehen sind, welche die Stallwände halten. Zur Beschattung der zwischen den Trägern liegenden Abschnitte eines Lichtbandes werden üblicherweise Sperrholzplatten vorgesehen. Es sind auch anhebbare Beschattungsplanen bekannt, für die ein Aufnahmekasten im Bereich unterhalb des Lichtbandes vorzusehen ist. Rollo-artige Beschattungen wurden bisher nicht vorgeschlagen, weil diese zwangsläufig einen großen Abstand zum Lichtband aufweisen, der zumindest der Breite der Träger entspricht und folglich das Lichtband nicht zuverlässig abdecken. Ferner sind Beschattungen nach Art von Rollos bekannt, die vor oder hinter den Trägern liegen. Folglich weisen entweder die Beschattungen einen zu großen Abstand von der Wand auf oder die Träger müssen mit einem Abstand an der Wand befestigt werden.
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Aufgabe der Erfindung ist es, ein zuverlässiges System zur Beschattung eines Lichtbandes zu schaffen, das auch bei mehreren senkrechten Trägern, welche unmittelbar an der Wand angeordnet sind, eine zuverlässige Abdeckung des Lichtbandes durch das flexible Flächengebilde gewährleistet.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Gesamtheit der Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
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Die Erfindung schlägt vor, zwischen jedem Paar zueinander benachbarter Träger auf jeweils einen Wickelwellenabschnitt in der Regel eine Bahn des flexiblen Flächengebildes aufzurollen. Die Wickelwellen liegen also nicht vor oder hinter den Trägern sondern erstrecken sich dazwischen. Die einzelnen Wickelwellenabschnitte zwischen den Trägern sind miteinander gekoppelt, sodass ein gemeinsamer Drehantrieb für das gesamte Beschattungssystem ausreicht. Jeder Träger weist eine Bohrung mit sich parallel zur Wandebene erstreckender Achse zur Lagerung der Wickelwelle auf, die oberhalb des Lichtbandes angeordnet ist. Die horizontalen Bohrungsachsen aller Bohrungen können miteinander fluchten. Alle Wickelwellenabschnitte können im Wesentlichen entlang der gleichen Achse ausgerichtet sein und miteinander verbunden werden.
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Das vorgeschlagene System ist kostengünstig, einfach in der Montage und insbesondere in der Bedienung. Es muss nur ein Drehantrieb aktiviert werden, um sämtliche, durch die flexiblen Bahnen zwischen je zwei Trägern gebildete Rollos aufzuwickeln oder abzuwickeln. Die einzelnen Rollos können sehr nahe an dem abzudunkelnden Lichtband, das heißt sehr nahe an der Oberfläche der Wand angeordnet sein, weil sich die Wickelwellenabschnitte zwischen den Trägern und nicht außerhalb der Träger erstrecken. Es ist nicht erforderlich, einen Aufnahmekasten nahe dem Lichtband anzubringen, da die Aufwicklung des Flächengebildes auf eine Wickelwelle platzsparend und störungsfrei ohne besondere Aufnahmekasten erfolgt. Durch das Aufwickeln können sich in den Rollos keine Schädlinge einnisten.
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Dabei kann der Drehantrieb für das Beschattungssystem sowohl manuell als auch motorisch betätigt werden. Bei einer leichtgängigen Lagerung der Wickelwelle reicht die Kraft, die manuell z. B. über eine Antriebskurbel ggf. in Verbindung mit einem Getriebe aufgebracht wird, aus, um die Rollos über die gesamte Länge des Lichtbandes abzusenken oder aufzuwickeln. Als motorischer Antrieb für die Wickelwelle eignet sich ein Rohrmotor oder jeder andere Elektromotor mit ausreichendem Drehmoment.
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Ferner können die Bohrungen in den Trägern nahe der Wand angeordnet sein. Dies führt dazu, dass die aus Bahnen flexiblen Flächengebildes bestehenden Rollos zwischen den Trägern in unmittelbarer Nähe zur Wand und dem in der Wand angeordneten Lichtband liegen.
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Die Wickelwelle kann länger sein, als der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Trägern. Die Wickelwelle kann sich über die gesamte Länge des Lichtbandes erstrecken. Dabei durchragt die Wickelwelle sämtliche miteinander fluchtenden Bohrungen der aufeinanderfolgenden Träger.
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Um die Montage zu erleichtern, kann die Wickelwelle auch aus Wellenabschnitten bestehen, deren Länge im Wesentlichen dem Abstand zwischen Trägern entspricht. Zwischen zwei Wellenabschnitten kann ein Lagerteil vorgesehen sein, das zwei Wellenabschnitte miteinander verbindet und in der Bohrung eines Trägers aufgenommen ist.
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Das Lagerteil kann beispielsweise als zylinderförmiges Kunststoffteil ausgebildet sein. Die zylinderförmige Wand des Kunststoffteils kann in diesem Fall in der kreisförmigen Innenfläche der Bohrung aufliegen. Das Lagerteil kann zwei elastisch verformbare Stutzen aufweisen, welche jeweils in ein hohles Ende eines Wellenabschnitts eingesteckt sind. Es sind aber auch andere Verbindungsformen möglich. Zum Beispiel kann das Lagerteil Hohlräume aufweisen, in die jeweils ein Ende eines Wellenabschnitts eingesteckt wird. Ferner können Lagerteil und Enden der Wellenabschnitte miteinander verschraubt oder verklebt werden.
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Alternativ zu der unmittelbaren Gleitlagerung des Lagerteils in einer Bohrung kann auch ein Wälzlager an dem Träger im Bereich der Bohrung befestigt werden, in dem das Lagerteil gelagert ist. Selbstverständlich kann auch die durchgehende Wickelwelle selbst in Wälzlagern gelagert sein.
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In der Praxis kann das flexible Flächengebilde aus textilem Material, insbesondere einem Gewebe bestehen. Das flexible Flächengebilde kann am oberen Rand einen Keder aufweisen, der in eine Kedernut der Wickelwelle eingeführt ist. Ferner kann das flexible Flächengebilde am unteren Rand einen Hohlsaum aufweisen, in den ein Metallstab eingefügt ist. Der Metallstab dient der Beschwerung des unteren Randes des durch das flexible Flächengebilde gebildeten Rollos. Dies bewirkt, dass das Rollo gespannt vor dem Lichtband hängt und auch durch Windeinflüsse nicht zu sehr von dem Lichtband fortbewegt wird.
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In der Praxis können ferner an den Trägern Führungsstege befestigt sein, welche sich parallel zur Wand erstrecken, wobei beim Auf- und Abrollen des Flächengebildes dessen seitlicher Rand zwischen Wand und Führungssteg liegt. Mit anderen Worten wird in einem Abstand von wenigen Zentimetern von der Wandoberfläche ein wandparalleler kurzer Steg von wenigen Zentimetern Breite am Träger befestigt. Zwischen dem Steg und der Wandfläche entsteht ein Führungskanal für den Rand des Rollos. Hierdurch wird die Stabilität der wandnahen Position des Rollos auch bei Windeinwirkung zusätzlich gesteigert.
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Das erfindungsgemäße System eignet sich insbesondere für Stallwände, welche außenliegende Stahlstützen aufweisen, die in einem Abstand von mehreren Metern, zum Beispiel 5 m, zueinander angeordnet sind. Die vorgeschlagene Lösung ist preiswert und auch für große Stalllängen von beispielsweise 100 m geeignet. Ein einheitlicher und einfacher Antrieb zur gleichzeitigen Beschattung oder Verdunklung sämtlicher Bereiche zwischen den Stahlstützen ist ohne Weiteres möglich.
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Das System ist schell zu montieren und weist eine geringe Reparaturanfälligkeit auf. Durch die unmittelbare Nähe zur Wand ist das System wenig anfällig gegen Windeinflüsse. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn eine Führung der seitlichen Ränder der Rollos, z. B. durch die oben genannten Führungsstege vorgesehen ist.
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Das Anbringen der erforderlichen Bohrungen mit einem Durchmesser von 40 mm oder weniger in den Stahlstützen der Wände hat keinen negativen Einfluss auf deren Tragfähigkeit.
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Es ist anzumerken, dass das vorgeschlagene System auch zur Beschattung anderer Lichtöffnungen oder Fenster geeignet ist.
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Ausführungsformen der Erfindung werden nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben.
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1 zeigt eine schaubildliche Darstellung einer Wand einer modernen Stallanlage.
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2 zeigt eine schematische Vorderansicht des Lichtbandes der Wand aus 1 mit erfindungsgemäßem Beschattungssystem.
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3 zeigt eine geschnittene Seitenansicht der Wand aus den 1 und 2.
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4 zeigt eine vergrößerte Detailansicht des Antriebs des Beschattungssystems an der Wand aus den 1 bis 3.
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5 zeigt eine schematische Vorderansicht zweier benachbarter Abschnitte des Beschattungssystems aus 4.
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6 zeigt eine Querschnittsdarstellung der Wickelwelle mit Lagerteil.
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7 zeigt eine Vorderansicht zweier Wickelwellenabschnitte mit Lagerteil.
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Die 1 zeigt eine schematische Darstellung einer in Längsrichtung verlaufenden Wand 1 einer Stallanlage. Der Stall ist mit einem Dach 2 versehen, welches über die Wand 1 des Stalls hinausragt. Der obere Streifen der Wand 1 ist als Lichtband 3 ausgebildet. Das Lichtband 3 ist mit einem licht- und luftdurchlässigen textilen Material verschlossen, welches Insekten am Eindringen in den Stall hindert. Der Bereich der Wand 1 unterhalb des Lichtbandes ist im Wesentlichen licht- und luftdicht ausgebildet.
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Die Wand 3 wird im Wesentlichen von I-formigen Stahlträgern 4 getragen. Diese I-förmigen Stahlträger 4 erstrecken sich vertikal und parallel zueinander und weisen einen Abstand von etwa 5 m zum jeweils benachbarten Stahlträger 4 auf. Im oberen Winkel zwischen Wand 1 und Dach 2 erstreckt sich eine Wickelwelle 5 für das beschriebene Beschattungssystem. Wie insbesondere in 4 zu erkennen, weist jeder Stahlträger 4 nahe der Wand 1 eine Bohrung 6 auf, welche von einem Teil der Wickelwelle 5 durchragt wird. Die Wickelwelle bildet so miteinander gekoppelte Wickelwellenabschnitte 7, welche sich jeweils zwischen zwei zueinander benachbarten Trägern 4 waagerecht in unmittelbarer Nähe zur Wand 1 erstrecken.
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Auf jedem Wickelwellenabschnitt ist eine Bahn 8 eines flexiblen Flächengebildes, insbesondere eines lichtundurchlässigen Beschattungstextils aufgerollt. Wie insbesondere die 6 zeigt, wird jeder Wickelwellenabschnitt 7 von einem Kedernutrohr gebildet. An zwei gegenüberliegenden Seiten dieses Rohres sind Nuten 9 mit einem gegenüber dem Durchmesser der Nut 9 verengten Öffnungsquerschnitt angeordnet. Randverdickungen oder Keder des textilen Flächengebildes 8 können in die Kedernuten 9 eingeschoben werden und so dass textile Flächengebilde 8 mit dem Wickelwellenabschnitt 7 verbinden.
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Mehrere nebeneinander liegende Abschnitte der Lichtbandbeschattung sind in der 2 dargestellt. Neben dem ersten Abschnitt ist ein Antrieb 10 für die Wickelwelle 5 vorgesehen. Es handelt sich im vorliegenden Fall um einen mechanischen Antrieb, der mit einer Betätigungskette 11 versehen ist. Selbstverständlich können auch motorische Antriebe verwendet werden, insbesondere wenn die Länge der Wand 1 ein gewisses Höchstmaß übersteigt.
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Der Antrieb 10 dreht die Wickelwelle, so dass die Bahnen 8 des Beschattungstextils entweder auf die Wickelwelle 5 aufgewickelt oder von der Wickelwelle 5 abgewickelt werden. Aufgrund der Kopplung aller Wickelwellenabschnitte 7 ist nur ein Antrieb 10 für das gesamte Beschattungssystem erforderlich. Da sich die Wickelwellenabschnitte jeweils zwischen zwei benachbarten Trägern in der Nähe der Wand erstrecken, verlaufen die abgewickelten Bahnen 8 des flexiblen Flächengebildes in unmittelbarer Nähe zum Lichtband 3 und verdunkeln dieses zuverlässig.
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Nahe dem Bereich in Wandnähe, in dem sich die Bahnen 8 erstrecken, sind an den Trägern 4 Führungsstege 12 befestigt. Diese Führungsstege 12 bilden zusammen mit der Wandaufnahme eine Spalte mit einer Breite in der Größenordnung von 1 cm. Sie stellen sicher, dass sich die Bahnen 8 stabil in der Nähe der Wand 1 erstrecken. Wie insbesondere in 3 und 5 zu erkennen, sind am unteren freien Rand der Bahnen 8 Hohlsäume 14 angeordnet, wobei in jeweils in einem Hohlsaum 14 ein Metallstäbe eingebracht ist, der durch seine Gewichtskraft die Bahn 8 spannt.
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Die Führungsstege 12 sind L-förmig ausgebildet und mit einem Schenkel an den Trägern 4 festgeschraubt. Andere Befestigungsarten (Schweißen, Schrauben, Kleben) sind selbstverständlich zum Befestigen der Führungsstege 12 an den Trägern 4 auch möglich.
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Insbesondere in der 5 ist zu erkennen, dass sich die Wickelwelle 5 zusammensetzt auf Wickelwellenabschnitten 7 und dazwischen angeordneten Lagerteilen, welche je zwei Wickelwellenabschnitte 7 miteinander verbinden und die Bohrungen 6 der Träger 4 durchragen. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist der Führungssteg 12 in 5 nicht dargestellt.
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Die Lagerteile sind ebenfalls in 6 und 7 dargestellt. Sie bestehen aus einem abriebfesten Kunststoff, beispielsweise Polyamid. Die Lagerteile könne zur direkten Lagerung der Wickelwellenabschnitte 7 in den Bohrungen 6 der Träger 4 verwendet werden. In der Praxis wird das Beschattungssystem in der Regel nur wenige Male im Jahr betätigt. Die Lagerung durch in den Bohrungen 6 aufgenommene Lagerteile 13 sind daher ausreichend. Wenn eine zu hohe Flächenpressung oder ein zu großer Abrieb zu befürchten ist, kann die Auflagefläche der Bohrungen 6 durch in die Bohrungen eingesteckte Hülsen vergrößert werden. Ebenfalls ist es möglich, Wälzlager zum Lagern der Lagerteile zu verwenden, um die Dauerfestigkeit der Lagerstellen zu erhöhen.
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Die Wickelwelle 5 muss aber nicht notwendigerweise aus Wickelwellenabschnitten 7 bestehen, welche über Lagerteile 13 miteinander verbunden sind. Es ist auch möglich, eine durchgehende Wickelwelle 5 vorzusehen, welche die Bohrungen 6 in den Trägern 4 durchragt oder Wickelwellenabschnitte, die sich über mehrere Träger hinweg erstrecken.
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In 6 ist zu erkennen, dass die Lagerteile 13 zur Aufnahme der Kedernuten 9 ebenfalls Nuten aufweisen. Hierdurch werden die Enden der Lagerteile 13 flexibel ausgebildet und das Aufstecken der Enden der Wickelwellenabschnitte 7 wird erleichtert.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Wand einer Stallanlage
- 2
- Dach
- 3
- Lichtband
- 4
- Stahlträger
- 5
- Wickelwelle
- 6
- Bohrung
- 7
- Wickelwellenabschnitt
- 8
- Bahn eines flexiblen Flächengebildes, Beschattungstextil
- 9
- Kedernut
- 10
- Antrieb
- 11
- Betätigungskette
- 12
- Führungssteg
- 13
- Lagerteil
- 14
- Hohlsaum