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Die Erfindung betrifft eine Ausrüstung für ein Rückschlagspiel wie Tennis, Badminton oder Federball und ist besonders geeignet, eine Abwandlung derartiger Spiele, wie sie vom Anmelder vorgeschlagen wird, zu spielen.
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Übliche Rückschlagspiele beruhen darauf, dass mittels eines mit Saiten bespannten Schlägers ein Ball oder Federball über eine Abtrennung zwischen zwei Spielfeldhälften durch die Spieler hin und her geschlagen wird. Ziel dabei ist es, das Spielgerät so zurückzuschlagen, dass der Gegner nicht in der Lage ist, das Spielgerät so in das gegnerische Spielfeld zurückzuschlagen, dass es dabei innerhalb der Spielfeldbegrenzung den Boden berührt.
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Jede Berührung des Bodens innerhalb der Spielfeldbegrenzung wird dabei für den schlagausführenden Spieler nach festgelegtem Punktesystem mit Punkten bewertet. Trifft der Ball allerdings außerhalb der Spielfeldbegrenzung auf, so werden die Punkte dem Gegenspieler gutgeschrieben. Beim Erreichen einer in den Regeln festgelegten Punktezahl wird das Spiel beendet und der Spieler mit der höheren Punktezahl gilt als Gewinner.
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Durch den Anmelder wurde nun vorgeschlagen, die Regeln dahingehend zu ändern, dass die Abtrennung zwischen den Spielfeldern entfällt und jedem Spieler eine separate Trefferfläche auf dem Spielfeld zugewiesen wird. Diese Trefferfläche kann mit üblichen Mitteln, beispielsweise mit einer farbigen Linie wie beispielsweise Kreide oder Bändern markiert werden. Hierbei hat es sich als günstig erwiesen, jede Spielfläche als Trapez (5) mit einer Tiefe (T) von 3,5 m, einer Vorderseite(V) von 2,5 m und einer Hinterkante (H) von 3,8 m zu markieren, wobei der Abstand (A) zwischen beiden Spielflächen 6,8 m betragen sollte. Ziel dieses Spieles ist es, das gegnerische Spielfeld mit dem Spielgegenstand, dem Spielball zu treffen. Hierbei zählt jeder Treffer des gegnerischen Spielfeldes einen Punkt. Die Besonderheit des Spieles ist, dass darüber hinaus jeder Treffer des gegnerischen Körpers mit drei Punkten bewertet wird. Insbesondere bei der Abwehr von Körpertreffern erweisen sich herkömmliche Tennis- oder Federballschläger als zu unhandlich. Wünschenswert ist es, wenn der Abstand zwischen Handgriff und Schlagfläche auf die körperlichen Maße des Spielers eingestellt werden kann.
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Ein herkömmlicher Schläger setzt sich aus der Schlagfläche, dem Griff und einem die Schlagfläche und den Griff verbindenden Schaft zusammen. Dabei besteht die Schlagfläche aus einem Rahmen und einer Bespannung aus sich kreuzenden Filamenten in Sehnenstärke.
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Zur Verbesserung der Spielmöglichkeiten von ähnlichen Rückschlagspielen wurden bereits viele Variationen vorgeschlagen, von denen im Folgenden einige vorgestellt werden.
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So wird in der
EP 1 886715 A1 ein Ballspiel vorgestellt, das auch bei schlechten Sichtverhältnissen, insbesondere in der Dämmerung und Dunkelheit, gut spielbar ist. Hierzu sollen ein besonders ausgestalteter Schläger und ein besonders ausgestalteter Ball dienen. Dabei ist der Rahmen entlang seines Umfangs mit LEDs bestückt. Auch der Ball soll entlang zumindest eines umlaufenden Ringes mit LEDs versehen sein.
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Um einen Federballschläger besser verstauen zu können, schlägt die
DE 17 39 435 U1 vor, dass ein kombinierter Federballschläger angeboten wird, der leicht von Hand in zwei gleiche Längen, die einerseits aus der Schlagfläche mit einem Schaftstumpf, andererseits aus dem restlichen, längeren Schaftstück mit dem Griff gebildet werden, getrennt werden kann. Beide Teile bilden zusammengekoppelt das spielfertige Gerät. Dabei wird zusätzlich vorgeschlagen, dass eine Aushöhlung im Griff vorhanden sein kann, in der zum Beispiel ein Ersatzball zu verstauen ist.
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Zur Variation der Schlagstärke wird in der
WO 2016/195035 A1 ein Federballschläger vorgeschlagen, dessen Rahmenquerschnitt so gestaltet ist, dass dieser beim Schlagen mit der Vorderseite eine andere Härte der Bespannung aufweist als beim Schlagen mit der Rückseite.
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Derselben Aufgabe dient ein in der
EP 2 829 305 B1 vorgeschlagener Schläger, der aus einem Rahmen, einem Griff und einem Schaft, der den Rahmen und den Griff verbindet, besteht. Eine Kappe, die an dem Griff befestigt ist, stützt einen Teil des Schafts von einer umlaufenden Seite des Schafts. Dadurch, dass die Kappe den Schaft asymmetrisch umschließt, ändert sich die Elastizität des Schaftes je nach Ausrichtung des Schlägers.
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Um die Spielgeschwindigkeit zu reduzieren, wird in der
DE 87 14 779 U1 ein Wurf- und Fangspiel vorgeschlagen, bei dem sich Spieler federballähnliche, mit Saugnäpfen versehene Wurfgegenstände zuwerfen und mit der Fangscheibe auffangen. Der Wurfgegenstand bleibt dabei an der Fangscheibe haften, kann allerdings leicht von der Fangscheibe abgezogen und weitergeworfen werden. Der dargestellte Wurfgegenstand ähnelt dem bekannten Federball. Er hat auch dessen Größe, trägt aber am vorderen, schwereren Ende statt des runden Hartgummikopfes einen Gummi-Saugnapf.
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Es wurde bisher jedoch kein Schläger vorgeschlagen, der eine individuelle Anpassung des Schlägers an die Bedürfnisse des zu Anfang vorgestellten Spieles erlaubt.
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Aus diesem Grunde ist es Aufgabe der Erfindung, einen Schläger vorzuschlagen, der den speziellen Bedürfnissen des Spielers angepasst werden kann. Hierbei soll insbesondere der Abstand zwischen Hand und Schlagfläche variiert werden können.
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Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch einen Schläger gemäß den Merkmalen des Hauptanspruches gelöst. Die Unteransprüche beschreiben weitere Merkmale, die zur Verbesserung der erfindungsgemäßen Lösung beitragen.
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Ein erfindungsgemäßer Schläger besteht aus der Schlagfläche in Form eines mit sehnenartigen Filamenten bespannten Rahmens (1), einem Griff (2) und einem Schaft (3), der den Rahmen (1) und den Griff (2) verbindet. Der Rahmen (1) hat eine ovale oder kreisrunde Form und ist fest mit dem Schaft (3) verbunden. Griff (2) und/oder Schaft (3) sind so ausgestaltet, dass die Länge des Schaftes (3) individuell einstellbar ist.
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Hierzu besitzt der Griff (2) in Längsrichtung eine Aushöhlung (21), die so bemessen ist, dass in diese Aushöhlung (21) der Schaft (3) des Schlägers formschlüssig eingeschoben werden kann. Am Griff (2) ist eine Arretierungsvorrichtung vorhanden, mit deren Hilfe der Schaft (3) in dem Griff (2) form- oder kraftschlüssig so fixierbar ist, dass ein Verschieben oder Verdrehen durch die beim Spiel auftretenden Kräfte verhindert wird.
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Alternativ kann der Schaft (3) aus mehreren Schaftabschnitten bestehen, die teleskopierbar ineinandergeschoben und in jeder Position fixiert werden können.
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Um den Schaft (3) im Griff (2) zu fixieren, befindet sich an der Eintrittsöffnung für den Schaft (3) im Griff (2) eine bekannte Klemmvorrichtung (4), die den Schaft (3) umschließt.
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Um zu verhindern, dass sich der Schaft (3) im Griff (2) verdreht, können der Querschnitt des Schafts (3) und die ihn aufnehmende Aushöhlung (21) die Form eines Kreises, einer Ellipse oder eines Vielecks haben.
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Die Klemmvorrichtung (4) besteht aus einer Anzahl mit dem Griff (2) verbundener, in Richtung zum Rahmen (1) verjüngter Klemmbacken (41) und einem darauf in Längsrichtung des Griffes (2) verstellbaren, mit einem Innenkonus versehenen Klemmring (42). Der Klemmring (42) kann mittels einer Schraubverbindung (43) auf dem Griff (2) verschoben werden.
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Allerdings sind andere Ausführungen der Klemmvorrichtung (4), die eine Fixierung des Schafts (3) im Griff (2) erlauben, ebenfalls im Sinne der Erfindung. Für das Spiel wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen, den Spielball (5) aus einer überwiegend halbkugelförmigen Kappe (51) und einem sich von diesem nach hinten erstreckenden Federkranz (52) zu gestalten.
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Dadurch, dass die Federn des Federkranzes (52) in einem vorderen Bereich (VB), dessen Länge zwischen ½ und ¾ der Länge der Federn beträgt, kegelförmig mit einem Ausgangswinkel (a) zwischen 45 und 55°, auseinanderstreben, wird bewirkt, dass sich der Ball, wie vom Federball bekannt, nach dem Abschlag schnell in Flugrichtung ausrichtet. In diesem Bereich sollen die Federn möglichst starr gestaltet sein.
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In einem hinteren Bereich werden hierbei die Federn so nach außen abgewinkelt sein, dass sie im hinteren Bereich (HB) einen Spreizwinkel (b) zwischen 70 und 90° einschließen. Zumindest dieser hintere Bereich ist elastisch so gestaltet, dass er durch die bei höherer Geschwindigkeit vorbeiströmende Luft mehr oder weniger stark gestreckt wird. Dadurch wird der Luftwiderstand bei einem kräftigen Abschlag geringer. Wenn der Ball einen gewissen Weg zurückgelegt hat, wird er, durch den Federkorb gebremst, langsamer. Bei der geringeren Geschwindigkeit können sich die Enden der Federn wegen des nun geringeren Luftwiderstandes wieder nach außen abspreizen. Der Ball wird dann noch stärker gebremst. Damit wird die Reichweite des Balls zusätzlich verringert.
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Ausführungsbeispiel
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Die Erfindung soll im Folgenden anhand der Zeichnungen 1 bis 4 in einem Ausführungsbeispiel erläutert werden.
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Dabei zeigt
- 1 einen erfindungsgemäßen Schläger in der langen Version für ein Federballspiel und
- 2 denselben Schläger in einer verkürzten Form für das in der Einführung der Schrift erläuterte Spiel,
- 3 ein erfindungsgemäßes Spielfeld und
- 4 ein erfindungsgemäßer Spielball
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Um mit dem Schläger Bälle abwehren zu können, die auf den Körper des Spielers gerichtet sind, ist der Schaft eines herkömmlichen Federball- oder Badmintonschlägers zu lang. Deshalb wird erfindungsgemäß ein Schläger vorgeschlagen, der aus der Schlagfläche in Form eines mit sehnenartigen Filamenten bespannten Rahmens 1, einem Griff 2 und einem Schaft 3, der den Rahmen 1 und den Griff 2 verbindet, besteht. Erfindungsgemäß sollen Griff 2 und Schaft 3 so ausgestaltet werden, dass die Länge des Schaftes 3 individuell einstellbar ist.
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Hierzu wird der Griff 2 in Längsrichtung mit einer Aushöhlung 21 versehen. Diese ist so bemessen, dass hierin der Schaft 3 des Schlägers formschlüssig eingeschoben werden kann.
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Am Griff 2 ist eine Arretierungsvorrichtung vorhanden, mit deren Hilfe der Schaft 3 in dem Griff 2 form- oder kraftschlüssig so fixierbar ist, dass ein Verschieben oder Verdrehen durch die beim Spiel auftretenden Kräfte verhindert wird.
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Um den Schaft 3 im Griff 2 zu fixieren, befindet sich an der Eintrittsöffnung für den Schaft 3 im Griff 2 eine bekannte Klemmvorrichtung 4, die den Schaft 3 umschließt. Diese Klemmvorrichtung 4 besteht aus einer Anzahl mit dem Griff 2 verbundener, in Richtung zum Rahmen 1 verjüngter Klemmbacken 41 und einem darauf in Längsrichtung des Griffes 2 verstellbaren, mit einem Innenkonus versehenen Klemmring 42. Dadurch, dass der Klemmring 42 mittels einer Schraubverbindung 43 auf dem Griff 2 verschoben wird, können die Klemmbacken 41 so an den Schaft 3 angepresst werden, dass eine kraftschlüssige Verbindung von Griff 2 und Schaft 3 entsteht.
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Für das Spiel wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen, den Spielball 5 aus einer überwiegend halbkugelförmigen Kappe 51 und einem sich von diesem nach hinten erstreckenden Federkranz 52 zu gestalten.
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Dadurch, dass die Federn des Federkranzes 52 in einem vorderen Bereich VB, dessen Länge zwischen ½ und ¾ der Länge der Federn beträgt, kegelförmig mit einem Ausgangswinkel a von 48°, auseinanderstreben wird bewirkt, dass sich der Ball, wie vom Federball bekannt, nach dem Abschlag schnell in Flugrichtung ausrichtet. In diesem Bereich sind die Federn möglichst starr.
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In einem hinteren Bereich werden hierbei die Federn so nach außen abgewinkelt sein, dass sie im hinteren Bereich HB einen Spreizwinkel b von 80° einschließen. Zumindest dieser hintere Bereich ist elastisch so gestaltet, dass er durch die bei höherer Geschwindigkeit vorbeiströmende Luft mehr oder weniger stark gestreckt wird. Dadurch wird der Luftwiderstand bei einem kräftigen Abschlag geringer. Wenn der Ball einen gewissen Weg zurückgelegt hat, wird er, durch den Federkorb gebremst, langsamer. Bei der geringeren Geschwindigkeit können sich die Enden der Federn wegen des nun geringeren Luftwiderstandes wieder nach außen abspreizen. Der Ball wird dann noch stärker gebremst. Damit wird die Reichweite des Balls zusätzlich verringert.
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Bezugszeichenliste
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| Rahmen |
1 |
| Griff |
2 |
| Aushöhlung |
21 |
| Schaft |
3 |
| Klemmvorrichtung |
4 |
| Klemmbacken |
41 |
| Klemmring |
42 |
| Schraubverbindung |
43 |
| Spielball |
5 |
| Kappe |
51 |
| Federkranz |
52 |
| Spielfeld |
6 |
| Vorderer Bereich |
VB |
| Hinterer Bereich |
HB |
| Ausgangswinkel |
a |
| Spreizwinkel |
b |
| Tiefe |
T |
| Vorderseite |
V |
| Hinterkante |
H |
| Abstand |
A |
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
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Zitierte Patentliteratur
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- EP 1886715 A1 [0007]
- DE 1739435 U1 [0008]
- WO 2016/195035 A1 [0009]
- EP 2829305 B1 [0010]
- DE 8714779 U1 [0011]