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Die Erfindung betrifft ein System zur Ausrichtung der Vertikalneigung von Geländerplatten in einer Geländerplattenaufnahme mit einem in die Geländerplattenaufnahme einzusetzenden Stützteil und einem relativ zum Stützteil in Geländerverlaufsrichtung längsverschieblichen Schiebeteil, wobei das System wenigstens eine die Vertikalneigung der endfixierten Geländerplatte vorgebende innere Anlageseite und wenigstens eine die Abstützung gegen die Geländerplattenaufnahme gewährleistende äußere Anlageseite bildet und sich mittels der aus der Längsverschiebung des Schiebeteils resultierenden unterschiedlichen Positionierung des Schiebeteils relativ zum Stützteil eine unterschiedliche Vertikalneigung inneren Anlageseite einstellen lässt.
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In jüngerer Zeit werden vermehrt Geländer verbaut, bei denen Ganzglasgeländerplatten zum Einsatz kommen, die weitgehend freistehend und nur mit ihrem unteren Rand in Geländerplattenaufnahme eingesetzt sind. Die schweren Glasplatten selbst müssen über Klemmsysteme fest in der Geländerplattenaufnahme fixiert werden und ausreichend Kräfte aufnehmen können, um als zuverlässige Absturzsicherung dienen zu können. Dabei können die Kräfte, die über die Glasplatte und die Fixiervorrichtung auf die Geländerplattenaufnahme wirken, wenn sich zum Beispiel eine oder mehrere Personen gegen das Geländer lehnen, aufgrund der Hebelverhältnisse erheblich sein.
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Als Geländerplattenaufnahmen kommen insbesondere an einem Baukörper zu verankernde und typischerweise u-förmige Halteprofile, am Baukörper bevorzugt bodenseitig zu verankernde, voneinander beabstandete Einzelbodenklemmen oder unmittelbar in einem Bauwerkkörper eingebrachte nutartige Plattenaufnahmen in Betracht. Bei einer klemmenden Fixierung wird die Geländerplatte nicht von einem Befestigungsmittel durchdrungen, sondern durch die mittels des Klemmsystems auf die Geländerplattenoberfläche ausgeübte Klemmkraft in der Plattenaufnahme kraftschlüssig verspannt. Von derartigen grundsätzlich bekannten Geländerplattenaufnahmen und Klemmvorrichtungen geht auch die Erfindung aus.
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Derartige Ganzglasgeländer werden als Designobjekte angesehen und es werden hohe Anforderungen an die optische Gefälligkeit und den Qualitätseindruck eines solchen Geländers gestellt. Ein Aspekt, der in diesem Zusammenhang von hoher Bedeutung ist, ist, dass die bei einem solchen Geländer zahlreich in Reihe zueinander angeordneten einzelnen Geländerplatten präzise zueinander ausgerichtet werden müssen, damit ein sich über eine längere Strecke erstreckendes Geländer mit seinen zahlreichen Einzelplatten in Geländerverlaufsrichtung insgesamt ein stimmiges Gesamtbild abgibt. Zwar lassen sich die Halteprofile und die Geländerplatten mit geringen Toleranzen herstellen, jedoch verlaufen insbesondere die Bauwerksteile, an denen die Halteprofile montiert werden, oftmals nicht ausreichend gerichtet, so dass die Möglichkeit des Einstellens der Vertikalneigung einzelner Geländerplatten erforderlich ist, damit die Geländerplatten in Geländerverlaufsrichtung exakt zueinander fluchtend ausgerichtet werden können. Hinzu kommt, dass bei der Verwendung von thermisch vorbehandeltem Glas dieses in sich leicht gekrümmt sein kann, was auch bei optimal tolerierten Bauteilen und optimal ausgerichteten Bauwerksteilen zu einer optisch unzureichenden Ausrichtung benachbarter Geländerplatten zueinander führen kann. Hierbei ist zu bedenken, dass schon eine geringe Vertikalneigungsabweichung am im Halteprofil eingesetzten unteren Rand der Geländerplatte gegenüber der benachbarten Geländerplatte sich am oberen Rand der Geländerplatte wegen der geometrischen Verhältnisse potenziert und daher optisch deutlich wahrnehmbar sein kann. Auch das Aufsetzen von durchgängigen Handläufen, insbesondere von Nutenrohren, kann bei nicht hinreichend präzise zueinander ausgerichteten Geländerplatten deutlich erschwert sein.
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Eine Möglichkeit der Vertikalneigungseinstellung offenbart das deutsche Gebrauchsmuster
DE 20 2013 104 330 U1 . Bei diesem System wird die Geländerplatte innerhalb eines als Geländerplattenaufnahme dienenden Bodenprofils zwischen einem Klemmkeil und einem Plattenträger verspannt. Zur Einstellung der Vertikalneigung der Geländerplatte wird die Vertikalneigung des Plattenträgers durch Längsverschieben eines Schiebeelements justiert. Nachteilig an diesem Einstellsystem ist allerdings, dass durch das Verschieben des Schiebelements eine Einstellung der Vertikalneigung der Geländerplatte erfolgt, ohne dass sich das System an die hierbei zwangläufig auftretende gleichzeitige Änderung der Spaltgeometrie beidseitig der Geländerplatte anzupassen vermag. Jede Änderung der Neigung der zur Geländerplatte gewandten Seite des Plattenträgers ändert zwangsläufig auch die Neigung der zur Bodenprofilinnenwandung weisenden Seite. Auch auf der Klemmkeilseite ändert sich die Spaltgeometrie infolge einer Änderung der Geländerplattenneigung, ohne dass der eingesetzte Klemmkeil diese Änderung ausgleichen würde. Daher stützen Plattenträger und Klemmkeil die Geländerplatte infolge der fehlenden Anpassungsfähigkeit an eine sich mit der Geländerplattenneigung ändernde Spaltgeometrie nicht unabhängig von der Geländerplattenneigung gleichmäßig und optimal flächig ab. Die ungleichmäßige Verteilung der Klemmkraft an der einzelnen Krafteinleitungsstelle sowie über mehrere sich entlang der Geländerplattenaufnahme erstreckenden Klemmungen kann zu einer Verwindung der Glasplatte und daraus resultierenden zu Spannungsspitzen im Glas führen.
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Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein System zur Halterung von Geländerplatten, insbesondere von Ganzglasgeländerplatten, und dessen Komponenten zu Verfügung zu stellen, das die vorstehend beschriebenen Nachteile des bekannten Systems weitgehend minimiert und eine optimierte Aufnahme und Abstützung der Geländerplatte im Gesamtsystem bereitstellt. Das System soll einfach herzustellen sein, mit wenigen Bauteilen auskommen, eine robust belastbare Halterung der Geländerplatten in der Geländerplattenaufnahme ermöglichen, vor Ort einfach zu montieren sein und eine einfache und bevorzugt reversible Einstellbarkeit der Vertikalneigung der Geländerplatten ermöglichen. Außerdem wird ein System angestrebt, bei dem sich die Geländerplatten zu Reparatur- oder Austauschzwecken leicht aus der Geländerplattenaufnahme entnehmen lassen.
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Die Erfindung löst die Aufgabe durch ein System, bei dem Schiebeteil und Stützteil derart zusammenwirken, dass sich bei einer Längsverschiebung des Schiebeteils eine Änderung der Vertikalneigung der inneren Anlageseite losgelöst von der Vertikalneigung der äußeren Anlageseite vollzieht. Insbesondere soll aus dem Längsverschieben des Schiebteils eine Neigungsverstellung der die Vertikalneigung der Geländerplatte vorgebenden inneren Anlageseite erfolgen, während die Vertikalneigung einer gegen die Geländerplattenaufnahme anliegenden äußeren Anlageseite unverändert bleibt.
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Der Erfindung liegt somit die Erkenntnis zugrunde, durch Verschieben des Schiebeteils nicht lediglich die Neigungsverstellung eines vom Schiebeteil separaten Plattenträgers vorzunehmen, der sich außenseitig gleichzeitig gegen eine Bodenprofilinnenwand abstützt, sondern die Neigungsverstellung der die Geländerplattenneigung vorgebenden inneren Anlageseite von der gegen die Innenwandung der Geländerplattenaufnahme anliegenden äußeren Anlageseite des Systems zu entkoppeln. Somit kann die Neigungsverstellung der Geländerplatte erfolgen, während sich die die Klemmkraft abstützenden Anlageseiten des Systems gleichzeitig an die Änderung der Spaltgeometrie anzupassen vermögen und eine optimale Anlage an die angrenzenden Flächen beibehalten wird.
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Obwohl das System aus Stütz- und Schiebeteil auch dann funktionieren kann, wenn das Gewicht der Geländerplatte auf Trägerteilen lastet, die von Stütz- und Schiebeteil separate Bauteile sind, ist bevorzugt vorgesehen, dass das Stützteil als ein die Gewichtslast der Geländerplatte aufnehmender Plattenträger ausgebildet ist. Bei eingesetzter Geländerplatte ist das Stützteil somit unverschieblich innerhalb der Geländerplattenaufnahme fixiert, während sich das Schiebeteil auch bei eingesetzter Geländerplatte verschieben lässt, weil die Gewichtskraft der Geländerplatte auf dem Plattenträger und nicht auf dem Schiebeteil ruht.
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Unabhängig davon, ob von Stütz- und Schiebeteil separate Bauteile als Trägerteile zum Einsatz kommen oder ob die Gewichtskraft der Geländerplatte auf dem Stützteil ruht, ermöglicht dass Neigungsverstellsystem auch bei in die Geländerplattenaufnahme eingesetzter und auf den Trägerteilen oder dem Stützteil ruhender Geländerplatte eine weitgehend kraftfreie Verschiebung des Schiebeteils und insbesondere eine die Geländerplattenneigung verändernde Einstellung bei spannungsfrei in der Geländerplatte positionierter Geländerplatte.
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Es kann vorgesehen sein, dass das Schiebeteil und das Stützteil so angeordnet sind, dass bei eingesetzter Geländerplatte das Stützteil wenigstens auf einer Seite der Geländerplatte zwischen Geländerplatte und Schiebeteil angeordnet ist. Die innere Anlageseite, die die Geländerplattenneigung vorgibt, ist dann die zur Geländerplatte weisende Innenseite des Stützteils und die äußere Anlageseite ist dann die zur seitlichen Innenwandung der Geländerplattenaufnahme weisende Außenseite des Schiebeteils. Bevorzugt ist aber eine Ausgestaltung, bei der das Schiebeteil bei eingesetzter Geländerplatte zwischen Geländerplatte und Stützteil geführt ist. Die innere Anlageseite, die die Geländerplattenneigung vorgibt, ist dann die zur Geländerplatte weisende Innenseite des Schiebeteils und die äußere Anlageseite ist dann die zur seitlichen Innenwandung der Geländerplattenaufnahme weisende Außenseite des Stützteils.
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Bei bestimmungsgemäß eingesetzter Geländerplatte stehen bevorzugt auf wenigstens einer Geländerplattenseite die innere Anlageseite unmittelbar mit der Geländerplattenoberfläche und die äußere Anlageseite unmittelbar mit der dem System zugewandten Innenfläche der Geländerplattenaufnahme in Kontakt. Es kann aber auch vorgesehen sein, dass sich zwischen der inneren Anlageseite und/oder der äußeren Anlageseite und der Geländerplattenoberfläche und/oder der Innenfläche der Geländerplattenaufnahme weitere Bauteile oder Systemkomponenten befinden, etwa Weichkunststoff- oder Gummieinlagen zur Schonung der Geländerplattenoberfläche und/oder Klemmvorrichtungen zur Aufbringung der die Geländerplatte letztlich in der Geländerplattenaufnahme festlegenden Klemmkraft. Dass sich die innere Anlageseite gegen die Geländerplatte abstützt und die äußere Anlageseite gegen die Geländerplattenaufnahme abstützt, bedeutet also nicht zwingend, dass die die innere Anlageseite unmittelbar mit der Geländerplatte und die äußere Anlageseite unmittelbar mit einer Innenfläche der Geländerplattenaufnahme in Kontakt steht.
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Grundsätzlich würde es zur Ausbildung eines sich an die infolge einer Verstellung der Vertikalneigung der Geländerplatte einstellenden Änderung der Spaltgeometrie anpassenden Einstellsystems zwar ausreichen, diese Anpassung nur auf einer Seite der Geländerplatte zu vollziehen. In einem solchen Fall bietet es sich an, das Schiebeteil und das Stützteil jeweils lediglich plattenförmig oder zumindest abschnittsweise L-förmig, insbesondere mit einem horizontal ausgerichteten Bodenschenkel und einem einseitig der Geländerplatte anzuordnenden Vertikalschenkel auszubilden und auf der bei eingesetzter Geländerplatte dem Einstellsystem abgewandten Seite eine Klemmvorrichtung einzusetzen, die sich über einen der Klemmvorrichtung eigenen Mechanismus bevorzugt ebenfalls an eine Änderung der Spaltgeometrie anzupassen vermag. Gleichwohl wird es aber als vorteilhaft angesehen, wenn Schiebeteil und Stützteil derart ausgebildet sind, dass sich das System beidseitig der Geländerplatte an die sich infolge einer Verstellung der Vertikalneigung der Geländerplatte einstellende Änderung der Spaltgeometrie zwischen Geländerplatte und Geländerplattenaufnahme anzupassen vermag.
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Sowohl Schiebeteil als auch Stützteil können zu diesem Zweck zumindest abschnittsweise im Querschnitt U-förmig ausgebildet sein. Aus der bevorzugten U-förmigen Ausgestaltung ergibt sich beidseitig einer eingesetzten Geländerplatte eine synchrone Anpassung des Einstellsystems an eine sich infolge der Änderung der Geländerplattenneigung ebenfalls ändernden Spaltgeometrie.
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Das Schiebeteil ist bevorzugt innenseitig des Stützteils geführt und bewegt sich demnach bei einer Längsverschiebung und bei eingesetzter Geländerplatte zwischen einer der Geländerplatte zugewandten Innenseite des Stützteils und der Geländerplattenoberfläche. Eine Ausführung, bei der das Schiebeteil außenseitig des Stützteils geführt ist und sich bei einer Längsverschiebung zwischen Innenwandung der Geländerplattenaufnahme und einer dieser Innenwandung zugewandten Außenseite des Stützteils bewegt, ist ebenfalls denkbar.
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Damit sich bei einer Längsverschiebung des Schiebeteils eine Änderung der Vertikalneigung der inneren Anlageseite losgelöst von der Vertikalneigung der äußeren Anlageseite vollziehen kann, kann insbesondere vorgesehen sein, dass einander zugewandte Führungsseiten von Stützteil und Schiebeteil zumindest über einen Teilbereich der von den Führungsseiten aufgespannten Flächen Führungsflächen ausbilden (bevorzugt ist die gesamte von den Führungsseiten aufgespannte Fläche als Führungsfläche ausgebildet) korrespondierend zueinander in Geländerverlaufsrichtung in sich verwunden sind. Die einander zugewandten Führungsflächen folgen dabei bevorzugt dem Verlauf einer Teiloberfläche eines gedachten schraubförmigen oder spiralförmigen in sich verdrehten Körpers. Der Verwindung der Führungsflächen folgende Linien können einen Teilabschnitt einer gedachten (einfachen oder mehrfachen) Helix beschreiben. Bei einem Längsverschieben des Schiebeelements in Geländerverlaufsrichtung verdreht sich somit entweder das innerhalb des Stützteils geführte Schiebeteil um eine zur Geländerverlaufsrichtung parallele Achse, so dass dessen nach innen weisende Seite, die in diesem Fall die innere Anlageseite bildet, ihre Vertikalneigung ändert, während die äußere Anlageseite von der Außenseite des Stützteils gebildet ist. Oder das außerhalb des Stützteils geführte Schiebeteil verdreht bei seiner Längsverschiebung das innerhalb des Schiebeteils befindliche Stützteil, so dass die Innenseite des Stützteils die innere Anlageseite bildet, während die äußere Anlageseite von der an der Innenwandung der Geländerplattenaufnahme entlanggleitenden Außenseite des Schiebeteils gebildet ist. In beiden Fällen verharrt das Stützteil bevorzugt stationär, da es bevorzugt als ein die Gewichtskraft der Platten aufnehmendes Trägerteil fungiert. Und in beiden Fällen ändert sich die die Vertikalneigung der Geländerplatte bestimmende innere Anlageseite, ohne dass sich die Vertikalneigung der äußeren Anlageseite ebenfalls ändern würde.
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Die in sich verwundenen Führungsseiten von Schiebeteil und Stützteil sind bevorzugt derart aufeinander abgestimmt, dass sich zwischen zwei Verschiebeendpositionen des Schiebeteils eine Winkelverstellung von etwa ±1° ergibt. Ausgehend von einer mittigen Neutralposition, in der die Neigung der inneren Anlageseite bevorzugt eine Geländerplattenneigung von 0° vorgibt (senkrecht zum Boden ausgerichtete Geländerplatte), kann das Schiebeteil bevorzugt in zwei Richtungen zu jeweils einer Verschiebeendposition längsverschoben werden, wobei die eine Endposition eine Neigungsverstellung der Geländerplatte von circa –1° und die andere Endposition eine Neigungsverstellung von circa +1° gegenüber der Neutralposition ermöglicht.
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Je nachdem, ob das Schiebeteil innerhalb oder außerhalb des Stützteils geführt ist, ist dieses länger oder kürzer als das Schiebeteil. Bevorzugt ist das Schiebeteil und das Stützteil aber derart aufeinander abgestimmt, dass das Schiebeteil innerhalb des Stützteils geführt ist und bei Erreichen von die Verschiebeendpositionen, die von am Stützteil oder am Schiebeteil gebildeten Endanschlägen vorgebenden sind, das Stützteil in Längsrichtung nicht überragt.
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In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist das Stützteil und/oder das Schiebeteil zweiteilig ausgebildet und umfasst zwei insbesondere achssymmetrischen Gleichteile, die zusammengesetzt ein zumindest abschnittsweise U-förmiges Stützteil oder Schiebeteil ergeben. Am Stützteil sind bevorzugt die Gewichtskraft der Geländerplatte aufnehmende horizontale Tragschenkel mit einer Traghöhe H vorgesehen. Die Tragschenkel bilden bevorzugt die Bodenschenkel des zumindest abschnittsweise U-förmigen oder L-förmigen Stützteils. Die Traghöhe ist derart bemessen und auf die Höhe h eines Bodenschenkels des zumindest abschnittsweise U-förmigen oder L-förmigen Schiebeteils abgestimmt, dass das Schiebeteil bei in die Geländerplattenaufnahme eingesetzter Geländerplatte keine Gewichtskraft der Geländerplatte abstützt und daher weitgehend lastfrei längsverschieblich bleibt. Bevorzugt sind derartige Tragschenkel zu beiden Seiten randseitig am U-förmigen Stützteil vorgesehen, also entweder jeweils zu einer Seite eines bevorzugt achsymmetrischen Gleichteils, das zusammen mit einem zweiten Gleichteil zur Bildung des wenigstens abschnittsweisen U-förmigen Stützteils zusammengefügt wird, oder zu beiden Seiten eines einteiligen Stützteils. Korrespondierend zu dem wenigstens einen Tragschenkel am Stützteil weist das Schiebeteil bevorzugt wenigstens eine unterseitige Ausnehmung auf, die den wenigstens einen Tragschenkel am Stützteil in zumindest einer Verschiebeposition aufnimmt. Bevorzugt wirken Stützteil und Schiebeteil derart zusammen, dass die Tragschenkel am Stützteil bei sich in die Verschiebeendpositionen bewegendem Schiebeteil in die Ausnehmung am Schiebeteil einfahren können.
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Am Schiebeteil kann ein auch bei bestimmungsgemäß in die Geländerplattenaufnahme eingesetzter Geländerplatte zugänglicher Werkzeugansatz für ein Verschiebewerkzeug ausgebildet sein. Dieser Werkzeugansatz ist bevorzugt derart ausgebildet, dass dieser mit dem gleichen Werkzeug zusammenzuwirken vermag, das auch als Verdrehwerkzeug für eine Klemmvorrichtung zum Einsatz kommt. Bevorzugt wird ein und dasselbe Werkzeug sowohl als Verschiebe- als auch als Verdrehwerkzeug eingesetzt. Das System weist demnach wenigstens ein Schiebteil mit einem Werkzeugansatz und eine Klemmvorrichtung mit einem Werkzeugansatz auf, wobei die Werkzeugansätze am Schiebeteil und an der Klemmvorrichtung derart ausgebildet sind, dass ein dem System zugeordnetes Werkzeug mit dem identischen Werkzeugteil sowohl als Verschiebewerkzeug mit dem am Schiebeteil vorgesehene Werkzeugansatz als auch als Verdrehwerkzeug mit dem an der Klemmvorrichtung vorgesehenen Werkzeugansatz bei bestimmungsgemäß eingesetzter Geländerplatte in Eingriff zu bringen ist.
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Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung des Neigungsverstellsystems sieht eine die Klemmkraft zur Fixierung der Geländerplatte aufbringende Klemmvorrichtung vor, die derart dem Stützteil oder dem Schiebeteil zugeordnet ist, dass eine Änderung der Vertikalneigung der inneren Anlageseite zu einer hierzu korrespondierenden Änderung der bei der Klemmung der Geländerplatte wirksamen Ausrichtung der Klemmflächen der Klemmvorrichtung führt. Über das Stützteil, das bevorzugt als bei eingesetzter Geländerplatte unverschiebliches Trägerteil ausgebildet ist, lässt sich die Klemmvorrichtung auch ortsfest zur Geländerplattenaufnahme positionieren, ohne dass es bei einem Verschieben des Schiebeteils zu einem Verschieben der Klemmvorrichtung kommt. Es ist aber auch denkbar, dass die Klemmvorrichtung dem Schiebeteil zugeordnet ist, insbesondere in einer im Schiebeteil angeordneten, bevorzugt oberseitig offenen Aufnahme aufgenommen ist, und die Klemmvorrichtung sich bei einer Bewegung des Schiebeteils mit diesem mitbewegt.
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Der vorstehend beschriebene Gedanke eines Systems zur Halterung von Geländerplatten, bei dem eine Neigungsverstellung einer die Geländerplattenneigung vorgebenden, sich auf einer Seite der Geländerplatte befindlichen inneren Anlageseite eines Systembauteils, insbesondere eines Stützteils oder eines Schiebeteils, dazu führt, dass eine auf der anderen Seite der Geländerplatte vorzusehende Klemmfläche einer Klemmvorrichtung oder eine die Vertikalneigung der Klemmfläche vorgebende Stützfläche der Neigungsverstellung der inneren Anlageseite folgt, wird losgelöst von der vorstehend beschriebenen Möglichkeit zur Umsetzung dieser Grundidee mit einem relativ zu einem Stützteil längsverschieblichen Schiebeteil und der sich daraus ergebenden Entkopplung von innerer und äußerer Anlageseite als eigenständige, gesondert beanspruchbare Erfindung angesehen. Ein System zur Halterung von Geländerplatten, bei dem die Klemmflächenvertikalneigung einer auf der Klemmseite der Geländerplatte anzubringenden Klemmvorrichtung sich bei einer Vertikalneigungsverstellung einer auf der anderen Seite der Geländerplatte befindlichen inneren Anlageseite des Systems anpasst, lässt sich auch ohne ein längsverschiebliches Schiebeteil erzielen, wenn man ein erstes Systembauteil, dass die innere Anlageseite ausbildet, und ein zweites Systembauteil, das die Stützfläche ausbildet, an deren Vertikalneigung sich die Klemmflächenvertikalneigung orientiert, derart miteinander verkoppelt oder sogar einteilig ausbildet, dass die Vertikalneigungsverstellung der inneren Anlageseite auch eine entsprechende Vertikalneigungsverstellung der Stützfläche mit sich bringt, an der sich die Klemmvorrichtung abstützt.
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Ist die Klemmvorrichtung dem Stützteil zugeordnet, wird diese bevorzugt bei einem Längsverschieben des Schiebeteils in Längsrichtung ortsfest zum Stützteil gehalten. Hierzu kann insbesondere vorgesehen sein, dass die Klemmvorrichtung in Eingriff mit dem Stützteil steht. Gleichzeitig ermöglicht der Eingriff, sofern dieser derart ausgeführt ist, dass er ein Verschwenken der wirksamen Klemmflächen der Klemmvorrichtung zusammen mit der Änderung der Vertikalneigung der inneren Anlagenseite zulässt, oder die Zuordnung der Klemmvorrichtung zum Schiebeteil, dass sich korrespondierend zur Änderung der Vertikalneigung der inneren Anlageseite auch die Vertikalneigung der wirksamen Klemmflächen der Klemmvorrichtung ändert. Hierzu kann insbesondere vorgesehen sein, dass die innere Anlageseite vom Schiebeteil gebildet ist und das die innere Anlageseite bildende Teil des Schiebeteils auf der der Geländerplatte abgewandten Seite der Klemmvorrichtung hinter der Klemmvorrichtung hergeführt ist. Die Klemmvorrichtung wird so derart hintergriffen, dass sich bei einer Längsverschiebung des Schiebeteils die Änderung der Vertikalneigung der inneren Anlageseite zumindest mittelbar auf die Klemmvorrichtung überträgt.
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Die Klemmvorrichtung kann von einem einfachen Klemmkeil gebildet sein, der in einen Klemmspalt einzutreiben ist, der zwischen Geländerplatte und der die Klemmkraft abstützenden Innenfläche der Geländerplattenaufnahme gebildet ist. Das den Klemmspalt auf der der Geländerplatte abgewandten Seite des Klemmkeils begrenzende Bauteil kann insbesondere eine zur Geländerplatte weisende Innenseite des Schiebeteils sein, deren Vertikalneigung sich bei dessen Verschiebung korrespondierend zur Neigungsverstellung der inneren Anlageseite mitverstellt.
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Bevorzugt ist die Klemmvorrichtung aber von einem Drehkeilsystem mit einem ersten Klemmteil und mit einem zweiten Klemmteil gebildet sein, die derart zusammenwirken, dass eine Verlagerung des einen Klemmteils relativ zum anderen Klemmteil aus einer Montageausrichtung in eine Klemmausrichtung zur Erzeugung der Klemmkraft eine Vergrößerung der effektiven Klemmweite der Klemmvorrichtung bewirkt, das eine Klemmteil und das andere Klemmteil bei Anordnung der Klemmvorrichtung innerhalb des Klemmspalts zur Erzeugung der Klemmkraft relativ zueinander zu verdrehen sind.
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Eine derartige Klemmvorrichtung ist in der deutschen Gebrauchsmusteranmeldung
DE 20 2017 105 698 ausführlich beschrieben, deren Offenbarung hinsichtlich der Ausbildung der Klemmvorrichtung und eines zur Betätigung der Klemmausrichtung verwendbaren Verdrehwerkzeugs, das mit Blick auf die hier beschriebene Erfindung auch als Verschiebewerkzeug verwendet werden kann, zum Gegenstand dieser Anmeldung gemacht wird.
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Grundsätzlich sei angemerkt, dass auf der Seite der Geländerplatte, auf der die Klemmvorrichtung angeordnet wird (Klemmseite), die Reihenfolge der Anordnung der zwischen Geländerplattenoberfläche und Innenfläche der Geländerplattenaufnahme frei wählbar ist. So kann sich die Klemmvorrichtung mit der der Geländerplatte abgewandten Seite auch an der Innenfläche der Geländerplattenaufnahme und mit der der Geländerplatte zugewandten Seite an dem Schiebeteil oder dem Stützteil abstützen. Bevorzugt ist werden insbesondere dann, wenn als Klemmvorrichtung ein einzutreibender Klemmkeil zum Einsatz kommt, die zur beidseitigen Begrenzung des Klemmspalts herangezogenen Bauteile derart gewählt, dass die Klemmspaltgeometrie sich infolge der Längsverschiebung des Schiebeteils nicht ändert.
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Die die Anlageseiten und Führungsseiten von Stützteil und/oder Schiebeteil bildenden Vertikalschenkel weisen bevorzugt eine gitterartige Struktur auf.
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In den Figuren zeigt
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1 ein Ganzglasgeländersystem mit einem Neigungsverstellsystem,
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2a–b ein Stützteil des Neigungsverstellsystems in zwei verschiedenen Ansichten,
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3 das Stützteilsystem aus 2a/b in einer weiteren Ansicht, die die Verwendung von zwei Gleichteilen verdeutlicht,
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4a–b ein Schiebeteil des Neigungsverstellsystems in zwei verschiedenen Ansichten,
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5 das Neigungsverstellsystem mit in dem Stützteil geführten Schiebeteil, einer Klemmvorrichtung und einem an einem am Schiebeteil vorgesehenen Werkzeugansatz angesetzten Verschiebewerkzeug,
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6a–d eine zur Verwendung beim Neigungsverstellsystem vorgesehene Klemmvorrichtung in verschiedenen Ansichten,
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7a–c eine Gegenüberstellung der Wirkung des Neigungsverstellsystems auf die Vertikalneigung der Geländerplatte bei in verschiedenen Verschiebepositionen befindlichem Schiebeteil in jeweils verschiedenen Ansichten,
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8a–c eine Gegenüberstellung der Wirkung des Neigungsverstellsystems auf die Vertikalneigung der Geländerplatte bei in verschiedenen Verschiebepositionen befindlichem Schiebeteil bei einer alternativen Ausführungsform des Neigungsverstellsystems in jeweils verschiedenen Ansichten,
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9a–b das bei der Ausführungsform nach 8a–c eingesetzte Schiebeteil in verschiedenen Ansichten, und
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10a–b das bei der Ausführungsform nach 8a–c eingesetzte Stützteil in verschiedenen Ansichten.
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1 zeigt ein Ganzglasgeländersystem mit einem Neigungsverstellsystem zur Einstellung der Vertikalneigung der Geländerplatte 1 in einer Explosionsdarstellung. Eine Geländerplatte 1 wird in eine von einem stranggepressten Bodenprofil gebildete Geländerplattenaufnahme 2 eingesetzt, wobei die Geländerplatte unterseitig von einem Schiebeteil 3 und einem Stützteil 4 untergriffen wird. Zur Verklemmung der Geländerplatte 1 in der Geländerplattenaufnahme 2 ist eine Klemmvorrichtung 5 vorgesehen. Ein bei dem gezeigten Neigungsverstellsystem zu verschiedenen Zwecken einsetzbares Werkzeug 6 – sowohl der Einsatz als Verschiebewerkzeug zum Verschieben des Schiebeteils 4 als auch der Einsatz als Verdrehwerkzeug zum Verdrehen eines Klemmteils der Klemmvorrichtung 5 ist mit demselben Werkzeug jeweils bei bestimmungsgemäß in die Geländerplattenaufnahme eingesetzter Geländerplatte möglich – ist gestrichelt in zwei verschiedenen Einsatzpositionen dargestellt.
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2a zeigt das Stützteil 4 in einer perspektivischen Einzelansicht und 2b zeigt das Stützteil in einer auf die Stirnseite gerichteten Vorderansicht. Das Stützteil 4 weist eine im Querschnitt wenigstens abschnittsweise U-förmige Struktur und hat zwei gegenüberliegende Vertikalschenkel 74 mit einer gitterartigen Struktur und bildet außerdem an seinen beiden äußeren Enden jeweils einen horizontalen Bodenschenkel 84 aus, der mit seiner Traghöhe H (3) als Tragschenkel zur Aufnahme der Gewichtslast der Geländerplatte innerhalb der Geländerplattenaufnahme dient. 3 verdeutlicht den Aufbau des Stützteils 4 aus zwei achssymmetrischen Gleichteilen, die über zueinander korrespondierende Eingriffsmittel miteinander in Eingriff gebracht werden können.
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4a zeigt das Schiebeteil 3 in einer perspektivischen Einzelansicht und 4b zeigt das Schiebeteil in einer auf die Stirnseite gerichteten Vorderansicht. Das Schiebeteil 3 weist ebenfalls eine im Querschnitt wenigstens abschnittsweise U-förmige Struktur mit zwei Vertikalschenkeln 73 und einem horizontalen Bodenschenkel 83 auf. Endseitig der U-förmigen Struktur des Schiebeteils 3 ist der Bodenschenkel 83 von Ausnehmungen 9 durchbrochen, in die beim Verschieben des Schiebeteils 3 in Richtung zweier Verschiebeendpositionen (7b und 7c) die Tragschenkel des Stützteils einfahren können. Der so entstehende Kontakt zwischen Schiebeteil und Stützteil bildet beidseitig einer neutralen Mittenposition (7a) Endanschläge, die den Verschiebeweg des Schiebeteils gegenüber dem Stützteil begrenzen.
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5 zeigt schließlich das Neigungsverstellsystem einschließlich des in den am Schiebeteil 3 vorgesehenen Werkzeugansatz 103 eingesetzten Verschiebewerkzeugs 6 und der schon aus 1 ersichtlichen Klemmvorrichtung 5, wie es in die Geländerplattenaufnahme vor dem bestimmungsgemäßen Einsetzen der Geländerplatte eingelegt werden kann.
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Zum Verständnis der Funktion des Neigungsverstellsystems ist zunächst von Bedeutung, dass die Vertikalschenkel 73 des Schiebeteils außenseitig und die Vertikalschenkel 74 des Stützteils 4 innenseitig zueinander korrespondierende Führungsflächen 113 und 114 ausbilden bzw. aufspannen. Diese Führungsflächen sind korrespondierend zueinander in sich mit sehr hoher Steigung schrauben- bzw. spiralförmig gewunden, so dass sich die Vertikalneigung der Innenseiten des Vertikalschenkels 73 des Schiebeteils 3 dann, wenn es in Geländerverlaufsrichtung bzw. in Längsrichtung L (5) innerhalb des Stützteils 4 bewegt wird, verändert. Die Innenseite des Vertikalschenkels 73, gegen die die Geländerplatte 1 bei deren bestimmungsgemäßer Fixierung in der Geländerplattenaufnahme 2 gedrückt wird (7a–c und 8a–c), bildet demnach die die Neigung der Geländerplatte 1 vorgebende innere Anlageseite 12 des Neigungsverstellsystems. Gleichzeitig bleibt die Neigung der Vertikalschenkel 74 des Stützteils 4 und damit auch deren Außenseiten bei einem Verschieben des Schiebeteils innerhalb des Stützteils in ihrer Vertikalneigung unverändert. Die Außenseite des Vertikalschenkels 74 des Stützteils, die bei bestimmungsgemäßer Verwendung des Neigungsverstellsystems gegen die Innenfläche der Geländerplattenaufnahme angestellt ist, bildet somit eine ihre Vertikalneigung auch bei Verschieben des Schiebeteils beibehaltende äußere Anlageseite 13 des Neigungsverstellsystems. Durch dieses Zusammenwirken von Schiebeteil und Stützteil bzw. deren miteinander zusammenwirkenden Führungsflächen 113 und 114 wirkt sich eine Vertikalneigungsverstellung der zur Geländerplatte weisenden und deren Vertikalneigung vorgebenden inneren Anlageseite nicht auf die Vertikalneigung der sich gegen die Geländerplattenaufnahme abstützenden äußere Anlageseite aus. Die beiden Anlagenseiten sind voneinander entkoppelt und daher in der Lage, sich unabhängig von der eingestellten Vertikalneigung der Geländerplatte vollflächig an das jeweils angrenzende Bauteil anzulegen.
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Aus 2b und 4b ist ersichtlich, dass die Innenseiten der Vertikalschenkel 74 des Stützteils 4 (2b) bzw. die Außenseiten der Vertikalschenkel 73 des Schiebeteils 3 (4b) nicht gerichtet verlaufen. Der in 2b gezeigte rechte Vertikalschenkel ist an dem stirnseitigen Ende, das 2b zeigt, oben (am offenen Ende des „U“) dünner als unten, der linke Vertikalschenkel ist oben dicker als unten. Aufgrund der schraubenartigen Windung der von der Innenseite der Vertikalschenkel 74 gebildeten Führungsflächen sind kehrt sich dieser Unterschied zwischen oberen und unterem Ende am anderen stirnseitigen Ende desselben Stützteils für den jeweils gleichen Vertikalschenkel um. Gleiches gilt im übertragenden Sinn für das in 4b gezeigte Schiebeteil, bei dem sich die schraubenartige Windung der Führungsflächen auf den Außenseiten der Vertikalschenkel 73 vollzieht.
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Eine hierzu im wesentlichen gleichartige Ausgestaltung ist auch den in 9a und 9b dargestellten Schiebeteil 3 mit seinen Vertikalschenkeln 73, äußeren Führungsflächen 113 und der inneren Anlageseite 12 sowie dem in 10a und 10b dargestellten Stützteil 4 mit seinen Vertikalschenkeln 74, inneren Führungsflächen 114 und der äußeren Anlageseite zu entnehmen.
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Die aus dieser konstruktiven Ausgestaltung nutzbar zu machende Funktion wird aus der in 7a–c und 8a–c gezeigten Gegenüberstellung verschiedener Ausführungsformen des Systems besonders anschaulich deutlich.
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In 7a und 8a befindet sich das Neigungsverstellsystem jeweils in einer Neutral- oder Mittenposition, bei der die Vertikalneigung der Geländerplatte 0° zur Vertikalen bzw. 90° zur Horizontalen ist. Das Schiebeteil 3 ist relativ zum Stützteil 4 mittig angeordnet. Wird das Schiebeteil relativ zum Stützteil nach rechts verschoben (7a bzw. 8a), neigt sich die innere Anlageseite 12 des Schiebeteils 3 (die in den in 7a–c bzw. 8a–c in den linken Darstellungen jeweils von links an der Geländerplatte anliegende innere Seite des Schiebeteils) zunehmend nach links (gegen den Uhrzeigersinn). Die gleiche innere Anlageseite 12 neigt sich, wenn das Schiebeteil aus der neutralen Mittenposition nach links verschoben wird (7c bzw. 8c), zunehmend nach rechts (im Uhrzeigersinn). Die von der Klemmvorrichtung 5 in allen Fällen aufgebrachte und die Geländerplatte 1 in der Aufnahme fixierende Klemmkraft stützt sich dabei über die unabhängig von der Vertikalneigung der inneren Anlageseite 12 ihre Vertikalneigung beibehaltende äußere Anlageseite 13 ab.
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6a–6d zeigen die bei einer bevorzugten Ausführungsform zum Einsatz kommende Klemmvorrichtung 5. In Zusammenschau mit 5 ist ersichtlich, dass an der Klemmvorrichtung 5 ein dem Eingriff in das Stützteil 4 dienender Eingriffsfortsatz 14 angeordnet ist, mittels dem die Klemmvorrichtung 5 zumindest in vertikaler Richtung an einem Vertikalschenkel 74 des Stützteils 4 angeordnet bzw. hierin eingehängt werden kann. Der Vertikalschenkel 74 weist hierzu eine auf den Eingriffsfortsatz 14 abgestimmte Aufnahme in Form einer Ausnehmung auf. 5 zeigt ferner, wie im Übrigen auch 7a–c, dass ein Vertikalschenkel 73 des Schiebeteils 3 hinter der am Stützteil 4 angeordnete Klemmvorrichtung 5 hergeführt ist. Dies bewirkt, dass sich die Neigungsverstellung dieses an der Klemmvorrichtung beim Längsverschieben des Schiebteils rückseitig vorbeigleitenden Vertikalschenkels über die Rückseite der Klemmvorrichtung, die bei bestimmungsgemäß fixierter Geländerplatte fest gegen die Innenseite des Vertikalschenkels anliegt, auf die vorderseitige Klemmfläche der Klemmvorrichtung überträgt. Das Neigungsverstellsystem ist also in der Lage, sich der mit der Änderung der Vertikalneigung der Geländerplatte einhergehenden Änderung der Klemmspaltgeometrie auf Seiten der Klemmvorrichtung anzupassen.
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Diese Anpassung an die sich in Abhängigkeit der Geländerplattenneigung ändernde Spaltgeometrie beidseitig der Geländerplatte lässt sich auch durch die in den 8a–c gezeigte alternative Ausführungsform mit einem in den 9a–b gezeigten Schiebeteil 3 realisieren. Hierbei ist ein einfacher, grundsätzlich bekannter Einschlagklemmkeil nicht dem Stützteil 4, sondern dem Schiebeteil 3 zugeordnet und bewegt sich bei einer Längsverschiebung des Schiebeteils mit diesem mit. Die als einfacher Einschlagklemmkeil ausgebildete Klemmvorrichtung ist in einer im Schiebeteil vorgesehenen Klemmkeilaufnahme 15 aufgenommen. Es ist offensichtlich, dass sich auch bei einer derartigen Anordnung die Neigungsverstellung des Vertikalschenkels 73, dem der Klemmkeil zugeordnet ist, auf den Klemmkeil überträgt und die Klemmspaltgeometrie des zwischen der Geländerplatte und dem Schiebeteil gebildeten Klemmspalts auch bei einer Verstellung der Vertikalneigung der Geländerplatte unverändert bleibt.
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6a–d verdeutlichen ferner die Funktionsweise der in 1 und 5 gezeigten Klemmvorrichtung 5. Ein der Geländerplatte zugewandtes bevorzugt scheibenförmiges erstes Klemmteil 16 wirkt mit auf seiner rückseitigen Fläche (der Fläche, die der Geländerplatte abgewandt ist) ausgebildeten Keilflächen 18 mit korrespondierenden Keilflächen, die auf der der Geländerplatte zugewandten Fläche des zweiten Klemmteils 17 ausgebildet sind, derart zusammen, dass ein Verdrehen des ersten Klemmteils relativ zum zweiten Klemmteil eine Vergrößerung der Klemmbreite der Klemmvorrichtung und damit das Aufbringen einer Klemmkraft bewirkt.
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6a zeigt, dass dasselbe Werkzeug, dass in 5 als Verschiebewerkzeug für das Schiebeteil dient und an dem am Schiebteil vorgesehenen Werkzeugansatz 103 angesetzt werden kann, auch an dem an der Klemmvorrichtung 5 vorgesehenen Werkzeugansatz 105 angesetzt werden kann. Sowohl der am Schiebeteil vorgesehene Werkzeugansatz 103 als auch der an der Klemmvorrichtung 5 vorgesehene Werkzeugansatz 105 sind mit dem Werkzeug auch dann erreichbar, wenn Schiebeteil 3 und Klemmvorrichtung 5 bei ebenfalls in die Geländerplattenaufnahme eingesetzter Geländerplatte bestimmungsgemäß in der Geländerplattenaufnahme angeordnet sind.
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Es sei angemerkt, dass auch eine umgekehrte Anordnung als die in den Figuren gezeigte denkbar ist, bei der das Schiebeteil außenseitig vom Stützteil geführt ist, die zur Geländerplatte hin weisende Fläche des Stützteils die innere Anlageseite und die zur Geländerplattenaufnahme hin weisende äußere Fläche des Schiebeteils die äußere Anlageseite bildet.
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Es ist ferner nicht zwingend erforderlich, dass Stützteil und Schiebeteil U-förmig ausgebildet sind und eine Anpassung des Neigungsverstellsystems an eine aus einer Neigungsverstellung der Geländerplatte resultierende Änderung der Spaltgeometrie beidseitig der Geländerplatte erfolgt. Es kann ausreichen, dies einseitig der Geländerplatte vorzusehen. Auf der Seite der Geländerplatte, in der eine Klemmvorrichtung zum Einsatz kommt (Klemmseite), wird dann bevorzugt eine die Änderung der Spaltgeometrie ausgleichende Klemmvorrichtung eingesetzt.
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Weiter sei angemerkt, dass die innere Anlageseite nicht zwingend unmittelbar mit der Geländerplatte und die äußere Anlageseite nicht zwingend unmittelbar mit einer inneren seitlichen Stützfläche der Geländerplattenaufnahme in Kontakt stehen müssen. Zwischen innerer Anlageseite und Geländerplatte und/oder zwischen äußerer Anlageseite und der inneren seitlichen Stützfläche der Geländerplattenaufnahme können auch weiter Systemkomponenten angeordnet sein, etwa Schoneinlagen aus Weichkunststoff oder Gummi oder ähnliche Zwischenteile, die den Spalt zwischen innerer Anlageseite und Geländerplattenoberfläche oder zwischen äußerer Anlageseite und innerer seitlicher Stützfläche der Geländerplattenaufnahme überbrücken.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Geländerplatte
- 2
- Geländerplattenaufnahme
- 3
- Schiebeteil
- 4
- Stützteil
- 5
- Klemmvorrichtung
- 6
- Werkzeug
- 74/73
- Vertikalschenkel des Stützteils/des Schiebeteils
- 84/83
- Bodenschenkel des Stützteils/des Schiebeteils
- 9
- Ausnehmungen
- 103/105
- Werkzeugansatz am Schiebeteil/an der Klemmvorrichtung
- 113/114
- Führungsflächen am Schiebteil/am Stützteil
- 12
- innere Anlageseite
- 13
- äußere Anlageseite
- 14
- Eingriffsfortsatz
- 15
- Klemmkeilaufnahme
- 16
- erstes Klemmteil
- 17
- zweites Klemmteil
- 18
- Keilflächen
- H
- Traghöhe des Tragschenkels des Stützteils
- h
- Höhe des Bodenschenkels des Schiebeteils
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 202013104330 U1 [0005]
- DE 202017105698 U [0026]