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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Einstellung der Vertikalneigung von Geländerplatten, insbesondere für Ganzglasgeländer, die weitgehend frei stehen und nur in deren Fußbereich, d. h. an deren unteren Rand, in einem mit keilförmig zusammenlaufenden Innenwänden versehenen, an einem Bauwerksteil verankerten U-förmigen Halteprofil gehalten und in diesem auch verspannt werden.
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Sowohl bei privaten wie auch bei öffentlichen Bereich werden Balkon- und/oder Terrassengeländer mit Geländerplatten, insbesondere Ganzglasgeländerplatten eingesetzt, die weitgehend frei stehend und nur mit ihrem unteren Rand in einem an einem Bauwerksteil verankerten Halteprofil eingesetzt sind. Hierfür ist das Halteprofil sicher am Bauwerk verankert. In diesen Halteprofilen werden die schweren Glasplatten fest verankert, damit diese zuverlässig die auf die Glasplatten einwirkendenden Lasten aufnehmen und auf das Bauwerk übertragen können, um so den Anforderungen auch als Absturzsicherung, wenn sich beispielsweise eine oder mehrere Personen gegen das Geländer lehnen, gerecht zu werden.
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Derartige Ganzglasgeländer dienen dabei jedoch gleichzeitig als Designobjekte an die hohe Anforderungen im Bezug auf die optische Gefälligkeit wie auch den Gesamteindruck des Geländers gestellt werden.
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Wesentlich ist in diesem Zusammenhang, dass die bei einem solchen Geländer zahlreich nebeneinander angeordneten einzelnen Geländerplatten während der Montage hochpräzise zueinander ausgerichtet werden können, damit ein sich über eine längere Strecke erstreckendes Geländer mit seinen zahlreichen einander benachbart angeordneten Einzelplatten dann insgesamt eine einheitliche, zueinander ebene Spiegelfläche ergibt.
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Sowohl die Halteprofile wie auch die Glasgeländerplatten selbst erfüllen die Vorraussetzungen im Bezug auf deren Fertigungsgenauigkeit.
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Doch die Bauwerksteile, an denen die Halteprofile montiert werden, sind oftmals beispielsweise über die Länge unterschiedlich vertikal geneigt, d. h. nicht so exakt ausgerichtet.
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Um nun ein daraus resultierendes sehr zeit- und kostenaufwändiges, hochpräzises, dreidimensionales Ausrichten der Halteprofile während deren Montage am Bauwerk zu vermeiden, werden im Stand der Technik Lösungen angeboten, die eine Einstellung der Vertikalneigung der Geländerplatten gegenüber dem Halteprofil ermöglichen, so dass die Geländerplatten dann entlang des Geländerverlaufs als ebene Siegelfläche, d. h. zueinander fluchtend ausgerichtet werden können. Bereits sehr geringe Abweichung in der Vertikalneigung zwischen zwei mit dem unteren Rand im Halteprofil eingesetzten Geländerplatten führen einerseits an deren oberen Rändern zu großen Lageabweichungen und beeinträchtigen zudem sehr stark die Ebenheit der Spiegelfläche.
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Um eine solche präzise Einstellen der Vertikalneigung von Ganzglasgeländerplatten zu ermöglichen, sind im Stand der Technik bereits unterschiedliche Lösungen offenbart.
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So beschreibt die
DE 103 38 816 B3 eine Bauform bei der das gesamte Halteprofil gegenüber einem fest mit dem Bauwerk verankerten Grundprofil verschwenkt werden kann. Diese Lösung ist jedoch sehr fertigungsintensiv und zudem gleichzeitig auch sehr montageaufwendig.
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Aus der
DE 10 2009 008 307 A1 ist eine weitere Lösung bekannt, bei dieser ist am Boden des fest mit dem Bauwerksteil verbundenen Halteprofil eine schwenkbare Glasplattenlagerung angeordnet. Auch diese Lösung ist ebenfalls sehr fertigungsintensiv.
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Aus der
WO 2012 075995 A1 wie auch aus der
WO 2012 075997 A1 sind Geländerplattenhalterungen bekannt, bei denen die Geländerglasplatte im Bodenbereich des Halteprofils von einem elastischen Profilkörper aufgenommen wird. Am oberen Rand des Halteprofils sind jeweils unterschiedliche Distanzkörper angeordnet, die entsprechend der benötigten „Neigung” der Glasplatte zum Halteprofil dann unterschiedlich tief in den keilförmig zusammenlaufend ausgebildeten Innenwänden/Innenwandbereichen des U-förmigen Halteprofils, d. h. gegenüber den Innenwänden bzw. Innenwandbereichen des Halteprofils, verspannt werden.
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All diese vorgenannten Lösungen erfordern jedoch stets einen sehr hohen Montageaufwand für eine exakte Ausrichtung der Halteprofile am Bauwerk, da mit diesen Lösungen eine individuelle Längsausrichtung der Geländerplatten in den Halteprofilen nicht möglich ist.
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Aus der
DE 10 2006 028 766 A1 ist eine Lösung bekannt, bei der am Boden eines fest an einem Bauwerksteil verankerten Halteprofils eine horizontal verstellbare Glasplattenlagerung angeordnet ist, auf dem die Glasplatte mit ihrer unteren Stirnkante aufsitzt. Diese Lösung ermöglicht nun eine Längsausrichtung der Geländerplatten in den Halteprofilen, sie ist jedoch von ihrem technischen Aufbau her sehr fertigungsintensiv, erfordert dabei eine Vielzahl von Einzelteilen, und ist zudem auch sehr montageaufwendig. Zudem hat diese Lösung den wesentlichen Nachteil, dass eine als Absturzsicherung eingesetzte Geländerplatte nach deren Einsetzen in die Plattenaufnahme, nur noch von der Balustrade/Balkonebene abgewandten Seite, die bei dieser Lösung eben durch die eingesetzte Geländerplatte versperrt ist, eingestellt werden kann.
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Weitere Lösungen werden in der
EP 1 647 663 A1 und der
EP 2 479 357 A1 vorgestellt, bei diesen sind im U-förmigen Führungskanal zusätzliche Bauteile fest eingebracht, die mittels verstellbarer Schrauben eine lotrechte Ausrichtung der Geländerplatte ermöglichen.
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Neben den damit verbundenen aufwendigen Konstruktionen der Halteprofile erfordern diese Verstellmechanismen zudem eine Vielzahl von Bauteilen die im/am Halteprofil zudem speziell zugeordnet angeordnete Gewinde erfordern.
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Aufgrund der Vielzahl der dabei miteinander zusammenwirkenden Bauteile ist die Herstellung derartiger Haltesysteme sehr aufwendig und erfordert neben einer aufwendigen Lagerlogistik zudem einen hohen Montageaufwand zur Betätigung der doch recht filigranen Stellvorrichtungen.
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Daneben erfordert jede dieser Stellvorrichtungen für jede Glasstärke spezielle in den jeweiligen Abmessungen auf die jeweils vorgegebene Glasstärke abgestimmte, d. h. unterschiedlich dimensionierte Einzelteile.
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Aus der
EP 2 896 674 ist weiterhin ein System zur Halterung von Geländerplatten, sowie ein zugeordnetes Verfahren zur Einstellung der Vertikalneigung von Geländerplatten bekannt, bei dem geländerplattenseitig an dem nach außen gerichteten Schenkel im unteren Drittel der Halterung eine Anlagewulst angeordnet ist, die als Drehachse/Drehpol für eine in die Halterung eingesetzte Geländerplatte fungiert. Nach der lotrechten Ausrichtung/Justierung wird die ausgerichtete Geländerplatte gegen den dem Anlagewulst gegenüberliegenden Schenkel mittels zweier Keile so verspannt, dass einer der beiden Keile gegenüberliegend bzw. unterhalb der Drehachse und der andere der beiden Keile oberhalb der Drehachse zu liegen kommt.
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Auch diese Lösung ist wiederum sehr montageaufwendig, da, wenn der untere Keil während des Ausrichtens zu tief „rutscht”/positioniert wird, es sehr schwierig ist diesen unteren (nach unten durchgerutschten) Keil wieder weiter oben zu positionieren.
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Zudem ist diese Bauform aufgrund der sehr tief liegenden Drehachse sehr störanfällig im Bezug auf die Stabilität der lotrechten Ausrichtung, da bei einem Lastangriff am oberen Rand der Geländerplatte (in Absturzrichtung) die Geländerplatte trotz des oberen Keiles um die tief liegende Drehachse in Absturzrichtung nach außen aus der Lotrechten ausschwenkt, und dann aufwendige Ausrichtarbeiten (Nacharbeiten) erforderlich werden.
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Weiterhin ist aus der
DE 20 2013 104 330 U1 ein Fixiersystem für Glasgeländerplatten im Bodenbereich eines U-förmigen Halteprofils bekannt, bei dem die Glasgeländerplatten in Glasträgern, an denen Glasanlagekeile monolithisch angeordnet sind, formschlüssig lagefixiert werden.
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Dabei sind an jedem dieser im Montagezustand auf den unteren Rand der Geländerglasplatten formschlüssig aufzusteckenden Glasträgern jeweils ein verschiebbar mit dem Glasträger zusammenwirkendes U-förmiges Schiebeelement, mit einer schräg zur Schiebelementmittenachse verlaufenden Glasträgerführungsnut und zur Führungsnut „parallel”, d. h. keilförmig, verlaufenden Seitenwangen, angeordnet.
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Bei der Montage werden dann diese Glasträger zusammen mit den Glasgeländerplatten in den Bodenbereich des U-förmigen Halteprofils so eingesetzt, dass das Schiebeelement zwischen der Glasgeländerplattenunterkante und dem Scheitelpunkt des Bodenbereiches verschoben werden kann, um zum Zweck der lotrechten Ausrichtung der eingesetzten Glasscheibe den Spaltabstand zwischen der Schenkelinnenwand und dem Glasträger mit der Geländerglasplatte stufenlos zu variieren.
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Ein wesentlicher Nachteil bei diesem System ist, dass für jede Glasgeländerplattendicke speziell auf die jeweilige Glasdicke und das jeweilige Profil bemessene Glasträger benötigt werden. Dies erfordert nicht nur in der Herstellung erhöhte Werkzeugkosten, sondern zudem auch einen erhöhten Aufwand in Bezug auf die Transport- und Lagerlogistik.
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Ein weiterer Nachteil dieses Systems besteht zudem darin, dass die Geländerglasplatten nur an den Glasanlagekeilen anliegen, so dass um Spannungen im Glas zu vermeiden, hier ein erhöhter Montageaufwand erforderlich ist, um mittels einer exakten Positionierung der Glaskeile die Geländerglasplatten spannungsfrei gegen die Glasanlagekeile der Glasträger im Halteprofil zu verspannen.
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Dennoch können bei dieser Lösung die in der Herstellung der Aluminiumhalteprofile üblichen Fertigungstoleranzen zu Spannungen im Glas, und damit zu Langzeitschäden an den Glasgeländerplatten führen.
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Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Halterung von Geländerplatten, insbesondere für Ganzglasgeländer, zu entwickeln, welche/s die vorstehend beschriebenen Nachteile beseitigt, und welche/s in nur einer Bauform zugleich für mehrere Geländerplattedicken eingesetzt werden kann, und das bei einfacher Herstellung vor Ort eine schnelle, sichere, problemlose und zuverlässige Montage bei reversibler Einstellbarkeit der Vertikalneigung der Geländerplatten ermöglichen kann, und stets eine sichere und zuverlässige, und spannungsfreie Halterung der Geländerplatten in unterschiedlichen Aluminiumhalteprofile am Bauwerk gewährleisten kann.
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Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Einstellung der Vertikalneigung von Geländerplatten nach den Merkmalen des Hauptanspruches der Erfindung gelöst.
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Vorteilhafte Ausführungen, Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus dem Unteranspruch sowie aus der nachfolgenden Beschreibung der erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiele in Verbindung mit den zeichnerischen Darstellungen zur erfindungsgemäßen Lösung.
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Nachfolgend soll nun die Erfindung an Hand eines Ausführungsbeispieles in Verbindung mit vierzehn Figuren näher erläutert werden.
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Es zeigen dabei:
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1: ein an einem Bauwerk 1 angeordnetes Tragprofil 2 mit dem erfindungsgemäßen Glasträger 10 in einer räumlichen Darstellung im Endmontagezustand;
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2: den in einem anderen Tragprofil 2 angeordneten erfindungsgemäßen Glasträger 10 im Endmontagezustand in der Seitenansicht im Schnitt;
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3: den aus einem Auflageführungsstück 14 und zwei spiegelsymmetrisch aufgebauten Anlageschiebestücken 15 bestehenden erfindungsgemäßen Glasträger 10 zur Einstellung der Vertikalneigung und zur Halterung von Geländerplatten als separate Baugruppe in einer räumlichen Darstellung;
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4: das erfindungsgemäße Auflageführungsstück 14 des erfindungsgemäßen Glasträgers 10 als Einzelteil in einer räumlichen Darstellung;
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5: die beidseitig des Auflageführungsstückes 14 angeordneten spiegelsymmetrisch aufgebauten, separat in den 5a und 5b dargestellten Anlageschiebestücke 15 des erfindungsgemäßen Glasträgers 10 in räumlichen Darstellungen als Einzelteile;
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6: den aus dem Auflageführungsstück 14 und den beiden spiegelsymmetrisch aufgebauten Anlageschiebestücken 15 bestehenden erfindungsgemäßen Glasträger 10 zur Einstellung der Vertikalneigung und zur Halterung von Geländerplatten als Baugruppe in der Draufsicht;
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7: den aus dem Auflageführungsstück 14 und den beiden spiegelsymmetrisch aufgebauten Anlageschiebestücken 15 bestehenden erfindungsgemäßen Glasträger 10 zur Einstellung der Vertikalneigung und zur Halterung von Geländerplatten als separate Baugruppe in der Seitenansicht im Schnitt bei A-A gemäß 6;
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8: den in einem Tragprofil 2 angeordnete, aus dem Auflageführungsstück 14 und den beiden spiegelsymmetrisch aufgebauten Anlageschiebestücken 15 bestehenden erfindungsgemäßen Glasträger 10 zur Einstellung der Vertikalneigung und zur Halterung von Geländerplatten in einer räumlichen Darstellung im Teilschnitt;
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9: der in einem Tragprofil 2 angeordnete, aus dem Auflageführungsstück 14 und den beiden spiegelsymmetrisch aufgebauten Anlageschiebestücken 15 bestehende erfindungsgemäße Glasträger 10 mit vormontierter Glasplatte 9 und aufgestecktem Montageelement 30 zur Ausrichtung und Einstellung der Vertikalneigung der Glasplatte 9 in einer räumlichen Darstellung im Teilschnitt;
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10: den in einem Tragprofil 2 angeordnete, aus dem Auflageführungsstück 14 und den beiden spiegelsymmetrisch aufgebauten Anlageschiebestücken 15 bestehenden erfindungsgemäßen Glasträger 10 mit vormontierter Glasplatte 9 und aufgestecktem Montageelement 30 nach der Ausrichtung und Einstellung der Vertikalneigung der Glasplatte 9 während der Anordnung der Befestigungskeile 12 in einer räumlichen Darstellung im Teilschnitt;
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11: den Endmontagezustand des Ganzglasgeländers in der Seitenansicht im Schnitt mit der vorgenommenen „Korrektur K” zur Ausrichtung und Einstellung der Vertikalneigung nach „innen” (Balkon-/Standseite);
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12: den Glasträger 10 mit der Darstellung der Lage der Bauteile des Glasträgers 10 zur Erzielung der in 11 dargestellten „Korrektur K”;
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13: den Endmontagezustand des Ganzglasgeländers in der Seitenansicht im Schnitt mit der vorgenommenen „Korrektur K” zur Ausrichtung und Einstellung der Vertikalneigung nach „außen” (Absturzseite);
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14: den Glasträger 10 mit der Darstellung der Lage der Bauteile des Glasträgers 10 zur Erzielung der in 13 dargestellten „Korrektur K”.
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Die 1 und 2 zeigen ein in einer räumlichen Darstellung, sowie in der Seitenansicht im Schnitt, im Endmontagezustand, zwei unterschiedliche an jeweils einem Bauwerk 1 verschiedenartig angeordnete Tragprofile 2 mit dem erfindungsgemäßen Glasträger 10, d. h. der erfindungsgemäßen Vorrichtung, zur Einstellung der Vertikalneigung von Geländerplatten in dem jeweiligen an einem Bauwerk 1 angeordneten Tragprofil 2, wobei an jedem der am Bauwerk 1 angeordneten Tragprofile 2 ein U-förmiger mit einem Innenschenkel 3, einem Außenschenkel 4 und einem Kanalboden 5 versehener Scheibenträgerkanal 6 angeordnet ist, bei dem die Schenkelinnenwange/n 7 zum Kanalboden 5 hin keilförmig geneigt ist/sind, wobei am Kanalboden 5 des Scheibenträgerkanals 6 ein/mehrere eine/die Glasunterkante 8 einer Glasplatte 9 aufnehmende/r Glasträger 10 angeordnet ist/sind, wobei im Bereich des feien Endes der Schenkelinnenwange 7 am Außenschenkel 4 eine Anlagedichtung 11 angeordnet/eingeknüpft ist, und zwischen der keilförmig geneigten Schenkelinnenwange 7 des Innenschenkels 3 und der Glasplatte 9 Befestigungskeile 12 angeordnet sind, welche die Glasplatte 9 in deren Lage im Scheibenträgerkanal 6 fixieren, wobei oberhalb der Befestigungskeile 12 am feien Endes der Schenkelinnenwange 7 des Innenschenkels 3 eine Verglasungsdichtung 13 angeordnet/eingeknüpft ist.
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Erfindungsgemäß besteht, wie nun in den 2 und 3 dargestellt, der Glasträger 10 aus einem direkt auf dem Kanalboden 5 aufliegenden Auflageführungsstück 14, und zwei beidseitig verschiebbar am Auflageführungsstück 14 angeordneten, selbst unter Scheibenlast sowohl gegenüber dem Kanalboden 5 wie auch gegenüber der Glasunterkante 8 beabstandeten Anlageschiebestücken 15.
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Wesentlich ist auch, wie in der 4 dargestellt, dass am Auflageführungsstück 14 ein Stützboden 16 mit zwei im Stützboden 16 angeordneten Führungsnuten 17, einer rechtwinklig am Stützboden 16 in Längsrichtung des Scheibenträgerkanals 6 angeordneten Stützwand 18 und dieser gegenüberliegend eine oder mehrere Positionierlaschen 19 angeordnet sind, wobei an der Stützwand 18 an der der Glasplatte 9 zugewandten Seite eine Führungsseite 20 angeordnet ist, deren beiden freien Enden als Ausrichtwangen 21 ausgebildet sind.
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Die am Stützboden 16 angeordnete Stützwand 18 ist dabei von den Positionierlaschen 19 so weit beabstandet, dass zwischen diesen Glasplatten 9 mit unterschiedlichen Glasdicken, d. h. in den vorliegenden Ausführungsbeispielen Glasdicken von beispielsweise 12,76 mm, 17,52 mm und 21,52 mm, positioniert werden können.
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Kennzeichnend ist, dass die Ausrichtwangen 21, wie in der 4 dargestellt in Längsrichtung des Scheibenträgerkanals 6 jeweils unter einem Ausrichtwinkel α, welcher im Bereich von 2° bis 10° liegt (wobei im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Ausrichtwinkel α = 3° beträgt), gegenüber dem Mittenbereich 22 der Führungsseite 20 geneigt ausgebildet sind, wobei auch die im Stützboden 16 angeordneten Führungsnuten 17 parallel zum Verlauf der jeweiligen Ausrichtwange 21 in Längsrichtung des Scheibenträgerkanals 6 unter dem Ausrichtwinkel α der Ausrichtwangen 21, geneigt sind.
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Wesentlich ist dabei, dass die in den 5a und 5b dargestellten, am Auflageführungsstück 14 angeordneten, beidseitig spiegelsymmetrisch zum Auflageführungsstück 14 aufgebauten Anlageschiebestücke 15 einen Tragboden 23 besitzen, an dem einerseits jeweils eine mit der benachbarten Ausrichtwange 21 der Stützwand 18 in Wirkverbindung tretende Positionierwand 24 angeordnet ist, die eine der Glasplatte 9 zugewandte, parallel zur Glasplatte 9 verlaufenden Positionierwange 25 aufweist und die über eine an der Positionierwand 24, der Positionierwange 25 gegenüberliegend angeordneten Schubwange 26 verfügt, welche analog zur Ausrichtwange 21 unter einem Ausrichtwinkel α geneigt ist, so dass diese an der Ausrichtwange 21 entlang zu gleiten vermag, so dass, wie in den 6 und 7 dargestellt, der aus der Stützwand 18 und der Positionierwand 24 gebildeten Positionierabstand DP zwischen der Rückwand der Stützwand 18 und der Positionierwange 25 stufenlos variiert werden kann.
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Erfindungswesentlich ist auch, dass, wie in den 5a, 5b, 6 und 7 dargestellt, der Positionierwand 24 gegenüberliegend am Tragboden 23 jeweils eine im Endmontagezustand des Glasträgers 10 im Bereich in der Ebene der Positionierlasche/n 19 angeordnete Betätigungslasche 27 angeordnet ist, und dass in der Ebene des Tragbodens 23 eine zur Positionierwand 24, unter dem im jeweiligen Ausführungsbeispiel gewählten, Ausrichtwinkel α geneigte, mit jeweils einem Gleitstück 28 versehenen Schubzunge 29 angeordnet ist, wobei das/die an der/den Schubzunge/n 29 angeordnete/n Gleitstück/e 28 mit der/den jeweils zugeordneten, im Stützboden 16 angeordneten Führungsnut/en 17 in Wirkverbindung tritt/treten und so eine exakte Variation des Positionierabstandes DP gewährleisten.
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Vorteilhaft ist, wenn in den Führungsnuten 17 des Auflageführungsstücks 14 Einstecköffnungen 36 angeordnet sind, um eine problemlose Montage der an den Anlageschiebstücken 15 angeordneten Gleitstücke 28 in den Führungsnuten 17 des Auflageführungsstücks 14, d. h. einen problemlosen Zusammenbau des Glasträgers 10, zu ermöglichen.
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Die 8 zeigt nun den in einem Tragprofil 2 angeordneten, aus dem Auflageführungsstück 14 und den beiden spiegelsymmetrisch aufgebauten Anlageschiebestücken 15 bestehenden erfindungsgemäßen Glasträger 10 zur Einstellung der Vertikalneigung und zur Halterung von Geländerplatten in einer räumlichen Darstellung im Teilschnitt, unmittelbar vor dem einsetzen der Glasplatte 9.
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Erfindungsgemäß ist auch, dass nach dem Einsetzen der Glasplatte 9, wie nun in der 9 dargestellt, zur Vertikalausrichtung der Glasplatte 9 im Montagezustand, ein die Variation des Positionierabstandes DP bewirkendes separates Montageelement 30, mit einer mit den Positionierlaschen 19 des Glasträgers 10 in Wirkverbindung tretenden Positionierplatte 31, und mit zwei beidseitig an der Positionierplatte 31, in jeweils einem an der Positionierplatte 31 angeordneten Schubstück 32 verschiebbar gelagerten Betätigungselementen 33, mit jeweils einem Griffstück 34 und einer Laschenaufnahme 35 versehen sind, und die jeweilige Laschenaufnahmen 35 mit jeweils einer der beiden Betätigungslaschen 27 des Glasträgers 10 zugeordnet in Wirkverbindung treten, aufgesteckt wird.
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Durch das anschließende Verschieben der Betätigungslaschen 27 mittels der Griffstücke 34 wird/werden das/die Anlageschiebstück/e 15 gegenüber dem Auflageführungsstück 14 verschoben, und so die Glasplatte 9 gegenüber der/den benachbarten Glasplatte/n 9 des Ganzglasgeländers ausgerichtet.
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Nach der Vertikalausrichtung der Glasplatte 9 mittels des Glasträgers 10 wird dann das aufgesteckte Montageelement 30 wieder entfernt (abgenommen), und es werden dann, wie in der 10 während der Montage räumlich dargestellt, oder wie in den 11 und 13 mit Verbindung mit unterschiedlichen „Ausrichtrichtungsvarianten” in den Seitenansichten im Endmontagezustand dargestellt, zwischen der keilförmig geneigten Schenkelinnenwange 7 des Innenschenkels 3 und der Glasplatte 9, der jeweiligen Glasplattendicke zugeordnete, Befestigungskeile 12 angeordnet, welche die Glasplatte 9 in deren Lage im Scheibenträgerkanal 6 fixieren, wobei abschließend, wie auch in den 11 und 13 dargestellt, oberhalb der Befestigungskeile 12 am feien Endes der Schenkelinnenwange 7 des Innenschenkels 3 eine Verglasungsdichtung 13 angeordnet/eingeknüpft wird.
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In den 11 und 13 sind nun unterschiedliche „Ausrichtrichtungsvarianten” in der Seitenansicht dargestellt.
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Die 11 zeigt wie mittels der erfindungsgemäßen Lösung eine Ausrichtung der Glasplatte 9 nach „innen” (Balkon-/Standseite) erfolgt.
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Dazu wird der erfindungsgemäße Glasträger 10, wie in der 12 räumlich dargestellt, verstellt/„eingestellt”.
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Die 13 zeigt wie mittels der erfindungsgemäßen Lösung eine Ausrichtung der Glasplatte 9 nach „außen” (Absturzseite) erfolgt.
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Dazu wird der erfindungsgemäße Glasträger 10, wie in der 14 räumlich dargestellt, verstellt/„eingestellt”.
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Mit dem im Ausführungsbeispiel gewählten Ausrichtwinkel α von 3° kann im vorliegenden Ausführungsbeispiel bei einer sichtbaren Glasplattenhöhe von 1.000 mm, an der oberen Glaskante eine Verstellung mit einer Korrektur K von/bis +/–10 mm erfolgen.
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Erfindungsgemäß ist aber auch, dass anstelle der Glasplatte 9 eine Geländerplatte aus einem anderen Material verwendet wird.
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Mit der erfindungsgemäßen Lösung ist es somit gelungen eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Halterung von Geländerplatten, insbesondere für Ganzglasgeländer, zu entwickeln, welche/s die im Stand der Technik beschriebenen Nachteile beseitigt, und welche/s in nur einer Bauform zugleich für mehrere Geländerplattedicken eingesetzt werden kann, und das bei einfacher Herstellung vor Ort eine schnelle, sichere, problemlose und zuverlässige Montage bei reversibler Einstellbarkeit der Vertikalneigung der Geländerplatten ermöglicht, und stets eine sichere und zuverlässige, und spannungsfreie Halterung der Geländerplatten in unterschiedlichen Aluminiumhalteprofile am Bauwerk gewährleistet.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Bauwerk
- 2
- Tragprofil
- 3
- Innenschenkel
- 4
- Außenschenkel
- 5
- Kanalboden
- 6
- Scheibenträgerkanal
- 7
- Schenkelinnenwange
- 8
- Glasunterkante
- 9
- Glasplatte
- 10
- Glasträger
- 11
- Anlagedichtung
- 12
- Befestigungskeil
- 13
- Verglasungsdichtung
- 14
- Auflageführungsstück
- 15
- Anlageschiebestück
- 16
- Stützboden
- 17
- Führungsnut
- 18
- Stützwand
- 19
- Positionierlasche
- 20
- Führungsseite
- 21
- Ausrichtwange
- 22
- Mittenbereich
- 23
- Tragboden
- 24
- Positionierwand
- 25
- Positionierwange
- 26
- Schubwange
- 27
- Betätigungslasche
- 28
- Gleitstück
- 29
- Schubzunge
- 30
- Montageelement
- 31
- Positionierplatte
- 32
- Schubstück
- 33
- Betätigungselement
- 34
- Griffstück
- 35
- Laschenaufnahme
- 36
- Einstecköffung
- α
- Ausrichtwinkel
- DP
- Positionierabstand
- K
- Korrektur
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 10338816 B3 [0009]
- DE 102009008307 A1 [0010]
- WO 2012075995 A1 [0011]
- WO 2012075997 A1 [0011]
- DE 102006028766 A1 [0013]
- EP 1647663 A1 [0014]
- EP 2479357 A1 [0014]
- EP 2896674 [0018]
- DE 202013104330 U1 [0021]