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DE202009001787U1 - Kontinuierliche elastische Lagerung von Straßenbahnschienen, insbesondere im Weichenbereich - Google Patents

Kontinuierliche elastische Lagerung von Straßenbahnschienen, insbesondere im Weichenbereich Download PDF

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DE202009001787U1
DE202009001787U1 DE202009001787U DE202009001787U DE202009001787U1 DE 202009001787 U1 DE202009001787 U1 DE 202009001787U1 DE 202009001787 U DE202009001787 U DE 202009001787U DE 202009001787 U DE202009001787 U DE 202009001787U DE 202009001787 U1 DE202009001787 U1 DE 202009001787U1
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    • E01CONSTRUCTION OF ROADS, RAILWAYS, OR BRIDGES
    • E01BPERMANENT WAY; PERMANENT-WAY TOOLS; MACHINES FOR MAKING RAILWAYS OF ALL KINDS
    • E01B9/00Fastening rails on sleepers, or the like
    • E01B9/68Pads or the like, e.g. of wood, rubber, placed under the rail, tie-plate, or chair
    • EFIXED CONSTRUCTIONS
    • E01CONSTRUCTION OF ROADS, RAILWAYS, OR BRIDGES
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    • E01B21/00Track superstructure adapted for tramways in paved streets
    • E01B21/02Special supporting means; Draining of rails

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Abstract

Vorrichtung (1) zur kontinuierlichen elastischen Lagerung von Straßenbahnschienen (3a, 3b) mit einer elastischen Lage (7), die am Schienenfuß (5a, 5b) montierbar ist, gekennzeichnet durch unterschiedliche Elastizitäten der elastischen Lage (7) zumindest entlang der Schienenverlaufsrichtung (S).

Description

  • Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur kontinuierlichen elastischen Lagerung von Straßenbahnschienen mit einer elastischen Lage, die im Wesentlichen unmittelbar am Schienenfuß montierbar ist. Außerdem bezieht sie sich auf eine Gleislagerungsanordnung mit mindestens einem Paar Straßenbahnschienen.
  • Straßenbahnschienen werden häufig niveaugleich in Fahrbahndecken für gummibereiften Verkehr eingebaut. Dafür kann ein herkömmlicher Schwellenoberbau verdeckt eingebaut, also eine diskontinuierliche Lagerung verwendet werden. Neuere Bauweisen sehen eine kontinuierliche Lagerung der Straßenbauschienen auf Betonbalken und/oder Platten vor. Beiden Bauweisen ist die Tatsache gemein, dass die Schienenlagerung und eine Befestigung der Schienen dauerhaft von der Straßendecke verdeckt ist und nicht beliebig kontrolliert oder ersetzt werden kann.
  • Elastische Lagerungen für Straßenbahnschienen haben den Zweck, eine Einfederung einer belasteten Schiene unter einem Straßenbahnfahrzeug zu ermöglichen. Damit soll ein weiches, verschleißarmes Rad-Schiene-System gewährleistet und die Schallemission insbesondere des rollenden Rades in Folge seiner Vibration reduziert werden. Daneben sollen die Schienenlagerungen Kriechströme minimieren und so Spannungskorrosion reduzieren.
  • Aus dem Gebrauchsmuster DE 20 2004 011 981 U1 ist eine kontinuierliche elastische Lagerung für Straßenbahnschienen bekannt. Sie weist eine elastische Lage auf, die in etwa die Breite des Schienenfußes hat und die mit wenigstens einem Klammerelement zur Befestigung der Zwischenlage unter dem Schienenfuß ausgestattet ist. Eine derartige kontinuierliche elastische Zwischenlage bietet in der Regel eine ausreichende Einfederung von belasteten Schienen.
  • Aus dem Vollbahnbereich sind zwar unterschiedlich steife Lagerungen bekannt. Die EP 1 857 590 A1 beispielsweise beschreibt eine Weiche für auf Schwellen befestigte Schienen mit elastischen Schwellensohlen, die jeweils in einem Bereich der Schwelle eine andere Steifigkeit als in mindestens einem anderen Bereich aufweisen. Dadurch ändert sich die Steifigkeit der Besohlung in Längsrichtung der Schwellen, wodurch eine verbesserte Lastverteilung über die Schwelle erzielt werden kann. Eine Schwellenlagerung einer Schiene stellt jedoch keine kontinuierliche Lagerung der Schiene dar und ist im Straßenbahnbereich bei eingedeckten Gleisen auch nicht immer erwünscht und anwendbar.
  • In der österreichischen Patentschrift AT 503 436 B1 ist ebenfalls für Vollbahnen vorgeschlagen, bei der Spezialanwendung im Bereich eines Brückenüberbaus eine elastische Schicht zur Lagerung von Schienen gegenüber dem Unterbau anzuordnen. Der Schienenoberbau ist in verschiedene Zonen unterteilt, die durch die Brückenpfeiler definiert sind. Die Steifigkeit einer elastischen Schicht im Bereich der Brückenpfeiler ist kleiner als in anderen Bereichen des Oberbaus, die zwischen den Pfeilern der Brücke liegen. Auch dieser Fahrbahnaufbau betrifft einen Schwellenoberbau mit Schotter, der im eingedeckten Bereich einer Straßenbahntrasse aufwendig und ungünstig ist.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine kontinuierliche elastische Lagerung für Bereiche von Straßenbahnschienen mit vergrößerter Schienenfußbreite, beispielsweise im Weichenbereich, anzugeben, die auch in diesen Bereichen eine Einfederung um einen Betrag in etwa wie im übrigen Gleis ermöglicht.
  • Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung der eingangs genannten Art gelöst, bei der die elastische Lage unterschiedliche Elastizitäten im Wesentlichen entlang der Verlaufsrichtung der Schienen aufweist. Die Elastizität der erfindungsgemäßen elastischen Lage kann in der Verlaufsrichtung variiert werden, sodass die elastischen Eigenschaften in einem Bereich größerer Schienenfußbreite in Längsrichtung nahezu kontinuierlich an die jeweils lokal auftretenden, im Schienenverlauf variierenden Vertikalkräfte angepasst werden können. Dadurch kann die Einfederung trotz der unterschiedlichen Kräfte im gesamten Schienenverlauf nahezu konstant gehalten werden. Die daraus resultierenden nahezu gleich bleibenden Einsenkungen im Schienenverlauf führen zu einem verschleiß- und geräuscharmen Radlauf. Die erfinderische Lagerung kann dabei bereits vor den Bereichen mit verbreitertem Schienenfuß angewandt werden, um einen kontinuierlichen Übergang dazu zu schaffen.
  • Durch die Geometrie des Rad-Schiene-Systems wirken außerdem Horizontalkräfte auf den Schienenkopf. Sie können zu einer Schienenkopfauslenkung führen, die insbesondere zu einer unerwünschten Spurerweiterung führen kann. Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann daher die Elastizität der elastischen Lage auch in Querrichtung zur Schienenverlaufsrichtung variieren. Damit kann zusätzlich zur Anpassung der Steifigkeit in Längsrichtung der Schiene eine Verminderung der Schienenkopfauslenkung infolge von Horizontalkräften erreicht werden.
  • Dementsprechend kann eine elastische Lage mit höherer Steifigkeit im Wesentlichen quer zur Schienenverlaufsrichtung in einem seitlichen Außenbereich und eine elastische Lage mit geringerer Steifigkeit in einem Innenbereich angeordnet sein. Eine vorteilhafte Weiterbildung besteht darin, dass die steifere elastische Lage beiderseits einer weniger steifen elastischen Lage angeordnet ist. Diese in Querrichtung dreiteilige elastische Lage kann unverändert sowohl für die in Verlaufsrichtung linke als auch für die rechte Schiene eines Schienenpaars verwendet werden.
  • Eine vergrößerte Schienenfußbreite ist regelmäßig im Bereich einer Weiche vorzufinden. Weichen sind daher ein bevorzugter Anwendungsbereich der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Bei Weichen vergrößert sich oft die Schienenfußbreite oder auch die Lagerungsbreite der Schienen gegenüber derjenigen im Streckenbereich, wenn zwei Schienen wegen ihres geringen Abstands auf einer gemeinsamen Rippenplatte montiert sind. Gemeinsam gelagerte Schienen können zum Beispiel die Zunge und die Backenschiene oder die Schienen vor und nach dem Herzstück der Weiche sein. Bei der Verwendung des gleichen elastischen Materials für die Schienenlagerung im Weichen- wie im Streckenbereich ergäben sich wegen der größeren Lagerungsbreite in der Weiche jedenfalls eine geringere vertikale Einfederung der Schiene und eine geringere Steifigkeit der Lagerung.
  • Der Spurkranz eines Straßenbahnrades übt vor allem bei der Außenschiene im Abzweigungsgleis verstärkt nach außen wirkende Horizontalkräfte auf den Schienenkopf aus, die zu einer Spurerweiterung führen können. Ihr kann mit der erfinderischen Lagerung gezielt entgegengewirkt werden. Ein entsprechender Aufbau der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann beispielsweise wie folgt realisiert sein: Im Wesentlichen parallel zur jeweiligen Straßenbahnschiene werden Bereiche oder Teilstreifen der elastischen Lage mit unterschiedlicher Steifigkeit angeordnet. Dabei liegt ein Bereich bzw. Teilstreifen der elastischen Lage mit höherer Steifigkeit in einem ersten Außenbereich seitlich eines Schienenfußes, gefolgt von einem Bereich mit geringerer Steifigkeit unterhalb der Schiene, welcher wiederum von einem Bereich mit höherer Steifigkeit im zweiten Außenbereich eines Schienenfußes abgeschlossen wird. Im Abzweigungsbereich einer Weiche kann der mittlere Bereich höherer Steifigkeit unter einem Zwischenraum zwischen zwei benachbarten Schienen liegen, beispielsweise zwischen der Zunge und der Backenschiene oder zwischen den Schienen im Bereich des Herzstücks.
  • Die Veränderung der Steifigkeit der elastischen Lage in Längsrichtung kann kontinuierlich oder diskontinuierlich erfolgen, wobei eine diskontinuierliche Veränderung in der Regel einfacher hergestellt werden kann. Sie ist hinnehmbar, weil die Schiene aufgrund ihrer hohen Biegesteifigkeit Sprünge in der Steifigkeit der elastischen Lagerung in Längsrichtung in gewissem Umgang nivelliert. Eine nahezu kontinuierliche Veränderung der Steifigkeit kann daher auch durch eine Abstufung der Steifigkeitsunterschiede in ausreichend kleinen Schritten erzielt werden.
  • Ist die elastische Lage in Querrichtung mehrteilig, kann eine kontinuierliche Steifigkeitsänderung ohne großen zusätzlichen Aufwand durch geschickte Bemessung des steiferen Außenbereichs und des weicheren Innenbereichs der Lagerung erzielt werden. Dazu kann das steifere Material, das zu Verminderung der Schienenkopfauslenkung an wenigstens einem Rand der Lagerung angebracht ist, in Längsrichtung beispielsweise eine konstante Breite beibehalten, während die Breite des weicheren Materials des Innenbereichs mit zunehmendem Abstand der Schienen voneinander ebenfalls zunimmt. Dadurch erhöht sich der Anteil des weicheren Materials an der Gesamtlagerung mit zunehmender Lagerungsbreite, die folglich in Längsrichtung insgesamt weicher wird. Mit zunehmender Lagerungsbreite muss also die Steifigkeit der kontinuierlichen elastischen Lagerung nicht in gleichem Maße zunehmen. Dieser Effekt kann durch eine abnehmende Breite des steiferen Materials im Randbereich noch unterstützt werden.
  • Für die Bereiche der elastischen Lage mit unterschiedlicher Steifigkeit können vorteilhaft Materialien eingesetzt werden, die bei gleichen chemischen Eigenschaften unterschiedliche physikalische Eigenschaften aufweisen. Es werden also lediglich die physikalischen Eigenschaften ein und desselben chemischen Stoffes bzw. Stoffgemisches variiert, insbesondere deren Elastizität. Dies kann beispielsweise durch eine Erhöhung bzw. Verringerung der Dichte des Stoffes erzielt werden.
  • Daher eignet sich geschäumtes Polyurethan als elastische Lage besonders gut. Es weist eine wesentlich höhere Lebensdauer und Beständigkeit der elastischen Eigenschaften in Vergleich zu anderen, insbesondere gummibasierten, Materialien auf. Es ist außerdem relativ kostengünstig als Flächenware über einen weiten Dickenbereich herstellbar. Es lässt sich in unterschiedlichen Dichten herstellen und so praktisch jede relevante Steifigkeit erzielen. Zudem weist es keine großen Hohlräume auf, die sich durch Verschmutzung zusetzen und damit die Steifigkeit negativ beeinflussen könnten.
  • Eine unterschiedliche Steifigkeit der elastischen Lage kann durch unterschiedliche Dicken jeweils gleich steifen elastischen Materials erreicht werden. Bevorzugt weisen jedoch Bereiche der elastischen Lage mit unterschiedlicher Steifigkeit in unbelastetem Zustand durch Verwendung unterschiedlich steifen Materials eine gleiche Dicke auf. Durch die gleiche Dicke werden Unebenheiten in der Lagerung der Eisenbahnschienen vermieden.
  • Die Bereiche der elastischen Lage mit unterschiedlicher Steifigkeit können als separate Teile der elastischen Lage oder als kontinuierliche Lagenbahn ausgebildet sein. Die jeweilige Ausgestaltung ist im Wesentlichen abhängig vom Einsatzbereich, vom Herstellungsaufwand und vom eingesetzten Material für die elastische Lage. Die diskontinuierliche Ausgestaltung der elastischen Lage auf Basis unterschiedlicher Teilstreifen birgt die Gefahr, dass bei nicht stoßgenauer Verlegung kleine Zwischenräume zwischen den Teilstreifen entstehen. Darin können sich Ablagerungen sammeln, die gegebenenfalls im Verlauf des Einsatzzyklus der elastischen Lage zu unerwünschten Elastizitätsveränderungen führen können. Abhilfe kann eine Abdeckplatte auf der dem Schienenfuß zugewandten Seite der elastischen Lage schaffen, die mit der elastischen Lage verbunden ist. Sie kann die elastische Lage nach außen abschließen, so dass keine Fremdstoffe zwischen die Teilstreifen der elastischen Lage eindringen können.
  • Außerdem kann eine Trägerplatte vorgesehen sein, die auf der dem Schienenfuß entgegengesetzten Seite der elastischen Lage positioniert und mit der elastischen Lage verbunden ist. Die Trägerplatte kann wiederum die gesamte Vorrichtung nach außen hin abschließen und zudem als Montagebauteil dienen, auf dem die erfindungsgemäße Vorrichtung aufgebaut werden kann. Dadurch ist eine einfachere Handhabung bei Herstellung und Anlieferung der erfindungsgemäßen Vorrichtung möglich. Die Trägerplatte stabilisiert außerdem die Vorrichtung zusätzlich und kann durch eine Halteklammer mit der elastischen Lage verbunden werden. Die Halteklammer kann durchgängig entlang des Kantenverlaufs der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorgesehen sein und aus Kunststoff, bevorzugt aus Gummi, bestehen. Sie kann zusätzlich zur Verbindung der elastischen Lage mit der Trägerplatte und ggf. der Abdeckplatte auch dazu dienen, den Schienenfuß an der erfindungsgemäßen Vorrichtung zu fixieren.
  • Die Erfindung umfasst außerdem eine Schienenlagerungsanordnung der eingangs genannten Art mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung. Eine solche Schienenlagerungsanordnung weist bevorzugt Rillenschienen als Straßenbahnschienen auf.
  • Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen im Prinzip beispielshalber noch näher beschrieben. Es zeigen:
  • 1: einen schematischen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Schienenlagerungsanordnung,
  • 2: eine Draufsicht auf eine elastische Lage im Weichenbereich.
  • 1 zeigt eine Schienenlagerungsanordnung 15 im Querschnitt mit zwei parallel in dieselbe Richtung führenden Rillenschienen 3a, 3b in einem Abzweigungsbereich einer Weiche. Sie können von demselben Straßenbahnrad befahren werden. ihre Rillen 4a, 4b stehen beide rechterhand der Mittelachsen Aa, Ab der Schienen 3a, 3b von einem Schienenkopf 6 ab. Ein Straßenbahnrad würde je nach Weichenstellung auf einer der beiden Straßenbahnschienen 3a, 3b mit dem Spurkranz innerhalb der Rillen 4a, 4b geführt, während die Lauffläche der Räder auf dem Schienenkopf 6 linkerhand der Rillen 4a, 4b abrollt.
  • Mit ihren Schienenfüßen liegen die Rillenschienen 3a, 3b auf der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 auf und sind daran fixiert. Sie erstreckt sich unter beiden Schienenfüßen 5a, 5b hindurch und steht an deren beiden Außenrändern über. Sie besteht von oben nach unten im Wesentlichen aus einer Abdeckplatte 9, einer elastischen Lage 7 und einer Trägerplatte 11. Diese drei Elemente sind mit seitlich, im Schienenverlauf durchgehend angebrachten Halteklammern 13a, 13b zu einer Einheit zusammengefügt. Die Vorrichtung 1 weist eine gleich bleibende Höhe H auf, weil sowohl die elastische Lage 7 als auch die Abdeckplatte 9 und die Trägerplatte 11 in Querrichtung eine konstante Dicke aufweisen.
  • Die elastische Lage 7 umfasst drei Teilstreifen 7a, 7b als in Querrichtung angeordnete Bereiche unterschiedlicher Steifigkeit der elastischen Lage 7. Die beiden außen liegenden Teilstreifen 7a haben eine höhere Steifigkeit als der innen liegende Teilstreifen 7b. Dennoch weisen sie die gleiche Dicke d auf.
  • Befährt eine Straßenbahn die Schienen 3a, 3b, so wirken Kräfte sowohl vertikal als auch horizontal auf den Schienenkopf 6. Die vertikalen Lasten V auf die Schienen 3a, 3b treten unter dem Schienenfuß 5a, 5b im Querschnitt als Linienlasten auf die Vorrichtung 1 auf. Die Horizontalkräfte Z führen zu einer Kippbeanspruchung der Schienen 3a, 3b. Zwischen dem jeweils linken und rechten Rand ihrer Schienenfüße 5a, 5b treten dann im Querschnitt sich betragsmäßig linear ändernde Linienlasten auf, wobei an einem Außenrand des Schienenfußes 5a, 5b die betragsmäßig größte Belastung vorliegt.
  • Beide Einwirkungen können mit Hilfe der Vorrichtung 1 abgefedert werden. Die Abdeckplatte 9 und die Trägerplatte 11 dienen der zusätzlichen Stabilisierung der Vorrichtung 1. Die sehr steife Abdeckplatte 9 verteilt die vertikalen Belastungen näherungsweise gleichmäßig auf die gesamte elastische Lage 7. Daraus resultiert eine gemittelte Einsenkung durch die Belastung sowohl der steiferen Teilstreifen 7a als auch des weicheren mittleren Teilstreifens 7b. Die Horizontalkräfte Z wirken nicht nur kippend auf die Schienen 3a, 3b, sondern beanspruchen auch die Abdeckplatte 9. Sie neigt sich dadurch geringfügig und wirkt dieser Bewegung allerdings entgegen, da sich ihre Außenränder auf den steiferen Teilstreifen 7a abstützen. Durch die Wahl der Breite der steiferen Teilstreifen 7a und des Teilstreifens 7b lässt sich einerseits eine erforderliche ggf. geringere Steifigkeit in vertikaler Richtung erzeugen, die die gewünschte Einsenkung der Schienen 3a, 3b unter Belastung hervorruft. Andererseits kann einer unerwünscht hohen Schienenkopfauslenkung entgegengewirkt werden, weil dabei überwiegend die steiferen Teilstreifen 7a der elastischen Lage 7 belastet werden.
  • In einer Weiche verändert sich der Abstand K zwischen den Schienen 3a, 3b kontinuierlich. Solange beide Schienen 3a, 3b auf einer gemeinsamen Abdeckplatte 9 angeordnet sind und die Breite der elastischen Lage 7 lediglich durch eine proportionale Verbreiterung der Teilstreifen 7a, 7b angepasst wird, versteift die Gesamtlagerung des Schienenpaars 3a, 3b und die Einsenkung verringert sich.
  • Um dem entgegenzuwirken und eine nahezu kontinuierliche elastische Lagerung der Weiche zu erhalten, wird die Elastizität der elastischen Lage 7 in Längsrichtung variiert. Ein vereinfachtes Beispiel dafür ist in 2 anhand einer schematischen Draufsicht auf ein Schienenpaar (nicht gezeigt) im Weichenbereich noch näher erläutert. Der gezeigte Abschnitt besteht in Schienenverlaufsrichtung S aus drei Längenbereichen L1, L2, L3. Im Schienenverlauf S erhöht sich der Abstand der Schienen kontinuierlich, denn eine erste Schiene verläuft genau in Verlaufsrichtung S, während eine zweite Schiene in der Weiche von der ersten Schiene abzweigt und mit zunehmendem Winkel von der ersten Schiene wegführt. Da die Belastung bei zunehmender Lagerungsbreite gleich bleibt, reduziert sich die Flächenpressung auf die elastische Lagerung.
  • Die elastische Lage 7 unter den beiden Schienenfüßen wird erfindungsgemäß nun auch in Längsrichtung in einzelne Bereiche unterschiedlicher Elastizitäten aufgeteilt. Diese Teilstreifen können entweder durch unterschiedliche Materialien oder – wie hier dargestellt – durch ein und dasselbe Material mit unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften erzeugt werden.
  • Der erste Längenbereich L1 der elastischen Lage 7 ist in Querrichtung in zwei Teilstreifen 7a, und einen Teilstreifen 7b unterschiedlicher Elastizität mit den Breitenbereichen B1a, B1b, B1c aufgeteilt. Dabei sind die quer zur Schienenverlaufsrichtung S jeweils außen angeordneten Teilstreifen 7a aus einem Material A gefertigt, das eine höhere Steifigkeit aufweist als das Material B des innen liegenden Teilstreifens 7b (vgl. 1). Sie weisen eine konstante Breite auf, während die Breite des Teilstreifens 7b kontinuierlich zunimmt.
  • Kann die geforderte Einsenkung der Schiene auf der elastischen Lagerung mit der Materialkombination A, B, A bei zunehmender Lagerungsbreite und abnehmender Flächenpressung nicht mehr erreicht werden, muss auf eine neue Materialkombination C, D, C im zweiten Längenbereich L2 übergegangen werden. Die dortigen zwei Teilstreifen 7c und der zwischen ihnen liegende Teilstreifen 7d sind ebenfalls in drei Breitenbereiche B2a, B2b, B2c angeordnet. Die quer zum Schienenverlauf S außen liegenden Teilstreifen 7c sind breiter als die Teilstreifen 7a des ersten Längenbereichs L1, um mit den Materialien C, D in der in Querrichtung abwechselnden Anordnung eine erforderliche Gesamtsteifigkeit zu erzielen, die geringer ist als die Gesamtsteifigkeit im Längenbereich L1.
  • Der dritte Längenbereich L3 ist prinzipiell wie die beiden ersten Längenbereiche L1, L2 mit ebenfalls zwei Teilstreifen 7e und einem dazwischen liegenden Teilstreifen 7f mit Materialien B, E unterschiedlicher Elastizitäten, jetzt in den Breitenbereichen B3a, B3b, B3c, aufgebaut. Im Längenbereich L3 treten wegen der großen Lagerungsbreite bei einer unveränderten Belastung, nämlich der gleichen wie in den ersten beiden Bereichen L1, L2, die geringsten Flächenpressungen auf. Die Gesamtsteifigkeit in dem Bereich L3 ist also am geringsten. Daher kann hier in den steiferen außen liegenden Teilstreifen 7e das weichere Material B aus dem Längenbereich L1 zum Einsatz kommen.
  • Befährt eine Straßenbahn eine Schiene im dargestellten Weichenbereich, bewirkt ihre vertikale Belastung des relativ schmalen ersten Längenbereichs L1 eine vergleichsweise hohe Flächenpressung. Eine gewünschte Einsenkung wird durch die vergleichsweise steifere Gesamtbettung durch die Materialien A, B erreicht. Die steiferen Teilstreifen 7a reduzieren die Auswirkungen der Horizontalkräfte der fahrenden Bahn, indem sie für eine geringe Schienenkopfauslenkung sorgen. Im Längenbereich L2 bleiben die Belastungen durch die fahrende Bahn grundsätzlich und betragsmäßig gleich. Wegen der größeren Lagerungsbreite verringert sich jedoch die Flächenpressung auf die elastische Lage 7. An diese wird sie durch eine geänderte Breite der Teilstreifen 7c, 7d und die Wahl weniger steifer Materialien C, D angepasst. Analog wird im Bereich L3 verfahren. Es ist also erkennbar, dass sowohl in Verlaufsrichtung als auch quer dazu eine Variierung der Steifigkeiten und der Breiten der elastischen Lage 7 erfolgt mit dem Effekt, dass bei unterschiedlichen Beanspruchungen der elastischen Lage 7 eine gleich bleibende Einsenkung der Schiene und damit eine nahezu gleich bleibende Steifigkeit der kontinuierlichen elastischen Lagerung erreicht werden kann.
  • Die kontinuierliche elastische Lagerung lässt sich selbstverständlich nicht nur unter gemeinsam gelagerten, sich verzweigenden Schienen anordnen, die vom selben Rad eines Zugs befahren werden können, sondern auch von gemeinsam gelagerten Schienen beispielsweise vor und hinter dem Herzstück der Weiche, die von unterschiedlichen Rädern befahren werden.
  • 1
    Vorrichtung
    3a, 3b
    Rillenschienen
    4a, 4b
    Rillen
    5a, 5b
    Schienenfüße
    6
    Schienenkopf
    7
    elastische Lage
    7a bis 7f
    Teilstreifen der elastischen Lage 7
    9
    Abdeckplatte
    11
    Trägerplatte
    13a, 13b
    Halteklammern
    15
    Schienenlagerungsanordnung
    A, B, C, D, E
    Materialien
    Aa, Ab
    Mittelachsen
    B1a, B1b, B1c, B2a, B2b, B2c, B3a, B3b, B3c
    Breitenbereiche
    H
    Höhe
    K
    Abstand der Schienen 3a, 3b
    L1, L2, L3
    Längenbereiche
    S
    Schienenverlaufsrichtung
    V
    Vertikalkräfte
    Z
    Horizontalkräfte
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
  • Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
  • Zitierte Patentliteratur
    • - DE 202004011981 U1 [0004]
    • - EP 1857590 A1 [0005]
    • - AT 503436 B1 [0006]

Claims (12)

  1. Vorrichtung (1) zur kontinuierlichen elastischen Lagerung von Straßenbahnschienen (3a, 3b) mit einer elastischen Lage (7), die am Schienenfuß (5a, 5b) montierbar ist, gekennzeichnet durch unterschiedliche Elastizitäten der elastischen Lage (7) zumindest entlang der Schienenverlaufsrichtung (S).
  2. Vorrichtung (1), insbesondere nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch unterschiedliche Elastizitäten der elastischen Lage (7) in Querrichtung (Q) zur Schienenverlaufsrichtung (S).
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie im Bereich einer Weiche angeordnet ist.
  4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine elastische Lage (7) mit höherer Steifigkeit im Wesentlichen quer zur Schienenverlaufsrichtung in wenigstens einem außenseitlichen Breitenbereich (B1a, B1c, B2a, B2c, B3a, B3c) und mit geringerer Steifigkeit in einem inneren Breitenbereich (B1b, B2b, B2c).
  5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Breitenbereich (B1a, B1c, B2a, B2c, B3a, B3c) der elastischen Lage mit höherer Steifigkeit beiderseits eines Breitenbereichs (B1b, B2b, B2c) mit geringerer Steifigkeit angeordnet ist.
  6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Materialbereiche der elastischen Lage (7) mit unterschiedlicher Steifigkeit und mit unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften bei im Wesentlichen gleichen chemischen Eigenschaften.
  7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elastische Lage (7) ein geschäumtes Polyurethan umfasst.
  8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Bereiche (7a; 7b; 7c; 7d; 7e; 7f) der elastischen Lage (7) mit unterschiedlicher Steifigkeit in unbelastetem Zustand eine gleiche Dicke (d) aufweisen.
  9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Trägerplatte (11) auf der dem Schienenfuß (5a, 5b) entgegengesetzten Seite der elastischen Lage (7), die mit der elastischen Lage (7) verbunden ist.
  10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Abdeckplatte (9) auf der dem Schienenfuß (5a, 5b) zugewandten Seite der elastischen Lage, die mit der elastischen Lage (7) verbunden ist.
  11. Schienenlagerungsanordnung (15) mit mindestens einem Paar Straßenbahnschienen (3a, 3b) und einer Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
  12. Schienenlagerungsanordnung nach Anspruch 11, gekennzeichnet durch Rillenschienen als Straßenbahnschienen (3a, 3b).
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