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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Rigolenelement zur Versickerung
von Oberflächenwasser mit einem Rigolenkörper
aus Beton oder Stahlbeton, welcher über einem Speichervolumen
ein begehbares Gewölbe mit wenigstens zwei Seitenwänden
aufspannt, welche entlang ihrer freien Kanten Aufstellflächen
zur Lagerung des Rigolenkörpers auf dem Verlegegrund aufweisen.
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Eine
derartige Rigole kann etwa der
DE 20 2007 016 846 U1 entnommen werden. Dort
ist vorgesehen, eine unterirdische Rigole zur Speicherung von Oberflächenwasser
aus einzelnen Elementen herzustellen und so durch eine Modulbauweise
eine variable Gestaltung zu ermöglichen. Insoweit besteht eine
derartige Rigole aus Trägerwänden, welche an den äußeren
Enden durch umgekehrte T-Stützen gegenüber dem
Verlegegrund abgestützt werden. Zwei einander gegenüberstehende
Seitenwände werden durch eine Querverbinderstrebe zu einem
stehenden Rahmen verbunden, wonach eine wählbare Verkleidung über
das so entstehende Gerippe je nach Anwendung gezogen werden kann.
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Neben
einer derartigen Modulbauweise einer großen, begehbaren
Rigole ist es auch bekannt, größere Rigolenvolumina
zu schaffen, indem einzelne Versickerungselemente aus Kunststoff
zu einem großen Volumen verbunden werden, indem die einzelnen
Elemente aufeinander gestapelt und nebeneinander aufgestellt werden.
Beide derartigen grundsätzlichen Verfahren führen
jedoch dazu, dass eine relativ zeitaufwändige Montage der
fraglichen Rigolen erforderlich ist.
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Vor
diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe
zu Grunde, ein Rigolenelement zu schaffen, mit dessen Hilfe eine
Rigole in kürzester Zeit verlegt werden kann, welche dennoch eine
hohe Stabilität aufweist.
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Diese
Aufgabe wird gelöst durch ein Rigolenelement gemäß den
Merkmalen des Hauptanspruchs. Weitere sinnvolle Ausgestaltungen
eines derartigen Rigolenelementes können den Unteransprüchen
entnommen werden.
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Erfindungsgemäß wird
der Rigolenkörper einstückig hergestellt, so dass
ein Zusammenbau vor Ort entfallen kann. Im direkten Vergleich mit
der oben genannten Gebrauchsmusterschrift
DE 20 2007 016 846 U1 entfällt
daher das zunächst erforderliche Aufstellen eines Gerippes
und das nachträgliche Überziehen mit den eigentlichen
wasserdurchlässigen Seitenwänden, durch welche
das in der Rigole gespeicherte Oberflächenwasser in das
benachbarte Erdreich eindringen kann. Ebenfalls ist durch diese Konstruktionsform
sichergestellt, dass ein präzise gefertigtes Element direkt
vor Ort an der Baustelle verlegt werden kann, so dass es nicht erforderlich
ist, die Einzelteile passgenau auf einander auszurichten und vor
Ort miteinander zu verbinden. Dies kann vielmehr in einem einfachen
Verlegeschritt, etwa mit einem Kran oder einem anderen geeigneten
Hebezeug geleistet werden. Die vollständige Konstruktion
aus Beton oder Stahlbeton stellt gegenüber dem Stand der
Technik zudem das Problem in den Raum, dass sich eine derartige
Rigole auf Grund ihres Gewichts in den Verlegegrund hineindrückt.
Dem ist durch die Anformung von Streifenfundamenten im Bereich der unteren
Seitenkanten entgegengewirkt, welche für eine verbreiterte
Aufstellfläche sorgen, ohne hierbei den für die
Versickerung benötigten offenen Boden zu verdecken. Auf
Grund der Streifenform der Fundamente ist somit auch das Einsickern
des in der Rigole gespeicherten Wassers in das benachbarte Erdreich ermöglicht.
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Eine
derartige Rigole ist auch von den Größenverhältnissen
her derart ausgestaltet, dass sie begehbar ist, so dass mithilfe
einer derartigen Anordnung ein nennenswertes Volumen an Oberflächenwasser
versickerbar ist.
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Somit
löst die vorstehende Erfindung sämtliche mit der
schnellen Verlegung einer großen Rigoleneinheit auftretenden
Probleme.
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In
konkreter Ausgestaltung des fraglichen Rigolenelementes kann dieses
mit einem U-förmigen Querschnitt ausgebildet sein, wobei
in diesem Fall das Rigolenelement zwei Seitenwände sowie
ein Deckelelement aufweist, wodurch ein tunnelförmiger Schacht
entsteht. Hierdurch ist eine selbsttragende Anordnung geschaffen,
welche auf Grund der Bauweise auch stabil genug ist, um den Druck
des umgebenden Erdreichs auszuhalten. In das oberseitige Deckelelement
kann zudem ein Domschacht eingelassen sein, über welchen
ein Zugang zu dem Rigolenelement ermöglicht wird, der also
als Kontroll schacht zum Begehen oder Befahren des fraglichen Rigolenelements
eingesetzt werden kann.
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In
alternativer Ausgestaltung kann das Rigolenelement einen im Wesentlichen
halbrunden Querschnitt aufweisen, wobei in diesem Fall die Seitenwände
im Bereich einer Scheitellinie ineinander übergehen. Im
Bereich dieser Scheitellinie kann dann wiederum der oben genannte
Domschacht angeordnet sein, welcher einen Zugang zu dem Rigolenkörper
darstellt.
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Ein
Bereich des Rigolenkörpers kann mit Vorteil als Sedimentationskammer
ausgestaltet und über eine Trennwand von dem verbleibenden,
im Folgenden als Versickerungsbereich bezeichneten Teil des Rigolenkörpers
getrennt sein. Hierbei ist es sowohl möglich, die Sedimentationskammer
neben oder oberhalb des Versickerungsbereichs anzulegen.
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Die
Sedimentationskammer kann ferner mit einer örtlichen Kanalisation
verbunden sein, um einen Überlaufschutz zu bilden. In diesem
Fall ist im oberen Bereich der Sedimentationskammer ein Anschluss
in Form eines Ablaufs vorgesehen, durch welchen bei zumindest nahezu
vollständiger Befüllung der Sedimentationskammer
eine Entlastung erreicht und ein Überlaufen verhindert
werden kann.
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Nach
dem Durchlaufen der Sedimentationskammer wird das Oberflächenwasser
in den Versickerungsbereich weitergeleitet, was über ein
zwischen den beiden Bereichen angeordnetes Filter erfolgt. Die Rigole
soll dabei vor Versandung und Verschlammung, die Versickerungsflächen
vor Kolmation geschützt werden.
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In
Bezug auf die nachfolgende Versickerung ist in einem ersten Schritt
vorgesehen, dass das in der Rigole gespeicherte Oberflächenwasser
durch den von den Streifenfundamenten freigehaltenen Boden in das
umgebende Erdreich eintritt. Ergänzend können
jedoch in den Seitenwänden ebenfalls Durchtrittsmöglichkeiten
geschaffen werden, insbesondere indem den Seitenwänden
Ausnehmungen zugeordnet sind, in welche Wandungsabschnitte unterschiedlicher
Beschaffenheit eingesetzt werden können. Derartige Wandungsabschnitte
können insbesondere aus gelöchertem Beton, Betongitterstrukturen,
haufwerksporigem Beton, Metallgitterstrukturen oder Kunststoffgitterstrukturen
bestehen und entweder nur Teile der fraglichen Seitenwände
abdecken oder jedoch, soweit die Seitenwände lediglich als
Rahmen zur Aufnahme derartiger Wandungsabschnitte aufgestellt sind,
diese zumindest näherungsweise ganz bedecken.
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Um
eine abgeschlossene Rigole zu schaffen, ist es sinnvoll, zumindest
einseitig die endständigen Rigolenkörper mit einer
Stirnwand zu verschließen. Hierbei kann selbstverständlich
die Stirnwand auch aus den oben genannten Wandungsabschnitten bestehen,
so dass auch ein Durchsickern durch diese Abschnitte in das umgebende
Erdreich ermöglicht ist.
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Idealerweise
sollten die Abmessungen des Rigolenkörpers eines derartigen
Rigolenelements auf die Lastfläche eines Lastwagens angepasst
sein, so dass beim Verlegen der Rigolenelemente diese unmittelbar
vom Lastwagen herunter auf den Verlegegrund gesetzt werden können.
Insbesondere bieten sich hierbei als Maße die Transportmaße
eines Lastwagens an, welche mit 2,40 m Breite und zumindest näherungsweise
2,50 m Höhe gewählt werden können.
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Die
vorstehend beschriebene Erfindung wird im Folgenden anhand eines
Ausführungsbeispiels näher erläutert.
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Es
zeigen
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1 ein
Rigolenelement mit U-förmigem Querschnitt und seitlichen
Ausnehmungen in einer perspektivischen Darstellung von schräg
oben, und
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2 ein
Rigolenelement gemäß 1 mit einem
Verlängerungsabschnitt, in welchen ein Domschacht eingesetzt
ist.
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1 zeigt
ein Rigolenelement, welches im Wesentlichen aus dem Rigolenkörper 1 besteht.
Dieser ist vollständig aus Stahlbeton gefertigt und hat
die Form eines U-Profils, welches auf den beiden freien Kanten aufgelagert
ist. Auf diese Weise ist ein Deckelelement 3 sowie zwei
Seitenwände 2, 2' gebildet, welche das
Speichervolumen des Rigolenelements umspannen. Das 2,40 m breite
und 2,50 m hohe Rigolenelement stützt sich hierbei auf
Streifenfundamente 4 ab, welche als Verbreiterung der freien
Kanten der Seitenwände 2, 2' angeformt
sind. Hierdurch erfolgt ein Lastabtrag in eine größere
Fläche, wodurch ein Einsinken des Rigolenelements in den
Verlegegrund auf Grund seines hohen Gewichts wegen des Konstruktionsmaterials
vermieden ist.
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Die
Seitenwände 2, 2' weisen jeweils Ausnehmungen 5 auf,
in welche Wandungsabschnitte unterschiedlicher Beschaffenheit eingesetzt
werden können. Insbesondere ist es beispielsweise möglich, in
die fraglichen Ausnehmungen 5 Betongitter einzusetzen,
durch welche das in der Rigole gespeicherte Wasser in das umgebende
Erdreich austreten kann. Ein Austritt aus der Rigole ist zudem über
den von den Streifenfundamenten 4 freigehaltenen Boden
in den Verlegegrund möglich. In der Mitte wird die Seitenwand 2 durch
eine Rahmenstrebe 6 gestützt, welche die Ausnehmung 5 in
zwei Teile unterteilt. Auf diese Weise kann grundsätzlich
eine komplette Rahmenkonstruktion hergestellt werden, in welche
lediglich noch die Wandungsabschnitte eingesetzt werden müssen.
Auf diese Weise eignet sich das Rigolenelement für eine
vielseitige, variable Nutzung.
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2 zeigt
ein ähnliches Rigolenelement mit einem Rigolenkörper 1,
wobei hier in das Deckelelement 3 ein Domschacht 7 eingelassen
wurde, über welchen das Rigolenelement zur Kontrolle betreten werden
kann. Zudem ist das Rigolenelement in einen Versickerungsbereich
und eine Sedimentationskammer 8 unterteilt, welche beide
von dem Domschacht 7 aus zugänglich sind. Im Bereich
der Sedimentationskammer 8 weist der Rigolenkörper 1 einen
Einlauf 9 auf, über welchen das Wasser von der
Oberfläche her in die Sedimentationskammer einfließen
kann. So wird im Regelfall also das Oberflächenwasser zunächst
in die Sedimentationskammer 8 einlaufen, wo sich Sand und
Schlamm absetzen kann. Über einen Filterrahmen 10,
in welchen bedarfsweise unterschiedliche Filter einsetzbar sind,
verlässt das Wasser die Sedimentationskammer 8 und
erreicht den Versickerungsbereich, von wo aus es in das umgebende
Erdreich versickern kann.
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Vorstehend
ist somit ein Rigolenelement zur Versickerung von Oberflächenwasser
beschrieben, welches vollständig aus Stahlbeton oder Beton
besteht und welches mit einem einzi gen Verlegeschritt zeitsparend
und sicher auf dem Verlegegrund aufgestellt werden kann.
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- 1
- Rigolenkörper
- 2,
2'
- Seitenwand
- 3
- Deckelelement
- 4
- Streifenfundament
- 5
- Ausnehmung
- 6
- Rahmenstrebe
- 7
- Domschacht
- 8
- Sedimentationskammer
- 9
- Einlauf
- 10
- Filterrahmen
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 202007016846
U1 [0002, 0006]