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Die
Erfindung betrifft ein Werkzeugsystem für eine ein Pressenoberteil
aufweisende Umformpresse, welche mit gegeneinander verstellbaren
und austauschbaren Werkzeugteilen versehen ist, wobei zumindest
das Pressenoberteil mit wenigstens einem auswechselbaren, ein formgebendes
Umformelement aufweisenden Werkzeugoberteil versehen ist.
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Umformpressen,
insbesondere Kaltfließpressen sind schon seit langem bekannt.
Beispielsweise ist in der
DE
21 41 980 C3 eine Kaltfließpresse beschrieben,
welche hinsichtlich des Werkzeuges mehrstufig ausgebildet ist. Die
Presskräfte werden hier durch ein Hydrauliksystem aufgebracht,
wobei eine Kolben-Zylinder-Einrichtung vorgesehen ist, mittels welchem
das Werkzeugoberteil gegen das zugehörige Werkzeugunterteil
bewegbar ist.
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Aus
der
DE-OS 28 19 167
A1 ist eine Kaltfließpresse bekannt, bei welcher
ein zweiteiliges Werkzeug vorgesehen ist, welches ohne Verformung eines
darin befindlichen Werkstückes schließt und für ein
nachfolgendes Kaltfließpressen geschlossen gehalten wird.
Bei dieser Kaltfließpresse ist das Werkzeugunterteil gehäuseartig
ausgebil det. Das Werkzeugoberteil besteht aus einer Art Pressdorn,
welcher die Formgebung des Werkstückes beim Kaltfließpressen
während des Eindringens in das Werkzeugunterteil bewirkt.
Dieses Werkzeug bzw. der Pressdorn wird mit einer hydraulischen
Presse betätigt, wobei die Gestaltung der hydraulischen
Presse nicht näher beschrieben ist.
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Weiter
ist aus der
DE 37 06
193 C2 eine Kaltfließpresse mit einem Ständer
bekannt, welche zum Aufbringen der Presskräfte ebenfalls
einen als ”Druckflüssigkeits-Antrieb” bezeichneten
hydraulischen Antrieb aufweist. Bei dieser Kaltfließpresse
ist ein auswechselbares Werkzeugoberteilteil vorgesehen, welches
an einer hin und her bewegbaren Platte angebracht ist. Diesem Werkzeugoberteil
ist ein ebenfalls auswechselbares Werkzeugunterteil zugeordnet,
welches ortsfest auf einer Art Tisch angeordnet ist.
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Das
Werkzeugoberteil ist an der Platte mittels mehrerer Montageschrauben
feststehend und auswechselbar mit der Platte verbunden, während das
Werkzeugunterteil auf dem Tisch mittels ebenfalls mehrerer Schrauben
auswechselbar befestigt ist. Durch diese Schraubverbindungen gestaltet
sich das Austauschen insbesondere des Werkzeugoberteils äußerst
aufwändig. Da insbesondere die Platte zur Montage des Werkzeugoberteils
zwar beweglich, aber unlösbar mit der Kaltfließpresse
in Verbindung steht, ist ein Werkzeugwechsel des Werkzeugoberteils
nur bei Stillstand der Kaltfließpresse durchführbar.
Dies wiederum hat zur Folge, dass bei entsprechend langen Rüstzeiten
ein Werkzeugwechsel zu langen Maschinenstillstandzeiten führt.
Um je doch wirtschaftlich arbeiten zu können, müssen
Durchlaufzeiten und Losgrößen möglichst
minimiert werden.
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Dementsprechend
liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Kaltfließpresse
derart auszugestalten, dass möglichst kurze Rüstzeiten
für einen Werkzeugwechsel erreichbar sind.
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Die
Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
dass zumindest eines der Werkzeugteile, insbesondere das Umformelement
auf einer Segmentplatte auswechselbar montiert ist und dass die
Segmentplatte zusammen mit dem Werkzeugteil über ein Schnellspannsystem
präzise ausgerichtet mit der Umformpresse lösbar
in Eingriff bringbar ist.
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Durch
die erfindungsgemäße Ausgestaltung ist ein rascher
Werkzeugwechsel, insbesondere des Werkzeugoberteils möglich.
Durch die vorgesehene Segmentplatte, an welcher das Umformelement,
also das Werkzeugoberteil, auswechselbar montiert ist, kann der
Austausch des Werkzeugoberteils außerhalb der Kaltfließpresse
erfolgen, ohne dass dafür eine Abschaltung der Kaltfließpresse
erforderlich ist.
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Zum
eigentlichen Werkzeugwechsel des Werkzeugteils wird nun das an der
Kaltfließpresse auszutauschende und über die Segmentplatte
und das Schnellspannsystem festgelegte Werkzeugteil durch Lösen
des Schnellspannsystems entfernt und anschließend das ”neue” Werkzeugoberteil
mit seiner Segmentplatte an der Umformpresse angesetzt. Durch Arretieren
des Schnellspannsystems wird die Segmentplatte zusammen mit dem
neuen Werkzeugoberteil präzise am Pressenoberteil festgelegt und
fixiert. Aufgrund der vorgesehenen Segmentplatte in Verbindung mit
dem Schnellspannsys tem sind somit nur geringe Maschinenstillstandszeiten
notwendig, um den eigentlichen Werkzeugwechsel durchzuführen.
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D.
h., dass zum Wechsel der Werkzeugteile, insbesondere der Werkzeugoberteile
die verschiedenen Werkzeugsätze unabhängig vom
gerade laufenden Fertigungsprozess beispielsweise im Werkzeuglager
vorbereitet werden können. Bei entsprechender Ausgestaltung
des Schnellspannsystems, beispielweise in Form eines pneumatisch
oder hydraulisch betätigbaren Schnellspannsystems, können
zum Werkzeugwechsel bzw. Umrüsten der Kaltfließpresse
die nicht mehr benötigten Werkzeugteile beispielsweise
durch ”Knopfdruck” gelöst und entnommen
werden.
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Wird
die Arretierung des Schnellspannsystems beispielweise durch Federkraft
bewirkt, so ist die Aktivierung des Schnellspannsystems durch einfaches
Sperren der Druckleitung möglich. D. h. nach dem Ansetzen
des neuen Werkzeugteils mit seiner Segmentplatte wird die Druckwirkung
des Pneumatik- oder Hydrauliksystems beispielsweise durch ”Loslassen” des
Druckknopfes aufgehoben, so dass das Schnellspannsystem ”automatisch” durch
die Federkraft geschlossen wird und die Segmentplatte zusammen mit
dem neuen Werkzeugteil an der Kaltfließpresse entsprechend
festgelegt und fixiert ist.
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Durch
die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Werkzeugsystems
sind, je nach Ausführung der Kaltfließpresse und
deren Werkzeugteile, bis zu 2,5 Stunden an Zeitersparnis für
das Umrüsten von einem Werkzeugsatz auf einen anderen Werkzeugsatz erreichbar.
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Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind
den Unteransprüchen zu entnehmen.
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Anhand
der Zeichnung wird die Erfindung nachfolgend beispielhaft näher
erläutert. Das dargestellte Ausführungsbeispiel
dient hier lediglich zur Illustration und zum näheren Verständnis
der Erfindung. Insbesondere kann das dargestellte Schnellspannsystem
auch auf andere Art und Weise ausgestaltet sein und auch für
den Werkzeugwechsel eines Werkzeugunterteils Anwendung finden. Es
zeigt:
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1 eine
perspektivische Explosionsdarstellung einer an einem Pressenoberteil
feststehend anordenbaren Aufnahmeplatte mit Steckzapfen und einer
mit entsprechend zugehörigen Steckbohrungen versehene Segmentplatte;
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2 eine
perspektivische Unteransicht der Segmentplatte mit einem beispielhaft
dargestellten Umformelement in Form eines Pressdorns;
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3 einen
Teilschnitt der Aufnahmeplatte und der Segmentplatte im Bereich
eines Steckzapfens und einer Steckbohrung in ihrem außer
Eingriff stehenden Zustand;
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4 eine
Schnittdarstellung der Aufnahmeplatte und der Segmentplatte in ihrem
miteinander in Eingriff stehenden Zustand.
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1 zeigt
eine perspektivische Explosionsdarstellung einer Aufnahmeplatte 1 zusammen
mit einer Segmentplatte 2. Die Aufnahmeplatte 1 ist
dabei in Unteransicht dargestellt, während die Segmentplatte 2 in
perspektivischer Draufsicht erkennbar ist. Es ist erkennbar, dass
die Aufnahmeplatte 1 zwei identisch ausgebildete und nach
unten vorstehende Steckzapfen 3 aufweist, welche ”mehrteilig” ausgebildet
sind. So weist jeder der Steckzapfen 3 einen inneren Spannzylinder 4 auf,
welcher in einer äußeren Führungshülse 5 axial
in Richtung des Doppelpfeils 6 verstellbar aufgenommen
ist. Die Führungshülse 5 ist mit mehreren
gleichmäßig am Umfang verteilt angeordneten Durchbrüchen 7 versehen,
welche zur radial verstellbaren Aufnahme jeweils eines Verriegelungselementes
in Form einer Rastkugel 8 dienen. Die Führungshülse 5 ist
beim vorliegenden Ausführungsbeispiel Bestandteil eines
Montageflansches 9, welcher unterseitig in die Aufnahmeplatte 1 eingesetzt
und über mehrere Montageschrauben 10 feststehend
in einer Einsenkung 11 der Aufnahmeplatte 1 fixiert
ist. Des Weiteren weist die Aufnahmeplatte beim vorliegenden Ausführungsbeispiel
eine zentrale Durchgangsbohrung 12 auf, durch welche hindurch
beispielsweise ein Pressstempel (in der Zeichnung nicht dargestellt)
auf ein Umformwerkzeug wirkt. Diese Aufnahmeplatte 1 ist
im Betrieb unterseitig an einem Pressenoberteil (in 1 nicht dargestellt)
feststehend angeordnet, wobei hierzu in der Zeichnung nicht näher
dargestellte Schraubverbindungen vorgesehen sein können.
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In
der in 1 dargestellten ”entriegelten” Stellung
der Rastkugeln 8 befinden sich diese radial innerhalb des
jeweils zugehörigen Durchbruches 7, so dass die
Rastkugeln 8 nicht radial nach außen vorstehen
und der Steckzapfen 3 in eine entsprechend zugehörige
Steckbohrung 15 der Segmentplatte 2 einsteckbar
ist.
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Wie
aus 1 ersichtlich ist, weist die Segmentplatte 2 entsprechend
der Anzahl und Anordnung der Steckzapfen 3 in der Aufnahmeplatte 1 ebenfalls
zwei solcher Steckbohrungen 15 auf. Die Steckbohrungen 15 sind
beim vorliegenden Ausführungsbeispiel jeweils Bestandteil
eines separaten, topfartigen Gehäuses 16, welche
jeweils in eine entsprechende Einsenkung 17 der Segmentplatte 2 eingesetzt
sind. Zur feststehenden Halterung des Gehäuses 16 in
der Einsenkung 17 sind entsprechende Halteschrauben 18 (3)
vorgesehen. Des Weiteren ist jede der Steckbohrungen 15 mit
jeweils einer umlaufenden Rastnut 19 versehen, welche in 1 lediglich
andeutungsweise erkennbar sind.
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Entsprechend
der Anordnung der Durchgangbohrung 12 der Aufnahmeplatte 1 weist
die Segmentplatte 2 eine Aufnahmebohrung 20 auf,
welche unterseitig mit einem radial erweiterten Zentrieransatz 21 versehen
ist. Im Umgebungsbereich der Aufnahmebohrung 20 sind beim
vorliegenden Ausführungsbeispiel in der Segmentplatte 2 insgesamt sechs
Durchgangsgewinde 22 angeordnet, welche zur feststehenden
Montage eines Werkzeugoberteils 23 dienen, wie dies aus 2 erkennbar
ist.
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2 zeigt
hierzu eine perspektivische Unteransicht der Segmentplatte 2.
Es ist erkennbar, dass das Werkzeugoberteil 23 in den Zentrieransatz 21 der
Segmentplatte 2 mit einem entsprechend angepassten Montageflansch 24 passend
eingesetzt ist. Zur feststehenden Halterung des Werkzeugoberteils 23 im
Zentrieransatz 21 sind entsprechende Halteschrauben 25 vorgesehen,
welche dementsprechend in die aus 1 erkennbaren
Durchgangsgewinde 22 der Segment platte 2 eingeschraubt
sind. Es ist leicht vorstellbar, dass das Werkzeugoberteil 23 durch
diese Halteschrauben auswechselbar in der Segmentplatte 2 gehalten
ist. Weiter ist aus 2 erkennbar, dass das beispielhaft
dargestellte Werkzeugoberteil 23 ein vorstehendes Umformelement
in Form eines Pressdorns 26 aufweist.
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Aufgrund
der speziellen Ausgestaltung der Segmentplatte 2 und des
Werkzeugoberteils 23 ist das Werkzeugoberteil 23 außerhalb
einer Umformpresse bzw. einer Kaltfließpresse (in der Zeichnung nicht
dargestellt), beispielsweise in einem Werkzeuglager, auswechselbar,
ohne dass es hierzu erforderlich ist, einen laufenden Produktionsprozess der
Umformpresse bzw. der Kaltfließpresse zu unterbrechen.
Für einen schnellen Werkzeugwechsel, im vorliegenden Fall
des Werkzeugoberteils 23, ist es lediglich erforderlich,
die Verbindung zwischen den Rastkugeln 8 der Steckzapfen 3 und
den Steckbohrungen 15 zu lösen und das auszutauschende
Werkzeugoberteil 23 aus der Kaltfließpresse zu
entnehmen. Anschließend kann ein ”neues” Werkzeugoberteil 23 mit
den Steckbohrungen 15 seiner Segmentplatte 2 auf
die Steckzapfen 3 der Aufnahmeplatte 1 aufgesetzt
werden. Durch eine anschließende radiale Verstellung der
Rastkugeln 8 gelangen diese mit der jeweils zugeordneten
Rastnut 19 der Steckbohrungen 15 in Eingriff,
wodurch einerseits eine präzise Ausrichtung der Segmentplatte 2 gegenüber
der Ausnahmeplatte 1 und andererseits ein entsprechend
festsitzender Halt der Segmentplatte 2 an der Aufnahmeplatte 1 erreicht
wird. D. h. die Steckzapfen 3 bilden zusammen mit den Steckbohrungen 15 eine Art
Schnellspannsystem.
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Hierzu
zeigt 3 eine teilweise Schnittdarstellung der Aufnahmeplatte 1 und
der Segmentplatte 2 im Bereich einer der Steckzapfen 3 bzw.
der Steckbohrungen 15 in deren gelöstem Zustand.
Es ist erkennbar, dass der innere Spannzylinder 4 des Steckzapfens 3 in
der äußeren Führungshülse 5 verstellbar
aufgenommen ist. Die Führungshülse 5 ist mit
ihrem Montageflansch 9 in die Einsenkung 11 einer
zylindrischen Aufnahmebohrung 30 eingesetzt und mittels
der Montageschrauben 10 feststehend montiert. Der Spannzylinder 4 durchragt
passend eine durch die Führungshülse 4 und
deren Montageflansch 9 gebildete Führungsbohrung 31.
Am inneren Ende des Spannzylinders 4 ist ein radial erweiterter Stellkolben 32 vorgesehen,
welcher passend in der Aufnahmebohrung 30 aufgenommen ist.
Dieser Stellkolben 32 dient zur Axialverstellung des Spannzylinders 4 in
Richtung des Doppelpfeiles 6. Die Rastkugeln 8 befinden
sich in der in 3 dargestellten ”gelösten” Stellung
in einer radial nach innen verstellten Position, so dass die Rastkugeln 8 in
ihren Durchbrüchen 7 vollständig innerhalb
der Führungshülse 5 angeordnet sind.
Dabei werden die Rastkugeln 8 in einer entsprechend geformten,
umlaufenden Aufnahmenut 33 des Spannzylinders 4 aufgenommen.
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Der
Spannzylinder 4 wird zusammen mit seinem Stellkolben 32 in
der in 3 in Richtung des Pfeiles 34 verstellten ”gelbsten” Stellung
pneumatisch gehalten. Hierzu ist in der Aufnahmeplatte 1 ein entsprechender
Druckluftkanal 35 vorgesehen, welcher von einem nicht näher
dargestellten Druckluftanschluss in die Aufnahmebohrung 30 führt,
so dass der Stellkolben 32 rückseitig entsprechend
mit Druck beaufschlagbar ist. Die Druckbeaufschlagung kann beispielsweise
durch manuelles Betätigen eines entspre chenden Druckluftventils
erfolgen, welches in der Zeichnung nicht dargestellt ist. Um den
Spannzylinder 4 mit seinem Stellkolben 32 entgegen
des Pfeils 34 in eine ”Sperrstellung” zu
verstellen, sind beim vorliegenden Ausführungsbeispiel
mehrere Axialdruckfedern 36 vorgesehen, welche zwischen
dem Montageflansch 9 der Führungshülse 5 und
dem Stellkolben 32 angeordnet sind. Bei der Verstellung des
Spannzylinders 4 aus der in 3 dargestellten ”gelösten” Stellung
in seine Sperrstellung werden die Rastkugeln 8 radial nach
außen verstellt, wodurch ein form- und kraftschlüssiger
Eingriff mit der Steckbohrung 15 der Segmentplatte 2 bzw.
des Gehäuses 16 bewirkt wird.
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Hierzu
weist die Steckbohrung 15, wie bereits oben erwähnt,
die Rastnut 19 auf. Um den Steckzapfen 3 möglichst
einfach in die Steckbohrung 15 einführen zu können,
ist die Steckbohrung 15 zum Steckzapfen 3 hin
mit einer radial erweiterten ”Einlauffase” 37 versehen.
Zwischen dieser Einlauffase 37 und der Rastnut 19 wird
dementsprechend ein radial nach innen vorstehender, umlaufender
Führungssteg 38 gebildet, in welchen der Führungszapfen 3 mit
seiner Führungshülse 5 mit geringem Spiel einschiebbar
ist. Dieser Führungssteg 38 bildet zur Rastnut 19 hin
eine ”Gleitfase” 39, welche im montierten
Zustand der Segmentplatte 2 an der Aufnahmeplatte 1 mit
den Rastkugeln 8 des Steckzapfens 3 in eine form-
und kraftschlüssige Wirkverbindung bringbar ist. Des Weiteren
ist aus 3 erkennbar, dass das Gehäuse 16 in
die Einsenkung 17 der Segmentplatte 2 eingesetzt
und mittels der Halteschrauben 18 gehalten ist.
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4 zeigt
hierzu den an der Aufnahmeplatte 1 montierten Zustand der
Segmentplatte 2 im Teilschnitt. So ist aus 4 einer
der Steckzapfen 3 der Aufnahmeplatte 1 zusammen
mit einer der Steckbohrungen 15 der Segmentplatte 2 als
Schnittdarstellung erkennbar. Oberhalb der Aufnahmeplatte 1 ist
ein Teil einer Kaltfließpresse in Form eines Pressenoberteils 40 angedeutet,
an welchem die Aufnahmeplatte 1 feststehend montiert ist.
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Der
Steckzapfen 3 ist mit seiner äußeren Führungshülse 5 in
die Steckbohrung 15 des Gehäuses 16 eingesteckt.
Der innerhalb der Führungshülse 5 angeordnete
Spannzylinder 4 befindet sich in 4 in seiner
entgegen des Pfeils 34 zurückgezogenen Sperrstellung.
Der Spannzylinder 4 gelangt zwangsläufig in diese
Sperrstellung, nachdem der Druck in der Aufnahmebohrung 30 abgebaut
ist.
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Bei
der Stellbewegung des Spannzylinders 4 aus der ”gelösten”Stellung
aus 3 in die in 4 dargestellte
Sperrstellung werden die Rastkugeln 8 in den zugehörigen
Durchbrüchen 7 der Führungshülse 5 aus
der Aufnahmenut 33 des Spannzylinders 4 radial
nach außen verstellt, wobei deren Stellweg durch die Abmessungen
der Rastnut 19 der Steckbohrung 15 begrenzt ist.
Während dieser Stellbewegung des Spannzylinders 4 ”gleiten” die
Rastkugeln 8 entlang der Gleitfase 39 der Rastnut 19 sowohl
radial nach außen als auch in Richtung des Pfeils 34 nach ”unten”.
Am Ende der Stellbewegung des Spannzylinders 4 entgegen
des Pfeils 34 stehen die Rastkugeln 8 somit unter
axialer und radialer Vorspannung mit der Rastnut 19 in
Eingriff. Durch diesen form- und kraftschlüssigen Eingriff
der Rastkugeln 8 in der Rastnut 19 wird der Steckzapfen 4 ei nerseits präzise
in der Steckbohrung 15 zentriert und andererseits wird
die Segmentplatte 2 entgegen des Pfeils 34 nach
oben gegen die Aufnahmeplatte 1 gezogen, so dass die Segmentplatte 2 feststehend
an der Aufnahmeplatte 1 angeordnet ist.
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Die
Stellbewegung des Spannzylinders 4 wird dabei durch die
Federkraft der zwischen dem Stellkolben 32 des Spannzylinders 4 und
dem Montageflansch 9 der Führungshülse 5 angeordneten Axialdruckfedern 36 automatisch
bewirkt, sobald der Systemdruck in der Führungsbohrung 31 reduziert ist.
Durch die Wirkung der Axialdruckfedern 36 wird somit die
arretierte Sperrstellung des Spannzylinders 4 zwangsläufig
fixiert, so dass sich das aus den Rastkugeln 8 des Steckzapfens 4 und
der Rastnut 19 der Steckbohrung 15 gebildete Schnellspannsystem nicht
selbsttätig lösen kann.
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Das
Lösen dieser Sperrstellung hingegen kann beispielsweise
durch einfachen ”Knopfdruck” zur Aktivierung eines
Pneumatikventils (in der Zeichnung nicht dargestellt) bewirkt werden,
so dass sich ein Abnehmen der Segmentplatte 2 von der Aufnahmeplatte 1 in
einfacher Weise und vor allem äußerst schnell
bewerkstelligen lässt. Damit kann man ein an der Segmentplatte 2 gemäß 2 angeordnetes Werkzeugteil,
insbesondere das Werkzeugoberteil 23 aus 2 äußerst
einfach, sozusagen per ”Knopfdruck” entfernen.
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Nach
dem ”Aufstecken” einer neuen Segmentplatte 2 mit
ihren Steckbohrungen 15 auf die Steckzapfen 3 der
Aufnahmeplatte 1 wird der Systemdruck in der Aufnahmebohrung 30 durch
Schließen des Pneumatikventils reduziert, so dass die in 4 dargestellte
Sperrstellung durch die Wir kung der Axialdruckfedern 36 automatisch
erreicht und fixiert wird.
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Es
ist erkennbar, dass sich durch die als separates Tragelement für
ein Werkzeugteil vorgesehene Segmentplatte 2 und das aus
den Steckzapfen 3 und den Steckbohrungen 15 bestehende
Schnellspannsystem ein Werkzeugwechsel an einer Umformpresse, insbesondere
einer Kaltfließpresse äußerst schnell
bewerkstelligen lässt. Die Bestückung der Segmentplatte 2 mit
einem gewünschten Werkzeugteil kann dabei während
eines laufenden Fertigungsprozesses der Umform- bzw. Kaltfließpresse außerhalb
der Kaltfließpresse beispielweise in einem Werkzeuglager
erfolgen. Somit werden die Rüstzeiten und somit auch die
Maschinenstillstandszeiten erheblich reduziert, wobei sich vorliegend
für einen Werkzeugwechsel eine Zeiteinsparung im Vergleich zu
den bisher bekannten Werkzeugsystemen bis zu 2,5 Stunden und mehr
erreichen lässt. Dies ist insbesondere beim Einsatz von
sogenannten mehrstufigen Umformpressen von Vorteil, da bei solchen mehrstufigen
Umformpressen ”gleichzeitig” mehrere Werkzeuge
bzw. Werkzeugteile gewechselt werden müssen, um ein ”neues” Bauteil
in Umformtechnik herstellen zu können. Durch erfindungsgemäße Schnellspannsysteme
sind auch ausreichend große Zugkräfte auf das ”adaptierte” Werkzeugteil
aufbringbar, so dass ein sicheres Ausziehen beispielweise des Werkzeugoberteils
aus dem Werkzugunterteil nach der Fertigstellung des entsprechenden
Bauteils gewährleistet ist.
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Eine
solche Segmentplatte mit dem dargestellten Schnellspannsystem ist
nicht nur für Werkzeugoberteile, wie beispielhaft dargestellt,
verwendbar, sondern kann auch für den Werkzeugwechsel eines
Werkzeugunterteils eingesetzt werden, sofern dies als notwendig
und vorteilhaft erachtet wird.
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Des
Weiteren ist auch vorstellbar, dass insbesondere der Steckzapfen
direkt im Pressenoberteil 40 integriert angeordnet ist.
Die beispielhaft vorgesehene Aufnahmeplatte 1 hat allerdings
den Vorteil, dass das erfindungsgemäße Werkzeugsystem
an einer bereits bestehenden Umformpresse oder Kaltfließpresse
nachrüstbar ist. Hierzu ist es lediglich notwendig, die
Aufnahmeplatte 1 an das Pressenoberteil 40 zu
adaptieren. Eine aufwändige Umgestaltung oder Neukonstruktion
des Pressenoberteils ist hierzu nicht notwendig.
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Auch
können anstatt der beispielhaft beschriebenen Rastkugeln 8 als
Verriegelungselemente auch radial verstellbar Rastfinger oder dgl.
vorgesehen sein, welche unter Vorspannung in die Rastnut der Steckbohrung
eingreifen. Die Fixierung dieses form- und/oder kraftschlüssigen
Eingriffs kann ebenfalls durch einen axial verstellbaren Spannzylinder erfolgen.
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Auch
kann die Steckbohrung in der Aufnahmeplatte 1 angeordnet
und der Steckzapfen Teil der Segmentplatte sein. In einem solchen
Fall sind die Verriegelungselemente, beispielsweise in Form der Rastkugeln,
innerhalb der Steckbohrung radial verstellbar anzuordnen. Der Steckzapfen
kann dabei als Formschlusselement – für eine Form-
und/oder Kraftschlussverbindung mit dem Verriegelungselement – beispielsweise
eine einfache, umlaufende Rastnut aufweisen, in welche die Verriegelungselemente
in ihrer Sperrstellung eingreifen.
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Je
nach der Ausgestaltung der Verriegelungselemente sind hier allerdings
auch sonstige Rastvertiefungen, wie beispielsweise Sacklochbohrungen
oder dgl. denkbar.
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Als
Verriegelungselement können hier anstatt der Rastkugeln
auch andere verstellbare Verriegelungselemente vorgesehen ein. So
sind hier radial zum Steckzapfen verstellbare Schieber, Stellzapfen oder
auch Rastzungen vorstellbar, welche durch einen pneumatischen oder
hydraulischen Antrieb verstellbar sind. Werden beispielsweise radial
verstellbare Stellzapfen eingesetzt, so können diese mit
den vorerwähnten Sacklochbohrungen des Steckzapfens in
Wirkverbindung gebracht werden.
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Diesen
Verriegelungselementen ist gemeinsam, dass sie in ihrer ”sperrenden” Stellung
in eine entsprechend ausgeformte Eingriffsnut des Steckzapfens eingreifen,
wodurch einerseits eine präzise Positionierung beispielsweise
der Segmentplatte zusammen mit dem montierten Werkzeug an der Umformpresse,
d. h. dem Pressenoberteil oder dem Pressenunterteil erfolgt und
andererseits die Segmentplatte gegen das Pressenoberteil oder das Pressenunterteil
gepresst wird.
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D.
h., dass die Steckverbindungen auch aus an der Segmentplatte angeordneten
Steckzapfen und am Pressenoberteil, dem Pressenunterteil oder einer
an diesen Pressenteilen feststehend montierten Aufnahmeplatte angeordneten
Steckbohrungen bestehen können. In diesem Fall sind im
Bereich der Steckbohrungen Verriegelungselemente in Form von Rastkugeln,
Rastschiebern, Rastzungen oder Rastzapfen angeordnet, welche durch
Federkraft mit einer Eingriffsnut des jeweils zugehörigen
Rastzapfens in Eingriff bringbar und pneumatisch, hydraulisch oder
magnetisch aus dieser Sperrstellung in eine den zugehörigen
Steckzapfen jeweils freigebende, radial zurückgezogene
neutrale Stellung bringbar sind.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 2141980
C3 [0002]
- - DE 2819167 A1 [0003]
- - DE 3706193 C2 [0004]