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Die
Erfindung betrifft ein Dichtleistensystem für eine Saugwalze einer Maschine
zur Herstellung und/oder Veredelung einer Faserstoffbahn, insbesondere
Papier-, Karton- oder Tissuebahn, zum Abdichten einer Saugkammer
der Saugwalze gegen deren Mantelinnenfläche, mit einer Dichtleiste
und einem Dichtleistenhalter, der eine schlitzartige Ausnehmung
aufweist, in der die Dichtleiste in Richtung Mantelinnenfläche der
Saugwalze beweglich gelagert ist.
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In
einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredelung einer Faserstoffbahn,
insbesondere Papier-, Karton- oder Tissuebahn, werden Saugwalzen beispielsweise
als Abnahmesaugwalzen oder Siebsaugwalzen eingesetzt. Deren Saugkammern müssen jeweils
gegen den rotierenden, perforierten Walzenmantel abgedichtet werden,
wozu in der Regel Längsdichtleisten
und seitliche Dichtungen vorgesehen sind.
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Bei
den bisher üblichen
Dichtleistensystemen der eingangs genannten Art wird die Dichtleiste in
der Regel mittels eines Luftschlauchs gegen die Mantelinnenfläche der
Saugwalze gepresst.
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In
der 1 ist in schematischer Ansicht ein solches bekanntes
Dichtleistensystem gezeigt.
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Wie
anhand der 1 zu erkennen ist, umfasst dieses
bekannte Dichtleistensystem 10 eine Dichtleiste 12 und
einen an einem Saugkasten 24 abgestützten Dichtleistenhalter 14,
der eine schlitzartige Ausnehmung 16 aufweist, in der die
Dichtleiste 12 in Richtung Mantelinnenfläche 18 der
Saugwalze beweglich gelagert ist.
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Dabei
ist die Dichtleiste 12 in Bewegungsrichtung 20 über einen
in die schlitzartige Ausnehmung 16 eingesetzten Luftschlauch 22 am
Dichtleistenhalter 14 abgestützt und durch diesen Luftschlauch 22 gegen
die Mantelinnenfläche 18 der Saugwalze
gepresst.
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Ein
solches herkömmliches
Dichtleistensystem besitzt eine Reihe von Nachteilen. So wird das Schlauchmaterial
des Luftschlauchs häufig
durch Chemikalien angegriffen. Zudem sind Schläuche aufgrund der erforderlichen
Chemikalienbeständigkeit doppelwandig
ausgeführt,
so dass sie relativ unelastisch oder steif sind, wodurch sich ein
relativ geringer Hub der Dichtleisten ergibt. Bei einer noch nicht
ihre Betriebstemperatur aufweisenden Saugwalze wie beispielsweise
beim Anfahren der Papiermaschine kommt dieses Problem bezüglich einer
zu geringen Elastizität
verstärkt
zum Tragen.
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Überdies
kommt es immer wieder vor, dass Schlauchanschlüsse undicht werden. Bei Ausfall
eines jeweiligen Anpressschlauchs und entsprechend der Dichtleistenanpressung
muss die Papiermaschine abgestellt und die Walze gewechselt werden,
wodurch sich hohe Stillstandszeiten ergeben.
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Ungünstig ist
insbesondere auch, dass ein solches bekanntes Dichtleistensystem
nicht selbsthemmend ist, d. h. die Dichtleiste stets angepresst werden
muss, was einen relativ hohen Verschleiß der Dichtleisten mit sich
bringt.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Dichtleistensystem
der eingangs genannten Art zu schaffen, bei dem die zuvor er wähnten Nachteile
beseitigt sind. Dabei sollen unter anderem insbesondere ein größerer Dichtleistenhub, ein
Selbsthemmungseffekt, eine Verbesserung der Chemikalienbeständigkeit,
eine reduzierte Abhängigkeit
von der Walzentemperatur und eine Reduzierung der Saugwalzenausfälle erreicht
werden.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
dass die Dichtleiste über
ein Druckmedium ohne die Verwendung eines Druckschlauches gegen
die Mantelinnenfläche
der Saugwalze anpressbar ist.
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Eine
vorteilhafte Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Dichtleistensystems
zeichnet sich dadurch aus dass die Dichtleiste in Bewegungsrichtung über wenigstens
ein in die schlitzartige Ausnehmung des Dichtleistenhalters eingesetztes
elastisches, zumindest im Wesentlichen massives Dichtelement am
Dichtleistenhalter abgestützt
und durch dieses elastische, zumindest im Wesentlichen massive Dichtelement
gegen die Mantelinnenfläche
der Saugwalze pressbar ist.
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Das
Dichtleistensystem wird also mit einer Spezialdichtung bestückt, die
anders als ein Luftschlauch nicht mehr hohl ist und nicht mehr mit Druckluft
beaufschlagt sein muss, sondern aufgrund der ihr eigenen Elastizität nach Art
eines Kolben/Zylinder-Systems die Dichtleiste gegen die Mantelinnenfläche der
Saugwalze presst. Das Dichtungssystem bzw. Dichtelement kann nunmehr
also insbesondere auch so ausgeführt
sein, dass eine Art Selbsthemmung der Dichtleiste auftritt und die
Dichtleiste in der angepressten Position fixiert wird.
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Durch
den Wegfall des bisher üblichen Druckschlauchs
ergibt sich außer
der Vergrößerung des
Dichtleistenhubs und der selbsthemmenden Wirkung insbesondere auch
eine Verbesserung der Chemikalienbeständigkeit.
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So
können
nunmehr praktisch beliebige Materialien, z. B. alle denkbaren Kunststoffe
für das
Anpress- bzw. Dichtelement verwendet werden. Des Weiteren ist es
möglich,
das Dichtelement gleich in die Dichtleiste zu integrieren. Es entfallen
praktisch alle mit den bisher üblichen,
insbesondere doppelwandigen Schläuchen
einhergehenden Beschränkungen
einschließlich
des Erfordernisses hinsichtlich der Chemikalienbeständigkeit.
Anders als bei Luftschläuchen
sind nunmehr auch relativ kleine Biegeradien möglich, die bei den Luftschläuchen einen
höheren
Verschleiß z.
B. aufgrund einer Aufquetschung mit sich bringen. Es können insbesondere
auch keine Saugwalzenausfälle
aufgrund von Schlauchundichtigkeiten mehr auftreten.
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Wie
bereits erwähnt,
kann das Dichtelement beispielsweise zumindest teilweise aus Kunststoff bestehen.
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Das
Dichtelement ist vorteilhafterweise zwischen der dem Boden der schlitzartigen
Ausnehmung des Dichtleistenhalters zugewandten Seite der Dichtleiste
und dem Boden der schlitzartigen Ausnehmung angeordnet.
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Gemäß einer
bevorzugten praktischen Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Dichtleistensystems
ist das Dichtelement zumindest im unbelasteten Zustand insbesondere
an seiner dem Boden der schlitzartigen Ausnehmung des Dichtleistenhalters
zugewandten Seite im Querschnitt zumindest im Wesentlichen konkav
ausgeführt.
Grundsätzlich
ist beispielsweise auch eine konkave Ausführung auf der gegenüberliegenden,
der Dichtleiste benachbarten Seite denkbar.
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In
bestimmten Fällen
ist es auch von Vorteil, wenn der Dichtleistenhalter auf seiner
dem Walzenmantel zugewandten Seite bzw. der Boden der schlitzartigen
Ausnehmung des Dichtleistenhalters konkav ausgeführt ist.
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Zumindest
bei unbelastetem Dichtelement zwischen der konkaven Seite des Dichtelements
und dem Boden der schlitzartigen Ausnehmung des Dichtleistenhalters
kann in diesem Fall insbesondere ein Frei- oder Luftraum verbleiben.
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Das
Dichtleistensystem kann ohne Hubbegrenzung vorgesehen sein oder
auch Mittel zur Begrenzung des Dichtleistenhubes umfassen.
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Im
letzteren Fall ist es von Vorteil, wenn die Hubbegrenzungsmittel
wenigstens einen mit dem Dichtleistenhalter verbundenen Halter umfassen,
der in eine sich in Bewegungsrichtung der Dichtleiste erstreckende
Ausnehmung der Dichtleiste eingreift, die an ihrem dem Boden der
schlitzartigen Ausnehmung zugewandten Ende durch einen Wandabschnitt
begrenzt ist, der zur Hubbegrenzung mit dem Anschlag zusammenwirkt.
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Wie
bereits erwähnt,
kann das Dichtelement auch in der Dichtleiste integriert sein.
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Das
erfindungsgemäße Dichtleistensystem bringt
eine Reihe von Vorteilen mit sich. So entfallen zunächst praktisch
alle im Zusammenhang mit den bisher üblichen Druckschläuchen auftretenden,
eingangs genannten Probleme. Neben einer Vergrößerung des Dichtleistenhubs
und einer selbsthemmenden Wirkung wird insbesondere auch die Chemikalienbeständigkeit
verbessert. Nachdem die Schlauchelastizität keine Rolle mehr spielt,
ergibt sich insbesondere auch eine reduzierte Abhängigkeit
von der Saugwalzentemperatur. Schließlich entfallen auch die bisher
durch Schlauchundichtheiten bedingten Saugwalzenausfälle.
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Die
Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher
beschrieben; in dieser zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung eines herkömmlichen Dichtleistensystems,
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2 eine
schematische Darstellung einer beispielhaften Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Dichtleistensystems
ohne Hubbegrenzung,
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3 eine
schematische Darstellung einer weiteren beispielhaften Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Dichtleistensystems
mit Hubbegrenzung und
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4 eine
schematische Darstellung einer weiteren beispielhaften Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Dichtleistensystems,
bei der das Dichtelement in die Dichtleiste integriert ist.
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2 zeigt
in schematischer Darstellung eine beispielhafte Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Dichtleistensystems 26 für eine Saugwalze einer
Maschine zur Herstellung und/oder Veredelung einer Faserstoffbahn,
insbesondere Papier-, Karton- oder Tissuebahn, zum Abdichten einer
Saugkammer der Saugwalze gegen deren Mantelinnenfläche 28.
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Das
Dichtleistensystem 26 umfasst eine Dichtleiste 30 und
einen Dichtleistenhalter 32.
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Dabei
weist der Dichtleistenhalter 32 eine schlitzartige Ausnehmung 34 auf,
in der die Dichtleiste 30 in Richtung Mantelinnenfläche 28 der
Saugwalze beweglich gelagert ist.
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Die
Dichtleiste 30 ist über
ein Druckmedium, hier beispielsweise ein elastisches, zumindest
im Wesentlichen massives Dichtelement 38 ohne die Verwendung
eines Druckschlauches gegen die Mantelinnenfläche 28 der Saugwalze
anpressbar. Dabei ist im vorliegenden Fall die Dichtleiste 30 in
Bewegungsrichtung 36 über
das in die schlitzartige Ausnehmung 34 des Dichtleistenhalters 32 eingesetzte elastische,
zumindest im Wesentlichen massive Dichtelement 38 am Dichtleistenhalter 32 abgestützt und
durch dieses elastische, zumindest im Wesentlichen massive Dichtelement 38 gegen
die Mantelinnenfläche 28 der
Saugwalze gepresst.
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Das
Dichtelement 38 kann beispielsweise zumindest teilweise
aus Kunststoff bestehen.
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Wie
anhand der 2 zu erkennen ist, ist das Dichtelement 38 zwischen
der den Boden 40 der schlitzartigen Ausnehmung 34 des
Dichtleistenhalters 32 zugewandten Seite der Dichtleiste 30 und dem
Boden 40 der schlitzartigen Ausnehmung 34 angeordnet.
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Wie
der 2 zudem entnommen werden kann, kann das Dichtelement 38 zumindest
im unbelasteten Zustand an seiner insbesondere dem Boden 40 der
schlitzartigen Ausnehmung 34 des Dichtleistenhalters 32 zugewandten
Seite im Querschnitt zumindest im Wesentlichen konkav ausgeführt sein. Grundsätzlich ist
jedoch eine solche konkave Ausführung
auch auf der gegenüberliegenden,
dem Dichtleistenhalter 3 zugewandten Seite möglich.
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Zumindest
bei unbelastetem Dichtelement 38 kann also zwischen der
konkaven Seite des Dichtelements 38 und insbesondere dem
Boden 40 der schlitzartigen Ausnehmung 34 des
Dichtleistenhalters 32 ein Frei- oder Luftraum 42 verbleiben.
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Der
Dichtleistenhalter 32 ist im vorliegenden Fall an einem
der Saugwalze zugeordneten Saugkasten 44 abgestützt.
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Bei
der vorliegenden Ausführungsform
gemäß 2 ist
keine Hubbegrenzung vorgesehen.
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3 zeigt
in schematischer Darstellung eine beispielhafte Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Dichtleistensystems 26 mit
Hubbegrenzung.
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Dabei
umfassen die Hubbegrenzungsmittel beispielsweise einen mit dem Dichtleistenhalter 32 verbundenen,
hier beispielsweise bügelartigen
Anschlag 46, der in eine sich in Bewegungsrichtung 36 der
Dichtleiste 30 erstreckende Ausnehmung 48 der Dichtleiste 30 eingreift,
die an ihrem dem Boden 40 der schlitzartigen Ausnehmung 34 zugewandten Ende
durch einen Wandabschnitt 50 begrenzt ist, der zur Hubbegrenzung
mit dem Anschlag 46 zusammenwirkt.
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Im
vorliegenden Fall ist der Anschlag 46 beispielsweise über eine
Schraube 52 am Dichtleistenhalter 32 befestigt.
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Im Übrigen besitzt
dieses in der 3 dargestellte Dichtleistensystem 26 zumindest
im Wesentlichen den gleichen Aufbau wie das Dichtleistensystem 26 gemäß 2.
Einander entsprechenden Teilen sind gleiche Bezugszeichen zugeordnet.
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4 zeigt
in schematischer Darstellung eine weitere beispielhafte Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Dichtleistensystems 26.
Im vorliegenden Fall ist das Dichtelement 38 in der Dichtleiste 54 integriert.
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Im Übrigen besitzt
auch dieses in der 4 dargestellte Dichtleistensystem 26 zumindest
im Wesentlichen wieder den gleichen Aufbau wie das Dichtleistensystem 26 gemäß 2.
Einander entsprechenden Teilen sind wieder gleiche Bezugszeichen zugeordnet.
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- 10
- Dichtleistensystem
- 12
- Dichtleiste
- 14
- Dichtleistenhalter
- 16
- schlitzartige
Ausnehmung
- 18
- Mantelinnenfläche
- 20
- Bewegungsrichtung
- 22
- Luftschlauch
- 24
- Saugkasten
- 26
- Dichtleistensystem
- 28
- Mantelinnenfläche
- 30
- Dichtleiste
- 32
- Dichtleistenhalter
- 34
- schlitzartige
Ausnehmung
- 36
- Bewegungsrichtung
- 38
- Druckmedium,
Dichtelement
- 40
- Boden
- 42
- Frei-
oder Luftraum
- 44
- Saugkasten
- 46
- Anschlag
- 48
- Ausnehmung
- 50
- Wandabschnitt
- 52
- Schraube
- 54
- Dichtleiste
mit integriertem Dichtelement