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Vorzelt für Fahrzeuge
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Die
Erfindung betrifft ein Vorzelt für
Fahrzeuge, insbesondere für
Reisemobile und Wohnwagen, die eine ausfahrbare Markise aufweisen,
mit einer Frontwand und mit mindestens einer Seitenwand.
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Um
auch bei regnerischem oder windigem Wetter einen Aufenthalt unter
der Markise zu ermöglichen
bzw. angenehmer zu gestalten, sind aus der Praxis verschiedene Vorzelte
bekannt, die mit der ausgefahrenen Markise verbunden werden können und
einen geschützten
Vorraum an dem Kraftfahrzeug bilden. Die Vorzelte lassen sich zweckmäßigerweise
von der Markise abnehmen und raumsparend verstauen, wenn Sie nicht
benötigt
werden.
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Insbesondere
bei hohen Temperaturen können
derartige Vorzelte als unangenehm empfunden werden, da sie oftmals
keine ausreichende Belüftung des
Vorraums ermöglichen,
so dass es in dem von dem Vorzelt umgebenen Vorraum heiß und stickig wird.
Auch an heißen
Tagen kann es abends jedoch kühl
und feucht werden, so dass ein Vorzelt wieder als angenehm empfunden
und genutzt wird.
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Die
aus der Praxis bekannten Vorzelte weisen üblicherweise eine Frontwand
und zwei seitenwände
auf. Die Frontwand lässt
sich oftmals einfach und rasch an der ausgefahrenen Markise befestigen, da
sich die Vorderkante der ausgefahrenen Markise in den meisten Fällen etwa
2 m über
dem Boden befindet und vergleichsweise gut erreicht werden kann. Dagegen
ist die Markise an ihrem dem Fahrzeug zugewandten rückseitigen
Ende oftmals in einem Markisenkasten gelagert, der in einer größeren Höhe an dem
Fahrzeug befestigt ist. Nicht selten weist der Markisenkasten und
damit der dem Fahrzeug zugewandte Bereich der Markise einen Abstand
von mehr als 2,50 m bzw. bis zu 2,90 m zu dem Boden auf.
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Eine
Befestigung der Seitenwand an der zum Fahrzeug hin zunehmend höher angeordneten
Markise wird zusätzlich
dadurch erschwert, dass die Seitenwände lediglich klemmend an einer
zugeordneten Seitenkante der Markise befestigt werden können, da die
Markisenkästen
möglichst
klein dimensioniert sind und in einem eingefahrenen Zustand der
Markise kein Platz für
zusätzliche
Befestigungselemente, wie beispielsweise Ösen oder Klettbänder, in
dem Markisenkasten wäre.
Die Seitenwand wird deshalb üblicherweise
mit einer Klemmschiene, bzw. einer Kederleiste an der Seitenkante
der ausgefahrenen Markise befestigt. Das Anbringen der Klemmschiene und
das Verbinden der Seitenwand mit der Kederleiste bzw. mit der Markise
sind deshalb umständlich
und zeitaufwändig.
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Aus
diesem Grund wird ein bereits aufgebautes Vorzelt selten an heißen Tagen
tagsüber
abgebaut und bei Bedarf und insbesondere abends wieder errichtet,
sondern meistens zu Beginn einer Aufenthaltsdauer aufgebaut und
erst vor der Abreise wieder abgebaut.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es demzufolge, ein Vorzelt der eingangs
genannten Gattung so auszugestalten, dass das Errichten und Abbauen
des Vorzelts rasch und einfach durchgeführt werden kann.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
dass die Seitenwand ein mit der Markise befestigbares Seitenwand-Dachelement und ein an
das Seitenwand-Dachelement anschließendes Seitenwand-Wandelement
aufweist. Das vorzugsweise dreiecksförmige Seitenwand-Dachelement muss
mit den bekannten Befestigungsvorrichtungen an der ausgefahrenen
Markise befestigt werden. Eine untere Kante des Seitenwand-Dachelements verläuft vorzugsweise
waagrecht etwa in Höhe
der Vorderkante der Markise, also beispielsweise in einer Höhe von etwa
2 m über
dem Boden. Dieses Seitenwand-Dachelement kann mit der Markise befestigt bleiben,
solange die Markise ausgefahren ist.
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Unterhalb
des Seitenwand-Dachelements ist das Seitenwand-Wandelement angeordnet und bildet zusammen
mit dem Seitenwand-Dachelement die Seitenwand. Das Seitenwand-Wandelement kann mit
den bekannten Befestigungsmitteln an einem im Abstand zu dem Fahrzeug
aufgestellten, die ausgefahrene Markise abstützenden Eckpfosten und an dem
Fahrzeug befestigt bzw. festgelegt werden oder dazwischen verspannt
sein. Das Seitenwand-Wandelement kann auch zusätzlich oder ausschließlich mit dem
darüber
befindlichen Seitenwand-Dachelement verbunden sein.
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Um
an heißen
Tagen eine angenehme Klimatisierung des Vorzelts zu ermöglichen
oder das Vorzelt weitestgehend abzubauen, muss lediglich das auch
an einer Oberkante leicht zugängliche
Seitenwand-Wandelement abgenommen bzw. entfernt werden, was sehr
schnell und einfach bewerkstelligbar ist. Das verbleibende Seitenwand-Dachelement beeinträchtigt eine
angenehme Klimatisierung unter der Markise nicht merklich.
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Vorzugsweise
ist vorgesehen, dass das Seitenwand-Dachelement längs einer
dem Fahrzeug zugewandten Kante an dem Fahrzeug befestigbar ist. Zu
diesem Zweck können
geeignete Befestigungsvorrichtungen lösbar oder dauerhaft mit dem
Fahrzeug verbunden sein. Es ist ebenfalls denkbar, dass in das Seitenwand-Dachelement
eingearbeitete oder mit dem Seitenwand-Dachelement verbindbare Magnetelemente,
Haken, Rast- oder Klemmelemente eine lösbare Befestigung des Seitenwand-Dachelements
mit dem Fahrzeug bewirken. In vielen Fällen wird eine Befestigung
mittels einer Kederleiste vorteilhaft und zweckmäßig sein. Auf diese Weise kann ein
unerwünschtes
Flattern des Seitenwand-Dachelements auch dann verhindert werden,
wenn das Seitenwand-Wandelement abgenommen oder zumindest teilweise
von dem Seitenwand-Dachelement gelöst ist.
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Um
einen Spalt und einen dadurch beispielsweise ermöglichten Luftzug zwischen dem
Seitenwand-Dachelement und dem daran anschließend Seitenwand-Wandelement
zu vermeiden ist vorgesehen, dass das Seitenwand-Dachelement mit
dem daran anschließenden
Seitenwand-Wandelement verbindbar ist. Eine für viele Anforderungen ausreichende
und dennoch leicht und schnell lösbare
Verbindung kann beispielsweise mittels mehreren beabstandet angeordneten Klettstreifen
oder mittels eines durchgehenden Klettstreifens hergestellt werden.
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Gemäß einer
besonders vorteilhaften Ausgestaltung des Erfindungsgedankens ist
vorgesehen, dass das Seitenwand-Wandelement
längs einer
dem Fahrzeug zugewandten Kante eine an dem Fahrzeug festlegbare
Befestigungseinrichtung aufweist. Diese Befestigungseinrichtung
kann beispielsweise mehrere Hakenförmige Befestigungseinrichtungen
aufweisen, die längs
der fahrzeugseitigen Kante des Seitenwand-Wandelements an diesem dauerhaft befestigt sind
und mit entsprechend angepassten Aufnahmevorrichtungen an dem Fahrzeug
in Eingriff gebracht werden können.
Es ist auch denkbar und im Hinblick auf eine zuverlässige Befestigung
des Seitenwand-Wandelements zweckmäßig, dass eine Befestigungsschiene
an dem Fahrzeug festlegbar ist oder dauerhaft befestigt ist, die
ihrerseits mit dem Seitenwand-Wandelement
verbindbar ist und geeignete Einrichtungen zum Befestigen oder Verspannen
des Seitenwand-Wandelements aufweist.
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Eine
besonders komfortable Handhabung kann dadurch ermöglicht werden,
dass die Befestigungseinrichtung einen Aufrollmechanismus zum Aufrollen
des Seitenwand-Wandelements
aufweist. Der Aufrollmechanismus kann beispielsweise handbetätigbar sein
oder mittels einer Rückstellkraft
bzw. mit Hilfe eines elektrischen Antriebs betätigt werden können. Um
das Seitenwand-Wandelement abzubauen müssen dann lediglich dessen
anderweitig befestigten oder festgelegten Kanten gelöst und das Seitenwand-Wandelement
mittels des Aufrollmechanismus zum Fahrzeug hin aufgerollt werden.
Das Seitenwand-Wandelement kann dann über einen längeren Zeitraum aufgewickelt
an der Befestigungseinrichtung aufbewahrt werden. Wird das Vorzelt
für einen
längeren
Zeitraum nicht mehr benötigt,
so kann das Seitenwand-Wandelement aufgerollt zusammen mit der Befestigungseinrichtung
von der Seitenwand des Fahrzeugs abgenommen und beispielsweise in einem
geeigneten Stauraum in oder an dem Fahrzeug verstaut werden.
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Ein
in der Zeichnung dargestelltes Ausführungsbeispiel der Erfindung
wird nachfolgend näher erläutert. Es
zeigt:
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1 ein
schematische Darstellung eines Vorzelts mit einer Seitenwand mit
einem Seitenwand-Dachelement und mit einem Seitenwand-Wandelement
und
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2 eine
schematische Abbildung des in 1 dargestellten
Vorzelts, bei dem das Seitenwand-Wandelement längs seiner Kanten gelöst und mittels
eines Aufrollmechanismus aufgerollt und verstaut ist.
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In 1 ist
schematisch ein Reisemobil 1 mit einer seitlich an dem
Reisemobil 1 befestigten, vollständig ausgefahrenen Markise 2 dargestellt.
Die Markise 2 kann in einen Markisenkasten 3 eingefahren
und dort verstaut werden, der in einem oberen Bereich 4 längs einer
Seitenwand 5 des Reisemobils 1 an diesem befestigt
ist.
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In
dem in 1 dargestellten ausgefahrenen Zustand der Markise 2 ist
eine Vorderkante 6 der Markise gegenüber dem Markisenkasten 3 abgesenkt.
Die Vorderkante 6 der Markise 2 wird durch an beiden
Seiten angeordnete Eckpfosten 7 abgestützt.
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An
der Vorderkante 6 der Markise 2 ist eine Frontwand 8 angebracht,
die eine verschließbare Türöffnung 9 und
ein Fenster 10 aufweist. Eine Seitenwand 11 ist
zweiteilig ausgebildet und weist ein oben angeordnetes dreiecksförmiges Seitenwand-Dachelement 12 und
ein im Wesentlichen rechteckiges Seitenwand-Wandelement 13 auf.
Das Seitenwand-Dachelement ist entlang einer oberen Kante 14 mittels
einer eine Kederleiste aufweisenden Klemmschiene 15 zuverlässig mit
der Markise 2 verbunden. Weiterhin ist das Seitenwand-Dachelement 12 längs einer
dem Reisemobil 1 zugewandten Kante 16 mit der
Seitenwand 5 des Reisemobils 1 verbunden, beziehungsweise
mittels einer ebenfalls eine Kederleiste aufweisenden Befestigungsvorrichtung 17 an
der Seitenwand 5 festgelegt.
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Das
Seitenwand-Wandelement 13 ist an dem vorderen Eckpfosten 7 mittels
geeigneter Befestigungs-Clips 18 befestigt. An seiner entgegengesetzten
Seite ist das Seitenwand-Wandelement 13 an einem Aufrollmechanismus 19 ausziehbar
gelagert, wobei der Aufrollmechanismus 19 mittels einer geeigneten
Befestigungsschiene 20 an der Seitenwand 5 des
Reisemobils 1 befestigt, beziehungsweise festgelegt ist.
Die Befestigungsschiene 20 bildet zusammen mit dem Aufrollmechanismus
eine Befestigungseinrichtung 21 für das Seitenwand-Wandelement
zur Befestigung an der Seitenwand 5 des Reisemobils 1.
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Das
Seitenwand-Dachelement 12 und das Seitenwand-Wandelement 13 sind
längs ihrer
einander zugewandten Kanten mittels mehrerer beabstandet angeordneter
Klettstreifen 22 miteinander verbunden.
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Um
an heißen
Tagen eine angenehme Belüftung
unter der ausgefahrenen Markise 2 zu ermöglichen
muss lediglich die Frontwand 8 von der Vorderkante 6 der
Markise 2 gelöst
und abgenommen werden und das Seitenwand-Wandelement 13 von
dem Eckpfosten 7 und dem darüber angeordneten Seitenwand-Dachelement 12 gelöst und mittels
des Aufrollmechanismus 19 aufgerollt und an der Befestigungsschiene 20 an
der Seitenwand 5 des Reisemobils 1 verstaut, beziehungsweise
gelagert werden. Eine zeitaufwendige und umständliche Ablösung der Klemmschiene 15 mit
dem daran befestigten Seitenwand-Dachelement 12 ist nicht
erforderlich. Bei einer abgenommenen Frontwand 8 und einem
gelösten und
vollständig
aufgewickelten Seitenwand-Wandelement 13 ist der Bereich
unterhalb der Markise 2 allseitig offen und zugänglich,
so dass sich auch an heißen
Tagen unter der Markise 2 keine übermäßig erhitzte und stickige Luft
ansammeln, beziehungsweise aufstauen kann.