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Die
Erfindung bezieht sich auf ein Gerät zur Wildschadenabwehr,
umfassend zumindest einen Sensor zur Erfassung von sich einem zu
schützenden Gebiet annähernden Wild sowie von
dem Sensor gesteuerte Mittel zur Erzeugung akustischer Signale zum
Verscheuchen des Wildes.
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Ein
Gerät der eingangs genannten Art ist aus der
DE 89 05 076 U1 bekannt.
Das bekannte Gerät umfasst eine Stromversorgungseinrichtung
in einem Gehäuse, in dem eine Geräusch-Speichereinrichtung
mit einer angeschlossenen Schalteinrichtung zum Einschalten der
Speichereinrichtung in einen Betriebszustand zwecks intermittierenden
Abruf des Speicherinhaltes und einem angeschlossenen Lautsprecher
zur Geräuschwiedergabe untergebracht und an die Stromversorgungseinrichtung
angeschlossen sind. In dieser Ausführungsform ist das Kunststoffgehäuse
aus wenigstens einem Kanal- oder Abflussrohrabschnitt ausgebildet
und die Geräusch-Speichereinrichtung ist als Speicher-IC
ausgebildet. Das Gerät umfasst ferner ein Bewegungsdetektor,
der als Infrarot-Bewegungsdetektor oder als Ultraschall-Bewegungsdetektor
ausgebildet ist.
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In
der
DE 88 08 204 U1 ist
eine Wildscheuche beschrieben, umfassend eine in einem Schaltschrank
angeordnete Stromversorgungsbatterie, einen Dämmerungsschalter,
einen Kassettenrekorder mit Autoreverse und ein Geräuschetonband,
das mit Geräuschen, wie menschliche Sprache, Pfeifen, Musik,
Schüsse, Hundebellen, Huptöne u. s. w. bespielt ist. Über
einen Zufallsgenerator wird der Kassettenrekorder angesteuert und
die akustischen Signale werden über Lautsprecher wiedergegeben.
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Allerdings
hat sich gezeigt, dass die Wirkung zuvor aufgeführter Maßnamen
kurzfristig zwar zuverlässig, aufgrund des Gewöhnungseffektes
jedoch meist nicht von langer Dauer ist.
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In
der
DE 29 00 284 A1 ist
eine Scheuchvorrichtung für Tiere beschrieben, die sich
dadurch auszeichnet, dass ein auf einem Tragegestänge montierter
Düsenrotor, oder eine andere Bewegungseinrichtung, mittels
zugeführtem Medium in periodischen Abständen in
Bewegung gesetzt wird, und die daran befestigten, auf den Gesichtssinn
der Tiere wirkenden Scheuchgegenstände sich mitbewegen.
Auch ist vorgeschlagen, dass die optisch wirkenden Bewegungen durch
akustische Signale eingeleitet oder begleitet werden.
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Aufgrund
des Rotors zur Erzeugung der optischen und akustischen Signale ist
diese Vorrichtung konstruktiv aufwendig und nicht gerade eine Bereicherung
des Landschaftsbildes.
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In
dem Aufsatz von Erich Kaiser: „Effektive Wildschadenverhütung"
in DJZ 8/2005, Seite 22 bis 26 werden auf Seite 26 Maßnahmen
zum Verstänkern, Vergrämen und Vertreiben von
Wild beschrieben. Unter anderem wird eine Wildscheuche als Kombination
von optischen, akustischen und gerüchlichen Abwehrreizen
beschrieben, die durch Elektronik sowohl Geräusche von
sich gibt, als auch ein Verstänkerungsmittel zerstäubt.
Allerdings ist auch dieses Gerät konstruktiv aufwendig
und nur für den stationären Einsatz geeignet.
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Davon
ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Gerät zur Wildschadenverhütung der eingangs
genannten Art derart weiterzubilden, dass dieses einen kompakten Aufbau
aufweist und mobil einsetzbar ist.
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Die
Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
dass der Sensor sowie die Mittel zur optischen und akustischen Wiedergabe
von Signalen zur Verscheuchung des Wildes in einem einzigen kompakten
Gehäuse angeordnet sind und dass die Mittel über
eine Steuereinheit derart ansteuerbar sind, dass sich die Abfolge
der optischen und akustischen Signale ändert.
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Gegenüber
den aus dem Stand der Technik bekannten Geräten zeichnet
sich die Erfindung dadurch aus, dass sowohl der Sensor als auch
die optischen und akustischen Mittel in einem kompakten Gehäuse
angeordnet sind, welches sehr flexibel und ohne Beeinträchtigung
des Landschaftsbildes beispielsweise an zu schützenden
Gebieten positioniert wie aufgehängt oder aufgestellt werden
kann.
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Damit
sich das Wild nicht an sich wiederholende Signale gewöhnt
ist vorgesehen, dass die optischen und akustischen Mittel über
eine Steuereinheit derart angesteuert sind, dass die Signale sich
verändern, vorzugsweise in ihrer Art und/oder Lautstärke und
Abfolge.
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Bevorzugte
Ausführungsform sind optische Mittel in Form von aktiven
lichtemittierenden Elementen wie Leuchten, Leuchtioden, Blitzlichter,
die unmittelbar in dem Gehäuse integriert, vorzugsweise
in Gehäusewandungen oder Gehäusestirnseiten oder hinter
lichtdurchlässigen Scheiben angeordnet sind.
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Die
Mittel zur Erzeugung von akustischen Signalen können als
Lautsprecher, Summer oder Sirenen ausgebildet sein und sind ebenfalls
integraler Bestandteil des Gehäuses.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform ist der zumindest eine
Sensor zur Erfassung des Wildes als Infrarot-Bewegungsdetektor ausgebildet.
Der IR-Sensor hat einen Erfassungswinkel von 360°, wobei
vorzugsweise der Erfassungswinkel auf einen Bereich von < 180° vorzugsweise < 160° einstellbar ist.
Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, das Gerät als
Wilddetektor zum Aufsuchen erlegten Wildes einzusetzen, wobei akustische
und/oder optische Signale erzeugt werden, wenn das erlegte Wild
im Empfangsbereich des IR-Sensors liegt.
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Um
das Gerät von der Funktion Wildscheuche zur Funktion Wilddetektor
umzuschalten, ist ein Umschalter vorgesehen, welcher den IR-Sensor
auf den gewünschten Empfangsbereich einstellt sowie besondere
akustische/optische Signale, die sich von denen der Wildscheuche
unterscheiden.
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Alternativ
kann der Sensor auch als Ultraschall-Bewegungsdetektor ausgebildet
sein.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen,
dass das Gerät einen Dämmerungsschalter und/oder
eine Zeitschaltuhr aufweist, damit das Gerät nur zu bestimmten
Tageszeiten bzw. Lichtverhältnissen aktiv ist.
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Ferner
ist vorgesehen, dass eine Signalauslösung nur in dem Bereich
erfolgt, der dem zu schützenden Bereich abgewandt ist,
so dass ein Tier, dass die optische/akustische Sperre durchlaufen
hat, ohne weiteres zurücklaufen kann, ohne dass zuvor,
also zwischen dem Melder und dem zu sichernden Bereich ein Signal
erzeugt wird. Vorzugsweise kann hierzu ein Filter eingesetzt werden.
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Um
die abschreckende Wirkung der Wildscheuche noch weiter zu verbessern,
ist vorgesehen, dass das Gehäuse eine Aufnahme für
Verstänkerungsmittel wie beispielsweise Buttersäure,
Hukinol oder vergleichbare Präparate aufweist. Auch besteht die
Möglichkeit, dass in den Gehäuse Mittel zur Verstäubung
der Verstänkerungsmittel integriert sind.
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Zur
Stromversorgung für die in dem Gehäuse integrierten
Steuereinrichtung sowie die akustischen und optischen Signalerzeuger
kann eine autarke Stromversorgung vorgesehen sein, wie beispielsweise
eine Batterie, Akkumulator und/oder Photoelement in Verbindung mit
einem Akkumulator.
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Weitere
Einzelheiten, Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich nicht
nur aus den Ansprüchen, den diesen zu entnehmenden Merkmalen – für sich
und/oder in Kombination –, sondern auch aus der nachfolgenden
Beschreibung von den Zeichnungen zu entnehmenden bevorzugten Ausführungsbeispielen.
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Es
zeigen:
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1 eine
erste Ausführungsform eines Gerätes zur Wildschadenverhütung
und
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2 eine
zweite Ausführungsform eines Gerätes zur Wildschadenverhütung.
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1.
zeigt eine erste Ausführungsform eines Gerätes 10 zur
Wildschadenverhütung, die im Folgenden Wildscheuche genannt
wird. Die Wildscheuche 10 besteht aus einem kompakten,
mobilen und tragbaren Gehäuse 12, bestehend aus
Kunststoff, welches vorzugsweise dosen- oder röhrenförmig
ausgebildet ist. In dem Gehäuse 12 ist zumindest ein
Sensor 14 zur Erfassung von Wild in Form eines Infrarot-Bewegungsdetektors
angeordnet. Ferner umfasst das Gehäuse einen Bereich 16 zur
Aufnahme von Mitteln 18 zur Erzeugung optischer Signale. Dabei
kann es sich um lichtemittierende Elemente wie Leuchten, Leuchtioden,
Blitzerzeuger, Reflektoren und ähnliche Mittel handeln,
die in dem Gehäuse integrierbar sind. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel sind die Mittel 18 hinter
einer durchsichtigen Gehäusewandung 20 angeordnet.
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Ferner
umfasst das Gehäuse 12 einen Bereich 22,
in dem Mittel 24 zur Erzeugung akustischer Signale angeordnet
sind. Bei den Mitteln 24 zur Erzeugung akustischer Signale
kann es ich um Lautsprecher, Sirenen, Summer und ähnliche
Geräte handeln.
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Die
Mittel 18, 24 werden über eine Steuereinheit
derart angesteuert, dass die optischen und akustischen Signale sich
verändern, so dass kein Gewöhnungseffekt bei dem
Wild eintritt. Um sicherzustellen, dass Signale nur zu bestimmten
Tages- bzw. Nachtzeiten und/oder bei bestimmten Lichtverhältnissen erzeugt
werden, sind entweder eine Zeitschaltuhr und/oder ein Dämmerungsschalter
vorgesehen.
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Ferner
kann der Erfassungsbereich des zumindest einen Infrarot-Sensors 14 eingestellt
werden. Soll das Gerät 10 beispielsweise als Wildscheuche
eingesetzt werden, kann ein Erfassungsbereich von beispielsweise
360° vorteilhaft sein.
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Alternativ
kann das Gerät 10 jedoch auch zum Aufsuchen von
erlegtem Wild verwendet werden, wobei dann der Erfassungsbereich < 180° beispielsweise
160° bis 90° eingestellt wird. In diesem Fall
wird das Gerät 10 von einem Jäger in
der Hand bzw. am Körper getragen und bei Annäherung
an das noch warme erlegte Wild ein Signalton erzeugt. Bei der Umschaltung
von Wildscheuchenbetrieb in Wilderfassungsbetrieb wird gleichzeitig
die Zeitschaltuhr bzw. der Dämmerungsschalter abgeschaltet
und die Steuereinheit so geschaltet, dass optische bzw. akustische
Signale erzeugt werden, die sich von der der Wildscheuche unterscheiden.
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Zur
Energieversorgung ist bei dem hier dargestellten Gerät
ein Photozellenelement 26 vorgesehen, welches die Energie
sowohl für die Steuereinheit als auch die akustischen und
optischen Mittel bereitstellt. Vorzugweise wird die über
die bei Tageslicht erzeugte Energie in einem Akkumulator gespeichert, damit
diese während der Nacht im Bedarfsfall abgerufen werden
kann. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, das Gerät 10 mit
einer Batterie zu versorgen.
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2 zeigt
eine zweite Ausführungsform des Gerätes 10,
wobei ein weiterer Bereich 28 vorgesehen ist, welcher einen
Hohlraum 12 bildet, in dem Verstänkerungsmittel,
wie Buttersäure, Hukinol und vergleichbare Präparate
aufbewahrt werden können. Über Öffnungen 30 kann
der vergrämende Geruch der Verstänkerungsmittel
entweichen. In bevorzugter Ausführungsform können
auch Mittel zum Verstäuben der Verstänkerungsmittel
in dem Gehäuse 12 angeordnet sein.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 8905076
U1 [0002]
- - DE 8808204 U1 [0003]
- - DE 2900284 A1 [0005]
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Zitierte Nicht-Patentliteratur
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- - Erich Kaiser: „Effektive
Wildschadenverhütung" in DJZ 8/2005, Seite 22 bis 26 [0007]