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Die
Erfindung betrifft eine Absicherungs- und Verteilereinheit für die Elektroinstallation
in einer mobilen Wohneinrichtung, insbesondere einem Wohnwagen (auch:
Caravan) und/oder Wohnmobil (auch: Motorcaravan) und/oder Boot.
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Derartige
Absicherungs- und Verteilereinheiten werden auch als Verteilerkasten
oder Sicherungskasten bezeichnet. Sie enthalten verschiedene Sicherungs-
und Schaltelemente zur Verteilung von elektrischem Strom.
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Die
bisher in mobilen Wohneinrichtungen eingesetzten Absicherungs- und
Verteilereinheiten entsprechen häufig
nicht den Anforderungen einer modernen Elektroinstallationsabsicherung
und -verteilung. Gerade in mobilen Wohneinrichtungen kommt dem Brandschutz
eine besondere Bedeutung zu. Eine Brandursache sind hierbei Überspannungen.
Gerade in mobilen Wohneinrichtungen ist aufgrund des Anschlusses
an verschiedenste Stromnetze das Risiko des Auftretens von Überspannungen besonders
hoch. Dies bringt neben der bereits angesprochen Brandgefahr auch
das Risiko mit sich, dass angeschlossene elektrische und elektronische
Geräte
durch Überspannungen
beschädigt
werden.
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Hinzu
kommt ferner, dass gerade in mobilen Wohneinrichtungen beim Anschluss
an das lokale Versorgungsnetz nicht sichergestellt werden kann, dass
der Anschluss immer polrichtig erfolgt. Bei einer falschen Polung
besteht dann auch bei korrekter innerer Beschaltung der mobilen
Wohneinrichtung die Gefahr, dass Personen durch elektrische Schläge verletzt
werden. Gegebenenfalls können
durch falsche Polung auch Schäden
an elektrischen bzw. elektronischen Geräten und Einrichtungen hervorgerufen
werden.
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Einrichtungen
zum Schutz vor Überspannungen
und Verpolungen sind an sich zwar bekannt, nicht jedoch deren Anwendung
im Bereich mobiler Wohneinrichtungen.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, eine Absicherungs- und Verteilereinheit speziell
für mobile
Wohneinrichtungen anzugeben, die einen Überspannungsschutz und einen
Verpolungsschutz (auch: Verpolschutz) gewährleistet und die gleichzeitig
einfach in der mobilen Wohneinrichtung zu installieren ist. Dadurch
sollen die vorgenannten Nachteile eines fehlenden Überspannungs- und Verpolungsschutzes
in mobilen Wohneinrichtungen überwunden
werden.
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Diese
Aufgabe wird durch eine Absicherungs- und Verteilereinheit mit den
Merkmalen nach Anspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den von Anspruch 1 abhängigen Ansprüchen angegeben.
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Die
erfindungsgemäße Absicherungs-
und Verteilereinheit ist speziell ausgebildet und bestimmt für die Elektroinstallation
in einer mobilen Wohneinrichtung, insbesondere einem Wohnwagen und/oder Wohnmobil
und/oder Boot.
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Sie
umfasst mindesten eine Überspannungsschutz-Einrichtung
und/oder mindestens eine Verpolungsschutz-Einrichtung, die insbesondere
für Wechselspannungssysteme
geeignet sind. Bei der Verpolungsschutz-Einrichtung handelt es sich
insbesondere um eine elektrische Verpolungsschutz-Einrichtung.
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Ein
elektrischer Verpolungsschutz sorgt dafür, dass beim Anlegen oder Auftreten
elektrischer Spannung in falscher Polarität (z. B. beim Nichtvorhandensein
oder Versagen eines mechanischen Verpolungsschutzes) keine Verletzung
von Personen durch elektrische Schläge auftreten können bzw.
in angeschlossenen Geräten
kein Schaden entstehen kann bzw. der Schaden zumindest weitestgehend begrenzt
wird. Hierfür
geeignete Einrichtungen, insbesondere geeignete Schaltungen und
Bauteile, sind an sich bekannt. Der übliche Verpolungsschutz in
einem Wechselspannungssystem sorgt für den gewünschten Schutz entweder durch
automatische zweipolige Trennung von Phase und Nullleiter, wenn diese
vertauscht anliegen und/oder wenn der Nullleiter fehlt, oder durch
einen Polwender, wenn Phase und Nullleiter vertauscht sind und der
Nullleiter anliegt. Die vorgenannte zweipolige Trennung kann auch
gleichzeitig der Abschaltung im Fall einer überhöhten Netzspannung dienen, wenn
diese Funktion mit vorgesehen ist (d. h. gleichzeitig als Überspannungsschutz-Einrichtung
fungieren).
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Unter Überspannungsschutz
wird der Schutz elektrischer und elektronischer Geräte vor zu
hohen elektrischen Spannungen verstanden. Hierfür geeignete Schutzeinrichtungen
sind an sich bekannt. Üblicherweise
beinhaltet der Überspannungsschutz
nicht den Schutz der nachfolgenden Verbraucher vor Überspannungen
in Form von Transienten (Burst) und energiereichen Impulsen (Surge),
da aufgrund der geltenden Richtlinien und Normen die Verbraucher
selbst gegen derartige Störungen
geschützt sein
müssen.
Vielmehr geht es beim Überspannungsschutz
vor allem um einen Schutz der nachfolgenden Verbraucher vor dauerhaftem
Betrieb bei einer Spannung, die außerhalb der zulässigen Eingangsspannung
(üblicherweise
maximal 264 V in Wechselspannungssystemen) liegt. Zum Überspannungsschutz
wird in Wechselspannungssystemen üblicherweise eine zweipolige
Trennung (Phase und Nullleiter) eingesetzt.
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Eine
entsprechende Absicherungs- und Verteilereinheit, die neben herkömmlichen
Sicherungskomponenten auch eine Überspannungsschutz-Einrichtung und/oder
eine Verpolungsschutz-Einrichtung umfasst, und die speziell für mobile
Wohneinrichtungen ausgebildet ist, ist bislang nicht bekannt. Die
erfindungsgemäße Einrichtung
ermöglicht
auf einfache Weise auch für
mobile Wohneinrichtungen die Realisierung eines Überspannungsschutzes und/oder
eines Verpolungsschutz. Dadurch werden auch mobile Wohneinrichtungen
hinsichtlich ihrer elektrischen Installation mit den modernen Standards
entsprechenden Schutzeinrichtungen ausgerüstet. Dies sorgt für einen
deutlich gesteigerten Brandschutz. Ferner ermöglicht es den Anschluss empfindlicher
elektronischer Geräte
auch an das Bordnetz mobiler Wohneinrichtungen, ohne die Gefahr
von Überspannungs- oder
Verpolungsschäden
in Kauf nehmen zu müssen.
Mögliche
Schäden
an empfindlichen Geräten werden
dadurch verhindert oder zumindest reduziert.
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Bei
einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen,
dass an der Absicherungs- und Verteilereinheit, insbesondere an
einer Bedienblende, eine oder mehrere Anzeigeeinrichtungen, beispielsweise
Leuchtdioden, zur Signalisierung eines Sicherungsfalles, insbesondere
eines Überspannungsfalles
und/oder eines Verpolungsfalles, vorgesehen sind. Dadurch wird der
Bediener über
den Vorfall informiert und kann gegebenenfalls geeignete Maßnahmen
zur Fehlerermittlung bzw. Fehlerbehebung ergreifen.
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Es
ist selbstverständlich,
dass die Absicherungs- und Verteilereinheit auch herkömmliche Überstromschutzeinrichtungen
umfassen kann, beispielsweise einen oder mehrere Leitungsschutzschalter (auch:
Sicherungsautomaten).
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Ferner
kann die Absicherungs- und Verteilereinheit auch mindestens einen
Fehlerstrom-Schutzschalter, insbesondere einen normgerechten Fehlerstrom-Schutzschalter (auch:
FI-Schalter), umfasst.
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Durch Überstromschutzschalter,
Fehlerstromschutz in Verbindung mit Überspannungsschutz und Verpolungsschutz
wird das elektrische Sicherungskonzept einer mobilen Wohneinrichtung vervollständig, die
elektrische Installation ist dadurch gegen nahezu alle denkbaren
Störungen
abgesichert.
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Eine
zweckmäßige Weiterbildung
der Erfindung sieht vor, dass alle jeweils vorgesehenen Absicherungs-
und/oder Verteilungs-Komponenten der Absicherungs- und Verteilereinheit
in einer Baueinheit zusammengefasst und/oder in einer Baueinheit integriert
sind. Diese Baueinheit umfasst zweckmäßigerweise ein Gehäuse. Dadurch
liegt eine einfach in die mobile Wohneinrichtung zu installierende
Baueinheit vor. Der Installateur muss lediglich die anschlussfertige
Baueinheit in eine dafür
vorgesehene Ausnehmung oder Öffnung
in einer Wand der mobilen Wohneinrichtung einbauen. Ein Zusammenbau verschiedener
Komponenten vor Ort ist nicht erforderlich, die Baueinheit kann
fertig zusammengebaut und gegebenenfalls konfiguriert an der Einbaustelle bereitgestellt
werden.
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Zweckmäßig ist
ferner, wenn die Baueinheit von außen zugängliche Anschlusseinrichtungen
zur Verbindung mit den in der mobilen Wohneinrichtung installierten
Stromkabeln aufweist. Diese Anschlusseinrichtungen, beispielsweise
Klemmen, ermöglichen
vor oder bei der mechanischen Integration der Baueinheit in die
mobile Wohneinrichtung das einfache und schnelle Anschließen der
elektrischen Leitungen.
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Insgesamt
ist es somit von Vorteil, wenn die Baueinheit, insbesondere das
Gehäuse
der Baueinheit, ausgebildet und bestimmt ist zur Installation in der
mobilen Wohneinrichtung. Hierzu sollten beispielsweise seine Außenabmessungen
und die Befestigungseinrichtungen auf die Abmessungen und Befestigungseinrichtungen
in der mobilen Wohneinrichtung abgestimmt sein. Dies gilt auch für die Anordnung
der elektrischen Anschlusseinrichtungen und für die konkrete Platzierung
der verschiedenen Sicherungs-Komponenten, so dass diese für einen Bediener – soweit
erforderlich – problemlos
zugänglich
sind.
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Die
Erfindung wird nachstehend auch hinsichtlich weiterer Merkmale und
Vorteile anhand der Beschreibung eines Ausführungsbeispiels und unter Bezugnahme
auf die beiliegenden schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen
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1 in
schematischer Darstellung die Vorderansicht einer erfindungsgemäßen Absicherungs- und
Verteilungseinheit, und
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2 ebenfalls
in schematischer Darstellung die Rückansicht der Absicherungs-
und Verteilungseinheit nach 1.
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1 und 2 zeigen
in schematischer Darstellung eine erfindungsgemäße Absicherungs- und Verteilereinheit 1, 1 die
auch im installierten Zustand von außen zugängliche Vorderseite und 2 die
der Vorderseite gegenüberliegende,
im installierten Zustand in oder an einer Wand angeordnete und üblicherweise
von außen
nicht zugängliche Rückseite.
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Die
Absicherungs- und Verteilereinheit 1 ist speziell ausgebildet
für den
Einbau in mobile Wohneinrichtungen, insbesondere Wohnwagen, Wohnmobile
und Boote. Sie stellt hierfür
eine kompakte Baueinheit dar, in der alle Komponenten, insbesondere alle
Sicherungs-Komponenten, in einem Gehäuse zusammengefasst sind. Die
Baueinheit kann in dieser Form bei der Installation in einer mobilen
Wohneinrichtung bereitgestellt und auf einfache Weise an dort vorgesehenen
Stellen eingebaut werden. Hierfür sind
geeignete Befestigungseinrichtungen vorgesehen.
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Das
Gehäuse
der Absicherungs- und Verteilereinheit 1 setzt sich zusammen
aus einer Front- bzw. Bedienblende 2 an der Vorderseite
und einer die inneren Komponenten abdeckenden rückseitigen Rückwand 3,
wobei diese Gehäuseteile
jeweils wiederum aus mehreren Komponenten gebildet sein können.
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An
der Vorderseite der Absicherungs- und Verteilereinheit 1 sind
mehrere Leitungsschutzschalter 4, ein Fehlerstrom-Schutzschalter 5 und
eine Steckdose 6 in die Bedienblende 2 integriert.
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In
den Figuren nicht dargestellt ist, dass im Inneren der Absicherungs-
und Verteilereinheit 1 sowohl eine Überspannungsschutz-Einrichtung
als auch eine elektrische Verpolungsschutz-Einrichtung angeordnet
ist. Hierzu sind an der Bedienblende mehrere mit diesen Schutzeinrichtungen
elektrisch verbundene Leuchtdioden als Anzeigeeinrichtungen 7 zur
Signalisierung eines Sicherungsfalles vorgesehen. Eine dieser Anzeigeeinrichtungen
dient der Signalisierung eines Überspannungsfalles,
eine andere der Signalisierung eines Verpolungsfalles. Diese Anzeigeeinrichtungen
können
selbstverständlich
entsprechend beschriftet sein (nicht dargestellt).
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An
der Rückwand
sind zahlreiche Anschlusseinrichtungen 8, insbesondere
Klemmen für
Stromkabel bzw. Stromleitungen, vorgesehen. Diese sind im Inneren
der Absicherungs- und Verteilereinheit 1 elektrisch mit
den entsprechenden Sicherungs- bzw. Verteilungskomponenten verbunden
und ermöglichen
das einfache Anbringen der jeweiligen äußeren Stromleitungen. Hierfür können ebenfalls
entsprechenden Beschriftungen an oder neben den Anschlusseinrichtungen 8 vorgesehen
sein (nicht dargestellt).
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Insgesamt
stellt die dargestellte Absicherungs- und Verteilereinheit 1 somit
eine einfach installierbare, kompakte Baueinheit dar, mit der sich eine
allen modernen Anforderungen entsprechende Absicherung der elektrischen
Installation einer mobilen Wohneinrichtung, einschließlich Überspannungsschutz,
Verpolungsschutz und normgerechtem Fehlerstromschutz, verwirklichen
lässt.
Diese Baueinheit kann vollständig
vormontiert und vorkonfiguriert zur Montage in die Wohneinrichtung
bereitgestellt werden, vor Ort muss lediglich der Anschluss der
Stromleitungen und die Befestigung an bzw. die Integration in die
mobile Wohneinrichtung erfolgen.
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- 1
- Absicherungs-
und Verteilereinheit
- 2
- Bedienblende
- 3
- Rückwand
- 4
- Leitungsschutzschalter
- 5
- Fehlerstrom-Schutzschalter
- 6
- Steckdose
- 7
- Anzeigeeinrichtung,
Leuchtdiode
- 8
- Anschlusseinrichtung,
Klemme