-
Die
Erfindung betrifft einen Rollkoffer, der aufweist einen Aufnahmebehälter
für zu transportierendes Gut, zwei parallel zueinander
am Aufnahmebehälter angeordnete Führungsrohre
zur Aufnahme teleskopartig in den Führungsrohren geführter
Stangen, wobei zwei der Stangen über einen Handgriff miteinander
verbunden sind, und zwei im Bodenbereich des Rollkoffers drehbar
angeordnete Rollen, wobei die beiden Führungsrohre im Seitenbereich des
Rollkoffers angeordnet sind und wobei sich der Handgriff im wesentlichen über
die gesamte Breite des Rollkoffers erstreckt.
-
Ein
Rollkoffer dieser Art ist im Stand der Technik hinlänglich
bekannt und beispielsweise in der
WO 03/063637 A2 beschrieben. Ein an sich
typischer Aufbau eines Rollkoffers ist dort so ausgeführt, dass
die Führungsrohre für die teleskopartig einzufahrenden
Stangen ganz in den Seitenbereich des Koffers verlegt sind, so dass
sich der zwei Stangen verbindende Handgriff im Wesentlichen über
die gesamte Kofferbreite erstreckt.
-
Die
vorbekannten Lösungen zeigen zwar bereits teilweise gute
Handhabungseigenschaften, allerdings muss mitunter ein erheblicher
fertigungs- und montagetechnischer Aufwand getrieben werden, um
die Bestandteile des Rollkoffers herzustellen und dann zum fertigen
Koffer zu montieren.
-
Ferner
sind mitunter Kunststoff-Hartschalen bei vorbekannten gattungsgemäßen
Rollkoffern zwingend, um eine hinreichend hohe Stabilität
und Steifigkeit des Koffers zu erreichen. Auch dies verteuert den
Koffer nicht unerheblich.
-
Daher
liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Rollkoffer der eingangs
genannten Art so fortzubilden, dass eine einfachere Herstell- und Montagemöglichkeit
besteht, ohne dass Einbußen bezüglich einer vorteilhaften
Handhabung des Koffers hingenommen werden müssen. Der Koffer
soll dabei insbesondere eine hohe Eigensteifigkeit aufweisen, auch
wenn auf Kunststoff-Hartschalen als Basis des Aufnahmebehälters
verzichtet wird.
-
Die
Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
dass der Aufnahmebehälter des Rollkoffers mindestens ein
sich über die gesamte Breite des Rollkoffers erstreckendes Trägerteil
aus eigensteifem Material umfasst, das in seinen beiden seitlich
nach außen gerichteten Flächen je eine Nut aufweist,
wobei in jeder Nut je ein Führungsrohr angeordnet ist.
-
Gemäß der
Erfindung ist also zumindest ein eigensteifes Trägerteil
vorgesehen, das die wesentliche Steifigkeit des Rollkoffers bestimmt,
das seitliche Nuten eingeformt hat, in denen die Führungsrohre
für das Teleskopstangen-System für den Handgriff
des Rollkoffers angeordnet sind. Dies ermöglicht eine kostengünstige
Herstellung der benötigten Teile des Rollkoffers und eine
sehr einfache Montagemöglichkeit. Die Form der Nut ist
dabei bevorzugt der äußeren Form des Führungsrohres
angepasst. Die Nut weist dabei besonders bevorzugt – korrespondierend zur äußeren
Form der Führungsrohre des Teleskopstangen-Systems die
Form eines halben Ovals auf.
-
Eine
bevorzugte Ausgestaltung des vorgeschlagenen Rollkoffers stellt
darauf ab, dass ein Trägerteil im oberen Endbereich und
ein Trägerteil im Bodenbereich des Rollkoffers angeordnet
ist. Das im Bodenbereich des Rollkoffers angeordnete Trägerteil kann
dann zwei Lagerungen für die beiden Rollen aufweisen. Der
Aufnahmebehälter besteht in diesem Falle bevorzugt aus
flexiblem Material, das an den Trägerteilen befestigt ist.
Der Rollkoffer weist demnach nur – quasi als skelettartige
Trägerstruktur, die die Steifigkeit des Koffers wesentlich
bestimmt – die Trägerteile samt Führungsrohre
auf, an denen relativ biegeschlaffes, flexibles Material angeordnet
wird, das den Aufnahmebehälter des Rollkoffers formt. Das
flexible Material ist dabei bevorzugt Textilmaterial, Leder oder
Kunstleder. Das mindestens eine Trägerteil wird indes zumeist
aus Kunststoff bestehen und als eigensteifes Spritzgießteil
ausgeführt sein. Dabei sieht eine bevorzugte Ausgestaltung
vor, dass das Trägerteil mit Holz oder Laminat verkleidet
ist oder durch diese Materialien gebildet wird.
-
Eine
alternative Ausgestaltung des vorgeschlagenen Rollkoffers stellt
auf das an sich bekannte Konzept des Hartschalen-Koffers ab und
sieht erfindungsgemäß vor, dass sich das Trägerteil
im Wesentlichen über die gesamte Höhe des Rollkoffers
erstreckt, wobei das Trägerteil im Bodenbereich zwei Lagerungen
für die beiden Rollen aufweist. Der Aufnahmebehälter
ist in diesem Falle bevorzugt als Kunststoff-Hartschalenteil ausgebildet,
das das Trägerteil umfasst.
-
Für
alle Lösungen ist bevorzugt vorgesehen, dass die Führungsrohre
sowie die in diesen geführten Stangen eine ovale Querschnittsform
aufweisen.
-
Jedem
Führungsrohr können zwei teleskopartig ineinander
schiebbare Stangen zugeordnet sein. Eine bevorzugte Ausgestaltung
sieht vor, dass die teleskopartig ineinander schiebbaren Stangen
in den Führungsrohren neben einer ganz eingeschobenen und
einer ganz ausgezogenen Position eine dazwischen liegende Rastposition
aufweisen. Diese Rastposition liegt bevorzugt nahe der ganz eingeschobenen
Position und hat den Zweck, dass der Handgriff in dieser Stellung
als Tragebügel dient, mit dem der Rollkoffer wie ein normaler
Koffer getragen werden kann. Diese Rastposition kann (wie auch diejenige
in ganz ausgezogenem Zustand) mit einem in den Handgriff integrierten
Betätigungsknopf bzw. mit zwei solchen Knöpfen
wieder gelöst werden.
-
Die
Führungsrohre sind bevorzugt mit dem mindestens einen Trägerteil
verschraubt oder verklebt.
-
Der
Aufnahmebehälter hat bevorzugt in seinem bei bestimmungsgemäßen
Gebrauch dem Boden zugewandten Endbereich in der Seitenansicht eine
abgerundete Form. Diese ist besonders bevorzugt kreisbogenförmig
gestaltet. Ferner kann vorgesehen sein, dass der Durchmesser der
Rollen zwischen 45% und 75%, vorzugsweise zwischen 50% und 70%,
des Durchmessers des Kreisbogens beträgt. Mit dieser Ausgestaltung
wird erreicht, dass die Rollen einerseits optimal in den Bereich
des Aufnahmebehälters integriert werden können,
so dass insbesondere bei der Verwendung des Rollkoffers als Fluggepäck
dieser nur geringe äußere Störkanten aufweist.
Andererseits wird bei normaler Benutzung des Rollkoffers ein günstiges
Rollen auf dem Boden möglich, das sich insbesondere auf
schlechtem, unebenem Untergrund positiv bemerkbar macht.
-
Mit
der vorgeschlagenen Ausgestaltung wird erreicht, dass mit geringem
Fertigungsaufwand und bei einfacher Montagemöglichkeit
ein relativ steifer Rollkoffer geschaffen wird, der sich durch einen
entsprechend hohen Handhabungskomfort auszeichnet.
-
In
der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
Es zeigen:
-
1 in
perspektivischer Ansicht einen Rollkoffer, wobei wegen der Übersichtlichkeit
die in den Führungsrohren eingeschobenen Stangen des Teleskopstangen-Systems
für den Handgriff des Rollkoffers nicht dargestellt sind,
-
2 die
Seitenansicht eines Teils des Rollkoffers mit schematischer Darstellung
des Teleskopstangen-Systems für den Handgriff,
-
3 eine
alternative Ausführungsform des Rollkoffers in der Seitenansicht,
wobei das Teleskopstangen-Systems für den Handgriff nur
teilweise dargestellt ist, und
-
4 den
Schnitt A-B gemäß 3.
-
In 1 ist
ein Rollkoffer 1 zu sehen, der im wesentlichen aus einem
Aufnahmebehälter 2 besteht, an dem ein an sich
bekanntes Teleskopstangen-Systems für den Handgriff (s.
Bezugsziffer 9 in 4) sowie
Rollen 10, 11 angeordnet sind. Der Durchmesser
der Rollen 10, 11 ist so groß wie möglich
gewählt, um einen möglichst guten Rollkomfort zu
erreichen. Während bei vorbekannten Lösungen häufig
Rollendurchmesser von ca. 70 mm vorgesehen sind, werden vorliegend
bevorzugt größere Rollen gewählt, die
einen Durchmesser bis zu 120 mm haben können.
-
An
sich bekannt ist das Teleskopstangen-System für den Handgriff
des Rollkoffers, wozu schematische Darstellungen in den 2 bis 4 enthalten
sind. Das Teleskopstangen-System weist zwei Führungsrohre 3, 4 auf,
die im Seitenbereich des Rollkoffers 1 angeordnet sind,
wobei in den Führungsrohren Stangen 5, 6, 7, 8 geführt
sind, wobei auch hier wieder zwei Stangen 5 und 7 sowie 6 und 8 teleskopartig
zusammenwirken. Die obersten Stangen 7, 8 sind – wie
es am besten aus 4 hervorgeht – mit
einem Handgriff 9 verbunden, der sich infolge der Positionierung
der Führungsrohre 3, 4 in den Seitenbereichen
des Rollkoffers 1 über die gesamte Breite des
Rollkoffers 1 erstreckt.
-
Nicht
dargestellt ist eine Mechanik, mit der der Handgriff 9 aus
der eingefahrenen Stellung in die Transportstellung herausgezogen
und in den jeweiligen Stellungen arretiert werden kann. Hier können federvorgespannte
Schnappverbindungen zum Einsatz kommen, um den Handgriff 9 in
der Stellung, in der er nicht benötigt wird, praktisch
gänzlich im Grundkorpus des Rollkoffers verschwinden zu
lassen.
-
Wesentlich
ist folgende Ausgestaltung des Rollkoffers 1:
Der
Aufnahmebehälter 2 weist – generell gesprochen – mindestens
ein sich über die gesamte Breite des Koffers 1 erstreckendes
Trägerteil 14 aus eigensteifem Material auf. In 1 sind
zwei derartige Trägerteile 14 zu sehen, nämlich
eines im oberen Bereich des Koffers und eines im Bodenbereich desselben.
In den beiden seitlich nach außen gerichteten Flächen der
Trägerteile 14 sind je eine der äußeren
Form des Führungsrohres 3, 4 angepasste
Nut 15, 16 vorgesehen. In jeder dieser Nuten 15, 16 ist
je ein Führungsrohr 3, 4 angeordnet.
-
Die
Führungsrohre 3, 4 sind an dem mindestens
einen Trägerteil 14 in den Seitenbereichen 12 und 13 des
Koffers angeordnet, weshalb sich der Handgriff 9 über
die gesamte Breite des Koffers 1 erstreckt.
-
Im
Ausführungsbeispiel gemäß 1 wird also
die Eigensteifigkeit des Koffers im Wesentlichen durch die beiden
Trägerteile 14 bestimmt, mit denen die Führungsrohre 3, 4 fest
verbunden sind, so dass eine Rahmen- oder Skelettstruktur geschaffen
ist. Demgemäß reicht es aus, dass als Material
für den Aufnahmebehälter 2 flexibles
Material 17 zum Einsatz kommt, das typischerweise ein Textilmaterial
ist. Die Trägerteile 14 sind im Ausführungsbeispiel
aus spritzgießfähigem Kunststoff gefertigt, wobei
Thermoplaste und Duroplaste zum Einsatz kommen können.
Als Beispiel für die Materialien seien EVA und Polyamid
genannt.
-
Bei
der Montage werden die beiden Führungsrohre 3, 4 seitlich
von außen in die Nuten 15, 16 der Trägerteile 14 eingesetzt
und dann z. B. mittels Schrauben an diesem befestigt.
-
In
das untere Trägerteil 14 sind die Lagerungen mit
integriert, die für die Rollen 10, 11 benötigt werden.
-
Bei
der Lösung gemäß der 3 und 4 kommt
als Trägerteil 14 ein Hartschalenelement zum Einsatz,
d. h. hier ist der Aufnahmebehälter 2 des Rollkoffers 1 aus
eigensteifem Material gefertigt, wie beispielsweise wieder EVA oder
Polyamid. Wesentlich ist auch hier, dass das Trägerteil 14,
das hier aus dem Hartschalen-Aufnahmebehälter 2 selber
besteht, in seinen beiden seitlich nach außen gerichteten
Flächen je eine der äußeren Form des
Führungsrohres 3, 4 angepasste Nut 15, 16 aufweist;
in jeder Nut 15, 16 ist je ein Führungsrohr 3, 4 angeordnet und
befestigt.
-
Soweit
oben von flexiblem Material (vornehmlich von Textilmaterial, Leder
oder Kunstleder) gesprochen wird, ist hierunter zu verstehen, dass
dieses ein im Verhältnis zu einem spritzgegossenen Formteil,
wie es bei Koffern in Form von Hartschalen bekannt ist, relativ
biegeweich ist.
-
Wie
in 3 zu sehen ist, weist der Rollkoffer 1 im
Bodenbereich eine abgerundete Form auf, die durch den Kreisbogen 18 mit
dem Durchmesser D eingetragen ist (teilweise nur gestrichelt angedeutet).
Das Verhältnis zwischen dem Durchmesser d der Rollen 10, 11 und
dem Durchmesser D des Kreisbogens 18 ist so gewählt,
dass bei geringen Störkanten ein günstiges Abrollen
auf dem Untergrund möglich ist. Vorliegend beträgt
der Rollen-Durchmesser d ca. 60% des Kreisbogen-Durchmessers D.
-
Ein
grundsätzliches Ziel ist es bei dem erfindungsgegenständlichen
Rollkoffer 1, dass die nach außen ragenden Teile
des Koffers 1 dies so gering wie möglich tun,
um insbesondere bei der Verwendung des Rollkoffers 1 als
Handgepäck im Flugzeug geringe Störkanten zu haben
und insgesamt ein kleines Kofferformat bzw. eine geringe Koffergröße
bei maximalem Nutzvolumen des Aufnahmebehälters 2 zu
erreichen.
-
Der
Handgriff 9 an den Teleskopstangen kann daher weitestgehend
in einer Nut 19 (s. 1) versenkt
werden, so dass im ganz eingeschobenen Zustand der Rollkoffer 1 eine
weitgehend quaderförmige Kontur mit wenig Störkanten
hat.
-
Im
Zusammenhang mit der erläuterten Ausgestaltung der Durchmesserverhältnisse
zwischen kreisbogenförmigem Verlauf 18 im Bodenbereich
des Rollkoffers und den Rollen 10, 11 ist es ebenfalls möglich,
einen geringen Überstand der Rollen bei günstigem
Rollkomfort des Koffers 1 zu erreichen.
-
Damit
eignet sich der Rollkoffer in besonders günstiger Weise
zur Verwendung als Handgepäck im Flugzeug.
-
- 1
- Rollkoffer
- 2
- Aufnahmebehälter
- 3
- Führungsrohr
- 4
- Führungsrohr
- 5
- Stange
- 6
- Stange
- 7
- Stange
- 8
- Stange
- 9
- Handgriff
- 10
- Rolle
- 11
- Rolle
- 12
- Seitenbereich
- 13
- Seitenbereich
- 14
- Trägerteil
- 15
- Nut
- 16
- Nut
- 17
- flexibles
Material
- 18
- abgerundete
Form (Kreisbogen)
- 19
- Nut
- D
- Durchmesser
- d
- Durchmesser
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-