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Die
Erfindung betrifft einen Kraftfahrzeugtürverschluss, mit einem Gesperre
aus im Wesentlichen Drehfalle und Sperrklinke, wobei die Drehfalle
in ihrem Einlaufmaul wenigstens im Bereich einer Kontaktfläche mit
einem Schließbolzen
eines Schlosshalters eine geräuschdämpfende
Beschichtung aufweist.
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Ein
solcher Kraftfahrzeugtürverschluss
wird in der
EP 0 233
506 B1 oder auch in der
EP 0 628 682 A1 beschrieben. In beiden Fällen kommt
als Beschichtung ein elastomerer Kunststoff zum Einsatz, welcher
im Rahmen der
EP 0
628 682 A1 darüber
hinaus die Drehfalle insgesamt nahezu vollständig ummantelt.
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Die
Beschichtung bei den gattungsgemäßen Krafffahrzeugtürverschlüssen sorgt
insbesondere für einen
geräuscharmen
Schließvorgang.
Die an dieser Stelle auftretenden Kräfte werden nicht von metallischen
Bereichen der Drehfalle aufgenommen, sondern von der bekannten elastomeren
Beschichtung. Das gilt sowohl für
die so genannte Vorraststellung als auch für die eigentliche Hauptraststellung.
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Unabhängig davon
ist es aus der Praxis bekannt, den Schließbolzen des Schlosshalters
mit einer Kunststoffbeschichtung auszurüsten. Hierbei hat sich jedoch
gezeigt, dass diese Beschichtung unter Umständen sehr schnell verschleißt und die
gewünschte
Geräuschdämpfung nur über eine
gewisse Zeit zur Verfügung
stellt.
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Der
Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, einen Kraftfahrzeugtürverschluss
der eingangs beschriebenen Gestaltung so weiter zu entwickeln, dass
das Geräuschverhalten
zwischen Drehfalle und Schließbolzen
bzw. Schlosshalter bei langer Lebensdauer verbessert ist und auch
eventuell auf tretende Relativbewegungen zwischen Schloss und Schlosshalter
das Geräuschverhalten
nicht negativ beeinflussen.
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Zur
Lösung
dieser technischen Problemstellung ist ein gattungsgemäßer Kraftfahrzeugtürverschluss
im Rahmen der Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung
aus einem thermoplastischen – und
nicht elastomeren – Kunststoff
hergestellt ist.
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Im
Rahmen der Erfindung kommt also ausdrücklich zwischen dem Schließbolzen
des Schlosshalters und der Drehfalle keine elastomere bzw. gummielastische
Beschichtung mehr zum Einsatz. Vielmehr greift die Erfindung an
dieser Stelle auf einen thermoplastischen Kunststoff zurück.
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Bekanntermaßen zeichnen
sich Thermoplaste dadurch aus, dass sie durch Wärmezufuhr erweichen und nahezu
beliebig formbar sind. Beim Abkühlen
wird die Schmelze wieder fest, wobei sich dieser Vorgang theoretisch
beliebig oft wiederholen lässt.
Da thermoplastische Kunststoffe über
einen gewissen Ordnungszustand in ihren jeweiligen Atomketten verfügen und
teilkristalline Kunststoffe bilden können, erklären sich ihre physikalischen
Eigenschaften.
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Denn
die eingesetzten thermoplastischen Kunststoffe, bei denen es sich
vorteilhaft um so genannte Polyacetale handeln kann, zeichnen sich durch
einen hohen Kristallisationsgrad von 60 bis 77 % und Molmassen im
Bereich von ca. 20.000 bis 90.000 g/mol aus. Sie sind un- bzw. schwer
löslich und
verfügen über eine
hohe Festigkeit, Steifigkeit und Zähigkeit – auch bei tiefen Temperaturen.
Gleichzeitig werden eine gute Wärmestandfestigkeit
und ein geringes Wasseraufnahmevermögen beobachtet. Schließlich zeichnen
sich die fraglichen thermoplastischen Kunststoffe, insbesondere
Polyacetale, durch ein günstiges
Gleit- und Verschleißverhalten sowie
eine gute Verarbeitbarkeit aus.
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Dabei
kommen als Verarbeitungsmethoden sowohl das Spritzgießen als
auch das Extrudieren grundsätzlich
in Frage.
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Mit
diesen Eigenschaften sind die thermoplastischen Kunststoffe, insbesondere
Polyacetale und hier ganz besonders Polyoxymethylen (POM), für den beschriebenen
Einsatzzweck prädestiniert. Denn
ihre gute Formbeständigkeit
und hohe Festigkeit gewährleistet
das gewünschte
geräuschdämmende bzw.
geräuschdämpfende
Verhalten zwischen Schließbolzen
und Drehfalle über
lange Zeitintervalle. Immer wird mit Hilfe der Beschichtung aus dem
thermoplastischen Kunststoff eine Relativbewegung zwischen Drehfalle
und Schließbolzen
bzw. Schlosshalter im Ganzen praktisch unterdrückt, so dass Klappergeräusche, harte
metallische Anschläge
beim Schließen
etc. nicht (mehr) auftreten.
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Im
Gegensatz zu den im Stand der Technik eingesetzten elastomeren Kunststoffen,
die sich durch ihr gummielastisches Verhalten aufgrund der losen
Vernetzung ihrer Hauptvalenzketten auszeichnen, wird eine dauerhafte
Geräuschdämmung und -dämpfung erreicht.
Außerdem
ist die Verarbeitung solcher gummielastischer Elastomere meistens
problematischer als diejenige von Thermoplasten. Die
EP 0 233 506 B1 empfiehlt
an dieser Stelle zwar Polyester-Elastomere,
die sich grundsätzlich
auch spritzgießen
lassen. An den zuvor beschriebenen Problemen der mangelnden Alterungsbeständigkeit und
-festigkeit haben diese Maßnahmen
jedoch nichts geändert.
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Es
hat sich bewährt,
wenn die geräuschdämpfende
Beschichtung im Einlaufmaul der Drehfalle als vorgefertigtes Einlegeteil
ausgebildet ist. Dieses separat gefertigte Einlegeteil kann mit
der Drehfalle durch Spritzgießen
vereinigt werden. Dabei hat es sich als günstig erwiesen, wenn das Einlegeteil
mit wenigstens einem Befestigungssteg in die Drehfalle und hier
eine Öffnung
bzw. Bohrung in der Drehfalle eintaucht.
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Meistens
verfügt
die Drehfalle über
zwei sich in Bezug auf das Ende des Einlaufmauls gegenüber liegende Öffnungen
bzw. Bohrungen. In diese Bohrungen tauchen zwei Befestigungsstege
des Einlegeteils ein, die sich in Bezug auf einen Anschlagbereich für den Schließbolzen
gegenüber
liegen. Dadurch wird das Einlegeteil mit der Drehfalle besonders
innig verbunden. Außerdem
lässt sich
das Einlegeteil durch diese Maßnahmen
praktisch durch die Öffnungen
bzw. Bohrungen in der Drehfalle spritzgießen und legt sich bei diesem
Vorgang an die Kontur der Drehfalle im Endbereich des Einlaufmaules
an.
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Im
Allgemeinen verfügt
die Drehfalle neben der Beschichtung aus dem thermoplastischen Kunststoff über eine
zusätzliche
Ummantelung aus einem elastomeren Kunststoff. Das heißt, die
Ummantelung und die Beschichtung werden aus unterschiedlichen Kunststoffen,
einerseits dem thermoplastischen Kunststoff und andererseits dem
elastomeren Kunststoff hergestellt. Dabei kommt als Werkstoff für die Ummantelung
vorteilhaft ein thermoplastischer Polyester-Elastomer zum Einsatz, welcher sich – wie die Beschichtung
aus dem Polyacetal – spritzgießen lässt und
folglich in einem Herstellungsschritt zusammen mit der Beschichtung
verarbeitet werden kann. Das heißt, die Ummantelung und die
Beschichtung lassen sich gleichzeitig an bzw. auf der Drehfalle
anbringen.
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Alternativ
ist es aber auch möglich,
die Ummantelung und die Beschichtung nacheinander an- bzw. aufzubringen.
So wird meistens vorgegangen. Das heißt, zunächst wird das Einlegeteil mit
der Drehfalle durch Spritzgießen
vereinigt und wird anschließend
die Ummantelung spritzgegossen. Dabei sorgt das optional vorgefertigte
Einlegeteil dafür, dass
das Einlegeteil und die Ummantelung unmittelbar aneinander anschließen. Insofern
hat es sich bewährt,
wenn die Beschichtung bzw. das Einlegeteil und die Ummantelung im
Wesentlichen flächenbündig aneinander
anliegen.
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Die
Ummantelung aus dem thermoplastischen Polyester-Elastomer (PEE)
ist gegenüber Ölen und
Kraftstoffen sowie allgemein Lösemitteln beständig und
verfügt über eine
konstante Härte
in einem breiten Temperaturbereich. Infolge des gummielastischen
Charakters der Ummantelung werden metallische Geräusche innerhalb
des Kraftfahrzeugtürverschlusses
in bekannter Art und Weise wirkungsvoll gedämpft und gedämmt.
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Im
Ergebnis wird ein Kraftfahrzeugtürverschluss
zur Verfügung
gestellt, welcher ein optimiertes Geräuschverhalten im Fahrbetrieb
zur Verfügung stellt.
Dadurch, dass die Drehfalle wenigstens im Bereich ihrer Kontaktfläche mit
dem Schließbolzen
des Schlosshalters über
eine Beschichtung aus dem thermoplastischen Kunststoff verfügt, wird
ein besonders effizienter Verschleißschutz im hinteren Einlaufbereich
der Drehfalle zur Verfügung
gestellt. Gleichzeitig wird ein etwaiger harter mechanischer Anschlag
in diesem Bereich verhindert. Das alles gelingt einfach und kostengünstig, weil
sich die Beschichtung – ebenso
wie die Ummantelung – durch
einen leicht beherrschbaren bewährten
und preisgünstigen Spritzgießvorgang
auf die Drehfalle aufbringen lassen. Hierin sind die wesentlichen
Vorteile zu sehen.
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Im
Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung näher
erläutert;
es zeigen:
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1 den
erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugtürverschluss
ausschnittsweise in einer schematischen Explosionsdarstellung und
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2 den
Gegenstand nach 1 in zusammengebautem funktionsfertigen
Zustand.
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In
den Figuren ist ein Kraftfahrzeugtürverschluss dargestellt, welcher
letztendlich auf sein Gesperre 1, 2 aus im Wesentlichen
Drehfalle und Sperrklinke 2 reduziert ist. Die Sperrklinke 2 ist
lediglich in der 2 angedeutet. Wie üblich arbeitet
das Gesperre 1, 2 mit einem Schlosshalter bzw.
einem an den Schlosshalter angebrachten Schließbolzen 3 zusammen,
welcher ebenfalls nur in der 2 gezeigt wird.
Der Schließbolzen 3 taucht
zum Schließen
des Kraftfahrzeugtürverschlusses
in ein Einlaufmaul 4 der Drehfalle 1 ein und dreht
diese um ihre Drehachse 5 im Gegenuhrzeigersinn entsprechend
dem angedeuteten Pfeil in 2, so dass
die Sperrklinke 2 zunächst
in eine Vorrast 6 und dann in eine Hauptrast 7 einfällt, wie
dies allgemein bekannt ist.
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Die
Drehfalle 1 verfügt
nun in ihrem Einlaufmaul 4 über eine Kontaktfläche 8 mit
dem Schließbolzen 3.
Im Bereich dieser Kontaktfläche 8 sorgt
eine Beschichtung 9 dafür,
dass der in die Drehfalle 1 eingefahrene Schließbolzen 3 keine
Relativbewegung zur Drehfalle 1 vollführt und insbesondere Klapper- und
Knarzgeräusche
nicht beobachtet werden.
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Zu
diesem Zweck ist die fragliche Beschichtung 9 im Rahmen
der Erfindung aus einem thermoplastischen Kunststoff hergestellt,
nämlich
einem Polyacetal, im Ausführungsbeispiel
POM (Polyoxymethylen). Dieser thermoplastische Kunststoff ist formstabil
und schlagzäh,
verfügt
ausdrücklich
nicht über gummielastische
Eigenschaften, wie sie im Stand der Technik an dieser Stelle verfolgt
werden.
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Im
Rahmen der Darstellung ist die Beschichtung 9 als vorgefertigtes
Einlegeteil 9 ausgebildet. Anhand der Explosionsdarstellung
in der 1 erkennt man, dass das Einlegeteil 9 mit
zwei Befestigungsstegen 10 ausgerüstet ist. Diese beiden Befestigungsstege 10 liegen
sich in Bezug auf einen Anschlagbereich 11 für den Schließbolzen 3 gegenüber. Zu
den Befestigungsstegen 10 korrespondieren Bohrungen bzw. Öffnungen 12 in
der Drehfalle 1. Tatsächlich
wird das Einlegeteil 9 in der Regel so hergestellt, dass
es durch die fraglichen Bohrungen bzw. Öffnungen 12 in der
Drehfalle 1 hindurch spritzgegossen wird.
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Neben
der Beschichtung bzw. dem vorgefertigten Einlegeteil 9 verfügt die Drehfalle 1 über eine ergänzende Ummantelung 13,
die nicht aus einem thermoplastischen Kunststoff hergestellt ist,
sondern vielmehr aus einem elastomeren gummielastischen Kunststoff.
Im Detail kommt hier ein thermoplastisches Polyester-Elastomer (PEE)
zum Einsatz, welches sich – wie
die Beschichtung 9 – spritzgießen lässt. Dazu
kann man auf ein und dasselbe Spritzgießwerkzeug mit unterschiedlichen
Spritzdüsen
zurückgreifen.
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Folgerichtig
lassen sich die Ummantelung 13 und die Beschichtung 9 gleichzeitig
oder nacheinander an bzw. auf die Drehfalle 1 aufbringen.
In der Regel wird zunächst
die Beschichtung 9 definiert, indem das vorgefertigte Einlegeteil
mit seinen beiden Befestigungsstegen 10 an der Drehfalle 1 verankert
wird. Danach wird die Ummantelung 13 durch Umspritzen der
Drehfalle 1 angebracht. Man erkennt, dass die Beschichtung 9 und
die Ummantelung 13 im Wesentlichen flächenbündig aneinander anschließen. Dabei verfügt die Beschichtung 9 bzw.
das Einlegeteil 9 über
eine angenähert
V-förmige
Gestalt, wobei die beiden in die Bohrungen 12 der Drehfalle 1 eingreifenden
Befestigungsstege 10 jeweils endseitig der V-Stege angeordnet
sind. Im Scheitel der beiden V-Stege befindet sich der vom Anschlagbereich 11 umschlossene
Schließbolzen 3.
Dadurch wird eine gleichmäßige Krafteinleitung
in beide V-Stege
der Beschichtung bzw. des Einlegeteils 9 erreicht.
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Zu
erkennen sind noch zwei Taschen 14 im Anfangsbereich des
Einlaufmauls 4, welche ein Anschlagen des Schließbolzens 3 beim
Einfahren in das Einlaufmaul 4 federnd aufnehmen. Sobald
jedoch die Drehfalle 1 ihre Hauptrast 7 erreicht
hat, sorgt der in etwa halbzylindrisch ausgeführte Anschlagbereich 11 des
Einlegeteils bzw. der Beschichtung 9 dafür, dass der
Schließbolzen 3 sicher umgriffen
und spaltfrei gegenüber
der Drehfalle 1 gehalten wird, so dass Relativbewegungen
zwischen Schließbolzen 3 und
Drehfalle 1 und damit verbundene Geräusche wirkungsvoll unterdrückt werden.