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Die
Erfindung betrifft einen Prägezylinder bzw.
eine Prägehülse, die
auf einen Trägerkern
angeordnet ist und mit diesem um eine Drehachse drehbar ist. Der
Prägezylinder
bzw. die Prägehülse weist
eine strukturierte Zylindermantelaußenfläche für das Erzeugen einer Prägestruktur
auf, insbesondere einer Prägestruktur
auf einem thermoplastischen Material für eine Dekorfolie oder für eine Tapete
oder Bordüre
mit einem farbigen dreidimensionalen Bewe gungsablauf. Die Prägehülse und
der Trägerkern
bilden ein sogenanntes Sleeve-System. Dabei weisen unterschiedliche
Sleeves für
unterschiedliche Zwecke unterschiedliche Zylindermantelaußenflächen auf,
wohingegen diese unterschiedlichen Sleeves dieselbe Kontur am Innenumfang
aufweisen, welche mit der Außenkontur
des Trägerkerns korrespondiert.
Der Prägezylinder
bzw. die Prägehülse kann
in eine Maschine wie ein Kalander montiert werden.
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Die
Erfindung betrifft des weiteren eine Vorrichtung zum Herstellen
einer Prägestruktur,
insbesondere einer Prägestruktur
aus einem thermoplastischen Kunststoff für eine Dekorfolie und eine
solche Vorrichtung für
eine Tapete oder Bordüre.
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Die
Erfindung betrifft außerdem
eine Tapete oder Bordüre
bzw. eine transparente Dekorfolie mit einer Prägestruktur für das Erzeugen
eines farbigen 3-D-Effektes.
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Aus
DE 101 00 692 B4 ist
eine transparente Dekorfolie aus Weich-PVC mit 3-D-Effekt bekannt. Diese
umfaßt
eine transparente lichtdurchlässige Grundfolie
aus thermoplastischem Kunststoff, wobei die als Sichtseite der Dekorfolie
dienende Oberseite der Folie eine Prägestruktur in Form eines geometrischen
Punkt-Prägerasters
mit einer Vielzahl von linsenförmig
oder pyramidenförmig
gestalteten Kuppen aufweist und auf der Unterseite der Grundfolie
ein farbiges Druckmuster in Form eines Punkt-Druckrasters aufgebracht
ist. Für
das Prägeraster
und das Druckraster sind zwar gleiche Rasterformen vorgesehen, diese
sind aber mit voneinander verschiedenen Rasterweiten ausgebildet
und das Druckmuster ist aus zwei oder mehr Punkt-Druckrastern unterschiedlicher
Rasterweite aufgebaut. In der Aufsicht auf die Oberseite der Grundfolie
sind das Prägeraster und
das Druckraster in bezug auf die Achsen ihrer Rasterform parallel
zueinander verlaufend angeordnet. Durch die Prägestruktur auf der Oberseite
der Grundfolie wird ein Vergrößerungseffekt
erzielt. Die Anordnung der Punkte für das Prägeraster und für das farbige
Punkt-Druckraster ist dort bevorzugt ein Hexagonalraster. Das Punkt-Druckmuster
auf der Unterseite der Grundfolie kann aus zwei oder mehr Punkt-Druckrastern gleicher
Rasterform, aber unterschiedlicher Rasterweiten, zusammengesetzt
sein. Dort wird vorgeschlagen, Motivfelder auszubilden, auf der
Unterseite der Grundfolie, die gegenüber der verbleibenden Fläche des
Druckmusters, die das Hintergrundfeld bildet, ein Punkt-Druckraster
mit einer von der Rasterweite des Punkt-Druckrasters des Druckmusters
des Hintergrundfeldes abweichenden Rasterweite aufweisen. Auf diese
Weise wird erreicht, daß innerhalb
der Motivfelder eine andere Vergrößerung durch die Prägestruktur
bei Aufsicht auf die Grundfolie gegenüber dem Hintergrundfeld des Druckmusters
entsteht und damit entsprechend bewegbare Punkte bzw. Punktbereiche
mit unterschiedlichem Bewegungsablauf zwischen Hintergrundfeld und
Motivfeld. Ein 3-D-Effekt wird nur bei Draufsicht auf die geprägte Oberseite
der Grundfolie und auf die dann einsehbaren Druckpunkte des Druckmusters erreicht.
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DE 101 00 692 B4 offenbart
die Möglichkeit, auf
der Unterseite der Grundfolie vor dem Aufdrucken des Druckmusters
als Punkt-Druckraster und/oder danach einen Motivdruck mit Motiven
aus lichtdurchlässiger
und/oder deckender Farbe aufzubringen. Ein solcher Motivdruck mit
Motiven unterliegt somit nicht dem 3-D-Effekt und beeinflußt den 3-D-Effekt
nicht. Die transparente Grundfolie kann dabei thermoplastischer
Kunststoff mit einer Dicke von 100 bis 1000 μm sein. Für den Durchmesser der Kuppen
am Fußpunkt
wird 50 bis 500 μm
angegeben.
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DE 101 00 692 B4 offenbart
des weiteren ein Verfahren zum Herstellen einer Dekorfolie mit 3-D-Effekt,
bei dem eine transparente lichtdurchlässige Grundfolie aus einem
thermoplastischen Kunststoff hergestellt wird, beispielsweise durch
Kalandrieren, und diese Grundfolie dann durch einen von einer Prägewalze
und einer Gegenwalze gebildeten Walzenspalt gezogen und hierbei
auf ihrer Oberseite mit einer Prägestruktur
aus einer Vielzahl von linsenförmig oder
pyramidenförmig
gestalteten Kuppen in Rasterform versehen wird und danach die Unterseite
der Grundfolie vorzugsweise online über mindestens eine Rasterwalze
zum Auftragen einer Druckfarbe mit einem Punkt-Druckraster geführt und
mit einem Druckraster in Form eines Punkt-Druckrasters versehen
wird, wobei das Prägeraster
der Prägewalze
und das/die Punktraster der Rasterwalzen gleiche Rasterform mit
voneinander verschiedenen Rasterweiten aufweisen und das Druckraster
in der Aufsicht auf die Oberseite der Grundfolie betrachtet parallel
zum Prägeraster
auf die Grundfolie aufgebracht wird, so daß die Achsen des Druckrasters
und des Prägerasters parallel
zueinander verlaufen. Dabei können
die Rasterwalzen Motivfelder aufweisen. Es ist möglich, die Grundfolien nach
dem Aufbringen der Druckmuster oder nach dem Ausbringen einer Deckschicht
mit einer Haftschicht, insbesondere Selbstklebe-Haftschicht zu beschichten
oder zu laminieren. Die Haftschicht kann außenseitig mit einer abziehbaren Schutzfolie
abgedeckt sein. Die Dekorfolie kann als Außenschicht für Formteile
verwendet werden, und dafür
mittels Kunststoff hinterspritzt oder hinterschäumt werden.
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US-Patent
5,723,200 offenbart eine Dekorationsfolie, die gebildet wird von
einem transparenten Folienkörper,
welcher eine vordere und eine hintere Oberfläche hat, wobei eine Vielzahl
von konvexen linsenförmigen
Vorsprüngen
auf der vorderen Oberfläche
zur Verfügung
stehen in einem willkürlichen
kontinuierlichen Muster. Während
Muster auf die hintere Oberseite in demselben Muster gedruckt sind
wie auf der vorderen Oberfläche,
jedoch versetzt von dem kontinuierlichen Muster von der vorderen
Oberfläche, wobei
das Muster sich verändert
mit der Blickrichtung. Der changierende Effekt wird dadurch erreicht, daß die Achse
des Musters auf der hinteren Oberseite beispielsweise um 5° versetzt
ist zu der Achse auf der vorderen Oberfläche. Nach einer Ausführungsform
der
US 5,723,200 befinden
sich auf der hinteren Oberfläche
nicht nur die Druckpunkte, sondern ist auch ein zweiter transparenter
Folienkörper
laminiert. Dieser weist an seiner Oberfläche ein unregelmäßiges Muster
aus linsenförmigen
Vorsprüngen auf,
wodurch ein Moiréeffekt
erzielt werden soll.
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DE 198 04 858 A1 betrifft
Verfahren und Vorrichtungen zur Herstellung von Linsenraster-Wechselbildern. Dabei
wird auf einer Seite eines planen transparenten Substrats ein graphisches
Muster und auf der anderen Seite in definierter Position zu dem graphischen
Muster ein transparenter, flüssiger
Stoff so aufgebracht, daß nach
dessen Verfestigung linsenrasterförmige, lichtbrechende Oberflächen, die sich
in exakter Relativ-Position zum graphischen Muster befinden, entstehen.
Das graphische Muster und der transparente, flüssige Stoff werden von zwei auf
den gegenüberliegenden
Seiten des Substrates angeordneten und starr miteinander verbundenen
Inkjet-Druckköpfen
auf das Substrat aufgebracht. Die starre Verbindung beider Inkjet-Druckköpfe gewährleistet
die exakte Positionierung der lichtbrechenden Oberfläche relativ
zum Druckmuster.
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Es
ist eine Aufgabe der Erfindung, einen Prägezylinder bzw. eine auf einem
Trägerkern
anzuordnende Prägehülse anzugeben,
welcher Prägezylinder
bzw. welche Prägehülse eine
strukturierte Zylindermantelaußenfläche für das Erzeugen
einer Prägestruktur
auf einem thermoplastischen Material aufweist, wobei mit der Prägestruktur
ein besonders brillanter farblicher 3-D-Bewegungsablauf oder 3-D-Effekt erzeugt
werden soll. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst nach Anspruch 1. Eine Vorrichtung
zum Herstellen einer Prägestruktur
aus einem thermoplastischen Kunststoff für eine transparente Dekorfolie
mittels eines solchen Prägezylinders
bzw. einer solchen Prägehülse ist
in Anspruch 7 angegeben. Eine Vorrichtung zum Herstellen einer Prägestruktur
aus thermoplastischem Kunststoff für eine transparente Dekorfolie
mittels eines solchen Prägezylinders
bzw. einer solchen Prägehülse ist
in Anspruch 8 angegeben. Eine Vorrichtung zum Herstellen einer Prägestruktur
mittels eines solchen Prägezylinders
bzw. einer solchen Prägehülse für eine Tapete
oder Bordüre
ist in Anspruch 9 angegeben. Eine Tapete oder Bordüre aus Papier
mit einer Prägestruktur
für das
Erzeugen eines farbigen 3-D-Effektes ist in Anspruch 10 angegeben.
Eine transparente Dekorfolie aus thermoplastischem Material mit
einer Prägestruktur
für das
Erzeugen eines farbigen 3-D-Effektes ist in Anspruch 12 angegeben.
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Erfindungsgemäß ist es
vorgesehen, daß ein Prägezylinder
bzw. eine Prägehülse für das Erzeugen
einer Prägestruktur
auf einem thermoplastischen Material eine strukturierte Zylindermantelaußenfläche mit
einzelnen Aussparungen aufweist, deren Grundfläche einen Durchmesser d von
1 um < d < 50 um hat. Aussparungen
der Zylindermantelaußenfläche des
Prägezylinders
bzw. der Prägehülse von
dieser Dimension führen
zu Erhebungen in der Prägestruktur,
die mit dem bloßen
Auge nicht sichtbar sind. Dadurch wird eine besonders hohe Brillanz
erzeugt.
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Die
Grundfläche
einer Aussparung des Prägezylinders
kann eine kreisrunde, eine viereckige oder eine hexagonale Fläche sein.
Auch können
partiell auf der Zylindermantelaußenfläche unterschiedlich geformte
Flächen
angeordnet sein.
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Die
einzelnen Aussparungen des Prägezylinders
können
die Form einer Linse, eines Napfes und/oder einer Pyramide haben.
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Nach
einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt
die Gestaltung der Konturen der einzelnen Aussparungen computerimplementiert.
Dies ermöglicht
den Entwurf der Aussparungen mit einem Durchmesser, der kleiner
als für
das Auge sichtbar ist.
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Nach
einer Ausführungsform
sind die Konturen der Aussparungen auf dem Prägezylinder mittels Laserstrahlen
eingebracht, beispielsweise mittels Laser-Direktstrukturierung.
Die Ansteuerung des Lasers erfolgt dabei mittels der von einem Computerprogramm
bereitgestellten Daten der Konturen.
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Nach
einer bevorzugten Ausführungsform sind
die in die Außenummantelung
des Prägezylinders
eingeätzten
Konturen verchromt, um so vor Verunreinigungen, Korrosion und vorzeitiger
Abnutzung zu schützen.
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Der
erfindungsgemäße Prägezylinder
kann in einer Vorrichtung zum Herstellen einer Prägestruktur
aus einem thermoplastischen Kunststoff für eine transparente Dekorfolie
eingesetzt werden. Dabei weist die Vorrichtung ein Walzenpaar zum
Prägen
einer Oberfläche
und ein Walzenpaar zum Drucken von Druckpunkten auf und besteht
das Walzenpaar zum Prägen
aus einem erfindungsgemäßen Prägezylinder
und einer auf Spalt dazu angeordneten Gegenwalze und besteht das
Walzenpaar zum Drucken aus einem Rasterzylinder zum Aufbringen von
Farbe und einer auf Spalt dazu angeordneten Gegenwalze. Die Vorrichtung
weist weiterhin auf
- – eine erste Einrichtung zum
Verprägen
einer ersten thermoplastischen Folie, die durch den Walzenspalt
zwischen dem Prägezylinder
und der Gegenwalze gezogen wird,
- – eine
zweite Einrichtung zum Verprägen
einer zweiten thermoplastischen Folie, die durch einen Walzenspalt
zwischen einem Prägezylinder
und einer Gegenwalze gezogen wird,
- – eine
Einrichtung zum Kaschieren der beiden verprägten Folien an den nicht verprägten Oberflächen und
- – eine
Einrichtung zum Drucken von Druckpunkten auf eine Oberfläche der
kaschierten Folie mit einem Druckzylinder und einer Gegenwalze.
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Diese
Vorrichtung zeichnet sich durch einen besonders einfachen Aufbau
aus. Die transparente Dekorfolie mit einer Prägestruktur aus einem thermoplastischen
Kunststoff wird in einem Fortlauf hergestellt. Dadurch werden Kosten
eingespart und die Ökonomie
verbessert.
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Der
erfindungsgemäße Prägezylinder
kann ebenfalls verwendet werden in einer Vorrichtung zum Herstellen
einer Prägestruktur
aus thermoplastischem Kunststoff für eine transparente Dekorfolie, wobei
die Vorrichtung eine Einrichtung zum beidseitigen Verprägen einer
thermoplastischen Folie mittels zweier auf Spalt zueinander liegender
Prägezylinder und
eine Einrichtung zum Drucken eines Druckrasters auf eine Oberseite
der beidseitig verprägten
Dekorfolie mit einem Druckzylinder und einer auf Spalt dazu angeordneten
Gegenwalze umfaßt.
Dadurch, daß die
Einrichtung gleichzeitig die Oberseite und die Unterseite einer
thermoplastischen Folie verprägt, weist
sie nur zwei Stationen auf.
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Der
erfindungsgemäße Prägezylinder
kann ebenfalls verwendet werden in einer Vorrichtung zum Herstellen
einer Prägestruktur
aus einem thermoplastischen Kunststoff für eine Tapete oder Bordüre, wobei
die Vorrichtung umfaßt
- – eine
Einrichtung zum Auftragen von Druckpunkten bestehend aus einem Druckzylinder
und eine auf Spalt dazu angeordnete Gegenwalze,
- – eine
Einrichtung zum Auftragen des thermoplastischen Kunststoffs bestehend
aus einer zylinderförmigen
Schablone und einer auf Spalt dazu angeordneten Gegenwalze und
- – eine
Einrichtung zum Verprägen
des thermoplastischen Kunststoffes bestehend aus einem erfindungsgemäßen Prägezylinder
und einer auf Spalt dazu angeordneten Gegenwalze.
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Dadurch,
daß auch
die Schablone für
den thermoplastischen Kunststoff zylinderförmig ist, wird ebenfalls in
der Prägestruktur
ein nahtloser Auftrag möglich.
Somit können
Bahnen von Tapeten, Bordüren
oder thermoplastischem Kunststoff endlos und nahtlos mit einem 3-D-Effekt versehen werden.
Die Schablone kann dabei alternativ so ausgebildet sein, daß sie über die
gesamte Breite des Umfangs oder partiell auf bestimmten Abschnitten
aufträgt.
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Ein
Verfahren zum Herstellen eines erfindungsgemäßen Prägezylinders kann folgende Schritte
aufweisen:
- a) Bereitstellen eines Zylinders
mit einer Mantelaußenseite;
- b) Belichten einzelner vorbestimmter Stellen dieser Mantelaußenseite
des bereitgestellten Zylinders mit einem Laserstrahl;
- c) Ätzen
der zuvor belichteten Stellen der Zylindermantelaußenfläche; und
- d) Verchromen der Zylindermantelaußenfläche.
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Dadurch,
daß zunächst der
Zylinder hergestellt und vorbereitet wird, können eventuell bei dessen Herstellung
entstehende Erhebungen oder Grate entfernt werden, bevor der Zylinder
bereitgestellt wird. Somit wird erreicht, daß die von dem Prägezylinder
erzeugte Prägestruktur
nahtlos ist. Durch das Belichten mittels eines Laserstrahls, das
heißt mittels
eines stark gebündelten
Lichts, können
einzelne Stellen gezielt belichtet werden. Diese Stellen sind bevorzugt
mittels eines Computerprogramms vorbestimmt. Der Schritt b) des
Belichtens einzelner vorbestimmter Stellen kann wiederholt angewandt werden,
um partiell unterschiedlich breite und/oder tiefe Strukturen zu
erzeugen. Danach folgt das Ätzen der
zuvor belichteten Stellen, wobei die Schritte des Belichtens und
des Ätzens
wiederholt hintereinander durchgeführt werden können bis
die gewünschte Oberflächenstruktur
erreicht ist. Abschließend
wird die Zylindermantelaußenfläche verchromt
als Schutz vor Korrosion und vorzeitiger Abnutzung.
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Die
Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch
eine Tapete oder Bordüre
aus Papier mit einer Prägestruktur
für das
Erzeugen eines farbigen 3-D-Effektes, wobei auf dem Papier Druckpunkte
aufgetragen sind und für
die Prägestruktur
auf dem Papier mittels einer zylinderförmigen Schablone ein Kunststoff
in Form eines pastenartigen Gemenges aufgetragen ist und mittels
des Prägezylinders
der in seiner Zylindermantelaußenfläche einzelne
Aussparungen mit einer Grundfläche
mit einem Durchmesser d von 1 μm < d < 50 μm aufweist,
verprägt
ist. Der Kunststoff kann ein Plastisol sein, das nach dem Verprägen formstabil
abkühlt.
Damit läßt sich
ein einfaches Aufbringen des zu prägenden Kunststoffes realisieren
bei gleichzeitig hoher Formstabilität nach dem Abkühlen.
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Die
Aufgabe wird ebenfalls gelöst
durch eine transparente Dekorfolie aus thermoplastischem Kunststoff
mit einer Prägestruktur
für das
Erzeugen eines farbigen 3-D-Effektes, wobei die Dekorfolie an ihrer
Oberseite und an ihrer Unterseite eine Prägestruktur aus Linsen mit einer
runden oder eckigen Grundform und mit Kuppen aufweist, und auf den Kuppen
der Ober- oder der
Unterseite Druckpunkte aufgebracht sind und die Linsen eine Grundfläche haben
mit einem Durchmesser d von 1 μm < d < 50 μm. Für den Betrachter,
der durch die Kuppen hindurch auf die Druckpunkte schaut, entsteht
durch die lichtbrechenden Kuppen ein Bewegungsablauf.
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Die
erfindungsgemäß hergestellte
Dekorfolie kann aus zwei einzelnen auf jeweils einer Oberseite ein
Prägeraster
aufweisenden Folien, welche auf der Unterseite miteinander kaschiert
sind, bestehen. Die beiden Folien können transparent und farbig
sein, auch mit unterschiedlichen Farben.
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Alternativ
unterscheiden sich die Prägeraster der
beiden Folien minimal in der Größe des Durchmessers
der Prägestrukturen
oder sind die beiden Prägestrukturen
identisch jedoch versetzt zueinander angeordnet.
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Nach
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
besteht die Dekorfolie aus einer einzelnen Folie die sowohl an ihrer
Oberseite, als auch an ihrer Unterseite verprägt ist. Dadurch wird sichergestellt, daß auch über die
Länge einer
ganzen Bahn die Lage der Prägestruktur
von der Oberseite und von der Unterseite zueinander gleichbleibt
und somit der Bewegungsablauf über
die gesamte Länge
der Dekorfolie gleichbleibt.
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Der
erfindungsgemäße Prägezylinder
kann ebenfalls für
das Herstellen einer transparenten Dekorfolie aus thermoplastischem
Kunststoff verwendet werden, welche eine erste an ihrer Oberseite
eine Prägestruktur
aufweisende und an ihrer Unterseite Druckpunkte aufweisende Folie
sowie eine auf die erste Folie kaschierte zweite Folie mit einer
eine Prägestruktur
aufweisende Oberfläche
umfaßt.
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Im
folgenden soll die Erfindung anhand der Zeichnungen näher erläutert werden,
wobei
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1 eine
transparente Dekorfolie aus thermoplastischem Kunststoff mit einer
Prägestruktur
bestehend aus zwei verprägten
und aufeinander kaschierten Folien zeigt;
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2 eine
transparente Dekorfolie mit gleichzeitig verprägter Oberseite und Unterseite
und anschließend
bedruckter Kuppen einer Seite zeigt;
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3 eine
transparente Dekorfolie bestehend aus einer ersten Folie, welche
an der Oberseite verprägt
ist und an der Unterseite bedruckt ist und auf die eine zweite verprägte Folie
kaschiert ist;
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4 eine
Vorrichtung zum Herstellen einer Prägestruktur mittels eines Prägezylinders
auf einer Tapete zeigt;
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5 einen
vergrößerten Ausschnitt
aus 4 zeigt;
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6 einen
Ausschnitt einer erfindungsgemäßen Zylindermanteloberfläche zeigt;
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7 einen
vergrößerten Ausschnitt
von 6 zeigt;
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8 eine
zylinderförmige
Schablone für das
Auftragen eines pastenartigen thermoplastischen Kunststoffes zeigt;
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9 eine
Prägehülse-Trägerkern-Anordnung
in einer Maschine zeigt und
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10 teilweise
eine Vorrichtung zum Herstellen einer Prägestruktur mittels einer Prägehülse auf
einer Tapetenbahn zeigt.
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1 zeigt
eine transparente Dekorfolie 1 aus thermoplastischem Kunststoff
mit einer Prägestruktur
bestehend aus zwei verprägten
und aufeinander kaschierten Folien 4, 5. Bei diesem
Ausführungsbeispiel
sind die Kuppen 2 der Oberseite versetzt angeordnet zu
den Kuppen 2' der
Unterseite. Die Kuppen 2' der
Unterseite sind mit Druckpunkten 3 versehen. Der Durchmesser
d einer Kuppe 2, 2' ist eingezeichnet.
Bei einer solchen transparenten Dekorfolie 1 wird bei der
Draufsicht auf die obere Folie 4 ein farbiger Effekt der
tiefliegend oder schwebend ist erzeugt. Bei der Draufsicht auf die
untere Folie 5 erscheint die Folie milchig.
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2 zeigt
eine transparente Dekorfolie 1 mit gleichzeitig verprägter Oberseite
und Unterseite und anschließend
bedruckter Kuppen auf einer Seite. Die hochstehenden Kuppen werden
von einem Druckzylinder erreicht, jedoch nicht die Zwischenräume. Der
Vorteil einer einzeln verprägten
Folie 6 ist der, daß der
Versatz zwischen den Kuppen auf der Oberseite und auf der Unterseite über lange
Bahnen hinweg gleich bleibt. Der visuelle Effekt ist derselbe wie
zu 1.
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3 zeigt
eine transparente Dekorfolie 7 bestehend aus einer ersten
Folie 8, welche an der Oberseite verprägt ist und an der Unterseite
bedruckt ist mit Druckpunkten 3 und auf die eine zweite
verprägte
Folie 10 kaschiert ist. Auch in diesem Ausführungsbeispiel
sind die Kuppen der oberen Prägestruktur 9 versetzt
angeordnet zu den Kuppen der Prägestruktur 9' der Unterseite.
Der Effekt der innen liegenden Druckpunkte für den Betrachter ist, daß bei Durchsicht
das Design wandert oder versinkt.
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4 zeigt
eine Vorrichtung 11 zum Herstellen einer Prägestruktur 12 auf
einer Tapete 13. Die Tapete 13 wird zunächst auf
ihrer Oberseite mit Druckpunkten 3 versehen, indem sie
durch den Spalt zwischen einem Rasterzylinder für das Auftragen von Farbe und
einer Gegenwalze 14' gezogen
wird. Anschließend
wird mittels einer zylinderförmigen
Schablone 15 ein thermoplastischer Kunststoff auf die Oberseite
mit den Druckpunkten aufgetragen, indem die Tapete 13 durch
einen Spalt zwischen der zylinderförmigen Schablone und einer
Gegenwalze durchgezogen wird. Im Anschluß daran wird der thermoplastische
Kunststoff mittels eines Prägezylinders 16 verprägt, so daß eine Prägestruktur
entsteht, indem die Tapete 13 durch einen Spalt zwischen
dem Prägezylinder 16 und
einer Gegenwalze 16' durchgezogen
wird.
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5 zeigt
einen vergrößerten Ausschnitt aus 4.
Mittels der zylinderförmigen
Schablone 15 wird ein thermoplastischer Kunststoff 17 zumindest
partiell auf die Druckpunkte 3 der Tapete oder Bordüre 13 aufgetragen.
Durch das Verprägen
mittels des Prägezylinders 16 entsteht
die Prägestruktur 12.
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6 zeigt
einen Ausschnitt einer erfindungsgemäßen Zylindermanteloberfläche eines
Prägezylinders.
Bei diesem Ausführungsbeispiel
haben die Aussparungen eine kreisrunde Grundfläche und sind gleichmäßig über die
Zylindermanteloberfläche verteilt.
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7 zeigt
einen vergrößerten Ausschnitt von 6.
Dabei ist beispielhaft eingezeichnet, daß die Strecke von einem Steg
zwischen zwei Aussparungen über
den Durchmesser einer Aussparung und den nächsten Steg 26 μm beträgt. Aussparungen
mit einem Durchmesser d in der Größenordnung von 1 μm < d < 50 μm sind mit
dem Auge nicht zu erkennen und daher nicht manuell einbringbar.
Mit einem Laserstrahl, dessen gebündeltes Licht zielgenau aufgetragen
werden kann, wird erfindungsgemäß die Zylindermanteloberfläche des
Prägezylinders
behandelt.
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8 zeigt
eine zylinderförmige
Schablone 18 für
das Auftragen eines thermoplastischen Kunststoffes. Bei diesem Ausführungsbeispiel
wird nicht über
die gesamte Breite der Umfangsfläche
der zylinderförmigen
Schablone 18 der thermoplastische Kunststoff aufgetragen,
sondern werden partiell Motive 19, 19', 19'' aufgetragen.
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9 zeigt
eine Prägehülse-Trägerkern-Anordnung
in einer Maschine 22 wie beispielsweise einen Kalander.
Der Trägerkern 21 ist
dabei in der Maschine 22 drehbar gelagert. Der horizontale
Doppelpfeil deutet an, daß die
Prägehülse 20 bzw.
das Sleeve auf den Trägerkern 21 montierbar
ist und von diesem entfernbar ist.
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10 zeigt
teilweise eine Vorrichtung zum Herstellen einer Prägestruktur
mittels einer Prägehülse 20 auf
einer Tapetenbahn 13. Die Tapetenbahn wird optional auf
Hilfswalzen 24 durch den Spalt zwischen der Prägehülse 20 und
einer Gegenwalze 23 durchgeführt. Die Schritte des Auftragens
von Druckpunkten und des Auftragens des thermoplastischen Kunststoffes
erfolgen wie in 4 gezeigt. Die Prägehülse weist
in ihrer Zylindermantelaußenfläche nicht
dargestellte Aussparungen auf, deren Grundflächen einen Durchmesser d haben,
der bevorzugt in dem Bereich 1 μm < d < 50 μm liegt.