-
Gebiet der
Erfindung
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft Kits (oder Vorrichtungen) zur Messung
von Pferde-Myeloperoxidase (MPO), einem spezifischen Enzym von Pferde-Neutrophilen,
entweder insgesamt [erstes Verfahren] oder speziell in dessen aktiver
Form [zweites Verfahren]. Die Kits (oder Vorrichtungen), die unabhängig voneinander oder
in Kombination verwendet werden, finden vermehrt Anwendung im veterinärmedizinischen
Bereich und können
für die
Anwendung bei der menschlichen Gesundheitspflege angepasst werden.
Das Konzept des zweiten Verfahrens kann auf jedes andere Enzym angewandt
werden.
-
Hintergrund
der Erfindung
-
Die
Myeloperoxidase (MPO) ist ein spezifisches Enzym polymorphkerniger
Leukozyten (auch bekannt als Neutrophile), bei denen es sich um
weiße
Blutzellen handelt, die auf die Bekämpfung von Mikroorganismen durch
Phagozytose spezialisiert sind.
-
Die
Pathogene werden im Innern der Neutrophile durch Proteinasen und
Myeloperoxidase zerstört, wobei
das letztere Enzym speziell für
die Produktion eines starken Oxidationsmittels, der Hypochlorsäure (HOCl),
verantwortlich ist. Diese HOCl (Bleiche) ermöglicht die Zerstörung der
bakteriellen Polysaccharid-Hüllen, die
Proteinasen standhalten. MPO spielt somit eine wichtige Rolle bei
der Verteidigung eines Wirtes gegen Infektionen.
-
Bei
der Bekämpfung
der Mikroorganismen setzen absterbende Neutrophile Myeloperoxidase
in die umgebenden Flüssigkeiten
und Gewebe frei. Wenn die Aktivierung der Neutrophile zu stark
ist und unkontrolliert wird (wie bei akuten entzündlichen Pathologien), so wird
die Freisetzung von Myeloperoxidase erheblich, und es werden hohe
Konzentrationen dieses Enzyms in biologischen Medien oder Proben
erreicht (Plasma, Gewebe, Aszites, bronchoalveoläre Flüssigkeiten, Pleuralflüssigkeit,
Lymphe, Urin, Speichel, Flüssigkeiten der
Uterusirrigation), die zu einem erhöhten Zytotoxizitätsrisiko
führen
(durch Abfangen von Myeloperoxidase in Zellen oder Bindung derselben
an der Zelloberfläche
unter in situ-Produktion von Oxidantien).
-
Bis
jetzt wurde in der Pferde-Veterinärmedizin die Myeloperoxidase
durch Nachweisen der Peroxidase-Aktivität gemessen. Dieser Nachweis
gemäß den bisher
entwickelten Techniken ist jedoch nicht für die Pferde-Myeloperoxidase
spezifisch (es wird die allgemeine Peroxidase-Aktivität nachgewiesen),
er ist langwierig und aufgrund der Anwesenheit von Proteinen (Albumin,
Lipoproteine etc.) und Reduktionsmitteln, die die enzymatische Messung
stören,
nicht auf komplexe biologische Medien und Proben (wie etwa Plasma)
anwendbar.
-
Es
wurde bislang keine wirkungsvolle Technik zur Messung der Gesamtkonzentration
von Pferde-Myeloperoxidase in komplexen biologischen Flüssigkeiten
(sowohl zellulären
als auch azellulären)
und in Geweben entwickelt.
-
Die
Gegenwart von Myeloperoxidase in Alveolen und Gewebe wird gegenwärtig durch
Messung einer unspezifischen Peroxidase-Aktivität nach Extraktion beurteilt.
-
Es
besteht ein ständig
wachsender Bedarf an einfachen und verbesserten diagnostischen Kits
oder Vorrichtungen zur Messung der Aktivität und Konzentrationen von MPO,
insbesondere bei Pferden. Die Konzeption eines schnellen und sicheren
Kits zur Messung von Pferde-Myeloperoxidase ist überaus erwünscht zur Diagnose von Krankheiten
und/oder pathologischen Zustän den
bei Pferden (wie zum Beispiel Koliken mit hoher Sterblichkeit bei
Equidae, Sepsis, akute Lungenverletzungen, akute Entzündungen
etc.). Die Wahl zwischen klinischer Behandlung, chirurgischem Eingriff
(aufwendig für
den Tierchirurgen und den Züchter)
oder – im
schlimmsten Falle – einem
Gnadentod des Tiers wird leichter zu treffen sein, und die getroffene
Entscheidung wird besser fundiert sein, wenn gute, schnelle und
zuverlässige
Kits zur Diagnose einer übermäßigen Aktivierung
und/oder Invasion von Neutrophilen verfügbar sind.
-
Bekanntermaßen ist
die Myeloperoxidase ein spezifischer Marker für die übermäßige Aktivierung und/oder Invasion
von Neutrophilen beim Menschen und bei anderen Säugetieren wie etwa Pferden.
Bei Pferden korrelierte beispielsweise die Darmgewebe-Bewertung
positiv mit der Gewebe-MPO-Aktivität in benachbarten Proben (Mc
Connino et al., 1999, Am J Vet Res 60: 807-813). Es wurde festgestellt,
dass die physiologischen Werte der Plasma-Myeloperoxidase gesunder
Pferde erheblich überschritten
werden bei etlichen akuten abdominalen Erkrankungen, bei Pferden
mit Dickdarmeinklemmung und bei Pferden, die nicht überleben werden
(Deby-Dupont et al., 1998, Vet Immunol Immunopathol. 66: 257-271;
Grülke
et al., 1999, Can J Vet Res. 63: 142-7; Grülke, 2002, Dissertation, ISBN
2-930212-57-8). Beim Menschen wird die Plasma-Konzentration der Myeloperoxidase gegenwärtig als
Marker für
die Aktivierung von Neutrophilen herangezogen, etwa bei kardiovaskulären Erkrankungen
(Zhang et al., 2001, JAMA 286: 3126-2142).
-
Stand der
Technik
-
Die
Veröffentlichung
von Deby-Dupont et al. (1998, Vet Immunol Immunopathol. 66: 257-271)
beschreibt die Vorbereitung eines radioimmunologischen Assays (RIA),
bei dem der Einsatz radioaktiv markierter Moleküle, spezielle Geräte und eine
spezielle Genehmigung für
den Einsatz der Markierungen mit radioaktiven Isotopen erforderlich
sind.
-
Dieser
Radioimmunassay (RIA) ist geeignet für den Nachweis der gesamten
Pferde-Myeloperoxidase (ohne Unterscheidung zwischen aktiver oder
nicht aktiver Form des Enzyms, wobei zum Beispiel auch Teilenzyme
und die schweren Untereinheiten von MPO erkannt werden). Das verfügbare RIA-Verfahren ist jedoch nicht
geeignet für
den gezielten Nachweis von enzymatisch aktiver Myeloperoxidase.
Das RIA-Verfahren kann für
einen Myeloperoxidase-Nachweis
in Plasma verwendet werden, ist jedoch nicht geeignet für einen
hinreichenden und zuverlässigen
Nachweis von MPO in Gewebeproben und in komplexen biologischen Medien oder
Proben (wie z.B. Samenplasma, ausgespülte bronchoalveoläre Flüssigkeiten,
Sputum, Eiterflüssigkeiten, Abszesse,
Pleuralflüssigkeiten,
Urin, Speichel, Flüssigkeiten
der Uterusirrigation etc.). Eine hinreichende und zuverlässige Messung
von MPO in komplexen Medien und Proben ist nicht möglich aufgrund
von Störungen des
Mediums, die zu einer proteolytischen Veränderung des markierten Bezugsmoleküls (125I-markierte Myeloperoxidase) führen, sowie
aufgrund der hohen Viskosität,
der übermäßigen Lipid-
und niedrigen Proteingehalte des Mediums, die die Doppelantikörper-Komplexbildung und
Präzipitation
verändern
("Matrixeffekte").
-
Die
internationale Patentanmeldung WO 99/61907 beschreibt ein Verfahren
zur Messung des Aktivierungszustands von Leukozyten, das nicht in
der Lage ist, zwischen Lymphozyten (T-Lymphozyten, NK- oder B-Lymphozyten),
Eosinophilen, Neutrophilen, Basophilen, Monozyten und Makrophagen
zu unterscheiden. Das Verfahren erfordert zudem die Gegenwart dieser
Zellen (im Falle der Leukozyten) in der zu analysierenden biologischen
Probe. Der Aktivierungszustand der Leukozyten-Subpopulation wird
erhalten durch Messung der Größe der Leukozyten
und/oder durch Messung der Peroxidase-Aktivität der Leukozyten. Unter den
gesamten nachgewiesenen Peroxidase-Aktivitäten sind wenigstens die Peroxidase-Aktivitäten von
Eosinophilen (aufgrund der Eosinophil-Peroxidase: EPO) und von Neutrophilen
(aufgrund der Myeloperoxidase: MPO).
-
Das
in WO 99/61907 beschriebene Verfahren erfasst somit alle Arten von
Peroxidase-Aktivität,
es ist nicht per se auf die Myeloperoxidase-Aktivität beschränkt und
misst allgemein die Peroxidase-Aktivität in Neutrophilen, Eosinophilen
und anderen Arten von Blutzellen. Das Verfahren beschränkt sich
lediglich auf die Messung der Peroxidase-Aktivität in einer Probe isolierter
Zellen, worin die Peroxidase-Aktivität aufgrund der in situ-Freisetzung
von Enzymen durch die Zellen sowieso hoch ist.
-
Bei
dem Verfahren gemäß WO 99/61907
wird nur die Aktivität
von aktiven intrazellulären
Enzymen gemessen, beispielsweise mit Hilfe eines Durchflusszytometers
oder eines automatisierten Hämatologie-Analysators,
wobei sehr gut geschultes Personal verfügbar sein muss.
-
Das
Verfahren von WO 99/61907 ist nicht speziell auf die Messung von
Myeloperoxidase aus Neutrophilen anwendbar und ist nicht auf komplexe
azelluläre
Medien wie etwa Plasma und Gewebe anwendbar. Daher ist dieses Verfahren
für Myeloperoxidase
nicht spezifisch genug und ermöglich
dem Praktiker keine klare Identifizierung der Gegenwart/Abwesenheit
einer bestimmten Krankheit oder der Umstände einer speziellen Krankheit,
die durch einen spezifischen Aktivierungszustand neutrophiler Zellen
gekennzeichnet sind.
-
Je
nach Oxidations-/Reduktionszustand des Probenmilieus können schließlich größere Artefakte
auftreten und die Genauigkeit des Nachweises beeinträchtigen,
wenn der Fachmann das in dem Dokument WO 99/61907 beschriebene Verfahren
anwendet.
-
Das
Dokument WO 02/50550 beschreibt die Verwendung rekombinanter humaner
Myeloperoxidase zur Gewinnung oxidierter Lipoproteine und offenbart
entsprechende monoklonale Antikörper,
die gegen diese gerichtet sind. Diese Antikörper sind geeignet zur diagnostischen,
vorbeugenden und therapeutischen Anwendung, insbesondere zur Diagnose
und Bestimmung kardiovasku lärer
Risiken, die mit der Gegenwart oxidierter Lipoproteine niedriger
Dichte verbunden sind.
-
Ziele der
vorliegenden Erfindung
-
Die
vorliegende Erfindung zielt darauf ab, neue Kits (oder Vorrichtungen)
für die
spezifische Messung der Aktivierung neutrophiler Zellen in einer
aus einem Säugetier,
vorzugsweise einem Pferd gewonnenen biologischen Probe bereitzustellen.
-
Ein
Hauptziel der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung derartiger
Kits (oder Vorrichtungen), die für
die Messung von Myeloperoxidase, die aus Säuger-Neutrophilen, vorzugsweise
Pferde-Neutrophilen erhalten wird, in komplexen zellulären oder
azellulären
biologischen Medien spezifisch sind.
-
Ein
weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung
von Kits (oder Vorrichtungen), mit denen es möglich ist, die gesamte (aktive
und nicht aktive) Myeloperoxidase zu charakterisieren, und die Bereitstellung
von Kits (oder Vorrichtungen), mit denen es möglich ist, ausschließlich die
aus den neutrophilen Zellen erhaltene aktive Myeloperoxidase zu
charakterisieren. Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist die
Bereitstellung von Kits (oder Vorrichtungen) zur Untersuchung der
Wirkungen von Liganden (Arzneimittel) von Myeloperoxidase oder zum
Screening neuer Verbindungen, die mit Myeloperoxidase wechselwirken.
-
Ziel
der vorliegenden Erfindung ist es schließlich, verbesserte Kits (oder
Vorrichtungen) für
veterinärmedizinische
und medizinische Anwendungen bereitzustellen.
-
Kurzbeschreibung der Erfindung
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft einen ELISA-Kit oder eine Vorrichtung
zur Messung des Aktivierungszustands neutrophiler Zellen in einer
biologischen Probe, die aus einem Säuger, vorzugsweise einem Pferd,
erhalten wurde, wobei das ELISA-Kit oder die Vorrichtung den gesamten
Gehalt an (aktiver und inaktiver) Myeloperoxidase (MPO) misst, wobei
dieser Gehalt mit dem Zellen-Aktivierungszustand
korreliert wird, wobei das ELISA-Kit oder die Vorrichtung die folgenden
notwendigen Elemente umfasst:
- – ein Element
für das
immunologische Abfangen von MPO (1), die in einer biologischen
Probe vorhanden ist, vorzugsweise in einer biologischen Flüssigkeit,
die aus einem Säuger,
vorzugsweise einem Pferd, erhalten wird und die neutrophilen Zellen
oder die durch diese Zellen freigesetzte MPO enthält, wobei
das Element für
das immunologische Abfangen vorzugsweise ein erster MPO-erkennender
polyklonaler oder monoklonaler Antikörper (2) ist, der
auf einem festen Träger
(3) immobilisiert ist,
- – ein
Element für
das Nachweisen und/oder Messen der aktiven und inaktiven MPO, die
in der biologischen Probe vorhanden ist, wobei das Element für das Nachweisen
und/oder Messen der aktiven und inaktiven MPO vorzugsweise ein zweiter
enzymatisch markierter MPO-erkennender polyklonaler oder monoklonaler Antikörper (4)
zum Nachweisen der immunologisch abgefangenen MPO (1) ist,
wobei
der Nachweis und/oder die Messungen die MPO-Spiegel in jeder Art
biologischer Probe spezifisch und genau darstellen.
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft weiterhin einen SIEFED-Kit oder eine
Vorrichtung zur Messung des Aktivierungszustands neutrophiler Zellen
in einer biologischen Probe, die aus einem Säuger, vorzugsweise einem Pferd,
erhalten wurde, wobei das SIEFED-Kit oder die Vorrichtung nur den
Gehalt an aktiver Myeloperoxidase (MPO) misst, wobei dieser Gehalt
mit dem Zellen-Aktivierungszustand korreliert wird, wobei das SIEFED-Kit
oder die Vorrichtung die folgenden notwendigen Elemente umfasst:
- – ein
Element für
das immunologische Abfangen von MPO (1), die in einer biologischen
Probe vorhanden ist, vorzugsweise in einer biologischen Flüssigkeit,
die aus einem Säuger,
vorzugsweise einem Pferd, erhalten wird, wobei die Probe die neutrophilen
Zellen oder die durch diese Zellen freigesetzte MPO enthält,
- – ein
Element für
das Nachweisen und/oder Messen der aktiven MPO, die in der biologischen
Probe vorhanden ist, wobei dem Reaktionsmedium Nitrit zugesetzt
werden kann, um die enzymatische Reaktion der Myeloperoxidase zu
verstärken,
wobei
der Nachweis und/oder die Messungen die Spiegel aktiver MPO in jeder
Art biologischer Probe spezifisch und genau darstellen.
-
Die
erfindungsgemäßen Vorrichtungen
lassen sich für
Verfahren (vorzugsweise ein in vitro-Verfahren) verwenden zur Messung
des Aktivierungszustands (Aktivierung und Degranulation) neutrophiler
Zellen, die in einer aus einem Säuger,
vorzugsweise einem Pferd gewonnenen biologischen Probe vorhanden
sind, das (nur) den Gehalt an Myeloperoxidase (MPO) spezifisch misst,
wobei dieser Gehalt mit dem Neutrophilen-Aktivierungszustand korreliert
wird, umfassend die Schritte:
- – Gewinnen
einer biologische Probe, vorzugsweise einer biologischen Flüssigkeit
aus dem Säuger,
wobei die Probe vorzugsweise die Zellen enthält oder von den Zellen freigesetzte
MPO enthält,
- – (immunologisches)
Abfangen der in der biologischen Probe vorhandenen MPO durch spezifische
Antikörper,
- – Nachweisen
und/oder Messen entweder der gesamten (aktiven und inaktiven) MPO
oder ausschließlich der
aktiven MPO, die in der biologischen Probe vorhanden ist,
- – gegebenenfalls
Vergleichen der gemessenen MPO-Werte mit normalen MPO-Spiegeln (d.h.,
Bezugsstandards oder vorbestimmte Standard-MPO-Spiegel, die als Bezugsgröße verwendet
werden), die aus einer signifikanten Anzahl (mehr als 10, vorzugsweise
mehr als 50, mehr bevorzugt mehr als 200 oder 1000 Individuen) "gesunder" Säuger erhalten
wurden (d.h., Säuger,
die Säuger-MPO-Spiegel
aufweisen und nicht die nachstehend beschriebenen Erkrankungen oder
Symptome haben), oder wahlweise Quantifizieren der MPO-Spiegel unter
Verwendung einer Standard-MPO-Kurve,
und
- – Inbeziehungsetzen
der gemessenen MPO-Spiegel mit einem Aktivierungszustand der Neutrophilen,
der das Vorliegen, die Abwesenheit oder den Zustand einer Krankheit
oder eines immunologischen Status des Säugerpatienten angibt;
wobei
der Nachweis und/oder die Messungen die Gesamt-MPO-Spiegel oder
die Spiegel aktiver MPO in jeder Art biologischer Probe spezifisch
und genau darstellen.
-
Zur
Messung des Gesamt-MPO-Gehalts wurde ein Kit entwickelt, das im
Weiteren als MYELO-ELISA-Kit bezeichnet wird. Zur Messung der Spiegel
des aktiven MPO-Enzyms wurde ein Kit entwickelt, das im Weiteren
als MYELO-SIEFED-Kit
bezeichnet wird.
-
Dabei
kann der Säuger
ein Pferd und die Myeloperoxidase (MPO) eine equine Myeloperoxidase
sein.
-
Vorzugsweise
werden die MPO-Standardkurven und spezifischen Verdünnungen
für das
spezielle eingesetzte Nachweisverfahren und, falls möglich, für die Art
der analysierten Probe festgelegt.
-
Vorteilhaft
werden die gemessenen MPO-Werte im Hinblick auf mittlere MPO-Spiegel "standardisiert", die aus einer signifikanten
Anzahl gesunder Individuen oder Säuger, vorzugsweise Pferden,
erhalten wurden. Dies kann von besonderer Bedeutung sein, da beobachtet
wurde, dass die Reaktion von Neutrophilen von einem Individuum zum
anderen sehr unterschiedlich sein kann, aber auch von einem Tag
zum anderen bei ein und demselben Individuum.
-
Vorteilhaft
können
die standardisierten MPO-Spiegel mit der Abwesenheit oder dem Vorliegen
einer Krankheit und/oder eines pathologischen Zustands verknüpft oder
darauf hin überwacht
werden oder können mit
einem bestimmten Zustand oder Status derselben verknüpft werden,
indem die gemessenen Spiegel mit Grenzwerten verglichen werden,
die sich aus Messungen ableiten, die an einer signifikanten Anzahl
von Individuen mit dieser Krankheit und/oder Pathologie und/oder
mit dem bestimmten Zustand und/oder Status durchgeführt wurden.
Die Kits gemäß vorliegender
Erfindung können
als solche angewandt werden, um Vorhersagen zur Anfälligkeit
von Individuen und/oder Gruppen für bestimmte Krankheiten und/oder
Pathologien zu machen. Solche Vorhersagen können auf tierärztlichem
Gebiet, etwa bei der Pferdezucht, von Nutzen sein.
-
Mit
dem erfindungsgemäßen Kit
kann der Neutrophilen-Aktivierungszustand
vorteilhaft über
eine immunologische Reaktion erfasst und/oder gemessen werden, wobei
MPO spezifisch (immunologisch) abgefangen wird (nur MPO wird durch
einen ersten Antikörper
oder wenigstens den hypervariablen Teil desselben abgefangen), vorzugsweise
zunächst über MPO-erkennende Antikörper, und
dann entweder direkt über
die enzymatische Reaktion von MPO oder über eine Reaktion mit einer
spezifischen markierten Verbindung wie z.B. einem Chromogen, Fluorogen
oder irgendeiner anderen Art von Markierung nachgewiesen, und zwar
entweder direkt (Nachweis der MPO-Aktivität; MYELO-SIEFED) oder indirekt
("immunologisches
Sandwich" mit einem
zweiten MPO-Antikörper
oder wenigstens einem hypervariablen Teil desselben und gegebenenfalls
einem weiteren Enzym-tragenden Antikörper, der den zweiten Antikörper erkennen
kann, worauf diese Enzym-Aktivität
nachgewiesen wird; MYELO-ELISA).
-
Der
MPO erkennende oder MPO-spezifische erste Antikörper kann ein polyklonaler
oder monoklonaler Antikörper
oder dessen hypervariabler Teil oder ein Fragment desselben sein,
ein gentechnisch hergestellter Antikörper wie z.B. ein humanisierter
Antikörper
(alle erhältlich
mit Hilfe von Techniken, die in der Fachwelt wohlbekannt sind),
solange er bei der Erkennung von MPO in einem komplexen Medium spezifisch
ist, das möglicherweise
andere Arten von Peroxidasen enthält.
-
Ein
Aspekt der Erfindung betrifft den ersten monoklonalen Antikörper oder
dessen hypervariablen Teil, der gegen equine MPO gezogen wurde und
bisher nicht verfügbar
war.
-
Die
erfindungsgemäßen Kits,
insbesondere der MYELO-ELISA-Kit und der MYELO-SIEFED-Kit, sind besonders
brauchbar zur Messung von Pferde-Myeloperoxidase und finden vorteilhafte
Verwendung in der Veterinärmedizin,
wobei die Kits zur Diagnose und/oder Vorhersage der Anfälligkeit
für Krankheiten
herangezogen werden, die mit der Aktivierung oder Inaktivierung
von Neutrophilen in Verbindung stehen, oder für die Bewertung des immunologischen
Status eines Pferds eingesetzt werden. Die erfindungsgemäßen SIEFED-Kits sind auch brauchbar
zur Untersuchung der Wirkungen von Liganden (Arzneimittel), die
mit Myeloperoxidase wechselwirken, oder für das Screening neuer Verbindungen,
die die mit Myeloperoxidase wechselwirken.
-
Die
erfindungsgemäßen Kits,
bei denen die spezifischen Antikörper
eingesetzt werden, sind nicht auf die Messung equiner MPO beschränkt, die
aus Neutrophilen stammt. Sie lassen sich ohne Weiteres auf die Messung
von MPO ausweiten, die aus anderen Säugern als Pferden stammen,
einschließlich
Menschen. Es sei auch erwähnt,
dass der erste Antikörper
(oder dessen hypervariabler Teil), der equine MPO spezifisch erkennt,
die MPO anderer Spezies nicht erkennt (Serteyn et al., 2003, Ann.
Méd.
Vét.
147: 79-93). Spezies-spezifische Antikörper können mit Hilfe üblicher
Techniken gezogen werden, sofern sie nicht schon (im Handel) erhältlich sind.
Die erfindungsgemäßen Kits,
insbesondere das beschriebene SIEFED-Kit, sind auch nicht auf MPO
per se beschränkt,
son dern lassen sich ohne Weiteres auf andere Enzyme ausweiten, darunter – ohne jedoch
darauf beschränkt
zu sein – Elastase,
Trypsin etc..
-
Die
biologische Probe oder das biologische Medium ist vorzugsweise eine
biologische Flüssigkeit,
die aus dem Säuger,
vorzugsweise einem Pferd, gewonnen werden kann. Eine solche biologische
Flüssigkeit kann
eine zelluläre
biologische Flüssigkeit
oder eine azelluläre
biologische Flüssigkeit
sein. Bei der biologischen Flüssigkeit
kann es sich um venöses
und kapilläres
Blutserum oder -plasma, Samenflüssigkeit,
bronchoalveoläre
Flüssigkeit,
Pleuralflüssigkeit,
Sputum, nasale Flüssigkeit,
Aszites, Synovialflüssigkeit,
Proben aus Magen-Darm und Faeces oder Zerebrospinalflüssigkeit
handeln.
-
Die
biologische Probe oder das biologische Medium kann auch ein Extrakt
sein, der aus verschiedenen Geweben eines Säugers erhalten wurde, oder
es kann sich um andere komplexe biologische Proben oder Medien handeln,
die auch andere Moleküle
wie etwa Proteine (Albumin, Lipoprotein) und Reduktionsmittel umfassen
können,
die eine sachgerechte MPO-Messung stören können, wie es bei den in der
Fachwelt bekannten Tests beobachtet wird.
-
Im
Gegensatz zu den Verfahren des Standes der Technik, wie beispielsweise
beschrieben in WO 99/61907, ermöglicht
der immunologische Nachweis mit den erfindungsgemäßen Kits
daher die Bewertung der natürlichen
Abwehrkapazität
oder -fähigkeit
eines Säugers
mit Infektion durch spezifische Messung des Myeloperoxidase-Gehalts,
der aus neutrophilen Zellen und nur aus neutrophilen Zellen herrührt.
-
Die
erfindungsgemäßen Kits
sind auch anwendbar auf einige spezifische diagnostische Assays,
die bereits für
Pferde vorgeschlagen wurden, etwa die Erfassung von Erkrankungen
entzündlichen
Ursprungs, die den Säuger,
insbesondere das Pferd befallen können.
-
Nachstehend
sind einige ausführlichere
Informationen zu den entwickelten MYELO-ELISA- und MYELO-SIEFED-Kits
(oder Vorrichtungen) gegeben (allgemeines Schema siehe 1 und 2).
Das Akronym ELISA steht für
Enzyme-Linked Immuno Sorbent Assay und das Akronym SIEFED steht
für Specific
Immunological Extraction Followed by Enzymatic Detection.
-
Der
mit dem MYELO-ELISA-Kit durchführbare
Immunassay oder das Verfahren umfasst die folgenden Schritte. Die
Myeloperoxidase aus einer biologischen Probe, die einem Säuger, vorzugsweise
einem Pferd entnommen wurde, das gesund oder mutmaßlich erkrankt
ist, wird zunächst
immunologisch abgefangen. Das immunologische Abfangen erfolgt durch
spezifische immobilisierte erste Antikörper (immobilisiert auf einem
festen Träger,
etwa einer Kunststoff-Oberfläche einer
Mikrotiterplatte). Nach dem Abfangschritt wird an die immobilisierte
Myeloperoxidase ein weiterer Antikörper (der zweite Antikörper) gebunden,
der mit einem enzymatischen Marker gekoppelt ist, der verwendet
wird, um die Reaktion zwischen den ersten Antikörpern und der Myeloperoxidase
anzuzeigen. Die MPO-spezifischen Antikörper werden mit einem hochreinen
Myeloperoxidase-Molekül
erhalten, bei dem es sich um eine natürliche oder eine rekombinante
Myeloperoxidase handelt. Vorzugsweise wird eine rekombinante Myeloperoxidase
verwendet.
-
Das
(MYELO-)SIEFED-Kit (oder Vorrichtung) ist ein neuartiges und erfinderisches
Kit, mit dem ein Verfahren durchgeführt werden kann, das die folgenden
Schritte umfasst. Zunächst
erfolgt das Abfangen eines Enzyms, zum Beispiel Myeloperoxidase,
das aus einer Probe von einem Säuger,
vorzugsweise aus einer Probe von einem Pferd erhalten wurde. Die
Probe kann einem gesunden oder einem mutmaßlich erkrankten Individuum
entnommen werden. Das zu messende und/oder nachzuweisende Enzym
wird durch einen ersten immobilisierten spezifischen Antikörper abgefangen
(der auf einem unlöslichen
festen Träger
wie z.B. einer Kunststoff-Oberfläche
immobilisiert ist). Nach dem (immunologischen) Abfangen des Enzyms,
zum Beispiel MPO, erfolgt dann ein Waschschritt, wodurch Komponenten,
die die Messung stören
können,
weggewaschen werden. Die enzymatische Aktivität des Enzyms, zum Beispiel
Myeloperoxidase, das auf seinem ersten spezifischen Antikörper fixiert
ist, wird dann mit Hilfe von speziellen Techniken bestimmt, die
nachstehend beschrieben sind. Diese Technik benötigt keine umfangreichen und
mühsamen
Reinigungsschritte, die beim Arbeiten mit komplexen Proben jedoch
erforderlich wären.
-
Damit
betrifft die vorliegende Erfindung Immunassay-Kits (oder Teil-Kits oder Vorrichtungen),
die die Elemente zur Durchführung
wenigstens des Schritts dieser beiden Immunassays (MYELO-ELISA-
und (MYELO-)SIEFED-Immunassays)
umfassen. Solche Elemente können
die MPO-erkennenden Antikörper,
gegebenenfalls markiert und vorzugsweise auf festen Trägern fixiert
(wie z.B. Mikrotiterplatten (jeglichen Formats) oder Kügelchen),
Chromogene und andere Substrate, Puffer, Verdünnungsmittel oder Waschlösungen,
Blockiermittel etc. umfassen.
-
In
einer Ausführungsform
gemäß vorliegender
Erfindung sind die Kits (oder Vorrichtungen) Teil-Kits (die gegebenenfalls
verschiedene Teile der Elemente zur Durchführung der Verfahrensschritte
umfassen).
-
Ein
weiterer Aspekt der Erfindung betrifft Vorrichtungen zum Aktivierungszustand
neutrophiler Zellen, umfassend eines der vorstehend beschriebenen
ELISA- und/oder SIEFED-Kits.
-
Eine
besondere Ausführungsform
der Erfindung betrifft ein Sandwich-ELISA-Kit, wobei der zweite Antikörper durch
einen "Indikator"-Antikörper erkannt
wird, der mit einem Enzym wie etwa alkalischer Phosphatase markiert
ist, so dass der Immunkomplex [erster immobilisierter MPO-erkennender
Antikörper/MPO/zweiter
MPO-erkennender Antikörper]
nachgewiesen werden kann. Durch Umwandeln eines Substrats in ein
farbiges, phosphoreszierendes oder fluoreszierendes Reaktionsprodukt
ermöglicht
das an den zweiten Antikörper gebundene
Enzym den Nachweis und/oder die Quantifizierung des gebundenen MPO-Moleküls, das
in der Probe vorhanden ist. In einer besonderen Ausführungsform
der Erfindung ist der "Indikator"-Antikörper mit
einer alkalischen Phosphatase markiert, und das Substrat ist p-Nitrophenylphosphat.
Der Fachmann kennt jedoch viele andere geeignete Markierungen und
Substrate.
-
Eine
weitere Ausführungsform
der Erfindung betrifft ein MPO-SIEFED-Kit
und eine Vorrichtung, wobei die in der Probe vorhandene MPO durch
immobilisierte spezifische Antikörper
abgefangen wird. In diesem speziellen Fall wird ihre enzymatische
Aktivität über ein
fluorimetrisches Reaktionsprodukt eines Substrats wie z.B. Amplex® Red
(10-Acetyl-3,7-dihydroxyphenoxazin, ein Fluorogen) nachgewiesen,
wenn das Substrat in Gegenwart von H2O2 zur gebundenen MPO gegeben wird. Dem Fachmann
stehen zahlreiche andere Nachweistechniken und Hilfsmittel zur Verfügung.
-
Überraschend
wurde gefunden, dass die Nachweisempfindlichkeit des MPO-SIEFED-Kits
deutlich erhöht
werden kann durch Zugabe von Nitrit, das die Fluoreszenz erheblich
verbessert. Die bevorzugte Menge Nitrit (NO2 –),
die der Reaktionsmischung zuzugeben ist, liegt zwischen etwa 0,05
bis etwa 0,7 mg/ml und beträgt
vorzugsweise etwa 0,2 mg/ml. Das Nitrit wird vorzugsweise in Form
eines Salzes zugesetzt, etwa in Form eines Na-Salzes oder irgendeines
anderen Alkali- oder Erdalkalisalzes (wie z.B. Salze von Li, K,
Rb, Cs, Be, Mg, Ca, Sr), außer
giftigen Salzen (wie vermutlich die Ba-, Ra- oder Fr-Salze). Durch
die Verstärkung
des Detektionssignals wird es möglich,
die enzymatische Aktivität
eines Enzyms, zum Beispiel der von MPO, die aus Neutrophilen stammt,
in den komplexesten (biologischen) Medien, Geweben oder Proben genau
zu messen und zu erfassen.
-
In
einer besonderen und bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird
die Empfindlichkeit des enzymatischen Nachweises durch den Einsatz
von Nitrit als Fluoreszenzverstärker
wenigstens um das 2-fache, vorzugsweise we nigstens das 5-fache,
besonders bevorzugt wenigstens das 10-fache oder 20-fache erhöht.
-
Diese
Technik der Fluoreszenzverstärkung
ist gleich gut anwendbar auf den Nachweis anderer Peroxidase-Aktivitäten und
ist nicht nur anwendbar auf die beschriebenen SIEFED-Verfahren,
Kits und Vorrichtungen, sondern auf alle Nachweisverfahren oder
Kits, bei denen der Einsatz eines Peroxidase-Enzyms möglicherweise erforderlich ist.
-
Die
Verwendung von Nitrit führt
zur Verbesserung des enzymatischen Nachweises von Peroxidasen. Es
wurde gefunden, dass insbesondere Nitrit ein durch 10-Acetyl-3,7-dihydroxyphenoxazin
induziertes Fluoreszenzsignal erhöht.
-
Die
Bedeutung der vorstehend beschriebenen ELISA- und SIEFED-Kits und Vorrichtungen)
besteht darin, dass sie – falls
gewünscht – es ermöglichen,
die Gesamt-MPO-Konzentration (aktive und inaktive Enzym-Form; mit
Hilfe eines MYELO-ELISA) und die Konzentration nur der aktiven Form
(mit Hilfe eines MYELO-SIEFED) getrennt voneinander in Erfahrung
zu bringen, die freigesetzt wurde und/oder in biologischen Proben
vorhanden ist, die komplexe Proben sein können.
-
Bei
unkontrollierten inflammatorischen Prozessen könnte die Freisetzung von aktiver
Myeloperoxidase in biologische Flüssigkeiten (z.B. Blut) für umliegende
Zellen oder Gewebe schädlich
sein. Die SIEFED-Bioassays (Kits oder Vorrichtungen) erlauben die
Bestimmung des aktiven Teils des Enzyms (potentiell toxisch), während die
ELISA-Bioassays (Kits oder Vorrichtungen) Informationen zur Gesamtkonzentration
des Enzyms liefern. Die beiden Kits sind somit komplementär.
-
Die
möglichen
Anwendungen für
ELISA und SIEFED insbesondere für
(equine) Myeloperoxidase sind:
- – Bewertung
der Intensität
der Neutrophilen-Aktivierung und der systemischen oder lokalen inflammatorischen
Reaktion bei akuten oder chronischen inflammatorischen Pathologien
(Sepsis, septischer Schock, Lungenentzündungserkrankungen, Darmerkrankungen,
Laminitis);
- – Verlaufskontrolle
der Neutrophilen-Aktivierung während
der Therapie (Untersuchung der Wirkungen von Arzneimitteln, die
dem Patienten, vorzugsweise einem Pferd, verabreicht werden), wobei
ein und demselben erkrankten Individuum oder Säuger (vorzugsweise einem Pferd)
in verschiedenen Zeitabständen
Proben entnommen werden, wodurch der Neutrophilen-Aktivierungszustand
zeitlich verfolgt werden kann;
- – frühe Diagnose
oder Vorhersage einiger Pathologien;
- – Bewertung
der Fähigkeit
von Neutrophilen zur Zerstörung
von Mikroorganismen (Bewertung bei isolierten Neutrophilen); ein
Test, der bei Immunsuppressionspathologien anzuwenden ist;
- – Bewertung
der natürlichen
Abwehrkapazität
oder der Fähigkeit
eines Individuum oder einer Gruppe von Individuen zur Bekämpfung von
Infektionen;
- – Messung
des Abfangens von Myeloperoxidase durch andere Zellen (in Beziehung
zu ihrer Fähigkeit,
Mikroorganismen zu bekämpfen
und/oder zu zerstören);
- – Screening
und Auswahl von Verbindungen, die mit MPO induziert werden und möglicherweise
die Aktivität
dieser MPO beeinflussen.
-
Das
erfindungsgemäße Kit oder
die erfindungsgemäße Vorrichtung
ist daher vorzugsweise ein Screening-Kit oder eine solche Vorrichtung
mit hohem Durchsatz, umfassend Komponenten zum Messen, Screenen,
Auswählen
und möglicherweise
Gewinnen aktiver Verbindungen. Solche "aktiven Verbindungen" sind Komponenten, die ausgewählt sind
aus der Gruppe bestehend aus chemisch oder biologisch synthetisierten Molekülen (darunter
Antikörper),
gereinigten neuen natürlichen
Molekülen,
Extrakten von pflanzlichen oder tierischen Mikroorganismen oder
einer Mischung derselben. Diese Verbindungen sind vorzugsweise MPO-Hemmer
(reversible oder irreversible Hemmer). Der Begriff "Enzymhemmer" steht für eine Verbindung
oder ein Agens, die/das die mit einem Enzym in einer Weise kombiniert,
dass die normale Substrat/Enzym-Kombination und
die katalytische Reaktion verhindert wird. Mit dem erfindungsgemäßen Kit
lässt sich
folgendes Verfahren durchführen,
umfassend die Schritte:
- – Abfangen aktiver MPO (vorzugsweise über einen
MPO-spezifischen Antikörper
oder einen hypervariablen Teil desselben, der an einen festen Träger gebunden
ist, vorzugsweise den festen Träger
des erfindungsgemäßen SIEFED-Kits
oder der erfindungsgemäßen Vorrichtung);
- – gegebenenfalls
Messen der MPO-Aktivität,
vorzugsweise mit Hilfe des vorstehend beschriebenen SIEFED-Verfahrens;
- – Zugeben
einer oder mehrerer Verbindungen zu der aktiven MPO (die an den
Antikörper
oder einen hypervariablen Teil derselben gebunden ist);
- – Messen
der MPO-Aktivität
nach Zugabe der Verbindung(en) und vorzugsweise nach einem Waschschritt für die nicht
gebundene(n) Verbindung(en);
- – gegebenenfalls
Vergleichen der MPO-Aktivität
vor oder nach Zugabe der Verbindung(en); und
- – gegebenenfalls
Gewinnen der Verbindung(en), die mit MPO wechselwirkt/wechselwirken.
-
Untersucht
man andere Zellen als Neutrophile auf ihre Fähigkeit hin, Mikroorganismen
zu bekämpfen und/oder
zu zerstören,
so werden die vorstehend beschriebenen Bioassays auf Proben angewandt,
die diese andere Zellart enthalten. Durch Vergleichen der bei diesen
Zellen erhaltenen MPO-Spiegel mit den Neutrophilen-MPO-Spiegeln
gesunder Individuen kann die Leistungsfähigkeit oder Fähigkeit
der Zellen zur Bekämpfung von
Infektionen durch Mikroorganismen abgeschätzt werden.
-
Die
obigen Kits oder Vorrichtungen können
des Weiteren bei der Untersuchung der Wirksamkeit bestimmter Medikamente
wie etwa Immunmodulatoren vorteilhaft eingesetzt werden. Die MPO-Spiegel
von Neutrophilen, die bei spielsweise mit diesen Immunmodulatoren
in Kontakt gekommen sind, werden dann mit den MPO-Spiegeln von nicht
behandelten neutrophilen Zellen verglichen, wobei die MPO-Spiegel
den Aktivierungszustand der Neutrophilen und/oder deren Fähigkeit
zur Bekämpfung
und/oder Zerstörung
von Mikroorganismen angeben.
-
Die
erfindungsgemäßen Nachweiskits
sind insbesondere brauchbar bei der Vorhersage, Diagnose – möglicherweise
in einem sehr frühen
Stadium – und/oder
Verlaufskontrolle einer der folgenden Pathologien oder Erkrankungen:
entzündliche
Erkrankungen, Verdauungserkrankungen, Erkrankungen mit Darmeinklemmung,
Sepsis, septischer Schock, chronische und akute Lungenerkrankungen
(mit Invasion der Alveolen durch Neutrophile), ischämische Reperfusionspathologien,
Gelenkerkrankungen (wobei Neutrophile in den Gelenken vorhanden
sind), Koliken, Allergien, Infektionen, kardiovaskuläre Krankheiten
etc..
-
Das
erfindungsgemäße SIEFED-Kit
oder die Vorrichtung sind zudem besonders brauchbar für die in vitro-Bewertung
der Fähigkeit
von Arzneimitteln zur Hemmung der Myeloperoxidase-Aktivität (entweder
natürliche
Produkte, die aus Pflanzenextrakten erhalten werden oder tierischen
Ursprungs sind, oder neu synthetisierte Moleküle), wobei es möglich ist,
zwischen einer neutralisierenden Wirkung der Arzneimittel auf die
Produkte der Myeloperoxidase-Aktivität (stöchiometrische Antioxidationsmittel-Aktivität) oder
einer direkten hemmenden Wirkung auf die Enzymfunktion selbst (antikatalytische
Aktivität)
zu unterscheiden.
-
Ein
letzter Aspekt betrifft die Verbindung, die mit der MPO-Aktivität wechselwirkt
und mit Hilfe des erfindungsgemäßen Kits
gewonnen wird, vorzugsweise eine therapeutische oder prophylaktische
Verbindung, die zur Behandlung eines(r) oder mehrerer der vorstehend
beschriebenen Symptome oder Krankheiten verwendet werden kann.
-
Durch
Vergleichen der mittels ELISA gemessenen MPO-Spiegel (aktive und
inaktive MPO wird gemessen) und SIEFED-Techniken (nur aktive MPO
wird gemessen) kann ganz allgemein die Wirksamkeit von Reinigungstechniken überprüft werden.
-
Kurze Beschreibung
der Figuren und Zeichnungen
-
1 stellt
ein allgemeines Schema eines MYELO-ELISA dar, der mit dem erfindungsgemäßen MYELO-ELISA-Kit
durchgeführt
werden kann.
-
2 stellt
ein allgemeines Schema eines MYELO-SIEFED mit Fluoreszenzverstärkung oder
-verbesserung dar, der mit dem erfindungsgemäßen MYELO-SIEFED-Kit durchgeführt werden
kann.
-
3 stellt
die Hauptschritte der MPO-Reinigung dar, sichtbar gemacht mittels
Elektrophorese reiner equiner MPO unter nicht reduzierenden Bedingungen
[A], unter reduzierenden Bedingungen [A(R)] sowie unter nicht reduzierenden
Bedingungen mit Nachweis enzymatischer Aktivität auf dem Gel [A (o-Dianisidin)].
Die Reinigungsschritte umfassten die Isolierung polymorphkerniger
Leukozyten (PMN) aus Blut, die Extraktion von PMN, Dialyse, Chromatographie
(Kationenaustausch, Gelfiltration) und Elektrophorese.
-
4 zeigt
die erhaltenen Ergebnisse eines Immundiffusionstests für Kaninchen-IgG
(1) und Meerschweinchen-IgG (2) gegen Pferde-MPO.
Die bei diesem Test verwendeten Antikörper waren polyklonale Antikörper (IgG),
gereinigt durch Affinitätschromatographie
auf Protein A-Sepharose.
-
5 zeigt
die MPO-Standardkurven für
einen mit polyklonalen Antikörpern
durchgeführten
MYELO-ELISA: vor (A) und nach (B) der logarithmischen Transformation
(n=10). Die OD-Mittelwerte, Standardabweichungen (SD) und Variationskoeffizienten
(CV) sind in der entsprechenden Tabelle angegeben.
-
6 zeigt
die MPO-Standardkurven für
einen mit monoklonalen Antikörpern
durchgeführten
MYELO-ELISA: vor (A) und nach (B) der logarithmischen Transformation
(n=10). Die OD-Mittelwerte, Standardabweichungen (SD) und Variationskoeffizienten
(CV) sind in der entsprechenden Tabelle angegeben. Die Kurven erwiesen
sich als linear für
MPO-Konzentrationen im Bereich zwischen 3,125 und 50 ng/ml.
-
7 zeigt
eine Intraassay-Variation für
MYELO-ELISAs, die mit polyklonalen Antikörpern durchgeführt wurden.
EDTA-Plasmen, die Pferden mit (Patho) oder ohne (N) Pathologien
entnommen worden waren, wurden 40-fach verdünnt. Die OD-Mittelwerte, Standardabweichungen
(SD) und Variationskoeffizienten (CV) sind in der entsprechenden
Tabelle angegeben.
-
8 zeigt
eine Interassay-Variation für
MYELO-ELISAs, die mit polyklonalen Antikörpern durchgeführt wurden.
EDTA-Plasmen, die Pferden mit (Patho) oder ohne (N) Pathologien
entnommen worden waren, wurden 40-fach verdünnt. Die OD-Mittelwerte, Standardabweichungen
(SD) und Variationskoeffizienten (CV) sind in der entsprechenden
Tabelle angegeben.
-
9 zeigt
die Auswirkungen der Probenverdünnung
auf MPO-Werte, die
mittels ELISA in Serum und Plasma gemessen wurden (A), und auf MPO-Werte,
die mittels ELISA im Überstand
von stimulierten (PMN A) oder nicht stimulierten (PMN NA) equinen
Neutrophilen gemessen wurden (n=3).
-
10 zeigt
die Ergebnisse eines MYELO-SIEFED, der mit polyklonalen Antikörpern durchgeführt wurde:
vor (A) und nach (B) der linearen Transformation (n=3). Die OD-Mittelwerte,
Standardabweichungen (SD) und Variationskoeffizienten (CV) sind
in der entsprechenden Tabelle angegeben. Inkubationszeit von MPO
mit immobilisierten Antikörpern:
2 h bei 37°C.
Die enzymatische Aktivität
wurde mit Amplex® Red als Substrat erfasst.
-
11 zeigt
eine MPO-Standardkurve für
einen MYELO-SIEFED, der mit monoklonalen Antikörpern durchgeführt wurde:
vor (A) und nach (B) der linearen Transformation (n=3). Die OD-Mittelwerte,
Standardabweichungen (SD) und Variationskoeffizienten (CV) sind
in der entsprechenden Tabelle angegeben.
-
12 stellt
eine MPO-Standardkurve für
einen MYELO-SIEFED dar und zeigt die positive Wirkung der Zugabe
von Nitriten als enzymatischer Reaktionsverstärker bei Verwendung von Amplex® Red
als Substrat (MYELO-SIEFED+).
-
13 belegt,
dass ein mit polyklonalen Antikörpern
durchgeführter
MYELO-SIEFED zum Nachweisen und Messen der enzymatischen MPO-Aktivität in biologischen
Proben wirkungsvoll verwendet werden kann. Es ist eine Unterscheidung
möglich
zwischen den MPO-Spiegeln nicht stimulierter Neutrophile (PMN) und
denen von Neutrophilen, die durch Phorbolmyristatacetat stimuliert
wurden (PMN + PMA). Es wurde eine zunehmende Anzahl von PMN verwendet.
-
14 belegt,
dass ein MYELO-SIEFED zum Nachweisen und Messen der enzymatischen
MPO-Aktivität
in verschiedenen biologischen Proben wie z.B. Plasma und Samenflüssigkeit
wirkungsvoll verwendet werden kann und dass eine Unterscheidung
möglich
ist zwischen normalen (gesunden) und pathologischen Proben. SD:
Standardabweichung; CV: Variationskoeffizient; N: normale Proben;
P: pathologische Proben.
-
15 zeigt
die absolute Neutrophilenzahl (Anzahl Zellen 104/ml)
(Abs N); die relative Anzahl der Neutrophilen (in %) (Rel N) und
die BAL-MPO (ng/ml) (MPO) aus 7 Kaltblutpferden entweder in einer
Krisis oder nach 2 Monaten auf der Weide und bei Gesundheits-Kontrollpferden
(signifikant unterschied lich von gesunden Pferden und Kaltblutpferden
in Remission; + signifikant unterschiedlich von gesunden Pferden).
-
16 zeigt
die hemmende Wirkung von Curcumin auf die MPO-Freisetzung durch Neutrophile, inkubiert
in PBS-Puffer mit oder ohne Stimulierung mit Phorbolmyristatacetat
(PMA) (Curcumin (Curcu) wurde in Ethanol gelöst. MPO wurde im Überstand
der aktivierten Neutrophile mittels ELISA gemessen).
-
17 stellt
die hemmende Wirkung von Curcumin auf die MPO-Aktivität dar. Eingesetzte MPO-Konzentration:
9 ng/ml. Die Inkubationszeit von Curcumin mit MPO vor dem Assay
mittels SIEFED war 30 min. (Die konzentrierteste Curcumin-Lösung wurde
in Ethanol hergestellt (175 mM), und die Verdünnungen dieser konzentrierten
Lösung
wurden mit PBS-Puffer durchgeführt.)
-
Ausführliche
Beschreibung der Erfindung
-
Die
vorliegende Erfindung soll nun anhand der folgenden Beschreibung
der bevorzugten Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung mit Bezug auf die beigefügten Figuren
ausführlich
beschrieben werden.
-
Die
nachstehend gegebenen Beispiele sollen der Erläuterung dienen und nicht als
einschränkend
aufgefasst werden.
-
Beispiele
-
Beispiel 1: Reinigung
von Pferde-Myeloperoxidase (MPO)
-
MPO
wurde aus equinen polymorphkernigen Leukozyten (PMN) extrahiert,
die aus Vollblut durch Sedimentierung mit Hilfe eines Ficoll-Paque-Dichtegradienten
isoliert wurden. Die Reinigung wurde – mit einigen Abwandlun gen – in Anlehnung
an eine früher
beschriebene Technik durchgeführt
(Mathy-Hartert et
al. 1998, Can J Vet Res. 62:127-32). Kurz umrissen wurde ein Neutrophilen-Konzentrat
in Natriumacetat-Puffer homogenisiert (0,2 M Na-acetat; 1 M NaCl;
pH 4,7), der 1% Cetyltrimethylammoniumbromid (CETAB) enthielt. Der Überstand
wurde durch Zentrifugation abgenommen und dialysiert. Durch die
Dialyse konnten Elastase und Kathepsin G ausgefällt werden, während die
MPO im Überstand
gewonnen wurde. Die MPO wurde durch zwei chromatographische Schritte
weiter aufgereinigt: Ionenaustausch (Hiload SP-Sepharose) mit einem
NaCl-Gradient und anschließend
Gelfiltrationschromatographie auf Hiload Superdex 200 (Elution mit
einem NaCl/Acetat-Puffer). Die Reinheit von MPO wurde bewertet mittels
enzymatischer Assays (o-Dianisidin-Technik) und Elektrophorese auf
Polyacrylamid-Gelen (ExcelGel SDS, Gradient 8-18) (3).
-
Beispiel 2: Herstellung
und Reinigung von MPO-Antikörpern
-
Zur
Herstellung von polyklonalen Antikörpern wurden Antiseren in Kaninchen
und Meerschweinchen durch intradermale Injektion von 100 μg reiner
Pferde-MPO gebildet. Booster-Injektionen mit 50 μg MPO wurden in Intervallen
von 15 Tagen gegeben. Blutproben wurden 10 Tage nach jeder Booster-Injektion entnommen.
Nach dem letzten Booster wurden die beiden Tiere ausgeblutet. Die
Reinigung der polyklonalen Antikörper
(Immunglobulin oder IgG) aus den Antiseren wurde mittels Affinitätschromatographie
auf einer Protein A-Sepharose-Säule durchgeführt. Die
Reaktivität
der beiden Antikörper
gegen equine MPO wurde mittels Immundiffusion qualitativ geprüft (Ouchterlony-Technik) (4).
-
Monoklonale
Antikörper
und entsprechende Hybridome wurden erhalten und auf ihre Reaktivität gegen
equine MPO getestet. Aus mehreren passen den Hybridomen wurden zwei
für die
Herstellung monoklonaler Antikörper
zur Verwendung bei den ELISA- und SIEFED-Techniken ausgewählt.
-
Beispiel 3: Sandwich-ELISA-Technik
zur Messung des gesamten Neutrophilen-MPO-Gehalts (aktiv und inaktiv)
-
Zur
Messung des Aktivierungszustands der Neutrophilen durch Messen sowohl
aktiver als auch inaktiver MPO (1) wurde ein klassisches "Sandwich"-ELISA-Verfahren
konzipiert (1). Der zur Messung von MPO
(1) entwickelte ELISA wird auch als MYELO-ELISA bezeichnet.
Kaninchen-IgG, der primäre
Antikörper (2),
wird im Überschuss
(3 μg/ml)
auf den Vertiefungen einer Mikrotiterplatte (3) (Cliniplate
EB, Labsystem) immobilisiert (aufbeschichtet). Ein Standard- oder
Testantigen (equine MPO (1)) wird mit dem primären Antikörper (2)
bei 37°C über Nacht
inkubiert. Nach Waschen (0,9% NaCl-Lösung, enthaltend 0,1% Tween
20) wird der immobilisierte Antikörper/Antigen-Komplex mit einem Überschuss
(5 μg/ml)
Meerschweinchen-IgG, dem sekundären
Antikörper
(4), inkubiert (2 h, 37°C).
Nach dem Waschen wird ein dritter, gegen Meerschweinchen-IgG produzierter
Antikörper
(5) zugesetzt. Dieses dritte IgG (5) (Ziegen-IgG)
wird mit alkalischer Phosphatase (6) markiert und erkennt
den "Sandwich"-Komplex "primärer Antikörper-MPO-sekundärer Antikörper". Nach Waschen wird
die Phosphatase-Aktivität
durch Inkubation (30 min, 37°C,
in der Dunkelheit) mit einer p-Nitrophenylphosphat-Lösung (Phosphatase-Substrat,
Sigma) erfasst. Die Reaktion wird mit NaOH gestoppt, und die Extinktion
(405 nm) wird mit einem Multiscan Ascent-Gerät (Labsystem) (7)
gemessen. Alle den Vertiefungen zugesetzten Volumina umfassen 100 μl, außer für das Waschen
(300 μl)
und für
die Substratlösung (200 μl). Die Kontrollen
(blind) und Verdünnungen
der Standard-MPO und der Proben wurden mit Verdünnungspuffer hergestellt [PBS
(20 mM Phosphat, 137 mM NaCl und 2,7 mM KCl, pH 7,4), das mit 5
g/l Rinderserumalbumin und 0,1% Tween 20 versetzt wurde]. Die gleiche
ELISA-Technik wurde auch für
monoklonale Antikörper
als primäre
Antikörper
entwickelt.
-
Das
mit diesen ELISA-Assays erhaltene Ansprechen der Extinktion ist
direkt proportional zur Menge des gebildeten Sandwich-Komplexes,
mit anderen Worten: zur Konzentration von MPO in der Probe.
-
Beispiel 4: SIEFED-Technik
zur Messung des aktiven Neutrophilen-MPO-Gehalts
-
SIEFED
("specific immunological
extraction followed by enzymatic detection") ist eine Immunnachweistechnik, bestehend
aus zwei Schritten:
- – Abfangen eines Enzyms wie
z.B. (equine) MPO (1) aus biologischen Proben durch immobilisierte
spezifische Antikörper
(2), und anschließend
- – enzymatischer
Nachweis des Enzyms, etwa MPO (1), das auf den Antikörpern immobilisiert
ist, die auf einen festen Träger
(3) aufbeschichtet sind (2).
-
Im
Gegensatz zu dem vorstehend beschriebenen ELISA-Test wird bei den
SIEFED-Techniken nur aktive MPO gemessen. Somit sind beide Tests
in gewisser Weise komplementär.
-
Wie
beim ELISA-Test ist der primäre
Antikörper,
der die MPO abfängt,
Kaninchen-IgG (3 μg/ml).
Standard-MPO oder eine unbekannte Probe wird 2 h bei 37°C inkubiert.
Nach dem Waschen wird die Peroxidase-Aktivität von MPO durch Zugabe von
100 μl einer
10 μM H2O2-Lösung und
40 μM Amplex® Red
(10-Acetyl-3,7-dihydroxyphenoxazin; Molecular Probes) in Phosphat-Puffer
(50 mM, pH 7,5) nachgewiesen. Nach Inkubation in der Dunkelheit
(30 min, 37°C)
wird die Fluoreszenz bei 590 nm mit einem Fluoroscan Ascent-Gerät (Labsystems)
abgelesen. Die den Vertiefungen zugesetzten Volumina an primärem Antikörper und
Probe sind 200 μl.
Die Kontrollen (blind) und Verdünnungen
der Proben werden mit Verdünnungspuffer
hergestellt.
-
Die
gleiche Technik wurde für
monoklonale Antikörper
entwickelt, die die aktive Form von MPO erkennen.
-
Es
wurde eine kreative Technik der Verstärkung der Peroxidase-Reaktion von MPO
entwickelt, die zu einem erhöhten
Ansprechen der Fluoreszenz und zu einer erhöhten Empfindlichkeit des MYELO-SIEFED führt. Verstärkung der
Fluoreszenz wurde überraschend
erhalten bei Zugabe einer definierten Konzentration von Nitrit-Ionen
(etwa 10 mM) zur Amplex® Red-Lösung. Diese Technik der Empfindlichkeitsverstärkung ist auch
auf den enzymatischen Nachweis anderer Peroxidasen bei anderen medizinischen
oder industriellen Nachweisverfahren anwendbar.
-
Ergebnisse
und Diskussion
-
Die gereinigte MPO behält ihre
enzymatische Aktivität
bei
-
Die
Elektrophorese gereinigter Pferde-MPO zeigt 3 Banden: zwei bei einem
Molekulargewicht um 120 kDa (natives Enzym) und eine bei 96 kDa
(Vorläufer)
(3). Wird MPO mit Dithiothreitol behandelt (vor
dem Beladen des Gels, um die inneren Disulfid-Brücken aufzubrechen und die Untereinheiten-Struktur des Enzyms freizusetzen),
so verbleibt die Bande bei 96 kDa, die Banden bei 120 kDa verschwinden,
und es erscheinen zwei Banden bei 64 kDa und 16 kDa, entsprechend
der schweren bzw. der leichten Untereinheit des Enzyms. Eine schwach
gefärbte
Bande erscheint auch bei einem Molekulargewicht von 40 kDa, die
sich aus dem Bruch einer intramolekularen Disulfid-Brücke ergeben
kann oder die schwere Untereinheit ohne die prosthetische Gruppe
darstellt. Eine weitere schwache Bande erscheint bei 76 kDa, die
dem Teilenzym (schwere und leichte Untereinheiten) zugeschrieben
werden könnte.
Die Peroxidase-Aktivität (definiert
als Färbung
der Protein-Banden auf dem Gel durch o-Dianisidin in Gegenwart von
H2O2) zeigte Aktivität bei den
120 kDa-Banden unter nicht reduzierenden Bedingungen.
-
Die gebildeten polyklonalen
und monoklonalen Antikörper
erkennen wirkungsvoll MPO
-
Gute
Reaktivität
(Vorhandensein von Präzipitationsbögen) wurde
zwischen Pferde-MPO und IgG von Kaninchen und Meerschweinchen beobachtet
(4, Ouchterlony-Nachweistechnik). Ähnliche
Ergebnisse werden mit mehreren monoklonalen Antikörpern erhalten,
und zwei von diesen wurden für
die weitere ELISA- und SIEFED-Entwicklung ausgewählt.
-
MPO Standardkurve
für den
entwickelten ELISA-Test
-
Eine
MPO-Standardkurve wurde erhalten durch Auftragen der Extinktionswerte
bei 405 nm als Funktion der Standard-MPO-Konzentrationen, die mit
Hilfe des entwickelten ELISA-Tests gemessen wurden. Diese Standardkurve
ist eine klassische Kurve und erreicht ein Plateau bei den höchsten MPO-Konzentrationen. Eine
nahezu lineare Kurve wird erhalten, wenn die MPO-Konzentrationen in logarithmischer Form
dargestellt werden (5). Die in 5 gezeigte
Tabelle listet die Extinktionswerte (405 nm), die Standardabweichung (SD)
und den Intraassay-Variationskoeffizienten (CV in %) auf, erhalten
für eine
Pferde-MPO-Zweifach-Verdünnungsreihe über einen
Bereich von 0,78 bis 100 ng/ml MPO im Verdünnungspuffer (Zusammensetzung siehe
Beispiel 3).
-
Die
mit einem monoklonalen Antikörper
erhaltenen Standardkurven sind in 6 gezeigt.
Die Ergebnisse sind denen ähnlich,
die mit den polyklonalen Antikörpern
erhalten wurden (5).
-
Die
MPO-Standardkurven erlauben eine Quantifizierung der Menge nachgewiesener
MPO. Eine solche Quantifizierung kann nutzbringend sein für die Überwachung
des Fortschreitens einer Krankheit. Durch Vergleichen der mittleren
MPO-Spiegel von gesunden und erkrankten Individuen können Grenzwerte
erstellt werden, die eine Unterscheidung zwischen gesunden und kranken
Säugern
erlauben. Vorzugsweise werden solche Grenzwerte für verschiedene
biologische Proben erstellt, die auf Neutrophilen-MPO-Spiegel getestet werden.
-
Der entwickelte MPO-ELISA-Test
erlaubt den Nachweis von Pferde-MPO in azellulären komplexen Proben wie Plasma
-
Die
MPO-Spiegel wurden nachgewiesen in biologischen Proben, bestehend
aus Plasma, das mit verschiedenen Antikoagulantien (EDTA, Citrat, Heparin)
aus Blut gewonnen wurde, Serum (9A)
oder Überstand,
der von stimulierten oder nicht stimulierten Neutrophilen (PMN)
isoliert wurde (9B).
-
Es
wurde gefunden, dass die beste Probennahmetechnik für die MPO-Messung
in Plasma (als wahrer Beleg der Neutrophilen-Degranulation in vivo)
darin besteht, Blut auf EDTA zu ziehen, wobei ein MPO-Plasmawert
erhalten werden kann, der zeitlich stabil ist. Plasma, das auf Heparin
gezogen wird, und Serum ermöglichen
eine in vitro-Degranulation von Neutrophilen, was zu Artefaktwerten
von MPO führt.
-
Eine
erhebliche Freisetzung von MPO wurde im Überstand von angeregten Neutrophilen
im Vergleich zu nicht angeregten beobachtet. Die Variationskoeffizienten
bei Intraassay (7) und Interassay (8)
(Beleg für
die Genauigkeit der Technik) wurden für Plasma erstellt, das gesunden
Pferden und Pferden mit inflammatorischen Pathologien entnommen
wurde.
-
Die
höchsten
Konzentrationen an MPO wurden in Plasma aus Pferden mit Darmeinklemmungserkrankungen
beobachtet.
-
Aus
dem Obigen zeigt sich, dass die Tests der vorliegenden Erfindung
empfindlich, genau und eindeutig dazu in der Lage sind, zwischen
gesunden und erkrankten Tieren zu unterscheiden. Die Tests zeigen
auch, dass die Messung von Plasma-MPO als Beleg für die Neutrophilen-Aktivierung
herangezogen werden kann und dass eine positive Korrelation mit
bestimmten Pathologien besteht.
-
Die
Tests wurden auch mit Erfolg auf Peritonealflüssigkeit und Samenflüssigkeit
angewandt.
-
Empfindlichkeit
und Genauigkeit des entwickelten ELISA-Tests
-
Bei
dem entwickelten ELISA-Test auf equine MPO (MYELO-ELISA) beträgt die Empfindlichkeit
des Assays etwa 2 ng/ml. Es wird gute Intraassay- und Interassay-Genauigkeit für Standardkurven
(kleiner als 8%) und biologische Proben (gewöhnlich kleiner als 10%) erhalten.
Der bei normalen Pferden gemessene MPO-Mittelwert war 181,8 ± 64,7
ng/ml in Plasma mit EDTA-Antikoagulans (n=38).
-
Myeloperoxidase-Konzentration
in bronchoalveolären
Spülungen
aus gesunden Pferden und Kaltblutpferden
-
Bei
Pferden ist bekannt, dass durch rezidivierenden Luftwegverschluss
oder schwere Atmung eine intraalveoläre Zunahme von Neutrophilen
induziert wird, wie in Flüssigkeiten
der bronchoalveolären
Spülung (BAL)
zu beobachten ist. Myeloperoxidase (MPO) ist ein spezifisches Enzym
von Neutrophilen-Granula mit starker Oxidationswirkung, das sehr
wahrscheinlich eine Rolle bei Lungenentzündungen spielt, die bei Pferden mit
schwerer Atmung beobachtet werden. Es wurde noch nie in der BAL
von Pferden gemessen.
-
Sieben
Pferde mit schwerer Atmung wurden schimmligem Heu ausgesetzt, bis
eine maximale Veränderung
des Pleuraldrucks erreicht war (ΔPplmax) > 15 cmH2O.
Zu diesem Zeitpunkt wurde eine BAL durchgeführt. Eine BAL-Zytologie, d.h.,
Gesamtzellenzahl und prozentualer Neutrophilen-Anteil, wurde unmittelbar durchgeführt, während die
MPO-Konzentration im BAL-Überstand
(10 Minuten Zentrifugieren mit 1000 g) unmittelbar bestimmt wurde
unter Anwendung eines spezifischen enzymvermittelten Immunassays
(ELISA) mit polyklonalen Antikörpern,
die gegen equine MPO gezüchtet
worden waren (Patent Nr. 04 447 027.6). Die Tests wurden mit den
gleichen Pferden wiederholt, nachdem diese 2 Monate auf der Weide
verbracht hatten. Sechs gesunde Pferde dienten als Kontrollen. Die
Mittelwerte wurden mit einem ANOVA vergli chen, und eine Wahrscheinlichkeit
von > 0,05 wurde als
signifikant erachtet. Die Beziehung zwischen absoluten und relativen
Neutrophilen wurde durch lineare Regression mit den gewonnenen Daten
bewertet.
-
Die
Einwirkung von Schimmel induzierte signifikante Erhöhungen bei ΔPplmax (28,4 ± 14,6
cmH2O), bei den absoluten wie auch relativen
Neutrophilen sowie beim MPO-Spiegel (1). Nach
2 Monaten auf der Weide hatten die Pferde wieder ein physiologisches ΔPplmax (8,1 ± 0,7 cmH2O), während
die absolute und relative Neutrophilenzahl und die MPO-Konzentration
signifikant abgenommen hatten (15).
-
Es
gab keine signifikanten Unterschiede zwischen der Neutrophilenzahl
bei Kontrollpferden und Kaltblutpferden in Remission, doch war ihre
jeweilige BAL-MPO-Konzentration
verschieden, wobei die MPO-Spiegel aus Kaltblutpferden signifikant
höher waren.
Die Korrelation zwischen den MPO-Spiegeln und den Neutrophilenzahlen
war signifikant, mit R2-Werten von 0,671 und 0,825 für die relativen
bzw. absoluten Neutrophile.
-
Wirkungen von natürlichen
Polyphenolen, Curcumin und Tetrahydrocurcumin (THC) auf aktivierte
equine Neutrophile und auf die MPO-Aktivität.
-
Die
aus Citrat-versetztem Blut von gesunden Pferden isolierten Neutrophile
wurden gezählt,
in Phosphat-gepufferter Salzlösung
(PBS) bei pH 7,4 suspendiert und 10 min bei 37°C mit Curcumin oder THC in einer Endkonzentration
von 10–4,
10–5 oder
10–6 M
inkubiert. Nach Inkubation und Zentrifugation (1000 × g, 10
min) wurden die Neutrophile in PBS resuspendiert und entweder 30
min mit 8·10–7 M
Phorbolmyristatacetat (PMA) aktiviert, unter gleichzeitiger Verfolgung
der chemilumineszenten Reaktion in Gegenwart von Lucigenin (5·10–8 M),
oder unter den gleichen Bedingungen aktiviert, gefolgt von Zentrifugation
und MPO-Messung im Überstand.
Die MPO – Marker
der Neutrophilen-Degranulation – wurde
mit Hilfe eines spezifischen, gegen equine MPO gerichteten ELISA
gemessen. Die Wirkung von Polyphenolen auf die MPO-Aktivität wur de
mit Hilfe des SIEFED-Verfahrens ("Specific Immunological Extraction Followed
by Enzymatic Detection")
getestet, mit dem es möglich
ist, die Arzneimittel-Wechselwirkungen
des Enzyms ohne Störungen
des Reaktionsmediums zu untersuchen.
-
Curcumin
und THC hatten beide dosisabhängige
hemmende Wirkungen auf das Ansprechen der Chemilumineszenz und die
MPO-Freisetzung durch aktivierte Neutrophile sowie auf die MPO-Aktivität. Die prozentuale
Hemmung der Chemilumineszenz, der MPO-Freisetzung und MPO-Aktivität war 70%,
44% und 60% bei Curcumin (10–5 M) und 12%, 18% und
22% bei THC (10–5 M). Die höhere Wirksamkeit
von Curcumin lässt
sich zumindest teilweise durch dessen chemische Struktur erklären. Die
konjugierten Doppelbindungen und die ebene Struktur des Curcumins
scheinen die Neutralisation der durch die aktivierten Neutrophile
erzeugten radikalischen Spezies und die Wechselwirkung des Arzneimittels
mit den aktiven Zentren von MPO zu erleichtern. Aus diesen hemmenden
Wirkungen von Curcumin auf equine Neutrophile und die MPO-Aktivität ergeben sich
therapeutische Perspektiven bei Pferdekrankheiten mit übermäßigen entzündlichen
Reaktionen.
-
SIEFED-Technik zur Messung
der Spiegel aktiver MPO in Gewebeextrakten (MYELO-SIEFED) und zur
Unterscheidung der aktiven MPO-Form von der Gesamt-MPO (inaktive
und aktive Form) in biologischen Proben
-
Die
enzymatische Aktivität
von MPO produziert HOCl (Hypochlorsäure) oder NaOCl (Natriumhypochlorit)
und andere oxidierende Spezies, die potentiell toxisch sind, wenn
das Enzym direkt in Kontakt mit Geweben oder in Zellen wirkt, also
an anderen Stellen als im Phagolysom. MPO kann in biologischen Flüssigkeiten
in einer inaktiven Form vorliegen (Hemmung durch Oxidation oder
durch spezifische Hemmer). Interessant ist die Unterscheidung der
aktiven MPO von ihrer inaktiven Form in biologischen Proben.
-
Eine
direkte enzymatische Messung von MPO in biologischen Flüssigkeiten
ist aufgrund der Gegenwart von Proteinen – hauptsächlich Albumin – unmöglich. Vor
der Messung in einem komplexen biologischen Medium müsste das
Enzym mit Hilfe langwieriger Reinigungsverfahren unter Beteiligung
chromatographischer Trennung extrahiert werden. Das kreative Moment
der SIEFED-Technik
liegt darin, dass aktive MPO lediglich durch Ausführen zweier
einfacher Schritte nachgewiesen werden kann, nämlich durch Abfangen equiner
MPO aus der biologischen Probe mit Hilfe spezifischer immobilisierter
Antikörper
und – nach
Waschen (Beseitigung von Albumin und anderen Proteinen) – anschließendes direktes
Nachweisen der enzymatischen Aktivität mit einem entsprechenden
Substrat (hauptsächlich
mit hoher Empfindlichkeit).
-
Die
SIEFED-Technik zeigt indirekt jegliche Anomalie auf, die sich während der
Isolierung und Reinigung der MPO ergeben haben könnte.
-
MPO-Standardkurve
für den
SIEFED-Test
-
Eine
MPO-Standardkurve wurde erhalten durch Auftragen der Fluoreszenz-Werte
(die der MPO-Aktivität
entsprechen), abgelesen bei 590 nm, als Funktion der Standard-MPO-Konzentrationen,
die mit dem entwickelten SIEFED-Test gemessen wurden.
-
Eine
Standardkurve, erhalten mit steigenden Konzentrationen an MPO, ist
in 10A gezeigt. Mit der mathematischen
Transformation der Fluoreszenzwerte wird eine nahezu lineare Kurve
erhalten (10B). In der entsprechenden
Tabelle von 10 sind die mittleren Extinktionswerte,
die Standardabweichung und der Intraassay-Variationskoeffizient
(CV (%) als Angabe der Genauigkeit des Assays) aufgeführt, die
für die
gemessenen MPO-Konzentrationen erhalten wurden (2-fache Verdünnungsreihe).
Die Reaktionszeit mit Amplex Red war 30 min. Die Inkubationszeit
von MPO mit immobilisiertem polyklonalen Antikörper war 2 h bei 37°C.
-
Eine ähnliche
Standardkurve wurde erhalten bei Verwendung monoklonaler Antikörper (11).
-
Durch
Zugabe von Nitrit-Ionen (etwa 10 mM) in Form eines Salzes (Natrium-Salz)
zum Reaktionsmedium kann die Empfindlichkeit des SIEFED-Assays bis um das
Zehnfache verbessert werden (12).
-
Der entwickelte MYELO-SIEFED-Test
erlaubt den Nachweis aktiver equiner MPO in azellulären komplexen Proben
wie etwa Plasma
-
MPO-Spiegel
wurden mit Hilfe des entwickelten SIEFED-Tests in biologischen Proben
gemessen, bestehend aus Plasma, Serum, Samenflüssigkeit (12)
und Überstand,
der von angeregten oder nicht angeregten Neutrophilen (PMN) isoliert
wurde (13).
-
MPO-Spiegel
können
mittels SIEFED in verdünnten
oder unverdünnten
biologischen Proben gemessen werden. Konzentrierte Proben müssen häufig verdünnt werden,
um Störungen
durch Proteine zu vermeiden, die (überreichlich) im biologischen
Medium vorhanden sind, besonders Albumin. Durch Zugabe eines Verstärkers (Nitrit)
der enzymatischen Peroxidase-Aktivität kann eine fünffache
Probenverdünnung
eingesetzt werden.
-
Empfindlichkeit
und Genauigkeit des entwickelten SIEFED-Assays
-
Die
Empfindlichkeit des SIEFED-Assays für aktive Pferde-MPO, entwickelt
mit polyklonalen oder monoklonalen Antikörpern und Zugabe von Nitrit-Verstärker, belief
sich auf etwa 0,2 mg/ml. Es wurde gute Intraassay-Genauigkeit für Standardkurven
und für
biologische Proben erhalten (kleiner als 10%).
-
Untersuchung der Wirkung
zweier natürlicher
Polyphenole auf die MPO-Aktivität
-
Der
SIEFED wurde durchgeführt,
um die Wirkung zweier natürlicher
Polyphenole (Curcumin und Resveratrol) auf die MPO-Aktivität zu untersuchen.
Nach Inkubation des Polyphenols mit MPO, anschließendes Abfangen
von MPO, Waschen und enzymatisches Nachweisen zeigte sich eine direkte
dosisabhängige
hemmende Wirkung von Curcumin oder Resveratrol auf die MPO-Aktivität. Diese
Ergebnisse (16 und 17) weisen
auf eine direkte Wechselwirkung zwischen Arzneimittel und Enzym
oder eine Abwandlung der Enzymstruktur durch das Arzneimittel hin.
-
-
Tabelle
1 zeigt die hemmende Wirkung von Curcumin und Tetrahydrocurcumin
auf die von aktivierten Pferde-Neutrophilen freigesetzte Myeloperoxidase.
Gesamt-Enzym wurde mittels ELISA gemessen, und aktives Enzym wurde
mittels SIEFED gemessen (die gemessene Hemmung ergibt sich aus einer
direkten Wechselwirkung zwischen dem Enzym und seinem Hemmstoff).