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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Auftragsvorrichtung zum Auftragen
von Fluid auf eine Kontur eines Substrats, mit einem Transferrad
zum Übertragen
des Fluids von einer Fluidabgabevorrichtung, insbesondere einer
Abgabedüse,
auf die Kontur des Substrats. Die Erfindung betrifft ferner ein Transferrad
zur Verwendung in einer oben genannten Auftragsvorrichtung.
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Solche
Vorrichtung werden eingesetzt, um fließfähige Materialien (nachfolgend
als Fluide bezeichnet) wie beispielsweise Kaltleim, Heißschmelzklebstoff,
Farbe, Lack o.dgl. auf Konturen unterschiedlicher Gegenstände (nachfolgend
Substrat) aufzutragen. Beispielsweise erfolgt bei der Herstellung
von Bodenbelagselementen wie Holz- oder Laminatpaneelen eine zusätzliche
Kantenvergütung durch
Beschichtung der gefasten Kantenbereiche.
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Zum
Auftragen von Fluid auf ein Substrat ist es bekannt, das Fluid mittels
Düsen als
Punkt oder Raupenauftrag direkt auf das Substrat aufzutragen oder
auch das Fluid direkt auf das Substrat zu sprühen. Solche Vorrichtungen und
Verfahren zum direkten Auftragen weisen jedoch Schwierigkeiten bei
einem präzisen
und gleichzeitig schnellen Auftrag auf. Dabei erfordert neben der
präzisen Positionierung auch
die Dosierung einen hohen regelungstechnischen Aufwand, da eine Überdosierung
zum Verlaufen des Fluids auf dem Substrat und damit zum Verlaufen
des Fluids an den Konturkanten führen
würde. Einer
Kontur ist somit nur schwierig zu folgen.
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Um
auf einfache Weise auf eine Kontur eines Substrats ein Fluid aufzutragen,
ist es bekannt, ein Transferrad zu verwenden. Hierbei wird das Fluid
auf die Mantelfläche
des zylindrischen Transferrades aufgetragen und durch die Drehbewegung
des Rades zum Substrat befördert.
Das Transferrad berührt dabei
das Substrat nur an der Kontur wie beispielsweise einer Substratkante.
Durch die Berührung
wird Fluid von dem Transferrad auf die Kontur des Substrats übertragen.
Auch nach dem Übertragen
von Fluid auf das Substrat bleibt eine erhebliche Menge Fluid am
Transferrad zurück.
Um eine gleichmäßige Fluidmenge
auf dem Transferrad zu erreichen, wird ein Teil des verbleibenden
Fluids durch ein weiteres Rad von der Oberfläche des Transferrades entfernt.
Hierbei laufen das Transferrad und das weitere Rad wie zwei Stirnräder zueinander,
wobei an deren Kontaktstelle bzw. der Stelle der nächsten Annäherung zu entfernendes
Fluid abquetscht wird.
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Nachteilig
bei dem Einsatz eines solchen Transferrades ist, dass bei hinreichender
Drehgeschwindigkeit das Fluid von dem Transferrad tangential abgeschleudert
wird und hierdurch regelmäßig den
Arbeitsraum beschmutzt. Um eine gleichmäßige und lückenlose Fluidauftragung zu
gewährleisten,
ist es zudem erforderlich, das Fluid in großer Menge auf das Transferrad
aufzutragen, wodurch der Effekt des Abschleuderns von Fluid durch
die Fliehkraft noch verstärkt
wird.
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Das
Vorsehen eines Auffangbehälters
ist unpraktikabel, da ein solcher Auffangbehälter neben der eigentlichen
Auftragsvorrichtung auch noch die gesamte Substratführung umschließen müsste.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es somit, eine Auftragsvorrichtung
zum Auftragen von Fluid auf eine Kontur bereitzustellen, bei der
die Nachteile des Standes der Technik möglichst vermieden werden; insbesondere
das Verschmutzen des Arbeitsraums durch überschüssiges Fluid verhindert werden
soll.
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Zur
Lösung
der Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen,
dass bei der Auftragsvorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 das Transferrad eine sich axial verjüngende Transportoberfläche zum
Transportieren des Fluids zur Kontur aufweist.
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Erfindungsgemäß wird weiterhin
eine Auftragsvorrichtung mit mindestens einer Rakel zum Glattstreichen
und/oder Abstreifen von Fluid auf bzw. von dem Transferrad vorgeschlagen.
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Durch
eine rotierende Bewegung des Transferrades wirkt auf das Fluid,
das sich auf der Transportoberfläche
des Transferrades befindet, eine radial nach außen gerichtete Fliehkraft.
Wegen der sich axial verjüngend
geformten Transportoberfläche
und der zum Fluid wirkenden Adhäsionskraft
führt die Fliehkraft
jedoch zunächst
zu einer Bewegung des Fluides von Bereichen geringeren Durchmessers
der Transportoberfläche
zu Bereichen größeren Durchmessers.
Während
des Rotierens des Transferrades erfolgt somit eine kontinuierliche
Fließbewegung
des Fluids auf der Transportoberfläche zum größten Durchmesser des Transferrades
hin. Somit wird erreicht, dass ein Abschleudern von Fluid von dem Transferrad
nicht sofort erfolgt, sondern zunächst eine Fließbewegung
auf der Transportoberfläche stattfindet,
so dass sich ein Zeitvorteil ergibt. Weiterhin ergibt sich als Vorteil,
dass im Falle eines Abschleuderns von Fluid dieses sich nicht über die
gesamte Transportoberfläche
ablöst,
sondern lediglich in einem definierten Bereich, nämlich am
größten Durchmesser
der Transportoberfläche.
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Erfindungsgemäß wird somit
sowohl ein Verzögern
des Abschleuderns von Fluid als auch ein lokales Vorgeben des „Abschleuderbereichs" erreicht.
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Durch
Verwendung einer Rakel zum Glattstreichen des Fluids auf der Transportoberfläche des Transferrades
kann auf einfache Weise eine gleichmäßige Verteilung des Fluides
auf der Transportoberfläche
erreicht werden. Hierzu braucht die Rakel nur mit ihrer beispielsweise
messerartigen Nutzkante kurz über
der Transportoberfläche
fest angeordnet zu werden. Dabei befindet sich diese Rakel zum Glattstreichen
gemessen an der Bewegungsrichtung des Transferrades im Betrieb,
hinter der Abgabedüse
und vor der Kontaktstelle des Transferrades mit dem Substrat. Im
Betrieb wird somit Substrat von der Fluidabgabevorrichtung auf die
Transportoberfläche
des Transferrades gegeben, dieses Fluid dann bei der Rakel glattgestrichen
und dadurch gleichzeitig gleichmäßig auf
der Transportoberfläche
verteilt. Das so gleichmäßig glattgestrichene
und verteilte Fluid erreicht dann auf der Transportoberfläche die
Kontaktstelle mit der Kontur des Substrats und führt dadurch zu einer gleichmäßigen Auftragung
von Fluid auf die Kontur. Somit ist auch mit wenig Fluid ein gleichmäßiges Auftragen
mittels Transferrad auf die Kontur erreichbar.
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Bei
Verwendung einer Rakel zum Abstreifen wird diese, wieder gemessen
an der Bewegungsrichtung des Transferrades im Betrieb, nach der
Berührungsstelle
der Transportoberfläche
mit der Kontur und vor der Fluidabgabevorrichtung angeordnet. Überflüssiges Fluid,
also Fluid, das nicht auf die Kontur übertragen wurde, kann so auf
konstruktiv einfache Weise von der Transportoberfläche ganz
oder teilweise abgenommen werden, so dass sich von dieser Rakel
aus die Transportoberfläche
mit einer definierten Menge von Restfluid, die auch null betragen kann,
zur Fluidabgabevorrichtung weiterbewegt. Somit wird durch diese
Rakel ein gleichmäßiges Auftragen
von Fluid vorbereitet.
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Bevorzugt
weist die Transportoberfläche
die Form des Mantels eines Kegelstumpfes auf. Eine solche konische
Form ist auf einfache Weise und somit kostengünstig herstellbar. Sie weist
im axialen Schnitt eine gerade Schnittkante auf. An die Form dieser
Kante ist auch die Nutzkante oder Arbeitskante einer etwaige Rakel
anzupassen, so dass auch eine etwaigen Rakel auf einfache und kostengünstige Weise
ausgestaltet werden kann.
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Der
Winkel zwischen der Radachse und der axialen Schnittkante kann grundsätzlich beliebige Werte
annehmen, da er von einer Vielzahl von Parametern abhängt, wie
der Viskosität
des Fluids, dem mittleren Radius des Transferrades, der Rotationsgeschwindigkeit
des Transferrades im Betrieb, der Breite der Transportoberfläche und
der Form des Substrats insbesondere dessen Kontur. Dennoch ist ein Bereich
von 20° bis
70° als
bevorzugt zu nennen, da sich dieser einerseits bereits deutlich
von einem Zylindermantel und andererseits von der Stirnfläche eines
Zylinders unterscheidet. Bei dem Bereich zwischen 30° und 60° wird diese
Unterscheidung, und somit erfindungsgemäße Effekte, noch deutlicher. 45° kann als
unter durchschnittlichen Randbedingungen günstiger Mittelwert angesehen
werden.
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Es
sollte jedoch nicht außeracht
gelassen werden, dass auch andere Formen der Transportoberfläche als
die des Mantels eines Kegelstumpfes grundsätzlich in Betracht kommen.
Beispielsweise kommen Formen in Betracht, bei denen die axiale Schnittkante
der Transportoberfläche
eine Innen- oder Außenwölbung ähnlich einer
Hyperbel bzw. Parabel aufweist. Ebenso kommt eine Schnittkante in Betracht,
die aus gewölbten
und/oder geraden Teilabschnitten zusammengesetzt ist.
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In
einer günstigen
Ausgestaltung ist ein Auffangbehälter
zum Auffangen von überschüssigem Fluid
vorgesehen. Solches überschüssiges Fluid
fällt beispielsweise
an einer Rakel beim Abstreifen oder Glattstreichen an und leckt
von dieser herunter. Ebenso ist mit dem Auffangbehälter Fluid
aufzufangen, das direkt von dem Transferrad abgeschleudert wird.
Dabei ist es vorteilhaft, dass der Auffangbehälter im Wesentlichen trichterförmig ausgebildet
ist. Das Fluid wird somit seitlich und unterhalb der Auftragsvorrichtung,
insbesondere des Transferrades aufgefangen und durch die Trichterform
zusammengeführt
und gesammelt. Eine Überdeckung
der Auftragsvorrichtung bzw. des Transferrades im Betrieb nach oben
hin ist in der Regel nicht erforderlich. Das im Trichter gesammelte
Fluid kann der Fluidabgabevorrichtung wieder zugeführt und
somit recycelt werden.
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Bevorzugt
wird somit das Transferrad, insbesondere dessen Transportoberfläche, partiell
vom Auffangbehälter
umgeben. Da überschüssiges Fluid im
Wesentlichen nur am Transferrad auftritt, ist es ausreichend, das
Transferrad in diesen Bereichen und darunter vom Auffangbehälter zu
umgeben. Es ist dabei vorteilhaft, dass die Transportoberfläche partiell,
insbesondere mit einem Bereich geringeren Durchmessers, aus dem
Auffangbehälter
herausragt. Hierdurch wird die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Transportoberfläche ausgenutzt.
Der Bereich geringeren Durchmessers der Transportoberfläche wird zum Übertragen
des Fluides auf die Kontur des Substrats verwendet. Das heisst,
nur der Bereich der Transportoberfläche, der aus dem Auffangbehälter herausragt,
tritt mit der Kontur in Kontakt. Das Substrat kann somit außerhalb
des Auffangbehälters
geführt
werden.
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Durch
die Rotationsbewegung des Transferrades fließt Fluid, insbesondere überschüssiges Fluid
auf der Transportoberflächen,
in Richtung des größten Durchmessers
des Transferrades und wird dort gegebenenfalls abgeschleudert. Dieser
Abschnitt des Transferrades wird deshalb von dem Auffangbehälter umgeben,
so dass das abgeschleuderte Fluid aufgefangen werden kann. Somit
kann auf einfache und kostengünstige
Weise ein Auffangbehälter bereitgestellt
werden, der selbst vom Transferrad abgeschleudertes Fluid auffängt und
gleichzeitig das Führen
des Substrats am Transferrad nicht behindert.
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Gemäß einer
günstigen
Ausgestaltung ist die Auftragsvorrichtung dadurch gekennzeichnet,
dass die jeweilige Abstreif- oder Nutzkante der Rakel im Wesentlich
quer zur Bewegungsrichtung der Transportoberfläche des Transferrades im Betrieb
angeordnet ist und die Rakel dabei im Wesentlichen senkrecht auf
der Transportoberfläche
steht. Dabei ist die jeweilige Nutzkante der Rakel bevorzugt an
der Transportoberfläche
oder mit geringem Abstand zur Transportoberfläche angeordnet und nimmt im
Wesentlichen die Form der axialen Schnittkante der Transportoberfläche an.
Durch diese Anordnung bildet sich zwischen der Transportoberfläche und
der Rakel ein Schlitz mit vorbestimmter Größe aus. Durch die Bewegung
des Transferrades wird das Fluid auf diesen Schlitz zu bewegt und
wird bei Erreichen der Rakel auf die Größe des Schlitzes geformt. In
Bewegungsrichtung hinter der Rakel weist das Fluid somit eine gleichmäßige Schicht
auf der Transportoberfläche
auf.
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Ist
die Nutzkante der Rakel an der Transportoberfläche ohne Abstand angeordnet,
so erfolgt durch die Drehbewegung des Transferrades ein vollständiges Abnehmen
des Fluides von der Transportoberfläche ähnlich eines Abschabens. Sofern
bei der Drehbewegung des Transferrades das Fluid nicht zwischen
der Transportoberfläche
und der Rakel hindurchbefördert
werden kann, staut es sich an der einen Rakelseite und tropft von
dort in einen Auffangbehälter.
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Eine
Schrägstellung
der Rakel zur Transportoberfläche
würde entweder
ein Abheben des Fluides ähnlich
der Wirkung eines Hobels oder bei umgekehrter Schrägstellung
ein Pressen des Fluids bewirken. Es kommt hinzu, dass bei Schrägstellung
der Rakel eine Verbiegung derselben unmittelbar Auswirkung auf den
Abstand der Nutzkante zur Transportoberfläche hat. Eine Senkrechtstellung
zur Transportoberfläche
ist daher bevorzugt.
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Durch
die Querstellung der Nutzkante der Rakel zur Bewegungsrichtung der
Transportoberfläche
staut sich überschüssiges Fluid
durch die Bewegung des Transferrades gleichmäßig, aus Bewegungsrichtung
gesehen, vor der Rakel. Durch eine Schrägstellung zur Bewegungsrichtung
würde Fluid im
Zusammenhang mit der Drehbewegung des Transferrades in eine Richtung
gezwungen werden, was zu einer ungleichen Verteilung des Fluids
entlang der Nutzkante der Rakel führen könnte. Dies wird durch die Querstellung
zur Bewegungsrichtung im Wesentlichen vermieden.
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Bevorzugt
ist eine erfindungsgemäße Auftragsvorrichtung
dadurch gekennzeichnet, dass die Abgabevorrichtung mindestens eine
Sprühdüse, Auftragsdüse und/oder
Abgabedüse
zum Aufsprühen, Auftragen
und/oder anderweitigem Abgeben des Fluids auf das Transferrad aufweist.
Je nach Anwendung, insbesondere Konsistenz des Fluids und Bewegungsgeschwindigkeit
der Transportoberfläche, kann
die Abgabevorrichtung variieren. Bei Fluiden geringerer Viskosität wie beispielsweise
bei Farben oder Lacken ist es günstig,
das Fluid auf die Transportoberfläche aufzusprühen. Hierbei
ist die Abgabevorrichtung von der Transportoberfläche beabstandet angeordnet.
Bei der Verwendung von Fluiden höherer
Viskosität,
wie beispielsweise Kaltleim, erfolgt regelmäßig ein Raupenauftrag mittels
einer Auftragsdüse,
die in geringem Abstand zur Auftragsfläche, also der Transportoberfläche, angeordnet
ist. Die Abgabevorrichtung ist jedoch nicht auf die beiden genannten
Beispiele beschränkt,
vielmehr kommen weitere Abgabedüsen,
wie auch die Verwendung einer Düsenanordnung
bestehend aus mehreren Düsen
in Betracht.
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Vorteilhafterweise
steht die Achse des Transferrads im Betrieb etwa senkrecht und der
Bereich geringeren Durchmessers der Transportoberfläche weist
nach oben. Das Fließen
des Fluids, insbesondere überschüssigen Fluids,
durch die Fliehkraft bei Rotation des Transferrades ist zum größten Durchmesser
der Transportoberfläche
gerichtet. Bei genannter Senkrechtstellung des Transferrades weist
diese Fließbewegungsrichtung
auf der Transportoberfläche
gleichzeitig nach unten und wird daher durch die Schwerkraft unterstützt. Darüber hinaus
vereinfacht die Senkrechtstellung der Transferradachse die Ausgestaltung
und Anordnung des Auffangbehälters.
Das ist insbesondere darin begründet, dass
oberhalb des Bereichs der Transportoberfläche mit größtem Durchmesser mit keinem
abgeschleuderten Fluid zu rechnen ist. Mit anderen Worten schleudert
ein Transferrad mit senkrechter Achse kein Fluid nach oben.
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In
einer günstigen
Ausgestaltung umfasst die Auftragsvorrichtung weiter einen Antriebsmotor
zum Bewegen des Transferrades und eine Haltevorrichtung zum Halten
des Transferrades, des Motors, der Abgabevorrichtung und/oder gegebenenfalls
der einen oder mehreren Rakel. Zum Drehen des Transferrades ist
ein Motor vorgesehen, wobei die Drehbewegung im Betrieb mit der
Bewegung des Substrats abzustimmen ist.
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Das
Transferrad und der Motor werden hierbei in einer Haltevorrichtung
gehalten, wobei das Transferrad regelmäßig direkt auf der Antriebswelle eines Getriebemotors
sitzt und hierbei das Halten des Motors ein zusätzliches Halten des Transferrades überflüssig macht.
In demselben Halter wird gleichzeitig die Abgabevorrichtung und,
soweit vorhanden, die Rakel gehalten. Hierdurch kann eine feste
Position der Abgabevorrichtung und der Rakel zum Transferrad gewährleistet
werden. Das Transferrad, die Abgabevorrichtung und gegebenenfalls
die Rakel bilden zusammen mit der Haltevorrichtung eine mechanisch
feste Einheit. Dabei ist die Haltevorrichtung beispielsweise als
Haltearm ausgebildet.
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Ein
solcher Haltearm ist bevorzugt schwenkbar befestigt, wobei ein Mechanismus
zum federnden Pressen des Transferrades gegen das Substrat vorgesehen
ist. Durch die Feder ist ein gewünschter Anpressdruck
des Transferrades gegen das Substrat einstellbar. Im Betrieb können leichte
Bewegungen des Transferrades, beispielsweise bei Unebenheiten der
Kontur des Substrats, auftreten. Solche Bewegungen werden als Bewegungen
des Schwenkarms ausgeführt,
so dass zusammen mit dem Transferrad sich gegebenenfalls die Abgabevorrichtung
und die Rakel mitbewegen und deren Abstand zum Transferrad dabei
konstant bleibt.
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Der
Auffangbehälter
kann an einem zusätzlichen
Halter befestigt sein, so dass Bewegungen der Haltevorrichtung des
Transferrades zu Relativbewegungen zwischen Transferrad und Auffangbehälter führen. Solche
Bewegungen liegen jedoch in ihrer Größenordnung regelmäßig im Bereich
weniger Millimeter und beeinträchtigen
daher nicht die Funktionsfähigkeit
des Auffangbehälters.
Bei Rückführung aufgefangenen
Fluids vom Auffangbehälter
zur Abgabevorrichtung werden, wie auch zur Zuführung unbenutzten Fluids, meist
flexible Schläuche
o.dgl. eingesetzt, die gegenüber
der leichten Schwenkbewegung der Haltevorrichtung im Betrieb tolerant
sind.
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Eine
erfindungsgemäße Verwendung
der Auftragsvorrichtung ist beschreibbar als:
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Verfahren
zum Auftragen von Fluid auf eine Kontur eines Substrats mit einer
Auftragsvorrichtung und/oder einem Transferrad gemäß einem
der Ansprüche
1 bis 17 umfassend die Schritte:
- – Auftragen
von Fluid von einer Fluidabgabevorrichtung auf die Transportoberfläche des
Transferrades,
- – kontinuierliches
Drehen des Transferrades, so dass sich die Transportoberfläche von
der Abgabevorrichtung zur Kontur dreht,
- – Glattstreichen
des auf die Transportoberfläche aufgetragenen
Fluids mittels einer Rakel, bevor das aufgetragene Fluid die Kontur
erreicht,
- – Führen des
Substrats mit der Kontur entlang der Transportoberfläche, wobei
die Transportoberfläche
mit einem Bereich geringeren Durchmessers mit der Kontur in Kontakt
tritt, insbesondere an sie angepresst wird, und dabei zumindest
ein Teil des Fluids von der Transportoberfläche auf die Kontur aufgetragen
wird,
- – Abstreifen
zumindest eines Teils des Fluids, das nach dem Auftragsvorgang auf
die Kontur des Substrats am Transferrad verblieben ist, bevor bei der
Abgabevorrichtung neues Fluid auf das Transferrad aufgetragen wird
und
- – Auffangen
von Fluid, das vom Transferrad abgeschleudert wurde, abgetropft
ist, abgestreift wurde und/oder von der Abgabevorrichtung das Transferrad
verfehlt hat.
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Die
Verfahrensschritte des Glattstreichens und/oder Abstreifens von
Fluid können
je nach Anwendung entbehrlich sein.
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Nachfolgend
wird ein Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung anhand von Figuren dargestellt. Es zeigen:
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1 eine
erfindungsgemäße Auftragsvorrichtung
in einer Teilschnittansicht, bei der das Transferrad im axialen
Schnitt dargestellt ist und
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2 ein
zu beschichtendes Substrat in einer Schnittansicht.
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Eine
Auftragsvorrichtung 2 nach 1 weist ein
Transferrad 4, eine Fluidabgabevorrichtung 6 und eine
Rakel 8 zum Abstreifen von überschüssigem Fluid auf. Das Transferrad 4 und
die Rakel 8 sind teilweise von einem Auffangbehälter 10 umgeben,
der hier schematisch dargestellt ist.
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Das
Transferrad 4 sitzt auf der Motorwelle 12 des
Motors 14, der zusammen mit der Rakel 8 von der
Haltevorrichtung 16 gehalten wird. Die Fluidabgabevorrichtung 6 ist
hier ebenfalls an der Haltevorrichtung 16 befestigt, obwohl
diese Verbindung zur Haltevorrichtung 16 in der 1 nicht
dargestellt ist. Dabei ist die Fluidabgabevorrichtung 6 mit
ihrer Düse 18 zum
Sprühen
von Fluid auf das Transferrad 4 ausgebildet.
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Die
Rakel 8 ist über
Befestigungsschrauben 20 an der Haltevorrichtung festgeschraubt,
und erstreckt sich von dort senkrecht zum Transferrad 4. Der
Motor 14 ist mittels Spannschrauben 22 und 24 in
der Haltevorrichtung 16 eingespannt. Die Haltevorrichtung 16 weist
weitere Gewindebohrungen 26 auf zum Befestigen der Haltevorrichtung
an einem Schwenkmechanismus, der nicht dargestellt ist.
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Der
Motor 14 weist in seinem in die Haltevorrichtung 16 eingespannten
Zustand mit seiner Stirnseite 28 nach unten aus der Haltevorrichtung
heraus. Der hintere Teil 30 des Motors 14 ragt
nach oben aus der Haltevorrichtung 16 heraus, so dass die
zu seine Kühlung
notwendigen Bereiche außerhalb
der Haltevorrichtung liegen. Nach unten ragt über die Stirnseite 28 hinaus
die Motorwelle 12 aus dem Motor heraus. Die Motorwelle 12 steht
hier senkrecht. Das Transferrad 4 ist mittels einer Gewindebohrung 32 und
einer darin sitzenden Schraube, die in der 1 jedoch
nicht erkennbar ist, an der Motorwelle 12 befestigt. An
den Befestigungsabschnitt 34 des Transferrades 4,
in dem auch die Gewindebohrung 32 angeordnet ist, schließt sich
der Hauptabschnitt 36 an, der im Mittel einen wesentlich
größeren Durchmesser aufweist,
als der Befestigungsabschnitt 34. Auf dem Hauptabschnitt 36 ist
die Transportoberfläche 38 angeordnet,
die sich in eine weiter oben gelegene Kontaktfläche 40 und weiter
unten gelegene Fließfläche 42 aufteilt.
Von der Fluidabgabevorrichtung 6 wird über die Düse 18 das Fluid auf
die Transportoberfläche 38 im
Wesentlichen auf ihrer gesamten Breite aufgetragen. Zur Übertragung
des Fluids von der Transportoberfläche 38 auf die Kontur
des Substrates tritt jedoch nur die Kontaktfläche 40 mit der Kontur in
Kontakt, so dass nur hier Fluid übertragen
wird. Auf das verbleibende Fluid wirkt durch die Drehbewegung des
Transferrades 4 eine Fliehkraft, die verstärkt durch
die Schwerkraft das Fluid auf der Fließfläche 42 in Richtung
des größten Durchmessers 44 des
Transferrades 4 fließen
lässt.
Am größten Durchmesser 44 des
Transferrades 4 wird Fluid dann, da es nicht weiter nach
außen
fließen
kann, abgeschleudert.
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1 zeigt
ein Ausführungsbeispiel
der erfindungsgemäßen Auftragsvorrichtung,
bei dem die Transportoberfläche 38 durch
einen Silikoneinsatz 46 in dem Transferrad 4 realisiert
ist, das ansonsten aus Metall gefertigt ist. Es hat sich jedoch
gezeigt, dass die Verwendung eines speziellen Materials für die Transportoberfläche 38 nicht
erforderlich ist, sondern, dass es ausreicht, die Ausbildung der
erfindungsgemäßen Form
der Transportoberfläche
direkt an das Transferrad ohne Materialwechsel anzuformen. Um Gewichtseinsparungen
des Transferrades 4 zu erreichen, sind Aussparungen 48 und 50 vorgesehen.
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Die
Rakel 8 weist eine Abstreif- oder Nutzkante 52 auf,
die senkrecht auf der Transportoberfläche 38 und gleichzeitig
quer zur Bewegungsrichtung der Transportoberfläche 38 steht. Dabei
ist die Bewegungsrichtung der Transportoberfläche 38 im Bereich der
Nutzkante 52 der Rakel 8 in die Zeichenebene hineingerichtet.
Die Nutzkante 52 ist praktisch ohne Zwischenraum zur Transportoberfläche 38 angeordnet.
Von der Bewegungsrichtung der Transportoberfläche aus gesehen befindet sich
die Rakel 8 vor der Fluidabgabevorrichtung 6.
Fluidüberschuss,
der sich noch auf der Transportoberfläche 38 befindet, wird bei
der Rakel 8 von deren Nutzkante 52 von der Transportoberfläche 38 heruntergestrichen
und kann im Bereich der Spitze 54 von der Rakel 8 herabtropfen.
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Der
Auffangbehälter 10,
der hier als Trichter ausgestaltet ist, umgibt das Transferrad 4 und
die Rakel 8 jeweils zu einem Teil. Von der Rakelspitze 54 herabtropfendes
Fluid sammelt sich somit in dem Auffangbehälter 10. Der Auffangbehälter 10 umgibt das
Transferrad 4 nur im Bereich der Fließfläche 42 und des größten Durchmessers 44 des
Transferrades 4, nicht jedoch im Bereich der Kontaktfläche 40. Somit
kann zum Auftragen von Fluid von der Kontaktfläche 40 auf die Kontur
eines Substrats das Substrat außerhalb
des Auffangbehälters 10 geführt werden, wohingegen
insbesondere am größten Durchmesser 44 abgeschleudertes
Fluid durch den Auffangbehälter
gesammelt wird. Der trichterförmige
Auffangbehälter 10 erstreckt
sich gemäß der 1 nach
unten in einen Rohrstutzen 56, durch den gesammeltes Fluid
abgeführt
und gegebenenfalls der Fluidabgabevorrichtung 6 wieder
zugeführt
werden kann. Gleichzeitig dient der Rohrstutzen 56 dazu,
den Auffangbehälter 10 in
einer separaten Halterung 58 zu halten. Die Schrauben 60 dienen
dazu, den Auffangbehälter 10 mit
seinem Rohrstutzen 56 in der Halterung 58 festzuklemmen.
Die Halterung 58 kann ihrerseits durch weitere Schrauben 62 an
anderen Gegenständen,
wie beispielsweise einer Stange befestigt werden.
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Das
Substrat 70 der 2 ist ein Bodenbelagspaneel
im Querschnitt mit einer Verbindungsprofilierung 72 und 74 zum
Verbindenden mehrer solcher Paneele untereinander. Die Trittfläche 76 des Paneels 70 weist
in der 2 nach unten. Die Kontur 78, die im verlegten
Zustand einer Vielzahl solcher Paneele mit einer zweiten Kontur 78 eines
zweites Paneels eine Fuge bildet, ist mittels der in 1 dargestellten
erfindungsgemäßen Auftragsvorrichtung mit
Fluid, vorliegend mit Farbe zu beschichten. Hierzu wird das Paneel 70 mit
seiner Kontur 78 mit der Kontaktfläche 40 der Transportoberfläche 38 des Transferrades 4 in
Kontakt gebracht und im Kontaktbereich mit der Kontaktfläche 40 synchron
geführt. Hierbei
gleitet die Trittfläche 76 oberhalb
des Auffangbehälters 10 entlang.
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Bei
einem Beschichtungsvorgang der Kontur 78 des Paneels 70 mit
Farbe oder anderen Fluid ergibt sich somit der folgende Ablauf:
Die Fluidabgabevorrichtung 6 gibt Farbe z. B. durch Sprühen auf
die Transportoberfläche 38,
das Transferrad dreht sich mit seiner Transportoberfläche 38 weiter
in Richtung der Kontaktstelle mit dem Paneel 70, wo die
Kontaktfläche 40 mit
der Kontur 78 in Kontakt tritt und die Farbe auf die Kontur 78 aufträgt. Durch
Drehen des Transferrades 4 fließt ein Teil der verbleibenden
Farbe aufgrund der Fliehkraft entlang der Fließfläche 42 in Richtung
des größten Durchmessers 44 des Transferrades 4,
wobei ein Teil der Farbe im Bereich des größten Durchmessers 44 abgeschleudert
und vom Auffangbehälter 10 aufgefangen
wird. Der verbleibende überschüssige Teil
der Farbe erreicht dann die Rakel 8 und wird mittels ihrer
Nutzkante 52 abgestreift und tropft oder leckt an der Rakelspitze 54 in den
Auffangbehälter 10,
von wo aus die Farbe recycelt wird.