DE202004009068U1 - Leder - Google Patents
Leder Download PDFInfo
- Publication number
- DE202004009068U1 DE202004009068U1 DE202004009068U DE202004009068U DE202004009068U1 DE 202004009068 U1 DE202004009068 U1 DE 202004009068U1 DE 202004009068 U DE202004009068 U DE 202004009068U DE 202004009068 U DE202004009068 U DE 202004009068U DE 202004009068 U1 DE202004009068 U1 DE 202004009068U1
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- dressing
- leather
- leather according
- finish
- capillaries
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired - Lifetime
Links
- 239000010985 leather Substances 0.000 title claims abstract description 66
- 231100000241 scar Toxicity 0.000 claims description 23
- 239000006185 dispersion Substances 0.000 claims description 17
- 229920001296 polysiloxane Polymers 0.000 claims description 12
- 239000004033 plastic Substances 0.000 claims description 11
- 229920003023 plastic Polymers 0.000 claims description 11
- 229920002635 polyurethane Polymers 0.000 claims description 5
- 239000004814 polyurethane Substances 0.000 claims description 5
- 239000001993 wax Substances 0.000 claims description 3
- 239000004005 microsphere Substances 0.000 claims description 2
- 210000004207 dermis Anatomy 0.000 claims 2
- 229920003009 polyurethane dispersion Polymers 0.000 claims 1
- 210000002784 stomach Anatomy 0.000 claims 1
- 239000010410 layer Substances 0.000 description 24
- XLYOFNOQVPJJNP-UHFFFAOYSA-N water Chemical compound O XLYOFNOQVPJJNP-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 15
- 230000035699 permeability Effects 0.000 description 9
- 239000011159 matrix material Substances 0.000 description 8
- 238000002360 preparation method Methods 0.000 description 7
- 208000032544 Cicatrix Diseases 0.000 description 6
- 230000037387 scars Effects 0.000 description 6
- 239000007787 solid Substances 0.000 description 5
- 238000001035 drying Methods 0.000 description 4
- 238000000034 method Methods 0.000 description 3
- 239000011148 porous material Substances 0.000 description 3
- 239000003981 vehicle Substances 0.000 description 3
- 239000012790 adhesive layer Substances 0.000 description 2
- 238000004519 manufacturing process Methods 0.000 description 2
- 239000000463 material Substances 0.000 description 2
- 230000002787 reinforcement Effects 0.000 description 2
- 238000005507 spraying Methods 0.000 description 2
- 240000002853 Nelumbo nucifera Species 0.000 description 1
- 235000006508 Nelumbo nucifera Nutrition 0.000 description 1
- 235000006510 Nelumbo pentapetala Nutrition 0.000 description 1
- 238000005299 abrasion Methods 0.000 description 1
- 230000002411 adverse Effects 0.000 description 1
- 230000032683 aging Effects 0.000 description 1
- 238000005266 casting Methods 0.000 description 1
- 230000001427 coherent effect Effects 0.000 description 1
- 239000003086 colorant Substances 0.000 description 1
- 238000011109 contamination Methods 0.000 description 1
- 230000018044 dehydration Effects 0.000 description 1
- 238000006297 dehydration reaction Methods 0.000 description 1
- 230000000694 effects Effects 0.000 description 1
- 239000006260 foam Substances 0.000 description 1
- 230000007062 hydrolysis Effects 0.000 description 1
- 238000006460 hydrolysis reaction Methods 0.000 description 1
- 238000007373 indentation Methods 0.000 description 1
- 239000007788 liquid Substances 0.000 description 1
- 230000007774 longterm Effects 0.000 description 1
- 230000008092 positive effect Effects 0.000 description 1
- 238000003892 spreading Methods 0.000 description 1
- 239000000126 substance Substances 0.000 description 1
- 238000010345 tape casting Methods 0.000 description 1
- 238000009966 trimming Methods 0.000 description 1
Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C14—SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
- C14B—MECHANICAL TREATMENT OR PROCESSING OF SKINS, HIDES OR LEATHER IN GENERAL; PELT-SHEARING MACHINES; INTESTINE-SPLITTING MACHINES
- C14B7/00—Special leathers and their manufacture
- C14B7/02—Composite leathers
- C14B7/04—Composite leathers by cementing or pressing together leather pieces, strips or layers, Reinforcing or stiffening leather by means of reinforcing layers
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C14—SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
- C14B—MECHANICAL TREATMENT OR PROCESSING OF SKINS, HIDES OR LEATHER IN GENERAL; PELT-SHEARING MACHINES; INTESTINE-SPLITTING MACHINES
- C14B7/00—Special leathers and their manufacture
- C14B7/02—Composite leathers
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Composite Materials (AREA)
- Manufacturing & Machinery (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Synthetic Leather, Interior Materials Or Flexible Sheet Materials (AREA)
Abstract
Mit einer an seiner Sichtseite eine stark ausgeprägte Narbenstruktur aufweisende Zurichtung (1) versehenes Leder (7), wobei die Zurichtung (1) aus einer verfestigten Kunststoffdispersion besteht und gesondert auf einer Unterlage (2) mit einer der Narbenstruktur entsprechenden strukturierten Oberfläche (3) hergestellt und über eine Verbindungsschicht (12) mit dem Leder (7) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Zurichtung (1) sowohl im Bereich der Narbkuppen als auch im Bereich der Narbtäler im Wesentlichen dieselbe Dicke (d) aufweist und über eine einzige dünne Verbindungsschicht (12) mit dem Leder (7) verbunden ist.
Description
- Die Erfindung betrifft ein mit einer an seiner Sichtseite eine ausgeprägte Narbenstruktur aufweisenden Zurichtung versehenes Leder, insbesondere ein vollnarbiges Rindleder, ein an seiner Narbenseite angeschliffenes Rindleder oder ein Spaltleder, wobei die Zurichtung aus einer verfestigten Kunststoffdispersion besteht und gesondert auf einer Unterlage mit einer der Narbenstruktur entsprechenden strukturierten Oberfläche hergestellt und über eine Verbindungsschicht mit dem Leder verbunden ist.
- Es ist bereits bekannt, die Oberseite eines Leders, und zwar insbesondere eines an seiner Narbenseite angeschliffenen Narbenleders oder eines Spaltleders, mit einer Zurichtung zu versehen, die, um der Sichtseite derselben ein lederähnliches Aussehen zu verleihen, eine Narbenstruktur aufweist.
- Bei einem bekannten Verfahren wird die Zurichtung zunächst gesondert auf einer eine strukturierte Oberfläche aufweisenden Silikonmatrize hergestellt, wobei die Silikonmatrize eine der Narbenstruktur der Zurichtung entsprechende Negativstruktur aufweist. Bei der Herstellung dieser Zurichtung wird zunächst eine Kunststoffdispersion, die maximal 60 Gew.-%, in der Regel 40 Gew.-% Feststoffanteile, enthält, durch Rakeln, Spritzen, Walzenauftrag oder Gießen auf die strukturierte Silikonmatrize aufgetragen und durch Wärmezufuhr verfestigen gelassen. Die nasse Kunststoffdispersion weist unmittelbar nach dem Auftragen eine glatte Oberfläche auf, beim Verfestigen schrumpft jedoch der von dieser Kunststoffdispersion gebildete Film durch den Wasserentzug, wobei die Dispersion in die Täler der Struktur der Silikonmatrize absackt und an den Spitzen der Struktur nur eine sehr dünne oder unter Umständen sogar eine nicht zusammenhängende Schicht der Zurichtung entsteht, insbesondere dann, wenn die Zurichtung eine formschöne, tiefe Narbung aufweisen soll und daher die Silikonmatrize eine entsprechende Struktur besitzt.
- Dieser Nachteil tritt vor allem auch deshalb auf, da auf die Silikonmatrize, insbesondere bei einer stark ausgeprägten Struktur derselben, nur eine dünne Dispersionsschicht aufgetragen werden kann, da sonst Probleme bei der Trocknung auftreten, wodurch es insbesondere in den Narbtälern zur Blasenbildung und zum Reißen der Zurichtung kommt.
- Eine weitere Schwierigkeit bei der Herstellung der Zurichtung auf einer strukturierten Silikonmatrize besteht darin, dass in der Regel hierfür verwendete Polyurethan enthaltende wässrige Kunststoffdispersionen mit einem Feststoffanteil von mehr als 50 Gew.-% nicht auf dem Markt erhältlich sind und der geringe Feststoffanteil der handelsüblichen Dispersionen beim Trocknen ein starken Schrumpfen bewirkt.
- Wird eine nach einem solchen bekannten Verfahren gesondert hergestellte Zurichtung von der Silikonmatrize abgelöst, so bildet die der strukturierten Oberfläche derselben zugewendete Seite die Sichtseite der Zurichtung, sodass dann die Narbtäler der Zurichtung nur eine sehr geringe Dicke aufweisen, wodurch in der Zurichtung durch Einkerbungen Sollbruchstellen entstehen, die insbesondere dann, wenn das mit einer solchen Zurichtung versehene Leder Biegungen oder Spannungen ausgesetzt ist, sichtbare Beschädigungen der Zurichtung zur Folge haben. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn das mit einer Zurichtung versehene Leder für die Herstellung von Innenausstattungen von Kraftfahrzeugen und von Sitzpolstern, aber auch als Schuhmaterial, Verwendung findet.
- Um diesen Nachteil zu vermeiden, war es bisher immer erforderlich, zwischen der Zurichtung und der Oberfläche des Leders zumindest eine Schicht, in der Regel mehrere Schichten zum Ausgleich vorzusehen. So wurde bereits vorgeschlagen, um den Schrumpfverlust des Dispersionserstauftrages auszugleichen, eine dicke Ausgleichsschicht vorzusehen, welche gleichzeitig als Klebeschicht dient.
- Häufig kommt es dabei zu Haftungsproblemen zwischen den einzelnen Schichten, sodass ein zumindest teilweises Ablösen erfolgt. Ein weiterer Nachteil der Anordnung einer solchen Ausgleichsschicht besteht darin, dass diese die in der auf der Unterlage hergestellten dünnen Zurichtung eventuell vorhandene Poren oder offene Zellen, durch welche die erforderliche Luft- und Wasserdampfdurchlässigkeit der Zurichtung gewährleistet ist, durch die Ausgleichsschicht verschlossen werden, wodurch die Atmungsaktivität des mit der Zurichtung versehenen Leders negativ beeinflusst wird. Insbesondere bei einem Leder mit einer eine grobe Narbenstruktur aufweisenden Zurichtung müssen aber für die Verbindung mit dem Träger sehr dicke Zwischenschichten vorgesehen sein, welche die Eigenschaften in ungünstiger Weise beeinflussen.
- So ist es beispielsweise aus der US-A 4,923,732 bekannt, die Zurichtung über eine dicke Ausgleichsschicht mit der Lederoberfläche zu verbinden.
- Die US-A 4,751,116 und die US-A 6,177,148 zeigen gleichfalls ein Leder, bei dem die Zurichtung über mehrere Schichten mit dem Leder verbunden ist.
- Die vorliegende Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, die erwähnten Nachteile zu vermeiden und ein mit einer gesondert hergestellten Zurichtung versehenes Leder zu schaffen, bei welchem die Zurichtung so ausgebildet ist, dass sie keine durch Einkerbungen in den Narbtälern verursachten Schwachstellen aufweist und die erforderliche Luft- und Wasserdampfdurchlässigkeit besitzt. Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung vor, dass die Zurichtung sowohl im Bereich der Narbkuppen als auch im Bereich der Narbtäler im wesentlichen die selbe Dicke aufweist und über eine einzige dünne Verbindungsschicht mit dem Leder verbunden ist. Dadurch, dass die Zurichtung überall dieselbe Dicke aufweist, wird sichergestellt, dass die Zurichtung an allen Stellen die gleiche Festigkeit besitzt und keine Schwachstellen aufweist, die bei Biegungen und Spannungen des mit der Zurichtung versehenen Leders zu einer Beschädigung der Zurichtung führen. Bei der erfindungsgemäß ausgebildeten Zurichtung ragen zwar lederseitig im Bereich der Narbtäler der Zurichtung Narbverstärkungen heraus, bei einer üblichen Dicke der Zurichtung zwischen 0,08 mm und 0,13 mm und einer Tiefe der Narbtäler von maximal 60% dieser Dicke sind diese Narbverstärkungen jedoch so dünn, dass sie vom Leder durch Hineindrücken aufgenommen werden können und daher nicht stören und vor allem die Narbe dadurch nicht entstellt wird.
- Da beim erfindungsgemäßen Leder mit einer einzigen dünnen Verbindungsschicht das Auslangen gefunden wird, ist auch die erforderliche Luft- und Wasserdampfdurchlässigkeit gewährleistet, insbesondere dann, wenn die Verbindungsschicht offenporig ist und wenn gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung die Zurichtung über ihre gesamte Dicke durchgehende Kapillaren aufweist, welche vorzugsweise unterschiedlichen Querschnitt besitzen. Zweckmäßig weisen diese Kapillaren einen Durchmesser zwischen 0,005 mm und 0,05 mm, vorzugsweise zwischen 0,009 mm und 0,02 mm auf, wobei die Zurichtung auf einer Fläche von 100 cm² mindestens 250 Kapillaren enthält.
- Optimale Werte hinsichtlich der Luft- und Wasserdampfdurchlässigkeit ergeben sich dann, wenn diese Kapillaren im wesentlichen geradlinig verlaufen.
- Das Vorhandensein der Kapillaren ist deutlich erkennbar, wenn das erfindungsgemäße Leder bei einer Dehnung um 20% von der Rückseite her mit einer starken Lichtquelle bestrahlt wird.
- Optimale Werte werden dann erzielt, wenn die Zurichtung in allen Querschnittsbereichen annähernd die gleiche Struktur und die gleiche Dichte aufweist. Beim Ermitteln dieser Dichte wird die Zurichtung vom Leder abgelöst und evakuiert. Dabei wird die Zurichtung mit dem Wasser, in das sie eingelagert wird, eine Minute lang einem Unterdruck von 0,5 bar ausgesetzt, damit die Kapillaren mit Wasser gefüllt sind. Nach dieser Behandlung darf die Zurichtung nicht untergehen.
- Die Zurichtung besteht vorzugsweise aus einer verfestigten, Polyurethan enthaltenden Dispersion, wobei das Polyurethan zumindest teilweise eine kristalline Struktur aufweisen kann, und enthält gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung geschlossene Zellen bildende Mikrohohlkugeln. Die Zurichtung weist somit im Gegensatz zu bekannten Zurichtungen keine Schaumstruktur auf, welche Flüssigkeit in unerwünschter Weise speichert, sondern die Luft- und Wasserdampfdurchlässigkeit wird durch die durchgehenden Kapillaren bewirkt.
- Die Verbindungsschicht ist dünner als 0,02 mm und kann zusammenhäöngend sein. Eine weitere Erhöhung der Luft- und Wasserdampfdurchlässigkeit sowie auch der gewünschten Weichheit des Leders kann aber dadurch bewirkt werden, dass die dünne Verbindungsschicht lediglich partiell auf der Lederoberfläche vorgesehen ist und Schwachstellen verringerter Dicke und/oder Unterbrechungen aufweist.
- Um die Verschmutzbarkeit der Zurichtung, insbesondere bei hellen Farben zu vermeiden bzw. zu reduzieren, können gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung die Narbkuppen der Zurichtung mikroskopisch kleine glatte Erhöhungen aufweisen, die zweckmäßig einen Durchmesser zwischen 3 μm und 60 μm, vorzugsweise zwischen 5 μm und 15 μm, sowie eine maximale Länge von 110 μm aufweisen und dicht an dicht angeordnet sind. Diese Erhöhungen, welche das Aussehen von feinen Haaren haben können, bewirken, dass insbesondere Nassverschmutzungen auf der glatten Oberfläche bleiben und nicht in Mikrozwischenräume absacken, und verhindern, dass sich der Schmutz vollflächig auf der Oberfläche der Zurichtung festsetzt.
- Der positive Effekt wird weiters verbessert, wenn die Zurichtung an ihrer Sichtseite Wachse und/oder Silikone enthält, durch welche die Oberflächenspannung der Zurichtung gegenüber Wasser verändert wird.
- Weiters kann erfindungsgemäß die Sichtseite der Zurichtung mit einem sehr dünnen Finish versehen sein, durch welchen der Griff sowie der Glanzgrad beeinflusst werden kann.
- In den Zeichnungen sind bisher bekannte Ausführungen und eine erfindungsgemäße Ausführung eines mit einer Zurichtung versehenen Leders dargestellt.
-
1 zeigt im Schnitt die bekannte Herstellung einer Zurichtung auf einer strukturierten Unterlage und2 eine abgewandelte Ausführung entsprechend1 . Die3 und4 stellen ein mit einer nach dem bekannten Verfahren hergestellten Zurichtung versehenes Leders im Schnitt dar. Die5 und6 zeigen im Schnitt ein erfindungsgemäßes, mit einer Zurichtung versehenes Leder.7 stellt in stark vergrößerter Darstellung einen Teilschnitt durch ein mit einer Zurichtung versehenes erfindungsgemäßes Leder und8 in einem stark vergrößertem Querschnitt eine Narbkuppe der Zurichtung. - Wie aus
1 hervorgeht, erfolgte bisher die bekannte Herstellung einer Zurichtung1 auf einer aus einer Silikonmatrize bestehenden Unterlage2 dadurch, dass auf die der Narbenstruktur der herzustellenden Zurichtung1 entsprechend strukturierten Oberfläche3 diese Unterlage2 eine Kunststoffdispersion durch Rakeln, Spritzen, Walzenauftrag oder Gießen aufgetragen wird, welche beim Ausführungsbeispiel nach1 ca. 55 % Feststoffanteil enthält. Unmittelbar nach dem Auftragen weist diese Kunststoffdispersion eine ebene, in1 gestrichelt dargestellte Oberseite4 auf. Nach dem Trocknen durch Wärmezufuhr schrumpft die Kunststoffdispersion infolge des Wasserentzuges, sodass der so gebildete Film eine Narbtäler und Narbkuppen aufweisende Oberfläche5 besitzt. Da die Kunststoffdispersion in die Zwischenräume zwischen den von der Unterlage2 abstehenden Narbkuppen6 absackt, ist, wie aus der Zeichnung ersichtlich, der entstehende Filmbereich im Bereich dieser von der Unterlage2 abstehenden Narbkuppen6 sehr dünn, sodass dort die Gefahr von Brüchen und Beschädigungen gegeben ist. -
2 zeigt die Situation bei Verwendung einer Kunststoffdispersion mit einem etwa 40 %-igen Feststoffanteil. Die Schrumpfung beim Trocknen ist hier noch größer als bei der Ausführungsform nach1 . - Die
3 und4 stellen ein bekanntes Leder7 dar, das mit einer Zurichtung1 gemäß den1 oder2 hergestellt ist. Die in diesen1 und2 der Unterlage2 zugewendete Seite der Zurichtung1 stellt nun die Sichtseite dar, sodass, wie aus der Zeichnung ersichtlich, die Narbtäler8 der Zurichtung1 eine äußerst geringe Dicke aufweisen. Um diesen Nachteil zu kompensieren, müssen mehrere Ausgleichsschichten9 und10 zwischen dem Leder und der Zurichtung1 vorgesehen werden, wobei die Ausgleichsschicht9 beim in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel aus einem geschäumten Material besteht und die Ausgleichsschicht10 die Klebeschicht bildet. Diese verhältnismäßig dicken Ausgleichsschichten erhöhen die Gesamtdicke in unerwünschter Weise und bewirken vor allem, dass in der Zurichtung1 eventuell vorhandene Poren od.dgl. verschlossen werden, wodurch die Luft- und Wasserdampfdurchlässigkeit wesentlich verringert wird. - In den
5 ,6 und7 ist ein erfindungsgemäßes, mit einer Zurichtung1 versehenes Leder7 , insbesondere ein an seiner Narbenseite geschliffenes Leder oder ein Spaltleder, dargestellt. Wie aus der Zeichnung ersichtlich, weist hier die Zurichtung1 im Bereich der Narbkuppen und im Bereich der Narbtäler im Wesentlichen dieselbe Dicke d auf. Es sind somit keine Schwachstellen verringerter Dicke vorhanden, welche die Festigkeit der Zurichtung1 in unerwünschter Weise beeinträchtigen. - Wie aus den
5 und6 weiter erkennbar, weist die Zurichtung 1 im Wesentlichen geradlinig verlaufende, über die gesamte Dicke durchgehende Kapillaren11 unterschiedlichen Querschnittes auf, durch welche die Luft- und Wasserdampfdurchlässigkeit verbessert wird. Diese Kapillaren weisen einen Durchmesser zwischen 0,009 mm und 0,02 mm auf und liegen dicht an dicht nebeneinander, sodass die Zurichtung1 auf einer Fläche von 100 cm² mindestens 250 Kapillaren enthält. - Die Verbindung der Zurichtung
1 mit dem Leder7 erfolgt über eine einzige, sehr dünne Verbindungsschicht12 , die offenen Poren und Zellen besitzt und daher luft- und wasserdampfdurchlässig ist. Zur weiteren Verbesserung der Luft- und Wasserdampfdurchlässigkeit kann diese Verbindungsschicht12 lediglich partiell auf der Oberfläche des Leders7 vorgesehen sein bzw. Schwachstellen verringerter Dicke und/oder Unterbrechungen aufweisen. Die Verbindungsschicht12 ist mit dem Leder7 mechanisch verankert und klebetechnisch verbunden, wogegen sie mit der Zurichtung1 nur chemisch bzw. klebetechnisch verbunden ist, somit nicht oder nicht wesentlich in die vorhandenen Kapillaren11 eindringt. - Die Zurichtung
1 besteht aus einer verfestigten Dispersion, welche Polyurethan mit zumindest teilweise kristalliner Struktur enthält, und weist in allen Querschnittsbereichen annähernd die gleiche Struktur und die gleiche Dichte auf. - Wie aus dem rechten Teil der
8 ersichtlich ist, in welcher eine Narbkuppe der strukturierten Oberfläche der Zurichtung1 in stark vergrößertem Maßstab dargestellt ist, sind die Narbkuppen der Zurichtung1 mit mikroskopisch kleinen, dicht an dicht angeordneten, glatten Erhöhungen13 mit einem Durchmesser zwischen 5 μm und 15 μm versehen, welche auch die Form von feinen Haaren besitzen können und eine maximale Länge von 110 μm aufweisen. Durch diese Erhöhungen wird bewirkt, dass besonders Nassverschmutzungen auf der glatten Oberfläche bleiben und nicht in die Hohlräume zwischen den Narbkuppen absacken. Dadurch wird gewisser Maßen der bekannte Lotus-Effekt ausgenutzt und verhindert, dass der Schmutz sich vollständig auf der Oberfläche festsetzt. - Dem gleichen Zweck dient es, wenn der auf der Unterlage
2 hergestellte Bereich der Zurichtung1 in geringen Mengen Substanzen, wie Wachse oder Silikone, enthält, welche die Oberflächenspannung der Zurichtung1 gegenüber Wasser verändern. - Das erfindungsgemäße Leder eignet sich vorzugsweise für Innenausstattungen von Kraftfahrzeugen, weil dort das Leder über viele Jahre haltbar sein muss und sich seine Oberfläche durch Altern nicht verändern darf, wobei es beispielsweise bei Verwendung als Sitzbezug besonders hohen Belastungen ausgesetzt ist, weil es dort unter Spannung steht und dabei bewegt wird. Das Leder muss außerdem starke Temperaturschwankungen ertragen, da die Kraftfahrzeuge sowohl in tropischen als auch in sehr kalten Klimazonen eingesetzt werden, und hydrolyse-, kälte-, wärme- und lichtbeständig sein. Die Narbung darf sich beim Dehnen nicht verflachen und das Leder muss auch nach jahrelanger Benutzung noch ein sehr gutes Dauerbiegeverhalten aufweisen.
- Ferner dürfen sich Abriebfestigkeit und Glanzgrad im Laufe der Jahre nicht verändern. Alle diese Forderungen erfüllt das erfindungsgemäße Leder.
- Zur Beeinflussung von Griff- und Glanzgrad kann auf der Sichtseite der Zurichtung
1 ein dünner Finish14 vorgesehen sein.
Claims (18)
- Mit einer an seiner Sichtseite eine stark ausgeprägte Narbenstruktur aufweisende Zurichtung (
1 ) versehenes Leder (7 ), wobei die Zurichtung (1 ) aus einer verfestigten Kunststoffdispersion besteht und gesondert auf einer Unterlage (2 ) mit einer der Narbenstruktur entsprechenden strukturierten Oberfläche (3 ) hergestellt und über eine Verbindungsschicht (12 ) mit dem Leder (7 ) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Zurichtung (1 ) sowohl im Bereich der Narbkuppen als auch im Bereich der Narbtäler im Wesentlichen dieselbe Dicke (d) aufweist und über eine einzige dünne Verbindungsschicht (12 ) mit dem Leder (7 ) verbunden ist. - Leder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zurichtung (
1 ) über ihre gesamte Dicke durchgehende Kapillaren (11 ) aufweist. - Leder nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kapillaren (
11 ) unterschiedlichen Querschnitt aufweisen. - Leder nach Anspruch 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kapillaren (
11 ) einen Durchmesser zwischen 0,005 mm und 0,05 mm, vorzugsweise zwischen 0,009 mm und 0,02 mm, aufweisen. - Leder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zurichtung (
1 ) auf einer Fläche von 100 cm² mindestens 250 Kapillaren enthält. - Leder nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kapillaren (
11 ) im wesentlichen geradlinig verlaufen. - Leder nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Zurichtung (
1 ) in allen Querschnittsbereichen annähernd die gleiche Struktur und die gleiche Dichte aufweist. - Leder nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Zurichtung aus einer verfestigten, Polyurethan enthaltenden Dispersion besteht.
- Leder nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Polyurethan zumindest teilweise eine kristalline Struktur aufweist.
- Leder nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Zurichtung (
1 ) geschlossene Zellen bildende Mikrohohlkugeln enthält. - Leder nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsschicht (
12 ) lediglich partiell auf der Lederoberfläche vorgesehen ist. - Leder nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsschicht (
12 ) Schwachstellen verringerter Dicke und/oder Unterbrechungen aufweist. - Leder nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Narbkuppen der Zurichtung mikroskopisch kleine glatte Erhöhungen (
13 ) aufweisen. - Leder nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhöhungen einen Durchmesser zwischen 3 μm und 60 μm, vorzugsweise zwischen 5 μm und 15 μm, sowie eine maximale Länge von 110 μm aufweisen.
- Leder nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Zurichtung (
1 ) an ihrer Sichtseite Wachse und/oder Silikone enthält. - Leder nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Sichtseite der Zurichtung (
1 ) mit einem dünnen Finish (14 ) versehen ist. - Leder nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass es aus einem Formatzuschnitt im Flanken- oder Bauchbereich einer Lederhaut besteht und eine Zurichtung mit einer stark ausgeprägten Narbenstruktur aufweist.
- Leder nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass es aus einem Formatzuschnitt im Kernbereich einer Lederhaut besteht und eine Zurichtung mit einer flachen Narbenstruktur aufweist.
Applications Claiming Priority (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT0083003U AT7489U1 (de) | 2003-11-24 | 2003-11-24 | Eine veloursartige oberfläche aufweisender, mit einer zurichtung versehener träger und verfahren zur herstellung desselben |
| ATGM830/2003 | 2003-11-24 | ||
| ATGM918/2003 | 2003-12-22 | ||
| AT0091803U AT7408U1 (de) | 2003-12-22 | 2003-12-22 | Mit einer zurichtung versehenes leder |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE202004009068U1 true DE202004009068U1 (de) | 2004-08-12 |
Family
ID=32869988
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE202004009068U Expired - Lifetime DE202004009068U1 (de) | 2003-11-24 | 2004-06-08 | Leder |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| AT (1) | AT7565U1 (de) |
| DE (1) | DE202004009068U1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE202006011724U1 (de) * | 2006-07-31 | 2007-12-06 | Schaefer, Philipp | Fahrzeugsitz |
| EP2014435A1 (de) * | 2007-06-06 | 2009-01-14 | Nissan Motor Co., Ltd. | Verkleidungsmaterial, Verfahren zur Herstellung von Verkleidungsmaterial und Verbundinnenverkleidung für ein Fahrzeug |
| EP1882610A3 (de) * | 2006-07-28 | 2011-08-31 | Se Basf | Fahrzeugsitz und dafür geeignete Substrate |
-
2004
- 2004-06-07 AT AT0040404U patent/AT7565U1/de not_active IP Right Cessation
- 2004-06-08 DE DE202004009068U patent/DE202004009068U1/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP1882610A3 (de) * | 2006-07-28 | 2011-08-31 | Se Basf | Fahrzeugsitz und dafür geeignete Substrate |
| DE202006011724U1 (de) * | 2006-07-31 | 2007-12-06 | Schaefer, Philipp | Fahrzeugsitz |
| EP2014435A1 (de) * | 2007-06-06 | 2009-01-14 | Nissan Motor Co., Ltd. | Verkleidungsmaterial, Verfahren zur Herstellung von Verkleidungsmaterial und Verbundinnenverkleidung für ein Fahrzeug |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| AT7565U1 (de) | 2005-05-25 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| EP1364088B1 (de) | Textile fläche | |
| WO2005047549A1 (de) | Mit einer zurichtung versehener träger | |
| DE3117721C2 (de) | Velourkunstleder und Verfahren zu dessen Herstellung | |
| EP1224096B1 (de) | Verfahren zum herstellen einer flexiblen profilleiste | |
| DE202004009068U1 (de) | Leder | |
| WO2018177759A1 (de) | Polyurethanbasiertes display, verfahren zur herstellung desselben und verwendung des polyurethanbasierten displays und fahrzeug mit einem polyurethanbasierten display | |
| DE102007023433B4 (de) | Anschlussprofilleiste, insbesondere Laibungsanschlussprofilleiste | |
| DE102007023432B4 (de) | Anschlussprofilleiste, insbesondere Laibungsanschlussprofilleiste | |
| DE202004019330U1 (de) | An einer Oberseite mit einer Zurichtung versehener Träger | |
| DE102008008934B3 (de) | Beschichtetes Spaltleder | |
| DE19751759C1 (de) | Verfahren zur Herstellung einer Verbundwanne | |
| DE202004014107U1 (de) | Trägermaterial | |
| EP1678332B1 (de) | Beschichtung von leder mittels einer kunststoffdispersion | |
| DE102015222409A1 (de) | Verfahren zur Herstellung von Verbundkörpern aus Metall und Kunststoff | |
| DE202008004906U1 (de) | Beschichtetes Spaltleder | |
| DE10218076B4 (de) | Verfahren zur Herstellung eines Leders | |
| EP0845376A2 (de) | Sonnenblende für Fahrzeuge und Verfahren zum Herstellen einer solchen | |
| AT12284U1 (de) | Biegeschlaffes flächengebilde sowie verfahren zur herstellung | |
| DE20318306U1 (de) | Eine veloursartige Oberfläche aufweisender, mit einer Zurichtung versehener Träger | |
| DE29903664U1 (de) | An seiner faserigen Oberfläche mit einer Zurichtung versehenes Substrat | |
| DE202005003532U1 (de) | Matrize für die Herstellung einer mit einem flächigen Träger verbindbaren Beschichtung | |
| WO2002006108A1 (de) | Lenkrad und verfahren zur herstellung eines lenkrads | |
| DE20103751U1 (de) | Kunstleder mit einer Beschichtung auf seiner Rückseite | |
| DE102014004880A1 (de) | Verfahren zur Herstellung eines Dekorelements | |
| DE3406521A1 (de) | Verfahren zur herstellung eines gehaeuses fuer geraete des taeglichen bedarfs |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| R207 | Utility model specification |
Effective date: 20040916 |
|
| R163 | Identified publications notified |
Effective date: 20050418 |
|
| R150 | Term of protection extended to 6 years |
Effective date: 20070712 |
|
| R081 | Change of applicant/patentee |
Owner name: BASF SE, DE Free format text: FORMER OWNER: SCHAEFER, PHILIPP, 30175 HANNOVER, DE Effective date: 20091015 |
|
| R151 | Term of protection extended to 8 years |
Effective date: 20100916 |
|
| R152 | Term of protection extended to 10 years |
Effective date: 20120913 |
|
| R071 | Expiry of right | ||
| R071 | Expiry of right |