DE202004008003U1 - Vorrichtung zur Zirkulation von Wasser in einem Gewässer - Google Patents
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Abstract
Description
- Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Zirkulation von Wasser in einem Gewässer, mit einem Rohr, in dem das Wasser aus den unteren Schichten des Gewässers in die oberen Schichten des Gewässers förderbar ist.
- Eine derartige Vorrichtung ist aus der
DE 100 61 777 C1 bekannt. - Dort ist ein etwa vertikal in ein Gewässer eingesetztes Rohr vorgesehen, dem ein Schaufelrad zugeordnet ist, mit dessen Hilfe das Wasser zum Zwecke der Sauerstoffanreicherung aus den unteren Schichten des Gewässers nach oben gefördert werden kann. Das obere Ende des Rohrs ist oberhalb der Wasseroberfläche des Gewässers gehalten. Damit tritt das Wasser aus dem Rohr aus und bricht über den Rand des Rohres.
- Der Betrieb der bekannten Vorrichtung erfordert einen eher hohen Energiebedarf. Insbesondere ein sogenannter Inselbetrieb, also ein von einem öffentlichen Energieversorgungsnetz unabhängiger Betrieb ist damit kaum möglich.
- Aus der WO 81/02731 ist eine Vorrichtung bekannt, bei der das Wasser unterhalb der Wasseroberfläche angesaugt und an den Gewässergrund gepumpt wird. Es hat sich jedoch gezeigt, dass diese Vorgehensweise nur zu einer geringen Sauerstoffanreicherung des Gewässers führt.
- Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur Zirkulation von Wasser in einem Gewässer zu schaffen, bei der eine Sauerstoffanreicherung des Gewässers mit einem geringen Energiebedarf erreicht werden kann.
- Bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das obere Ende des Rohrs unterhalb der Wasseroberfläche angeordnet ist.
- Erfindungsgemäß endet das Rohr an seinem oberen Ende unterhalb der Wasseroberfläche. Damit muss das in dem Rohr vorhandene Wasser nur in eine Bewegung versetzt werden. Die für die Erzeugung dieser Wasserbewegung erforderliche Energie ist eher gering. Da das obere Ende des Rohrs nicht über die Wasseroberfläche übersteht, muss das Wasser nicht über die Wasseroberfläche hinaus angehoben werden. Die für ein derartiges Anheben erforderliche Energie muss somit nicht aufgebracht werden. Insgesamt ist damit der Energiebedarf der erfindungsgemäßen Vorrichtung eher gering. Ein Inselbetrieb der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist damit möglich.
- Gleichzeitig wird durch die Förderung des Wassers von unten nach oben erreicht, dass sich das geförderte Tiefenwasser mit dem sauerstoffreichen Oberflächenwasser verbindet. Dies führt insgesamt zu einer Sauerstoffanreicherung des Gewässers.
- Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist eine photovoltaische Anlage zur Erzeugung der für den Betrieb erforderlichen Energie vorgesehen.
- Aufgrund des geringen Energiebedarfs der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist die von der photovoltaischen Anlage erzeugte Energie ausreichend. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann damit völlig unabhängig von einem öffentlichen Energieversorgungsnetz betrieben werden.
- Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die Plattform schwimmend ausgeführt. Damit kann die erfindungsgemäße Vorrichtung an beliebigen Stellen des Gewässers eingesetzt werden.
- Bei einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist die Plattform ufernah angeordnet, und das Rohr verläuft zumindest teilweise schräg in Richtung zu den unteren Schichten des Gewässers.
- Durch die ufernahe Anordnung kann die erfindungsgemäße Vorrichtung ohne weiteres mit Hilfe eines öffentlichen Energieversorgungsnetzes betrieben werden. Damit trotz der ufernahen Anordnung eine möglichst gleichmäßige Verteilung des zirkulierten Wasser erreicht wird, ist erfindungsgemäß ein schräger Verlauf des Rohres in Richtung zu dem Gewässergrund vorgesehen.
- Weiterhin ist es bei der ufernahen Anordnung der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorteilhaft, das Wasser von oben nach unten zu pumpen. Damit wird vermieden, dass bei einer Förderung von Wasser nach oben gegebenenfalls am Gewässergrund angesaugter Schlamm sich in Ufernähe ausbreitet.
- Zusätzlich kann in diesen Fällen das Wasser auf dem Gewässergrund mit Hilfe von Verteilerschläuchen in einem größeren Bereich verteilt werden.
- Weitere Merkmale, Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, die in den Figuren der Zeichnung dargestellt sind. Dabei bilden alle beschriebenen oder dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der Erfindung, unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Patentansprüchen oder deren Rückbeziehung sowie unabhängig von ihrer Formulierung bzw. Darstellung in der Beschreibung bzw. in der Zeichnung.
-
1 zeigt eine schematische Seitenansicht eines ersten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Zirkulation von Wasser in einem Gewässer, und2 zeigt eine schematische Seitenansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Zirkulation von Wasser in einem Gewässer. - In der
1 ist schematisch ein Gewässer10 in der Form eines Sees dargestellt. Insbesondere handelt es sich um ein stehendes Gewässer. Das Gewässer10 weist ein Ufer11 sowie einen Gewässergrund12 auf. Die Wasseroberfläche des Gewässers10 ist mit dem Bezugszeichen13 gekennzeichnet. Es wird darauf hingewiesen, dass die1 nicht maßstäblich dargestellt ist, sondern dass die Größenverhältnisse beispielsweise hinsichtlich der Tiefe des Gewässers10 zum Zwecke einer besseren Darstellung verändert sind. - In dem Gewässer
10 schwimmt eine von Schwimmern15 getragene Plattform16 . Auf der Unterseite der Plattform16 ist ein Rohr17 gehalten, das sich in etwa vertikaler Richtung innerhalb des Gewässers10 erstreckt. Die Halterung des Rohrs17 ist in der1 nur schematisch angedeutet. Es versteht sich, dass diese Halterung gegebenenfalls eine aufwendigere Konstruktion erfordert als dargestellt. - Das obere Ende
18 des Rohrs17 befindet sich unterhalb der Wasseroberfläche13 und damit im Wasser. Das obere Ende18 ist etwa10 cm unterhalb der Wasseroberfläche13 angeordnet, kann sich aber gegebenenfalls auch bis zu 100 cm unterhalb der Wasseroberfläche13 befinden. - Das untere Ende
19 des Rohrs17 befindet sich oberhalb des Gewässergrunds12 im Bereich der tieferen Schichten des Gewässers10 . - Ruf der Plattform
16 ist ein Elektromotor21 montiert, der über eine Welle22 ein Schaufelrad23 antreibt. Die Welle22 verläuft etwa koaxial zu dem Rohr17 und erstreckt sich von dem Elektromotor21 bis in den oberen Bereich des Rohrs17 . Das Schaufelrad23 ist im Inneren des Rohrs17 unterhalb des oberen Endes18 angeordnet. Das Schaufelrad23 ist an dem freien Ende der Welle22 befestigt und kann damit um eine etwa koaxial zum Rohr17 verlaufende Achse rotieren. - Es versteht sich, dass anstelle des Elektromotors
21 auch eine andere Antriebseinrichtung vorgesehen sein kann, und dass anstelle des Schaufelrads23 auch ein Flügelrad oder eine Schnecke oder dergleichen verwendet werden kann. - Das Schaufelrad
23 wird derart angetrieben, dass das Wasser in dem Rohr17 nach oben bewegt wird. Damit ist es möglich, Wasser aus den tieferen Schichten des Gewässers10 nach oben zu fördern. Am oberen Ende18 des Rohrs17 verteilt sich das geförderte Wasser in die Umgebung und verbindet sich dort mit dem in den oberen Schichten des Gewässers10 vorhandenen Wasser. Dieses sogenannte Oberflächenwasser ist sauerstoffreicher als das aus den unteren Schichten geförderte sogenannte Tiefenwasser. Dies hat zur Folge, dass das aus den unteren Schichten geförderte Wasser mit Sauerstoff angereichert wird. - Aufgrund der Förderung von Wasser nach oben sinkt gleichzeitig Wasser aus den oberen Schichten des Gewässers
10 nach unten ab. Wie erwähnt, handelt es sich dabei um sauerstoffreicheres Wasser. - Dies hat insgesamt eine Zirkulation des Wassers in vertikaler Richtung in dem Gewässer
10 zur Folge. Mit dieser Zirkulation gelangt sauerstoffreiches Oberflächenwasser in die unteren Schichten des Gewässers10 . Gleichzeitig kommt sauerstoffarmes Tiefenwasser nach oben, wo es sich mit dem sauerstoffreichen Oberflächenwasser verbinden kann. Es erfolgt somit insgesamt eine Sauerstoffanreicherung der tieferen Schichten des Gewässers10 . - Wie erläutert wurde, endet das Rohr
17 an seinem oberen Ende18 unterhalb der Wasseroberfläche13 . Damit muss das in dem Rohr17 vorhandene Wasser von dem Schaufelrad23 und damit von dem Elektromotor21 nur in eine Bewegung nach oben versetzt werden. Die für die Erzeugung dieser Wasserbewegung erforderliche Energie ist eher gering. Da das obere Ende18 des Rohrs17 nicht über die Wasseroberfläche13 übersteht, muss das Wasser nicht über die Wasseroberfläche13 hinaus angehoben werden. Die für ein derartiges Anheben erforderliche Energie muss somit nicht aufgebracht werden. Insgesamt ist damit der Energiebedarf des Elektromotors21 eher gering. - Auf der Plattform
16 ist eine photovoltaische Anlage25 vorgesehen, mit der die für den Betrieb des Elektromotors21 erforderliche elektrische Energie erzeugt wird. Mit der in der1 gezeigten Vorrichtung wird in diesem Fall ein sogenannter Inselbetrieb realisiert, der unabhängig von einem Anschluss an ein öffentliches Energieversorgungsnetz funktionsfähig ist. - In der
2 sind das Gewässer10 , das Ufer11 , der Gewässergrund12 und die Wasseroberfläche13 ähnlich wie in der1 in nicht-maßstabsgerechter Weise dargestellt. - Im Unterschied zur
1 ist in der2 eine Plattform31 vorgesehen, die am Ufer11 befestigt ist. Hierzu ist in der2 beispielhaft ein Träger32 vorhanden, auf dem die Plattform31 aufliegt, und der seinerseits auf dem Ufer11 aufliegt. Weiterhin ist beispielhaft eine Stütze33 vorhanden, die den Träger32 abstützt, und die im Bereich des Gewässers10 angeordnet und dort im Boden gehalten ist. Die Halterung der Plattform31 ist in der2 nur schematisch angedeutet. Es versteht sich, dass diese Halterung gegebenenfalls eine aufwendigere Konstruktion erfordert als dargestellt. - Auf der Unterseite der Plattform
31 ist ein Rohr37 gehalten, das sich in das Gewässer10 erstreckt. Die Halterung des Rohrs37 ist in der2 nur schematisch angedeutet. Es versteht sich, dass diese Halterung gegebenenfalls eine aufwendigere Konstruktion erfordert als dargestellt. - Das obere Ende
38 des Rohrs37 befindet sich unterhalb der Wasseroberfläche13 und damit im Wasser. Das obere Ende38 ist etwa 10 cm unterhalb der Wasseroberfläche13 angeordnet, kann sich aber gegebenenfalls auch bis zu 100 cm unterhalb der Wasseroberfläche13 befinden. - Das untere Ende
39 des Rohrs37 befindet sich oberhalb des Gewässergrunds12 im Bereich der tieferen Schichten des Gewässers10 . - Das Rohr
37 weist ausgehend von seinem oberen Ende38 zuerst einen etwa vertikalen Verlauf nach unten auf, um nach einer Biegung etwa schräg in Richtung zum Gewässergrund12 bzw. zu den unteren Schichten des Gewässers10 zu verlaufen. Das Rohr37 kann zumindest nach der Biegung in dem schräg verlaufenden Bereich flexibel ausgebildet sein und auf dem Boden des Gewässers10 aufliegen. In diesem Fall verläuft das Rohr37 entlang dem Boden des Gewässers10 bis zum Gewässergrund12 . Gegebenenfalls verläuft das Rohr37 in diesem Fall von dem in der2 gezeigten Bereich des Ufers11 bis etwa in die Mitte des Gewässers10 bzw. bis zu dem dortigen Gewässergrund12 . - Auf der Plattform
31 ist der Elektromotor21 montiert, der über die Welle22 das Schaufelrad23 antreibt. Die Anordnung und Ausbildung des Elektromotors21 , der Welle22 und des Schaufelrads23 entspricht dabei grundsätzlich den Erläuterungen zur1 . - Ergänzend ist es bei der
2 jedoch möglich, dass das Schaufelrad23 in beide Drehrichtungen angetrieben wird, so dass das Wasser in dem Rohr17 in beide Richtungen bewegt werden kann. Das Wasser kann somit nach oben gefördert oder nach unten gepumpt werden. - Die Förderung von Wasser nach oben wurde bereits im Zusammenhang mit der
1 erläutert. Wird jedoch Wasser aus den oberen Schichten des Gewässers10 nach unten gepumpt, so entsteht auch auf diese Weise eine Zirkulation des sauerstoffreichen Oberflächenwassers in die unteren Schichten des Gewässers10 und des sauerstoffarmen Tiefenwassers nach oben, wo es sich mit dem sauerstoffreichen Oberflächenwasser verbinden kann. Wiederum bewirkt dies eine gewisse Sauerstoffanreicherung der tieferen Schichten des Gewässers10 . - In beiden Fällen entsteht somit eine Zirkulation des sauerstoffreichen Oberflächenwassers in die unteren Schichten des Gewässers
10 und des sauerstoffarmen Tiefenwassers nach oben, wo es sich mit dem sauerstoffreichen Oberflächenwasser verbinden kann. - Aufgrund seiner ufernahen Anordnung kann die in der
2 gezeigte Vorrichtung ohne weiteres mit Energie aus einem öffentlichen Energieversorgungsnetz betrieben werden. - Im Falle einer Bewegung des Wassers in dem Rohr
17 ,37 von oben nach unten kann zur besseren Verteilung des nach unten gepumpten Wassers das untere Ende19 ,39 des Rohrs17 ,37 in nicht-dargestellter Weise mit mehreren Verteilerschläuchen oder dergleichen verbunden sein, die beispielsweise auf dem Gewässergrund12 ausgelegt sind. Im Zusammenhang mit der1 können die Verteilerschläuche im wesentlichen symmetrisch, beispielsweise sternförmig angeordnet sein. Letzteres bewirkt eine gewisse Stabilisierung der Plattform16 bei Wellengang.
Claims (6)
- Vorrichtung zur Zirkulation von Wasser in einem Gewässer (
10 ), mit einem Rohr (17 ,37 ), in dem das Wasser aus den unteren Schichten des Gewässers (10 ) in die oberen Schichten des Gewässers (10 ) förderbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das obere Ende (18 ,38 ) des Rohrs (17 ,37 ) unterhalb der Wasseroberfläche (13 ) angeordnet ist. - Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das obere Ende (
18 ,38 ) des Rohrs (17 ,37 ) in einem Bereich von etwa 10 cm bis etwa 100 cm unterhalb der Wasseroberfläche (13 ) angeordnet ist. - Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (
17 ,37 ) an einer Plattform (16 ,31 ) gehalten ist, und dass im oberen Bereich des Rohrs (17 ,37 ) ein Schaufelrad (23 ) oder dergleichen vorhanden ist, das von einem Elektromotor (21 ) oder dergleichen antreibbar ist. - Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine photovoltaische Anlage (
25 ) zur Erzeugung der für den Betrieb erforderlichen Energie vorgesehen ist. - Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Plattform (
17 ) schwimmend ausgebildet ist. - Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Plattform (
37 ) ufernah angeordnet ist, und dass das Rohr (37 ) zumindest teilweise schräg in Richtung zu den unteren Schichten des Gewässers (10 ) verläuft.
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