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Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Einbringen
von Schlauchabschnitten, die zu Säcken, Beuteln u. dgl. weiterverarbeitet werden,
in eine Bearbeitungsmaschine. Es ist bekannt, Schlauchabschnitte, zu Stapeln zusammengefaßt,
vor den Einzugwerkzeugen der Bearbeitungsmaschine auf ihren Längsseitenkanten senkrecht
stehend bereitzuhalten. Die Stapel werden dabei von Hand in eine Haltevorrichtung
eingelegt.
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Die vorbekannte Verfahrensweise hat sich als unzuverlässig erwiesen,
da die Schläuche infolge ihres Eigengewichtes einknicken und dann willkürlich und
nicht vorhersehbar Positionen einnehmen, in denen sie von den Einzugwerkzeugen nicht
mehr erfaßt werden können.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
der eingangs genannten Art zu schaffen, das eine große Funktionssicherheit aufweist.
Die erfindungsgemäße Lösung bezüglich des Verfahrens besteht darin, daß man die
stehenden Schlauchabschnitte des Stapels im Wirkbereich der Einzugwerkzeuge der
Bearbeitungsmaschine begrenzt unter ihrem Eigengewicht einknicken läßt, die Schlauchabschnitte
dann in vorbestimmter Knicklage abgestützt werden und einzeln aus dieser Stellung
in die Bearbeitungsmaschine eingezogen werden.
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Es hat sich herausgestellt, daß dadurch, daß man den Schlauchabschnitten
ihrer Tendenz entsprechend eine gewisse begrenzte Einknickung ermöglicht, die Schlauchabschnitte
in der vorbestimmten Knicklage einwandfrei abgestützt werden können, da sie in dieser
Knicklage schon von sich aus in gewissem Rahmen stabilisiert sind. Man erhält dadurch
eine exakt vorbestimmbare Position der Schlauchabschnitte, so daß die Einzugwerkzeuge
immer exakt einen Schlauchabschnitt erfassen und die Bearbeitungsmaschine ziehen
können.
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Da das senkrechte Einlegen des Schlauchabschnittstapels in eine entsprechende
Haltevorrichtung insbesondere unter Berücksichtigung der Einknickmöglichkeit für
die Schlauchabschnitte für eine Bedienungsperson ein hohes Maß an Sorgfalt erfordern
würde, wobei das senkrechte Einlegen an sich schon umständlich ist und zudem die
Bedienungsperson bis weit in die Anlage hinein, nämlich bis in den Wirkbereich der
Einzugwerkzeuge, reichen müßte, ist in Weiterentwicklung des Verfahrens nach der
Erfindung vorgesehen, daß die Schlauchabschnitte außerhalb des Wirkbereichs der
Einzugwerkzeuge flachliegend gestapelt werden, der Stapel dann in den Wirkbereich
der Einzugwerkzeuge gefahren wird und dann in eine senkrechte, die begrenzte Einknickung
ermöglichende Stellung verschwenkt wird. Die Bedienungsperson hat also in sehr einfacher
Weise lediglich die Schlauchabschnitte fiachliegend zu stapeln und kann dabei außerhalb
des Wirkbereichs der Einzugwerkzeuge der Bearbeitungsmaschine arbeiten.
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Aus der deutschen Auslegeschrift 1013 156 ist es beim Fördern von
Blättern in Papier verarbeitenden Maschinen bekannt, die Blätter von einer flachliegenden
Stapelung in eine senkrechte Stapelung zu überführen. Die Senkrechtstapelung dient
hierbei zum Sammeln der bearbeiteten Blätter.
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Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zur Durchführung der
obengenannten Verfahrensschritte.
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Die Lösung bezüglich der Vorrichtung nach der Erfindung besteht im
wesentlichen darin, daß im Wirkbereich der Einzugwerkzeuge der Bearbeitungsmaschine
ein etwa S-förmiger Anschlag für die gestapelten Schlauchabschnitte angeordnet ist.
Es hat sich herausgestellt, daß die Schlauchabschnitte bei ihrer begrenzt möglichen
Einknickung etwa eine S-Form annehmen und daß sich eine besonders stabilisierte
Lage ergibt, wenn sie von einem etwa S-förmigen Anschlag abgestützt werden.
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Eine besonders gute Abstützung ergibt sich dadurch, daß diesem S-förmigen
Anschlag ein hinter den Schlauchabschnittstapel fahrbarer Gegenhalter zugeordnet
ist, der auch auf dem rückwärtigen, den Einzugwerkzeugen abgewendeten Ende des Stapels
einen gewissen Anpreßdruck ausübt, wodurch zugleich in vorteilhafter Weise verhindert
werden kann, daß insbesondere die hinteren Schlauchabschnitte des Stapels aus der
senkrechten Stellung in eine waagerechte Stellung zurücldallen.
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Eine bevorzugte Ausgestaltungsform eines solchen fahrbaren Gegenhalters
ergibt sich aus den Unteransprüchen.
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Um die Schlauchabschnitte flachliegend außerhalb des Wirkbereichs
der Einzugwerkzeuge zu stapeln und sie dann in eine senkrechte Stellung im Wirkbereich
der Einzugwerkzeuge verschwenken zu können, ist gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
einer Vorrichtung nach der Erfindung auf einer Führung ein Wagen fahrbar angeordnet,
der verschwenkbar einen Stapelrechen trägt. Eine bevorzugte Ausführungsform der
konstruktiven und steuertechnischen Verknüpfung des Gegenhalters mit dem vorgenannten
Wagen mit seinem schwenkbaren Stapelrechen ergibt sich aus den Unteransprüchen.
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Ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung nach der Erfindung wird
nachstehend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigt Fig.
1 eine Vorrichtung nach der Erfindung in schematisierter Seitenansicht; Fig. 2 und
3 zeigen weitere schematisierte Seitenansichten der Vorrichtung nach Fig. 1 in jeweils
anderen Betriebsstellungen.
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Die Vorrichtung weist eine Führung 1 auf, auf der ein erster Wagen
2 und ein -zweiter Wagen 3 hin und her fahrbar angeordnet sind. Die Führung 1 ist
dabei in Richtung auf die Einzugwerkzeuge-der Bearbeitungsmaschine abwärts geneigt
angeordnet, so daß die Wagen 2 und 3 in dieser Richtung durch ihr Eigengewicht fahren
können.
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Auf dem Wagen 2 ist schwenkbar ein Stapelrechen 4 angeordnet, auf
dem, wie aus F i g. 1 ersichtlich, die Schlauchabschnitte flachliegend gestapelt
werden können.
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An dem Wagen 2 ist ein Zugseil 5 befestigt, das über eine Umlenkrolle
6 zu einem umsteuerbaren Druckzylinder 7 geführt ist, mit dem der Wagen 2 auf der
Führung 1 nach oben rückwärts gezogen werden kann.
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Der weitere Wagen 3, der auf der Führung 1 hin und her fahrbar angeordnet
ist, trägt mehrere Teleskoprohre 8, die jeweils über einen Druckzylinder 9 ein-
und ausgefahren werden können. Die Teleskoprohre 8 dienen dabei als Gegenhalter,
die auf den senkrecht stehenden Schlauchabschnittstapel an dessen hinterem, den
von den Einzugwerkzeugen abgewandt liegendem Ende einen Anpreßdruck ausüben, der
aus dem Eigengewicht des Wagens 3 samt Teleskoprohren 8 resuliert.
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Am vorderen Ende der Vorrichtung ist im Wirk-
bereich
der Einzugwerkzeuge der Bearbeitungsmaschine ein etwa S-förmiger Anschlag 10 vorgesehen,
der im dargestellten Ausführungsbeispiel aus entsprechend der S-Form übereinander
angeordneten Rollen 11 besteht. Dieser S-förmige Anschlag 10 stützt jeweils die
vorderen Schlauchabschnitte des Stapels in einer Einknicklage ab, in die sich diese
Schlauchabschnitte auf Grund ihres Eigengewichtes von selbst begeben. Hierdurch
erhalten die Schlauchabschnitte eine exakt definierte Lage, in der sie von den Einzugwerkzeugen
der Bearbeitungsmaschine einwandfrei ergriffen werden können, von denen die Schlauchabschnitte
dann einzeln in die Bearbeitungsmaschine eingezogen werden.
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An dem mit den Teleskoprohren 8 versehenen Wagen 3 greift ebenfalls
ein Seilzug 12 an, der über die Umlenkrolle 6 zu einem umsteuerbaren Druckzylinder
13 geführt ist, mit dessen Hilfe der Wagen 3 die Führung entlang nach oben rückwärts
gefahren werden kann.
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Um einen Schlauchabschnittstapel vor den S-förmigen Anschlag 10 zu
verbringen, wird von der Bedienungsperson der Schlauchabschnittstapel flachliegend
auf dem Rechen 4 des Wagens 2 angeordnet, wie aus Fig. 1 ersichtlich. Dann wird
über ein von Hand zu betätigendes Steuerventil der Druckzylinder 7 drucklos gemacht,
so daß der Wagen 2 mit dem Rechen 4 abwärts in Richtung auf den Anschlag 10 zufährt.
An dem Wagen 2 befindet sich schwenkbar ein an seinem Vorderende etwa nasenförmig
ausgebildeter länglicher Anschlag 14, für den auf dem Wagen 3 ein Gegenlager 15
angeordnet ist.
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An dem Rechen 4 befindet sich ferner ein Endschalter 16, für den an
dem Wagen 3 ein Anschlag 17 vorgesehen ist, auf den der Endschalter dann auftrifft,
wenn der Rechen 4 hochgeschwenkt ist. Das Hochschwenken des Rechens 4 und damit
das Verbringen des Schlauchabschnittstapels in eine senkrechte Lage geschieht von
der Bedienungsperson während der Abwärtsfahrt des Wagens 2.
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Die Länge des Anschlages 14 ist so bemessen, daß einerseits der Wagen
2 nicht auf den Wagen 3 unmittelbar auffährt und daß der Wagen 2 in einem solchen
Abstand von dem Wagen 3 gehalten wird, daß eine unbehinderte Verschwenkung des Rechens
4 erfolgen kann. Diese Betriebsphase der Vorrichtung mit Abstützung des Anschlages
14 des Wagens 2 am Gegenlager 15 des Wagens 3 ist aus Fig. 2 ersichtlich. In dieser
Stellung trifft auch der Endschalter 16 des Rechens 4 auf den Anschlag 17 an dem
Wagen 3, wodurch ein Steuerimpuls ausgelöst wird, der zunächst bewirkt, daß die
Teleskoprohre 8 mittels ihrer entsprechenden Druckzylinder 9 eingefahren werden.
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Ferner wird ein an dem Wagen 2 befestigter Druckzylinder 18 derart
betätigt, daß er den Anschlag 14 nach oben auf sich zu zieht, so daß der Anschlag
14 aus der Wegbahn des Gegenlagers 15 des Wagens 3 gelangt. Ferner wird über diesen
Steuerimpuls der Druckzylinder 13 derart beaufschlagt, daß er über das Zugseil 12
den Wagen 3 rückwärts in Richtung auf den Wagen 2 zu fährt. An dem Wagen 3 ist ein
Endschalter 19 befestigt, der bei dem genannten Rückwärtsfahren des Wagens 3 vor
die Laufachse 20 des Wagens 2 stößt. Es versteht sich, daß, wie aus F i g. 3 ersichtlich,
der Wagen 2 an seinem vorderen Ende so ausgespart ist, daß hierbei der Wagen 3 mit
seinem Anschlag 17 und seinem Endschalter 19 bis in die vorgenannte Stellung gelangen
kann. Der sich aus dem Auffahren des Endschalters 19 ergebende Steuerimpuls wird
dazu benutzt, zunächst die Druckbeaufschlagung des Druckzylinders 13 zu stoppen,
so daß der Wagen 3 anhält. Ferner werden über die Druckzylinder 9 die Teleskoprohre
8 wieder ausgefahren, wie aus Fig.3 ersichtlich. Die gegenseitige Zuordnung der
Wagen 2 und 3 ist dabei so getroffen, daß die Teleskoprohre 8 kurz hinter dem hochgeschwenkten
Rechen 4 hochfahren. Danach wird über den Druckzylinder 7 der Wagen 2 wieder in
seine obere Ausgangslage zurückgefahren, wobei die Teleskoprohre 8 die entsprechend
abständig gehaltenen Rechenzinken des Stapelrechens 4 durchtreten und den senkrecht
stehenden Schlauchabschnittstapel in der gewünschten Weise zurückhalten. Der Druckzylinder
13 wird dann drucklos gemacht, so daß die Teleskoprohre 8 den Stapel durch das Eigengewicht
an den Anschlag 10 angedrückt halten.
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Es versteht sich, daß die Schwenkstellung des Rechens 4 durch einen
nicht näher beschriebenen und dargestellten Anschlag begrenzt wird. Ferner kann
abweichend von dem oben beschriebenen Ausführungsbeispiel auch das Hochschwenken
des Rechens 4 automatisch beispielsweise über eine Rolle mit entsprechender Steuerkurve
vorgenommen werden. Ferner ist hervorzuheben, daß die oben beschriebene Vorrichtung
auch im Rahmen einer vollautomatischen Anlage eingesetzt werden kann, bei der die
Schlauchabschnitte nach Verlassen der Schlauchziehmaschine zu Stapeln gesammelt
und einem Stauförderer zugeleitet werden, von dem aus die Schlauchstapel dann über
entsprechende Fördereinrichtungen auf den Rechen 4 aufgelegt werden können.
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Patentansprüche: 1. Verfahren zum Einbringen von Schlauchabschnitten
in eine Bearbeitungsmaschine, bei dem die gestapelten Schlauchabschnitte, auf ihren
Längsseitenkanten senkrecht stehend, einzeln in die Bearbeitungsmaschine gezogen
werden, dadurch gekennzeichnet, daß man die stehenden Schlauchabschnitte des Stapels
im Wirkbereich der Einzugwerkzeuge der Bearbeitungsmaschine begrenzt unter ihrem
Eigengewicht einknicken läßt, die Schlauchabschnitte dann in vorbestimmter Knicklage
abgestützt werden und einzeln aus dieser Stellung in die Bearbeitungsmaschine eingezogen
werden.
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2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlauchabschnitte
außerhalb des Wirkbereichs der Einzugwerkzeuge flachliegend gestapelt werden, der
Stapel dann in den Wirkberich der Einzugwerkzeuge gefahren wird und dann in eine
senkrechte, die begrenzte Einknickung ermöglichende Stellung verschwenkt wird.
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3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß im Wirkbereich der Einzugwerkzeuge der Bearbeitungsmaschine
ein etwa S-förmiger Anschlag (10) für die gestapelten Schlauchabschnitte angeordnet
ist.