DE2016312C - Durchspül-Verbundgießverfahren - Google Patents
Durchspül-VerbundgießverfahrenInfo
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Description
Überall wo schleißscharfe Mineralien oder sonstige agressive Stoffe transportiert, zerkleinert, gemischt
oder verarbeitet werden, tritt im allgemeinen hoher Verschleiß an den den Stofffluß begrenzenden Maschinenteilen
auf. Gleichzeitig werden diese Maschinenteile oftmals auf Schlag und Biegung beansprucht.
Zur Verminderung der Verschleißkosten kommen in zunehmendem Umfang verhältnismäßig spröde
Legierungen mit z.B. 3%> Kohlenstoff, 6% Chrom, 8% Nickel oder 2,8% Kohlenstoff, 15% Chrom,
3% Molybdän und ähnliche in Frage. Zwar haben die genannten und ähnlichen Legierungen eine hohe
Abriebfestigkeit, sind jedoch verhältnismäßig spröde und widerstehen größeren, mechanischen Beanspruchungen nicht. Deshalb können eine Reihe von
Maschinenteilen, welche gleichzeitig auf Abrieb und mechanische Beanspruchung hin beansprucht werden,
nicht massiv aus solchen Werkstoffen hergestellt werden. Dies trifft z. B. für Hammermühlenschläger,
große Schlagleisten, Gesteinsrutschen u. dgl. zu. ao
Deshalb v.-urde von anderer Seite vorgeschlagen,
Maschinenteile der genannten Art nach einem neuartigen Verbundgießverfahren herzustellen, welches
ermöglicht, auf einen zähen Grundkörper hochverschleißfeste Druckschichten so aufzubringen, daß as
emc metallurgische Diffusionsverbindung zwischen dem zänen Grundkörper und der harten Verschleißschicht
entsteht. Dieses Verfahren beruht im wesentlichen darin, daß der zähe Grundkörper in eine Form
mit entsprechendem Hohlraum für den Verschleißkörper eingelegt und zwecks Anschmelzung mit
einem Überschuß flüssigen Metalls der für den Verschleißkörper geeigneten Zusammensetzung überspült
wird, wobei nur der Rest des flüssigen Metalls, z. B. '/4 bis '/i der Gesamtmenge zur endgültigen
Formfüllung benutzt wird, das überschießende Eisen aber aus der Form abgeführt wird. Dabei verbindet
sich der zuletzt eingefüllte flüssige Metallrest innig mit der angeschmolzenen Grundschicht zu einem
Verbundkörper, der nach der Erstarrung oben hart und verschleißfest, unten weich und zäh ist. Solche
Verbundkörper vereinen in sich hohe Verschleißfestigkeit und hohe Widerstandsfähigkeit gegen
Schlag und Biegung.
Bisher war ein Hauptproblem bei der Durchführung des Durchspül-Verbundgießverfahrens die wirtschaftliche
Verwendung des in verhältnismäßig großer Menge anfallenden flüssigen Überschußmctalls
(z. B. Va bis '/* der Gesamtmenge). Man hat
vorgeschlagen, dieses Überschußmetall zur Herstcl- so
lung von Massivgußteilen zu verwenden. Indes ist es schwierig, im normalen Gießereibetrieb immer
genügend Formen für Massivgußtcilc aus dem Werkstoff des Verschlcißkorpcrs bereitzustellen. Lin Abguß
des überschußmelalls in Masseln verbietet sich wegen der hohen Energieverluste und der starken
Verminderung des Ausbringens.
Die vorliegende Erfindung überwindet diese ent'
scheidenden fabrikatorischen und wirtschaftlichen Nachteile dadurch, daß das überschüssige flüssige
Metall aus der Form direkt in das Schmelzaggregat, z. U. den Induktionsofen, zurückfließt.
Beispielsweise wird die Form beim Guß (aus einer aus dem Schmelzaggregal gefüllten Pfanne) so hoch
über dem Schmelzaggregat angeordnet, daß das über- «$
schüssige flüssige Metall durch natürliches Gefälle direkt in das Schmelzaggregat zurückfließt.
Formkästen gleichzeitig oder hintereinander abgegossen werden, wobei das überschießende Metall
in einer gemeinsamen Rinne gesammelt wird, über die es durch natürliches Gefälle direkt in das tiefer
gelegene Schmelzaggregat zurückfließt. In dieser Weise kann ein rationeller Massen-Verbundguß bewirkt
werden, indem die Formen im Karussell oder auf einem Förderband an der Gießstelle vorbeibewegt
werden.
Auch kann zur Überwindung von Höhendifferenzen eine magnetische Rinne zur Zurückführung des
überschüssigen flüssigen Metalls aus der Form in das Schmelzaggregat verwendet werden, wenn z. B. durch
bauliche Beschränkungen eine Anordnung der Formen über dem Schmelzaggregat nicht möglich ist.
In allen Fällen wird das in das Schmelzaggregat zurückgeführte flüssige Metall im Schmelzaggregat
wieder erhitzt und danach erneut zum Verbundguß verwendet. Infolge der verhältnismäßig kurzen Verweilzeit
des flüssigen Überschaßmetails außerhalb des Schmelzaggregates wird der Temperaturabfall
nur gering und in kurzer Zeit durch Wiedererhitzung ausgeglichen sein. Man erreicht so einen beinahe
kontinuierlichen Verbundguß mit hoher Ausbringung und geringsten Schmelzkosten.
Die Erfindung erlaubt die Anwendung des Durchspül-Verbundgießverfahrens
zur rationellen Herstellung von Verbundguß-Massenteilen, sowohl mit zweiteiligen
Kasten als auch im Stapelgußverfahren.
Claims (5)
1. Verbundgießverfahren nach dem Durchspülverfahren zur Erzeugung von Verbundkörpern
aus zähen metallischen Grundkörpcrn und harten metallischen Verschleißkörpern, wobei der
zähe Grundkörper in eine Form mit entsprechendem Hohlraum für den Verschleißkörper eingelegt
und mit einem Überschuß flüssigen Metalls zwcks Anschmelzung der Grundkörperoberfläche
überspült wird und nur der Rest des flüssigen Metalls zur endgültigen Formfüllung benutzt
v/ird,dadurch gekennzeichnet,daß
das überschüssige flüssige Metall aus der Form direkt in das Schmelzaggregat zurückgeführt wird.
2- Verbundgießverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Form beim Guß
so hoch über dem Schmelzaggregat angeordnet ist, daß das Überschüssige flüssige Metall durch
natürliches Gefälle direkt in das Schmelzaggregal zurückgeführt wird.
3. Verbundgießverfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere nebeneinander
angeordnete Formkästen gleichzeitig oder hintereinander abgegossen werden, wobei das
überschießende Metall in einer gemeinsamen Rinne gesammelt wird, über die es durch natürliches Gefälle direkt in das Schmelzaggregat
zurückgeführt wird.
4. Verbundgießverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zurückführung des
überschüssigen flüssigen Metalls aus der Form in das Schmelzaggregat unter Verwendung einer
magnetischen Rinne erfolgt.
5.
Verbundgießverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das in da« Schmelzaggregat zurückgeführte überschüssige flüssige
Metall im Schmelzaggfegat erhiüt und dtntch
wieder verwendet wird.
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