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Die
Erfindung betrifft eine Schaltelement-Baugruppe für ein Getriebe,
nach dem Oberbegriff des Hauptanspruchs, sowie ein Verfahren zur Steuerung
dieser Schaltelement-Baugruppe.
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Schaltelement-Baugruppen
für Getriebe,
insbesondere für
Automatgetriebe oder automatisierte Schaltgetriebe, sind vielfältig bekannt.
So beschreibt die
DE
199 32 614 A1 eine Anordnung von zwei als Bremse ausgebildeten
axial benachbarten Schaltelementen für ein Stufenautomatgetriebe.
Hierbei ist für beide
Bremsen ein gemeinsamer Außenlamellenträger vorgesehen,
der formschlüssig
mit einem Getriebegehäuse
verbunden ist und eine mittige Trennwand axial zwischen den beiden
Bremsen aufweist. Jeweils unmittelbar links und rechts von der Trennwand
sind die Kolben zur hydraulischen Betätigung der jeweiligen Bremse
angeordnet, wobei eine der Bremsen über einen Doppelkolben mit
zwei Druckkammern betätigt
wird. Auf kleinerem Durchmesser als der Innendurchmesser der Lamellen,
radial unterhalb der Lamellenreibflächen, weist jede Bremse ein als
Tellerfeder ausgebildetes Rückstellelement
auf.
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Friedrich
J. EHRLINGER / Walter KUHN „Das
automatische ZF-Getriebe HP 500",
in ATZ Automobiltechnische Zeitschrift 79(1977)10 S.463-466, offenbart
eine gattungsgemäße Schaltelement-Baugruppe
eines Stufenautomatgetriebes, mit zwei axial benachbarten Getriebebremsen,
die voneinander unabhängig
hydraulisch betätigbar
sind. Für
diese beiden Bremsen ist ein gemeinsamer Lamellenträger zur
Aufnahme der Außenlamellen
beider Bremsen vorgesehen. Die Lamellen bei der Bremsen sind axial benachbart
innerhalb des Lamellenträgers
angeordnet und durch eine mittige Trennwand des Lamellenträgers voneinander
getrennt. Beide Bremsen weisen jeweils einen Kolben zur hydraulischen
Betätigung
auf, welcher jeweils auf der der Trennwand abgewandten Seite der
Lamellen der jeweiligen Bremse angeordnet ist. Radial oberhalb der
Lamellen beider Bremsen ist ein als Spiralfederpaket ausgebildetes gemeinsames
Rückstellelement
für beide
Kolben vorgesehen. Die Lüftspieleinstellung
beider Bremsen erfordert eine Ausmessung der tatsächlichen
Einbaumaße
im Getriebegehäuse.
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Es
ist Aufgabe der Erfindung, ausgehend vom genannten Stand der Technik
eine Schaltelement-Baugruppe mit zwei axial benachbarten, voneinander
unabhängig
hydraulisch oder pneumatisch betätigbaren
Schaltelementen hinsichtlich möglichst geringem
Bauraum und hinsichtlich Montagefreundlichkeit weiterzuentwickeln.
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Gelöst wird
diese Aufgabe durch eine Schaltelement-Baugruppe mit den Merkmalen des Hauptanspruchs.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung, sowie Verfahren zur
Steuerung der erfindungsgemäßen Schaltelement-Baugruppe
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Ausgehend
vom genannten Stand der Technik weist die Schaltelement-Baugruppe
zwei in einem Getriebegehäuse
angeordnete, axial benachbarte Schaltelemente auf, die voneinander
unabhängig
hydraulisch oder pneumatisch betätigbar
sind. Ein für beide
Schaltelemente gemeinsamer Lamellenträger nimmt die Außenlamellen
oder die Innenlamellen beider Schaltelemente auf. Die Lamellen beider
Schaltelemente sind axial benachbart innerhalb des Lamellenträgers angeordnet
und durch eine mittige Trennwand des Lamellenträgers voneinander getrennt.
Jedes Schaltelement weist mindestens einen Kolben und einen Schließdruckraum
zur hydraulischen bzw. pneumatischen Betätigung auf, welcher auf der
der Trennwand abgewandten Seite der Lamellen des jeweiligen Schaltelementes
angeordnet ist.
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Erfindungsgemäß weist
jedes Schaltelement mindestens ein Rückstellelement zur Kolbenrückstellung
auf, welches in einer entsprechend ausgebildeten Ausnehmung im Lamellenträger radial
oberhalb der Lamellen des jeweiligen Schaltelementes angeordnet
ist, und mindestens ein Rückstellelement
der Schaltelement-Baugruppe ist als hydraulisch oder pneumatisch
betätigbarer
Entleerdruckraum ausgebildet. Beide Schaltelemente weisen zur Betätigung jeweils
zusätzlich
zu dem Kolben einen Sekundärkolben
auf. Die Kolben sind axial unmittelbar neben dem Lamellenträger angeordnet
sind, jeweils links und rechts von dessen Stirnseiten. Der Betätigungsdruck im
Schließdruckraum
des jeweiligen Schaltelementes wirkt direkt auf dessen Kolben, welcher
alsdann eine Kraft auf den Sekundärkolben des jeweiligen Schaltelementes
ausübt,
der wiederum – gegen
die Kraft des zugeordneten Rückstellelementes – eine Betätigungskraft
auf die Lamellen des jeweiligen Schaltelementes ausübt.
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Beide
Sekundärkolben
sind also derart ausgebildet, daß einerseits eine Übertragung
des Betätigungsdruckes
im jeweiligen Schließdruckraum über den
zugeordneten Kolben auf die Lamellen des jeweiligen Schaltelementes
möglich
ist, und daß andererseits
die Rückstellkraft
des zugeordneten Rückstellelementes über den
Sekundärkolben
auf den Kolben des jeweiligen Schließdruckraums wirkt. Hierzu münden die
Sekundärkolben
axial verschiebbar in die Ausnehmungen im Lamellenträger ein,
in denen auch die Rückstellelemente
angeordnet sind. Der axiale Verschiebeweg der Sekundärkolben
ist jeweils durch einen Einstellring im Lamellenträger begrenzt, derart,
daß hierdurch
das konstruktiv vorgegebene Lüftspiel
des entsprechenden Schaltelementes eingestellt ist. Zweckmäßigerweise
ist dazu im Lamellenträger
eine hinreichend breite Nut vorgesehen, das Lüftspiel wird dann über eine
an die tatsächlichen Bauteilabmessungen
und Bauteiltoleranzen angepaßte
Einstellringbreite eingestellt. Im geöffneten Zustand des Schaltelementes
befindet sich dessen Sekundärkolben
also – infolge
der Rückstellkraft
des zugeordneten Rückstellelementes – in einer
Endlage, die durch den Einstellring vorgegeben ist, wodurch die
Lamellen des Schaltelementes das vorgegebene Lüftspiel aufweisen.
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In
besonders vorteilhafter Weise ist also der Lamellenträger zusammen
mit den Lamellen, den Rückstellelementen
und den Sekundärkolben
beider Schaltelemente als ein Baugruppenteil vormontierbar. Beim
Komplettieren der ganzen Schaltelement-Baugruppe in dem Getriebegehäuse ist
eine sonst übliche
Nachmessung der tatsächlichen
Einbaumaße
der Schaltelemente im eingebauten Zustand im Getriebegehäuse nicht
mehr erforderlich, um die tatsächlichen
Lüftspiele
zu ermitteln. Bei einer ggf. erforderlichen Korrektur der Lüftspiele
auf die konstruktive vorgegebene Werte entfällt die notwendige Rückmontage
der Schaltelemente aus dem Getriebegehäuse. Somit wird also eine erhebliche
Montageerleichterung und eine entsprechende Kostenreduzierung erzielt.
Infolge der hohen Leistungsdichte der hydraulischen bzw. pneumatischen
Kolbenrückstelleinrichtung
kann die Schaltelement-Baugruppe außerdem in vorteilhafter Weise
konstruktiv sehr kompakt und bauraumsparend ausgeführt werden.
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In
einer besonders bauraumsparenden Ausführungsform der Erfindung wird
vorgeschlagen, die Rückstellelemente
beider Schaltelemente jeweils als Entleerdruckraum auszubilden.
Hierbei können
beide Schaltelemente voneinander unabhängig hydraulisch oder auch
pneumatisch geöffnet
werden, wobei die Schließdruckräume, welche
bei geschlossenen Schaltelementen mit Druck beaufschlagt sind, beim Öffnen entlüftet werden.
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Die
Schaltelemente der Baugruppe können als
Getriebekupplung oder als Getriebebremse ausgebildet sein. In einer
vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind beide Schaltelemente
als Bremsen ausgebildet, wobei der gemeinsame Lamellenträger der
beiden Bremsen als Außenlamellenträger ausgebildet
und formschlüssig
oder auch kraftschlüssig
mit dem Getriebegehäuse
verbunden ist, und wobei beide Schließdruckräume durch eine entsprechende Gehäusegestaltung
direkt durch das Getriebegehäuse
gebildet werden.
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Zweckmäßigerweise
erfolgt die Druckbeaufschlagung des entsprechenden Entleerdruckraums zum Öffnen des
jeweiligen Schaltelementes über
ein elektrohydraulisches Getriebe-Steuergerät, über welches auch der Schließvorgang
des Schaltelementes gesteuert wird. Dabei kann das hydraulische
bzw. pneumatische Öffnen
des Schaltelementes insbesondere schaltungsspezifisch und/oder temperaturabhängig steuerbar
sein.
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Als
günstige
Ausführungsform
der Entlüftung des
bei geschlossenem Schaltelement mit Druck beaufschlagten Schließdruckraums
wird vorgeschlagen, mindestens eine Entleerblende vorzusehen, um den
Druckabbau in diesem Schließdruckraum
zu beeinflussen. In einer anderen Ausführungsform der Entlüftung kann
auch vorgesehen sein, daß der Druckabbau
elektrohydraulisch beeinflußbar
ist, also daß der
Druckabbau in dem entsprechenden Schließdruckraum über eine elektrohydraulische Steuerung
aktiv steuerbar ist, insbesondere schaltungsspezifisch und/oder
temperaturabhängig.
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Das
erfindungsgemäße hydraulische
bzw. pneumatische Öffnen
des Schaltelementes bzw. beider Schaltelemente kann auch durch Federkraft
unterstützt
sein, wobei das entsprechende Schaltelement dann zwei parallel wirkende
Rückstellelemente aufweist.
Günstig
ist eine Kombination dieser Ausführungsform
mit einer aktiven Steuerung des Druckabbaus im entsprechenden Schließdruckraum. Eine
entsprechende Federauslegung vorausgesetzt, kann dann durch die
Federkraft auch im drucklosen Zustand des Getriebes ein Zurückfahren
des Betätigungskolbens
in seine Ausgangsposition sichergestellt, wobei die Federkraft zweckmäßigerweise
möglichst
niedrig eingestellt wird. Durch die Druckbeaufschlagung des Entleerdruckraumes
und den gesteuerten Druckabbau im Schließdruckkaum des entsprechenden
Schaltelementes kann das Öffnen
des Schaltelementes in vorteilhafter Weise sehr feinfühlig gesteuert
werden, beispielsweise mit schaltungsabhängig unterschiedlichen Öffnungszeiten
zur Komfort-Optimierung
von Überschneidungsschaltungen oder
zur Erhöhung
der Spontanität
von Schaltungsabläufen.
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In
einer Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, den Schließdruckraum
und den Entleerdruckraum als Differenzdruckraum auch beim Schließen des
jeweiligen Schaltelementes druckmoduliert anzusteueren, vorzugsweise
schaltungsabhängig.
In vorteilhafter Weise ist hierdurch das entsprechende Schaltelement
besonders feinfühlig
ansteuerbar, beispielsweise beim Schalten sehr geringer oder auch
stark unterschiedlicher Drehmomente. Das Doppelkolbenprinzip an
sich ist beispielsweise aus der
DE 199 32 614 A1 bekannt. Gegenüber diesem
Stand der Technik ist jedoch durch die erfindungsgemäße Ausführung des
Rückstellelementes als
Entleerdruckraum, dessen Entleerdruck gegen einen Schließdruck wirkt,
kein zusätzliches
Bauteil notwendig. Selbstverständlich
ist eine solche Differenzdrucksteuerung von Schließdruckraum
und Entleerdruckraum auch beim Öffnen
des Schaltelementes einsetzbar, beispielsweise zum feinfühlichen
Lösen des
Kraftschlusses bei sehr geringen Differenzmomenten am zu öffneneden
Schaltelement.
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Im
folgenden wird die Erfindung anhand der einzigen Figur näher erläutert, in
der ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel
einer erfindungsgemäßen Schaltelement-Baugruppe als schematischer
Teilschnitt dargestellt ist.
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Mit 1 ist
ein Getriebegehäuse
bezeichnet, in dem ein erstes Schaltelement 2 und ein zweites Schaltelement 3 angeordnet
ist. Beide Schaltelemente 2 und 3 sind im dargestellten
Ausführungsbeispiel als
Bremse ausgebildet. Beiden Schaltelementen 2, 3 ist
ein gemeinsamer Lamellenträger 4 zugeordnet, der
im Ausführungsbeispiel
als Außenlamellenträger ausgebildet
ist und die Außenlamellen 20 des
ersten Schaltelementes 2 und die Außenlamellen 30 des zweiten Schaltelementes
in entsprechend ausgebildeten Mitnahmverzahnungen axial verschiebbar
aufnimmt. Die Lamellen der beiden Schaltelemente 2, 3 sind
axial benachbart innerhalb des gemeinsamen Lamelllenträgers 4 angeordnet
und durch eine mittige Trennwand 40 des Lamellenträgers 4 voneinander
getrennt.
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Die
Schaltelemente 2, 3 sind voneinander unabhängig hydraulisch
oder pneumatische betätigbar.
Hierzu ist für
das erste Schaltelement 2 ein Schließdruckraum 24 vorgesehen,
der in die Bauteil-Struktur des Getriebegehäuses 1 integriert
ist und über
eine Schließdruck-Zuführung 25 mit
Druck beaufschlagbar ist. Der Schließdruck ist vorzugsweise über ein
elektro-hydraulisches oder elektro-pneumatisches Getriebe-Steuergerät modulierbar,
beispielsweise in Abhängigkeit
der Schaltungsart, des zu übertragenden
Drehmomentes, der Schaltdrehzahl und/oder der Temperatur. Der Druck
im Schließdruckraum 24 wirkt
direkt auf einen Kolben 23 des ersten Schaltelementes 2.
Der Kolben 23 wiederum wirkt auf einen Sekundärkolben 26 des ersten
Schaltelementes 2, der Sekundärkolben 26 dann auf
die Lamellen des ersten Schaltelementes 2. Schließdruckraum 24,
Kolben 23 und Sekundärkolben 26 sind
im Bereich einer ersten Stirnseite 41 des Lamellenträgers 4 angeordnet.
Zum Schließen
des ersten Schaltelementes 2 wird also der Schließdruckraum 24 mit
Druck beaufschlagt und der Sekundärkolben 26 über den
Kolben 23 gegen eine Rückstellkraft
eines Rückstellelementes 27 axial
in Richtung der Lamellen des ersten Schaltelementes verschoben,
sodaß dessen
Lamellen Drehmoment übertragen
können.
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Als
Rückstellelement
des ersten Schaltelementes 2 ist ein hydraulisch oder pneumatisch
betätigbarer
Entleerdruckraum 27 vorgesehen, der in einer radialen Ausnehmung 42 an
der ersten Stirnfläche 41 des
Lamellenträgers 4 angeordnet
ist, radial oberhalb der Lamellen des ersten Schaltelementes 2,
also auf größerem Durchmesser
als die Lamellen. Der Entleerdruckraum 27 ist über eine
Entleerdruck-Zuführung 28 mit
Druck beaufschlagbar, vorzugsweise druckmoduliert über das
elektro-hydraulische bzw. elektro-pneumatische Getriebe-Steuergerät, beispielsweise
in Abhängigkeit
der Schaltungsart und/oder der Temperatur.
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Ein
zum Druckaufbau im Entleerdruckraum 27 parallel erfolgender
Druckabbau im Schließdruckraum 24 kann
beispielsweise über
eine oder mehrere Blenden beeinflußt sein. Insbesondere zur Temperaturkompensation
des Öffnungsverhaltens
kann der Druckabbau im Schließdruckraum 24 auch über das elektro-hydraulische
bzw. elektro-pneumatische Getriebe-Steuergerät druckmoduliert steuerbar
sein.
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In
einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß das Schließen und/oder
das Öffnen
des ersten Schaltelementes 2 über eine Differenzdrucksteuerung
von Schließdruckraum 24 und Entleerdruckraum 27 erfolgt,
insbesondere schaltungstypabhängig
zu einem besonders feinfühligen Schalten
bei sehr kleinen und bei stark unterschliedlichen Schaltmomenten.
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Der
Sekundärkolben 26 des
ersten Schaltelementes 2 weist einen zylinderförmigen Abschnitt auf,
der in dieselbe radiale Ausnehmung 42 an der ersten Stirnfläche 41 des
Lamellenträgers 4 axial
verschiebbar einmündet,
in der auch der Entleerdruckraum 27 des ersten Schaltelementes 2 angeordnet ist.
Der axiale Verschiebeweg des Sekundärkolbens 26 ist durch
einen Einstellring 21 begrenzt, welcher in einer entsprechend
ausgebildeten Nut im Lamellenträger 4 im
Bereich dessen erster Stirnfläche 41 angeordnet
ist, derart, daß sich
der Sekundärkolben 26 im
geöffneten
Zustand des ersten Schaltelementes 2 – infolge der Rückstellkraft
des Entleerdruckraums 27 – gegen den Einstellring 21 abstützt bzw.
an diesem anliegt. In dieser Endlage des Sekundärkolbens 26, bei geöffnetem
Schaltelement 2, weisen die Lamellen des ersten Schaltelementes 2 ein
konstruktiv vorgegebenes Lüftspiel 22 auf.
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Das
zweite Schaltelement 3 ist ähnlich aufgebaut wie das erste
Schaltelement 2. Ein getriebegehäusefester Schließdruckraum 34 des
zweiten Schaltelementes 3 ist über eine Schließdruckzuführung 35 mit
Schließdruck
beaufschlagbar, vorzugsweise modulierbar gesteuert über das
elektrohydraulische bzw. elektro-pneumatische Getriebe-Steuergerät, wobei
dieser Schließdruck
direkt auf einen Kolben 33 des zweiten Schaltelementes 3 wirkt,
der dann wiederum auf einen Sekundärkolben 36 des zweiten
Schaltelementes 3 wirkt und die Lamellen des zweiten Schaltelementes 3 kraftschüssig schaltet.
Der Schließdruckraum 34 wird
im dargestellten Ausführungsbeispiel
aus dem Kolben 33 und einem topfförmigen Zylinder gebildet, der
mit dem Getriebegehäuse 1 fest
verbunden ist. In einer anderen Ausführungsform kann der Schließdruckraum 34 des zweiten
Schaltelementes 3 auch im dem Getriebegehäuse 1 integriert
sein.
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Als
Rückstellelement
des zweiten Schaltelementes 3 ist eine Kombination aus
einem Entleerdruckraum 37 und einer Rückstellfeder 39 vorgesehen.
Entleerdruckraum 37 und Rückstellfeder 39 wirken
parallel und sind beide gemeinsam in einer radialen Ausnehmung 44 an
einer zweiten Stirnfläche 43 des
Lamellenträgers 4 angeordnet,
radial oberhalb der Lamellen des zweiten Schaltelementes 3,
also auf größerem Durchmesser
als die Lamellen. Der Entleerdruckraum 37 ist über eine
Entleerdruck-Zuführung 38 mit
Druck beaufschlagbar, vorzugsweise druckmoduliert über das
elektrohydraulische bzw. elektro-pneumatische Getriebe-Steuergerät, beispielsweise
in Abhängigkeit
der Schaltungsart und/oder der Temperatur.
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Der
Sekundärkolben 36 des
zweiten Schaltelementes 3 weist einen zylinderförmigen Abschnitt auf,
der in dieselbe radiale Ausnehmung 44 an der zweiten Stirnfläche 43 des
Lamellenträgers 4 axial verschiebbar
einmündet,
in der auch der Entleerdruckraum 37 und die Rückstellfeder 39 des
zweiten Schaltelementes 3 angeordnet sind. Der axiale Verschiebeweg
des Sekundärkolbens 36 ist
durch einen Einstellring 31 begrenzt, welcher in einer
Nut im Lamellenträger
4 im Bereich dessen zweiter Stirnfläche 43 angeordnet
ist, derart, daß sich
der Sekundärkolben 36 im
geöffneten
Zustand des zweiten Schaltelementes 3 – infolge der Rückstellkräfte von
Entleerdruckraum 37 und Rückstellfeder 39 – in einer
Endlage befindet, bei der sich der Sekundärkolben 36 gegen den
Einstellring 31 abstützt
bzw. liegt an diesem anliegt. In dieser Endlage des Sekundärkolbens 36 weisen
die Lamellen des zweiten Schaltelementes 3 ein konstruktiv
vorgegebenses Lüftspiel 32 auf.
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Eine
entsprechende Auslegung der Rückstellfeder 39 vorausgesetzt,
ermöglicht
die Parallelschaltung von Entleerdruckraum 37 und Rückstellfeder 39 als
Rückstellelement für das zweite
Schaltelement 3 eine Rückstellung
von Sekundärkolben 36 und
Kolben 33 auch im drucklosen Zustand des Getriebes, wobei
die Federkraft der Rückstellfeder 39 zweckmäßigerweise
möglichst
niedrig ausgelegt ist. Ebenso unterstützt die Parallelschaltung von
Entleerdruckraum 37 und Rückstellfeder 39 eine
Differenzdrucksteuerung von Schließdruckraum 34 und
Entleerdruckraum 37, insbesondere in Betriebsbereichen
der elektro-hydraulischen bzw. elektro-pneumatischen Getriebesteuerung
mit ungünstiger
Auflösung
von Steuergröße zu Druck,
beispielsweise bei sehr niedrigem Druckniveau.
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Für die Ansteuerungsmöglichkeiten
des zweiten Schaltelementes 3 gilt prinzipiell das gleiche wie
für die
Ansteuerungsmöglichkeiten
des ersten Schaltelementes 2.
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Durch
den beschriebenen konstruktiven Aufbau der beispielhaften Schaltelemnt-Baugruppe kann
der Lamellenträger 4 mit
den lüftspielmäßig korrekt
eingestellten Lamellen beider Schaltelemente 2 und 3,
den Rückstellelementen
beider Schaltelemente 2 und 3, den Sekundärkolben 26 und 36,
sowie den Einstellringen 21 und 31 als eine Baugruppe
vormontiert werden. Hierdurch wird die Montage des Getriebes erheblich
erleichtert, da ein Einstellen der Lüftspiele 22 und 32 auf
die Bauteiltoleranzen des Getriebegehäuses 1 bzw. der Gehäuseteile,
die für die
beiden Schaltelementen 2 und 3 funktionrelevant sind,
nicht mehr erforderlich ist. Außerdem
ermöglicht
die Ausbildung der Rückstellelemente
als hydraulisch bzw. pneumatisch betätigbarer Entleerdruckraum 27, 37 infolge
der hohen Energiedichte dieser Betätigung einen sehr kompakten
Aufbau der Schaltelement-Baugruppe.
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Selbstverständlich können in
anderen Ausführungsformen
der erfindungsgemäßen Schaltelement-Baugruppe
die Rückstellelemente
der einzelnen Schaltelemente anderes kombiniert sein. Beispielsweise
können
beide Schaltelemente jeweils einen hydraulisch bzw. pneumatisch
betätigbaren
Entleerdruckraum ohne eine Rückstellfeder
aufweisen, oder beide Schaltelemente jeweils eine Rückstellfeder
zusätzlich
zu dem jeweiligen Entleerdruckraum. Auch kann es vorgesehen sein,
daß nur
einer der beiden Schaltlemente einen hydraulisch bzw. pneumatisch
betätigbaren
Entleerdruckraum (ohne oder mit zusätzlicher Rückstellfeder) aufweist, während die Kolbenrückstellung
des anderen Schaltelementes in konventioneller Weise nur über ein
Federelement erfolgt. Auch können
die Schaltelemente als Kupplung ausgebildet sein, mit entsprechender
konstruktiven Ausgestaltung der Kolben und deren Druckräume.
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- 1
- Getriebegehäuse
- 2
- erstes
Schaltelement
- 20
- Außenlamelle
des ersten Schaltelementes
- 21
- Einstellring
des ersten Schaltelementes
- 22
- Lüftspiel
des ersten Schaltelementes
- 23
- Kolben
des ersten Schaltelementes
- 24
- Schließdruckraum
des ersten Schaltelementes
- 25
- Schließdruck-Zuführung des
ersten Schaltelementes
- 26
- Sekundärkolben
des ersten Schaltelementes
- 27
- Entleerdruckraum
(Rückstellelement)
des ersten
-
- Schaltelementes
- 28
- Entleerdruck-Zuführung des
ersten Schaltelementes
- 3
- zweites
Schaltelement
- 30
- Außenlamelle
des zweiten Schaltelementes
- 31
- Einstellring
des zweiten Schaltelementes
- 32
- Lüftspiel
des zweiten Schaltelementes
- 33
- Kolben
des zweiten Schaltelementes
- 34
- Schließdruckraum
des zweiten Schaltelementes
- 35
- Schließdruck-Zuführung des
zweiten Schaltelementes
- 36
- Sekundärkolben
des zweiten Schaltelementes
- 37
- Entleerdruckraum
(Rückstellelement)
des zweiten
-
- Schaltelementes
- 38
- Entleerdruck-Zuführung des
zweiten Schaltelementes
- 39
- Rückstellfeder
(Rückstellelement)
des zweiten
-
- Schaltelementes
- 4
- Lamellenträger
- 40
- Trennwand
des Lamellenträgers
- 41
- erste
Stirnfläche
des Lamellenträgers
- 42
- radiale
Ausnehmung an der ersten Stirnfläche des
-
- Lamellenträgers
- 43
- zweite
Stirnfläche
des Lamellenträgers
- 44
- radiale
Ausnehmung an der zweiten Stirnfläche des
-
- Lamellenträgers