DE20122659U1 - Anordnung zur akustischen Tinnitusunterdrückung - Google Patents
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Abstract
Anordnung
zur akustischen Tinnitusunterdrückung,
dadurch gekennzeichnet, daß parallel
angeordnete regelbare NE-Generatoren
(1) bis (1n) mit einer zentralen Steuer- und Auswerteeinheit (2)
und mit einer regelbaren Mischeinrichtung (3) zur Erzeugung eines
komplexen akustischen Signals, die Mischeinrichtung (3) weiterhin
mit einem Verstärker
(4) und dieser mit einem Schallwandler (5) sowohl elektrisch als
auch mittels einer speziellen Software so miteinander verbunden
sind, dass der vom Patienten individuell empfundene Tinnituseindruck
erfasst und ein zu diesem spiegelbildlicher Kompensationsschall
erzeugt wird.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Unterdrückung von Ohrgeräuschen (Tinnitus).
- Annähernd 10 % der Bevölkerung leiden häufig bzw. ständig an Tinnitus.
- Davon besteht bei ca. 10 % ein chronisch-dekompensierter, bisher therapieresistenter Tinnitus, der die Lebensqualität der Patienten erheblich beeinträchtigt. In der Bundesrepublik Deutschland werden jährlich weit über 100 000 Neuerkrankungen registriert, mit zunehmender Tendenz.
- Es ist davon auszugehen, dass bei einem bestimmten Teil der Tinnitus-Patienten der perzipierte (virtuelle) Schall fehlerhaft im Innenohr generiert bzw. fehlerhaft im akustischen Informationssystem gebildet wird. Dabei sind reine Sinustöne und Mischformen möglich.
- Zur Bekämpfung des Tinnitus sind in der Fachwelt zahlreiche Methoden bekannt, darunter pharmakologisch-medikamentöse, psychologische und technische Verfahren. Mit diesen Methoden sind jedoch nicht alle Tinnituserkrankungen therapierbar.
- Therapiemittel der letzten Wahl ist die Anpassung eines "Tinnitus-Maskers" auf der Grundlage eines akustisch-apparativen Verfahrens zur Tinnitusunterdrückung. Dabei wird in einem Gerät ein Breitband-/Schmalband-Rauschen erzeugt, um damit den Tinnitus akustisch zu verdecken, wozu zahlreiche gerätetechnische Lösungen, vielfach als Hinter-Ohr-Hörgeräte ausgebil det, bekannt sind. So hat z. B. die in
DE 197 18 223 angegebene Tinnitusmaskierung ebenfalls die Form eines Hörgerätes. Die Schallzuführung des Maskierungsgeräusches erfolgt hier über einen im Gehörgang liegenden Schlauch, damit Probleme der akustischen Rückkopplung behoben werden. Eine individuelle Kompensation des Tinnitus ist jedoch bisher mit keinem der bekannten Tinnitus-Masker möglich. - Ca. 60 % aller Tinnituspatienten sind deshalb gegenwärtig mit dem Erfolg der dem Stand der Technik entsprechenden Therapien unzufrieden – einschließlich der bekannten Methoden zur akustisch-apparativen Tinnitus unterdrückung.
- Der Erfindung liegt somit das Problem zugrunde, eine Anordnung zur akustischen Tinnitusunterdrückung zu schaffen, womit die Nachteile der Tinnitus-Maskierung vermieden und ein deutliches Zurückdrängen des Tinnitus bewirkt werden sollen.
- Das Problem wird mit den, in den Hauptansprüchen genannten Merkmalen gelöst. Die weiteren Ansprüche enthalten vorteilhafte Ausgestaltungen dieser Merkmale.
- Die Erfindung wird an nachfolgendem Beispiel näher erläutert. Die dazugehörige Zeichnung (
1 ) zeigt ein Blockschaltbild der erfindungsgemäßen Anordnung:
In der dargestellten Anordnung sind mehrere NF-Generatoren1 bis1n (n ≤ 30) parallel zueinander angeordnet, denen ein, in Frequenz, Amplitude und Phase veränderbarer Mischer3 nachgeschaltet ist. Der Mischer3 ist mit einem regelbaren Verstärker4 und dieser mit Schallwandlern5 (z. B. Kopfhörer, Lautsprecher bzw. Knochenleitungshörer) verbunden. Die Verbindun gen werden sowohl elektrisch als auch mittels spezieller Software über eine Steuer- und Auswerteeinheit2 hergestellt und realisiert. - Die NF-Generatoren
1 bis1n erzeugen im gesamten Hörfrequenzbereich (20 Hz bis 20 kHz) Sinustöne oder bandrauschähnliche Signale, die im Mischer3 zu nunmehr komplexen Signalen gemischt werden. Der Verstärker4 leitet den erzeugten Schall zum Schallwandler5 ; die Steuerung2 erfolgt wahlweise über einen externen PC oder ist direkt im Gerät integriert. - In einer zweckmäßigen Ausgestaltung wird die erfindungsgemäße Anordnung in der Arztpraxis in Form einer stationären Diagnoseeinheit mit einem PC als zentraler Steuer und Auswerteeinheit
2 realisiert, während dem Patienten ein individuell angepaßtes, transportables Therapiegerät mit integrierter Steuereinheit2 als "Tinnituskompensator" übergeben werden kann. - Das medizintechnische Verfahren verläuft wie folgt:
Zunächst wird zur genauen Erfassung des subjektiven Tinnituseindruckes dem Ohr des Patienten Schall mit veränderlichen Intensitäten, Frequenzen und Phasen über Schallwandler5 zugeführt. Der Patient vergleicht diese Signale mit seinem individuellen Tinnituseindruck. Es werden die Meßgrößen erfaßt, die exakt dem Erscheinungsbild dieses Tinnitus entsprechen. Anschließend erfolgt unter Mitwirkung des Patienten die Erzeugung eines Kompensationsschalls mittels Biofeedback über die Steuereinrichtung2 , wodurch die NE-Generatoren1 ...1n ihre Ausgangssignale hinsichtlich Intensität, Frequenz und Phase in schneller Folge ändern, bis sie mit dem individuellen Tinnituseindruck übereinstimmen. Dieser erfindungsgemäß erzeugte und in der Steuereinrichtung2 gespeicherte, individuelle Kompensationsschall ("Antischall") entspricht dem spiegelbildlichen Muster des vom Patienten empfundenen Tinnitus und bewirkt dessen akustische Unterdrückung. - Daneben ist das Finden des persönlichen Kompensationsschalls durch Suchen und Vergleichen auch rein subjektiv möglich. Das Ergebnis wird ebenfalls hinsichtlich Frequenz, Lautstärke und Phase gespeichert.
- Die Daten sind danach auf einen portablen Tinnituskompensator mit integrierter Steuereinrichtung
2 , der ansonsten ebenfalls aus NF-Generatoren1 ...1n , dem Mischer3 , einem Verstärker4 und Schallwandlern5 besteht, übertragbar und werden dort gespeichert. Der Tinituskompensator befindet sich zweckmäßigerweise unmittelbar im Besitz des Patienten, damit er bei Bedarf ständig als Therapiegerät zur Verfügung steht. Eine Korrektur und Speicherung der korrigierten Daten kann durch die integrierte Steuereinrichtung2 auch im transportablen Gerät jederzeit erfolgen. - Die beschriebene, erfindungsgemäße Lösung zur Tinnituskompensation bewirkt, daß der subjektiv empfundene, jeweils aktuelle Tinnituszustand durch einen spiegelbildlichen Kompensationsschall akustisch unterdrückt wird, der sowohl automatisch, halbautomatoisch als auch manuell erzeugt werden kann und für einen längeren Zeitraum eine frequenzselektive Tinnitusunterdrückung bewirkt.
- Ohne auf das ständige Tragen eines Hörgerätes angewiesen zu sein, hat der Tinnituspatient jederzeit die Möglichkeit, seine Beschwerden, dem aktuellen Tinnituszustand exakt entspre chend, über einen längeren Zeitraum spürbar zu lindern bzw. vollkommen zu beseitigen.
-
- 1
- NF-Generatoren
- 2
- Steuer- und Auswerteeinheit
- 3
- Mischeinrichtung
- 4
- Verstärker
- 5
- Schallwandler
Claims (11)
- Anordnung zur akustischen Tinnitusunterdrückung, dadurch gekennzeichnet, daß parallel angeordnete regelbare NE-Generatoren (
1 ) bis (1n ) mit einer zentralen Steuer- und Auswerteeinheit (2 ) und mit einer regelbaren Mischeinrichtung (3 ) zur Erzeugung eines komplexen akustischen Signals, die Mischeinrichtung (3 ) weiterhin mit einem Verstärker (4 ) und dieser mit einem Schallwandler (5 ) sowohl elektrisch als auch mittels einer speziellen Software so miteinander verbunden sind, dass der vom Patienten individuell empfundene Tinnituseindruck erfasst und ein zu diesem spiegelbildlicher Kompensationsschall erzeugt wird. - Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Steuer und Auswerteeinheit (
2 ) ein Personalcomputer eingebunden ist. - Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuer- und Auswerteeinheit (
2 ) unmittelbar in einen transportablen Tinnituskompensator integriert ist. - Anordnung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzahl der regelbaren NF-Generatoren (
1 ) günstigerweise auf n ≤ 30 begrenzt ist. - Anordnung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die NF-Generatoren (
1 ) ... (1n ) den gesamten Hörbereich von 20 Hz bis 20 kHz überdecken. - Anordnung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischeinrichtung (
3 ) jeweils in Frequenz, Amplitude und Phase veränderlich regelbar ist. - Anordnung nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß als Schallwandler (
5 ) Kopfhörer angeordnet sind. - Anordnung nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß als Schallwandler (
5 ) Lautsprecher angeordnet sind. - Anordnung nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß als Schallwandler (
5 ) Knochenleitungshörer angeordnet sind. - Anordnung nach Anspruch 1 und 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Einbindung eines PC als Steuer und Auswerteeinrichtung (
2 ) vorzugsweise in stationären Diagnoseeinheiten erfolgt. - Anordnung nach Anspruch 1 und 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß Tinnituskompensatoren mit integrierter Steuer und Auswerteeinrichtung (
2 ) vorzugsweise als transportable Therapieeinheiten unmittelbar beim Patienten zur Verfügung stehen.
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- 2001-06-15 DE DE20122659U patent/DE20122659U1/de not_active Expired - Lifetime
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