DE20120158U1 - Flechtmaterialstreifen zur Herstellung eines Flächenflechtwerkes oder eines Formflechtwerkes - Google Patents
Flechtmaterialstreifen zur Herstellung eines Flächenflechtwerkes oder eines FormflechtwerkesInfo
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Description
Flechtmaterialstreifen zur Herstellung eines
Flächenflechtwerkes oder eines Formflechtwerkes
Die Erfindung betrifft einen Flechtmaterialstreifen zur Herstellung von Flächenflechtwerken oder Formflechtwerken aus Laub- oder Nadelhölzern.
Aus der DE 199 04 845 Cl ist ein Verfahren zum Herstellen einer Furnierstreifenbahn unbegrenzter Länge bekannt, bei der die einzelnen Furnierstreifen aus gemesserten oder gesägten und gestauchten Furnierstreifen mit zwei Stirnseiten und einer bestimmten Dicke bestehen. Die Stirnseiten sind gestaucht und in diese paarweise komplementäre Verzinkungen eingebracht, wobei in Richtung der Dicke der Furnierstreifen verlaufende Flankenflächen gebildet werden. Nach vollflächiger Benetzung der Flankenflächen mit Klebstoff und stirnseitiges Zusammenfügen werden die Furnierstreifen an den Verzinkungen unter Druck zusammengeklebt, so dass nach Aushärtung des Klebstoffes eine fortlaufende Furnierstreifenbahn entsteht. Diese Furniere eignen sich für die Verwendung als Kantenfurniere zum Belegen von Freiformkanten von Möbelstücken. Aus der Schrift ist es ferner bekannt, aus einer Zwei- oder Mehrfurnierstreifenbahn eine mehrschichtige Furnierstreifen zu bilden. Auf eine Furnierstreifenbahn kann dabei zusätzlich eine Trägerschicht aufgebracht sein. Ebenso können Furnierstreifenbahnen mit einer zusätzlichen' Aufdopplung versehen werden.
Aus der DE 197 25 281 Cl ist ein Verfahren zu Herstellung von Flechtmaterialstreifen aus mehrjährigen geschälten Weidenruten für die Verwendung . in einem Flechtwerk bekannt, bei dem aus der Weidenrute, die durch Richten zu einer geraden Stange ausgebildet ist, nach dem Schleifen der Oberfläche außerhalb des Kerns die Flechtstreifen abgetragen werden. Dies kann in bekannter Weise durch Messerung oder durch Sägen erfolgen. Es hat sich gezeigt, dass die Flechtstreifen aus mehrjährigen Weidenruten sich nur für die Bearbeitung von Flechtwerken als Flächengebilde eignen, da sie nicht elastisch genug sind, um auch engere Radien, wie sie insbesondere bei Freiformteilen z. B. zur Umschlagung von runden Rahmenteilen erforderlich sind, eingesetzt werden können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Flechtmaterialstreifen anzugeben, der für Flechtwerke vielseitiger einsetzbar ist, eine höhere Tragfähigkeit aufweist und für Formflechtteile auch mit engen Radien eingesetzt werden kann.
Gelöst wird die Aufgabe durch Ausbildung der Flechtmaterialstreifen gemäß den nebengeordneten Ansprüchen 1, 2 und 3.
Die Erfindung macht sich die Erkenntnis zunutze, dass gestauchte Hölzer, gleich ob diese in Furnierform gestaucht oder vor der Verarbeitung mindestens in Querrichtung gestaucht werden, wesentlich bessere Verbiegeeigenschaften aufweisen und darüber hinaus solche Flechtstreifen auch leicht aus den gestauchten Hölzern oder den gestauchten Furnieren herausgetrennt werden können, wobei bei Furnieren die Trennung entweder durch Schneiden oder durch Sägen und aus Hölzern entweder durch Hobeln, Sägen oder Schneiden erfolgt.
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Die Erfindung ermöglicht darüber hinaus einen erweiterten Einsatz der Flechtmaterialstreifen aus gestauchten Hölzern an und gestattet durch die erhöhte Zugfestigkeit des Materials auch bei dünner Ausführung, beispielsweise eine trittfeste Ausführung eines Stuhlgeflechtes, was durch Verwendung von herkömmlichen Weidengeflechten oder anderen Flechtstreifenmaterialien nicht möglich ist.
Die Stauchung des Holzes kann durch vorheriges Zuschneiden von Blöcken erfolgen, die dann unter hohem Druck mindestens quer zur Längsachse gestaucht werden. Es ist aber auch möglich, Rundhölzer durch Pressen zu stauchen, bevor sie zu Furnieren weiter verarbeitet oder zu Streifen aufgetrennt werden. Es ist ferner möglich,■ Furnierholz nach dem Schneiden durch Pressen so zu stauchen, dass die Eigenschaften im Hinblick auf die Biegefähigkeit wesentlich verbessert werden als dies bei normalem Furnier gegeben ist.
Das Stauchverfahren als solches ist bekannt. Durch Stauchen eines.Holzblockes, z. B. Buchenholz, sinkt der Elastizitätsmodul auf 1/5 bis 1/10 des ursprünglichen Wertes. Gleichzeitig steigt die Bruchschlagarbeit auf etwa den dreifachen Wert. Das dadurch entstandene neue Material lässt sich, im kalten und trockenen Zustand bis zu einem Radius von ca. 1:10 biegen. Dies bedeutet, dass bei ca. 1 mm starken Furnieren als Ausgangsbasis für die Flechtstreifen Radien mit ca. 10 mm noch gebogen werden können, was durch andere Flechtstreifenmaterialien nicht möglich ist. Dies gilt auch für Weidenstreifen und Rattanstreifen gleichermaßen. Aus diesem Grunde werden die bekannten Flechtstreifenmaterialien nur für Flächenflechtgewerke verwendet und beispielsweise bei Stühlen zur Ausbildung einer Sitzfläche nach dem Wiener Geflecht verwendet.
. Das neue gestauchte Material ist zugleich aber auch wesentlich zugfester als herkömmliches, unbearbeitetes Material bei gleichen Flechtstreifendicken. Bei der Verwendung z. B. als Sitzfläche in einem Stuhl kann dieses auch durch eine Person belastet werden, die sich auf das Flechtwerk mit den Schuhen stellt, während herkömmliches Geflecht durchbrechen würde.
Die Elastizität und Vielseitigkeit der Verwendung kann noch erhöht, werden, indem mehrlagige Flechtstreifen hergestellt werden. Es versteht sich von selbst, dass die breiteren Flächen der Streifen z. B. ellipsenförmig geschliffen werden können, so dass schmalere Randzonen und dickere Mittelzonen gegeben sind. Auch lässt sich das Material beim Verbinden mit einer einseitigen Textil- oder Kunststoffbeschichtung auch als Querfurnier einsetzen, so dass noch engere Radien geflochten werden können.
Vorteilhafte Ausgestaltungsformen der Flechtstreifen nach der Erfindung sind in den Unteransprüchen im einzelnen angegeben.
Grundsätzlich lassen sich alle Hölzer, die zu Furnieren verarbeitbar sind, einsetzen. Darüber hinaus können auch Laub- und Nadelhölzer mit geringerem Baumdurchmesser verwendet . werden, die dann nach dem Stauchen unmittelbar verarbeitet, beispielsweise in Streifen geschnitten bzw. gesägt werden. Selbst durch Trennverfahren mittels Laserschnitt und Wasserstrahl sind sie einsetzbar, um die Streifen in gewünschten Formen und Konturen ausschneiden zu können. Soweit das Furnier aus gestauchtem Holz nicht herausgemessert oder herausgetrennt ist, wird das Furnier durch nachträgliche Stauchung verfestigt und durch Druckbehandlung so aufbereitet, dass es in seiner Eigenschaft einem gestauchtem Holz gleicht. Ein solches Verfahren ist beispielsweise aus der Druckschrift 199 04 845 Cl bekannt .
Claims (10)
1. Flechtmaterialstreifen zur Herstellung von Flächenflechtwerken oder Formflechtwerken aus Laub- oder Nadelhölzern, dadurch gekennzeichnet, dass die Flechtmaterialstreifen aus mindestens in Längsrichtung gestauchtem Furnier bestehen.
2. Flechtmaterialstreifen zur Herstellung von Flächenflechtwerken oder Formflechtwerken aus Laub- oder Nadelhölzern, dadurch gekennzeichnet, dass der Flechtmaterialstreifen aus mindestens in Längsrichtung gestauchtem Holz herausgetrennt ist.
3. Flechtmaterialstreifen zur Herstellung von Flächenflechtwerken oder Formflechtwerken aus Laub- oder Nadelhölzern, dadurch gekennzeichnet, dass der Flechtmaterialstreifen aus Furnier aus mindestens längsseitig gestauchtem Holz besteht.
4. Flechtmaterialstreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass er aus mehreren Schichten gleicher oder verschiedener Holzarten oder aus mindestens zwei Außenschichten und einer Gewebeinnenschicht besteht, welche Schichten unter Druck miteinander verleimt sind.
5. Flechtmaterialstreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flechtmaterialstreifen in Längsrichtung der Maserung der Hölzer oder quer zur Längsmaserung hergestellt sind.
6. Flechtmaterialstreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Streifen mindestens einseitig profiliert geschliffen sind.
7. Flechtmaterialstreifen nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Flechtmaterialstreifen lanzettförmig geschliffen sind.
8. Flechtmaterialstreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flechtstreifen eine Breite von ca. 4 mm bis ca. 35 mm und eine Gesamtstärke von ca. 1 mm bis ca. 4 mm aufweisen.
9. Flechtmaterialstreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus Buchenholz, Eschenholz, Eichenholz, Fichtenholz und anderen Hart- und Weichhölzern bestehen.
10. Flechtmaterialstreifen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Verwendung bei der Herstellung eines Flächengebildes in einem Aufspannrahmen oder zur Herstellung eines Formgeflechtes mit Formteilen mit engen Radien oder zur Herstellung eines Freiformteiles aus Flächen- und Formteilen.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE20120158U DE20120158U1 (de) | 2001-12-12 | 2001-12-12 | Flechtmaterialstreifen zur Herstellung eines Flächenflechtwerkes oder eines Formflechtwerkes |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE20120158U DE20120158U1 (de) | 2001-12-12 | 2001-12-12 | Flechtmaterialstreifen zur Herstellung eines Flächenflechtwerkes oder eines Formflechtwerkes |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE20120158U1 true DE20120158U1 (de) | 2002-03-14 |
Family
ID=7965090
Family Applications (1)
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| DE20120158U Expired - Lifetime DE20120158U1 (de) | 2001-12-12 | 2001-12-12 | Flechtmaterialstreifen zur Herstellung eines Flächenflechtwerkes oder eines Formflechtwerkes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE20120158U1 (de) |
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| DE102017003643B3 (de) | 2017-04-13 | 2018-05-30 | out for space GmbH | Verfahren zur Herstellung eines Furniers aus Rattan, Furnierblatt, Formbauteil und Verwendung dafür |
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- 2001-12-12 DE DE20120158U patent/DE20120158U1/de not_active Expired - Lifetime
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