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DE20109306U1 - Linse oder Linsensystem zur Implantation in ein menschliches Auge - Google Patents

Linse oder Linsensystem zur Implantation in ein menschliches Auge

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Description

LOESENBECK · STRACKE ·
SPECHT · DANTZ
PATENTANWÄLTE
EUROPEAN PATENT AND TRADEMARK ATTORNEYS
Dr. Lars Rümpler Am Brodhagen 53 33613 Bielefeld
6/1 (23882 DE)
Dr. Otto Loesenbeck (1931-1980) Dipl.-Ing. A. Stracke Dipl.-Ing. K.-O. Loesenbeck Dipl.-Phys. P. Specht Dipl.-Ing. J. Dantz
Jöllenbecker Straße 164 D-33613 Bielefeld Telefon: +49 (0521) 98 61 8-0 Telefax: +49(0521)890405 E-mail: mail@pa-loesenbeck.de Internet: www.pa-loesenbeck.de
01. Juni 2001
Linse oder Linsensystem zur Implantation in ein menschliches Auge
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Linse oder ein Linsensystem zur Implantation in ein menschliches Auge, wobei die Linse oder das Linsensystem Verankerungsbügel zur Festlegung in einem menschlichen Auge aufweist.
Linsen oder Linsensysteme der gattungsgemäßen Art sind an sich bekannt und werden zur Wiederherstellung der Sehfähigkeit bei Menschen implantiert, die aufgrund von Erkrankungen, Verletzungen, Unfällen oder dergleichen ihre Sehfähigkeit weitestgehend verloren haben.
Vor der Implantation einer entsprechenden Linse oder eines entsprechenden Linsensytemes wird die erforderliche Brechkraft ermittelt und es wird dann eine Linse oder ein Linsensystem mit der für erforderlich erachteten Brechkraft ausgewählt und operativ im menschlichen Augen implantiert.
Es hat sich nun gezeigt, daß trotz genauester Vorbereitungen in einigen Fällen eine mehr oder weniger große Fehlsichtigkeit festzustellen ist, die bislang durch eine
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Anmeldetext vom 01.06.2001 Seite 2
Brille, bei zu großen Brillenglasstärken entsprechender Anisometropie, nur durch eine erneute Operation durch Einsatz einer anderen Linse oder eines anderen Linsensystemes behebbar ist.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Linse oder ein Linsensystem der gattungsgemäßen Art zu schaffen, welches die Möglichkeit bietet, Fehlsichtigkeiten, die nach einer Implantation festgestellt werden, ohne weiteren operativen Eingriff beheben zu können.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Linse oder dem Linsensystem eine federkraftbasierte Verstelleinrichtung zur Verschiebung der Linse, des Linsensystems oder einer Linse des Linsensystems in Richtung der optischen Achse zugeordnet ist.
Bislang ist es so, daß die bei einer Kataraktoperation üblicherweise implantierte Linse oder Linsensysteme innerhalb des menschlichen Auges eine im Prinzip unverrückbare Position einnehmen, so daß Fehlsichtigkeiten nicht korrigierbar sind.
Im Gegensatz hierzu ist eine erfindungsgemäße Linse oder ein erfindungsgemäßes Linsensystem nach der Operation innerhalb des menschlichen Auges in Grenzen verstellbar, so daß durchaus die Möglichkeit besteht, sich ergebende Fehlsichtigkeiten durch Verstellung der Linse oder des Linsensystemes ohne zusätzliche Operation zu korrigieren.
Vorteilhafterweise weist die Verstelleinrichtung federnd vorgespannte und durch Abstand zueinander angeordnete Haltemittel lösbar miteinander verbundene Spannbügelabschnitte auf.
Die entsprechenden Haltemittel können bei Bedarf durch einen Laserstrahl durchtrennt werden, so daß sich je nach Anzahl der durchtrennten Haltemittel eine mehr
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oder weniger große Verschiebung der Spannbügelabschnitte aufgrund der diesen innewohnenden Federspannung zueinander ergibt, wobei diese Verschiebung im Falle der Verwendung lediglich einer Linse diese innerhalb des menschlichen Auges in Richtung der optischen Achse verschiebt, wohingegen bei der Verwendung eines Linsensystemes die Möglichkeit gegeben ist, auch dieses Linsensystem insgesamt innerhalb des menschlichen Auges zu verschieben oder den Abstand der Linse zueinander zu verändern, um Fehlsichtigkeiten auszugleichen.
Weitere Merkmale der Erfindung sind Gegenstand weiterer Unteransprüche.
10
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den beigefügten Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden näher beschrieben.
Es zeigen:
15
Figur 1 eine schematisch dargestellte Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Linse,
Figur 2 eine Seitenansicht der Linse gemäß Figur 1 mit einer in strichpunktierten Linien dargestellten, möglichen Verstellposition,
Figur 3 eine perspektivische, stark vergrößerte Darstellung eines Spannbügelabschnittes der Linse gemäß der Figuren 1 und 2,
Figur 4 eine schematisch dargestellte Draufsicht auf eine Linse nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung,
Figur 5 eine Seitenansicht der Linse gemäß Figur 4,
Figur 6 eine stark vergrößerte, perspektivische Teildarstellung eines Spannbügelabschnittes der Linse nach den Figuren 4 und 5,
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Anmeldetext vom 01.06.2001 Seite 4
Figur 7 eine Draufsicht auf ein Linsensystem gemäß vorliegender Erfindung,
Figur 8 eine Seitenansicht des Linsensystemes gemäß Figur 7,
5
Figur 9 eine der Figur 8 entsprechende Seitenansicht des Linsensystemes nach einer möglichen Verstellposition,
Figur 10 eine perspektivische, stark vergrößerte Darstellung eines Spannbügelabschnittes des Linsensystemes gemäß den Figuren 7-9,
Figur 11 eine Draufsicht auf ein Linsensystem nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung,
Figur 12 eine Schnittdarstellung nach der Linie XII-XII in Figur 11 mit in strichpunktierten Linien dargestellter Verstellposition des Linsensystems,
Figur 13 eine perspektivische, stark vergrößerte Darstellung eines Spannbügelabschnittes des Linsensystemes nach den Figuren 11 und 12.
In den Figuren 1 und 2 ist mit dem Bezugszeichen 1 eine Linse bezeichnet, die zur Implantation in ein menschliches Auge vorgesehen ist und in an sich bekannter Weise mit zwei Verankerungsbügeln 2 ausgestattet ist, mittels derer die Linse 1 operativ in einem menschlichen Auge festlegbar ist.
Die Verankerungsbügel 2 sind mit der Linse 1 verbunden über Spannbügelabschnitte 3, die wiederum mit den Haltebügeln 2 verbunden sind. Die Haltebügel 2 und/oder die Spannbügelabschnitte 3 sind als Federelemente ausgebildet und im Verbindungsbereich durch Haltemittel 4 gegeneinander gesichert. Die Haltemittel 4 sind jeweils im Abstand zueinander angeordnet und können beispielsweise die
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Form von Halteringen aufweisen, die eng an die Spannbügelabschnitte 3 einerseits sowie die Verankerungsbügel 2 andererseits herumgelegt sind.
Die Halteelemente 4 können bei Bedarf zerstört werden, so daß in Abhängigkeit von der Anzahl der zerstörten Halteelemente aufgrund der Federkräfte eine Abstandsveränderung zwischen den Spannbügelabschnitten 3 einerseits und den Haltebügeln 2 andererseits stattfindet, so wie in Figur 3 anschaulich gezeigt.
Durch diese Abstandsveränderung ergibt sich eine Verschiebung der Linse 1 in Richtung ihrer optischen Achse, so wie dies in Figur 2 deutlich gezeigt ist.
Die Haltemittel 4 sind aus einem Material gefertigt, welches durch einen Laserstrahl zerstörbar ist, so daß die Möglichkeit besteht, die Lage einer Linse 1 innerhalb eines menschlichen Auges auch nach der Implantation auf einfache Art und Weise zu verändern, um gegebenenfalls Fehlsichtigkeiten auszugleichen.
In den Figuren 4-6 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt, bei dem die Verankerungsbügel 2 wie auch die Spannbügelabschnitte 3 im Randbereich der Linse 1 angeordnet sind.
Auch hier sind die Verankerungsbügel 2 und/ oder die Spannbügelabschnitte 3 federnd vorgespannt und durch Haltemittel 4 miteinander verbunden, die sukzessive getrennt werden können, um eine mehr oder weniger große Verschiebung der Linse 1 innerhalb ihrer optischen Achse zu bewirken.
Alternativ zu dem Ausführungsbeispiel nach den Figuren 4 und 5 ist es auch denkbar, einer auf übliche Art und Weise in einem menschlichen Auge festgelegten Linse oder einem Linsensystem eine unabhängig davon im menschlichen Auge festlegbare Verstelleinrichtung zuzuordnen, deren Spannbügelabschnitte 3 bei Bedarf eine Verschiebung der Linse oder des Linsensystemes bewirken können.
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Die Figuren 7-10 zeigen ein Linsensystem, bestehend aus zwei Linsen 1, die wiederum über Verankerungsbügel 2 in einem menschlichen Auge festlegbar sind.
Die Spannbügel 2 sind im Verbindungsbereich zu den beiden Linsen 1 federnd vorgespannt und wiederum über Haltemittel 4 zunächst miteinander eng verbunden. Diesen Zustand zeigt Figur 8. Es ist deutlich, daß die beiden Linsen 1 einen nur geringen Abstand zueinander aufweisen, gegebenenfalls könnten die beiden Linsen 1 sogar aneinander anliegend.
Falls eine Korrektur des Linsensystems nötig wird, können Haltemittel 4 durch Laserstrahl getrennt bzw. zerstört werden, so daß aufgrund der Federvorspannung die mit den Linsen 1 verbundenen Enden 2a auseinander gespreizt werden, wodurch sich der Abstand der beiden Linsen 1 zueinander verändert, was Figur 9 sehr deutlieh zeigt.
Auch hierdurch ist eine Korrektur einer Fehlsichtigkeit nach der Implantation des Linsensystems in ein menschliches Auge auf einfache Art und Weise möglich.
Figur 10 zeigt in einer stark vergrößerten Darstellung, daß die Enden 2a der Verankerungsbügel 2 an Anschlußhülsen 5 der Linsen 1 angeschlossen sind, wobei die Anschlußhülsen 5 über den äußeren Rand der einzelnen Linsen 1 hinaus vorstehen.
In Figur 10 ist eine Situation dargestellt, die Figur 9 entspricht, d. h., ein Teil der Haltemittel 4 ist schon gelöst und die beiden Enden 2a der jeweiligen Verankerungsbügel 2 haben sich gegeneinander aufgespreizt und eine Abstandsveränderung der beiden Linsen 1 zueinander bewirkt.
In den Figuren 11-13 ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit einem Linsensystem mit zwei Linsen 1 gezeigt, bei dem eine der Linsen 1 mit Verankerungsbügeln 2 zur Festlegung in einem menschlichen Auge versehen ist und daß die beiden
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Linsen 1 untereinander unmittelbar durch Spannbügelabschniutte 3 miteinander verbunden sind. Diese Spannbügelabschnitte 3 aus federnden, vorgespannten Materialien sind wiederum durch Haltemittel 4 gegeneinander gesichert, die sukzessive getrennt werden können, um den Abstand der beiden Linsen 1 zueinander zu verändem, so wie in Figur 12 durch strichpunktierte Linien angedeutet.
Beim Ausführungsbeispiel nach den Figuren 11-13 ist im Gegensatz zu den vorher beschriebenen Ausführungsbeispielen die Verstelleinrichtung zur Abstandsveränderung der beiden Linsen zueinander unabhängig von den Verankerungsbügeln 2 gestaltet.
Bislang wurde beschrieben, daß eine Einzel-Linse 1 durch eine federkraftbasierte Verstelleinrichtung in Richtung ihrer optischen Achse verschoben werden kann, wobei die Verstelleinrichtung in die Verankerungsbügel 2 integriert ist, siehe Figuren 1-6. Weiterhin wurde beschrieben, daß ein Linsensystem mit zwei Linsen durch eine federkraftbasierte Verstelleinrichtung bezüglich des Abstandes der beiden Linsen 1 zueinander verstellbar ist, wobei die Verstelleinrichtung in die Haltebügel 2 integriert sein kann (Figuren 7-10) oder als separates Verstellsystem ausgebildet sein kann, siehe Figuren 11-13.
Darüber hinaus ist es aber auch noch denkbar, auch bei der Verwendung lediglich einer Linse 1 ein Verstellsystem vorzusehen, welches unabhängig von den Verankerungsbügeln 2 ist. Ebenso ist es denkbar, ein aus zwei Linsen bestehendes Linsensystem analog mit dem Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 1-6 in seiner Gesamtheit in Richtung der optischen Achse verschiebbar zu gestalten.
Allen möglichen Ausführungsformen gemeinsam ist der grundlegende Gedanke, eine Verschiebung einer oder mehrerer Linsen 1 innerhalb des menschlichen Auges durch federnde vorgespannte Mittel zu ermöglichen, wobei die Nutzung der Feder-Vorspannung durch die Zerstörung von Haltemitteln 4 erfolgt, die in einer Grundpositon eine Verstelleinrichtung entgegen der Federvorspannung fixieren.
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Claims (6)

1. Linse oder Linsensystem zur Implantation in ein menschliches Auge, wobei die Linse oder das Linsensystem Verankerungsbügel zur Festlegung in einem menschlichen Auge aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Linse (1) oder dem Linsensystem eine federkraftbasierte Verstelleinrichtung zur Verschiebung der Linse (1), des Linsensystems oder eine Linse (1) des Linsensystems in Richtung der optischen Achse zugeordnet ist.
2. Linse oder Linsensystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstelleinrichtung federnd vorgespannte und durch Abstand zueinander angeordnete Haltemittel (4) lösbar miteinander verbundene Spannbügelabschnitte (3) aufweist.
3. Linse oder Linsensystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstelleinrichtung in die Verankerungsbügel (2) integriert ist.
4. Linse oder Linsensystem nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß das Linsensystem zwei Linsen (1) umfaßt, die über die Verstelleinrichtung miteinander verbunden sind und von denen eine mit den Verankerungsbügeln (2) zur Festlegung in einem menschlichen Auge ausgestattet ist.
5. Linse oder Linsensystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine unabhängig von den Verankerungsbügeln (2) vorgesehene, federkraftbasierte Verstelleinrichtung zur Verschiebung einer Linse (1) oder eines Linsensystems in Richtung der optischen Achse vorgesehen ist.
6. Linse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem Linsensystem mit zwei Linsen (1) durch die Verstelleinrichtung der Abstand der beiden Linsen 1 zueinander veränderbar ist.
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