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DE2010683C - Entglasungsfestes Borosilikatglas mit geringer Eigenradioaktivität und hoher Durchlässigkeit bis 350 nm sowie guter Verarbeitbarkeit - Google Patents

Entglasungsfestes Borosilikatglas mit geringer Eigenradioaktivität und hoher Durchlässigkeit bis 350 nm sowie guter Verarbeitbarkeit

Info

Publication number
DE2010683C
DE2010683C DE19702010683 DE2010683 DE2010683C DE 2010683 C DE2010683 C DE 2010683C DE 19702010683 DE19702010683 DE 19702010683 DE 2010683 DE2010683 DE 2010683 DE 2010683 C DE2010683 C DE 2010683C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
well
high permeability
borosilicate glass
low intrinsic
devitrification
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE19702010683
Other languages
English (en)
Inventor
Werner Dr. 6500 Mainz Sack
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Schott AG
Original Assignee
Jenaer Glaswerk Schott and Gen
Filing date
Publication date
Application filed by Jenaer Glaswerk Schott and Gen filed Critical Jenaer Glaswerk Schott and Gen
Application granted granted Critical
Publication of DE2010683C publication Critical patent/DE2010683C/de
Expired legal-status Critical Current

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Description

Die Erfindung hezieht sich auf Glaszusammensetzungen mit sehr geringer Eigenradioaktivität, die eine hohe Durchlässigkeit bis 350 nm und gute Verjirheitharkeit aufweisen.
Ein derartiges Glas wird in verschiedener Form, z. B. für Rohre. Kolben. Fläschchen, benötigt, insbesondere für radiochemische Arbeiten und für die Fertigung von Strahlungsmeß[xfäten. Voraussetzung für die Eignung eines solchen Glases sind folgende Faktoren:
10
1. Niedrige Eigenradioaktivität,
2. hohe Lichtdurchlässigkeit im sichtbaren und kurzwelligen Bereich bis 350 nm,
3. gute Entglasungsfestigkeit,
4. gute Verarbeitbarkeit, d. h. niedrige Zähigkeit, und insbesondere Eignung für automatische Verarbeitung.
Ziel der vorliegen^n Erfindung ist eine Glas- a° zusammensetzung, welche zu einem Glas mit den vorgenannten Eigenschaften führt.
Dieses Ziel wird erfindungsgemäß erreicht mit einer Glaszusammensetzung, die kalimoxidfrei ist und folgende Zusammensetzung in Gewichtsprozent hat: a5
SiO2 65 bis 66%
B2O3 12%
Ai2O3 5%
Na2O 6 bis 6,5% ,0
ZnO 5 bis 8%
BaO 3 bis 6%
Summe ZnO + BaO 11 %
Der Ersatz des Bariumoxids durch Calciumoxid würde zu etwas zäheren Gläsern führen, so daß dem Bariumoxidzusatz der Vorzug zu geben ist. Ein Zinkoxidzusatz über 8 Gewichtsprozent verschlechtert die Entglasungsfestigkeit. Die Gläser gemäß der Erfindung haben eine um etwa 20 x-Einheiten höhere Wärmedehnung als vergleichsweise die bekannten Borsilikat- glaser, die keine 2wertigen Metalloxide enthalten und Ausdehnungskoeffizienten um 32-10'/0C haben. Die Gläser gemäß der Erfindung liegen damit in der Zähigkeit im Erweichungs- [EW) und Verarbeitungsbereich [Va) um 115 bzw. 175°C niedriger, d.h., sie verhalten sich verarbeitungstechnisch deutlich weicher.
Zur Erzielung einer hohen Lichtdurchlässigkeit im kurzwelligen Bereich ist im Gemenge die Anwesenheit eines Reduktionsmittels wie Zucker oder Holzkohlepulver von 0,05 bis 0,15 Gewichtsprozent vorteilhaft. Gleichzeitig ist es notwendig, möglichst reine Rohstoffe zu verwenden, um eine Verminderung der UV-Lichtdurchlässigkeit durch färbende Stoffe, wie Fe2O3, Cr2O3, TiO2. CeO2, so gering wie möglich zu halten.
Für die Läuterung dieses oxidationsmittelfrei zu erschmelzenden Glases eignet sich eine zusätzliche Einführung von maximal 0.30 Gewichtsprozent Kochsalz (NaCI) und 0.20 Gewichtsprozent Fluor (F) als Natriumsilikofiuorid (Na1SiF11).
Die Reduktionsmittel- und Läutermitlelanteile werden. wie schon ausgeführt, zusätzlich eingeführt, so daß sich mit ihnen eine Prozentsumme über 100 ergibt.
Die Messung der Eigenradioaktivität des Glases kann z. B. mit Hilfe eines /J-Antikoinzidenzzählers (Low-Backgrouiid-Zähler) erfolgen. Das Gerät mißt //-Strahlen und zum Teil auch i\- und y-Strahlen. Die Nullrate des Zählers, mit dem die Messungen durcheefiihrt wurden, betrug 0,7 Imp./Min.
Die Gläser gemäß der Erfindung ergeben Impulsraten von 0,1 bis 0,4 Imp./Min., was einer Kalium-Zerfallsrate von 0,25 bis 0,9 Zerfällen / min ' · gramrrr1 entspricht. Es ist daher als ein Glas mit außerordentlich niedriger Eigenakiivität anzusprechen.
Die Schwankungsbreite der Impulsraten wird bestimmt von Verunreinigungen der Glasrohstoffe und der ff.-Materialien der Schmelzaggregate durch radioaktive Isotope, wie sie z. B. im Kaliumoxid (K10) enthalten sind und auch in Bariumverbindungen enthalten sein können (solche der Uranreihe). Es ist daher notwendig, die zu verwendenden Glasrohstoffe vor dem Einsatz auf diese störenden Verunreinigungen zu überprüfen. Bestimmte, für die Schmelzeinneiten im allgemeinen benutzte ff.-Materialien zeigen hohe radioaktive Verunreinigungen, d. h., sie ergeben hohe Impulsraten. Es zeigte sich, daß dafür nicht Kaliumverbindungen, sondern Uran- und Radiumverbindungen und deren Folgeprodukte verantwortlich sind. Für die Herstellung eines Glases mit geringer Eigenradioaktivität ist es daher weiterhin notwendig, daß auch das ff.-Material der Schmelzeinheiten gleichfalls eine niedrige Eigenradioaktivität besitzt.
Beispiel einer bevorzugten Zusammensetzung des Gemenges in Gewichtsprozent mit den physikalischen und chemischen Eigenschaftswerten
SiO1 65,50°/,
BtO8 12,00%
AI2O3 5,00°/„
Na20 6,50°/o
ZnO 8,00°/0
BaO 3,00°/0
NaCl 0,30%
F 0,20%
Zucker 0,05%
> Läutermittel Reduktionsmittel
Summe
Gewichtsprozent .. 100.55%
.%· 107 (20 bis 300° C)/0 C 52
Tg (0C); /; - 1013·6 Poise 520
Ew[0C); η ~ 10'·· Poise 735
Va (0C); η ~ W Poise 1090 Dichte (g/cem) 2,48
7"tioo(°C); <f=■ 1 · 10" Ω-cm 200
Kristallisationsmaximum (0C) 880
Krist. Geschwindigkeit im Maximum (μηι/Μίη.) 0,10
Transmission für 1 mm Dicke und 35Onm(%) >90
Impulse/Min 0,1 bis 0,4 Hydrol. Best, nach DlN 12111 0,014
(1. Klasse)
Säurebest. nach DIN 12116 2,5
(II. Klasse)
Laugenbest. nach DIN 52322 170
(IM. Klasse)
Ausführungsbeispiel nach vorstehender Zusammensetzung
Erforderliche Rohstoffmengen für 100 kg berechnetes Glas:
65,50 kg Sand (Qualität Sipur). 21,30 kg Borsäure. 7,60 kg Tonerdehydrat, 11,00 kg Soda, 8,00 kg Zink-
oxid (Qualität Weißsiegel), 3,90 kg Bariumkarbonat, 0,30 kg Kochsalz. 0,33 kg Natriumsilikülluorid, 0,05 kg Zucker.
Schmelztemperatur 1440 bis 1460°C
Lauteriemperatur 1460 bis 14803C
Verarheitungstemperatur .. 1150 bis 11703C
für Dannerrohrzug und Blasautomat
Kühltemperatur 530 bis 5403C,
1I, bis 2 Stunden

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Entgbsungsfestes Borosilikatglas mit geringer Eigenradioaktivität und hoher Durchlässigkeit bis 350 um sowie guter Verarbeitbarkeit, dadurch gekennzeichnet, daß es kaliumoxidfrei ist und aus einem auf Oxidbasis berechneten Gemenge folgender Zusammensetzung in Gewichtsprozent erschmolzen ist:
SiO, 65 his 66"/,,
B2O3
AUO3
Na,O
ZnO
BaO
Summe ZnO
BaO
'- la
6 bis 5 bis 3 bis
1 1 °/ 1 ι /o
6,5"'
8°/n
6n/„
2. Glas nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einem auf Oxidbasis berechneten Gemenge mit folgender Zusammensetzung in Gewichtsprozent erschmolzen ist:
sowie
65,50 "/„
12,00 β/β B2O3
5,00 °/o AI1O3
6,50 °/0 Na2O
8,00 °/0 ZnO
3,00 0U BaO
0,30 °/o NaCl
0,20 °/0 FaIsNa1SiF,
0,05 °/0 Zucker
DE19702010683 1970-03-06 Entglasungsfestes Borosilikatglas mit geringer Eigenradioaktivität und hoher Durchlässigkeit bis 350 nm sowie guter Verarbeitbarkeit Expired DE2010683C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE2010683C true DE2010683C (de) 1972-02-24

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